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Palermo Sehenswürdigkeiten: zwei Tage zu Fuß durch Siziliens Hauptstadt

Palermo auf Sizilien ist die Hauptstadt der Insel, liegt an der Nordküste und ist bekannt für ihre Märkte, ihr Streetfood und die arabisch-normannischen Bauten, seit 2015 UNESCO-Welterbe. Für die wichtigsten Palermo Sehenswürdigkeiten reichen zwei Tage und bequeme Schuhe, ein Auto brauchst du nicht.

Judith und ich waren im September zwei Tage hier, zu Fuß und mit einem Apartment in der Kalsa als Standort. Die Altstadt ist eng und laut, in den Märkten schiebt sich gern noch ein Mofa an dir vorbei. Im Vergleich zu Catania ist Palermo größer und lauter, hat aber die Märkte mit mehr Atmosphäre.

Fünf bekannte Ziele haben wir nicht mehr geschafft, darunter die Cappella Palatina von innen und Monreale; die stehen recherchiert in Kapitel 7. Außerdem hier: Rundgang mit Karte, zwei Märkte im Vergleich, Fotospots, aktuelle Preise, Essensadressen und warum du in Palermo nicht parken willst.

Inhalte - Diese Tipps findest du hier! Anzeigen

1. Palermo Sehenswürdigkeiten auf einen Blick

WasWarum hinEintritt (Stand 09/2026)
Quattro Cantibarocke Kreuzung im Zentrum der Altstadt, morgens um acht fast leerfrei
Fontana PretoriaMarmorbrunnen mit 37 Figuren, genannt „Brunnen der Schande“frei
La Martorana und San Cataldozwei Kirchen aus dem 12. Jahrhundert, UNESCO-Welterbe4 € und 2,50 €
Klosterbäckerei I Segreti del ChiostroGebäck nach Klosterrezepten, grüner Innenhoffrei
Kathedrale1185 geweiht, bis ins 18. Jahrhundert umgebaut, Grab Friedrichs II.Kirchenschiff frei, Dächer 7 €
No Mafia MemorialFotoausstellung zur Geschichte der Mafiafrei, Spende
Palazzo dei NormanniNormannenpalast mit der Cappella Palatinaab 15,50 €
Villa Bonanno und Porta NuovaSchattenpark, Stadttor, frischer Orangensaftfrei
Teatro Massimogrößtes Opernhaus ItaliensFührung 14 €
Mercato del Caposchmale Marktstraße mit Streetfood, unser Favoritfrei
BallaròPalermos bekanntester Markt, voll und lautfrei
Hafenmauer am Foro ItalicoSonnenuntergang am Wasser vor der Kalsafrei
KapuzinergruftKatakomben mit mumifizierten Toten5 €
MonrealeDom mit Goldmosaiken über der StadtKreuzgang 8 €
MondelloPalermos Stadtstrandfrei
Monte PellegrinoHausberg mit der Wallfahrtskirche Santa Rosaliafrei

Wissenswertes für Eilige:

  • Region: Sizilien, Italien. Palermo ist die Hauptstadt der Region
  • Lage: Nordküste, in einer Bucht unter dem 606 Meter hohen Monte Pellegrino
  • Bekannt für: Märkte, Streetfood und arabisch-normannische Bauten (UNESCO-Welterbe seit 2015)
  • Altstadt: vier historische Viertel (Kalsa, Albergheria, Seralcadio, La Loggia), die an den Quattro Canti aneinanderstoßen
  • Zeit einplanen: zwei Tage für Altstadt und Märkte, ein dritter für Monreale, Mondello oder die Cappella Palatina
  • Unterwegs: zu Fuß. Von der Porta Nuova bis ans Meer läufst du auf dem Corso Vittorio Emanuele rund 25 Minuten
  • Anreise: vom Flughafen mit dem Bus bis zum Hauptbahnhof, 6,50 € beim Fahrer
  • Parken: am besten gar nicht. Die Altstadt ist eine Zone mit beschränkter Zufahrt (ZTL), wir waren in Palermo ohne Auto unterwegs

2. Palermo Sehenswürdigkeiten Karte

Auf der Karte findest du alle Orte aus diesem Artikel: die Stationen unseres Rundgangs, die beiden Märkte, unsere Essensadressen und die Ziele für einen dritten Tag.

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3. Unser Rundgang durch die Altstadt von Palermo

Die Altstadt von Palermo wird von zwei langen Straßen geviertelt, der Via Maqueda und dem Corso Vittorio Emanuele. Wo sie sich kreuzen, stoßen die vier historischen Viertel aneinander. Fast alles, was du sehen willst, liegt höchstens eine Viertelstunde zu Fuß von dieser Kreuzung entfernt.

