Lauenburg/Elbe ist die südlichste Stadt Schleswig-Holsteins, liegt rund 40 Kilometer südöstlich von Hamburg an der Elbe und ist bekannt für ihre historische Fachwerk-Altstadt direkt am Fluss. Ich war zweimal dort, beide Male allein und beide Male an einem Werktag, und genau das ist mein wichtigster Tipp vorweg: unter der Woche hat man die Stadt praktisch für sich.
Das erste Mal kam ich im September 2018 mit dem Auto, habe oben geparkt und bin zu Fuß in die Unterstadt runter. Das zweite Mal, im August 2022, war eigentlich eine ganz andere Tour geplant. Die fiel aus, ich saß in Hamburg im Zug und bin spontan wieder nach Lauenburg gefahren. Beide Male schien die Sonne, beide Male habe ich mich in denselben Gassen verlaufen, und beide Male bin ich mit vollen Speicherkarten zurückgefahren.
In diesem Artikel bekommst du alle Lauenburg Sehenswürdigkeiten, die sich wirklich lohnen, dazu eine Karte zum Nachlaufen, konkrete Parktipps und eine ehrliche Einschätzung, was du dir sparen kannst.
Lauenburg auf einen Blick
- Bundesland: Schleswig-Holstein, Kreis Herzogtum Lauenburg
- Lage: an der Elbe, am Dreiländereck Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern
- Bekannt für: die Fachwerk-Altstadt in der Elbstraße, den Schlossturm, den Raddampfer Kaiser Wilhelm
- Zeit einplanen: ein halber Tag reicht für die Altstadt, ein ganzer, wenn du fotografierst oder Rad fährst
- Anreise: ab Hamburg Hbf gut eine Stunde mit der Bahn (Umstieg in Büchen oder Lüneburg), mit dem Auto etwa 45 Minuten, zuletzt über die B5
- Eintritt: die Altstadt und der Schlossturm kosten nichts
Kurz und knapp: die Lauenburg Sehenswürdigkeiten
- Elbstraße und Altstadt: die älteste Straße der Stadt, Fachwerk aus vier Jahrhunderten
- Hohler Weg: meine Lieblingsgasse, kaum jemand kennt sie
- Die Haustüren: klingt schräg, ist aber das Beste an Lauenburg
- Maria-Magdalenen-Kirche: Ursprung im frühen 13. Jahrhundert, prägt die Silhouette
- Schlossturm: kostenlos zu besteigen, enge Wendeltreppe, guter Blick
- Fürstengarten: Park in der Oberstadt mit Blick über die Elbe
- Lauenburger Rufer: das Wahrzeichen, über das ich streiten möchte
- Raddampfer Kaiser Wilhelm: der älteste noch fahrende Raddampfer Deutschlands
- Elbschifffahrtsmuseum: Elbstraße 59, Eintritt 5 Euro
- Palmschleuse: gilt als älteste Kammerschleuse Europas, von 1398
- Der Blick vom anderen Elbufer: der unterschätzteste Fotospot der Stadt
- Oberstadt und Fußgängerzone: wo die Lauenburger tatsächlich einkaufen
- Lauenburger Mühle: Holländer-Galerie-Mühle von 1871/1873, das höchste Wahrzeichen
- Künstlerhaus Lauenburg: internationale Stipendiatenstätte mitten in der Altstadt
1. Elbstraße und Altstadt: das Herzstück



Lauenburg ist zweigeteilt, und das verwirrt beim ersten Besuch. Oben auf der Geestkante liegt die Oberstadt mit Geschäften, Schule, Verwaltung. Unten direkt am Wasser liegt die Altstadt, und die besteht im Wesentlichen aus einer einzigen langen Straße: der Elbstraße.
Die Elbstraße ist Lauenburgs älteste Straße. Die Fachwerkhäuser hier stammen aus dem 16. bis 19. Jahrhundert und standen fast alle in Verbindung mit der Schifffahrt. Kaufleute, Schiffer, Handwerker. Man sieht das den Häusern an, wenn man einmal darauf achtet: viele haben breite Tore für Waren und schmale Wohnteile daneben.
