Persönlich besucht Ehrlich beschrieben Mit eigenen Fotos
HHOT – Helga & Heini on Tour
Suche

Ätna-Wanderung ohne Guide: zwei Rundwege im Süden und Norden des Vulkans

Der Ätna (italienisch Etna) ist mit rund 3.400 Metern der höchste aktive Vulkan Europas, liegt im Osten Siziliens zwischen Catania und Taormina und ist seit 2013 UNESCO-Welterbe. Eine Ätna-Wanderung ohne Guide ist erlaubt: Auf den markierten Wegen an seinen Flanken brauchst du keine Führung, und wer den Ätna besteigen will, kommt je nach Warnstufe bis in die Gipfelzone. Wie am Vesuv stehst du auf einem Vulkan, nur ist der Ätna gut zweieinhalbmal so hoch und fast ständig aktiv, der Vesuv ruht seit 1944.

Judith und ich sind im September 2026 zwei Runden ohne Guide gelaufen: im Süden über die Schiena dell’Asino bis zur Bergstation der Seilbahn, im Norden die Monte-Nero-Runde ab Piano Provenzana. Bis zu den Gipfelkratern sind wir nicht gegangen, dafür hätten wir eine Führung gebraucht.

Hier findest du beide Touren auf eigene Faust mit Karte, kostenlose Parkplätze auf beiden Seiten, unsere Fotospots, den Eintritt für die Silvestri-Krater und die aktuellen Regeln.

Inhalte - Diese Tipps findest du hier! Anzeigen

Ätna-Wanderung ohne Guide auf einen Blick

  • Lage: Sizilien, im Osten der Insel zwischen Catania und Taormina (Metropolitanstadt Catania). Die Wege liegen auf dem Gebiet mehrerer Gemeinden, im Süden Nicolosi und Zafferana Etnea, im Norden Linguaglossa und Castiglione di Sicilia
  • Bekannt für: höchster aktiver Vulkan Europas (rund 3.400 m, Stand 2024), UNESCO-Welterbe seit 2013, schwarze Lavafelder und Nebenkrater
  • Ohne Guide: die markierten Wege, in der Gipfelzone oberhalb von grob 2.500 m, solange kein Alarm gilt. An die aktiven Gipfelkrater (ZPP, früher „gelbe Zone“) nur mit Guide
  • Süd: Rundweg über die Schiena dell’Asino, 13,6 km und rund 800 Höhenmeter, höchster Punkt rund 2.600 m, laut Komoot schwer
  • Nord: Monte-Nero-Runde ab Piano Provenzana, 9,8 km und 470 Höhenmeter, höchster Punkt gut 2.000 m
  • Zeit einplanen: im Norden ein halber Tag (wir waren rund 3,5 Stunden unterwegs), im Süden mehr: Komoot rechnet mit gut 5 Stunden reiner Gehzeit
  • Anreise: mit dem Auto, ab Catania gut eine Stunde in den Süden, ab Taormina rund eine Stunde in den Norden
  • Parken Süd: Parkplatz Schiena d’Asino an der SP92, rund 1,5 km östlich des Rifugio Sapienza, kostenlos (Google Maps)
  • Parken Nord: Parkplatz Piano Provenzana, 95015 Linguaglossa, 30 Minuten frei, danach höchstens 5 € am Tag (Google Maps), kleiner Gratisplatz in der Kurve davor
  • Eintritt: Die Wege kosten nichts, nur die Crateri Silvestri 5 € (Stand September 2026)
  • Mitnehmen: winddichte Jacke, Regenjacke, feste Schuhe mit Profil, Mütze, Wasser und Proviant, geladenes Handy

Kurzantwort für Eilige: Für beide Runden brauchten wir keinen Guide, wohl aber festes Schuhwerk, eine winddichte Jacke und einen frühen Start, weil nachmittags gern Gewitter aufziehen. Wenn du nur eine Seite schaffst: Der Süden ist besser erschlossen, die Runde dort aber länger und steiler, der Norden hat mehr Wald und die kürzere Runde. Zu den aktiven Gipfelkratern geht es nur mit Führung.

