Kaiserstuhl Sehenswürdigkeiten – als wir letztes Jahr aus dem Elsass kommend die Grenze nach Deutschland überquert haben, hat es ausgerechnet an diesem Tag angefangen zu nieseln. Wir hatten nur einen halben Tag eingeplant, bevor es weiter nach Freiburg ging, und haben ihn komplett im Naturschutzgebiet Badberg verwandert. Das Wetter war ehrlich gesagt mies, aber diese sanften, aus Löss und Vulkangestein geformten Hügel mitten in den Weinbergen haben uns trotzdem gepackt. Wir wollen unbedingt zurück, und zwar mit mehr Zeit im Gepäck.
Der Kaiserstuhl ist ein kleines, vulkanisch entstandenes Mittelgebirge in der Oberrheinischen Tiefebene zwischen Freiburg und dem Rhein – eine der wärmsten und bekanntesten Weinregionen Deutschlands. Auf recht kompaktem Raum triffst du hier auf Fachwerkstädtchen, Weinberge, seltene Orchideen und einen der schönsten Ausblicke auf Schwarzwald und Vogesen.
Ehrlich gesagt haben wir bei unserem kurzen Zwischenstopp nur den Badberg wirklich mit eigenen Augen gesehen. Die anderen acht Stationen in diesem Artikel haben wir für dich gründlich recherchiert, aber (noch) nicht selbst besucht.
Kaiserstuhl auf einen Blick
- Lage: Oberrheinische Tiefebene, zwischen Freiburg und dem Rhein (Baden-Württemberg)
- Bekannt für: Wein, vulkanische Landschaft, seltene Orchideen und Smaragdeidechsen
- Höchster Punkt: Totenkopf, 556,8 m – darauf steht der Neunlindenturm
- Zeit einplanen: mindestens 1 Tag, besser 2–3 (wir hatten nur einen halben)
- Anreise mit der Bahn: Regionalbahnen ab Freiburg bringen dich u. a. nach Breisach, Ihringen, Riegel oder Endingen, von dort geht’s zu Fuß oder mit dem Rad weiter
- Beste Reisezeit: April/Mai zur Kirschblüte oder September/Oktober zur Weinlese
Wo ist der Kaiserstuhl?
Der Kaiserstuhl ist kein einzelner Berg, sondern ein kleines Mittelgebirge, das an seiner höchsten Stelle (dem Totenkopf) 556,8 m ü. NHN erreicht. Du findest das vulkanisch entstandene Massiv in der Oberrheinischen Tiefebene, zwischen Freiburg und dem Rhein, mit dem Elsass quasi direkt vor der Haustür. Der Kaiserstuhl zählt zu den wärmsten Regionen Deutschlands und ist eine der bekanntesten Weinregionen des Landes. Das einzigartige Terroir aus Löss und Vulkangestein sorgt für hervorragende Bedingungen im Weinbau.
Seinen Namen verdankt der Kaiserstuhl vermutlich König Otto III., der am 22. Dezember 994 bei Sasbach einen Gerichtstag abhielt. Danach wurde das Gebirge zunächst als „Königsstuhl“ bezeichnet. Als Otto III. 996 zum Kaiser gekrönt wurde, wanderte die Namensgebung mit – schriftlich belegt ist „Kaiserstuhl“ allerdings erst ab 1304.
Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten am Kaiserstuhl gehören diese neun:
- Breisacher Stephansmünster
- Schloss Rimsingen
- Neunlindenturm
- Vogtsburg
- Burkheim
- Endingen
- Aussichtspunkt Mondhalde
- Katharinenberg mit St. Katharinenkapelle
- Naturschutzgebiet Badberg
Breisacher Stephansmünster

Die Top-Sehenswürdigkeit am Kaiserstuhl steht an erster Stelle: das Breisacher Stephansmünster. Das Münster thront auf dem Münsterberg und ist als Wahrzeichen der Stadt der Hingucker im Panorama von Breisach, das nahe der deutsch-französischen Grenze liegt.
Die Bauzeit begann vermutlich 1185 und wurde 1230 abgeschlossen – gotischer Chor und Westbau kamen erst in den folgenden Jahrhunderten dazu. Das Münster kommt auf eine Gesamtlänge von 68 und eine maximale Breite von 30 Metern. Im Inneren lohnt sich vor allem der Blick auf den geschnitzten Hochaltar (1523–1526, Meister H. L.) und das über 100 Quadratmeter große Wandbild „Das Jüngste Gericht“ von Martin Schongauer (1488–1491) – eines der bedeutendsten Kunstwerke der Region.
