Persönlich besucht Ehrlich beschrieben Mit eigenen Fotos
HHOT – Helga & Heini on Tour
Suche

Catania Sehenswürdigkeiten auf Sizilien: 14 Tipps für die Barockstadt unter dem Ätna

Lohnt sich Catania, oder ist die Stadt nur der Flughafen vor dem Ätna? Catania auf Sizilien ist mit knapp 300.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt der Insel, liegt an der Ostküste direkt unter dem Ätna und ist bekannt für ihren Barock aus dunklem Lavastein, gebaut nach dem Erdbeben von 1693. Kurze Antwort also: Sie lohnt sich, für einen vollen Tag mindestens.

Wuselig, laut, barock, und am Ende der Hauptstraße qualmt der Vulkan. Verglichen mit Palermo ist Catania kleiner und kompakter: Die Catania Sehenswürdigkeiten liegen zu Fuß beieinander, und der Ätna steht direkt vor der Tür.

Judith und ich waren im September 2026 einen Tag lang zu Fuß in der Stadt unterwegs. Hier sind unsere 14 Stationen mit Karte, Fotospots, Rundgang und Parktipps, dazu die erste Granita und ein Fluss, den du nur mit einem Getränk in der Hand zu sehen bekommst. Nicht drin waren wir im Teatro Antico, in den römischen Thermen unter dem Domplatz, im Castello Ursino und im Benediktinerkloster San Nicolò; die Angaben dazu sind recherchiert.

Inhalte - Diese Tipps findest du hier! Anzeigen

1. Catania Sehenswürdigkeiten auf einen Blick

  • Region: Sizilien, Italien. Catania ist Hauptstadt der gleichnamigen Metropolitanstadt.
  • Lage: an der Ostküste, am Fuß des Ätna. Rund 55 km bis Taormina, 67 km bis Syrakus, 208 km bis Palermo.
  • Bekannt für: Spätbarock aus Lavastein (UNESCO-Welterbe seit 2002), den Elefantenbrunnen, die Märkte und den Ätna vor der Tür.
  • Zeit einplanen: ein voller Tag für die Altstadt, zwei Nächte, wenn du auch auf den Ätna willst.
  • Anreise: mit dem Auto über die Autobahn. Die Altstadt selbst ist eine Zone mit beschränkter Zufahrt (ZTL).
  • Parken: öffentliche Parkplätze des Verkehrsbetriebs AMTS an der Piazza Paolo Borsellino (tagsüber 1 € pro Stunde) und am Corso Sicilia 64 (höchstens 6 € am Tag), Stand September 2026. Mehr in Kapitel 14.
  • Wetter: Mitte September hatten wir fast 29 Grad. Mittags ist es zum Laufen zu heiß.

Die zehn wichtigsten unserer 14 Stationen, jeweils in einem Satz:

  • Piazza del Duomo mit dem Elefanten: das Wohnzimmer der Stadt, kurz vor neun fast leer, abends mit Straßenmusik.
  • Dom Sant’Agata: die Kirche der Stadtpatronin, mit der Grabkapelle der aragonesischen Könige.
  • Der Fluss in der Grotte der A Putia dell’Ostello: ein Getränk bestellen, in den Keller steigen, das Wasser rauschen hören. Unser Fund des Tages.
  • Via Etnea: die lange Einkaufsstraße, an deren Ende der Ätna steht.
  • Villa Bellini: der Stadtpark, von dessen oberem Teil du auf den Ätna schaust.
  • Anfiteatro Romano: ein römisches Amphitheater für 15.000 Zuschauer, mitten in der Piazza Stesicoro.
  • A Fera ‚o Luni: der große Markt, ein Einkaufszentrum unter freiem Himmel.
  • San Berillo: Streetart im ehemaligen Rotlichtviertel.
  • Via Crociferi: rund 200 Meter Barock mit vier Kirchen.
  • Granita mit Brioche im Caffè Opera: Frühstück, Snack und Abkühlung in einem.

2. Catania auf der Karte

Alle 14 Stationen haben wir dir auf einer Karte eingezeichnet, dazu die beiden Parkplätze und das Castello Ursino. So siehst du auf einen Blick, wie nah alles beieinanderliegt.

Google Maps

Mit dem Laden der Karte akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Google.
Mehr erfahren

Karte laden

3. Rund um den Domplatz

Am Domplatz läuft in Catania alles zusammen. Von hier geht die Via Etnea nach Norden, die Via Vittorio Emanuele nach Westen, und ein paar Stufen tiefer liegt der Fischmarkt.