Zwei Adressen solltest du dir merken. Bei Elbstraße 95 steht das Alte Kaufmannshaus von 1652, das die Lauenburger auch Rumpfsches Haus nennen. 1769 haben Tuchhändler es barock umgebaut. Direkt daneben, bei Elbstraße 97, findest du das schmalste Haus in Schleswig-Holstein. Es ist ein hervorragendes Fotomotiv und ein ziemlich unbequemes Zuhause.
Ein Detail, das kaum jemand erwähnt: Für den Stummfilm „Nosferatu“ von Friedrich Wilhelm Murnau wurden 1922 Außenaufnahmen am Lauenburger Elbufer gedreht. Wenn du in der Elbstraße stehst und die Fassaden ansiehst, verstehst du sofort, warum die Filmleute damals hierhergekommen sind.
Ehrlich gesagt: Das eigentliche Erlebnis sind nicht die einzelnen Häuser, sondern das Sich-treiben-lassen. Ich habe beide Male keinen Plan gehabt, bin die Elbstraße rauf und runter, in jede Seitengasse rein, und habe dabei jedes Mal etwas Neues gefunden. Wenn du auf Fachwerk stehst, wirst du hier ähnlich glücklich wie in Hameln oder Duderstadt, nur mit deutlich weniger Publikum.
2. Hohler Weg: meine Lieblingsgasse



Wenn ich einen einzigen Ort in Lauenburg empfehlen müsste, wäre es nicht die Elbstraße, sondern der Hohle Weg. Das ist eine dieser Verbindungen zwischen Unter- und Oberstadt, die sich am Hang hochziehen: Kopfsteinpflaster, Treppenstufen, links und rechts alte Mauern und Fachwerk.
Ich habe mich beim ersten Besuch dort festgefotografiert. Es ist eng, es ist schattig, und es hat diese Ruhe, die man in Touristenstädten sonst nur früh am Morgen bekommt. An warmen Tagen sind die Leute unten am Elbstrand, nicht hier oben in den Gassen. Für Fotografen ist das ideal.
Nimm dir die Zeit und geh den Hohlen Weg einmal komplett hoch. Oben stehst du direkt am Übergang zur Oberstadt und bist nicht weit vom Fürstengarten und vom Schlossturm entfernt.
3. Die Haustüren von Lauenburg



Das klingt jetzt komisch, aber bleib kurz dran: Das Beste an Lauenburg sind für mich die Haustüren.
Ich habe irgendwann angefangen, sie einzeln zu fotografieren, und am Ende des Tages hatte ich Dutzende. Grün, rot, blau, weiß, mit Oberlichtern, geschnitzten Rahmen, alten Messingklinken und Türklopfern. Die Besitzer stecken erkennbar Arbeit rein, und weil die Häuser unter Denkmalschutz stehen, sind die Türen über die Jahrzehnte im Original geblieben oder sauber restauriert worden.
Wenn du mit einer Kamera unterwegs bist, mach dir daraus ein kleines Projekt. Geh die Elbstraße einmal ab und fotografiere nur Türen. Du wirst am Ende eine Serie haben, die kein anderer Lauenburg-Besucher mitbringt.
4. Maria-Magdalenen-Kirche und Kirchplatz


Die Maria-Magdalenen-Kirche ist der Bau, der Lauenburgs Silhouette prägt. Ihr Ursprung liegt im frühen 13. Jahrhundert, das genaue Jahr ist umstritten. Die Kirchengemeinde führt die Gründung auf ein Gelübde nach der Schlacht bei Bornhöved am 22. Juli 1227 zurück, als Herzog Albrecht von Sachsen-Lauenburg über den dänischen König Waldemar II. siegte. Andere Quellen datieren die Gründung auf etwa 1220, also noch vor die Schlacht. Der erste Pfarrer ist 1243 belegt.
