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Mietwagen auf Sizilien: unsere Erfahrungen mit Autofahren, Parken und ZTL

Du planst Sizilien mit dem Mietwagen und fragst dich, ob das stressig wird? Kurze Antwort: auf dem Land nicht, in den Städten schon. Ein Mietwagen auf Sizilien ist für eine Rundreise das richtige Werkzeug, solange du drei Dinge weißt: wo du ihn abholst, wo du ihn stehen lässt und in welche Altstädte du nicht hineinfährst. Die ZTL kennst du vielleicht aus Florenz oder Rom. Auf Sizilien hat sie fast jede Altstadt.

Judith und ich sind im September 2026 zwei Wochen mit einem Lancia Ypsilon einmal um die Insel gefahren, von Cinisi bei Palermo über Trapani, Agrigent und den Südosten bis Catania, zum Ätna und zurück über Cefalù. Hier stehen unsere Erfahrungen mit dem Mietwagen, inklusive eines Kratzers, der uns bei der Rückgabe 221 € gekostet hat, dazu 12 Parkplätze, auf denen wir gratis standen, die ZTL-Regeln je Ort und die Stellen, an denen du Bargeld brauchst. Außerdem gibt es eine Karte mit allen Parkplätzen.

Inhalte - Diese Tipps findest du hier! Anzeigen

Auf einen Blick

  • Unser Auto: Lancia Ypsilon (Kleinwagen, Fiat-Panda-Klasse), über Check24 gebucht bei Felirent in Cinisi nahe Flughafen Palermo, rund 400 € für 16 Tage mit Vollkasko
  • Vollkasko: unbedingt. Bei Portalen wie Check24 zahlst du einen Schaden aber erst selbst und bekommst ihn später erstattet
  • Fahren: Landstraßen und Autobahnen entspannt, Palermo und Catania anstrengend
  • ZTL: fast jede Altstadt gesperrt, oft mit Kamera. Bußgeld 83 bis 332 €, dazu die Gebühr der Mietwagenfirma
  • Parken: Gratis findest du am Rand fast jeder Stadt. Bezahlt haben wir zwischen 1 € pro Stunde (Cefalù) und 21 € (Taormina)
  • Zahlen: Karte, EasyPark und Bargeld. Ohne Münzen und Scheine kommst du nicht überall durch
  • Tanken: „fai da te“ (selbst) ist günstiger als „servito“
  • Maut: nur auf den Autobahnen Messina–Catania und Messina–Palermo

Karte: unsere Parkplätze auf Sizilien

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Auf der Karte stehen alle Parkplätze aus diesem Artikel: grün die, auf denen wir gratis standen, orange die mit Gebühr.

Wo holst du den Mietwagen ab? Wir haben Palermo ausgelassen

Enge Altstadtgasse in Palermo mit geparkten Autos und Roller
Palermos Altstadt: Autos, Roller und kaum ein freier Meter.

Wir haben den Mietwagen erst geholt, als wir Palermo verlassen haben, und zwar in Cinisi, einem Ort zwischen Stadt und Flughafen. Das war die beste Entscheidung der ganzen Planung. Mit dem Gepäck ging es zu Fuß zum Busbahnhof am Hauptbahnhof, dann mit dem Überlandbus nach Cinisi. Der Mann am Ticketschalter schickte uns los, um den Busfahrer aufzuhalten, damit wir noch den früheren Bus bekommen. Es hat geklappt.

Die Fahrt dauerte trotzdem ewig. Der Verkehr in Palermo ist brutal. Da macht Autofahren keinen Spaß, und für die Stadt selbst brauchst du ohnehin kein Auto, weil du alles zu Fuß erreichst (siehe unseren Artikel zu den Palermo Sehenswürdigkeiten). Dazu kommt die große ZTL im Zentrum mit Kameras, in die wir gar nicht erst reinfahren wollten.

Gebucht haben wir, wie meistens, über ein Vergleichsportal, diesmal Check24. Den Wagen gab es bei Felirent in Cinisi, abgeholt erst am dritten Tag unserer Reise, zurückgegeben an derselben Stelle. Wer direkt vom Flughafen kommt, kann sich auch zur Station bringen lassen. Bezahlt haben wir im September rund 400 € für 16 Tage, inklusive Vollkasko.

