Miltenberg ist eine kleine Fachwerkstadt am Main im bayerischen Unterfranken, eingezwängt zwischen dem Fluss und den bewaldeten Hängen von Odenwald und Spessart. Die wichtigsten Miltenberg Sehenswürdigkeiten liegen fast alle an einer einzigen langen Straße: der Marktplatz am Schnatterloch, die Mildenburg über den Dächern, das Gasthaus „Zum Riesen“ und die Mainbrücke mit ihrem Torhaus.
Ich war im September 2021 hier, am Ende einer zweiwöchigen Tour durch Hessen. Miltenberg gehört zwar schon zu Bayern, aber zum Schluss habe ich von Michelstadt aus noch einen kleinen Abstecher hierher gemacht. Ich habe eine Nacht im Riesen geschlafen, und am nächsten Morgen ging es weiter nach Aschaffenburg und Seligenstadt. In den Museen war ich nicht. Ich war vor allem zum Fotografieren da, am Abend und morgens zum Sonnenaufgang, als die Gassen noch leer waren.
Vorweg, damit du richtig planst: Miltenberg ist im Kern eine Straße, die parallel zum Main läuft, dazu ein, zwei Seitengassen. Mehr ist es nicht, aber diese Straße ist richtig schön. Mit seinem Fachwerk-Panorama kann Miltenberg mit Rothenburg ob der Tauber mithalten, nur liegt die Stadt direkt am Main.
Auf einen Blick
- Lage: Unterfranken (Bayern), Landkreis Miltenberg, am Main zwischen Odenwald und Spessart, nahe der Grenze zu Hessen
- Größe: rund 9.350 Einwohner
- Altstadt: knapp zwei Kilometer Hauptstraße zwischen Mainzer Tor und Würzburger Tor, großteils Fußgängerzone
- Bekannt für: Schnatterloch, Mildenburg, Gasthaus „Zum Riesen“ (seit 1411 belegt), Fachwerk aus vier Jahrhunderten
- Zeit: ein Tag für die Altstadt, mit Museen und Felsenmeer eher eineinhalb
- Kosten: ein Ticket für beide städtischen Museen 8 €, Kirchen und Apothekenmuseum ohne Eintritt (Stand Oktober 2026)
- Am schönsten: früh morgens, wenn die Gassen noch leer sind, abends wird es ruhiger
Karte: alle Sehenswürdigkeiten in Miltenberg
Alle Orte aus diesem Artikel findest du auf dieser Karte, dazu die Parkplätze und meinen Fotospot in der Schloßgasse.
Ein Tag in Miltenberg: so lief meiner
Angekommen bin ich am Vormittag aus Richtung Michelstadt. Die ersten Fotos habe ich im Westen der Altstadt gemacht, dann bin ich die Hauptstraße entlang bis zum Marktplatz gelaufen. Am frühen Nachmittag stand ich auf der Mainbrücke, gleich danach habe ich mir in einem Straßencafé in der Hauptstraße einen Kaffee gegönnt. Wie es hieß, weiß ich leider nicht mehr, es lag aber nur ein paar Schritte vom Riesen entfernt. Danach habe ich im Riesen eingecheckt.
Das Wetter war warm und sonnig, und es war angenehm viel los: nicht zu voll und nicht leer. Viele Gäste kommen mit dem Rad über den Main-Radweg oder mit dem Schiff, die Ausflugs- und Flusskreuzfahrtschiffe legen direkt an der Altstadt an. In die drei großen Kirchen bin ich hineingegangen, Eintritt kostet keine davon.
Gegen sechs Uhr abends war ich wieder mit der Kamera unterwegs, bis kurz vor halb acht, danach gab es Abendessen im Riesen. Am nächsten Morgen stand ich zum Sonnenaufgang auf der Treppe zur Mildenburg und bin danach noch einmal durch die leere Hauptstraße gelaufen, bevor ich weitergefahren bin. Für die Altstadt reicht ein Tag. Wer zusätzlich in die Museen will oder zum Felsenmeer hinaufsteigt, plant besser eineinhalb Tage ein.

Marktplatz und Schnatterloch
Der Marktplatz ist für mich das schönste Stück Miltenberg, und ich kann ihn jedem nur empfehlen. Die Häuser, der Brunnen und der Blick über den Platz passen hier einfach zusammen. Umgangssprachlich heißt der Marktplatz Schnatterloch.
Rundherum stehen Fachwerkhäuser aus vier Jahrhunderten. Die prächtigsten stammen aus dem 16. und frühen 17. Jahrhundert, als hier wohlhabende Wein- und Getreidehändler lebten. In der Mitte steht der Marktbrunnen, den der Bildhauer Michael Juncker zwischen 1583 und 1589 im Renaissance-Stil geschaffen hat. Durch einen Torbogen am Platz führt die Schloßgasse direkt hinauf zur Mildenburg.
Ich war mehrmals hier: vormittags, zweimal am Abend und am nächsten Morgen gegen sieben. Morgens hatte ich den Platz fast für mich allein.



