Wir sind in Sassnitz gelandet, weil man da eben landet. Auf dem Rückweg von Bornholm legt die Fähre in Mukran an, und dann steht man auf Rügen und hat plötzlich einen halben Tag übrig. So war das im Sommer 2024 bei uns. Also haben wir uns die Sassnitz Sehenswürdigkeiten angesehen, die uns am meisten gereizt haben: den Nationalpark Jasmund und die alten Bädervillen in den Seitenstraßen. Für alles andere hat die Zeit nicht gereicht, und das schreibe ich hier auch so hin.
Sassnitz ist eine Hafenstadt im Nordosten von Rügen, direkt am Nationalpark Jasmund, und sie hat zwei Gesichter. Unten am Wasser ein echter Fischerei- und Fährhafen mit Kuttern, Kränen und einem U-Boot. Oben, hinter der Hauptstraße, weiße Holzvillen aus der Kaiserzeit, die aussehen, als hätte sie jemand aus Binz herübergetragen. Und gleich hinter dem letzten Haus fängt der Nationalpark an. Diese Kombination gibt es sonst nirgends auf Rügen und in Mecklenburg-Vorpommern.
Was wir hier aufschreiben, sind die Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten in Sassnitz mit Preisen, Öffnungszeiten und einer Karte, plus die ehrliche Einordnung, was einen Tagesausflug wert ist und was nicht.
Sassnitz auf einen Blick
| Was ist Sassnitz? | Die größte Stadt auf der Halbinsel Jasmund im Nordosten von Rügen. Bekannt für den Fischerei- und Fährhafen, die Bäderarchitektur der Altstadt und als Ausgangspunkt zu den Kreidefelsen. |
| Wie lange bleiben? | Für die Stadt selbst reichen 3 bis 4 Stunden. Mit einer Wanderung im Nationalpark wird ein voller Tag daraus. |
| Beste Zeit | Mai, Juni und September. Im Juli und August ist der Nationalpark-Parkplatz oft voll. |
| Kostet nichts | Hängebrücke, Mole und Leuchtturm, Strandpromenade, Bäderarchitektur, Wandern im Nationalpark |
| Kostet was | U-Boot 9 €, Tierpark 5,50 €, Königsstuhl 14 €, Parken am Nationalpark 6 €/Tag |
| Mit Kindern | Ja. Tierpark mit Wasserspielplatz, U-Boot, Strand. |
| Bei Regen | U-Boot, Kreidemuseum Gummanz, Nationalpark-Zentrum Königsstuhl |
Alle Preise Stand Juli 2026.
Sassnitz Sehenswürdigkeiten in der Stadt
Stadthafen und Fischereihafen

Der Hafen ist der Grund, warum es Sassnitz in seiner heutigen Form überhaupt gibt. Aus dem Fischerdorf wurde ab 1889 mit dem Molenbau ein Fischereihafen, später kam der Eisenbahnfährverkehr dazu. Das merkst du dem Hafen bis heute an: Zwischen den Restaurants und den Ausflugsschiffen liegen echte Kutter, es riecht nach Diesel und Fisch, und irgendwo wird immer etwas verladen.
Vom Stadtzentrum kommst du am schnellsten über die Hängebrücke runter. Zu Fuß über die Straße sind es Serpentinen und 22 Höhenmeter mehr, als du denkst.
Hängebrücke „Balkon mit Meerblick“

Die Fußgänger-Hängebrücke von 2007 ist inzwischen das Wahrzeichen der Stadt. Rund 250 Meter lang, ein einziger Mast, 365 Tonnen Stahl, und sie überwindet 22 Höhenmeter zwischen Stadtzentrum und Stadthafen. Die Sassnitzer nennen sie „Balkon mit Meerblick“, und 2010 hat sie den Deutschen Brückenbaupreis bekommen.
Für Besucher sind zwei Dinge wichtig: Sie ist barrierefrei, du kommst also auch mit Kinderwagen oder Rollstuhl runter zum Hafen. Und sie ist frei zugänglich, rund um die Uhr, kein Ticket. Der Blick geht über den Hafen, die Mole und bei klarer Sicht weit auf die Ostsee raus.
