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Val di Noto: die Barockstädte im Südosten Siziliens und warum Noto die beste Basis ist

Das Val di Noto ist der Südosten Siziliens rund um Noto, Ragusa und Modica und bekannt für seine Barockstädte. Nach dem Erdbeben von 1693 wurden sie im Spätbarock neu gebaut, acht davon sind seit 2002 gemeinsam UNESCO-Welterbe. Dazu kommen Syrakus mit der Altstadtinsel Ortigia, das Naturschutzgebiet Vendicari und die Schlucht Cava Grande del Cassibile.

Judith und ich waren im September sechs Nächte im Val di Noto auf Sizilien unterwegs, mit dem Mietwagen: eine Nacht in Ragusa, drei in einem Ferienhaus in Noto, zwei in Catania. Wer schon in Palermo war: Hier ist alles kleiner und fast überall aus einer Zeit, weil nach 1693 kaum etwas Älteres stehen blieb.

Von den acht Welterbe-Städten haben wir vier gesehen: Catania, Modica, Noto und Ragusa. Caltagirone, Militello, Palazzolo Acreide und Scicli stehen hier recherchiert. Außerdem findest du unsere Route, warum Noto die beste Basis ist, wo wir kostenlos geparkt haben, unsere Fotospots, wie viele Tage du brauchst und eine Karte.

1. Val di Noto auf einen Blick

  • Region: Südosten Siziliens, Provinzen Syrakus, Ragusa und Catania
  • Name: einer von drei historischen Verwaltungsbezirken der Insel, bis 1818. „Val“ heißt hier Bezirk, nicht Tal
  • Bekannt für: Spätbarock nach dem Erdbeben von 1693, UNESCO-Welterbe „Spätbarocke Städte des Val di Noto“ seit 2002
  • Die acht Welterbe-Städte: Caltagirone, Catania, Militello in Val di Catania, Modica, Noto, Palazzolo Acreide, Ragusa, Scicli
  • Außerdem in der Gegend: Syrakus mit Ortigia, die Riserva di Vendicari, Marzamemi, die Cava Grande del Cassibile, Noto Antica
  • Zeit einplanen: vier bis fünf Tage für die großen Barockstädte und Syrakus, sechs bis sieben mit Naturtagen
  • Beste Basis: Noto. Cava Grande, Vendicari, Marzamemi und Syrakus sind von dort je rund eine halbe Stunde entfernt
  • Anreise: Flughafen Catania, von dort mit dem Mietwagen ca. 1 Stunde 15 Minuten bis Noto
  • Parken: am Rand der Altstädte, in Noto ist das Zentrum für Autos gesperrt. Kostenlos standen wir zum Beispiel in Modica an der Via Nazionale, rund 90 m vor dem Busbahnhof. Alle unsere Plätze mit Adresse stehen in Kapitel 9
  • Beste Zeit: Frühjahr und Herbst. Wir waren Mitte September da, bei 25 bis 29 Grad

2. Val di Noto Karte

Auf der Karte findest du alle Orte aus diesem Artikel: die vier Barockstädte, in denen wir waren, die vier anderen Welterbe-Städte, Syrakus, Marzamemi, die beiden Naturziele und die Stellen, an denen wir kostenlos geparkt haben.

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3. Was ist das Val di Noto?

Das Val di Noto war einer von drei historischen Verwaltungsbezirken Siziliens, heute steht der Name vor allem für die Barockstädte im Südosten. Bis 1818 war die Insel in drei „Valli“ geteilt: das Val di Mazara im Westen, das Val Demone im Nordosten und das Val di Noto im Südosten. Dazu gehörten die heutigen Provinzen Ragusa und Syrakus sowie Teile der Provinzen Catania, Enna und Caltanissetta.

Wer heute vom Val di Noto spricht, meint fast immer die Barockstädte rund um Noto und die Küste davor.

4. Das Erdbeben von 1693 und der Barock danach

Palazzo Ducezio in Noto, Barockbau aus der Zeit nach dem Erdbeben von 1693
Nach 1693 neu gebaut: der Palazzo Ducezio, das Rathaus von Noto.