Museum Stadt Miltenberg
Direkt am Marktplatz liegt das Museum Stadt Miltenberg in drei historischen Fachwerkhäusern. Das Haupthaus ließ ein mainzischer Amtmann 1541 bauen, ab 1625 war es Sitz der Amtskellerei. In 44 Räumen geht es von der Steinzeit über die Römer, die hier am Limes saßen, bis in die Gegenwart. Zu den besonderen Stücken gehört der mittelalterliche Toragiebel aus der Alten Synagoge. Den Renaissancegarten mit Blick über die Stadt siehst du im Rahmen von Führungen.
Gleich am Marktplatz steht außerdem das Barockhaus von 1750, in dem 1756 der Komponist Joseph Martin Kraus geboren wurde. Er wurde später Hofkapellmeister am schwedischen Königshof, ein Denkmal vor dem Haus erinnert an ihn.
Gut zu wissen: Hauptstraße 169–175. 16. März bis 31. Oktober Dienstag bis Sonntag 11 bis 16 Uhr, 1. November bis 14. Januar Mittwoch bis Sonntag 11 bis 16 Uhr, 15. Januar bis 15. März geschlossen. Ein Ticket für beide Museen (Stadt und Burg) kostet 8 €, ermäßigt 5 €, Kinder bis 14 Jahre frei. Ab 15 Uhr gilt der ermäßigte Preis, Kartenzahlung ist nicht möglich (Stand Oktober 2026, Museen Miltenberg).
Mildenburg und Museum Burg Miltenberg
Über dem Marktplatz liegt die Mildenburg, in ihrem Schutz ist die Stadt entstanden. Gebaut wurde sie Mitte des 12. Jahrhunderts im Auftrag des Stauferkönigs Konrad III., um 1200 kam sie an die Mainzer Erzbischöfe. Bis ins 18. Jahrhundert saßen hier die Mainzer Burggrafen, danach verlor die Burg ihre Bedeutung und wechselte mehrfach den Besitzer. 1979 kaufte die Stadt Miltenberg die sanierungsbedürftige Anlage, seit Juli 2011 ist sie als Museum Burg Miltenberg geöffnet.
Drinnen stehen orthodoxe Ikonen aus dem 17. bis 19. Jahrhundert neben moderner Kunst, unter anderem von Beuys, Pechstein und Polke. Die Sammlung rumänischer Hinterglasikonen gilt als die größte ihrer Art in Deutschland. Vom Bergfried aus siehst du über die ganze Stadt und das Maintal.
Zum Sonnenaufgang bin ich die Schloßgasse hinaufgestiegen, den Treppenweg, der vom Marktplatz zur Burg führt. Schon auf halber Höhe liegt dir die Altstadt zu Füßen: die beiden Türme von St. Jakobus, dahinter der Main mit der Mainbrücke und die bewaldeten Berge auf der anderen Seite.



Gut zu wissen: Conradyweg 20. Die Schloßgasse beginnt am Marktplatz beim Torbogen am Hotel Schmuckkästchen, bis zur Burg sind es etwa 160 Meter. Ohne Treppen kommst du vom Engelplatz über den Burgweg hinauf, im Museum erreichst du jede Ebene mit dem Aufzug. Geöffnet 16. März bis 31. Oktober Dienstag bis Sonntag 11 bis 16 Uhr, vom 1. November bis 15. März ist Winterpause. Das 8-€-Ticket gilt für beide Museen. Montags um 14 Uhr gibt es eine Führung durch das Burgmuseum für 10 € (Stand Oktober 2026). An der Burg selbst kannst du nicht parken, nutze die Parkplätze am Mainufer oder am Burgweg.
Felsenmeer und Erlebnisweg „3 im Wald“
Hinter der Mildenburg führt der Weg kurz durch den Stadtwald und das Steintor. Biegst du dort rechts ab, erreichst du nach etwa 600 Metern das Felsenmeer. Die großen Buntsandsteinblöcke liegen seit den Eiszeiten hier: Wenn der obere Teil des Dauerfrostbodens auftaute, rutschte der Schutt langsam in kleine Mulden, das feine Material wurde ausgewaschen, und die großen Brocken blieben liegen. Nicht zu verwechseln mit dem bekannteren Felsenmeer bei Lautertal, das wir in unserem Odenwald-Guide beschreiben.
Am Felsenmeer verläuft auch der Erlebnisweg „3 im Wald“ mit Barfußpfad, Kunstpfad und Baumerklärpfad, ein guter Grund, mit Kindern einmal den Berg hinaufzugehen.
Stadtpfarrkirche St. Jakobus
Die beiden roten Sandsteintürme von St. Jakobus siehst du von fast überall in der Altstadt, auf meinen Fotos tauchen sie ständig auf. Die Kirche steht am unteren Ende des Marktplatzes und stammt im Kern aus dem 13. Jahrhundert, umgebaut wurde sie seitdem mehrfach. Die klassizistischen Türme kamen 1830 dazu, 2004 bekam sie einen neu gestalteten Innenraum. In einer eigenen Seitenkapelle befindet sich das Gnadenbild aus der ehemaligen Wallfahrtskapelle „Maria uff den Staffeln“. Das Geläut gilt als das zweitschwerste im Bistum Würzburg.