Unser Tipp: Die ersten Tage in Palermo ohne Auto, dann den Wagen beim Flughafen oder in Cinisi holen und direkt Richtung Westen oder Osten raus. Umgekehrt genauso: Wer in Palermo endet, gibt das Auto vorher ab. In Cinisi haben wir die Wartezeit übrigens bei einem richtig guten Bäcker um die Ecke überbrückt (Croissant mit Kirschmarmelade, Sesamgebäck, viele Einheimische).

Wer im Osten startet, holt den Wagen am Flughafen Catania. Von dort bist du in gut einer Stunde in Noto und im Val di Noto, siehe unseren Artikel zum Val di Noto.

Bei der Übernahme: jeden Kratzer dokumentieren

Wir hatten vorher etwas Sorge, dass bei der Übergabe etwas schiefgeht. Es lief unkompliziert, die Leute bei Felirent waren ausgesprochen nett. Wir sind einmal ums Auto gegangen und haben alle vorhandenen Schäden dokumentiert.

Bei der Rückgabe hatte der Wagen trotzdem einen langen Kratzer hinten am Heck, der vorher nicht da war. Woher er kommt, wissen wir nicht. Vermutlich hat uns jemand beim Ein- oder Ausparken erwischt, und das kommt auf Sizilien vor. Vor Ort haben wir 150 € für den Kratzer, 60 € Bearbeitungsgebühr und 11 € Steuern bezahlt, zusammen 221 €.

Das Geld bekommen wir voraussichtlich zurück, weil wir Vollkasko über Check24 abgeschlossen hatten. So funktioniert das bei Vergleichsportalen meist: Du zahlst den Schaden vor Ort selbst, reichst die Belege beim Portal ein, das gibt sie an die Versicherung weiter, und die erstattet. Das ist umständlich und dauert, bei uns voraussichtlich rund acht Wochen. Ohne Vollkasko wären die 221 € einfach weg.

Wichtig: Dokumentiere bei der Übernahme wirklich alles, am besten mit einem Video einmal rund ums Auto. Achte darauf, dass das Licht stimmt, damit Kratzer im Bild auch zu erkennen sind, und lass dir jeden Schaden im Übergabeprotokoll eintragen, auch an Felgen, Stoßstangen und Windschutzscheibe. Auf Sizilien hat kaum ein Auto keine Macken, und am Ende willst du nicht für die des Vorgängers zahlen.

Unser Lancia Ypsilon war laut, aber handlich, ungefähr so groß wie ein Fiat Panda, und unser großer Koffer passte in den Kofferraum. Dessen Rollen hatten sich auf dem Weg durch Cinisi gerade verabschiedet. Ab da hat das Auto das Tragen übernommen.

Gut zu wissen: Nimm die kleinste Klasse, die für euer Gepäck reicht. In Ragusa, Castelmola oder Francavilla fährst du durch Gassen, in denen dir ein Mittelklassewagen keinen Spaß mehr macht.

Wie fährt es sich auf Sizilien?

Außerhalb der Städte angenehm. Die Autobahnen sind leer, die Landstraßen meist ordentlich, und die meisten Ziele liegen weniger als eine Stunde auseinander. Die Anfahrt nach Erice etwa ist kurvig und steil, fährt sich aber einfach. Die Seilbahn, die wir eigentlich nehmen wollten, fuhr an dem Tag übrigens gar nicht, wie uns oben Ladenbesitzer erzählten. Das hat gepasst.

Kurven, Kurven, Kurven

Die meisten Kurven haben wir am Tag vom Ätna Nord nach Castelbuono gesammelt: fast vier Stunden quer durch den Parco dei Nebrodi an die Küste und dann die Küstenstraße entlang. Ich bin in meinem Leben noch nie so viele Kurven gefahren. Die Strecke ist trotzdem schön: Buchen- und Kiefernwälder, Esel, Ziegen und Schweine am Straßenrand. Die Schweine standen ausgerechnet dort, wo das Warnschild Kühe zeigte.

