Kappeln an der Schlei ist eine Hafenstadt mit knapp 9.000 Einwohnern, in der drei Dinge zusammenkommen, die man selten am selben Ort findet: eine Altstadt aus Giebelhäusern, der einzige erhaltene Heringszaun Europas und ein Museumshafen mit rund 30 historischen Seglern. Die wichtigsten Kappeln Sehenswürdigkeiten liegen dabei so dicht beieinander, dass du sie an einem Tag zu Fuß schaffst. Wir waren im Frühjahr dort, als in der Altstadt die Narzissen blühten und am Hafen noch kaum jemand unterwegs war.
Wenn du Husum kennst: Kappeln ist kleiner, maritimer und deutlich weniger überlaufen. Und es ist der Ort, in dem die ZDF-Serie „Der Landarzt“ gedreht wurde, was man der Stadt bis heute anmerkt, weil die Kulisse einfach die echte Stadt war.
Kappeln auf einen Blick
- Wo: Schleswig-Holstein, am Nordufer der Schlei, rund 45 km von Flensburg und 25 km von Schleswig entfernt
- Wie lange: Altstadt und Hafen in 2 bis 3 Stunden, mit Olpenitz und den Schleidörfern gut zwei Tage
- Parken: 1,50 Euro pro Stunde, Tagesticket 13,50 Euro. Es gibt aber vier kostenfreie Parkplätze, siehe unten
- Nicht verpassen: Heringszaun, Museumshafen, Blick von der Schleibrücke
- Beste Zeit: Mai bis September. Im Frühjahr ist die Altstadt am schönsten und am leersten
- 2026 wichtig: Die Angelner Dampfeisenbahn fährt dieses Jahr ohne Dampflok
Karte: alle Sehenswürdigkeiten in Kappeln
Alle Punkte aus diesem Artikel haben wir auf einer Karte gesammelt, dazu die Ausflugsziele in der Umgebung und die Parkplätze. Die Karte lädt erst, wenn du der Einbindung zustimmst.
Sehenswürdigkeiten in Kappeln an der Schlei
1. Die Altstadt und die Fußgängerzone
Die Altstadt von Kappeln ist klein, und genau das ist ihr Vorteil. Vom Rathaus bis zum Hafen brauchst du keine zehn Minuten. Die schönste Ecke ist die Gasse, die in Kopfsteinpflaster zur Schlei hinunterfällt, links und rechts schmale Giebelhäuser, unten das Wasser. Dort standen wir eine ganze Weile, weil kein Auto kam und die Gasse einfach still war.

In der Fußgängerzone lohnt der Blick nach unten. Ins Pflaster sind Messing-Heringe eingelassen, die dich vom Rathaus zum Heringszaun führen. Sie sind unauffällig genug, dass viele Besucher komplett daran vorbeilaufen. Wenn du sie einmal gesehen hast, siehst du sie überall.



2. St.-Nikolai-Kirche
Die St.-Nikolai-Kirche ist ein Backsteinbau von 1789 bis 1793 mit barocker Ausstattung. Von außen fällt vor allem der achteckige Turm mit dem grünen Kupferhelm auf, der zwischen den Giebelhäusern steht und aus fast jeder Gasse zu sehen ist. Vom Wasser aus ist er das Erkennungszeichen der Stadt.
Adresse: Kehrwieder, 24376 Kappeln

3. Mühle Amanda und das Historische Sägewerk
Die Holländermühle Amanda von 1888 steht am oberen Ende der Stadt und ist ihr zweites Wahrzeichen. Wichtig zu wissen, bevor du hinfährst: Die Mühle ist derzeit nur von außen zu besichtigen. Wer mit einer Innenführung rechnet, steht sonst vor verschlossener Tür.
Direkt daneben liegt das Historische Sägewerk, und das ist der Teil, den die meisten Reiseführer unterschlagen. Es ist ein arbeitendes Museum: Die Maschinen stammen aus den Jahren 1895 bis 1936 und laufen noch. Wenn du zwischen Mühle und Sägewerk stehst, hast du in fünfzig Metern zwei komplette Industriezeitalter beisammen.