Karte: beide Ätna-Wanderungen

Auf der Karte findest du beide Startparkplätze, die Aussicht über dem Valle del Bove, die Bergstation der Seilbahn, das Rifugio Sapienza mit den Silvestri-Kratern und im Norden die Krater von 2002, den Monte-Nero-Pass, die Grotta delle Femmine und den Aussichtspunkt. Die Süd-Runde findest du als öffentliche Tour bei Komoot: Eselrücken von der Sapienza-Hütte.

Google Maps

Mit dem Laden der Karte akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Google.
Mehr erfahren

Karte laden

Ätna besteigen ohne Guide: Wie hoch darfst du?

Eine feste Meterzahl gibt es nicht. Wie weit du ohne Guide hinaufdarfst, hängt von der Phase ab, die der Zivilschutz gerade ausgerufen hat, und die ändert sich mit der Aktivität des Vulkans. Was aktuell erlaubt ist, prüfst du deshalb vor jeder Tour.

Maßgeblich sind zwei Zonen, die der Zivilschutz der Region Sizilien festlegt, und die Verordnungen der Gemeinden am Gipfel, für die Südseite zuletzt die Verordnung 13/2025 der Gemeinde Nicolosi:

  • Gipfelzone (Zona Sommitale): die Gipfelkrater, das obere Valle del Bove und grob alles oberhalb von 2.500 Metern. Außerhalb der ZPP darfst du hier ohne Guide wandern, solange kein Alarm gilt. Wo die freien Wege enden, stehen laut Verordnung Pfosten mit Schnur.
  • ZPP (Zona a Pericolosità Permanente, früher „gelbe Zone“): liegt innerhalb der Gipfelzone rund um die aktiven Gipfelkrater. Hinein nur mit zertifiziertem Berg- oder Vulkanführer, mit Helm, auf festgelegter Route und in Gruppen von höchstens zehn Leuten.

Bei Voralarm ist die ZPP gesperrt, bei Alarm die ganze Gipfelzone, dann stehen auf der Süd- und der Nordseite Sperren. Zum Südostkrater gilt immer ein Abstand von mindestens 300 Metern vom Fuß des Kegels. Wer sich nicht daran hält, wird angezeigt.

Den aktuellen Stand prüfst du vor der Tour beim Zivilschutz der Region Sizilien. Wochenberichte zur Aktivität veröffentlicht das Vulkaninstitut INGV in Catania.

Gut zu wissen: Im September 2026 brauchten wir für beide Runden keinen Guide. Die Monte-Nero-Runde im Norden erreicht an den Kratern von 2002 gut 2.000 Meter und bleibt unterhalb der Gipfelzone. Die Süd-Runde reicht laut Komoot bis auf rund 2.600 Meter, also knapp in die Gipfelzone, die ZPP liegt weiter oben an den Gipfelkratern. Gilt Alarm, ist dieses obere Stück gesperrt, und du drehst nach der Schiena dell’Asino um.

Ätna Süd oder Nord: Wo ist der Unterschied?

Der Süden ist die ausgebaute Seite mit Seilbahn und großem Parkplatz. Im Norden steht seit dem Ausbruch 2002 nur wenig, dafür ist die Runde dort kürzer und führt durch Wald.

Süd: Rifugio SapienzaNord: Piano Provenzana
Höhe am Startrund 1.900 mrund 1.800 m
Was dort stehtTalstation der Seilbahn, mehrere Hütten, Bars, viel Betriebein paar Lifte, zwei Cafés, Allradbusse
Landschaftoffene schwarze Lava, Blick ins Valle del BoveLava, Krater von 2002, Buchen- und Kiefernwald
Parkenam Rifugio gebührenpflichtig, an der Schiena d’Asino kostenlosKennzeichenerkennung, höchstens 5 € am Tag, kleiner Gratisplatz davor
Runde laut Komoot13,6 km, rund 800 Hm, schwer9,8 km, 470 Hm

Warum im Norden so wenig gebaut ist, erklären wir weiter unten bei der Monte-Nero-Runde.

Wanderung Süd: über die Schiena dell’Asino zur Bergstation

Gipfel des Ätna mit weißer Rauchfahne, mit dem Tele von der Südseite fotografiert
Der Gipfel am Morgen, mit Rauchfahne.