Angelegt wurde sie als gotische Hallenkirche. Die Chorapsis kam 1598 unter Herzog Franz II. dazu, in frühem Renaissancestil. Im Inneren lohnt der reich verzierte hölzerne Orgelprospekt von 1625. Der hohe spitze Turm, den du heute siehst, ist übrigens jung: Er wurde erst 1993 wieder aufgesetzt, nachdem man ihn im Krieg abgetragen und das Material zur Reparatur des Kirchendachs verwendet hatte.
Der Kirchplatz davor ist ein guter Ort für eine Pause. Alte Bäume, Schatten, Bänke, und du bist trotzdem mitten in der Altstadt.
Adresse: Kirchplatz 2, 21481 Lauenburg/Elbe
5. Schlossturm: der beste kostenlose Ausblick
Vom Lauenburger Schloss steht nicht mehr viel. Nach dem Brand 1616 blieben ein Flügel und der Turm übrig. Der Turm allerdings lohnt sich, und zwar ausgesprochen.
Der Aufstieg ist eng. Wendeltreppen, Stufen, teilweise Leitern. Wer nicht ganz gut zu Fuß ist oder mit Platzangst zu kämpfen hat, sollte das ehrlich abwägen. Oben wirst du mit einem Rundblick über die Altstadt, die Elbe und weit ins niedersächsische Umland belohnt. Unterwegs kommst du an den alten Gefängniszellen vorbei, die man noch besichtigen kann.
Der Eintritt ist frei. Geöffnet ist üblicherweise von März bis Oktober täglich zwischen 10 und 17 Uhr, das kann sich aber ändern. Kurzfristig auf der offiziellen Tourismusseite der Stadt Lauenburg prüfen.
Im Turm steht außerdem das Lapidarium mit dem Original des Lauenburger Löwen, einer Statue von etwa 1600. Am Löwenbrunnen an der Alten Wache siehst du heute eine Replik, nachdem das Original 2009 beschädigt wurde.
Adresse: Amtsplatz 6, 21481 Lauenburg/Elbe
Show Image Der Schlossturm von unten. Von der Altstadt aus sind es etwa zehn Minuten bergauf.
Show Image Und das ist der Lohn für die Wendeltreppe. Bei dem Wetter konnte ich bis weit nach Niedersachsen sehen.
6. Fürstengarten: Park mit Elbblick
Direkt in der Oberstadt liegt der Stadtpark Fürstengarten, eine historische Gartenanlage mit altem Baumbestand und einem sehr guten Blick über die Elbe. Für mich ist das der beste Startpunkt für einen Rundgang: Du parkst oben, gehst durch den Park, nimmst den Blick mit, läufst zum Schlossturm und schlängelst dich danach in die Altstadt hinunter. So habe ich es 2018 gemacht, und die Reihenfolge ergibt einfach Sinn.
Show Image Aus dem Fürstengarten heraus. Von hier oben versteht man erst, wie breit die Elbe an dieser Stelle ist.
7. Der Lauenburger Rufer: eine unpopuläre Meinung
Jetzt wird es kurz kontrovers. Der Lauenburger Rufer gilt als das Wahrzeichen der Stadt. Die Bronzefigur stammt vom Bildhauer Karlheinz Goedtke und steht seit 1959 am Ruferplatz in der Elbstraße. Sie erinnert an die Schiffer, die von hier ihre Rufe über den Fluss schickten, und es gehört zum Programm, ihr den Daumen zu reiben. Das soll Glück bringen. Jede Broschüre über Lauenburg zeigt sie.
Ich habe ihn nicht fotografiert. Nicht aus Versehen, sondern weil er es mir nicht wert war.
Der Rufer ist eine schlichte Figur von 1959, die irgendwo herumsteht. Wer wegen ihr nach Lauenburg fährt, verpasst das eigentliche Thema dieser Stadt, und das ist nicht ein einzelnes Denkmal, sondern die Gesamtwirkung: Fachwerk, Kopfsteinpflaster, Wasser, Ruhe. Geh hin, mach dein Selfie, reib den Daumen. Aber plan deinen Tag nicht darum herum.