Wir sind morgens um acht aus der Kalsa losgelaufen, haben die Quattro Canti grob angepeilt und uns unterwegs durch die Seitengassen treiben lassen. Das ist in Palermo die richtige Methode: In den Gassen rechts und links passiert mehr als auf den Hauptstraßen. Die Reihenfolge unten ist so sortiert, dass du sie als Rundgang nachlaufen kannst.

Quattro Canti: die Kreuzung in der Mitte

Quattro Canti in Palermo am Morgen mit zwei der vier Barockfassaden und Radfahrern
Kurz nach acht an den Quattro Canti, bevor der Betrieb losgeht.

Die Quattro Canti, offiziell Piazza Vigliena, sind die Kreuzung von Via Maqueda und Corso Vittorio Emanuele. Zwischen 1608 und 1621 entstanden an allen vier Ecken gewölbte Barockfassaden mit drei Etagen voller Figuren: unten die vier Jahreszeiten, in der Mitte vier spanische Könige, oben die vier Schutzheiligen der Stadt.

Um acht Uhr morgens hatten wir die Kreuzung fast für uns. Nur die Carabinieri standen schon da und passten auf. Einer von ihnen hatte zwei Radfahrer beobachtet, die sich immer nur gegenseitig fotografierten, und bot an, die beiden zusammen aufs Bild zu nehmen. Fotoservice gehört hier offenbar zum Streifendienst.

Unser Tipp: Komm vor neun. Dann hast du die vier Fassaden ohne fremde Leute im Bild.

Fontana Pretoria: der „Brunnen der Schande“

Fontana Pretoria in Palermo mit Marmorfiguren und Brunnenschalen vor blauem Himmel
Die Fontana Pretoria: 37 Figuren, viele davon ohne Kleidung.

Ein paar Schritte weiter füllt die Fontana Pretoria fast die ganze Piazza Pretoria aus. Gebaut wurde der Brunnen 1554 in Florenz für einen privaten Garten, dann in 644 Teile zerlegt und 1574 nach Palermo verschifft. Auf ihm stehen 37 Marmorfiguren, viele davon nackt.

Daher kommt auch der Spitzname „Brunnen der Schande“: wegen der nackten Figuren und wegen der Summen, die die Stadt für den Kauf bezahlt hat. Beide Erklärungen sind bis heute im Umlauf.

Wir haben kurz fotografiert und sind weitergezogen. Für den Brunnen selbst reichen ein paar Minuten.

Gut zu wissen: Direkt hinter dem Brunnen, an der Piazza Bellini, liegen zwei Kirchen und ein Kloster mit Bäckerei. Plan deine Zeit lieber dort ein.

La Martorana und San Cataldo: zwei Kirchen und viele Hochzeiten

Piazza Bellini in Palermo mit der Kirche La Martorana und den roten Kuppeln von San Cataldo
La Martorana mit ihrem Glockenturm, rechts daneben San Cataldo mit den drei roten Kuppeln.

An der Piazza Bellini stehen zwei Kirchen aus dem 12. Jahrhundert direkt nebeneinander: Santa Maria dell’Ammiraglio, genannt La Martorana, innen mit byzantinischen Mosaiken ausgekleidet, und San Cataldo mit seinen drei roten Kuppeln. Beide gehören zum UNESCO-Welterbe „Arabisch-normannisches Palermo“.

Als wir nachmittags vorbeikamen, fuhr eine Hochzeit nach der anderen vor (wir hatten ein Datum mit Schnapszahl erwischt, das erklärt einiges). Schicke Autos, Fotografen auf der Treppe, und vor jedem Paar wurde gewartet, bis die Stufen frei waren, damit es ordentlich hinaufgehen konnte. Wir haben uns das eine Weile vom Rand aus angesehen und konnten kurz in die Kirche schauen, in der gerade getraut wurde.

Praktisch: La Martorana (Piazza Bellini 3) kostet 4 € Eintritt, mit den Nebenräumen 6 €. San Cataldo kostet 2,50 €, mit einem Martorana-Ticket nur 1,50 € (Stand September 2026, laut Stadtportal Palermo).

Klosterbäckerei I Segreti del Chiostro im Monastero di Santa Caterina

Cannolo mit Pistazie im Innenhof des Klosters Santa Caterina in Palermo, dahinter Brunnen und Kuppel
Cannolo im Klosterhof von Santa Caterina. Für mich eher nichts, der Hof dafür umso mehr.

