Odenwald Sehenswürdigkeiten: Die 20 schönsten Ausflugsziele

Der Odenwald ist ein Mittelgebirge im Dreiländereck von Hessen, Bayern und Baden-Württemberg, bekannt für mittelalterliche Fachwerkstädtchen, Burgen und gleich zwei UNESCO-Welterbestätten. Wenn du nach den schönsten Odenwald Sehenswürdigkeiten und Ausflugszielen im Odenwald suchst, bist du hier richtig: Wir waren selbst in Michelstadt, Miltenberg, Heppenheim, Weinheim, Ladenburg, Heidelberg und Lorsch unterwegs, in Lorsch haben wir auf einem kleinen Roadtrip sogar übernachtet. Dieser Guide bündelt unsere 20 Lieblingsziele mit ehrlichen Tipps und eigenen Fotos.

Was den Odenwald für uns so angenehm macht: Er ist nie überlaufen. Statt am Touristenstrom anzustehen, läufst du durch ruhige Gassen, hast Burgmauern fast für dich und kommst zwischen zwei Schlössern mal eben an einer Streuobstwiese mit Apfelwein-Tradition vorbei. Wer den Trubel von Heidelberg kennt, ahnt kaum, wie still es 20 Kilometer weiter östlich schon wird.

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Odenwald auf einen Blick

  • Lage: Süddeutschland, zwischen Rhein, Main und Neckar
  • Bundesländer: Hessen (Süden), Bayern (Unterfranken), Baden-Württemberg
  • Bekannt für: Fachwerk-Altstädte, Burgen & Schlösser, Nibelungensage, Apfelwein
  • Höchster Berg: Katzenbuckel, 626 m (mit Aussichtsturm)
  • Schutzgebiet: UNESCO Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald
  • Beste Reisezeit: April bis Oktober (Bergstraße blüht im März/April zuerst)
  • Zeit einplanen: Tagesausflug für eine Stadt, 2–4 Tage für die Region
  • Anreise: A5 (Bergstraße) oder A3, Bahn über Darmstadt, Heidelberg oder Aschaffenburg

Tipp: Such dir nicht „den Odenwald“ als Ziel aus, sondern ein, zwei Orte pro Tag. Die Wege zwischen den Highlights sind kurvig und schöner, als die Kilometerzahl vermuten lässt.

Die 20 schönsten Ausflugsziele im Odenwald im Überblick

Wenig Zeit? Hier sind unsere 20 Top-Ausflugsziele im Odenwald auf einen Blick, von Norden nach Süden und vom Stadtbummel bis zur Felsenkletterei:

  1. Michelstadt – das Fachwerk-Rathaus im Herzen des Odenwalds
  2. Miltenberg – Marktplatz „Schnatterloch“ am Main
  3. Heppenheim – Weinstadt mit Marktplatz an der Bergstraße
  4. Weinheim – die Zwei-Burgen-Stadt mit Exotenwald
  5. Ladenburg – Römerstadt am Neckar
  6. Heidelberg – Schloss und Barock-Altstadt
  7. Kloster Lorsch – UNESCO-Welterbe und Karolinger-Königshalle
  8. Grube Messel – UNESCO-Welterbe und weltberühmte Fossilienfundstätte
  9. Mathildenhöhe Darmstadt – UNESCO-Jugendstil mit Hochzeitsturm
  10. Abtei Amorbach – Barockkirche mit Stumm-Orgel
  11. Schloss Erbach – „Wunderkammer“ mit Elfenbeinmuseum
  12. Burg Breuberg – eine der größten Burgen Süddeutschlands
  13. Schloss Auerbach – mächtige Ruine über der Bergstraße
  14. Burg Frankenstein – die Burg mit dem Mythos
  15. Burg Rodenstein – die Sagenburg des „Rodensteiners“
  16. Neckartal-Burgen – Hirschhorn, Zwingenberg und Eberbach
  17. Felsenmeer Lautertal – Kletter-Paradies aus Felsblöcken
  18. Katzenbuckel – höchster Berg des Odenwalds mit Aussichtsturm
  19. Tropfsteinhöhle Eberstadt – kühles Erlebnis für jedes Wetter
  20. Marbach-Stausee – Baden und Tretboot im hinteren Odenwald

Alle Ziele beschreiben wir jetzt im Detail, mit unseren persönlichen Eindrücken.