A Piscaria: der Fischmarkt unter dem Domplatz

Der Fischmarkt heißt auf Sizilianisch A Piscaria und liegt direkt unterhalb der Piazza del Duomo, rund um die Piazza Alonzo di Benedetto. Es ist ein Vormittagsmarkt: montags bis samstags ungefähr von 7 bis 14 Uhr, sonntags ist er zu. Eine offizielle Öffnungszeit gibt es nicht.

Wir waren kurz nach halb neun dort, als erste Station des Tages. Die Gasse davor hängt voller bunter Schirme, und zwischen den Ständen war schon einiges los. Ich fand den Markt trotzdem wenig beeindruckend. Einplanen würden wir ihn, weil er ohnehin auf dem Weg liegt.

Gut zu wissen: Vom Markt führt eine Treppe hinauf zum Domplatz, direkt an der Fontana dell’Amenano vorbei. In Catania heißt sie „acqua o‘ linzolu“, Wasser wie ein Laken, weil das Wasser als breiter Schleier über den Beckenrand fällt. Es ist derselbe Fluss, den du später in der Grotte rauschen hörst (Kapitel 7).

Piazza del Duomo und der Elefant

In der Mitte der Piazza del Duomo steht das Wahrzeichen der Stadt: ein Elefant aus schwarzem Basalt, der einen Obelisken mit ägyptischen Zeichen auf dem Rücken trägt. Den Brunnen hat Giovanni Battista Vaccarini zwischen 1735 und 1737 gebaut, und in Catania heißt der Elefant nur „u Liotru“. Um den Platz stehen der Dom, das Rathaus und im Süden die Porta Uzeda, ein Stadttor von 1696. Es wurde nach dem großen Erdbeben als Zeichen des Wiederaufbaus in die alte Stadtmauer gesetzt und heißt nach dem spanischen Vizekönig, dem Herzog von Uzeda.

Kurz vor neun war der Platz noch relativ leer. Das ist die Zeit für Fotos ohne Menschen. Vor dem Dom kamen wir mit einem Schmuckverkäufer ins Gespräch. Er kommt aus dem Senegal, lebt seit zehn Jahren in Catania und zeigte uns Fotos seiner zweijährigen Tochter.

Abends sind wir zurückgekommen, mit einem Eis, und haben uns an den Elefanten gesetzt. Irgendwann bauten drei junge Frauen Lautsprecher auf, und eine von ihnen fing an, Geige zu spielen. Ich fand das besser als Fernsehen und Netflix.

Unser Tipp: Komm zweimal. Morgens für die Fotos, abends für die Leute.

Der Dom Sant’Agata von innen

Der Dom an der Piazza del Duomo ist der Stadtpatronin Agatha geweiht. Die Fassade entstand nach dem Erdbeben, ebenfalls nach Plänen von Vaccarini. Drinnen steht an einem der Pfeiler das Grabmal von Vincenzo Bellini, dem berühmtesten Sohn der Stadt; seine Gebeine wurden 1876 aus Paris hierher gebracht. Wir waren drinnen, und das hat sich gelohnt.

In der Cappella della Madonna, auch Kapelle der aragonesischen Könige genannt, stehen laut der Tafel daneben ein großer Altar aus farbigem Marmor, der Sarkophag der Königin Konstanze von Aragon und der Sarkophag weiterer Mitglieder des aragonesischen Königshauses. Wer die Kapelle genauer ansehen will, fragt am Stand mit den Devotionalien am Eingang des Doms.

Praktisch: Der Eintritt in den Dom ist frei. Laut Stadt Catania ist er täglich von 8 bis 12 und von 15 bis 18 Uhr geöffnet (Stand der Seite: 2022). Über das Diözesanmuseum nebenan kommst du auf Aussichtsterrassen und in die Terme Achilliane, römische Thermen unter dem Domplatz, durch die ebenfalls der Amenano fließt. Zeiten und Preise stehen beim Museo Diocesano.

Direkt neben dem Dom, an der Via Vittorio Emanuele 182, steht die Badia di Sant’Agata. Wir haben kurz hineingeschaut: Der Innenraum wurde 2011 und 2012 restauriert, so steht es auf einer großen Tafel in der Kirche. Über die Kuppel kommst du auf eine Aussichtsterrasse, die aktuellen Zeiten verlinkt die Kirche auf ihrer Website. Abends finden dort Opernkonzerte statt, dazu mehr in Kapitel 18.

4. Die Via Etnea hinauf: Ätna, Amphitheater und Stadtpark

Via Etnea mit Blick auf den Ätna

Barockfassade der Basilica Collegiata an der Via Etnea in Catania
Die Basilica Collegiata an der Via Etnea.