Am Abend des 11. Januar 1693 erschütterte ein Erdbeben der Stärke 7,3 bis 7,4 den Osten Siziliens, zwei Tage nach einem kräftigen Vorbeben. Es gilt als das stärkste je in Italien registrierte Beben. Nach offizieller Statistik starben mehr als 54.000 Menschen, ganze Städte lagen in Trümmern. Was du heute im Val di Noto siehst, ist zum größten Teil in den Jahrzehnten danach entstanden.

Wiederaufgebaut wurde im Stil der Zeit, aber nicht überall nach demselben Plan. Noto zog komplett um, rund acht Kilometer weiter, auf ein neues, gerades Straßenraster. Catania wurde an alter Stelle neu gebaut. In Ragusa entstand neben dem alten Ibla eine neue Oberstadt, Modica und Scicli wuchsen in Nachbarviertel hinein, Caltagirone wurde repariert. Diese Vielfalt ist ein Grund für den Titel der UNESCO. Sie weist auch darauf hin, dass die Städte bis heute von Erdbeben und Ätna-Ausbrüchen bedroht sind.

Gebaut haben vor allem Baumeister aus der Region: Rosario Gagliardi in Noto und Ragusa Ibla, Vincenzo Sinatra in Noto und Palazzolo Acreide, Giovanni Battista Vaccarini in Catania. Das Material kam aus der Umgebung, und das siehst du bis heute: Noto ist aus hellem Kalktuff gebaut, Catania aus dunklem Lavastein vom Ätna.

Gut zu wissen: Vor vielen Bauten stehen braune Tafeln auf Italienisch und Englisch, in Catania mit dem Logo der „Città Tardo Barocche del Val di Noto“. In Noto führt dich auf den Tafeln Rosario Gagliardi persönlich durch die Stadt, als Comicfigur, per QR-Code auch mit Audioguide.

5. Die acht Barockstädte des Val di Noto

Zum Welterbe gehören nicht acht komplette Städte, sondern acht Teile davon: in Caltagirone, Noto und Ragusa die ganze Altstadt, in Catania und Scicli einzelne Viertel, in Modica, Palazzolo Acreide und Militello einzelne Bauten. Zuerst die vier, in denen wir waren, danach die anderen vier in Kürze.

Noto: Barock aus einem Guss

Noto ist die geschlossenste der Barockstädte: eine lange Hauptstraße, der Corso Vittorio Emanuele, rechts und links Kirchen und Palazzi aus hellem Stein, fast alles aus derselben Bauzeit. Wir haben hier drei Nächte gewohnt und die Stadt im Abendlicht und im Regen gesehen, ich zum Fotografieren noch einmal frühmorgens.

Tagsüber ist Noto voll. Abends wird der Stein warm, und einmal stand eine rosa Wolke direkt hinter der Kathedrale. Genau diese Stunden bekommst du nur, wenn du in der Stadt übernachtest.

Den Glockenturm von San Carlo wollte ich frühmorgens hinauf, für den Blick über die Dächer. Er öffnet um zehn. Alles zu Kathedrale, Via Nicolaci, Noto Antica und Parken steht in unserem Artikel über Noto auf Sizilien.

Ragusa Ibla: Barock am Hang

Ragusa besteht aus zwei Städten: oben die Oberstadt, nach 1693 neu angelegt, unten Ibla auf dem alten Grundriss, mit dem Dom San Giorgio von Rosario Gagliardi. Ibla ist steiler als Noto. Statt eines geraden Corso gibt es Treppen, Kurven und Gassen, die oft an einem Aussichtspunkt enden.

Wir haben eine Nacht im B&B Terrazzo su Ibla verbracht, oben an der Kante zur Altstadt, der Abend und der nächste Morgen gehörten Ibla.* Den schönsten Blick hast du von der Treppe bei Santa Maria delle Scale, auch nachts, wenn die Altstadt beleuchtet ist. Auf den Aussichtspunkt für den Sonnenuntergang hat uns erst die Frage von zwei anderen Touristen gebracht, die ihn gesucht haben.