Historische Altstädte im Odenwald

Die Fachwerkstädtchen sind für uns das Herzstück der Region. Hier kommen unsere sechs Favoriten, alle selbst besucht.

Michelstadt – das Postkartenmotiv im Herzen des Odenwalds

Fachwerk-Rathaus am Marktplatz von Michelstadt im Odenwald
Das Rathaus von Michelstadt, frühmorgens noch ohne Menschen davor.

Wenn man uns nach dem schönsten Ort im Odenwald fragt, fällt zuerst der Name Michelstadt. Das Fachwerk-Rathaus von 1484 mit seinen drei spitzen Türmchen steht auf wuchtigen Eichenpfosten, darunter war früher der Marktstand. Wir standen morgens um kurz nach acht auf dem leeren Marktplatz, und es war genau dieses „aus der Zeit gefallen“-Gefühl, das den Odenwald ausmacht.

Michelstadt hat aber mehr als das eine Foto-Motiv: die Einhardsbasilika in Steinbach (karolingisch, fast 1.200 Jahre alt), den Diebsturm, das Kellereischloss und eine der besterhaltenen Altstädte der Region. Plan ruhig einen halben Tag ein. Alle Details haben wir hier gesammelt: Sehenswürdigkeiten Michelstadt.

Miltenberg – Fachwerk am Main und das berühmte Schnatterloch

Blick über den Main von Miltenberg aus im morgentlichen Sonnenaufgang
Blick über die Miltenberger Dächer kurz nach Sonnenaufgang.

Miltenberg liegt im bayerischen Teil des Odenwalds, dort wo Spessart und Odenwald am Main zusammentreffen. Der Marktplatz mit dem Beinamen „Schnatterloch“ ist eines der meistfotografierten Fachwerkensembles Deutschlands, und das zu Recht. Vom roten Sandstein-Marktbrunnen führt eine Gasse direkt durch das Schnatterloch-Tor hinauf zur Mildenburg, und plötzlich stehst du mitten im Wald.

Unser Geheimtipp von vor Ort: das Nachbardorf Bürgstadt. In der unscheinbaren Martinskapelle stecken Wandmalereien aus dem 15. Jahrhundert. Mehr zu Stadt, Burg und Genuss findest du im eigenen Artikel: Sehenswürdigkeiten Miltenberg.

Heppenheim – Weinstadt an der Bergstraße

Marktplatz mit Rathaus in Heppenheim an der Bergstraße
Der Marktplatz von Heppenheim mit dem Rathaus.

Heppenheim liegt an der Bergstraße, am Westrand des Odenwalds, und ist eine echte Weinstadt. Der Marktplatz mit Rathaus und den schmalen Fachwerkfassaden gehört zu den hübschesten an der ganzen Bergstraße. Über der Stadt thront die Starkenburg, von der du einen weiten Blick in die Rheinebene hast.

Wir waren im Spätsommer da, als in den Weinbergen schon gelesen wurde und es an jeder Ecke nach Federweißer und Zwiebelkuchen roch. Wer im Herbst kommt, erwischt die schönste Zeit. Heppenheim findest du auch in unserer Übersicht der schönsten Städte in Hessen.

Weinheim – die Zwei-Burgen-Stadt mit Exotenwald

Weinheim, knapp 18 Kilometer von Heidelberg, nennt sich „Zwei-Burgen-Stadt“: Über der Altstadt stehen die Wachenburg und die Burg Windeck. Uns hat aber fast mehr der Schlosspark begeistert, dazu unten mehr, und der angrenzende Exotenwald mit Mammutbäumen und Pflanzen, die hier nur dank des milden Bergstraßen-Klimas gedeihen.

Die Altstadt rund um den Marktplatz und das Gerberbachviertel lädt zum Bummeln ein. Mehr dazu: Sehenswürdigkeiten Weinheim.