Im Müllerhaus gegenüber der Mühle sitzt außerdem die Touristinformation, Schleswiger Straße 1. Geöffnet ist Mo bis Fr 10 bis 17 Uhr und Sa/So 10 bis 14 Uhr (April, Mai, Oktober und Juni bis September), von November bis März Mo bis Fr 10 bis 16 Uhr und am Wochenende geschlossen. Telefon 04642 4027. Stand 2026.

4. Museumshafen und Schleimuseum
Der Museumshafen ist für uns der Grund, warum Kappeln mehr ist als eine hübsche Kleinstadt. Rund 30 historische Schiffe liegen hier, darunter gaffelgetakelte Arbeitsschiffe wie die Ane, die Christina und die Fortuna, dazu Nachbauten von Rettungsschiffen und alte Yachtklassiker. Das sind keine Museumsstücke hinter Glas, sondern Schiffe, an denen jemand schraubt.
Der Hafen ist frei zugänglich, du kannst also einfach über die Stege gehen. Feste Öffnungszeiten oder Eintrittspreise gibt der Verein nicht an.
Adresse: Am Südhafen 6, 24376 Kappeln
5. Der Heringszaun
Der Heringszaun in Kappeln ist der einzige erhaltene Heringszaun Europas. Er besteht aus rund 2.000 Pfählen, die in den Schleigrund gerammt sind, zwischen 1,80 und 4,50 Meter lang. Urkundlich taucht er schon 1451 auf, als der Schleswiger Bischof zwei Heringszäune gegen Ländereien und 200 Mark tauschte. Um 1600 standen allein in der Schlei noch rund 40 davon.
Wichtig für die Erwartung: Kommerziell gefischt wird hier nicht mehr. Der Zaun steht unter Denkmalschutz, der Heringsfang läuft nur noch als Kulturpflege weiter. Zu sehen ist er von der Promenade direkt neben der Schleibrücke. Unspektakulär auf den ersten Blick, ein paar Pfähle im Wasser. Der Reiz liegt darin, was sie bedeuten.

6. Die Schleibrücke
Die Schleibrücke ist eine Doppelklappbrücke und der beste Aussichtspunkt der Stadt, den man nicht bezahlen muss. Von der Mitte aus siehst du in einer Drehung den Museumshafen, die Altstadt mit dem Kirchturm, den Heringszaun und die Schlei nach beiden Seiten. Wenn die Brücke öffnet, geht gar nichts mehr, dann warten Autos, Radfahrer und Fußgänger gemeinsam. Uns hat das nicht gestört, es war die beste Gelegenheit zum Fotografieren.
7. Fischmarkt und Fischereihafen
Am Hafen liegen die Kutter, und zwar arbeitende. Bei unserem Besuch lag die NINA am Steg, daneben ein roter Kutter, an Deck orange Netze und darüber die Möwen. Der Fischmarkt am Kappelner Hafen ist der Ort, an dem die Stadt nicht für Besucher aussieht, sondern für sich selbst.

8. Angelner Dampfeisenbahn: was 2026 anders ist
Die Museumsbahn fährt seit 1979 von Kappeln durch Angeln nach Süderbrarup, rund eine Stunde pro Richtung. Und hier kommt der Punkt, den du vor der Anreise wissen solltest: Die Dampflok ist 2026 wegen einer Reparatur nicht im Einsatz. Gefahren wird mit Diesellok oder Schienenbussen. Die Fahrt lohnt trotzdem, aber wer die Kinder mit „wir fahren mit einer Dampflok“ lockt, hat ein Problem am Bahnsteig.