Das ist übrigens keine Seebrücke, auch wenn sie in Fachartikeln manchmal so genannt wird. Eine klassische Seebrücke, die ins Meer hinausführt, hat Sassnitz nicht.
Mole und Leuchtturm

Die Sassnitzer Ostmole ist 1.450 Meter lang. Sie hat 1912 mit 380 Metern angefangen und wurde zweimal verlängert, erst für die Fischerei, dann für den Eisenbahnfährverkehr. Lange galt sie als längste Außenmole Europas, und die offizielle Tourismusseite schreibt das bis heute. Ganz sauber ist der Titel seit 2013 nicht mehr: Świnoujście hat eine Mole von fast drei Kilometern gebaut. Die gehört allerdings zum LNG-Hafen und ist nicht öffentlich zugänglich. Die längste, auf der du selbst spazieren gehen kannst, ist also weiterhin die Sassnitzer.
Am Ende steht ein 15 Meter hoher, achteckiger Leuchtturm aus Stahl, grün mit weißem Band, Baujahr 1937. Er ist im Stadtwappen. Plan ungefähr 45 Minuten für Hin- und Rückweg ein und nimm bei Wind eine Jacke mit, da draußen gibt es keinen Schutz.
Bäderarchitektur in der Altstadt


Das war für uns der überraschende Teil. Wir haben die Bädervillen erst auf dem Rückweg von der Wanderung mitgenommen, eher nebenbei, und sind ein Stück durch die Seitenstraßen gelaufen. Weiße Holzfassaden, Veranden, Türmchen, Baustil des späten 19. Jahrhunderts. Wer Binz oder Sellin kennt, kennt das Prinzip. Der Unterschied ist, dass hier keine Touristengruppen stehen und die Häuser nicht alle durchsaniert sind. Ein paar sehen ziemlich mitgenommen aus, und genau das macht es interessant.
Die Villen findest du in der Altstadt, entlang der Strandpromenade und rund um den Kurplatz. Es gibt keinen ausgeschilderten Rundgang, du läufst einfach die Straßen ab. Wenn du auf so etwas stehst, ist Sassnitz eine sinnvolle Ergänzung zu den schönsten Städten in Mecklenburg-Vorpommern.
Strandpromenade und Kurplatz

Die Strandpromenade läuft an der Küste entlang vom Stadthafen zum Kurplatz, gesäumt von Restaurants und Cafés. Auf dem Kurplatz finden im Sommer Konzerte und Veranstaltungen statt, das Promenadenfest ist das größte davon. Wenn du nur eine Stunde in Sassnitz hast, ist die Promenade zusammen mit der Hängebrücke die sinnvollste Runde.
Uskam, der Findling vor der Küste
Vor dem Kurplatz liegt ein großer Findling in der Ostsee, der Uskam. Wegen Farbe und Form nennen ihn die Einheimischen auch „Klein-Helgoland“. Kein Ziel, für das man anreist, aber ein netter Fixpunkt beim Spaziergang und eines der wenigen Bodendenkmäler, die man vom Land aus sieht.
St.-Johannis-Kirche
Die Backsteinkirche wurde bis 1883 im neugotischen Stil gebaut und ist Johannes dem Täufer geweiht. Der orange-rote Bau steht erhöht zwischen Bäumen und ist von mehreren Punkten in der Stadt zu sehen. Innen gibt es eine Orgel, ein Kruzifix und eine alte Prachtbibel. Wir waren nicht drin, die Kirche ist aber tagsüber üblicherweise geöffnet.
U-Boot HMS Otus

Im Stadthafen liegt ein ausgemustertes britisches U-Boot der Oberon-Klasse, 90,7 Meter lang und gut acht Meter breit. Du kannst nicht nur außen herumgehen, sondern auch einsteigen. Eine komplette Besatzung hat in diesem Rohr wochenlang gelebt, und was das heißt, begreift man erst, wenn man drinsteht.