Ladenburg – die Römerstadt am Neckar

Ladenburg ist unser jüngster Nachzügler in diesem Guide, und einer, den die meisten Odenwald-Listen schlicht vergessen. Dabei ist das Städtchen am Neckar, am Südrand des Kleinen Odenwalds, ein Schmuckstück: Hier lag mit Lopodunum eine der ältesten Römerstädte rechts des Rheins, und die mittelalterliche Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern ist erstaunlich vollständig erhalten.

Carl Benz hat hier seine letzten Jahre verbracht, sein Wohnhaus steht noch. Für uns war Ladenburg ein perfekter ruhiger Halbtag, weit weg vom Heidelberg-Trubel. Die ganze Altstadt-Runde gibt es hier: Sehenswürdigkeiten Ladenburg.

Heidelberg – das berühmte Tor zum Odenwald

Heidelberg Skyline. Blick auf die Altstadt und das Schloss.
Heidelberger Schloss und Alte Brücke über dem Neckar, der Klassiker. | Foto: @haveseen/DepositPhotos.com

Streng genommen liegt Heidelberg am Rand des Odenwalds, am Übergang zum Neckartal, aber kein Guide kommt an der Stadt vorbei. Die Barock-Altstadt mit der über zwei Kilometer langen Hauptstraße, dem Kornmarkt und der Heiliggeistkirche ist immer einen Tag wert. Nimm dir Zeit für die Quergassen, dort sind die kleinen Läden und Lokale, die den Trubel der Hauptstraße schnell vergessen lassen.

Das Heidelberger Schloss thront über dem Neckartal, zu Fuß oder mit der Bergbahn vom Kornmarkt erreichbar. Mehr Sehenswürdigkeiten, Fotospots und unsere Tipps zum großen Weinfass haben wir hier: Sehenswürdigkeiten Heidelberg.

Für Heidelberg lohnt sich ein geführter Rundgang oder die HeidelbergCARD: Stadtrundgang Heidelberger Altstadt · HeidelbergCARD mit Schlossticket (*Affiliate-LInk)

Burgen und Schlösser im Odenwald

Kaum eine Region in Deutschland hat auf so wenig Fläche so viele Burgen. Diese sechs stehen ganz oben.

Schloss Heidelberg

Heidelberger Schloss über dem Neckar am Tor zum Odenwald
Heidelberger Schloss – Sehenswürdigkeiten Odenwald

Die wohl berühmteste Schlossruine Deutschlands. Über 400 Jahre residierte hier die Kurpfalz, bis die Truppen Ludwigs XIV. 1689 und 1693 Schloss und Stadt niederbrannten. Heute ist gerade die halb verfallene Romantik der Reiz. Im Keller steht das Große Fass, das größte je gefüllte Weinfass der Welt. Aktuelle Öffnungszeiten und Tickets findest du auf der offiziellen Seite des Schlosses Heidelberg.

Schloss Erbach – die begehbare Wunderkammer

Schloss Erbach mit Elfenbeinmuseum im Odenwaldkreis
Schloss Erbach – Ausflugsziele Odenwald | Foto: @SinaEttmer/DepositPhotos.com

Schloss Erbach mitten in der Stadt Erbach beherbergt eine der ungewöhnlichsten Sammlungen der Region: antike Marmorbüsten, einen kompletten Rittersaal, Geweihe und das Deutsche Elfenbeinmuseum. Die Grafen zu Erbach haben hier über Jahrhunderte zusammengetragen, was ihnen gefiel. Wer schon in Michelstadt ist, hat Erbach quasi nebenan.

Burg Breuberg

urg Breuberg über dem Mümlingtal im Odenwald
Burg Breuberg über dem Mümlingtal, eine der größten Burgen Süddeutschlands.

Hoch über dem Mümlingtal gehört Burg Breuberg zu den größten und besterhaltenen Burganlagen Deutschlands. Seit dem 12. Jahrhundert durchgängig bewohnt, war sie Residenz, Landratsamt und sogar Spielzeugfabrik. Vom Bergfried hast du einen der schönsten Rundblicke über den Odenwald. In einem Teil der Burg ist heute eine Jugendherberge untergebracht.