Die Via Etnea ist Catanias Hauptstraße. Sie läuft vom Domplatz schnurgerade nach Norden, genau auf den Vulkan zu, und heißt deshalb so. Unten Geschäfte, Cafés und Barockkirchen wie San Michele Arcangelo ai Minoriti aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, oben am Ende der Straße der Ätna.

An unserem Morgen war der Himmel blau, und der Ätna qualmte ordentlich. Du läufst also eine Einkaufsstraße entlang, schaust hoch und siehst einen rauchenden Vulkan.

Gut zu wissen: Die Via Etnea ist lang. Für die Altstadt reicht das Stück vom Domplatz bis zur Villa Bellini, knapp ein Kilometer.

Anfiteatro Romano an der Piazza Stesicoro

Sitzstufen und Arkaden des römischen Amphitheaters an der Piazza Stesicoro in Catania
Sitzreihen aus Lavastein: das Anfiteatro Romano von oben.

Mitten auf der Piazza Stesicoro, an der Via Etnea, liegt eine abgesenkte Grube mit schwarzen Mauern. Das ist ein Teil des Anfiteatro Romano aus dem 2. Jahrhundert. Laut den Tafeln am Geländer war es mit 125 mal 105 Metern und Platz für 15.000 Zuschauer auf 32 Rängen das größte Amphitheater Siziliens. Weil es aus Lavastein vom Ätna gebaut ist, nennen es die Leute auch das „schwarze Kolosseum“.

Der größte Teil liegt bis heute unter den Häusern der Altstadt. Nach dem Erdbeben von 1693 wurde darüber neu gebaut. Den sichtbaren Ausschnitt hat man ausgegraben und 1907 im Beisein von König Viktor Emanuel III. eingeweiht.

Wir sind nur kurz stehen geblieben und haben von oben hineingeschaut. Für einen ersten Eindruck reicht das völlig. Du kannst aber auch hinuntergehen: Der Eintritt kostet 4 € (Stand September 2026), die Öffnungszeiten stehen beim Archäologischen Park Catania.

Villa Bellini: Pause mit Ätna-Blick

Die Villa Bellini, offiziell Giardino Bellini, ist Catanias Stadtpark. Der Haupteingang liegt an der Via Etnea, dahinter geht eine breite Treppe den Hang hinauf. Benannt ist der Park nach Vincenzo Bellini, dem Opernkomponisten, der 1801 in Catania geboren wurde.

Von oben hast du einen richtig guten Blick auf den Ätna. Wir haben dort eine Weile gesessen und rübergeschaut. Laut dem Übersichtsplan am Eingang gibt es außerdem einen Musikpavillon, einen Schwanenbrunnen, eine Allee der berühmten Männer und einen riesigen Ficus.

Praktisch: Der Park ist öffentlich und kostet keinen Eintritt.

5. Märkte, Streetart und Oper

A Fera ‚o Luni: der große Markt von Catania

Der große Markt auf der Piazza Carlo Alberto heißt A Fera ‚o Luni, übersetzt die Montagsmesse. Geöffnet ist er trotzdem an sechs Tagen die Woche, montags bis samstags, und wie der Fischmarkt vor allem vormittags.

Er ist wuselig und ziemlich groß. Es gibt Obst zu guten Preisen, Kleidung, Souvenirs und sonst so ziemlich alles. Uns kam er vor wie ein Einkaufszentrum unter freiem Himmel. Wenn wir in Catania wohnen würden, würden wir wahrscheinlich jeden Tag hier einkaufen.

Unser Tipp: Geh vormittags. Als wir mittags am Ende des Marktes saßen, wurde schon zusammengeräumt.

San Berillo: Streetart im ehemaligen Rotlichtviertel

San Berillo war lange das Rotlichtviertel von Catania. Ab 1957 wurde ein großer Teil abgerissen, die Bewohner zogen in neue Viertel am Stadtrand, fertig wurde der Umbau nie. Heute sind die Wände des übrig gebliebenen Viertels voller Streetart.

Das Viertel ist von der Straße aus ausgeschildert, und am Anfang steht ein Torbogen. Dahinter liegen nur ein paar Straßen, aber mit wirklich viel Streetart. Uns hat es gefallen.

In einigen Hauseingängen standen Frauen, die dort, so unser Eindruck, nach wie vor auf Kundschaft warten. Das gehört zum Viertel dazu. Fotografier die Wände, nicht die Leute.

Teatro Massimo Bellini

Fassade des Opernhauses Teatro Massimo Bellini in Catania
Das Teatro Massimo Bellini am Vormittag.

Das Opernhaus der Stadt steht an der Piazza Vincenzo Bellini. Laut der Tafel davor wurde es am 31. Mai 1890 eröffnet, mit Bellinis Oper „Norma“, der Architekt war Carlo Sada. Drinnen gibt es einen großen Saal mit vier Logenrängen und einer Galerie, die Akustik gilt als hervorragend.