Unser Tipp: Übernachte in Ragusa und nimm Modica am nächsten Tag mit, die beiden liegen nur rund 20 Minuten auseinander. Rundgang, Aussichtspunkte und Parken findest du in unserem Artikel über Ragusa Ibla.

Modica: Barock auf zwei Etagen und Schokolade

Modica liegt in einem Tal und an den Hängen darüber. Unten verläuft der flache Corso Umberto I, oben liegt Modica Alta mit der Kirche San Giorgio. Zum Welterbe gehören hier einzelne Bauten, keine ganze Altstadt.

Bekannt ist Modica für seine Schokolade. Sie wird kalt verarbeitet, also bei niedriger Temperatur, deshalb schmilzt der Zucker nicht und bleibt körnig. Wir waren in der Antica Dolceria Bonajuto am Corso, dem ältesten Hersteller der Stadt (seit 1880), und haben probiert. Das Castello war bei uns an einem Sonntag geschlossen.

Zum Schluss sind wir zu einem Aussichtspunkt auf der anderen Talseite gefahren, von dem du die ganze Stadt siehst. Im Hintergrund grummelte ein Gewitter. In Modica blieb es beim Grummeln. Für die Stadt reicht ein halber Tag, alles Weitere steht im Artikel über Modica auf Sizilien.

Catania: Barock aus Lavastein

Catania ist die große Ausnahme im Val di Noto: knapp 300.000 Einwohner, Verkehr, Märkte, und über allem der Ätna. Wiederaufgebaut wurde an alter Stelle, zu großen Teilen aus dunklem Lavastein. Am Domplatz stammen die Fassade der Kathedrale und der Elefantenbrunnen von Giovanni Battista Vaccarini, und in der Via Crociferi reihen sich die Barockkirchen dicht an dicht.

Wir waren zwei Nächte in Catania. Morgens um halb neun war der Domplatz noch ziemlich leer, im Dom waren wir drin, und das hat sich gelohnt. Von der Via Etnea aus haben wir den Ätna qualmen sehen. Judiths Fund war die Grotte unter der Osteria A Putia dell’Ostello: Mit einem Getränk darfst du hinunter, und neben dir rauscht der Amenano durch das Lavagestein.

Beim Autofahren gilt in Catania die sizilianische Grundregel: Es gibt keine Regel, man muss nur aufpassen, dass man mit keinem zusammenstößt. Lass das Auto deshalb an der Unterkunft stehen. Alles Weitere steht in unserem Artikel über die Catania Sehenswürdigkeiten.

Caltagirone, Militello, Palazzolo Acreide und Scicli

Die anderen vier Welterbe-Städte im Überblick, mit der Fahrzeit ab Noto (gerundet):

  • Palazzolo Acreide liegt in den Hügeln der Monti Iblei, rund 40 Minuten von Noto. Die Stadt mit knapp 8.000 Einwohnern geht auf das griechische Akrai zurück, 664 v. Chr. von Syrakus aus gegründet, samt Theater aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. Barock sind vor allem San Sebastiano mit seiner großen Freitreppe und San Paolo, dessen Fassade von Vincenzo Sinatra stammt.
  • Scicli (rund 27.000 Einwohner) liegt etwa 20 Minuten südlich von Modica, von Noto knapp eine Stunde. Bekannt sind die Barockstraße Via Francesco Mormino Penna und der Palazzo Beneventano mit seinen Balkonen. Das Rathaus kennst du vielleicht aus dem Fernsehen: In den Montalbano-Verfilmungen ist es das Kommissariat.
  • Caltagirone (rund 35.000 Einwohner) liegt im Landesinneren, 1 Stunde 40 Minuten von Noto, und gilt als Keramikstadt Siziliens. Die Scalinata di Santa Maria del Monte hat 142 Stufen mit handbemalten Kacheln, am 24. und 25. Juli wird sie mit Kerzen und Öllampen beleuchtet.
  • Militello in Val di Catania ist mit rund 6.600 Einwohnern die kleinste der acht, gut 50 Kilometer südwestlich von Catania und von Noto rund 1,5 Stunden entfernt. Bekannt sind die Chiesa Madre San Nicolò e Santissimo Salvatore und Santa Maria della Stella.