Schloss Auerbach

Burgruine Schloss Auerbach an der Bergstraße bei Bensheim
Ausblick vom Schloss Auerbach | Foto: @SinaEttmer/DepositPhotos.com

Die Burgruine Auerbach gilt als die mächtigste an der hessischen Bergstraße. Knapp 340 Meter hoch auf dem Auerberg gelegen, wurde sie vor rund 800 Jahren von den Grafen von Katzenelnbogen erbaut. Ein Erdbeben 1356 und kaiserliche Truppen 1546 setzten ihr zu, doch die zwei Türme kannst du noch besteigen. Heute finden hier Mittelaltermärkte und Ritteressen statt.

Burg Frankenstein – die Burg mit dem Mythos

Ja, diese Frankenstein-Burg: Die Ruine bei Mühltal südlich von Darmstadt soll Mary Shelley zu ihrem Roman inspiriert haben, und der Alchemist Johann Conrad Dippel wurde hier tatsächlich geboren. Heute ist die Burg vor allem für ihr riesiges Halloween-Spektakel im Oktober bekannt, das größte seiner Art in Deutschland. An normalen Tagen lockt sie mit Burgschänke und weitem Blick über die Rheinebene. Hier waren wir selbst noch nicht, sie steht aber ganz oben auf unserer Liste.

Burg Alsbach

Die Burg Alsbach in Alsbach-Hähnlein, mit Bergfried, Wehrmauer und Burghof, ist ein beliebter Ausgangspunkt für kurze Wanderungen an der Bergstraße. Vom Turm geht der Blick weit in die Rheinebene. Ein unkompliziertes Ziel für zwischendurch, gut mit dem Staatspark Fürstenlager zu kombinieren.

Burg Rodenstein – die Sagenburg

Die Ruine Rodenstein bei Fränkisch-Crumbach ist die wohl bekannteste Sagenburg des Odenwalds. Der Legende nach reitet das „Wilde Heer“ des Rodensteiners vor jedem Krieg lärmend von der Burg hinüber zum Schnellerts, ein Spuk, der über Jahrhunderte sogar amtlich protokolliert wurde. Heute wanderst du auf einem schönen Rundweg durch stille Wälder hinauf zur Ruine. Ein idealer Ort für alle, die Geschichten mögen.

Burgen am Neckar – Hirschhorn, Zwingenberg und Eberbach

Im Süden, wo der Neckar den Kleinen Odenwald durchschneidet, reiht sich eine ganze Kette von Burgen aneinander. Hirschhorn gilt als „Perle des Neckartals“, mit der Burg hoch über der Flussschleife. Schloss Zwingenberg thront wie aus einem Märchen über dem Wasser und ist Kulisse der Zwingenberger Schlossfestspiele. Und das Städtchen Eberbach mit seiner Altstadt und der Burgruine ist ein guter Ausgangspunkt für eine Neckartal-Tour. Wer Burgen und Fluss liebt, plant hier am besten einen ganzen Tag ein, gut kombinierbar mit dem nahen Bad Wimpfen.

UNESCO-Welterbe und Klöster

Kloster Lorsch – UNESCO-Welterbe seit 1991

Karolingische Königshalle des Kloster Lorsch, UNESCO-Welterbe im Odenwald
Die karolingische Königshalle von Kloster Lorsch, frühmorgens

Kloster Lorsch hat für uns einen besonderen Platz, weil wir hier auf einem kleinen Roadtrip durch den Odenwald übernachtet haben. Genau das können wir empfehlen: Wer abends bleibt, hat die berühmte Königshalle am nächsten Morgen fast für sich, bevor die ersten Reisegruppen kommen.

Lorsch ist eines der ältesten und wichtigsten Kulturdenkmäler der Region. 764 als Benediktinerabtei gegründet, war es im Mittelalter ein Reichskloster und ein Zentrum von Macht und Wissen. Erhalten ist vor allem die karolingische Königshalle (Torhalle), eines der wenigen Bauwerke aus der Zeit Karls des Großen, die es überhaupt noch gibt. Das Lorscher Arzneibuch aus dem 8. Jahrhundert gilt als ein Meilenstein der Medizingeschichte. Auf dem Gelände kannst du im Freilichtlabor Zauberberg das Klosterleben von damals nachempfinden. Aktuelle Infos und Öffnungszeiten: kloster-lorsch.de.