Die Runde heißt bei Komoot „Eselrücken von der Sapienza-Hütte“. Die Schiena dell’Asino ist ein Grat am Südhang, der den erschlossenen Teil rund um das Rifugio Sapienza vom Valle del Bove trennt, einem riesigen Einbruchkessel an der Ostflanke. Komoot startet am Rifugio, wir sind am Parkplatz Schiena d’Asino eingestiegen, der auf der Runde liegt. Es sind 13,6 Kilometer und rund 800 Höhenmeter, Komoot stuft die Tour als schwer ein und rechnet mit gut fünf Stunden.

Start: Parkplatz Schiena d’Asino an der SP92

Der Parkplatz liegt an der Straße SP92, die vom Rifugio Sapienza hinunter nach Zafferana Etnea führt, rund 1,5 Kilometer östlich des Rifugio auf gut 1.800 Metern (Standort auf Google Maps). Parken kostet dort nichts, anders als oben am Rifugio. Wir waren um Viertel nach acht am Parkplatz, nach gut einer Stunde Fahrt aus Catania.

Hinauf zur Schiena dell’Asino

Der erste Teil ist kurz: Nach knapp einem Kilometer bist du auf dem Grat, nach rund zweieinhalb am Aussichtspunkt über dem Valle del Bove. Wir waren gegen Viertel nach neun dort und hatten einen schönen Blick auf den Gipfel, über dem eine weiße Rauchfahne stand. Wer nur diesen Blick will, dreht hier um. Wir sind weiter, denn aus dem Aufstieg lässt sich eine Runde machen.

Wichtig: Gleich hinter dem Aussichtspunkt markiert Komoot gut zwei Kilometer als Abschnitt, der gefährlich sein kann. Dort brauchst du Trittsicherheit.

Schwarze Lava und Hunderttausende Grashüpfer

Grüne Polsterpflanzen auf schwarzer Vulkanasche am Ätna, eine Wanderin steigt bergauf
Grüne Polster auf schwarzer Asche, und es geht lange bergauf.

Danach geht es lange über schwarze Lava, dazwischen Polster aus Grün. Auf dem Boden sitzen Hunderttausende kleine Grashüpfer, schwarz wie die Lava.

Bergauf ist für mich extrem anstrengend, und diese Runde geht lange bergauf. Judith hätte noch drei Runden gekonnt. Ich nicht. An einer Ecke haben wir deshalb abgekürzt, der Ausblick hat die Mühe trotzdem gelohnt.

Bergstation der Ätna-Seilbahn: viel Wind auf 2.500 Metern

Aschefeld mit Lavabrocken und der Piste der Allradbusse an der Bergstation der Ätna-Seilbahn auf 2.500 Metern, Blick hinunter in die Ebene
Oben an der Bergstation: Asche, Lavabrocken und die Piste der Allradbusse.

Laut Komoot liegt der höchste Punkt der Runde mit rund 2.600 Metern am Krater del Laghetto, kurz darauf kommst du an der Bergstation der Funivia dell’Etna auf 2.500 Metern heraus. Wir waren gegen halb eins oben, da hingen schon Wolken am Hang. Hier fahren die Allradbusse weiter Richtung Gipfelkrater, und hier wollten wir einen Kaffee trinken. Es war aber so windig, dass wir ihn lieber unten am Rifugio getrunken haben.

Wer die Runde verkürzen will oder den Abstieg sparen möchte, nimmt die Seilbahn. Preise und Fahrzeiten stehen tagesaktuell auf funiviaetna.com.

Auf der Allradpiste hinunter zum Rifugio Sapienza

Hinunter geht es auf der breiten Schotterpiste, auf der auch die Allradbusse fahren, die Unimogs. Die letzten gut zwei Kilometer sind recht flach. Die sind wir gelaufen, Judith hatte mich dazu überredet.

Rifugio Sapienza: Kaffee, Croissant und viel Betrieb

Blick vom Südhang hinunter auf das Rifugio Sapienza mit Parkplätzen und der Straße am Ätna
Mit dem Tele vom Hang hinunter zum Rifugio Sapienza.

Das Rifugio Sapienza auf rund 1.900 Metern ist mehr als eine Hütte: ein großer Platz mit der Talstation der Seilbahn, mehreren Hütten, Bars und einem großen Parkplatz (Standort auf Google Maps). Als wir ankamen, war dort viel los.

Der Parkplatz gehört der Gemeinde Nicolosi und ist kostenpflichtig. Wer nur mit der Ätna-Seilbahn fahren will, parkt hier. Wer wandert, stellt das Auto kostenlos an den Parkplatz Schiena d’Asino, 1,5 Kilometer weiter unten an der Straße.