- Saison 2026: 3. Mai bis 20. September
- Fahrtage: jeden zweiten Sonntag, ausgewählte Mittwoche, samstags vom 30. Mai bis 12. September, täglich vom 24. bis 28. Juli
- Ab Kappeln: 10:45 und 13:45 Uhr, zurück ab Süderbrarup 12:00 und 15:00 Uhr
- Preise: Erwachsene 14 Euro einfach, 21 Euro hin und zurück. Kinder von 5 bis 16 Jahren 7 bzw. 10 Euro, unter 5 Jahren frei
- Familienkarte: 2 Erwachsene und 3 Kinder für 33 Euro einfach, 50 Euro hin und zurück. Für einen Erwachsenen mit 3 Kindern 20 bzw. 30 Euro
- Kombiticket Bahn und Schiff: 36 Euro für Erwachsene, 18 Euro für Kinder
- Fahrrad und Hund: je 5 Euro
- Reservierung: bis 18 Stunden vor Abfahrt. Samstags und zum Brarup-Markt gibt es keine Reservierung
Fahrplan und Buchung stehen auf der Website der Angelner Dampfeisenbahn. Alle Angaben Stand 2026, vor der Fahrt kurz gegenprüfen.
9. Die Aaltürme
Die Aaltürme an der Schlei sind hölzerne Gerüste, von denen aus früher nach Aalschwärmen Ausschau gehalten wurde. Sie sehen aus wie zu groß geratene Hochsitze am Wasser und sind ein Motiv, das du in dieser Form kaum woanders bekommst. Für Fotos ist das späte Licht am besten, dann stehen sie als Silhouette gegen die Schlei.
Olpenitz: was das Ostseeresort wirklich ist
Olpenitz sorgt regelmäßig für Verwirrung, deshalb kurz und klar: Olpenitz ist ein Ortsteil von Kappeln, etwa fünf Kilometer östlich der Altstadt, dort wo die Schlei in die Ostsee mündet. Bis 2006 lag hier ein Marinestützpunkt der Bundeswehr. Auf dem Gelände ist danach das Ostseeresort Olpenitz entstanden, eine große Ferienhaussiedlung mit eigenem Hafen, Kanälen und Strandzugang.
Ob dir das gefällt, hängt davon ab, was du suchst. Es ist keine gewachsene Ortschaft, sondern eine geplante Anlage: neue Häuser in Reihen, breite Wege, viel Wasser dazwischen. Wer eine Ferienwohnung mit Bootsliegeplatz und Ostsee vor der Tür will, ist hier goldrichtig. Wer alte Fischerhäuser und schiefes Kopfsteinpflaster sucht, fährt die fünf Kilometer in die Kappelner Altstadt.
Praktisch ist die Kombination trotzdem stark: Du wohnst am Meer und hast eine echte Kleinstadt mit Bäcker, Fischmarkt und Museumshafen als Nachbarn. Genau deshalb tauchen bei der Suche nach Kappeln so oft Unterkünfte in Olpenitz auf.
Weidefelder Strand
Der Weidefelder Strand ist der nächste Ostseestrand an Kappeln und gehört zum gleichen Eck wie Olpenitz. Breiter Sandstrand, flaches Wasser, Dünen dahinter. Für einen Nachmittag nach dem Stadtbummel ist das die naheliegendste Kombination, die Kappeln zu bieten hat: morgens Altstadt, mittags Fischbrötchen, nachmittags Ostsee.
Ausflugsziele rund um Kappeln
Maasholm und das Naturerlebniszentrum
Maasholm liegt rund zehn Kilometer nördlich, direkt am Schleiausgang, und ist ein echtes Fischerdorf. Der Hafen ist voll mit kleinen Booten, und der Ort hat sich seine Ruhe erhalten. Das Naturerlebniszentrum erklärt die Schlei als Lebensraum und ist vor allem mit Kindern eine gute Adresse, wenn das Wetter kippt.

Lotseninsel Schleimünde
Die Lotseninsel liegt genau in der Schleimündung und ist nur per Schiff erreichbar, entweder mit dem Ausflugsboot von Kappeln oder mit der Fähre von Maasholm. Auf der Insel gibt es ein Naturschutzgebiet, den alten Lotsenhof und einen Leuchtturm. Wer eine Bootsfahrt auf der Schlei machen will, hat hier gleich ein Ziel dazu.