Grube Messel – das zweite UNESCO-Welterbe

Viele wissen gar nicht, dass der Odenwald gleich zwei UNESCO-Welterbestätten hat. Die Grube Messel bei Darmstadt ist eine weltberühmte Fossilienfundstätte und war 1995 die erste Naturstätte Deutschlands auf der Welterbe-Liste. In dem ehemaligen Ölschiefer-Tagebau wurden über 1.000 perfekt erhaltene Fossilien aus der Zeit vor rund 48 Millionen Jahren gefunden, darunter das Urpferd und der berühmte Primat „Ida“. Im modernen Besucherzentrum am Grubenrand wird das anschaulich erklärt, gerade mit Kindern ein toller Ausflug. Wir selbst waren noch nicht drin, es steht aber fest auf der Liste für den nächsten Odenwald-Trip.

Mathildenhöhe Darmstadt – Jugendstil-Welterbe

Hochzeitsturm der Mathildenhöhe Darmstadt am Rand des Odenwalds
Der Hochzeitsturm der Mathildenhöhe, das Wahrzeichen der Darmstädter Künstlerkolonie. | Foto: @HappyWarthog/DepositPhotos.com

Die Mathildenhöhe in Darmstadt wurde 2021 zum UNESCO-Welterbe ernannt. Großherzog Ernst Ludwig gründete die Künstlerkolonie 1899; bis 1914 prägten Künstler wie Joseph Maria Olbrich und Peter Behrens hier den deutschen Jugendstil. Sehenswert sind der Hochzeitsturm, das Ausstellungsgebäude, der Platanenhain und das Lilienbecken, alles fußläufig am nördlichen Rand des Odenwalds.

Fürstliche Abtei Amorbach

Barocke Abteikirche Amorbach im bayerischen Odenwald
Die barocke Abteikirche von Amorbach mit der berühmten Stumm-Orgel.

Im bayerischen Odenwald liegt die fürstliche Abtei Amorbach, eine im Original erhaltene barocke Klosterkirche. Highlights sind der Hochaltar, das schmiedeeiserne Chorgitter und die berühmte Barockorgel der Brüder Stumm. Bei einer Führung siehst du auch die historische Bibliothek, eine der bedeutendsten des 18. Jahrhunderts.

Natur, Felsen und Höhlen

Felsenmeer im Lautertal

Felsenmeer am Felsberg im Lautertal im Odenwald
Über die Felsblöcke des Felsenmeers am Felsberg kann man stundenlang klettern.

Das Felsenmeer am Felsberg bei Reichenbach (Lautertal) ist eines der spektakulärsten Naturdenkmäler des Odenwalds: ein riesiges Meer aus dunkelgrauen Quarzdiorit-Blöcken, über das du den Berg hinaufklettern kannst. Schon die Römer bauten hier Stein ab, du findest noch behauene Werkstücke im Wald. Für Kinder ist das Felsenmeer ein einziger großer Abenteuerspielplatz. Praktisch: Parke am besten am Felsenmeer-Informationszentrum (Google Maps), von dort startest du direkt am unteren Ende der Felsen.

Katzenbuckel – der höchste Berg des Odenwalds

Mit 626 Metern ist der Katzenbuckel bei Waldbrunn die höchste Erhebung des Odenwalds, und ein erloschener Vulkan. Vom Aussichtsturm reicht der Blick bei klarem Wetter weit über die Region. Ein kurzer Aufstieg mit großer Belohnung, ideal für einen Zwischenstopp.

Tropfsteinhöhle Eberstadt

Die Eberstadter Tropfsteinhöhle bei Buchen im badischen Odenwald wurde 1971 zufällig beim Steinbruch entdeckt und ist heute auf gut gesicherten Wegen begehbar. Tropfsteine, Sinterfahnen und eine konstant kühle Luft machen sie zum idealen Ausflug an heißen Sommertagen oder bei Regen. Ein Klassiker für Familien.