Gegenüber, zwischen Piazza Bellini und Brunnen, liegt das Monastero di Santa Caterina. Von außen siehst du Mauern und eine Kirchenfassade, sonst nichts. Drinnen öffnet sich ein Innenhof mit viel Grün, und auf einmal ist es ruhig. Von der Straße aus ahnst du das nicht.

Im Kloster backt die Dolceria I Segreti del Chiostro nach den alten Rezepten der Klosterbäckereien von Palermo. Ein Geheimtipp ist sie nicht mehr, das merkst du an der Zahl der Leute im Hof.

Ich habe einen Cannolo mit Pistazie gekauft und ihn nicht aufgegessen. Er ist hier eine Spezialität, für mich war er nichts. Das darfst du gern anders sehen, und der Innenhof lohnt sich auch ohne Gebäck.

Praktisch: Eingang über die Piazza Bellini, Adresse Via Discesa dei Giudici 33. Die Dolceria ist täglich geöffnet, im Sommer von 10 bis 18 Uhr, im Winter von 9 bis 17 Uhr, der Zugang ist frei. Kirche, Kloster und Dachterrassen kosten je nach Ticket 3 bis 10 € (Stand September 2026).

Kathedrale von Palermo

Die Kathedrale am Corso Vittorio Emanuele wurde 1185 geweiht und danach so oft umgebaut, dass sie heute wie ein Querschnitt durch die Stilgeschichte aussieht: normannische Mauern, eine gotische Vorhalle und obendrauf eine klassizistische Kuppel aus dem späten 18. Jahrhundert. In der Kathedrale ist unter anderem Kaiser Friedrich II. bestattet.

Wir haben uns auf den frei zugänglichen Teil beschränkt, außen und im Kirchenschiff. Dächer und Krypta haben wir uns gespart. Als wir wieder herauskamen, war der Platz vor der Kathedrale spürbar voller als bei unserer Ankunft. Früh da zu sein, hat sich auch hier gelohnt.

Praktisch: Das Kirchenschiff kostet keinen Eintritt. Für die Dächer zahlst du 7 €, für Krypta, Schatzkammer und Apsiden ebenfalls 7 €, das Komplettticket kostet 13 € (Stand September 2026). Tickets und Öffnungszeiten findest du auf der offiziellen Seite der Kathedrale.

No Mafia Memorial

Nur ein paar Schritte von den Quattro Canti entfernt liegt am Corso Vittorio Emanuele das No Mafia Memorial. In ein paar Räumen zeigen Fotoausstellungen die Geschichte der Mafia in Palermo und des Widerstands gegen sie.

Der Eintritt ist frei, beim Rausgehen kannst du etwas spenden. Wir waren nur kurz drin, und genau so passt es gut in den Rundgang: Es liegt direkt am Weg zwischen Quattro Canti und Kathedrale.

Praktisch: Via Vittorio Emanuele 353, täglich 11 bis 17 Uhr, dienstags geschlossen (Stand September 2026, nomafiamemorial.org).

Palazzo dei Normanni, Villa Bonanno und Porta Nuova

Palazzo dei Normanni in Palermo hinter den Palmen der Villa Bonanno
Der Normannenpalast, gesehen aus dem Schatten der Villa Bonanno.

Von der Kathedrale sind es keine zehn Minuten bis zum Palazzo dei Normanni, dem Normannenpalast, in dem heute das sizilianische Regionalparlament sitzt. Was in ihm steckt, nämlich die Cappella Palatina, steht weiter unten in Kapitel 7.

Zwischen Kathedrale und Palast liegt die Villa Bonanno, ein kleiner Park mit Bänken im Schatten. Wir haben dort zweimal Pause gemacht und Wasser getrunken, weil es auch im September noch ordentlich warm war.

Beim zweiten Mal schimpfte eine Radfahrerin ausdauernd auf einen Polizisten ein. Worum es ging, haben wir nicht verstanden. Der Tonfall kam auch ohne Italienischkenntnisse an.

Gleich neben dem Palast steht die Porta Nuova, das Stadttor am westlichen Ende des Corso Vittorio Emanuele. Direkt dahinter verkaufte ein Wagen frisch gepressten Orangensaft, und du kannst zusehen, wie gepresst wird.

Praktisch: Der kleine Becher Orangensaft kostet 1 € und ist wirklich klein, der mittlere 3 €, der große 6 €. Der große hat ungefähr die Größe eines normalen Bechers (Stand September 2026).