Praktisch: Hafenstraße 18. Mai bis Oktober täglich 10 bis 18 Uhr, Februar bis April täglich 10 bis 16 Uhr, November bis Dezember 10 bis 16 Uhr, im Januar eingeschränkt. Erwachsene 9 €, Jugendliche 14 bis 17 Jahre 6,50 €, Kinder 4 bis 13 Jahre 5 €, Familienkarte 20 €. Stand Juli 2026. Wer klaustrophobisch ist, sollte es lassen, im Inneren wird es an mehreren Stellen sehr eng.
Museumskutter HAVEL statt Hafenmuseum
Hier hat sich etwas geändert, das in den meisten Artikeln noch falsch drinsteht. Das Fischerei- und Hafenmuseum wurde 1996 zum 100. Jahrestag des Molenbaus eröffnet, die geplante Modernisierung im alten Eishaus ist aber an der Finanzierung gescheitert. Als klassisches Museum mit Ausstellung ist es nicht offen.
Was du besichtigen kannst, ist der Museumskutter HAVEL, das größte Exponat der Sammlung. Saison ist vom 1. April bis 31. Oktober, in der Sommersaison Montag bis Samstag von 10 bis 16 Uhr. Prüf das vor dem Besuch auf der Seite des Fischerei- und Hafenmuseums, die Lage ändert sich gerade.
Tierpark Sassnitz
Der einzige Tierpark auf Rügen liegt auf einer 2,5 Hektar großen Waldlichtung am Rand des Nationalparks, fünf Gehminuten vom Rathaus. Er ist seit Ostern 2025 im Aufbau, das heißt: Es kommen laufend Tiere und Anlagen dazu, aber du kommst nicht in einen fertigen Zoo. Für Familien ist vor allem der Wasserspielplatz mit dem hölzernen Piratenschiff interessant, dazu ein Sandspielplatz und ein Souvenirshop mit regionalem Eis.
Praktisch: April bis Oktober täglich 10 bis 18 Uhr, letzter Einlass 17:15 Uhr. November bis März 11 bis 16 Uhr. Erwachsene 5,50 €, Kinder 6 bis 14 Jahre 3,50 €, große Familienkarte 12 €, Hunde 2,50 €. Stand Juli 2026, aktuelle Angaben auf tierpark-sassnitz.de. Die Gastronomie ist ein Inklusionsprojekt im Aufbau und nicht jeden Tag geöffnet.
Strand und Weststrand
Sassnitz hat zwei Badestellen. Der eigentliche Sassnitzer Strand beginnt nordöstlich von Mukran, ist breit, steinfrei und hat gute Wasserqualität. In der Stadt selbst gibt es den Weststrand, kleiner und näher am Hafen. Für einen ganzen Strandtag würden wir nach Binz oder Sellin fahren, für eine Stunde Füße ins Wasser reicht Sassnitz.
Schlossruine Dwasieden
Südwestlich vom Stadthafen, mitten im Buchenwald, liegen die Reste von Schloss Dwasieden. Gebaut 1873 bis 1877 im Stil der italienischen Neorenaissance, Bauherr war der Bankier Adolph von Hansemann, Architekt der Schinkel-Schüler Friedrich Hitzig. Ab den 1930er-Jahren militärisch genutzt, 1948 gesprengt. Was steht, sind Mauerreste, Kasernenbauten und kleine Bunker aus der späteren NVA-Zeit.
Wichtig, und deshalb kein romantischer Tipp: Das Gelände ist eingezäunt worden, die Gebäude sind einsturzgefährdet und teils in Privatbesitz. Auf den Waldwegen drumherum kannst du legal spazieren gehen und einiges sehen, in die Ruinen selbst gehörst du nicht hinein. Wir waren dort nicht.
Kutterfisch am Hafen
Das Restaurant Kutterfisch in der Hafenstraße 12d gehört zur Kutter- und Küstenfisch Rügen und ist das, was einem in Sassnitz beim Thema Fisch als Erstes genannt wird. Geöffnet täglich von 8 bis 18 Uhr.