Marbach-Stausee

Der Marbach-Stausee bei Erbach ist das Naherholungs- und Badeziel im hinteren Odenwald: Baden, Tretboot, Rundweg und Liegewiesen. Im Sommer der perfekte Ausgleich zu einem Tag voller Burgen und Altstädte.

Wandern im Odenwald

Wer den Odenwald zu Fuß erleben will, hat die Wahl zwischen vier großen Fernwanderwegen: dem Nibelungensteig, dem Neckarsteig, dem Alemannenweg und dem Burgensteig der Bergstraße. Unser Favorit für den Einstieg ist der Nibelungensteig, ein rund 130 Kilometer langer Qualitätsweg quer durch den Odenwald, an dem du an vielen Stellen zu- und aussteigen kannst. Unterwegs begegnen dir überall die Spuren der Nibelungensage, von der Stelle, an der Siegfried der Legende nach ermordet wurde, bis zu Burgen und Aussichtsfelsen.

Parks und Gärten

Schlosspark Weinheim

Libanonzeder im Schlosspark Weinheim an der Bergstraße
Im Schlosspark Weinheim steht die größte Libanonzeder Deutschlands.

Der Schlosspark Weinheim ist eine großzügige Parklandschaft mit altem Baumbestand, Teichanlage und Heilpflanzengarten. Dank des milden Bergstraßen-Klimas gedeihen hier Pflanzen, die sonst rund ums Mittelmeer wachsen, Highlight ist die größte Libanonzeder Deutschlands. Ganzjährig geöffnet und kostenlos.

Staatspark Fürstenlager

Historisches Dörfchen im Staatspark Fürstenlager Bensheim-Auerbach
Staatspark Fürstenlager

Der Staatspark Fürstenlager in Bensheim-Auerbach war die ländliche Sommerresidenz der Landgrafen von Hessen-Darmstadt. Heute liegt das idyllische „Herrschaftliche Dörfchen“ mit altem Kurbrunnen mitten in einem Landschaftspark aus Wald, Wiesen und Weinhängen. Perfekt zu kombinieren mit dem nahen Schloss Auerbach.

Odenwald mit Kindern

Der Odenwald ist überraschend familienfreundlich. Die besten Ziele mit Kindern aus diesem Guide:

  • Felsenmeer Lautertal – Klettern und Steine suchen, kostenlos
  • Tropfsteinhöhle Eberstadt – kühl, spannend, wetterunabhängig
  • Marbach-Stausee – Baden und Tretboot im Sommer
  • Burg Breuberg & Schloss Auerbach – Ritterburgen zum Anfassen, oft mit Mittelaltermärkten
  • Katzenbuckel – kurzer Aufstieg, großer Aussichtsturm

In vielen Orten gibt es E-Bike-Verleih und Ladestationen, sodass auch längere Touren mit Kindern entspannt machbar sind.

Odenwald Geheimtipps und magische Orte

Abseits der bekannten Ziele lohnen sich diese stillen, fast magischen Orte, perfekt für Ausflüge im Odenwald ohne Trubel:

  • Martinskapelle Bürgstadt bei Miltenberg, mit originalen Wandmalereien aus dem 15. Jahrhundert
  • Einhardsbasilika Steinbach bei Michelstadt, ein fast vollständig erhaltener karolingischer Bau
  • Burg Rodenstein, die Sagenburg mit der Legende vom „Wilden Heer“
  • Lindenfels, die „Perle des Odenwalds“, ein winziges Burgstädtchen
  • Bürgstadt, Kleinheubach und Miltenberg – „die drei am Main“ für einen ruhigen Mainradtag
  • Schloss Lichtenberg im Fischbachtal, ein hübsches Renaissanceschloss mit Café und weitem Blick

Mehr Tipps für die Region? Schau auch in unsere großen Übersichten zu den Ausflugszielen in Hessen und Baden-Württemberg, oder lass dich auf der offiziellen Seite der Region Bergstraße-Odenwald inspirieren.