Von innen sehen konnten wir den Saal nicht: Laut Aushang im Foyer sind die Führungen wegen Renovierung bis Dezember 2026 ausgesetzt (Stand September 2026). Das Theater bestätigt die Pause auf seiner Website. Wenn du trotzdem Bellini hören willst, gibt es in der Badia di Sant’Agata Opernkonzerte, siehe Kapitel 18.

Am selben Platz liegt das Caffè Opera, in dem wir unsere erste Granita gegessen haben (Kapitel 15).

6. Barock in Reinform: Via Crociferi und Teatro Antico

Am 11. Januar 1693 zerstörte ein Erdbeben große Teile des Südostens von Sizilien. Die Städte wurden danach im Stil des Spätbarock wieder aufgebaut, und acht von ihnen sind seit 2002 gemeinsam UNESCO-Welterbe: Caltagirone, Catania, Militello in Val di Catania, Modica, Noto, Palazzolo Acreide, Ragusa und Scicli. Eine der braunen Tafeln mit dem Logo „Città Tardo Barocche del Val di Noto“ hängt zum Beispiel am Teatro Antico. Von den acht Städten haben wir auf dieser Reise vier gesehen: Catania, Noto, Ragusa und Modica. Weitere Orte der Insel findest du in unserer Übersicht über die schönsten Städte auf Sizilien.

In Catania siehst du diesen Barock nirgends so dicht wie in der Via Crociferi.

Via Crociferi: 200 Meter, vier Kirchen

Die Via Crociferi ist nur rund 200 Meter lang und entstand im 18. Jahrhundert. Auf dieser kurzen Strecke stehen vier Kirchen (San Benedetto, San Francesco Borgia, San Giuliano und San Camillo), dazu das ehemalige Jesuitenkolleg und das Kloster der Crociferi. Die Straße ist Fußgängerzone.

Am Südende geht es unter dem Arco di San Benedetto hindurch, einem Bogen, der nach 1693 die beiden Teile des Benediktinerinnenklosters verbindet. Der Legende nach wurde er in einer einzigen Nacht gebaut. Am Bogen sollen Rosetten aus Lavastein zu sehen sein. Wir haben keine entdeckt.

Die Kirche San Benedetto gleich dahinter hat Giovanni Tuccari aus Messina ausgemalt, in nur drei Jahren zwischen 1726 und 1729. Bekannt ist sie für ihre Engelstreppe am Eingang. Im Kloster daneben leben bis heute Nonnen in Klausur.

Wichtig: Kloster und Kirche San Benedetto kannst du nur dienstags, freitags und samstags besichtigen, mit Audioguide durch die Reste eines römischen Hauses unter dem Kloster, das Sprechzimmer der Nonnen, die Engelstreppe und die Kirche. Der Eintritt kostet 6 € (Stand September 2026), Tickets gibt es nur an der Kasse in der Via Teatro Greco 2. Wer zu luftig angezogen ist, bekommt dort einen Einweg-Schulterumhang. Alle Zeiten findest du beim Monastero di San Benedetto.

Ein schönes Detail steht auf der Tafel vor der ehemaligen Badia di San Giuliano: Die Nonnen dort stammten meist aus Catanias Adelsfamilien. Nach dem Erdbeben zogen sie an die repräsentativere Via Crociferi, von wo aus sie, hinter Gittern verborgen, die Prozession für die heilige Agatha vorbeiziehen sehen konnten.

Als wir die Straße hinaufliefen, hatte es fast 29 Grad. Nimm Wasser mit.

Villa Cerami: der Uni-Garten am Ende der Straße

Am Nordende der Via Crociferi steht die Villa Cerami, ein Palast aus dem 18. Jahrhundert. Heute sitzt hier die Juristische Fakultät der Universität Catania. Von der Straße aus sah der Eingang aus wie ein Garten, also sind wir einfach hinein. Dahinter liegt ein weiter Innenhof mit einer großen Treppe und einem Brunnen. Oben angekommen, schaust du über die Dächer der Altstadt bis zum Meer.

Laut der Tafel am Tor waren hier 1881 König Umberto I. und Königin Margherita zu Gast, zu ihren Ehren gab es einen Ball. Nach Jahren des Verfalls kaufte die Universität den Palast 1957.

Teatro Antico: das Theater zwischen den Häusern

An der Via Vittorio Emanuele 266 steckt zwischen ganz normalen Wohnhäusern ein antikes Theater. Laut der Tafel am Eingang liegt es am Südhang des Hügels, auf dem die griechische Kolonie Katane 729/728 vor Christus gegründet wurde. Sein heutiges Aussehen stammt aus römischer Zeit, dem 2. Jahrhundert, und zur Anlage gehört auch ein kleineres Odeon. Im 11. Jahrhundert wurde es ausgeschlachtet und danach mit Häusern überbaut.