Ehrlich gesagt: Wir waren nicht drin. Wir sind an dem Tag nach der Wanderung direkt weitergefahren und haben in Sassnitz weder etwas gegessen noch getrunken. Ich kann dir also sagen, wo es ist, aber nicht, wie es schmeckt.
Nationalpark Jasmund, der eigentliche Grund für den Stopp

Das war unser Hauptziel, und rückblickend war das die richtige Entscheidung. Der Nationalpark Jasmund wurde im September 1990 gegründet und ist der kleinste Nationalpark Deutschlands. Seine alten Buchenwälder gehören als Teil der „Alten Buchenwälder Deutschlands“ zum UNESCO-Weltnaturerbe.
So haben wir es gemacht: Mit dem Auto zum Parkplatz am Nationalpark-Eingang oben am Stadtrand von Sassnitz, in der Stubbenkammerstraße. Der Parkplatz kostet 1 € pro Stunde oder 6 € für den ganzen Tag, und es war viel los. Trotzdem: Von dort kommst du wirklich gut in den Nationalpark rein, ohne Umwege und ohne Shuttle. Das ist der praktischste Einstieg, wenn du kein Ticket für den Königsstuhl-Parkplatz in Hagen lösen willst.
Von dort sind wir nach Norden auf den Hochuferweg, der auf 12 Kilometern bis nach Lohme führt und mit weiß-blau-weiß markiert ist. Wir sind bis zur Piratenschlucht gelaufen und wieder zurück, also eine kurze Runde, keine Tagestour.
Die Piratenschlucht ist ein Einschnitt im Kreidekliff, durch den eine Treppe hinunter an den Strand führt. Der Sage nach soll Klaus Störtebeker hier im 14. Jahrhundert Beute versteckt haben. Belegt ist das nicht, gefunden hat es auch nie jemand, und graben darfst du im Nationalpark ohnehin nicht.

Der Weg ist nicht flach. Er läuft in die Schluchten hinunter und wieder hinauf, teilweise über Treppen, und feste Schuhe sind kein Vorschlag, sondern Voraussetzung. Dafür öffnet sich alle paar hundert Meter eine Lücke im Buchenwald mit Blick auf weiße Kreide und blaugrünes Wasser.
Ein paar Punkte am Weg, die du im Kopf haben solltest:
Victoriasicht. Eine Aussichtsplattform, die über die Kreidefelsen hinausragt. Sie liegt direkt am Höhenwanderweg zwischen Sassnitz und Lohme und ist der beste Aussichtspunkt der Strecke, den du ohne Eintritt erreichst.
Wissower Klinken. Eine Kreideformation, die Caspar David Friedrich zugeschrieben wurde und viele Postkarten geziert hat. 2005 ist ein großer Teil abgestürzt, in der ursprünglichen Form gibt es sie nicht mehr. Das ist kein Ärgernis, sondern der Punkt: Diese Küste bewegt sich. Genau deshalb sind Absperrungen an der Kante ernst gemeint.
Die Stubnitz. So heißt die hügelige Waldlandschaft, durch die du läufst, zwischen Sassnitz und Lohme. Wenn dir jemand auf Rügen von der Stubnitz erzählt, meint er das hier.
Herthasee und Herthaburg. Weiter nördlich, auf dem Weg Richtung Königsstuhl. Ein kleiner, dunkler Waldsee mit den Resten eines slawischen Burgwalls aus dem 12. Jahrhundert. Sagenumwoben, sehr fotogen bei Nebel.
Aktuelle Wegehinweise und Sperrungen stehen auf der offiziellen Seite des Nationalparks Jasmund. Nach starken Regenfällen wird schon mal ein Abschnitt gesperrt, weil die Kreide rutscht.
Ausflugsziele rund um Sassnitz
Kreidefelsen der Stubbenkammer

Die Steilküste nördlich von Sassnitz bis Lohme zieht sich über rund elf Kilometer und ist das, wofür Rügen weltweit bekannt ist. Der Abschnitt heißt Stubbenkammer, nicht „Stuppenkammer“, wie man es immer wieder liest.