Strand Schönhagen und die Halbinsel Schwansen
Auf der Südseite der Schlei beginnt die Halbinsel Schwansen, eine sanft gewellte Landschaft aus Feldern, Knicks und Gutshöfen. Der Strand von Schönhagen ist der bekannteste Abschnitt: breit, sauber und mit einer Promenade, an der es auch etwas zu trinken gibt. Von Kappeln fährst du rund 20 Minuten, allerdings über die Schleibrücke, und die kann geöffnet sein.
Lindaunisbrücke
Die Lindaunisbrücke weiter schleiaufwärts ist eine der letzten Brücken in Deutschland, über die Autos, Züge und Fußgänger auf einer gemeinsamen Fahrbahn geführt werden. Für Technikfreunde ist das ein kleines Ereignis, für alle anderen ein guter Fotostopp auf dem Weg nach Schleswig.
Schifffahrt auf der Schlei
Vom Kappelner Hafen fahren Ausflugsschiffe auf der Schlei, unter anderem zur Lotseninsel Schleimünde und schleiaufwärts Richtung Schleswig. Die Schlei ist keine offene See, sondern ein schmaler Meeresarm, also ist die Fahrt auch bei Wind erstaunlich ruhig, und du bist die ganze Zeit dicht am Ufer.
Am günstigsten wird es in Kombination mit der Museumsbahn: Das Kombiticket Bahn und Schiff kostet 36 Euro für Erwachsene und 18 Euro für Kinder. Aktuelle Fahrpläne hängen an der Anlegestelle am Hafen und stehen bei der Touristinformation im Müllerhaus.
Mit dem Rad an der Schlei
Die Schlei ist Radfahrerland: flach, gut ausgeschildert und nie weit vom Wasser. Von Kappeln aus lohnt die Runde ans Nordufer nach Maasholm oder die längere Tour Richtung Arnis und Sieseby. Räder leihen kannst du in Kappeln direkt, und mit dem Kombiticket der Museumsbahn bekommst du das Rad für 5 Euro mit in den Zug, was aus einer Strecke eine bequeme Rundtour macht.
Die Schleidörfer: Sieseby, Arnis und Lindaunis
Wenn du nach Kappeln kommst und noch einen halben Tag hast, dann fahr die Schleidörfer an. Sie sind der Grund, warum die Region mehr ist als ein Ort mit Hafen.
Sieseby am Südufer ist ein Reetdachdorf, das aussieht wie gemalt: eine Straße, Reetdächer, eine Kirche am Wasser. Es ist denkmalgeschützt und entsprechend gut in Schuss.
Arnis ist die kleinste Stadt Deutschlands, gegründet 1667 von Fischern, die sich der Leibeigenschaft entziehen wollten. 258 Einwohner, eine Hauptstraße, eine Schifferkirche. Du hast den Ort in einer halben Stunde gesehen und erzählst danach jahrelang davon.
Lindaunis ist kaum mehr als die Brücke, ein Gasthof und der Blick auf die Schlei. Genau deswegen fahren Leute hin.
Essen und Trinken in Kappeln
Fischbrötchen am Hafen
Das Fischbrötchen gehört in Kappeln zum Programm, und du bekommst es am Hafen direkt dort, wo die Kutter liegen. Unsere Regel dabei: nicht das erste Schild nehmen, sondern das, vor dem Einheimische stehen. In Kappeln funktioniert das erstaunlich gut, weil der Ort klein genug ist, dass man die Unterschiede sieht.
Frühstücken und Kaffee
Fürs Frühstück und für Kuchen ist das Café Alte Schmiede in der Schmiedestraße 41 die naheliegende Adresse, mitten in der Altstadt und wenige Schritte vom Großparkplatz. Wenn du einen Geheimtipp für ein Restaurant in Kappeln suchst, dann liegt er ohnehin selten in der Fußgängerzone, sondern am Wasser.
Hafenheimat
Die Hafenheimat war unser Favorit, allein schon wegen der Lage: Backsteinfassade, Holzterrasse, Korbstühle und dahinter das Hafenwasser. Der Name ist keine Marketingerfindung, das Haus sieht wirklich so aus. Wenn die Terrasse offen ist, sitzt man dort besser als überall sonst in der Stadt.