Den Kaffee gab es dann bei MyEtna Street Food: ein Americano für rund 3 Euro, dazu für mich ein Croissant, ebenfalls 3 Euro (Stand September 2026).

Crateri Silvestri: 5 Euro Eintritt

Crateri Silvestri am Rifugio Sapienza von oben, mit Wegen auf dem Kraterrand und dem Meer im Hintergrund
Die Silvestri-Krater (der hintere) von oben, auf dem Rückweg von der Bergstation.

Direkt am Rifugio liegen die Crateri Silvestri, die Silvestri-Krater, Nebenkrater vom Ausbruch 1892. Früher ging jeder einfach hinauf. Seit Oktober 2025 kostet der Zugang 5 Euro, täglich von 8:30 bis 17 Uhr, und die Runde führt über den Rand des unteren Kraters. Das Gelände ist in Privatbesitz, die Tickets verkauft die Seilbahngesellschaft, und wer auf Sizilien wohnt, zahlt nichts.

Wir wollten eigentlich hinauf und haben erst vor Ort gemerkt, dass es inzwischen Eintritt kostet.

Das ist umstritten. Verbände von Touristenführern und Wanderern und zwei Privatleute berufen sich auf ein seit über hundert Jahren bestehendes öffentliches Wegerecht, die Gemeinde Nicolosi steht auf ihrer Seite. Im April 2026 hat das Gericht in Catania ihren Eilantrag abgelehnt, in der Hauptsache ist noch nichts entschieden. Bis dahin wird kassiert.

Unser Tipp: Schräg gegenüber liegt ein etwas größerer Krater, auf dem du kostenlos herumlaufen kannst. Da waren wir oben. Dass an einem Welterbe der eine Krater Eintritt kostet und der daneben nicht, fand ich ein bisschen komisch.

Gewitter am Nachmittag

Dann zog ein kleines Gewitter auf. Es grummelte, es fing an zu regnen, und wir sind die anderthalb Kilometer vom Rifugio im Laufschritt zurück zum Auto. Judith war deutlich vor mir da.

Wanderung Nord: Monte-Nero-Runde ab Piano Provenzana

Schwarze Lavaströme zwischen gelbem Gras an der Nordflanke des Ätna, dahinter Krater
Schwarze Lava zwischen gelbem Gras: so sieht die Nordseite aus.

Die Runde im Norden hat Judith herausgesucht: die Monte-Nero-Runde ab Piano Provenzana, laut Komoot 9,8 Kilometer und 470 Höhenmeter, geplant mit gut drei Stunden. Wir sind kurz nach elf losgegangen und waren gegen halb drei zurück, also rund dreieinhalb Stunden unterwegs.

So sind wir gelaufen: vom Parkplatz bergauf zu den Kratern von 2002, dann nach Norden am Monte Nero vorbei zum Buchenwald und zum Aussichtspunkt, und in einem Bogen zurück zur Piano Provenzana.

Parken an der Piano Provenzana: Kamera und Gratisplatz

Am großen Parkplatz an den Liften liest eine Kamera an der Ein- und Ausfahrt dein Kennzeichen, und auf einem Schild steht „Ticket“. Das hatten wir nicht erwartet. Laut Tafel (Stand September 2026):

  • gebührenpflichtig von 8 bis 19 Uhr, die ersten 30 Minuten frei
  • Auto: erste Stunde 2 €, jede weitere 0,75 €, höchstens 5 € am Tag
  • Wohnmobil: 3 €, dann 1 € pro Stunde, höchstens 7,50 €
  • bezahlen innerhalb der 30 Minuten am Automaten (Münzen und Karte, kein Wechselgeld), mit Karte oder per EasyPark-App
  • wer nicht innerhalb von 30 Minuten zahlt, bekommt den Tageshöchstsatz, offene Beträge werden nachgefordert

Adresse: Piano Provenzana, 95015 Linguaglossa (Standort auf Google Maps).

Unser Tipp: In der Kurve rund 300 Meter vor dem Parkplatz liegt links ein kleiner Platz für zehn bis zwanzig Autos, der nichts kostet. Dort haben wir geparkt. Ist er voll, sind 5 Euro für den Tag auch kein Drama, nur zahlen musst du rechtzeitig.