Zwei Perspektiven, beide lohnen sich. Von oben über den Hochuferweg, kostenlos und zu Fuß. Oder vom Wasser aus mit einem Ausflugsschiff ab Sassnitz. Vom Schiff siehst du die ganze Wand am Stück, das geht zu Fuß nicht.
Königsstuhl und Skywalk

Der Königsstuhl ist 118 Meter hoch und der Publikumsmagnet der Insel. Seit 2023 gibt es statt der alten Aussichtskanzel den Skywalk, eine ringförmige Plattform, die frei über der Kante schwebt und barrierefrei ist. Der Blick auf den Felsen selbst geht dabei besser als früher.
Praktisch: Der Skywalk ist nur über das Nationalpark-Zentrum KÖNIGSSTUHL zugänglich, ein separater Zugang existiert nicht. Eintritt 2026: Erwachsene ab 15 Jahren 14 €, Kinder 6 bis 14 Jahre 8 €, Kinder unter 6 frei, Familie 30 €. Im Preis enthalten sind Skywalk, Erlebnisausstellung, Kino und die stündlichen Führungen. Ermäßigung gibt es unter anderem mit der Kurkarte Sassnitz und Lohme sowie mit DB-Fernverkehrs- und MV-Tickets. Details und Kombitickets auf koenigsstuhl.com.
Anfahrt: Direkt am Königsstuhl kannst du nicht parken. Entweder du stellst das Auto in Hagen ab und nimmst den Shuttlebus, oder du wanderst vom Nationalpark-Parkplatz in Sassnitz die rund 9 Kilometer über den Hochuferweg. Wenn du Zeit hast, ist die Wanderung die schönere Variante, und der Bus bringt dich zurück.
Feuersteinfelder bei Neu Mukran
Südlich von Neu Mukran, im Nordteil der Schmalen Heide, liegen die Feuersteinfelder. Über rund 40 Hektar erstrecken sich Geröllfelder aus Feuerstein, die aus Jura- und Kreidezeit stammen und von der Ostsee hier angeschwemmt wurden. Zwischen den grauen Steinen wachsen Kiefern und Heide, es ist Naturschutzgebiet, und mit etwas Glück siehst du eine Kreuzotter. Die ist scheu und ungefährlich, solange du sie in Ruhe lässt.
Der Weg dorthin führt über Wanderwege ab Mukran oder Prora, mit dem Auto kommst du nicht direkt ran.
Kreidemuseum Rügen in Gummanz
Das Kreidemuseum in Gummanz bei Sagard sitzt in einem alten Kreidewerk und erklärt, wie die Kreide entstanden ist und wie sie hier abgebaut wurde. Barrierefrei. Für Sassnitz-Besucher vor allem interessant als Schlechtwetter-Alternative, denn genau dann ist der Hochuferweg keine gute Idee.
Jagdschloss Granitz

Etwa 30 Autominuten südlich von Sassnitz, auf dem höchsten Punkt der Granitz, steht das Jagdschloss, das Fürst Wilhelm Malte I. zu Putbus zwischen 1837 und 1846 bauen ließ. Der 38 Meter hohe Mittelturm geht auf Pläne von Karl Friedrich Schinkel zurück, und über eine gusseiserne Wendeltreppe kommst du hinauf. Von oben siehst du bei gutem Wetter halb Rügen.
Praktisch: Eintritt 9 € für Erwachsene. Mai bis September täglich 10 bis 18 Uhr, April und Oktober bis 17 Uhr, im Winter Dienstag bis Sonntag 10 bis 16 Uhr, letzter Einlass eine halbe Stunde vor Schluss. Aktuelle Angaben auf der Seite der Staatlichen Schlösser und Gärten M-V.
Sellin, für den Abend

Nach Sassnitz sind wir noch nach Sellin gefahren, am späten Nachmittag, und haben dort den Tag ausklingen lassen. Die Seebrücke von Sellin ist das, was die meisten Leute vor Augen haben, wenn sie an Rügen denken: das weiße Brückenhaus auf Stelzen und die geschwungene Treppe von der Steilküste herunter. Wenn du in Sassnitz übernachtest und einen Nachmittagsausflug suchst, ist Sellin knapp 30 Autominuten entfernt und lohnt sich mehr als jedes Sassnitzer Abendprogramm.