Weitere Adressen, die in Kappeln oft genannt werden
- Fährschänke in Lindaunis, direkt an der Brücke. Der Klassiker für eine Pause auf dem Weg nach Schleswig
- Fischerhaus Schubystrand etwas außerhalb, in Richtung Küste
- Hotel Südspeicher am Südhafen, ein umgebauter Speicher gleich beim Museumshafen
Parken, Anreise und beste Reisezeit
Parken in Kappeln, auch kostenlos
Parken kostet in Kappeln 1,50 Euro pro Stunde, das Tagesticket 13,50 Euro. Es gibt ein Brötchenticket, mit dem du 30 Minuten kostenlos stehst, allerdings nicht am Südhafen. Bezahlen geht auch per EasyPark-App.
Und jetzt der Teil, den kaum jemand schreibt: In Kappeln gibt es vier kostenfreie Parkplätze.
- Kostenfrei: Hohlweg 2, P+R Feldstraße, Eckernförder Straße (PKW) und der Sandparkplatz an der Eckernförder Straße (mit Zeitlimit)
- Gebührenpflichtig: Großparkplatz Wassermühlenstraße (rund 150 Plätze, am kürzesten zur Altstadt), Hohlweg 1, Südhafen und der Wohnmobilstellplatz am Nordhafen
Wenn du also nicht mit schwerem Gepäck unterwegs bist, stellst du das Auto an der Feldstraße oder Eckernförder Straße ab und gehst die paar Minuten. Preise Stand 2026, Angaben von der Stadt Kappeln.
Anreise
Mit dem Auto kommst du über die B 199 und B 203, aus Flensburg rund 45 Kilometer, aus Schleswig rund 25 und aus Kiel rund 60. Einen Personenbahnhof im Regelverkehr hat Kappeln nicht mehr, die Bahn endet in Süderbrarup, von dort geht es mit dem Bus weiter. Der Bahnhof in Kappeln gehört heute der Museumsbahn.
Beste Reisezeit und Übernachten
Die Saison läuft von Mai bis September, und im Juli und August ist entsprechend viel los. Unser Tipp ist das Frühjahr: Die Altstadt blüht, die Wege sind frei, und die Museumsbahn fährt ab dem 3. Mai schon. Wer länger bleiben will, findet in Kappeln und im benachbarten Olpenitz sehr viele Ferienwohnungen und Ferienhäuser, gerade wenn du Wassersport oder eine Radtour über mehrere Tage planst. Unterkünfte in Kappeln und an der Schlei findest du hier.*
Feste und Veranstaltungen
Das größte Fest sind die Heringstage, die zur Heringssaison im Frühjahr gefeiert werden und den Ort für ein Wochenende komplett füllen. Wenn du es ruhig magst, meide das Datum. Wenn du wissen willst, warum sich eine Kleinstadt einen Fisch aufs Stadtwappen schreibt, dann komm genau dann. Termine stehen jeweils auf der Website der Stadt Kappeln.
Fazit: lohnt sich Kappeln?
Ja, und zwar aus einem klaren Grund: Kappeln ist keine hübsch gemachte Altstadt mit Hafenkulisse, sondern eine Stadt, in der der Hafen noch arbeitet. Der Heringszaun, die Kutter und der Museumshafen sind keine Attraktionen, die man für Besucher gebaut hat, sie waren einfach vorher da. Dazu kommt eine Lage, die kaum zu schlagen ist: Schlei auf der einen Seite, Ostsee fünf Kilometer weiter, die Schleidörfer im Umkreis einer halben Stunde.
Für einen Tagesausflug reicht die Altstadt mit Hafen und Brücke gut. Für zwei Tage nimmst du Olpenitz, Maasholm und Arnis dazu, und dann versteht man die Region erst. Mehr Bilder von der Schlei und aus dem Norden zeigen wir auf unserem Instagram.
Was kann man in Kappeln an der Schlei machen?