Teatro Massimo und Teatro Politeama

Nach Norden endet die Via Maqueda am Teatro Massimo, dem größten Opernhaus Italiens, eröffnet 1897. Wir sind nur die breite Freitreppe hinaufgestiegen und haben uns die Fassade angesehen. Ein Stück weiter steht das Teatro Politeama Garibaldi an seinem eigenen Platz. Wenn du vom Capo kommst, liegen beide praktisch auf dem Weg.

Praktisch: Führungen durch das Teatro Massimo dauern rund 40 Minuten und kosten 14 € (Stand September 2026, teatromassimo.it).

Via Antonio Gagini: die Gasse mit den alten Büchern

Regale und Kisten voller alter Bücher an einer Hauswand in einer Gasse in Palermo
Ein Antiquariat ohne Laden, abgedeckt mit blauen Planen.

Auf dem Weg vom Mittagessen Richtung Ballarò sind wir durch die Via Antonio Gagini gekommen, ein paar Minuten nördlich der Piazza San Domenico. Links und rechts standen Regale und Plastikkisten voller alter Bücher, an den Hauswänden und mitten auf der Straße, abgedeckt mit blauen Planen. An der Ecke zur Via Seminario Italo Albanese war alles damit zugestellt. Einen Laden drumherum gab es nicht, gekauft wird direkt aus der Kiste.

Solche Ecken findest du nur, wenn du die Hauptstraßen verlässt. Genau dafür lohnt es sich in Palermo am meisten, sich treiben zu lassen.

4. Märkte in Palermo: Mercato del Capo oder Ballarò?

Zu den bekannten Märkten Palermos gehören der Capo, Ballarò, die Vucciria und der Borgo Vecchio. Wir waren in den ersten beiden, und das Ergebnis war eindeutig.

Mercato del Capo: unser Favorit

Der Mercato del Capo liegt im Viertel Seralcadio, nördlich der Kathedrale, der Haupteingang ist die Porta Carini. Eigentlich ist er kein Platz, sondern eine schmale Straße mit Ständen links und rechts und gerade genug Raum zum Durchgehen. Es gibt Souvenirs, vor allem aber typisch palermitanisches Essen, dazu Getränke bis zum Frozen Cappuccino. Hunger oder Durst musst du hier nicht lange aushalten.

Wir sind einmal bis zum Ende und wieder zurückgelaufen und haben uns danach für eine halbe Stunde ins Café Le Angeliche (Dolci al Volo) gesetzt, einen Americano getrunken und die Leute beobachtet. Gegenüber drehte ein Ladenbesitzer die Musik auf und brachte die Gasse mit Sambarhythmen in Bewegung. Zuschauen war hier das Programm.

Ein paar Schritte vom Markt, in der Via Sant’Agostino, liegt die Kirche Sant’Agostino, seit 1984 Wallfahrtsort der heiligen Rita von Cascia und deshalb als Santuario di Santa Rita bekannt. Innen hat Giacomo Serpotta die Wände mit Stuck überzogen, nebenan liegt ein Kreuzgang von etwa 1560 mit 28 Säulen, einer der größten Innenhöfe der Stadt. Zwischen Markt und Teatro Massimo haben wir dort eine ruhige Pause eingelegt.

Unser Tipp: Lauf nicht nur durch. Der Capo wirkt am besten, wenn du dich hinsetzt und zusiehst. Le Angeliche liegt mitten im Markt am Vicolo dell’Abbadia 10 bis 14, dienstags bis freitags 10 bis 23 Uhr, am Wochenende erst ab 18:30 Uhr, montags geschlossen (Stand September 2026). Der Markt selbst ist täglich vormittags und nachmittags aktiv.

Ballarò: größer, enger, lauter

Fischstand unter roten Markisen auf dem Markt Ballarò in Palermo
Ballarò: enger, voller und lauter als der Capo.

Ballarò im Viertel Albergheria gilt als größter Markt Palermos und zieht sich von der Piazza Casa Professa bis zum Corso Tukory. Unser erster Eindruck war ein kleiner, ziemlich schmutziger Markt. Das lag an uns: Wir waren in die falsche Gasse abgebogen. Beim zweiten Anlauf standen wir dann richtig drin.

Mir hat Ballarò trotzdem weniger gefallen. Zu viel Trubel, zu eng, zu laut, und zwischen den Ständen fahren die Palermitaner auch noch mit ihren Mofas durch Gassen, in denen kaum Platz für Fußgänger ist. Der Capo hatte für mich mehr Charme. Wer Gewimmel mag, sieht das vermutlich genau andersherum.

Gut zu wissen: Ballarò ist montags bis samstags von 7:30 bis 20 Uhr aktiv, sonntags nur vormittags (Stand September 2026, laut Stadtportal Palermo).