Schloss Rimsingen – Geheimtipp
In Breisach-Oberrimsingen wartet ein weiteres Highlight: Schloss Rimsingen. Das kleine, frühklassizistische Schloss (Baujahr 1773) findest du am westlichen Ortsrand. Nach mehreren Eigentümerwechseln richtete der Caritasverband der Erzdiözese Freiburg hier 1946 das Christopherus-Jugendwerk mit Lehrwerkstätten ein. 1953 wurde das Schloss zum Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung erklärt, 1985/86 wurde es renoviert.
Heute ist das Schloss in Privatbesitz. Im Innern gibt es die Kleinkunstbühne in der Edelscheune, auf der regelmäßig Kabarett- und Comedy-Gäste auftreten, dazu das „Restaurant für Feste“. Ein echter Geheimtipp ist der Martini-Markt am ersten November-Wochenende: ein „Markt der feinen Dinge“ mit regionalem und überregionalem Kunsthandwerk, Käse, Honig und feinen Spirituosen – rund um Weihnachten gibt’s zusätzlich einen eigenen Weihnachtsmarkt am ersten Adventswochenende.
Neunlindenturm

Die dritte Station ist der Neunlindenturm auf dem Totenkopf, dem mit 556,8 Metern höchsten Punkt des Kaiserstuhls. Der steinerne, 1889 vom Schwarzwaldverein erbaute und 28 Meter hohe Aussichtsturm gilt als Wahrzeichen der Region. Von der Ortsmitte Ihringens aus ist der Weg zum Turm gut in einer Stunde zu schaffen, belohnt wird man an klaren Tagen mit einem Rundblick über die Rheinebene bis zu Schwarzwald und Vogesen.
Orte im Kaiserstuhl
Vogtsburg – Herz des Kaiserstuhls

Vogtsburg im Kaiserstuhl könnte man aufgrund seiner zentralen Lage als Herz der Region bezeichnen. Die Stadt besteht aus sieben traditionsreichen, ehemals selbstständigen Weinbaugemeinden (Achkarren, Bickensohl, Bischoffingen, Burkheim, Oberbergen, Oberrotweil und Schelingen) und ist mit rund 1.340 Hektar Rebfläche die größte Weinbaugemeinde Baden-Württembergs. Trotzdem gibt es keinen „Vogtsburger“ Wein: Jeder Ortsteil hält an seiner eigenen Weinbautradition fest.
In den Winzerorten kannst du bei zahlreichen Weingütern Weinproben und Führungen mitmachen, dazu badische Küche in Hotels und Restaurants genießen. Einige Winzerhöfe bieten Ferienwohnungen direkt im Weinberg an – ein Blick in den Betrieb inklusive.
Burkheim am Kaiserstuhl

Burkheim, ein Ortsteil von Vogtsburg, liegt malerisch oberhalb der Rheinauen. Schon bei der Anfahrt fällt das Wahrzeichen der Stadt ins Auge: die Ruine des Burkheimer Schlosses. Erstmals erwähnt 1231, wurde die Burg 1525 im Bauernkrieg zerstört und ab 1561 von Lazarus von Schwendi zum „Schwendi-Schloss“ umgebaut. Nach dem Stadttor empfängt dich der mittelalterliche Charme des Örtchens mit Fachwerkhäusern und dem Rathaus im Renaissancestil (1604).
Im sogenannten Oberstädle lohnt ein Abstecher zur Pfarrkirche mit ihren Ornamenten und Fresken, im Unterstädtle standen früher die Häuser der Fischer. Auch der Burkheimer Kräuterhof im Unterstädtle ist einen Besuch wert – von Gewürzen über Öle bis zu Heilkräutern.
Endingen
Endingen gilt vielen als der schönste Ort am Kaiserstuhl – seine historische Altstadt wird oft als eine der schönsten im ganzen Breisgau beschrieben. Am Marktplatz stehen gleich drei sehenswerte Gebäude nebeneinander: das Kornhaus, das Alte Rathaus (1527, mit Wappen von 1528/29 im Ratssaal) und der spätgotische Üsenberger Hof aus dem 15. Jahrhundert, der heute das Vorderösterreich-Museum und die Touristinfo beherbergt.