Ähnlich, nur kürzer: die Fahrt von den Gurne dell’Alcantara nach Randazzo (rund 30 Minuten) durch Lavafelder, Weinberge und Pistazienhaine, der Ätna immer wieder im Blick. Plan für solche Strecken mehr Zeit ein, als Google Maps sagt, auch wegen der Stopps.

Wasser auf der Straße nach Gewittern

Pfütze spiegelt eine Gasse in Noto nach dem Regen, hinten geparkte Autos
Nach dem Regen in Noto: Die Pfützen bleiben, und die Straßen draußen sind voller.

Zwischen Modica und Noto hatte es kurz vorher heftig geregnet. Auf der Fahrbahn stand so viel Wasser, dass wir kurz überlegt haben, ob wir stecken bleiben. Die Straßen haben nicht den deutschen Standard, das Wasser sammelt sich in Senken, und wie tief so eine Stelle ist, siehst du vom Fahrersitz aus nicht.

Wichtig: Nach Gewittern langsam fahren und durch tiefe Wasserflächen lieber nicht durch. In Noto schien dann wieder die Sonne, bei 25 Grad und drückender Luft. Nach Unwettern bleiben übrigens auch Naturreservate wie die Cava Grande del Cassibile teils geschlossen, weil die Stufen zu rutschig werden.

Google Maps und die engen Gassen

SUV in einer engen gepflasterten Gasse in Cefalù
So eng wird es in Cefalù. Wir sind hier zu Fuß durch.

Google Maps nimmt auf Sizilien gern die kürzeste Strecke, und die führt manchmal mitten durch den Ort. In Francavilla di Sicilia, auf dem Weg zu den Gurne dell’Alcantara (mehr dazu im Artikel zur Alcantara-Schlucht), landeten wir in Gassen, in denen links und rechts die Spiegel fast die Hauswände berührten. Abenteuerlich trifft es. Auch bis vor unsere Unterkunft in Castelbuono ging es abends durch enge Kurven bergauf.

Unser Tipp: Vor dem Losfahren die Route in der Satellitenansicht prüfen und im Zweifel einen Parkplatz am Ortsrand als Ziel eingeben statt der Sehenswürdigkeit selbst. Dann lotst dich die App nicht durch die Altstadt, und die ZTL erwischt dich auch nicht.

Verkehr in Palermo, Catania und Syrakus

Die Städte sind der anstrengende Teil. Palermo haben wir nur aus dem Bus erlebt, das reichte. In Catania kamen wir gegen 18 Uhr im Feierabendverkehr an: chaotisch, wie man es sich vorstellt, aber es ging. Wir haben uns angepasst. Die Regel lautet ja: Es gibt keine Regel, man muss nur aufpassen, dass man mit keinem zusammenstößt.

Am nächsten Morgen um sieben aus Catania heraus zum Ätna war es noch einmal heftiger. Einen Kreisel verpasst, danach gab es keinen Weg zurück, also Umweg. Plane in Catania Puffer ein, vor allem stadteinwärts. Mehr zur Stadt selbst im Artikel zu den Catania Sehenswürdigkeiten.

In Syrakus waren wir gegen halb elf, und da war schon ordentlich Verkehr. An der Straße Richtung Ortigia war nichts frei, wir haben umgedreht und dann in einer Seitenstraße einen Gratisplatz gefunden (siehe „Wo parkst du gratis?“). Beim nächsten Mal würden wir um acht dort sein.

ZTL auf Sizilien: welche Altstädte gesperrt sind

ZTL-Schild an einer Fußgängerstraße in der Altstadt von Trapani
Trapani: Das runde Schild mit rotem Rand ist das, auf das du achten musst.

Eine ZTL (Zona a Traffico Limitato) ist ein Bereich, in den nur Berechtigte fahren dürfen: Anwohner, Lieferverkehr, manchmal Hotelgäste mit angemeldetem Kennzeichen. Auf Sizilien hat fast jede Altstadt eine, dazu kommen dauerhafte Fußgängerzonen. Viele Einfahrten werden per Kamera überwacht. Der Bußgeldbescheid kommt dann Monate später, meist über die Mietwagenfirma, die noch eine Bearbeitungsgebühr draufschlägt.