Praktisch: Das Teatro Antico ist täglich von 9 bis 19 Uhr geöffnet, letzter Einlass 18:30 Uhr. Der Eintritt kostet 8 €, ermäßigt 4 € (Stand September 2026).

7. Der Fluss unter Catania: die Grotte der A Putia dell’Ostello

Unter Catania fließt ein Fluss, den man in der Stadt fast nirgends sieht: der Amenano. Bis ins 19. Jahrhundert lief er teils noch oberirdisch. Heute fließt er unter der Stadt, kommt am Domplatz an der Fontana dell’Amenano ans Licht und mündet am Hafen ins Meer. Eine der wenigen Stellen, an denen du ihn sehen kannst, ist der Keller der A Putia dell’Ostello an der Piazza Currò 3, ein paar Schritte vom Fischmarkt.

Judith hatte diesen Ort gefunden. Das Haus war früher eine Jugendherberge, erzählte uns die Kellnerin, heute sind darin ein Restaurant und eine Bar. So lief es bei uns: Wir haben oben ein Getränk bestellt und durften damit nach unten. Wir hatten zwei alkoholfreie Cocktails, ich einen Raspberry Smash, Judith einen Mango Mule.

Unten sitzt du in einer Höhle aus Lavagestein, und neben dir rauscht das Wasser vorbei. Wir waren die Einzigen dort. An der Wand hängt eine beleuchtete Tafel. Sie sagt sinngemäß: Das Wasser fließt seit Jahrhunderten durch diese Grotte, vom Meer weg in Richtung Castello Ursino, und welchen Weg es danach bis zum Meer nimmt, weiß niemand.

Wer davon nicht weiß, geht hier nie hin. Genau deshalb bekommt die Grotte bei uns ein eigenes Kapitel.

Praktisch: Laut Betreiber hat die A Putia dell’Ostello täglich geöffnet. Ob der Zugang zur Grotte immer an ein Getränk gebunden ist, konnten wir nirgends nachlesen, frag am besten an der Bar. Wir waren gegen halb fünf am Nachmittag dort und hatten die Grotte für uns.

8. Was du dir sparen kannst: den Hafen

Der Hafen liegt gleich unterhalb der Altstadt, ist zu Fuß aber schwer zu erreichen. Wenn du ankommst, stehst du im Industrie- und Fährhafen. Zu sehen gibt es dort nichts, schön ist es auch nicht.

Wir sind trotzdem hingelaufen, weil wir noch Zeit hatten. Jetzt musst du es nicht mehr. Die Zeit ist in der Villa Bellini oder in der Grotte besser angelegt.

9. Weitere Sehenswürdigkeiten in Catania

Ein Tag reicht für die Altstadt, aber nicht für alles. Diese Orte gehören ebenfalls zu Catania:

  • Castello Ursino: die Burg, die Kaiser Friedrich II. im 13. Jahrhundert bauen ließ. Sie lag einmal direkt am Meer, bis die Lava des Ätna-Ausbruchs von 1669 die Küste nach vorn schob. Heute ist darin das Stadtmuseum.
  • Monastero dei Benedettini (San Nicolò l’Arena): gilt als zweitgrößtes Benediktinerkloster Europas und gehört heute zur Universität.
  • Terme Achilliane: die römischen Thermen unter dem Domplatz, Zugang über das Diözesanmuseum.
  • Palazzo Biscari: der wichtigste Adelspalast der Stadt, in Privatbesitz.
  • Aci Castello und Aci Trezza: die Lavaküste nördlich der Stadt, mit den Felsen im Meer, die der Sage nach der Zyklop Polyphem nach Odysseus geworfen hat.
  • Die Festa di Sant’Agata: Vom 3. bis 6. Februar feiert Catania seine Stadtpatronin, das größte Fest der Stadt.

10. Unser Rundgang: Catania an einem Tag

So haben wir es gemacht, alles zu Fuß, von kurz nach acht bis zum Abend. Die Reihenfolge ist leicht geglättet, damit du keine Wege doppelt läufst.