Gasthaus „Zum Riesen“: die älteste Fürstenherberge Deutschlands
Im Riesen habe ich übernachtet, und für mich ist das eine klare Empfehlung. Mein Zimmer hatte Holzbetten, Holzboden und gelb bemalte Balken, alt und bäuerlich eingerichtet. Genau so stellt man sich ein Zimmer in einem Haus vor, das schon 1411 als Gasthaus erwähnt wird. Wer im Riesen schläft, sollte auch hier essen: Bei mir gab es abends Haxe mit zwei Knödeln, dazu ein Bier der Miltenberger Brauerei Faust, zu der das Gasthaus heute gehört. Das war richtig lecker.
Der Riesen steht an der Hauptstraße, rund 300 Meter östlich des Marktplatzes. Gesichert ist die erste Erwähnung 1411: In einem Gerichtsbuch wird am 6. Juli der „Riesen-Wirt“ Conrad Trestram genannt. Das heutige Renaissance-Gebäude entstand 1590, der Rat hatte dafür ein Jahr vorher hundert Eichenstämme bewilligt, „weil es eine Fürstenherberge“ sei. Eine Schrift von 1865 nennt Besuche von Ludwig dem Bayern 1314 und Karl IV. 1368, die Urkunden dazu gibt es aber nicht mehr. Für 1711 nennt das Gasthaus einen Besuch von Kaiser Karl VI. Ein dunkles Kapitel gehört auch dazu: 1627 und 1629 endeten zwei Riesen-Wirte in den Hexenprozessen auf dem Scheiterhaufen.
1970 kaufte der Weinheimer Architekt Werner Jöst das einsturzgefährdete Haus und rettete es vor dem Abriss. Heute führt das Brauhaus Faust das Gasthaus, das Hotel betreibt die Familie Jöst getrennt davon. Ob der Riesen wirklich das älteste Gasthaus Deutschlands ist, lässt sich kaum beweisen, andere Häuser erheben denselben Anspruch. Für eine Nacht mit über 600 Jahren Geschichte reicht es allemal.



Gut zu wissen: Gasthaus: Hauptstraße 99, Mittwoch Ruhetag, an den anderen Tagen ab 11 Uhr geöffnet, warme Küche ab 11.30 Uhr, zwischen 15 und 16.30 Uhr Pause (Stand Oktober 2026, riesen-miltenberg.de). Hotel: Hauptstraße 97, eigene Website hotel-riesen-miltenberg.de.
Hauptstraße: Fachwerk auf knapp zwei Kilometern
Die Hauptstraße ist das Rückgrat der Altstadt. Sie läuft parallel zum Main vom Mainzer Tor im Westen bis zum Würzburger Tor im Osten, knapp zwei Kilometer lang und großteils Fußgängerzone. Dazwischen zweigen ein paar schmale Gassen zum Fluss und den Hang hinauf ab. Fachwerk steht hier dicht an dicht, und Gaststätten zum Einkehren gibt es reichlich.
Das älteste erhaltene Fachwerkhaus der Stadt steht in der Fußgängerzone, Hauptstraße 136. Gebaut wurde es um 1339, auch wenn die Inschrift fälschlich 1333 angibt.