Das Bußgeld für die Einfahrt in eine ZTL oder Fußgängerzone liegt laut italienischer Straßenverkehrsordnung (Art. 7 Codice della Strada) bei 83 bis 332 €, bei Zahlung innerhalb von fünf Tagen gibt es 30 % Rabatt.

So erkennst du eine ZTL

  • Ein rundes weißes Schild mit rotem Rand und darunter „Zona Traffico Limitato“, oft mit den Uhrzeiten, in denen die Sperre gilt
  • Eine elektronische Anzeige am Tor: „Varco attivo“ heißt Kamera an, nicht einfahren. „Varco non attivo“ heißt, die Sperre gilt gerade nicht
  • Ein blaues Schild mit Fußgänger heißt Fußgängerzone, und die gilt meist rund um die Uhr

Wir sind in keine einzige ZTL hineingefahren, sondern haben immer am Rand geparkt. Das ist die einfachste Regel, und sie hat zwei Wochen lang funktioniert.

Die Regeln je Ort (Stand September 2026)

OrtWas gesperrt istWann
Palermogroße ZTL im Zentrum, Kameraswir sind nicht reingefahren
TrapaniCorso Vittorio Emanuele, Via Torrearsa, Via Garibaldi sind Fußgängerzone; dazu eine Abend-ZTLAbend-ZTL nach Stand 2021 ab 19/20 Uhr, aktuell nicht bestätigt
EriceAltstadt innerhalb der Mauernganzjährig, nur mit Genehmigung
AgrigentVia Atenea, eine Kamera an der Porta di Ponteseit 13.07.2026: täglich 9:30–14:30 und ab 17 Uhr bis Mitternacht, Fr/Sa bis 2 Uhr
Ragusa IblaKern um Piazza Duomo und Piazza Polarund um die Uhr
Modicanur die Via Lantieri hoch zum Dom San Giorgiorund um die Uhr; der Corso ist tagsüber befahrbar
NotoZentrum um den Corso Vittorio Emanueleseit 01.12.2025 durchgehend Fußgängerzone
Marzamemihistorischer Kern mit der Piazza Regina Margheritaseit 05.06.2026 durchgehend Fußgängerzone
Syrakusfast ganz Ortigia, drei Kamera-ToreMo–Sa 11–15:30 und 17–2 Uhr, So und feiertags 10–2 Uhr
CataniaZTL im Viertel San Berillo; Piazza Duomo und Via Etnea sind Fußgängerzonerund um die Uhr
TaorminaCorso Umberto ist Fußgängerzone, Schranken an den Zufahrtenfür Besucher praktisch immer zu
CefalùAltstadt samt Dom und Hafenim Sommer (1.4.–31.10.) für alle gesperrt 9:30–12, 18–21 und 22–24 Uhr, sonst nur mit Pass

Die Uhrzeiten ändern sich teils mehrmals im Jahr. Das Schild vor Ort gilt, nicht diese Tabelle.

Was tun, wenn deine Unterkunft in der ZTL liegt?

Dann muss die Unterkunft dein Kennzeichen bei der Stadt melden, meist innerhalb von 48 Stunden. In Catania etwa gibt es dafür ein Formular („Modulo Avvenuto Transito“), mit dem Berechtigte eine Durchfahrt innerhalb von 48 Stunden nachträglich regeln können. Das gilt aber nur, wenn du einen gültigen Grund hattest, also zum Beispiel ein Hotel in der Zone. Wer einfach aus Versehen durchfährt, kommt damit nicht heraus. Schick deiner Unterkunft das Kennzeichen des Mietwagens deshalb vor der Anreise, und frag nach, ob du überhaupt bis vor die Tür fahren darfst. In Cefalù etwa ist das nur zum Be- und Entladen und nur außerhalb der Sperrzeiten erlaubt.