6. Der Südosten jenseits der Barockstädte

Zwischen Noto und dem Meer liegen ein Naturschutzgebiet, ein Fischerdorf und eine Schlucht, dazu Syrakus. Alles ist von Noto aus in rund einer halben Stunde erreichbar. Deshalb lohnt es sich, dort mehrere Nächte zu bleiben.

Syrakus und Ortigia

Läden mit handgemachten Arbeiten in der Via Capodieci in Ortigia
Via Capodieci: vorne Laden, hinten Werkbank.

Syrakus gehört nicht zum Welterbe des Val di Noto, lag aber im historischen Bezirk und hat einen eigenen Welterbe-Titel, seit 2005 zusammen mit der Felsnekropole von Pantalica. Die Altstadt ist die Insel Ortigia, über drei Brücken mit dem Festland verbunden. Barock gibt es auch hier: Die Fassade der Kathedrale wurde ab 1728 neu gebaut, nachdem das Erdbeben von 1693 sie beschädigt hatte. Dahinter stecken die Säulen eines griechischen Athena-Tempels.

Uns haben die Gassen und die kleinen Werkstattläden gefallen, vorne Verkauf, hinten Werkbank. Weniger gefallen haben uns die vielen geführten Gruppen und die Mittagshitze auf der Piazza Duomo, bei 27 Grad so grell, dass kaum ein gutes Foto gelang.

Kostenlos geparkt haben wir am Largo Gaetano Arezzo della Targia, zehn Minuten zu Fuß vor Ortigia, den ganzen Tag (im Laden nebenan nachgefragt). Mehr über Syrakus und Ortigia.

Riserva di Vendicari und Cala Mosche

Die Riserva di Vendicari ist ein Naturschutzgebiet an der Küste zwischen Noto und Pachino: Lagunen mit Flamingos, eine verfallene Thunfischfabrik mit Schornstein und im Norden die Badebucht Cala Mosche. Vom Haupteingang zur Cala Mosche und zurück sind es rund 8,5 Kilometer, flach, aber ohne Schatten.

Die Flamingos waren da, wenige und noch sehr weiß. Von der Tonnara stehen nur noch Mauern ohne Dach, der Schornstein und alte Öfen, die Tafeln davor erzählen ihre Geschichte bis 1944. Die Cala Mosche ist ein schöner Sandstrand mit flachem Wasser. Warum sie gern als schönster Strand der Gegend gilt, hat sich uns trotzdem nicht erschlossen. Im Reservat gibt es nichts zu kaufen, nimm also genug Wasser mit.

Wichtig: Der Eintritt kostet 3,50 € und wird nur mit Karte bezahlt, Bargeld nimmt das Reservat nicht (Stand September 2026, Seite der Reservate). Parken ging kostenlos an der Straße vor dem Haupteingang. Mehr über Vendicari und die Cala Mosche.

Marzamemi

Fischerhäuser mit Ziegeldächern an der Piazza Regina Margherita in Marzamemi
Die Piazza Regina Margherita am Nachmittag.

Marzamemi ist ein Fischerdorf mit knapp 400 Einwohnern, rund 20 Autominuten südlich von Vendicari. Schön ist die Piazza Regina Margherita mit den Gassen drumherum. Die alte Tonnara verfällt, am Hafen wirkt vieles für Besucher gemacht. Unser Tipp ist der Laden Martin old Sicily an der Piazza: einmal durchgehen, hinten wartet ein Balkon mit Meerblick.