Über die Allradpiste zu den Kratern von 2002

Zuerst geht es auf einer breiten Piste, ziemlich lange und stetig bergauf. Auf ihr fahren die Allradbusse Besucher nach oben, Richtung Gipfelkrater, und kommen dir immer wieder entgegen. Das hatte manchmal etwas von einer Himalaya-Tour.

Nach gut einer Dreiviertelstunde erreichst du auf gut 2.000 Metern den höchsten Punkt unserer Runde und eine Art Doppelkrater mit roten und schwarzen Wänden. Das sind Krater vom Ausbruch 2002, als der Vulkan an der Nordflanke aufriss. Gleich dahinter läuft der Weg direkt auf dem Rand eines Spaltenkraters entlang, und durch die Rinne schaust du bis hinunter in den Wald.

Mondlandschaft, Buchenwald und der Blick übers Lavafeld

Danach geht es bergab nach Norden, am Monte Nero vorbei und an der Grotta delle Femmine, einer Höhle im Lavagestein. Zwischendurch sieht es tatsächlich aus wie auf dem Mond: schwarze Asche und ein paar gelbe Grasbüschel.

Oberhalb der Hütte Timparossa wird es grün: Auf gut 1.900 Metern gehst du durch einen Buchenwald. Kurz darauf kommt ein Aussichtspunkt mit zwei Bänken und dem Holzschild „Punto di osservazione panoramico“. Von dort schaust du über ein Lavafeld hinunter ins Tal. Das hat uns gefallen, windig war es allerdings.

Das Wetter wechselte ohnehin den ganzen Tag: Am Anfang schien die Sonne, gegen Mittag zogen Wolken herein, und auf dem Rückweg lag der Weg zeitweise mitten im Nebel. Ein paar Tropfen fielen auch, bis auf die sind wir trocken zurückgekommen. Das letzte Stück führt zwischen Kiefern und Lavabrocken zurück zur Piano Provenzana.

Bergauf war es für mich auch hier wieder anstrengend, sonst hat alles gepasst.

Gut zu wissen: Über die Lavafelder brauchst du feste Schuhe mit gutem Profil, die Lava ist scharfkantig.

Warum im Norden so wenig steht: der Ausbruch von 2002

Tafel „Eruzione 2002“ mit Foto des Hotels Le Betulle auf dem Lavafeld an der Piano Provenzana
Wo heute Lava liegt, stand bis 2002 das Hotel „Le Betulle“.

Am 27. Oktober 2002 zerstörten Lavaströme und Erdbeben fast die ganze Station Piano Provenzana: Hotels, Restaurants, Läden, Skipisten, die Zufahrtsstraße und rund 250 Hektar alten Kiefern- und Eichenwald. Die Lava kam erst etwa fünf Kilometer vor Linguaglossa zum Stehen. Direkt am Parkplatz steht eine Tafel mitten auf der Lava: Sie zeigt das Hotel „Le Betulle“, das dort stand, bevor die Lava kam.

Wiederaufgebaut wurde nur ein Teil, deshalb stehen oben heute ein paar Lifte, zwei Cafés und der Parkplatz. Mehr zur Geschichte steht auf der Seite der Station Piano Provenzana.

Kaffee und Schokokuchen an der Talstation

An der Talstation gibt es zwei Cafés. Im Chiosco Bar Mareneve haben wir draußen gesessen, Kaffee aus der Siebträgermaschine getrunken, und ich hatte ein Stück Schokokuchen. Der Kaffee war sehr gut, wie fast überall in Italien.

Die Frau an der Theke war anfangs etwas grummelig. Aufgetaut ist sie, als Judith sie fragte, wie verschiedene Dinge auf Italienisch heißen.

Lange sitzen geblieben sind wir nicht: Es wurde dunkler, und es sah nach Regen aus. Die letzten 300 Meter zum Auto sind wir gelaufen.

Fotospots am Ätna

Wanderin im hellen Ausgang eines Buchenwalds am Ätna, mit Teleobjektiv fotografiert
Buchenwald mit dem Tele: Judith im Lichtfenster am Ende des Tunnels.

Fünf Stellen, an denen sich die Kamera lohnt. Fotografiert haben wir alles mit dem Google Pixel 7 Pro.