Wo parkst du gratis? Unsere Parkplätze je Ort

Kostenlos parken geht auf Sizilien fast überall, nur nicht direkt an der Sehenswürdigkeit. Meist liegt ein Gratisplatz 5 bis 15 Minuten zu Fuß vom Zentrum entfernt. Hier sind die Plätze, auf denen wir selbst standen:

OrtWoFußweg
TrapaniVia Isola Zavorra, außerhalb der ZTL15 Min. am Hafen entlang
EriceSchotterplatz an der Viale Senatore Simone Gatto, kurz vor dem offiziellen Parkplatz an der Porta Trapani5 Min. zum Tor
Riserva dello ZingaroParkplatz am Südeingang, ca. 50 bis 100 Autosdirekt am Eingang
AgrigentStraßenrand Via Imera, beim Busbahnhof, außerhalb der ZTLwenige Minuten bis zur Via Atenea
ModicaVia Nazionale kurz vor dem Busbahnhof, außerhalb der ZTLdirekt am Anfang des Corso Umberto I
Riserva di VendicariStraßenrand vor dem Haupteingangdirekt am Eingang
Marzamemian der Straße am Kreisel, Ecke Via Mario Falla7–8 Min. zur Piazza
SyrakusLargo Gaetano Arezzo della Targia, im Laden nachgefragt, ganzer Tag erlaubtca. 10 Min. nach Ortigia
Alcantara-SchluchtMiniplatz für 4 bis 5 Autos ca. 200 m hinter dem kommunalen Parkplatz, kurz nach dem Ortsschild rechtswenige Minuten
Gurne dell’AlcantaraPlatz vor dem Museum MAFRA in Francavilla di Sicilia10–15 Min.
Ätna SüdParcheggio Schiena d’Asino an der SP92Start der Wanderung
Ätna Nordkleiner Platz für 10 bis 20 Autos links in der Kurve vor dem Parkplatz Piano Provenzanawenige Minuten

Gut zu wissen: Die Farbe der Parkmarkierung sagt dir, was gilt. Weiß ist kostenlos, blau kostet (Automat oder App), gelb ist für Anwohner oder Berechtigte reserviert. Achte außerdem auf das Parkverbotsschild mit „0–24“: rund um die Uhr, oft mit Abschlepp-Symbol.

In Erice war es am Nachmittag ruhig, gegen halb sieben füllten sich Ort und Parkplätze spürbar mit Leuten, die zum Sonnenuntergang kamen. In Vendicari standen um zehn Uhr noch Lücken an der Straße. Früh kommen lohnt sich also doppelt. Die Details stehen in den Artikeln zu Erice, Modica, Marzamemi, Vendicari und Syrakus.

Wo Parken Geld kostet und wie viel

Taormina: das Parkhaus Lumbi und die teure zweite Stunde

In Taormina führt kaum ein Weg am Parkhaus vorbei. Wir standen im Parcheggio Lumbi (965 Plätze, rund um die Uhr offen) und waren um Viertel vor neun da. Vom vierten Stock gehst du über Treppen hoch in die Stadt, alternativ fährt ab 6:30 Uhr alle 15 Minuten ein Shuttle zur Piazza San Pancrazio. Bezahlt haben wir am Ende 21 €.

Die Staffel laut Aushang am Parkhaus (Hauptsaison, Stand September 2026), danach kommen je 24 Stunden 20 € dazu:

ParkdauerPreis
1 Stunde3 €
2 Stunden8 €
3 Stunden10 €
4 Stunden13 €
5 Stunden16 €
7 Stunden19 €
10 Stunden21 €
13 Stunden24 €
18 Stunden27 €
24 Stunden30 €
48 Stunden40 €

Die zweite Stunde kostet allein 5 € und ist damit die teuerste des Tages. Wer nur kurz in die Stadt will, zahlt fast so viel wie jemand, der den halben Tag bleibt. Wichtig: Neben der Tarif-Tafel hängt eine zweite mit deutlich günstigeren Preisen. Das ist die „Tariffa residenti“, und die gilt nur für Einwohner von Taormina. Mehr zum Tag in Taormina steht im Artikel zu den Taormina Sehenswürdigkeiten.

Cefalù: Bahnhofsparkplatz statt Anwohnerzonen

In Cefalù sind wir erst eine Runde durch die Seitengassen gefahren, auf der Suche nach einem Gratisplatz. Das kannst du dir sparen: Fast überall dürfen nur Anwohner parken. Wir sind dann auf den Parkplatz am Bahnhof in der Via Aldo Moro: 1 € pro Stunde, 10 € für den ganzen Tag, im Voraus zu zahlen, per Karte oder mit EasyPark. Von dort sind es rund zehn Minuten bis zur Fußgängerzone: raus, Straße queren, eine Treppe runter und fünf Minuten geradeaus. Mehr dazu im Artikel über Cefalù.