Endingen liegt im Süden von Weinbergen umschlossen, Richtung Rhein gehen diese in Obstanlagen über. Für ein besonderes Naturschauspiel lohnt sich ein Ausflug in der Kirschblütenzeit (Ende März bis Mitte April) nach Königschaffhausen, einem Stadtteil von Endingen.
Ausflugsziele und Aktivitäten am Kaiserstuhl
Aussichtspunkt Mondhalde

Die Mondhalde liegt auf 354 Metern mitten im Kaiserstuhl. Ein rund zwei Kilometer langer Weg mit mehrsprachigen Infotafeln zu den Weinsorten führt zum Pavillon mit Sitzgelegenheiten. Auch mit dem Fahrrad ist die Mondhalde gut erreichbar – der Aufstieg über die Serpentinenstraße ist bei Radfahrern beliebt, belohnt wird man mit Blick auf Schwarzwald und Elsass.
Katharinenberg mit St. Katharinenkapelle
Der Katharinenberg ist mit 493 Metern einer der höheren Punkte im Endinger Gebiet und trägt seinen Namen nach der gleichnamigen Kapelle. Die St. Katharinenkapelle wurde erstmals 1402 urkundlich erwähnt, 1862 nach einer Erneuerung neu geweiht. Sie ist bis heute Ziel von Wallfahrten und bequem über den Katharinenpfad von Endingen aus zu erreichen – zu Fuß rund 90 Minuten.
Naturschutzgebiet Badberg – hier waren wir wandern

Der Badberg ist der einzige Programmpunkt in diesem Artikel, den wir aus eigener Erfahrung kennen. Wir sind vom Wanderparkplatz Mondhalde bei Oberbergen losgelaufen. An dem Tag hing der Himmel tief und es hat immer wieder genieselt, aber selbst bei dem Wetter merkst du sofort, warum das Gebiet so besonders ist. Die rund 65 Hektar große, seit 1969 geschützte Fläche zwischen Alt-Vogtsburg, Oberbergen und Schelingen besteht aus Trocken- und Halbtrockenrasen mit fast mediterranem Charakter. Im Frühling und Frühsommer blüht hier unter anderem das Affen-Knabenkraut, eine Orchideenart, die es in Deutschland fast nur noch am Kaiserstuhl gibt. Bei Sonne sollen hier auch die namensgebenden Smaragdeidechsen unterwegs sein – die haben wir bei Regen leider nicht zu Gesicht bekommen.
Ehrlich gesagt: Wir hatten nur einen halben Tag Zeit und sind danach weiter nach Freiburg gefahren. Das war zu kurz. Wir wollen nochmal hin – dann mit mehr Zeit für den Rest der Liste.
Wein & Genuss am Kaiserstuhl
Der Kaiserstuhl ist weit mehr als ein Ziel für Naturliebhaber und Wanderer – er ist auch eine der bekanntesten Weinregionen Deutschlands. Das milde Klima und die fruchtbaren Vulkanböden schaffen ideale Bedingungen für den Weinbau. Die sanften Hügel sind von Weinbergen geprägt, die sich im Jahreslauf immer wieder neu zeigen.
Ob in Endingen, Ihringen oder einem der kleinen Winzerdörfer – überall laden Winzer zu Weinproben ein. Wer die Kaiserstühler Weine mit einem Ausflug ab Freiburg verbinden will: Bei der Weinwanderung „Veni, vidi, vino“ auf dem Freiburger Schlossberg verkostest du Weine des Weinguts Lena Flurbacher aus Ihringen am Kaiserstuhl mit Blick über die Rheinebene.
Wer aktiv unterwegs sein will, findet ein dichtes Wanderwegenetz. Der Kaiserstuhlpfad (ein zertifizierter Qualitätsweg über 22 Kilometer von Endingen nach Ihringen) zählt zu den schönsten Routen und führt durch Weinberge und an Aussichtspunkten vorbei. Mit etwas Glück begegnest du unterwegs Smaragdeidechsen oder einer der zahlreichen Orchideenarten der Region.
Auch kulturell hat der Kaiserstuhl einiges zu bieten: Die Kunsthalle Messmer in Riegel zeigt zeitgenössische Kunst, im Forstlichen Arboretum Liliental bei Ihringen wachsen seit den 1950er-Jahren seltene und exotische Baumarten entlang eines Lehrpfads. Ein besonderes Erlebnis ist eine Fahrt mit dem Rebenbummler, dem historischen Museumszug der Eisenbahnfreunde Breisgau, der von Mai bis Oktober auf der alten Kaiserstuhlbahn zwischen Riegel und Breisach verkehrt.