  1. Morgens: Fischmarkt A Piscaria, dann die Treppe hoch an der Fontana dell’Amenano vorbei.
  2. Domplatz und Dom, solange es noch leer ist.
  3. Die Via Etnea nach Norden, mit dem Ätna vor Augen.
  4. Kurzer Stopp am Anfiteatro Romano an der Piazza Stesicoro.
  5. Pause in der Villa Bellini.
  6. Über die Via Etnea zurück und rechts ab zum Markt A Fera ‚o Luni.
  7. Durch San Berillo.
  8. Später Vormittag: Teatro Massimo, dann Kaffee und Granita im Caffè Opera.
  9. Zurück Richtung Domplatz, vorbei an der Badia und am Teatro Antico.
  10. Mittags: die Via Crociferi hinauf bis zur Villa Cerami, danach Mittagessen am Ende der A Fera ‚o Luni.
  11. Nachmittags: Getränk und Grotte in der A Putia dell’Ostello.
  12. Abends: zurück zum Domplatz, Eis in der Hand, Straßenmusik am Elefanten.

Zwischendurch haben wir uns auf einem Platz ausgeruht. Wer es entspannter mag, verteilt das auf zwei Tage.

11. Fotospots in Catania

Fünf Fotospots aus unserem Tag (Brennweiten als Kleinbild-Äquivalent, fotografiert mit dem Smartphone)

  1. Via Giuseppe Garibaldi Richtung Dom, früh und spät: Die lange Straße läuft genau auf den Domplatz zu. Um halb neun ist sie fast leer, abends leuchtet der Dom am Ende. Mit Tele (117 mm) rückt er nah heran.
  2. Fontana dell’Amenano, von der Treppe am Fischmarkt: Das Wasser fällt als breiter Schleier über den Beckenrand. Weitwinkel (24 mm), gegen Viertel vor neun, bevor die Leute kommen.
  3. Anfiteatro Romano, vom Geländer an der Piazza Stesicoro: Blick von oben in die Grube mit den schwarzen Mauern, Weitwinkel (24 mm), gegen neun Uhr.
  4. Villa Bellini, oberer Teil des Parks: Der Ätna steht über den Baumkronen. Mit 117 mm holst du die Rauchfahne nah heran. Wir waren gegen halb zehn dort, bei klarem Himmel.
  5. Domplatz am Abend: Kurz vor sieben leuchtet die Kuppel der Badia di Sant’Agata im letzten Licht (117 mm). Gegen halb acht steht der Dom vor dem tiefblauen Himmel der blauen Stunde (24 mm).

12. Wie viel Zeit solltest du für Catania einplanen?

Ein voller Tag reicht für die Altstadt. Wir waren von kurz nach acht bis gegen acht Uhr abends unterwegs und haben alle 14 Stationen aus diesem Artikel zu Fuß geschafft, mit Pausen.

Zwei Nächte sind gut, wenn du Catania als Ausgangspunkt für den Ätna nutzen willst. Wir sind am zweiten Morgen um sieben losgefahren und standen gut eine Stunde später auf dem Parkplatz für unsere Wanderung.

13. Beste Tageszeit für Catania

Früh am Morgen und am Abend. Kurz vor neun hatten wir den Domplatz fast für uns, und die Märkte sind ohnehin nur vormittags richtig in Betrieb.

Mittags wird es heiß, Mitte September hatten wir fast 29 Grad, und an den Märkten wird zusammengeräumt. Das ist die Zeit für eine lange Mittagspause im Schatten. Abends lohnt sich der Domplatz noch einmal: Bei uns spielte dort eine junge Frau Geige.

14. Mit dem Auto nach Catania: Wie schlimm ist der Verkehr?

Chaotisch, aber machbar, wenn du einmal parkst und danach zu Fuß gehst.

Wir kamen mit dem Mietwagen aus Syrakus, gegen 18 Uhr, mitten im Feierabendverkehr. Das erste Mal Großstadt mit dem Auto auf Sizilien: chaotisch, wie man es sich vorstellt, aber es ging. Am nächsten Morgen sind wir um sieben Richtung Ätna los. Raus aus der Stadt war der Verkehr schon heftig, in die Stadt hinein sah es noch schlimmer aus. Wir haben eine Ausfahrt an einem Kreisel verpasst und mussten danach eine andere Strecke fahren.

Parken in Catania

Die Altstadt ist eine ZTL, eine Zone mit beschränkter Zufahrt. Hinein darf nur, wer eine Genehmigung hat. Der städtische Verkehrsbetrieb AMTS betreibt zwei öffentliche Parkplätze nah an der Altstadt (Stand September 2026):

  • Piazza Paolo Borsellino, gut 200 Meter vom Domplatz: täglich, von 8 bis 21 Uhr 1 € pro Stunde, nachts 0,50 €. Bezahlt wird am Automaten oder per App.
  • Corso Sicilia 64, am Rand von San Berillo: rund um die Uhr, 0,50 € für die erste halbe Stunde, höchstens 6 € bis Mitternacht.

Die Regeln und Tarife stehen beim Verkehrsbetrieb AMTS. Wir selbst haben keinen der beiden genutzt, weil unser Vermieter uns einen Platz vor der Tür freigehalten hatte.