Nebenbei: Goedtke hat mehrere Arbeiten in Lauenburg stehen, unter anderem „Die Wartenden“ am Büchener Weg und „Hans im Glück“ vor der Jugendherberge. Wenn dich das interessiert, hast du damit einen kleinen eigenen Rundgang.
Wo: Ruferplatz an der Elbstraße, 21481 Lauenburg/Elbe
8. Raddampfer Kaiser Wilhelm
Und jetzt zu etwas, das ich wirklich beeindruckend finde. Der Raddampfer Kaiser Wilhelm hat seinen Heimathafen in Lauenburg und ist der älteste noch fahrende Raddampfer Deutschlands. Gebaut 1899/1900 in Dresden, kohlebefeuert, und weltweit einer der letzten vier kohlegefeuerten Raddampfer, die überhaupt noch im Einsatz sind. Seit 1970 gehört er dem Förderverein des Elbschifffahrtsmuseums.
Wichtig, weil es oft falsch steht: Der Kaiser Wilhelm liegt nicht im Museum. Er fährt. In der Saison 2026 ist er von Ende April bis Ende September etwa alle 14 Tage unterwegs, unter anderem nach Bleckede, Geesthacht und Hitzacker. Es gibt sogar Fahrten bis in den Hamburger Hafen, durch den Köhlbrand, an den Landungsbrücken und der Elbphilharmonie vorbei. Aktuelle Termine stehen auf der Website des Raddampfers Kaiser-Wilhelm.
Ich habe ihn 2022 vor der Altstadt liegen sehen und fotografiert. Wenn du planen kannst, leg deinen Besuch auf einen Fahrtag. Ein kohlegefeuertes Schiff von 1900 auf der Elbe abfahren zu sehen, ist etwas anderes als ein modernes Ausflugsboot.
9. Elbschifffahrtsmuseum
Das Elbschifffahrtsmuseum sitzt mitten in der Altstadt in der Elbstraße und erzählt die Geschichte der Elbschifffahrt: vom Treideln über die Dampfschifffahrt bis zur modernen Binnenschifffahrt. Für eine Stadt dieser Größe ist das erstaunlich gut gemacht, und es ist die richtige Anlaufstelle, wenn es draußen regnet.
- Adresse: Elbstraße 59, 21481 Lauenburg/Elbe
- Eintritt: 5 Euro, ermäßigt 4 Euro, Kinder unter 6 Jahren frei (Stand 2026)
- Öffnungszeiten: März bis Oktober Mo bis Fr 10 bis 18 Uhr, Sa, So und feiertags 10 bis 17 Uhr. November bis Februar täglich 10 bis 16 Uhr
10. Palmschleuse: älteste Kammerschleuse Europas
Ein Stück außerhalb der Altstadt, hinter der Brücke über den Elbe-Lübeck-Kanal, liegt die Palmschleuse. Sie gilt als älteste Kammerschleuse Europas und wurde 1398 komplett aus Holz gebaut, als eine von fünfzehn Schleusen des Stecknitzkanals. Der Stecknitzkanal war der erste Wasserscheidekanal der Welt und verband Lübeck mit der Elbe, damit das Lüneburger Salz nach Norden kam.
Im Mittelalter hieß sie „Schlüse zu Bockhorst“, den heutigen Namen bekam sie im 17. Jahrhundert nach einem Schleusenwärter namens Palm. 1724 ließ Georg I. von Großbritannien sie mit behauenem Naturstein ausmauern. In Betrieb war sie bis zum 1. September 1896. Details zur Baugeschichte stehen bei Wikipedia.
Ehrlich: Zu Fuß aus der Altstadt ist das kein Spaziergang mehr. Mit dem Rad oder dem Auto sind es wenige Minuten. Wenn dich Technikgeschichte interessiert, lohnt der Abstecher, sonst kannst du ihn dir sparen.
11. Der beste Fotospot: das andere Elbufer

Das ist mein wichtigster Tipp in diesem ganzen Artikel, und die wenigsten machen es.