  • Aussichtspunkt über dem Valle del Bove (Süd, Schiena dell’Asino, rund 2.000 m, gegen Viertel nach neun): morgens der Gipfel mit Rauchfahne, bevor gegen Mittag die Wolken kommen. Hauptkamera mit einer Person am Rand für die Größe, Tele (5x) für den Gipfel allein.
  • Silvestri-Krater von oben (Süd, von der Allradpiste beim Abstieg, gegen 13 Uhr): Hauptkamera im Querformat, dann passen Krater, Wege und das Meer dahinter in ein Bild.
  • Doppelkrater und Kraterrand von 2002 (Nord, gut 2.000 m, gegen 12 Uhr): Mit dem Ultraweitwinkel (0,5x) passt der ganze Krater ins Bild. Auf dem Kraterrand gleich dahinter gibt eine Person auf dem Weg die Größe, dafür reicht die Hauptkamera.
  • Buchenwald oberhalb der Hütte Timparossa (Nord, kurz nach 13 Uhr): Die Stämme bilden einen Tunnel mit einem hellen Fenster am Ende. Hauptkamera für den ganzen Tunnel, Tele (5x) für eine Person im Lichtfenster.
  • Aussichtspunkt „Punto di osservazione panoramico“ (Nord, gegen halb zwei): Holzschild und Bänke im Vordergrund, dahinter das Lavafeld und das Tal. Hauptkamera, am besten solange die Wolken noch Lücken lassen.

Ätna bei Regen und Gewitter

Wanderin auf einem Pfad über einen Lavahang im Nebel am Ätna
Judith auf dem Rückweg im Nebel.

Leichter Regen ist mit Regenjacke machbar, bei Gewitter gehörst du so schnell wie möglich nach unten. Wir hatten beides: im Norden auf dem Rückweg Nebel und ein paar Tropfen, im Süden am Nachmittag ein kleines Gewitter, vor dem wir im Laufschritt zum Auto sind.

Wichtig: Gewitter bauen sich am Ätna schnell auf. Starte früh, schau vorher in den Wetterbericht und dreh um, wenn es grummelt. Wie ernst das ist, zeigte im August 2026 ein tödlicher Blitzunfall am Vulkan.

Wie viel Zeit für eine Wanderung am Ätna einplanen?

Im Norden reicht ein halber Tag, im Süden brauchst du mehr. Die Monte-Nero-Runde ist mit gut drei Stunden angelegt, wir haben rund dreieinhalb gebraucht. Für die Runde über die Schiena dell’Asino rechnet Komoot mit gut fünf Stunden reiner Gehzeit. Wir waren um Viertel nach acht am Parkplatz und gegen halb eins an der Bergstation, dazu kamen Abstieg, Kaffee am Rifugio und der freie Krater, zurück am Auto waren wir erst am Nachmittag.

Dazu kommt die Anfahrt, gut eine Stunde ab Catania, rund eine Stunde ab Taormina. Wir haben die beiden Seiten an zwei verschiedenen Tagen gemacht.

Wann ist die beste Zeit zum Wandern am Ätna?

Wanderin auf einem Pfad durch Vulkanasche am Südhang des Ätna, Wolken ziehen auf
Gegen halb zwölf zogen im Süden die Wolken herein.

Am besten morgens. An beiden Tagen im September zog am Nachmittag Regen auf. Wer um acht startet, ist im Norden durch, bevor es ungemütlich wird, im Süden am frühen Nachmittag zurück, wenn er sich unten nicht so viel Zeit lässt wie wir.

Im Winter liegt oben Schnee, dann ist die Piano Provenzana ein Skigebiet und die Wege sind eine andere Sache. Für Wanderungen ohne Führung sind die Monate ohne Schnee die richtige Zeit.

Was du zum Wandern am Ätna mitnehmen solltest

  • Winddichte Jacke: Oben war es an beiden Tagen windig, an der Bergstation so sehr, dass wir nicht bleiben wollten
  • Feste Schuhe mit Profil: Lava ist scharfkantig, auf der Nordseite gehst du lange über Lavafelder
  • Regenjacke: An beiden Tagen kam nachmittags Regen, im Süden mit Gewitter
  • Wasser und etwas zu essen: Auf den Wegen selbst gibt es nichts zu kaufen, erst an der Bergstation, am Rifugio Sapienza oder an der Piano Provenzana
  • Mütze und geladenes Handy: Oben ist es windig, und für die Route im Handy brauchst du Akku
  • Die Route offline: die Tour vorher aufs Handy laden, der Link zur Süd-Runde bei Komoot steht oben bei der Karte

Anreise zum Ätna und Übernachtung

In den Süden: ab Catania

Zum Parkplatz Schiena d’Asino waren es ab Catania gut eine Stunde. Der Verkehr aus Catania heraus war heftig, und in der Gegenrichtung, in die Stadt hinein, stand es noch schlimmer. Wir haben einen Kreisel verpasst und kamen dann nicht mehr zurück, mussten also anders fahren. Plane dafür Puffer ein.