Die Highlights liegen alle im Zentrum: Altstadt mit Fußgängerzone und den Messing-Heringen im Pflaster, St.-Nikolai-Kirche, Mühle Amanda mit dem Historischen Sägewerk, Museumshafen mit rund 30 historischen Schiffen, Heringszaun und Schleibrücke. Dazu kommen die Angelner Museumsbahn, der Weidefelder Strand und die Schleidörfer Sieseby und Arnis. Für die Stadt selbst brauchst du 2 bis 3 Stunden, mit Umgebung zwei Tage.
Ist Kappeln ein Geheimtipp?
Halb. Innerhalb Schleswig-Holsteins ist Kappeln bekannt und im Juli und August gut besucht. Überregional geht der Ort neben Flensburg, Schleswig und der Ostseeküste aber unter, und Dinge wie der Heringszaun oder das Historische Sägewerk stehen in kaum einem Reiseführer. Wer im Frühjahr kommt, hat die Altstadt fast für sich.
Wo kann man in Kappeln kostenlos parken?
Kostenfrei parkst du am Hohlweg 2, am P+R Feldstraße, an der Eckernförder Straße (PKW) und auf dem Sandparkplatz an der Eckernförder Straße, der ein Zeitlimit hat. Alle übrigen Plätze kosten 1,50 Euro pro Stunde oder 13,50 Euro am Tag, darunter der Großparkplatz Wassermühlenstraße. Mit dem Brötchenticket stehst du 30 Minuten gratis, außer am Südhafen. Stand 2026.
Fährt die Angelner Dampfeisenbahn 2026 mit einer Dampflok?
Nein. Die Dampflok kann 2026 wegen einer Reparatur nicht eingesetzt werden, gefahren wird mit Diesellok oder Schienenbus. Die Saison läuft vom 3. Mai bis 20. September, ab Kappeln um 10:45 und 13:45 Uhr. Erwachsene zahlen 14 Euro einfach und 21 Euro für Hin- und Rückfahrt, Kinder von 5 bis 16 Jahren 7 bzw. 10 Euro.
Was ist Olpenitz bei Kappeln?
Olpenitz ist ein Ortsteil von Kappeln an der Schleimündung, etwa fünf Kilometer von der Altstadt entfernt. Bis 2006 war dort ein Marinestützpunkt der Bundeswehr, seither entsteht auf dem Gelände das Ostseeresort Olpenitz, eine große Ferienhaussiedlung mit eigenem Hafen und Strandzugang. Es ist eine geplante Anlage, kein gewachsenes Dorf, dafür wohnst du direkt am Meer.
Wurde „Der Landarzt“ in Kappeln gedreht?
Ja. Die ZDF-Serie „Der Landarzt“ wurde in Kappeln und Umgebung gedreht, die Stadt wirbt bis heute damit. Gedreht wurde in der echten Stadt, nicht in einer gebauten Kulisse, deshalb erkennst du beim Bummel durch die Altstadt und am Hafen einige Schauplätze wieder.
Kann man die Mühle Amanda in Kappeln besichtigen?
Derzeit nur von außen. Die Holländermühle von 1888 ist ein Denkmal und Wahrzeichen der Stadt, eine Innenbesichtigung ist aktuell nicht möglich. Direkt daneben liegt aber das Historische Sägewerk, ein arbeitendes Museum mit Maschinen von 1895 bis 1936, und im Müllerhaus gegenüber sitzt die Touristinformation.
Noch mehr Reisetipps in Schleswig-Holstein
- Schleswig liegt am anderen Ende der Schlei, 25 Kilometer entfernt, und hat mit Schloss Gottorf und dem Wikingermuseum Haithabu genau das, was Kappeln nicht hat
- Eckernförde ist der nächste größere Küstenort südlich, ebenfalls rund 25 Kilometer, mit langem Sandstrand und einer Altstadt, die eine Nummer größer ist
- Glücksburg an der Flensburger Förde, wegen des Wasserschlosses, das im Teich steht
- Flensburg für einen Stadttag mit Hafen, Rum und dänischem Einfluss
- Die schönsten Städte in Schleswig-Holstein als Überblick, wenn du eine Route planst
- Ausflugsziele in Schleswig-Holstein für alles, was zwischen Nord- und Ostsee noch liegt
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