Fahr oder geh auf die niedersächsische Seite der Elbe und schau von dort auf Lauenburg zurück. Erst von drüben siehst du, was diese Stadt eigentlich ist: eine Reihe bunter Fachwerkhäuser, die sich am Hang entlangzieht, darüber der Kirchturm der Maria-Magdalenen-Kirche, davor der Fluss. Man nennt Lauenburg auch „Schifferstadt am Strom“, und von hier aus versteht man, warum.
Am besten funktioniert das am späten Nachmittag, wenn die Sonne von Westen auf die Fassaden fällt. Ich bin 2018 abends dort gewesen, und auf dem Rückweg musste ich alle paar hundert Meter wieder anhalten, weil das Licht immer noch besser wurde.
12. Oberstadt: Fußgängerzone, Geschäfte und Alltag








Die meisten Artikel über Lauenburg hören bei der Altstadt auf. Das ist schade, denn die Oberstadt ist der Teil, in dem die Stadt tatsächlich lebt.
Hier oben liegt die Fußgängerzone mit den Geschäften des täglichen Bedarfs, Bäcker, Apotheke, kleine Läden, Cafés. Eine Shopping-Destination ist Lauenburg nicht, dafür ist die Stadt zu klein. Aber wenn du etwas brauchst, wenn du in Ruhe einen Kaffee trinken willst, ohne dass jemand ein Foto von deinem Tisch aus machen möchte, oder wenn du einfach sehen willst, wie eine norddeutsche Kleinstadt funktioniert, dann geh hier hoch.
Praktisch ist das auch deshalb, weil Fürstengarten und Schlossturm gleich um die Ecke liegen. Du kannst den Einkauf also gut mit dem Aussichtsturm verbinden.
13. Lauenburger Mühle: das höchste Wahrzeichen
Ehrlich vorweg: Hier war ich selbst nicht, deshalb kann ich dir keinen eigenen Eindruck schildern. Die Lauenburger Mühle gehört aber in jede Liste der Lauenburger Sehenswürdigkeiten, weil sie schlicht das höchste Wahrzeichen der Stadt ist.
Es handelt sich um eine Holländer-Galerie-Mühle von 1871/1873, die heute als Mühlenmuseum arbeitet und zeigt, wie aus Korn Mehl wird. Von oben hast du einen Rundblick über die Stadt und bis nach Mecklenburg und Niedersachsen hinein. Beim nächsten Besuch steht sie bei mir auf der Liste.
14. Künstlerhaus Lauenburg und Stadtgalerie
Auch das kannte ich bei meinen Besuchen noch nicht, und es ist eine echte Besonderheit für eine Stadt dieser Größe: Das Künstlerhaus Lauenburg in der Altstadt ist eine internationale Stipendiatenstätte des Landes Schleswig-Holstein. Rund 120 Stipendien wurden hier vergeben, darunter an Autorinnen und Autoren, die anschließend über Lauenburg geschrieben haben.
Angeschlossen ist die Stadtgalerie Lauenburg im Hagenström, in der die Werke der Stipendiaten gezeigt werden. Dazu kommen mehrere Ateliers und Ausstellungsräume von Künstlern und Kunsthandwerkern in der Altstadt. Wenn dich zeitgenössische Kunst interessiert, ist das der Grund, warum sich Lauenburg von anderen hübschen Fachwerkstädtchen unterscheidet.
Essen und Trinken in Lauenburg
Ich sage das bewusst so unspektakulär: In Lauenburg ist es fast egal, wo du dich hinsetzt.
Es gibt Cafés und Restaurants sowohl in der Altstadt als auch oben in der Oberstadt, viele mit Terrasse und Blick auf die Elbe, dazu ein Eiscafé. Ich war beide Male unter der Woche da und habe nie ein Problem gehabt, einen Platz zu bekommen. Nicht ein einziges Mal. Das ist in einer Stadt am Wasser keine Selbstverständlichkeit, und es ist einer der Gründe, warum ich Lauenburg gegenüber Lübeck an einem entspannten Tag manchmal vorziehe.