5. Die Kalsa: unser Standort in Palermo

Die Kalsa ist das Viertel zwischen Altstadt und Meer, im Osten des Zentrums. Angelegt wurde es im 10. Jahrhundert unter arabischer Herrschaft, der Name kommt von al-Khalisa, „die Auserwählte“.

Wir hatten hier ein Apartment für zwei Nächte, und als Standort hat das gut funktioniert. Zu den Quattro Canti läufst du etwa 15 Minuten, ans Meer rund 5 Minuten, zum Hauptbahnhof gut 10 Minuten. Wir sind vom Bahnhof mit Gepäck zu Fuß gekommen und auch so wieder los.

Gleich am Anreiseabend haben wir in der Pizzeria Arte e Tradizione in der Via Santa Teresa gegessen. Die Atmosphäre war super, die Pizza eher Durchschnitt, von mir gibt es drei von fünf Punkten. Danach sind wir noch am Hafen entlang und durch die Kalsa zurückgebummelt.

In der Kalsa liegen außerdem der Giardino Garibaldi an der Piazza Marina, dessen Feigenbaum von 1864 als größter Baum Europas gilt, und der Palazzo Abatellis mit der Regionalgalerie Siziliens (10 €, montags geschlossen, Stand September 2026).

Unser Tipp: Wer Palermo zu Fuß erkunden will, wohnt in der Kalsa richtig, nah an der Altstadt und nah am Wasser. Unterkünfte in der Kalsa findest du auf Booking.com*.

6. Sonnenuntergang an der Hafenmauer statt am Strand

Blick von der Hafenmauer am Foro Italico in Palermo über das Meer zum Monte Pellegrino im Abendlicht
Abends an der Hafenmauer. Gegenüber liegt der Monte Pellegrino.

Einen Sandstrand hat Palermos Innenstadt nicht. Zum Sonnenuntergang sind wir trotzdem ans Wasser gegangen, an die Hafenmauer am Foro Italico auf Höhe der Porta dei Greci, gleich vor der Kalsa. Hinter der Mauer liegt ein breiter Grünstreifen, davor ein Wall aus Felsblöcken. Abends ist dort einiges los.

Die Sonne geht von hier aus hinter der Stadt unter, nicht über dem Meer. Sehen kannst du sie trotzdem.

Ein paar hundert Meter weiter Richtung Porta Felice liegt die Mura delle Cattive, eine Terrasse auf der alten Stadtmauer mit Bänken und Blick aufs Meer. Sie ist ab 10 Uhr bis zum Sonnenuntergang geöffnet.

Gut zu wissen: Zum Baden fahren die Palermitaner nach Mondello, rund 10 Kilometer nördlich (mehr dazu in Kapitel 7). Welche Strände rund um Palermo es sonst gibt, haben wir in unserem Artikel über die Palermo Strände zusammengestellt.

7. Für einen dritten Tag: Cappella Palatina, Kapuzinergruft, Monreale, Mondello und Monte Pellegrino

Zwei Tage reichen für Altstadt und Märkte. Mit einem dritten Tag kommen diese fünf Ziele dazu, die fast jeder Palermo-Besucher auf dem Zettel hat. Preise und Zeiten haben wir bei den Betreibern nachgeprüft.

Cappella Palatina im Normannenpalast

Die Cappella Palatina ist die Hofkapelle im Palazzo dei Normanni, gebaut unter König Roger II. und innen fast vollständig mit Goldmosaiken ausgekleidet. Darüber liegt eine arabische Holzdecke mit Stalaktiten-Schnitzereien. Sie gehört zum UNESCO-Welterbe und gilt vielen als der Höhepunkt der Stadt.

Praktisch: Der Palast ist täglich geöffnet, letzter Einlass montags bis samstags um 16:30 Uhr, sonntags um 12:30 Uhr. Das Komplettticket mit den königlichen Gemächern kostet 19 €. Dienstags und mittwochs sind die Gemächer zu, dann kostet es 15,50 € (Stand September 2026). Tickets gibt es bei der Fondazione Federico II.

Kapuzinergruft

In den Catacombe dei Cappuccini am westlichen Rand der Altstadt liegen und stehen die mumifizierten Toten mehrerer Jahrhunderte, in ihren Kleidern und nach Gruppen sortiert entlang der Gänge. Das ist nichts für jeden, gehört aber zu den bekanntesten Orten Palermos.

Praktisch: Piazza Cappuccini 1, täglich 9 bis 12:30 Uhr und 15 bis 17:30 Uhr, Eintritt 5 € (Stand September 2026). Von der Porta Nuova sind es gut 20 Minuten zu Fuß.