Ätna Nord: die Kamera am Piano Provenzana

Tarif-Tafel des Parkplatzes Piano Provenzana am Ätna mit Kennzeichenkamera und 30 Minuten frei
Die Tafel am Piano Provenzana. Hinter „ANPR“ steckt die Kamera, die dein Kennzeichen liest.

An der Talstation auf der Nordseite des Ätna fährst du auf einen großen Parkplatz, und plötzlich steht da „Ticket“. Ein- und Ausfahrt werden per Kennzeichenerkennung überwacht. Laut Tafel (Stand September 2026) gilt:

  • kostenpflichtig von 8 bis 19 Uhr, die ersten 30 Minuten sind frei
  • Auto: 2 € die erste Stunde, jede weitere 0,75 €, höchstens 5 € am Tag
  • du musst innerhalb von 30 Minuten nach der Einfahrt zahlen, sonst wird automatisch der Tageshöchstsatz fällig
  • Zahlung am Automaten mit Münzen oder Karte (er gibt kein Wechselgeld), per Kreditkarte oder mit der EasyPark-App

Teuer ist das nicht, nur ärgerlich, wenn du es nicht weißt. Wir haben stattdessen in der Kurve davor links auf einem kleinen, kostenlosen Platz geparkt, dort passen zehn bis zwanzig Autos hin. Unsere Wanderung auf der Nordseite steht im Artikel Ätna-Wanderung ohne Guide.

Alcantara-Schlucht: das Parkticket gibt es am Ticketschalter

Tafel der Gemeinde Motta Camastra mit 2 Euro Eintritt und den Parktarifen am kommunalen Eingang der Alcantara-Schlucht
Kommunaler Eingang zur Alcantara-Schlucht: 2 € Eintritt, 3 € Parken für den halben Tag.

Am kommunalen Eingang der Alcantara-Schlucht (Gemeinde Motta Camastra, an der SS 185) kostet der Parkplatz laut Tafel 1 € pro Stunde oder 3 € für einen halben Tag, zwischen 9 und 19 Uhr. Einen Automaten gibt es nicht: Das Parkticket kaufst du am Ticketschalter zusammen mit dem Eintritt (2 € pro Person) und legst es hinter die Windschutzscheibe. Was genau ein halber Tag ist, konnten wir nicht herausfinden. Alles zur Schlucht selbst steht im Artikel zur Alcantara-Schlucht.

Gegenüber sitzt übrigens ein Infopoint, der dir ein Ticket für 30 € mit botanischem Garten verkaufen will. Für den Weg in die Schlucht brauchst du das nicht.

Cava Grande und Zingaro: früh da sein spart Geld

Am Eingang der Cava Grande del Cassibile (Scala Cruci bei Avola) kostet der Parkplatz 5 € pro Auto, nur bar. 50 bis 100 Meter vorher kann man auch am Straßenrand stehen. Wir hatten vorher gelesen, dass dort öfter Autos aufgebrochen werden, und haben die 5 € lieber bezahlt.

Am Südeingang der Riserva dello Zingaro ist der Parkplatz kostenlos, solange er nicht voll ist. Wer später kommt, parkt ein Stück davor und zahlt 10 €. Wir waren gegen acht da und hatten freie Auswahl. Mehr zur Wanderung steht im Artikel zur Riserva dello Zingaro.

Bar oder Karte? Wo du was brauchst

Das hat uns überrascht: Auf Sizilien gibt es Stellen, die nur Bargeld nehmen, und andere, die nur Karte nehmen, teils am selben Ort.