Übernachten in Vogtsburg
Falls du – anders als wir – mehr als einen halben Tag einplanst: Das Hotel Gasthof Rössle in Vogtsburg liegt direkt am Fuß des Naturschutzgebiets Badberg und ist damit ein guter Ausgangspunkt für Wanderungen, Radtouren und Ausflüge in die Weinorte.
Welche Stadt liegt am Kaiserstuhl?
Im und am Kaiserstuhl liegen mehrere kleinere Städte und Gemeinden:
- Bahlingen
- Bötzingen
- Breisach am Rhein
- Eichstetten
- Endingen (mit Königschaffhausen)
- Gottenheim
- Ihringen
- March
- Merdingen
- Riegel
- Sasbach
- Teningen-Nimburg
- Vogtsburg (mit seinen sieben Ortsteilen)
Zwei davon lohnen einen zweiten Blick, auch wenn sie im Artikel bisher nur als Namen auftauchen: Riegel blickt auf eine 7.000 Jahre alte Geschichte zurück und beherbergt in der Kunsthalle Messmer und dem Archäologischen Museum (mit einem 1:25-Modell der römischen Basilika) zwei sehenswerte Häuser. Sasbach ist der Ort, an dem laut Überlieferung Otto III. 994 seinen Gerichtstag abhielt – der Namensursprung des ganzen Gebirges liegt also praktisch vor der Haustür.
Die nächstgrößere und bekanntere Stadt in der Nähe ist Freiburg im Breisgau – die südlichste Großstadt Deutschlands mit dem gotischen Freiburger Münster und den berühmten Bächle in der Altstadt.
Häufig gestellte Fragen zum Kaiserstuhl
Wo liegt der Kaiserstuhl?
Der Kaiserstuhl liegt in der Oberrheinischen Tiefebene in Baden-Württemberg, zwischen Freiburg im Breisgau und dem Rhein, nur eine kurze Fahrt vom Elsass entfernt.
Was sind die schönsten Kaiserstuhl Sehenswürdigkeiten?
Zu den schönsten Sehenswürdigkeiten am Kaiserstuhl zählen das Breisacher Stephansmünster, Schloss Rimsingen, der Neunlindenturm auf dem Totenkopf sowie die historischen Ortskerne von Endingen und Burkheim.
Was sind gute Ausflugsziele am Kaiserstuhl und in der Umgebung?
Neben Wanderungen im Naturschutzgebiet Badberg und zum Aussichtspunkt Mondhalde lohnen sich Tagesausflüge nach Freiburg und ins nahe Elsass, etwa nach Colmar.
Wie hoch ist der höchste Berg am Kaiserstuhl?
Die höchste Erhebung ist der Totenkopf mit 556,8 Metern. Auf seinem Ostgipfel steht der Neunlindenturm mit Panoramablick auf Schwarzwald und Vogesen.
Ist der Kaiserstuhl mit der Bahn erreichbar?
Ja. Regionalbahnen ab Freiburg fahren unter anderem nach Breisach, Ihringen, Riegel und Endingen – von den Bahnhöfen aus sind die meisten Sehenswürdigkeiten zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar.
Wie viel Zeit sollte man für den Kaiserstuhl einplanen?
Für einen ersten Eindruck reicht ein Tag, für Wandern, Weinproben und mehrere Orte solltest du eher 2 bis 3 Tage einplanen. Wir selbst hatten nur einen halben Tag – zu wenig, wie wir im Nachhinein gemerkt haben.
Fazit
Unser halber Tag am Badberg war eher ein Appetithappen als ein richtiger Besuch – aber genau deshalb steht der Kaiserstuhl jetzt oben auf unserer Liste für den nächsten Trip. Zwischen Weinbergen, vulkanischem Gestein und Fachwerkstädtchen wie Endingen und Burkheim gibt’s hier auf kleinem Raum ungewöhnlich viel zu entdecken. Folg uns gerne auf Instagram, dort zeigen wir, wenn wir zurück sind.
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- Colmar: Klein-Venedig und der Isenheimer Altar im Unterlinden Museum, nur eine gute halbe Stunde über die Grenze im Elsass
- Ausflugsziele in Baden-Württemberg: vom leuchtend blauen Blautopf bis zum Feldberg im Schwarzwald
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