Monreale

Monreale liegt auf einem Hügel südwestlich über der Stadt, rund 8 Kilometer vom Zentrum. Der Dom aus dem 12. Jahrhundert ist innen fast vollständig mit Goldmosaiken ausgekleidet und gehört wie die Cappella Palatina zum UNESCO-Welterbe. Daneben liegt der Kreuzgang mit seinen Doppelsäulen.

Praktisch: Mit dem AMAT-Bus 389 ab Piazza Indipendenza, etwa alle 40 Minuten. Der Dom ist montags bis samstags von 9 bis 13 und 14 bis 17 Uhr geöffnet, sonntags von 14 bis 17 Uhr. Der Kreuzgang kostet 8 €, unter 18 Jahren frei (Stand September 2026).

Mondello

Mondello ist Palermos Stadtstrand, rund 10 Kilometer nördlich zwischen Monte Pellegrino und Monte Gallo. Wer in Palermo baden will, fährt hierher.

Praktisch: Mit dem AMAT-Bus 806 ab Piazza Crispi, tagsüber etwa alle 10 Minuten (Stand September 2026).

Monte Pellegrino und Santa Rosalia

Der Monte Pellegrino ist Palermos 606 Meter hoher Hausberg. Goethe nannte ihn in seiner „Italienischen Reise“ das schönste Vorgebirge der Welt. Oben steht die Wallfahrtskirche der Stadtheiligen Santa Rosalia, in eine Felshöhle hineingebaut.

Praktisch: Mit dem AMAT-Bus 812 ab Piazza Crispi, Einzelfahrt 1,40 €. Die Wallfahrtskirche ist täglich von 8 bis 19 Uhr geöffnet (im Winter bis 18 Uhr), der Eintritt ist frei. Zu Fuß führt der alte Pilgerweg Scala Vecchia hinauf (Stand September 2026).

8. Fotospots in Palermo

Weißer Oldtimer als Hochzeitsauto an der Piazza Bellini in Palermo, Zuschauer auf der Terrasse darüber
Hochzeitsauto an der Piazza Bellini. Oben auf der Terrasse schauen alle zu.

Vier Stellen, an denen sich die Kamera lohnt, mit der Uhrzeit, zu der wir selbst dort waren. Alle Fotos in diesem Artikel sind übrigens mit dem Smartphone entstanden, einem Google Pixel 7 Pro.

  • Quattro Canti, vor 9 Uhr: Um acht hatten wir die Kreuzung fast für uns. Mit dem Ultraweitwinkel bekommst du zwei der vier Ecken in ein Bild, alle vier nie. Nimm dir die übrigen einzeln vor.
  • Piazza Bellini, nachmittags: Die drei roten Kuppeln von San Cataldo und der Glockenturm der Martorana passen von der Piazza aus zusammen ins Bild. Mit etwas Glück kommt eine Hochzeit auf der Treppe dazu, dann mit Abstand fotografieren.
  • Mercato del Capo, später Vormittag: Die schmale Gasse mit den Ständen links und rechts wirkt am besten längs fotografiert. Wer Händler im Bild haben will, fragt vorher kurz.
  • Hafenmauer am Foro Italico (Höhe Porta dei Greci), Sonnenuntergang: Schau zur Stadt, nicht aufs Meer. Die Sonne geht hinter den Dächern unter, und die Silhouette der Stadt steht im Gegenlicht. Oder dreh dich nach Norden: Dann liegt der Monte Pellegrino im warmen Abendlicht hinter den Uferfelsen.

9. Wie viel Zeit solltest du für Palermo einplanen?

Zwei Tage sind ideal, ein voller Tag reicht für das Wichtigste. Wir sind am Anreiseabend durch die Kalsa und am Hafen entlang gebummelt und haben am nächsten Tag von acht Uhr morgens bis zum Sonnenuntergang Altstadt, Märkte und Hafenmauer abgelaufen. Das ging, war aber ein langer Tag.

Mit einem zweiten vollen Tag hast du Luft für die Cappella Palatina und die Kapuzinergruft, mit einem dritten für Monreale oder Mondello.

10. Wann ist die beste Tageszeit für Palermo?

Früh am Morgen für die Altstadt, abends für das Wasser. Um acht Uhr waren die Straßen leer und es war noch angenehm. Ab dem späten Vormittag wurde es voller, an der Kathedrale haben wir das direkt gemerkt, und mittags war es im September noch richtig warm.

Plan die Mittagszeit deshalb für Pausen ein: im Schatten der Villa Bonanno, bei einem Americano im Capo oder beim Mittagessen. Zum Sonnenuntergang geht es dann ans Wasser (Kapitel 6).