Wichtig: Lass nichts im Auto liegen. Das hat uns unser Vermieter ausdrücklich gesagt, noch bevor er uns die Wohnung gezeigt hat.

Unsere Unterkunft: Parkplatz inklusive

Wir haben im Chrilu house gewohnt, einer kleinen Ferienwohnung mit Balkon und Miniküche an der Via Giuseppe Garibaldi 364. Die Straße führt schnurgerade zum Domplatz, zu Fuß gut ein Kilometer.

In Erinnerung geblieben ist uns vor allem der Vermieter. Er hatte vor der Tür mit seinem eigenen Auto einen Parkplatz für uns freigehalten, wartete schon, als wir ankamen, und fuhr dann weg, damit wir einparken konnten. Danach hat er unseren 20-Kilo-Koffer die Treppen hochgetragen (und es, glauben wir, hinterher bereut).

Uns hat es dort gefallen. Wenn du auch dort wohnen willst, findest du das Chrilu house bei Booking.*

15. Essen und Trinken in Catania

Granita mit Brioche im Caffè Opera

Das Caffè Opera liegt an der Piazza Vincenzo Bellini 15, am Platz des Teatro Massimo. Hier haben wir unsere erste Granita mit Brioche gegessen, Pistazie. Dazu zwei Americano für je 2,50 € (Stand September 2026). Der Kaffee war richtig gut, die Granita schmeckte, und die Brioche war sehr lecker.

Wie immer hatten wir es auf Englisch versucht, dazu mit ein paar Brocken Italienisch. Der Kellner antwortete auf Deutsch.

Von unserem Tisch aus sahen wir auf der anderen Straßenseite die Cesteria Impellizzeri, einen alten Korbflechter-Laden. An der Kasse hing ein altes Schwarz-Weiß-Foto genau dieses Ladens. Die Kassiererin erzählte uns, der Besitzer sei 92 Jahre alt und habe das alteingesessene Geschäft inzwischen weitergegeben. Pietro Impellizzeri saß schon 2017, als die Zeitung Sicilian Post ihn porträtierte, seit 75 Jahren an seinem Werktisch.

Gut zu wissen: Granita mit Brioche ist in Catania kein Dessert, sondern ganz normales Frühstück.

Kleine Sachen für zwischendurch

Unterwegs haben wir uns ein Vollkorn-Baguette geholt und abends Baguettes und einen Arancino für die Unterkunft. Mittags waren wir zur Abwechslung beim Inder am Ende der A Fera ‚o Luni. Mal was anderes als Pizza und Pasta, aber auch nicht mehr: drei von fünf Sternen.

Die Getränke in der Grotte der A Putia dell’Ostello (Kapitel 7) zählen natürlich auch.

16. Kurz und knapp

Fun Fact: Der Elefant auf dem Domplatz ist älter als sein Brunnen. Vaccarini hat die Basaltfigur nach dem Erdbeben restauriert und ihr dabei weiße Augen und Stoßzähne aus Kalkstein eingesetzt. Schau beim nächsten Foto mal genau hin.

Was ich beim nächsten Mal anders machen würde: Den Hafen würde ich auf jeden Fall auslassen. Ich würde die Stadt früh am Morgen besuchen, weil die Fotos dann besser werden. Und ich würde mir die Stadt auf jeden Fall von oben ansehen, zum Beispiel von der Kuppel der Badia di Sant’Agata (Kapitel 3).

17. Lohnt sich Catania?

Ja, für alle, die Städte mögen, in denen etwas los ist: Märkte, Barock, Straßenleben und ein Vulkan als Kulisse. Wenn du Ruhe suchst oder eine stille Altstadt ohne Verkehr, eher nicht. Dann nimm dir aber wenigstens den Domplatz am Morgen und die Grotte vor, beides passt in einen halben Tag. Für die ganze Altstadt planst du einen vollen Tag ein, mit Ätna zwei Nächte.

18. Führungen und Touren in Catania

Unterirdisches Catania. Wenn dich die Grotte neugierig gemacht hat: Diese Führung startet am Amphitheater, folgt dem Amenano in eine Höhle und führt in eine prähistorische Lavahöhle, 2,5 bis 3 Stunden, auf Italienisch, Englisch und Französisch. Angebote ansehen.

Streetfood-Spaziergang. Drei Stunden durch die Altstadt mit frittiertem Fisch, Arancino, Cannolo und Granita, geführt auf Englisch und Italienisch. Gut für alle, die die Märkte nicht allein erkunden wollen. Angebote ansehen.