Von allen Orten, die wir auf Sizilien besucht haben, ist Marzamemi der, den ich am ehesten hätte weglassen können. Gute Fotos, ein Kaffee auf der Piazza, nach einer Stunde bist du durch. Als Abstecher nach Vendicari passt es trotzdem. Kostenlos parkst du am Kreisel an der Via Mario Falla, sieben bis acht Minuten zu Fuß von der Piazza. Für wen sich der Abstecher lohnt, steht in unserem Artikel über Marzamemi.

Cava Grande del Cassibile

Die Cava Grande del Cassibile ist eine rund zehn Kilometer lange Schlucht zwischen Avola und Noto. Am Grund liegen die Laghetti, natürliche Becken, in denen du schwimmen kannst. Hinunter geht es über die Stufen der Scala Cruci, je nach Fototempo 30 bis 45 Minuten. Der Weg ist seit August 2024 offiziell wieder offen, auch wenn viele Seiten noch „gesperrt“ schreiben.

Außer uns waren unten nur vier andere Leute. Judith ist geschwommen, und auf dem Rückweg am Canyon haben wir Tausende Eidechsen gesehen, dazu eine Blindschleiche. Insgesamt waren wir fünfeinhalb Stunden unterwegs. Der Aufstieg zieht sich, jedenfalls für mich.

Wichtig: Der Parkplatz am Eingang kostet ca. 5 € und nimmt nur Bargeld, der Eintritt von 2 € geht nur mit Karte (Stand September 2026). Mehr über die Cava Grande del Cassibile.

7. Noto als Basis: warum wir dort drei Nächte gewohnt haben

Ferienhaus Casa Bellavista in Noto mit bepflanzter Terrasse
Die Casa Bellavista, drei Nächte unsere Basis.

Wenn du für das Val di Noto nur eine Unterkunft buchen willst, nimm sie in Noto. Die Stadt liegt in der Mitte: Cava Grande, Vendicari, Marzamemi und Syrakus erreichst du mit dem Auto in rund einer halben Stunde, Palazzolo Acreide in ca. 40 Minuten, Modica in knapp einer Stunde und Ragusa in gut einer Stunde.

Wir haben in der Casa Bellavista gewohnt, einem kleinen Ferienhaus mit Küche, zehn Minuten zu Fuß von der Kathedrale, die wir schon von der Haustür aus sehen konnten.* Geparkt haben wir kostenlos an der Unterkunft, eingekauft im Supermarkt auf dem Weg, abends meistens selbst gekocht. Zwischendurch sind wir zu Fuß in die Stadt gelaufen, einmal ins Abendlicht, einmal in den Regen.

Unser Tipp: Plane mindestens drei Nächte, dann hast du die Abende für Noto und zwei Tage für Ausflüge. Weitere Unterkünfte in Noto findest du auf Booking.com.* Rund um die Stadt gibt es außerdem Agriturismi, also Bauernhöfe mit Gästezimmern, für alle, die lieber auf dem Land wohnen.

Andere Standorte funktionieren auch, je nach Schwerpunkt: Ragusa für den Westen mit Modica und Scicli, Syrakus für Stadtleben am Meer, Catania für die Nähe zum Flughafen und zum Ätna.

8. Unsere Route durch das Val di Noto

So sind wir gefahren, mit dem Mietwagen von Westen kommend. Die Reihenfolge funktioniert auch als Vorlage:

  1. Ragusa Ibla, eine Nacht: Ankunft am späten Nachmittag, Abend und Morgen in der Altstadt
  2. Modica, ein halber Tag auf dem Weg nach Noto
  3. Noto, drei Nächte: ein Tag in der Cava Grande, ein Tag in Vendicari mit Abstecher nach Marzamemi, die Abende in Noto
  4. Syrakus, ein halber Tag in Ortigia auf dem Weg nach Catania
  5. Catania, zwei Nächte, danach weiter zum Ätna

9. Mit dem Auto durchs Val di Noto: Parken, Straßen, Touren

Mit dem Mietwagen ist das Val di Noto am einfachsten. Zwischen den Städten fahren Busse, etwa von Interbus ab Catania und Syrakus. Vendicari und die Cava Grande liegen aber abseits der Orte, dorthin sind wir mit dem Auto gefahren.