11. Palermo bei Regen: was du drinnen machen kannst

Geh rein, Palermo hat genug Kirchen, Paläste und Museen für einen ganzen Regentag. Die meisten Punkte aus diesem Artikel funktionieren auch bei Regen (Preise Stand September 2026):

  • Kathedrale: Kirchenschiff frei, die Dächer lässt du bei Regen besser aus
  • Cappella Palatina im Normannenpalast: 15,50 bis 19 €
  • Kapuzinergruft: 5 €
  • Palazzo Abatellis mit der Regionalgalerie: 10 €, montags geschlossen
  • No Mafia Memorial: frei, dienstags geschlossen
  • Teatro Massimo: Führung 14 €
  • La Martorana und San Cataldo: 4 € und 2,50 €
  • Monastero di Santa Caterina: Dolceria frei, Kirche und Kloster ab 3 €

12. Palermo Tipps: Anreise und Verkehr

Hauptbahnhof Stazione Centrale in Palermo mit gelber Fassade und Arkaden
Der Hauptbahnhof: Endhalt des Flughafenbusses, die Überlandbusse fahren gleich daneben ab.

Wie kommst du vom Flughafen in die Stadt?

Wir sind mit dem Flughafenbus bis zum Hauptbahnhof gefahren und von dort zu Fuß in die Kalsa gelaufen. Der Bus von Prestia e Comandè fährt alle 30 Minuten, braucht rund 50 Minuten und kostet 6 € online oder 6,50 € beim Fahrer. Alternativ fährt ein Direktzug von Trenitalia für 6,80 € zum Hauptbahnhof (Stand September 2026).

Brauchst du in Palermo ein Auto?

Nein, wir würden sogar davon abraten. Die Altstadt ist eine ZTL, eine Zone mit beschränkter Zufahrt: montags bis freitags von 8 bis 20 Uhr, dazu freitag- und samstagnachts, kontrolliert per Kamera. Wer trotzdem hineinfahren will, braucht vorab einen Tagespass, auch mit dem Mietwagen.

Dazu kommt der Verkehr. Als wir Palermo mit dem Bus verlassen haben, hat allein der Weg aus der Stadt ewig gedauert. Autofahren macht hier wenig Spaß.

Unser Tipp: Hol den Mietwagen erst ab, wenn du Palermo verlässt. Wir sind vom Busbahnhof am Hauptbahnhof mit dem Bus nach Cinisi gefahren, gleich beim Flughafen, und haben das Auto dort übernommen.

Ticketverkäufer und Fahrer am Busbahnhof waren ausgesprochen hilfsbereit. Weil wir früh dran waren, wollten wir spontan einen Bus früher nehmen, und der Mann am Schalter schickte uns los, wir sollten den Fahrer aufhalten. Das hat funktioniert.

13. Essen in Palermo: wo wir gegessen haben

Osteria Sciapò

Mittagstisch in der Osteria Sciapò in Palermo mit Pasta alla Trapanese, gegrilltem Gemüse, Arancini und Brot
Unser Mittagstisch in der Osteria Sciapò.

Unsere klare Empfehlung für Palermo ist die Osteria Sciapò in der Via Giuseppe La Masa nördlich der Altstadt. Um uns herum saßen fast nur Einheimische, und das Essen war durchweg gut: Pasta mit Tomatensoße, Pasta alla Trapanese mit Mandeln und Tomaten, gegrilltes Gemüse, Arancini und dazu richtig gutes Brot. Wir haben uns Zeit gelassen. Da gibt es nichts zu meckern.

Gut zu wissen: Die Osteria hat mittags und abends geöffnet. Genaue Zeiten stehen nirgends online, frag im Zweifel vorher nach.

Streetfood, Süßes und ein Abend aus dem Supermarkt

  • Mercato del Capo: Streetfood direkt vom Stand und ein Café mit Blick aufs Marktgeschehen (Kapitel 4)
  • Orangensaft an der Porta Nuova: ab 1 € (Kapitel 3)
  • Cannolo aus der Klosterbäckerei: probieren und selbst entscheiden (Kapitel 3)
  • Pizza in der Kalsa: Arte e Tradizione, gute Atmosphäre (Kapitel 5)

Nach einem langen Tag zu Fuß haben wir uns abends einmal einfach im Supermarkt versorgt und im Apartment gegessen. Das ist keine schlechte Idee, denn auf Sizilien wird spät gegessen, und viele Pizzerien öffnen erst um 19 Uhr.