Anreise und Praktisches
Mit dem Auto. Über den Rügendamm und die B96 bis Sassnitz. In der Stadt ist Parken knapp. Wenn du in den Nationalpark willst, fahr direkt zum Parkplatz am Nationalpark-Eingang in der Stubbenkammerstraße, 1 € pro Stunde oder 6 € am Tag. Parkplatz Nationalpark-Eingang auf Google Maps.
Mit der Bahn. Sassnitz hat einen eigenen Bahnhof, erreichbar über Stralsund und Bergen auf Rügen. Vom Bahnhof sind es rund 15 Minuten zu Fuß in die Stadt. Der Nationalpark-Eingang liegt oberhalb, plan nochmal 20 Minuten bergauf ein. Praktischer Nebeneffekt: Mit einem DB-Fernverkehrsticket oder dem MV-Ticket bekommst du Ermäßigung am Königsstuhl.
Mit der Fähre. Vom Fährhafen Mukran, wenige Kilometer südlich, fährt die einzige Direktverbindung von Deutschland nach Bornholm, Überfahrt rund 3 Stunden 20 Minuten. Von Juni bis August meist täglich, in der Nebensaison drei bis vier Mal pro Woche. In der Saison von Mai bis Oktober pendelt die Buslinie 22 vom Sassnitzer Busbahnhof zum Fährterminal, außerdem gibt es an ausgewählten Tagen den RE27 von Bergen direkt zum Fährhafen.
Wie viel Zeit? Für die Stadt 3 bis 4 Stunden. Mit einer Wanderung im Nationalpark ein ganzer Tag. Wenn du Rügen insgesamt erkundest, ist Sassnitz eher ein Stopp als ein Standort. Als Basis würden wir Binz oder Sellin nehmen. Wer die Ostseeküste weiter abfahren will, findet in Rostock und Wismar die nächsten größeren Ziele.
Sassnitz mit Kindern
- Tierpark Sassnitz mit Wasserspielplatz und Piratenschiff, 3,50 € für Kinder
- U-Boot HMS Otus, funktioniert ab etwa acht Jahren, sofern das Kind keine Enge scheut
- Strand am Weststrand oder Richtung Mukran
- Hängebrücke, kostenlos, und Kinder finden die Höhe meistens großartig
- Nationalpark-Zentrum Königsstuhl mit Erlebnisausstellung und Kino, auch bei Regen
Den Hochuferweg würde ich mit kleinen Kindern nicht komplett laufen. Die Treppen in den Schluchten sind anstrengend, und die Kante ist stellenweise ungesichert.
Übernachten in Sassnitz
Wir haben in Sassnitz nicht übernachtet, deshalb keine getesteten Empfehlungen, sondern nur die Häuser, die vor Ort einen Namen haben:
- Parkhotel del Mar, familiengeführtes Haus zwischen Altstadt und Nationalpark, 12 Doppelzimmer und ein paar Apartments
- Fürstenhof Sassnitz, in einer Bädervilla in der Altstadt
- Eine vollständige Übersicht mit freien Zimmern hat die Unterkunftssuche der Stadt Sassnitz
Wenn du Rügen insgesamt bereist, ist Binz oder Sellin als Standort die bequemere Wahl. Von dort erreichst du Sassnitz in einer halben Stunde.
Führungen und Touren ab Sassnitz
Kreideküsten-Schifffahrt. Die Fahrt entlang der Kreideküste mit Blick auf den Königsstuhl ist die Perspektive, die du zu Fuß nicht bekommst. Ab Sassnitz gibt es Kombitickets mit dem Nationalpark-Zentrum. Angebote ansehen.
Geführte Wanderung im Nationalpark Jasmund. Sinnvoll, wenn du wissen willst, warum die Buchen hier Weltnaturerbe sind und die Kreide so aussieht, wie sie aussieht. Angebote ansehen.