In vielen Altstädten gelten Zonen mit beschränkter Zufahrt (ZTL), in Noto ist das Zentrum für Autos ganz gesperrt. Du parkst also am Rand und läufst. Diese Plätze haben bei uns funktioniert, alle kostenlos:

  • Modica: Via Nazionale, die Straße aus Richtung Ragusa, rund 90 m vor dem Busbahnhof am Anfang des Corso Umberto I
  • Syrakus: Largo Gaetano Arezzo della Targia, ganztägig, zehn Minuten zu Fuß nach Ortigia
  • Marzamemi: am Kreisel an der Via Mario Falla, sieben bis acht Minuten zur Piazza
  • Vendicari: an der Straße vor dem Haupteingang, um zehn Uhr war noch Platz
  • Noto und Ragusa: an unseren Unterkünften

Kostenpflichtig war der Parkplatz an der Cava Grande, ca. 5 €, nur bar.

Wichtig: Nach Gewittern steht auf den Landstraßen schnell Wasser, und wie tief es ist, siehst du vom Auto aus nicht. Zwischen Modica und Noto hatten wir kurz die Sorge, stecken zu bleiben. Lass außerdem nichts im Auto liegen, darauf hat uns in Catania auch unser Vermieter ausdrücklich hingewiesen.

Ohne Mietwagen bringt dich eine Tagestour in die drei bekanntesten Barockstädte. Ab Catania fährt eine Kleingruppentour mit Guide nach Noto, Modica und Ragusa, rund acht Stunden, Führung auf Englisch, Italienisch oder Spanisch (Angebote ansehen).* Ab Syrakus gibt es dieselbe Runde ohne Guide, mit Fahrer, Audioguide und viel freier Zeit in den Städten (Angebote ansehen).* Wer lieber auf Deutsch unterwegs ist: Eine dritte Tour ab Syrakus mit Abholung, rund neun Stunden, wird laut Anbieter auch auf Deutsch angeboten (Angebote ansehen).*

10. Fotospots im Val di Noto

San Giorgio in Modica Alta, mit dem Tele vom Aussichtspunkt fotografiert
Mit dem Tele vom Aussichtspunkt, am frühen Nachmittag.

Fünf Stellen, an denen sich die Kamera lohnt, jeweils mit der Uhrzeit, zu der wir dort waren. Alle Fotos sind mit dem Smartphone entstanden (Google Pixel 7 Pro), die Brennweiten sind ins Kleinbild umgerechnet.

  • Noto, Kathedrale San Nicolò am frühen Abend: vom Corso aus vor Sonnenuntergang leicht von unten, mit der ganzen Freitreppe. Regnet es, nach Einbruch der Dunkelheit die Kamera tief über das nasse Pflaster halten, dann spiegeln sich die Lichterbögen darin.
  • Ragusa Ibla von der Treppe bei Santa Maria delle Scale, am späten Nachmittag und nachts: von oben über die ganze Altstadt, nachts, wenn Ibla beleuchtet ist.
  • Modica Alta vom Aussichtspunkt an der Via San Benedetto da Norcia, am frühen Nachmittag: mit dem Tele holst du San Giorgio samt Freitreppe heran. Nachmittags hat die Oberstadt die Sonne von vorn.
  • Ortigia, Via Resalibera gegen elf: Das Tele (117 mm) schiebt die enge Gasse mit ihren Laternen zusammen.
  • Cava Grande, oberer Teil der Scala Cruci, kurz vor zehn: mit dem 5-fach-Tele (117 mm) von oben auf die Becken.

11. Wie viele Tage brauchst du für das Val di Noto?

Vier bis fünf Tage reichen für die großen Barockstädte und Syrakus, mit zwei Naturtagen werden es sechs bis sieben. Wir hatten sechs Nächte und haben damit vier Barockstädte, Syrakus, Marzamemi, Vendicari und die Cava Grande gesehen.