Kulinarik: Apfelwein, Kochkäse und Bergsträßer Wein

Den Odenwald kann man schmecken. Im hessischen Teil gehört der Apfelwein (Äppelwoi) zur Lebensart, dazu der typische Odenwälder Kochkäse und deftige Wildgerichte. An der Bergstraße, einem der wärmsten Landstriche Deutschlands, kommt der Wein dazu: Riesling, Spätburgunder und im Herbst Federweißer direkt beim Winzer. Kehre einfach in eine der urigen Gasthäuser ein, gerade in den kleineren Orten schmeckt es am ehrlichsten.

Odenwald oder Schwarzwald? Unser Vergleich

Beide sind Mittelgebirge mit Fachwerk, Wäldern und Wandertradition, aber der Odenwald ist die ruhigere, kompaktere Variante. Du findest hier ähnlich schöne Altstädte und Burgen wie im Nordschwarzwald, nur mit weit weniger Besuchern und kürzeren Wegen. Wer Heidelberg, Frankfurt oder Mannheim besucht, hat den Odenwald als Tagesausflug direkt vor der Haustür, dafür müsstest du in den Schwarzwald deutlich weiter fahren.

Fazit: Lohnt sich der Odenwald?

Ja, und gerade weil ihn so wenige auf dem Schirm haben. Auf engem Raum bekommst du UNESCO-Welterbe, ein gutes Dutzend Burgen, einige der schönsten Fachwerkstädtchen Deutschlands und dazu ruhige Natur mit Felsenmeer und Aussichtsbergen. Unser Tipp: Such dir Michelstadt oder Miltenberg als Basis, plan ein, zwei Ziele pro Tag und lass dir Zeit. Der Odenwald belohnt die, die langsam reisen.

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FAQ – Häufige Fragen zum Odenwald

Wo liegt der Odenwald?

Der Odenwald ist ein Mittelgebirge in Süddeutschland und erstreckt sich über drei Bundesländer: Südhessen, den unterfränkischen Teil Bayerns und den Norden Baden-Württembergs. Im Westen begrenzt ihn die Bergstraße zur Rheinebene, im Süden der Neckar.

Was sind die schönsten Sehenswürdigkeiten im Odenwald?

Zu den Höhepunkten zählen die Fachwerkstädtchen Michelstadt und Miltenberg, die beiden UNESCO-Welterbestätten Kloster Lorsch und Grube Messel, das Heidelberger Schloss, Burg Breuberg, Schloss Erbach mit Elfenbeinmuseum und das Felsenmeer im Lautertal. Wer Ruhe sucht, fährt nach Ladenburg oder Lindenfels.

Welche UNESCO-Welterbestätten gibt es im Odenwald?

Der Odenwald und seine Bergstraße haben zwei UNESCO-Welterbestätten: das karolingische Kloster Lorsch (Welterbe seit 1991) und die Fossilienfundstätte Grube Messel bei Darmstadt (seit 1995). Dazu kommt die Mathildenhöhe in Darmstadt, ein UNESCO-Welterbe des Jugendstils, direkt am nördlichen Rand der Region.

Wo ist der Odenwald am schönsten?

Für uns im Herzen des Odenwalds rund um Michelstadt und Erbach: hier ist das Fachwerk am dichtesten und es ist am ruhigsten. Wer eher Burgen und Weinorte mag, ist an der Bergstraße zwischen Heppenheim, Bensheim und Weinheim richtig.

Was kann man im Odenwald mit Kindern machen?

Besonders beliebt sind das Felsenmeer im Lautertal zum Klettern, die Tropfsteinhöhle Eberstadt, der Marbach-Stausee zum Baden und die Ritterburgen Breuberg und Auerbach, oft mit Mittelaltermärkten.

Was macht den Odenwald aus?

Der Odenwald verbindet auf engem Raum Natur, Geschichte und Genuss: artenreiche Laubwälder, Streuobstwiesen mit Apfelwein-Tradition, mittelalterliche Altstädte und über ein Dutzend Burgen. Und das fast ohne Massentourismus.

Ist der Odenwald einen Besuch wert?

Auf jeden Fall. Gerade weil die Region weniger bekannt ist als Schwarzwald oder Mosel, erlebst du Burgen und Altstädte hier deutlich entspannter. Schon ein Tagesausflug von Heidelberg, Mannheim oder Frankfurt aus lohnt sich.

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