Unser Fazit zu den Sehenswürdigkeiten in Sassnitz
Sassnitz ist keine Stadt, für die man eine Woche einplant, und sie will das auch nicht sein. Sie ist ein Arbeitshafen mit einer schönen alten Oberstadt und einem Nationalpark direkt vor der Haustür. Wer das erwartet, wird es mögen. Wer eine Bäderpromenade wie in Binz erwartet, wird enttäuscht.
Für uns war der Nationalpark Jasmund das Highlight und die Bädervillen die Überraschung. Dass man für den Hochuferweg einfach am Stadtrand parkt und nach ein paar Minuten mitten im Buchenwald über der Kreideküste steht, ist ziemlich komfortabel. Die Villen in den Seitenstraßen hatten wir gar nicht auf dem Zettel.
Was wir nicht gemacht haben und beim nächsten Mal nachholen: das U-Boot, die Mole bis zum Leuchtturm und ein ordentliches Fischbrötchen am Hafen.
FAQ zu Sassnitz
Was kann man in Sassnitz machen?
Die drei Dinge, die sich am meisten lohnen: über die Hängebrücke zum Stadthafen laufen, durch die Seitenstraßen mit der Bäderarchitektur bummeln und vom Nationalpark-Eingang oben an der Stubbenkammerstraße auf den Hochuferweg gehen. Dazu kommen das U-Boot HMS Otus, die Mole mit dem Leuchtturm und der Tierpark. Für die Stadt selbst brauchst du 3 bis 4 Stunden, mit Wanderung wird ein Tag daraus.
Hat Sassnitz eine Seebrücke?
Nein. Sassnitz hat keine klassische Seebrücke, die ins Meer hinausführt. Verwechselt wird sie oft mit der Fußgänger-Hängebrücke von 2007, dem „Balkon mit Meerblick“, die rund 250 Meter lang ist und das Stadtzentrum mit dem Stadthafen verbindet. Die bekannten Seebrücken auf Rügen stehen in Sellin, Binz und Göhren.
Wie kommt man von Sassnitz zu den Kreidefelsen?
Zu Fuß über den Hochuferweg ab dem Nationalpark-Eingang in der Stubbenkammerstraße, weiß-blau-weiß markiert. Bis zum Königsstuhl sind es rund 9 Kilometer, bis zur Piratenschlucht deutlich weniger. Zurück kommst du mit dem Bus. Alternativ mit dem Ausflugsschiff ab Sassnitz an der Küste entlang, das ist die einzige Möglichkeit, die Kreidewand am Stück zu sehen.
Was kostet der Königsstuhl?
2026 kostet der Eintritt ins Nationalpark-Zentrum KÖNIGSSTUHL inklusive Skywalk 14 € für Erwachsene ab 15 Jahren, 8 € für Kinder von 6 bis 14 Jahren und 30 € für die Familienkarte. Kinder unter 6 Jahren zahlen nichts. Mit Kurkarte Sassnitz oder Lohme sowie mit DB- und MV-Tickets gibt es Ermäßigung.
Was kann man in Sassnitz bei Regen machen?
Das U-Boot HMS Otus im Stadthafen, das Nationalpark-Zentrum Königsstuhl mit Ausstellung und Kino und das Kreidemuseum in Gummanz. Den Hochuferweg solltest du bei Starkregen meiden, die Kreide wird rutschig und einzelne Abschnitte werden gesperrt.
Gibt es Geheimtipps in Sassnitz?
Die ehrlichste Antwort: die Seitenstraßen oberhalb der Promenade mit den unsanierten Bädervillen, wo kaum jemand hingeht, und die Victoriasicht am Hochuferweg, die kostenlose Aussichtsplattform, die im Schatten des Königsstuhls steht. Die Piratenschlucht wird zwar überall als Geheimtipp geführt, ist aber gut besucht. Und die Schlossruine Dwasieden ist kein Tipp, sondern abgesperrtes und einsturzgefährdetes Gelände.
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