WoWasZahlung
Cava Grande del CassibileParkplatz 5 €nur bar
Cava Grande del CassibileEintrittnur Karte
Riserva dello ZingaroEintritt 5 €nur Karte
Riserva di VendicariEintritt 3,50 €nur Karte
MarzamemiParkplätze nahe Altstadt, ca. 5 €meist bar
Alcantara, kommunaler EingangParkticketam Ticketschalter
Piano Provenzana (Ätna Nord)ParkenMünzen, Karte oder EasyPark, kein Wechselgeld
Cefalù, Parkplatz BahnhofParkenKarte oder EasyPark

Unser Tipp: Immer Münzen und ein paar kleine Scheine im Auto haben und eine Karte, die im Ausland ohne Gebühr funktioniert. Die App EasyPark lohnt sich: Sie wird am Bahnhofsparkplatz in Cefalù akzeptiert und steht auch am Ätna auf der Tafel.

Autoaufbrüche: nimm alles aus dem Auto mit

Unser Vermieter in Catania hat uns einen Parkplatz direkt vor der Tür freigehalten, mit seinem eigenen Auto, und ist erst weggefahren, als wir da waren. Sein ausdrücklicher Hinweis danach: alles aus dem Auto mitnehmen. Wir haben uns daran gehalten, auch sonst.

Selbst erlebt haben wir keinen Aufbruch. Wir sind aber vorsichtig geblieben: an der Cava Grande auf dem bezahlten Parkplatz statt am Straßenrand, und im Auto sichtbar nie etwas liegen lassen. An Umzugstagen blieb das Gepäck zwangsläufig im Kofferraum, etwa während der Wanderung am Ätna Nord. Dann lieber so parken, dass der Wagen gut zu sehen ist, und Wertsachen am Körper tragen. Die Parkplätze an der Alcantara-Schlucht und am Piano Provenzana weisen übrigens selbst darauf hin, dass sie nicht bewacht sind („non custodito“).

Tanken: fai da te oder servito

An vielen Tankstellen gibt es zwei Arten von Zapfsäulen. „Fai da te“ heißt selbst tanken, „servito“ heißt, jemand tankt für dich, und dafür ist der Liter spürbar teurer. Auf der Preistafel stehen beide Preise nebeneinander, achte auf die richtige Spalte. Wir haben immer selbst getankt, das ist unkompliziert.

Maut: nur im Nordosten

Die meisten Autobahnen auf Sizilien sind mautfrei. Maut kassiert nur der Betreiber CAS (Consorzio Autostrade Siciliane) auf zwei Strecken: der A18 Messina–Catania, an der auch Taormina und Giardini Naxos liegen, und der A20 Messina–Palermo über Cefalù. Die Verbindungen Palermo–Catania (A19) und Richtung Trapani (A29) kosten nichts. Den Betrag für deine Strecke rechnet dir der Mautrechner der CAS aus.

Fahrzeiten: wie lange du wirklich brauchst

So lange waren wir unterwegs, Pausen nicht mitgerechnet:

StreckeDauer
Noto – Cava Grande del Cassibileca. 30 Min., ein paar Serpentinen
Noto – Vendicarica. 30 Min.
Vendicari – Marzamemica. 20 Min.
Noto – Syrakusgut 30 Min. über die Autobahn
Catania – Ätna Süd (Schiena d’Asino)gut 1 Std.
Ätna Süd – Gaggi (bei Taormina)ca. 1 Std. 20 Min.
Gaggi – Taormina, Parkhaus Lumbica. 30–40 Min.
Gaggi – Ätna Nord (Piano Provenzana)ca. 1 Std.
Gurne dell’Alcantara – Randazzoca. 30 Min.
Ätna Nord – Castelbuono über die Nebrodifast 4 Std.
Castelbuono – Cefalùca. 40 Min.

Fun Fact: Am Parkhaus Lumbi in Taormina ist die zweite Stunde die teuerste des ganzen Tages. Sie kostet 5 €, jede Stunde danach deutlich weniger.

Was wir beim nächsten Mal anders machen würden: Bei der Übernahme ein Video vom ganzen Auto drehen, nicht nur Fotos von den Macken. In Cefalù direkt zum Bahnhofsparkplatz fahren, statt Gratisplätze zu suchen. In Syrakus um acht statt um halb elf ankommen. Und für Tage wie Ätna Nord–Castelbuono einen Übernachtungsort in der Mitte einplanen, statt vier Stunden Kurven am Stück.