Mein Rat: Setz dich einfach irgendwo hin, wo es dir gefällt, und nimm ein Eis oder einen Kaffee. Am besten mit Blick auf den Fluss.
Show Image Eine von vielen Terrassen in der Altstadt. Einen freien Tisch gab es an beiden Tagen sofort.
Anreise, Parken und wie viel Zeit du brauchst
Mit der Bahn
Lauenburg (Elbe) liegt an der Bahnstrecke Lübeck–Lüneburg und wird von den Linien RE 83 und RB 84 bedient. Ab Hamburg Hbf brauchst du gut eine Stunde, in der Regel mit einem Umstieg in Büchen oder Lüneburg. 2022 bin ich genau so angereist, und für einen Tagesausflug ist das entspannter als mit dem Auto: Du kommst am Bahnhof an, läufst runter in die Altstadt und musst dich um keinen Parkplatz kümmern.
Ein Hinweis: Die Lauenburger Elbbrücke, über die auch die Bahnstrecke läuft, wird wegen ihres Zustands ertüchtigt. Auf dem Abschnitt kommt es deshalb immer wieder zu Schienenersatzverkehr. Prüfe die Verbindung also kurz vor der Fahrt.
Mit dem Auto
Ab Hamburg sind es rund 47 Kilometer über die B5, also etwa 45 Minuten. 2018 bin ich mit dem Auto gekommen und habe oben in der Oberstadt geparkt, um dann zu Fuß in die Altstadt hinunterzugehen. Diese Reihenfolge kann ich empfehlen: Du sparst dir die Parkplatzsuche im engen Altstadtbereich und hast den schönen Abstieg durch die Gassen.
Parken (Stand Juli 2026):
- Fürstengarten (Oberstadt): kostenlos. Von hier zum Schlossturm wenige Minuten, in die Altstadt etwa zehn.
- Lösch- und Ladeplatz (direkt an der Altstadt): 1 Euro pro Stunde, 4 Euro pro Tag, gebührenpflichtig von 8 bis 20 Uhr, nachts frei. Achtung: Dort laufen Bauarbeiten. Prüfe die aktuelle Lage auf der Seite der Stadt Lauenburg, bevor du losfährst.
- Weitere Plätze: Borkeplatz und Schüsselteich.
Wie viel Zeit solltest du einplanen?
Für die Altstadt reicht ein halber Tag. Wenn du fotografierst, den Schlossturm besteigst, ins Museum gehst und auf die andere Elbseite hinüberwechselst, wird ein ganzer Tag daraus. Und wer mit dem Rad kommt, kann noch deutlich länger bleiben: Durch Lauenburg laufen der Elberadweg, die Alte Salzstraße, die Route Hamburg–Rügen und der Iron Curtain Trail, dazu die europäischen Fernwanderwege E1, E6 und E9.
Übernachten in Lauenburg
Ganz ehrlich: Ich war beide Male nur für einen Tag dort und habe in Lauenburg nicht übernachtet, deshalb empfehle ich dir hier auch kein Hotel, das ich nicht kenne.
Lauenburg funktioniert hervorragend als Tagesausflug ab Hamburg oder Lüneburg. Wenn du länger bleiben willst, ergibt es aus meiner Sicht mehr Sinn, dich in der Region einzuquartieren und Lauenburg mit Mölln und Ratzeburg zu kombinieren. Dann hast du aus einem halben Tag ein ordentliches Wochenende gemacht.
Ausflugsziele rund um Lauenburg
Lauenburg liegt so günstig, dass ein Tagesausflug fast zwangsläufig zu einer kleinen Rundreise wird.
- Mölln (rund 20 km): die Eulenspiegelstadt, ebenfalls im Herzogtum Lauenburg, mit Seen und einer sehr hübschen Altstadt.
- Ratzeburg (rund 25 km): die Inselstadt zwischen vier Seen, mit dem romanischen Dom als Höhepunkt.