Fun Fact: Das Teatro Massimo ist nach der Pariser Oper und der Wiener Staatsoper das drittgrößte Opernhaus Europas. Gebaut wurde 22 Jahre lang, von 1875 bis 1897.

Was ich beim nächsten Mal anders machen würde: Den Monte Pellegrino fest einplanen, morgens mit dem Bus 812 hinauf, statt am Nachmittag festzustellen, dass er zu weit ist. Und Ballarò gleich über die Piazza Ballarò betreten statt durch irgendeine Seitengasse.

14. Lohnt sich Palermo?

Ja, wenn du Städte magst, in denen auf der Straße mehr passiert als im Museum: Märkte, Hochzeiten auf Kirchentreppen, Carabinieri als Fotografen. Nein, wenn du Ruhe suchst oder mit Lärm, Enge und Verkehr schlecht klarkommst. Dann bist du in einer der kleineren Städte auf Sizilien besser aufgehoben.

Wenn Palermo, dann nicht als kurzen Abstecher. Plan mindestens einen vollen Tag ein, besser zwei.

15. Führungen und Touren ab Palermo

Wer die Stadt mit jemandem erkunden will, der sich auskennt, findet in Palermo ein großes Angebot an Führungen. Drei davon passen gut zu diesem Artikel. Einen deutschsprachigen Guide hat keine der drei.

Street Food Walking Tour. Zweieinhalb Stunden durch die Märkte mit Verkostung, geführt auf Englisch. Das passt, wenn du Capo und Ballarò nicht allein erkunden willst. Angebote ansehen.

Cappella Palatina und Palazzo dei Normanni. Zwei Stunden in der Kleingruppe, auf Englisch, Spanisch oder Italienisch. Wichtig: Die Eintrittskarten sind nicht im Preis enthalten. Angebote ansehen.

No-Mafia-Rundgang. Drei Stunden zur Geschichte der Mafia und des Widerstands gegen sie, auf Englisch, Italienisch, Spanisch oder Französisch. Die Fortsetzung zum No Mafia Memorial. Angebote ansehen.

Unser Fazit zu Palermo

Palermo ist laut und eng, und gerade deshalb lohnt es sich, die Stadt langsam anzugehen. Unsere Empfehlung: in der Kalsa wohnen, um acht losgehen und dich mittags im Capo hinsetzen und zusehen. Welcher Markt hat dir besser gefallen, Capo oder Ballarò? Schreib es uns in die Kommentare, und mehr Fotos von unserer Sizilien-Reise zeigen wir auf Instagram.

Häufige Fragen zu Palermo

Was sind die wichtigsten Palermo Sehenswürdigkeiten?

Die Quattro Canti, die Fontana Pretoria, die Kathedrale, der Palazzo dei Normanni mit der Cappella Palatina und die Märkte Capo und Ballarò. Dazu kommen La Martorana und San Cataldo an der Piazza Bellini und das Teatro Massimo. Alles liegt in der Altstadt und ist zu Fuß erreichbar.

Lohnt sich Palermo?

Ja, wenn du lebendige Städte mit Märkten, Streetfood und Kirchen voller Mosaiken magst. Wer Ruhe sucht oder mit Lärm, Enge und Verkehr schlecht klarkommt, ist in einer der kleineren Städte Siziliens besser aufgehoben. Plan mindestens einen vollen Tag ein, besser zwei.

Wie viel Zeit sollte man für Palermo einplanen?

Zwei Tage. Ein voller Tag reicht für Altstadt und Märkte, wenn du früh losgehst. Mit einem zweiten Tag schaffst du die Cappella Palatina oder die Kapuzinergruft, mit einem dritten Monreale oder Mondello.

Wann ist die beste Reisezeit für Palermo?

Frühling und Herbst. Wir waren im September dort: morgens angenehm, mittags noch richtig warm. Im Juli und August wird es heißer, dann gilt erst recht: früh los und mittags in den Schatten.

Kann man die Altstadt von Palermo zu Fuß erkunden?

Ja, am besten sogar. Die Altstadt von Palermo besteht aus vier historischen Vierteln, die an den Quattro Canti aneinanderstoßen, und von dort erreichst du fast alles in höchstens einer Viertelstunde. Ein Auto brauchst du nicht, die Altstadt ist eine Zone mit beschränkter Zufahrt (ZTL).

Wofür ist Palermo auf Sizilien bekannt?

Palermo auf Sizilien ist bekannt für seine Märkte, sein Streetfood und die arabisch-normannischen Bauten, die seit 2015 UNESCO-Welterbe sind. Dazu gehören die Cappella Palatina, die Kathedrale und die Kirchen La Martorana und San Cataldo.

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