Lohnt sich ein Mietwagen auf Sizilien?

Für eine Rundreise: ja. Cava Grande, Vendicari, der Ätna, die Alcantara-Schlucht, Marzamemi oder Erice erreichst du mit Bus und Bahn nur umständlich oder gar nicht. Mit dem Auto lagen die meisten Ziele weniger als eine Stunde auseinander, und wir konnten morgens früh los, bevor es voll wurde.

Nicht nötig ist er, wenn du nur Palermo oder nur Catania besuchst. Dort ist das Auto eher Last als Hilfe: Verkehr, ZTL, Parkgebühren. Nimm ihn dann erst für den Teil der Reise, der aufs Land führt, so wie wir ab Cinisi.

Fazit

Autofahren auf Sizilien ist leichter, als der Ruf sagt, solange du die Städte meidest. Hol den Mietwagen außerhalb von Palermo ab, dokumentiere jeden Kratzer und fahr in keine Altstadt hinein. Geparkt wird am Rand, meist kostenlos, und für die Ausnahmen hast du Münzen und EasyPark dabei. Dann bleiben am Ende vor allem die Kurven in Erinnerung, und das ist ein gutes Zeichen.

Mehr Fotos von unterwegs findest du auf unserem Instagram.

Häufige Fragen zum Mietwagen auf Sizilien

Lohnt sich ein Mietwagen auf Sizilien?

Ja, für eine Rundreise auf jeden Fall. Naturreservate, der Ätna und viele Kleinstädte sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur schwer zu erreichen. Für einen reinen Städtetrip nach Palermo oder Catania brauchst du dagegen kein Auto.

Brauche ich für den Mietwagen auf Sizilien eine Vollkasko?

Ja, unbedingt. Kleine Kratzer und Dellen durch andere beim Parken sind auf Sizilien häufig. Uns hat ein Kratzer bei der Rückgabe 221 € gekostet, die wir über die Vollkasko zurückfordern. Bei Vergleichsportalen zahlst du den Schaden zuerst selbst und reichst ihn danach ein.

Wo sollte ich den Mietwagen abholen, wenn ich in Palermo starte?

Am besten erst beim Verlassen der Stadt, am Flughafen Palermo oder in Cinisi in dessen Nähe. So vermeidest du den Stadtverkehr und die ZTL im Zentrum. Wir sind mit dem Bus von Palermo nach Cinisi gefahren und haben den Wagen dort geholt.

Darf ich mit dem Mietwagen in die ZTL von Palermo fahren?

Ohne Genehmigung nicht. Die Innenstadt von Palermo hat eine große ZTL mit Kameras, und wer ohne Berechtigung einfährt, zahlt nach italienischem Recht 83 bis 332 € plus Gebühr der Mietwagenfirma. Parke außerhalb oder erkunde Palermo ohne Auto.

Was kostet eine ZTL-Einfahrt ohne Genehmigung?

Zwischen 83 und 332 € nach Art. 7 der italienischen Straßenverkehrsordnung, bei Zahlung innerhalb von fünf Tagen 30 % weniger. Die Mietwagenfirma gibt deine Daten weiter und berechnet meist eine eigene Bearbeitungsgebühr dazu.

Wo parke ich in Taormina?

Im Parkhaus Lumbi, von dort geht es über Treppen oder per Shuttle in die Stadt. In der Hauptsaison kostet die erste Stunde 3 €, zwei Stunden 8 € und 24 Stunden 30 €. Die günstigere Tafel daneben gilt nur für Einwohner.

Wo parke ich in Cefalù?

Auf dem Parkplatz am Bahnhof in der Via Aldo Moro, für 1 € pro Stunde oder 10 € am Tag, zahlbar per Karte oder EasyPark. In den Gassen rund um die Altstadt darfst du fast überall nur als Anwohner parken.

Brauche ich auf Sizilien Bargeld?

Ja. Manche Parkplätze nehmen nur Bargeld, etwa an der Cava Grande del Cassibile, während einige Naturreservate wie Zingaro und Vendicari nur Karte akzeptieren. Nimm Münzen, kleine Scheine und eine Karte mit.

Noch mehr Reisetipps für Sizilien

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