- Lüneburg (rund 25 km): direkt gegenüber auf der niedersächsischen Seite, und das Ziel, an dem das Salz endete, das über die Alte Salzstraße transportiert wurde.
- Lübeck (rund 55 km): der andere Endpunkt der Alten Salzstraße. Meine liebsten Motive dort habe ich in den Fotospots in Lübeck gesammelt.
- Hamburg (rund 40 km): unsere Heimatstadt, und der einfachste Startpunkt für den Tag.
Mehr Ideen für die Region findest du in unserer Übersicht der Ausflugsziele in Schleswig-Holstein und bei den schönsten Städten in Schleswig-Holstein. Und wer über die Elbe Richtung Osten weiterfährt, findet bei den Ausflugszielen in Mecklenburg-Vorpommern den nächsten Tag.
Lohnt sich Lauenburg? Mein Fazit
Ja, und zwar aus einem sehr konkreten Grund: Lauenburg gibt dir eine komplette Fachwerkaltstadt am Wasser, ohne dass du sie dir mit Reisegruppen teilen musst.
Der Vergleich, der es am besten trifft: Lauenburg ist die Altstadt von Lübeck im Kleinformat, ohne die Besucherströme. Du bekommst Backstein, Fachwerk, Kopfsteinpflaster und Wasser, aber du bekommst es leise. Ich war zweimal dort, beide Male an einem Werktag, und beide Male hatte ich die schönsten Gassen minutenlang für mich allein.
Was du dafür nicht bekommst: eine große Sehenswürdigkeit, die dich vom Hocker haut. Der Rufer ist eine Statue, das Schloss ist bis auf den Turm verschwunden, das Museum ist solide, aber klein. Wenn du Häkchen auf einer Liste abarbeiten willst, wirst du hier nicht glücklich. Wenn du einen Tag lang durch schöne Gassen laufen, fotografieren, ein Eis essen und auf einen großen Fluss schauen willst, ist Lauenburg genau richtig.
Und ja: Während ich diesen Artikel überarbeitet und die alten Bilder wieder durchgesehen habe, ist mir klar geworden, dass ich mal wieder hin muss.
Mehr Bilder von unseren Touren findest du auf unserem Instagram. Da zeigen wir laufend, wo wir gerade unterwegs sind.
Häufige Fragen zu Lauenburg
Ist Lauenburg schön? Ja. Lauenburg hat eine gut erhaltene Fachwerkaltstadt direkt an der Elbe, die zu den schönsten in Schleswig-Holstein zählt. Der Reiz liegt weniger in einzelnen Sehenswürdigkeiten als im Gesamtbild aus Fachwerk, Kopfsteinpflaster und Fluss. Wer unter der Woche kommt, hat die Gassen oft fast für sich.
Was kann man in Lauenburg machen? Durch die Elbstraße und die Altstadt bummeln, den Schlossturm kostenlos besteigen, das Elbschifffahrtsmuseum besuchen, am Elbstrand sitzen oder mit dem Raddampfer Kaiser Wilhelm fahren. Für Radfahrer kreuzen sich hier der Elberadweg, die Alte Salzstraße, die Route Hamburg–Rügen und der Iron Curtain Trail.
Was ist das Wahrzeichen von Lauenburg? Offiziell der Lauenburger Rufer, eine Bronzefigur von Karlheinz Goedtke aus dem Jahr 1959 am Ruferplatz in der Elbstraße. Das höchste Wahrzeichen ist dagegen die Lauenburger Mühle von 1871/1873. Meine persönliche Meinung: Der eigentliche Reiz der Stadt liegt nicht in einem einzelnen Denkmal, sondern in der Fachwerkaltstadt als Ganzes.
Wie lange braucht man für Lauenburg? Für die Altstadt reicht ein halber Tag. Mit Schlossturm, Museum und einem Abstecher auf die andere Elbseite wird ein ganzer Tag daraus. Mit dem Rad kann man problemlos länger bleiben.