In den Norden: ab Taormina oder Gaggi

Gaggi liegt zwischen Taormina und der Alcantara-Schlucht. Von dort war es rund eine Stunde bis zur Piano Provenzana, die letzte Etappe führt über Linguaglossa.

Wo übernachten?

Für den Süden haben wir in Catania gewohnt, im Chrilu house, einer kleinen Ferienwohnung mit Balkon und Miniküche an der Via Giuseppe Garibaldi.* Für den Norden waren wir in Gaggi, in La Casa dei Limoni, einer Ferienwohnung mit Küche und Terrasse, die wirkt wie eine typisch sizilianische Wohnung.* Näher dran sind die Dörfer am Fuß des Vulkans: Unterkünfte in Nicolosi für die Südseite oder in Linguaglossa für die Nordseite.*

Fun Fact: Der Ätna hat keine feste Höhe. Je nachdem, was die letzten Ausbrüche aufgeschüttet oder weggesprengt haben, liegt der Gipfel zwischen 3.300 und gut 3.400 Metern, 2024 waren es rund 3.403.

Was ich beim nächsten Mal anders machen würde: einmal das Auto stehen lassen und mit der Ferrovia Circumetnea fahren, der alten Schmalspurbahn rund um den Ätna. Wir haben uns darüber informiert und sie für diesmal verworfen. Gut zu wissen, falls du es vorhast: 2026 fahren die Züge wegen des U-Bahn-Baus nur auf einem Teil der Strecke, den Rest übernehmen Busse. Aktuelles steht auf der Seite der Circumetnea.

Lohnt sich eine Ätna-Wanderung ohne Guide?

Hang mit grünen Polsterpflanzen am Südhang des Ätna, darunter Nebenkegel und die Ebene
Vom Südhang reicht der Blick über grüne Polster bis hinunter in die Ebene.

Ja, wenn du gut zu Fuß bist und früh aufstehst. Plane im Norden einen halben Tag ein, im Süden mehr. Ohne Guide kommst du im Süden bis auf rund 2.600 Meter, läufst über schwarze Lava und schaust auf den Gipfel, im Norden gehst du über die Krater von 2002 und durch Buchenwald. Dafür zahlst du höchstens Parkgebühr und die 5 Euro für die Silvestri-Krater, wenn du sie willst.

Nein, wenn du unbedingt an den Rand der Gipfelkrater willst: Dafür brauchst du eine Führung. Und wer bergauf ungern geht, nimmt im Süden die Seilbahn und wandert oben kurze Stücke.

Mit Guide zu den Gipfelkratern: zwei Ätna-Touren

Ohne Guide ist an der ZPP Schluss. Wenn du bis an die Gipfelkrater willst, geht das nur mit Vulkanführer. Die beiden Touren hier starten dort, wo auch unsere Runden liegen, und haben viele gute Bewertungen.

Süd: Gipfelkrater-Wanderung mit Seilbahn. Treffpunkt ist gegenüber der Bergstation, mit dem Geländewagen geht es bis rund 2.850 Meter und dann zu Fuß bis an den Rand der Bocca Nuova. Höchstens zehn Leute pro Gruppe, geführt auf Englisch, Italienisch, Französisch oder Spanisch, nicht auf Deutsch. Seilbahn und Geländewagen zahlst du extra. Angebote ansehen.

Nord: Gipfel-Trekking ab Piano Provenzana. Start direkt an der Piano Provenzana, mit dem Geländewagen auf rund 2.900 Meter und dann über die Lavafelder in den Gipfelbereich. Geführt wird auf Englisch, Italienisch oder Französisch. Angebote ansehen.