Bellini-Konzert in der Badia di Sant’Agata. Solange das Teatro Massimo keine Führungen anbietet, ist das der einfachste Weg, Bellini in seiner Heimatstadt zu hören: ein Opernkonzert mit Kammerorchester, 1,5 Stunden, in der Kirche direkt neben dem Dom. Angebote ansehen.

Viele Ätna-Touren starten mit Abholung in Catania. Wir sind am Ätna ohne Führung gewandert, dazu gibt es bald einen eigenen Artikel.

19. Fazit

Catania ist lauter und wuseliger als die kleinen Barockstädte im Südosten Siziliens, und gerade das macht die Stadt sehenswert. Unsere Empfehlung: Fang früh am Domplatz an, lass das Auto stehen und heb dir die Grotte für den Nachmittag auf. Beim Fahren gilt hier nämlich die sizilianische Grundregel: Es gibt keine Regel, man muss nur aufpassen, dass man mit keinem zusammenstößt.

Wir wünschen dir eine gute Zeit in Catania. Warst du schon dort, und hast du einen Ort gefunden, den man nur kennt, wenn man davon weiß? Schreib es uns in die Kommentare. Mehr Bilder von unserer Sizilien-Reise zeigen wir auf Instagram.

Häufige Fragen zu Catania

Lohnt sich Catania?

Ja, für einen vollen Tag. Catania hat mit Domplatz, Via Etnea, Via Crociferi und den Märkten genug für einen Tag zu Fuß, und der Ätna steht direkt vor der Stadt. Wer eine ruhige Kleinstadt sucht, ist in den Barockstädten im Südosten besser aufgehoben.

Wo liegt Catania auf Sizilien?

Catania auf Sizilien liegt an der Ostküste der Insel, direkt am Fuß des Ätna. Nach Taormina sind es rund 55 Kilometer, nach Syrakus rund 67 und nach Palermo gut 200 Kilometer.

Palermo oder Catania: Welche Stadt lohnt sich mehr?

Beide lohnen sich, für einen kurzen Stopp mit Ätna-Blick eher Catania. Palermo ist größer und hat mehr bekannte Monumente, dort hat uns der Mercato del Capo am besten gefallen. Catania ist kompakter und in einem Tag gut machbar.

Wo parkt man in Catania am besten?

Am einfachsten auf einem der öffentlichen Parkplätze des Verkehrsbetriebs AMTS am Rand der Altstadt, etwa an der Piazza Paolo Borsellino oder am Corso Sicilia 64. In die Altstadt selbst darfst du wegen der ZTL ohne Genehmigung nicht hineinfahren.

Kann man den unterirdischen Fluss in Catania sehen?

Ja. In der Grotte unter der A Putia dell’Ostello an der Piazza Currò 3 fließt der Amenano durch das Lavagestein. Bei uns lief es so: oben ein Getränk bestellen, dann durften wir hinunter. Oberirdisch siehst du ihn an der Fontana dell’Amenano am Domplatz.

Wann hat der Fischmarkt in Catania geöffnet?

Vormittags, montags bis samstags, grob von 7 bis 14 Uhr. Sonntags ist er geschlossen. Eine offizielle Öffnungszeit gibt es nicht. Als wir kurz nach halb neun dort waren, war schon einiges los.

Noch mehr Reisetipps für Sizilien

  • Die schönsten Städte auf Sizilien: unsere Übersicht über die Städte der Insel, wenn du eine Rundreise planst.
  • Syrakus und Ortigia: zu Fuß durch die Altstadt auf der Insel, eine knappe Autostunde südlich von Catania.
  • Noto: Barock aus einem Guss, mit Fotospots und Karte.
  • Palermo: zwei Tage zu Fuß durch Siziliens Hauptstadt, mit den Märkten, die dort mehr Atmosphäre haben.
  • Cava Grande del Cassibile: Baden in den Laghetti und Wandern im Canyon zwischen Avola und Noto.

Folge uns gerne auch auf unseren sozialen Kanälen, wie Facebook, Instagram und Pinterest. Auf diesen Plattformen nehmen wir dich mit auf unsere aktuellen Reisen und zeigen dir magische Bilder & Videos und verraten unsere besten Reisetipps.

Das könnte dich auch interessieren

* In diesem Beitrag verwenden wir sogenannte „Affiliate-Links“ (Werbelinks). Diese leiten dich zu Produkten bzw. Dienstleistungen, welche wir dir zu 100% empfehlen können. Solltest du über diese Links etwas buchen oder kaufen, erhalten wir als Dankeschön eine kleine Provision. Dir entstehen dadurch aber keine weiteren Kosten. Diese Werbeeinnahmen helfen uns all unsere Inhalte, Bilder und Videos auch weiterhin völlig kostenfrei für dich anzubieten.