  • Zwei Tage: Noto mit Übernachtung, dazu Modica und Ragusa Ibla
  • Vier bis fünf Tage: zusätzlich Syrakus und ein Naturtag, Vendicari oder Cava Grande
  • Eine Woche: dazu Catania, beide Naturtage und eine der anderen Welterbe-Städte, am schnellsten erreichbar sind Palazzolo Acreide und Scicli

12. Das Val di Noto bei Regen

Lichterbögen spiegeln sich im nassen Pflaster von Noto
Regenabend in Noto.

Die Barockstädte gewinnen bei Regen eher, die Naturziele verlieren. In Noto fing es an einem Abend erst leicht, dann kräftig an zu regnen. Die Gassen wurden leerer, und im nassen Pflaster spiegelten sich die Lichter, bis es uns zu viel wurde.

Die Cava Grande solltest du nach Regen nicht fest einplanen: Die Stufen der Scala Cruci werden rutschig, und das Reservat bleibt dann manchmal geschlossen. Und auf den Landstraßen steht nach Gewittern schnell Wasser (siehe Kapitel 9).

Für drinnen: In Catania waren wir im Dom, und die Grotte unter der A Putia dell’Ostello liegt ohnehin unter der Erde. In Noto zeigt das Museo Civico am Corso einen VR-Film über das Erdbeben von 1693, Adresse und Preise stehen im Noto-Artikel.

13. Wann ist die beste Reise- und Tageszeit für das Val di Noto?

Frühjahr und Herbst, und am Tag der frühe Morgen und der Abend. Wir waren Mitte September da, bei 25 bis 29 Grad, oft drückend, dazu ein Gewitter und ein verregneter Abend. Auf der hellen Piazza Duomo in Syrakus war es mittags kaum auszuhalten.

Im Mai feiert Noto die Infiorata: Rund um den dritten Sonntag im Mai liegen in der Via Nicolaci Bilder aus Blüten auf dem Pflaster, laut Tafel vor Ort seit 1980. Dann ist die Stadt entsprechend voll.

Über den Tag gilt: Morgens und abends sind die Barockstädte am schönsten und am leersten, mittags am vollsten und am grellsten. Der Domplatz von Catania war um halb neun noch ziemlich leer, Noto zeigt sich im Abendlicht.

14. Essen und Trinken im Val di Noto: wo wir eingekehrt sind

Rote Stühle auf dem Balkon der Bar del Duomo in Modica
Auf dem Balkon der Bar del Duomo, dahinter San Giorgio.

In Noto haben wir meistens selbst gekocht. Unterwegs waren das unsere Stationen:

  • Caffè Opera (Piazza Vincenzo Bellini 15, Catania): unsere erste Granita mit Brioche, Pistazie, dazu Americano für je 2,50 € (Stand September 2026). Der Kaffee war richtig gut.
  • Bar del Duomo (Via San Michele 6, Modica): direkt neben San Giorgio, Kaffee und für mich ein Arancino, die frittierte Reiskugel. Auf dem Balkon siehst du den Turm von San Giorgio.
  • Ccà e Ddà (Via Dione 24, Ortigia): zwei Americano für je 2 € in einer ruhigen Ecke im Schatten. Die Croissants waren schon aus, die Granita haben wir hier verpasst.
  • dalla terra bistrot (am Haupteingang der Riserva di Vendicari): ein Garten unter Bäumen, laut Aushang täglich 9 bis 19 Uhr, Kaffee 1,50 €, Granita 3,50 € (Preistafel, Stand September 2026).

Fun Fact: Ein Tal suchst du im Val di Noto vergeblich. „Val“ kommt hier nicht von valle, dem Tal, sondern von vallo, einem Verwaltungsbezirk, vermutlich aus der Zeit der arabischen Herrschaft. Schluchten gibt es trotzdem, siehe Cava Grande.

Was ich beim nächsten Mal anders machen würde: Syrakus früher angehen, um acht Uhr statt um halb elf, und am liebsten im Oktober. Noto Antica, die Ruinen der alten Stadt, auf dem Rückweg von der Cava Grande mitnehmen, nach fünfeinhalb Stunden in der Schlucht waren wir dafür zu müde. Und den Glockenturm von San Carlo auf den späten Vormittag legen.