Unser Fazit zur Ätna-Wanderung ohne Guide

Judith und Oliver am Aussichtspunkt über dem Valle del Bove am Ätna
Judith und ich an der Schiena dell’Asino, hinter uns das Valle del Bove.

Beide Runden gehen ohne Guide, die im Süden ist aber lang und steil. Bergauf war es für mich anstrengend, die Aussicht über die schwarze Lava hat das wettgemacht. Unsere Empfehlung: Starte gegen acht am Parkplatz Schiena d’Asino, dann bist du am Rifugio Sapienza, bevor sich am Nachmittag Gewitter aufbauen. Mehr Fotos von unterwegs findest du auf unserem Instagram, weitere Touren auf unserer Seite Wanderungen.

Warst du schon am Ätna wandern, und auf welcher Seite?

Häufige Fragen zur Ätna-Wanderung

Kann man den Ätna ohne Guide besteigen?

Teilweise: Ohne Guide darfst du auf markierten Wegen bis in die Gipfelzone, die grob bei 2.500 Metern beginnt, solange kein Alarm gilt. An die aktiven Gipfelkrater in der ZPP, der früheren gelben Zone, kommst du nur mit zertifiziertem Berg- oder Vulkanführer. Bei Voralarm ist die ZPP gesperrt, bei Alarm die ganze Gipfelzone.

Lohnt sich eine Ätna-Wanderung ohne Guide?

Ja, wenn du gut zu Fuß bist und früh startest. Ohne Guide kommst du im Süden bis auf rund 2.600 Meter und läufst über schwarze Lava mit Blick auf den Gipfel, im Norden über die Krater von 2002 und durch Buchenwald. Bis an den Rand der Gipfelkrater kommst du nur mit Führung.

Wie viel Zeit sollte man für eine Ätna-Wanderung einplanen?

Im Norden einen halben Tag, im Süden mehr. Die Monte-Nero-Runde mit 9,8 Kilometern dauerte bei uns rund dreieinhalb Stunden, für die Runde über die Schiena dell’Asino mit 13,6 Kilometern und rund 800 Höhenmetern rechnet Komoot mit gut fünf Stunden reiner Gehzeit. Dazu kommt gut eine Stunde Anfahrt aus Catania, rund eine Stunde aus Taormina.

Wann ist die beste Reisezeit zum Wandern am Ätna?

In den Monaten ohne Schnee, und dann am besten morgens. Im Winter ist die Piano Provenzana ein Skigebiet. Wir waren im September dort, an beiden Tagen zog nachmittags Regen auf, im Süden mit einem kleinen Gewitter.

Wo parkt man am Ätna zum Wandern?

Im Süden kostenlos am Parkplatz Schiena d’Asino an der SP92, rund 1,5 Kilometer östlich des Rifugio Sapienza, dessen großer Parkplatz gebührenpflichtig ist. Im Norden an der Piano Provenzana mit Kennzeichenerkennung: 30 Minuten frei, dann 2 Euro für die erste Stunde, 0,75 Euro für jede weitere, höchstens 5 Euro am Tag (Stand September 2026). Kostenlos stehst du dort auf einem kleinen Platz links in der Kurve kurz davor.

Was kostet der Eintritt zu den Crateri Silvestri?

5 Euro pro Person, seit Oktober 2025. Die Silvestri-Krater am Rifugio Sapienza sind täglich von 8:30 bis 17 Uhr zugänglich, Einwohner Siziliens zahlen nichts (Stand September 2026).

Noch mehr Reisetipps für Sizilien

Folge uns gerne auch auf unseren sozialen Kanälen, wie Facebook, Instagram und Pinterest. Auf diesen Plattformen nehmen wir dich mit auf unsere aktuellen Reisen und zeigen dir magische Bilder & Videos und verraten unsere besten Reisetipps.

Das könnte dich auch interessieren

* In diesem Beitrag verwenden wir sogenannte „Affiliate-Links“ (Werbelinks). Diese leiten dich zu Produkten bzw. Dienstleistungen, welche wir dir zu 100% empfehlen können. Solltest du über diese Links etwas buchen oder kaufen, erhalten wir als Dankeschön eine kleine Provision. Dir entstehen dadurch aber keine weiteren Kosten. Diese Werbeeinnahmen helfen uns all unsere Inhalte, Bilder und Videos auch weiterhin völlig kostenfrei für dich anzubieten.