Hat Lauenburg eine Fußgängerzone? Ja, die Fußgängerzone mit den Geschäften liegt in der Oberstadt, nicht unten in der historischen Altstadt. Dort findest du Bäcker, Apotheke, kleine Läden und Cafés. Die Altstadt in der Elbstraße ist dagegen vor allem Wohn- und Gastronomiebereich.
Was ist der Geheimtipp in Lauenburg? Der Blick vom niedersächsischen Elbufer zurück auf die Stadt. Von drüben siehst du die komplette Silhouette mit den bunten Fachwerkhäusern und dem Kirchturm, und fast niemand macht diesen Umweg. Der zweite Tipp ist die Gasse Hohler Weg zwischen Unter- und Oberstadt.
Wo kann man in Lauenburg parken? Am Fürstengarten in der Oberstadt parkst du kostenlos, von dort sind es etwa zehn Minuten hinunter in die Altstadt. Der Lösch- und Ladeplatz direkt an der Altstadt kostet 1 Euro pro Stunde oder 4 Euro pro Tag, gebührenpflichtig von 8 bis 20 Uhr. Dort laufen aktuell Bauarbeiten, prüfe die Lage also vor der Anreise.
Wie kommt man mit der Bahn nach Lauenburg? Lauenburg (Elbe) liegt an der Strecke Lübeck–Lüneburg und wird von RE 83 und RB 84 bedient. Ab Hamburg Hbf dauert es gut eine Stunde, meist mit einem Umstieg in Büchen oder Lüneburg. Wegen der Ertüchtigung der Lauenburger Elbbrücke kommt es immer wieder zu Schienenersatzverkehr.
Fährt der Raddampfer Kaiser Wilhelm noch? Ja. Der 1899/1900 gebaute Kaiser Wilhelm ist der älteste noch fahrende Raddampfer Deutschlands und einer der letzten vier kohlebefeuerten weltweit. In der Saison 2026 fährt er von Ende April bis Ende September etwa alle 14 Tage, unter anderem nach Bleckede, Geesthacht und Hitzacker. Er liegt nicht im Museum, sondern ist auf der Elbe unterwegs.
Noch mehr Reisetipps
- Sehenswürdigkeiten in Mölln: Eulenspiegelstadt am See
- Ratzeburg Sehenswürdigkeiten: Inselstadt zwischen vier Seen
- Lüneburg Sehenswürdigkeiten: Die Highlights der Salzstadt
- Fotospots Lübeck: 11 entzückende Orte für dein perfektes Foto
- Ausflugsziele in Schleswig-Holstein, die sich lohnen
- Schöne Städte in Schleswig-Holstein
- Schöne Städte Deutschland: 17 Ideen für einen Städtetrip
Folge uns gerne auch auf unseren sozialen Kanälen, wie Facebook, Instagram und Pinterest. Auf diesen Plattformen nehmen wir dich mit auf unsere aktuellen Reisen und zeigen dir magische Bilder & Videos und verraten unsere besten Reisetipps.
Das könnte dich auch interessieren
- Lauenburg Sehenswürdigkeiten: Mein Rundgang durch die Elbstadt

- Sassnitz Sehenswürdigkeiten: Hafen, Kreideküste und was sich wirklich lohnt

- Top Jever Sehenswürdigkeiten: Das Beste aus Stadt und Umgebung

- Schöne Städte Rheinland-Pfalz: die 23 schönsten mit Karte

- Marktbreit Sehenswürdigkeiten: Die stille Perle am Main

* In diesem Beitrag verwenden wir sogenannte „Affiliate-Links“ (Werbelinks). Diese leiten dich zu Produkten bzw. Dienstleistungen, welche wir dir zu 100% empfehlen können. Solltest du über diese Links etwas buchen oder kaufen, erhalten wir als Dankeschön eine kleine Provision. Dir entstehen dadurch aber keine weiteren Kosten. Diese Werbeeinnahmen helfen uns all unsere Inhalte, Bilder und Videos auch weiterhin völlig kostenfrei für dich anzubieten.