15. Lohnt sich das Val di Noto?

Ja, wenn du Barock, Architektur und Fotografie magst und Städte gern mit Natur kombinierst. Die Barockstädte liegen so dicht beieinander, dass du mit einer Basis in Noto jeden Tag in eine andere Richtung fahren kannst, und das Meer ist nie weit. Plane mindestens vier Tage ein.

Eher nein, wenn du für ganz Sizilien nur ein paar Tage hast. Dann nimm Noto mit einer Übernachtung als Kostprobe statt der ganzen Region. Und wer schlecht zu Fuß ist, hat es in Ragusa Ibla und Modica Alta mit ihren Treppen schwer.

Gut zu wissen: In fast jede Kirche kommst du nur gegen einen kleinen Eintritt. Für „rein, Foto, raus“ war uns das meistens zu schade, die meisten Kirchen haben wir deshalb von außen gesehen.

Unser Fazit zum Val di Noto

Im Val di Noto liegen vier sehr unterschiedliche Barockstädte, ein Reservat, ein Fischerdorf und eine Schlucht so nah beieinander, dass eine einzige Unterkunft reicht. Unsere Empfehlung: Buch drei Nächte in Noto, kombiniere jeden Barocktag mit einem Tag draußen und heb dir Noto selbst für die Abende auf. Mehr Bilder von unserer Sizilien-Reise zeigen wir auf unserem Instagram-Kanal.

Warst du schon im Val di Noto, vielleicht in Scicli oder Caltagirone? Schreib uns in die Kommentare, welche Barockstadt dir am besten gefallen hat.

Häufige Fragen zum Val di Noto

Was ist das Val di Noto, ein Tal oder eine Stadt?

Weder noch: Das Val di Noto ist ein historischer Verwaltungsbezirk im Südosten Siziliens rund um Noto, Ragusa und Modica. Heute steht der Name vor allem für die Barockstädte, die nach dem Erdbeben von 1693 neu gebaut wurden. „Val“ kommt dabei von vallo, Bezirk, nicht von valle, Tal.

Welche Städte gehören zum UNESCO-Welterbe Val di Noto?

Acht Städte: Caltagirone, Catania, Militello in Val di Catania, Modica, Noto, Palazzolo Acreide, Ragusa und Scicli. Sie stehen seit 2002 gemeinsam als „Spätbarocke Städte des Val di Noto“ auf der Welterbeliste.

Lohnt sich das Val di Noto?

Ja, wenn du Barock und Fotografie magst und mindestens vier Tage hast. Die Barockstädte liegen nah beieinander, dazu kommen Strände und Schluchten in einer halben Stunde Fahrt. Wer schlecht zu Fuß ist, hat es in Ragusa Ibla und Modica Alta mit den vielen Treppen schwer.

Wie viele Tage braucht man für das Val di Noto?

Vier bis fünf Tage für Noto, Ragusa Ibla, Modica und Syrakus, sechs bis sieben mit Ausflügen in die Natur wie Vendicari oder die Cava Grande del Cassibile. Für einen ersten Eindruck reichen zwei Tage mit Übernachtung in Noto.

Wann ist die beste Reisezeit für das Val di Noto?

Frühjahr und Herbst. Im Sommer ist es auf den hellen Plätzen mittags sehr heiß, im Mai feiert Noto die Infiorata. Wir waren Mitte September da, bei 25 bis 29 Grad. Über den Tag sind Morgen und Abend die besten Zeiten.

Wo übernachtet man am besten im Val di Noto?

In Noto. Von dort erreichst du Syrakus, Vendicari, Marzamemi und die Cava Grande in rund einer halben Stunde, Modica und Ragusa in etwa einer Stunde. Wer vor allem den Westen mit Modica und Scicli sehen will, übernachtet in Ragusa.

Noch mehr Reisetipps für Sizilien

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