Altes Rathaus und Staffelbrunnen
Das Alte Rathaus wird 1379 erstmals als Stadtwaage erwähnt. Im Obergeschoss tanzte man und tagte der Rat, im Erdgeschoss mussten durchreisende Händler ihre Waren anbieten, denn in Miltenberg galt Marktzwang. An der Fassade zeigen Markierungen, wie hoch der Main bei früheren Hochwassern stand.
Gegenüber liegt der Staffelbrunnen aus der Zeit um 1600. Bis 1897 holten die Miltenberger ihr Wasser an solchen Brunnen. Seinen Namen hat er von den Stufen, süddeutsch „Staffeln“, die zu ihm hinunterführen. Freigelegt wurde er erst 1985, als die Fußgängerzone entstand.
Apothekenmuseum in der alten Stadtapotheke
Schräg gegenüber vom Alten Rathaus steht die alte Stadtapotheke „Zum Einhorn“. 1514 wurde hier die erste Apotheke der ganzen Region gegründet, selbst Aschaffenburg hatte damals noch keine. Miltenberg lag an der Handelsstraße von Venedig über Nürnberg nach Frankfurt, und ab hier ließen sich die Waren auf Mainschiffe umladen. Ihre barocke Fachwerkfassade bekam die Apotheke 1704. Nach über 500 Jahren schloss sie 2016, seit September 2021 zeigt ein privates Apothekenmuseum in den alten Räumen Gefäße, Destillen, Mörser und historische Kräuterbücher. Hinter dem Haus liegt in der Fischergasse noch der alte Arzneikräutergarten.

Gut zu wissen: Hauptstraße 116. Donnerstag und Freitag 13 bis 17 Uhr, Samstag 11 bis 15 Uhr. Eintritt frei, Spenden sind willkommen (Stand Oktober 2026, apothekenmuseum-miltenberg.de).
Schwarzviertel: Brauhaus Faust und jüdisches Miltenberg
Westlich des Marktplatzes beginnt das Schwarzviertel, der älteste Teil der Stadt, bis hinaus zum Schwertfegertor. Seinen Namen hat es vom Greinberg: Der Berg wirft seinen Schatten über die Gassen, und im Winter erreicht die Sonne hier selten den Boden.
Im Schwarzviertel braut das Brauhaus Faust. Gegründet wurde es 1654 als Löwenbrauerei, heute führt es die Familie Faust in vierter Generation, und es gilt als älteste Brauerei im Rhein-Main-Gebiet. Bei der Erlebnisführung geht es in Gärkeller und Sudhaus, am Ende wird probiert.
An die jüdische Gemeinde, die es hier seit dem späten 13. Jahrhundert gab, erinnern mehrere Orte. In einem schmalen Fachwerkhaus vom Ende des 16. Jahrhunderts liegt im Keller eine mittelalterliche Mikwe, ein rituelles Tauchbad, das bis ins erste Drittel des 20. Jahrhunderts genutzt wurde. Die heutigen Besitzer haben das Becken bei der Sanierung freigelegt. Unterhalb der Schloßgasse steht die Alte Synagoge von etwa 1290, einer der ältesten jüdischen Sakralbauten Europas mit originalem Mauerwerk. Hinein kommst du nicht. In Miltenberg erinnern außerdem 44 Stolpersteine an Miltenberger, die in der NS-Zeit ermordet oder in den Tod getrieben wurden.



Gut zu wissen: Die Faust-Erlebnisführung startet freitags und samstags um 14 Uhr, von April bis Oktober auch donnerstags und sonntags. Sie kostet 12,90 €, anmelden musst du dich vorher unter 09371 971348 (Stand Oktober 2026).
Engelplatz: Franziskanerkirche und Tourist-Information
Der Engelplatz im Osten der Altstadt ist der Treffpunkt für Stadtführungen. Seinen Namen hat er vom früheren Hotel „Zum Engel“ im heutigen Rathaus, in dem auch die Tourist-Information sitzt. Vor dem Rathaus steht ein Koffer aus Buntsandstein, Teil des Mahnmals „DenkOrt Deportationen 1941–1944“. Sein Gegenstück steht am Bahnhof in Würzburg.
Auf der anderen Straßenseite liegt die Franziskanerkirche. Die Franziskaner kamen 1630 nach Miltenberg, Kloster und Kirche entstanden ab 1660 nach Plänen des Baumeisters Antonio Petrini. Sehenswert sind die barocke Ausstattung und das prächtige Hauptportal, eine Stiftung des Mainzer Erzbischofs Johann Philipp von Schönborn.
Burgweg: Johanneskirche, Jüdischer Friedhof und Stadtpark
Vom Engelplatz führt der Burgweg an der Stadtmauer entlang hinauf zur Mildenburg, und an ihm liegen gleich mehrere Ziele. Die evangelische Johanneskirche von 1897 fällt mit ihrem roten Sandstein und dem spitzen Turm auf, innen lohnen die bunten Fenster mit Szenen aus der Bibel einen Blick.
Etwas weiter liegt der Alte Jüdische Friedhof, angelegt im 15. Jahrhundert und bis 1900 genutzt. 136 Grabsteine sind noch zu sehen, der älteste lesbare stammt von 1752. An der Außenseite der Stadtmauer stehen die Reste der „Zauberhäuschen“, in denen bis 1630 angebliche Hexen festgehalten wurden.
Der Stadtpark entstand Ende des 19. Jahrhunderts als englischer Park mit fast 150 Baum- und Straucharten. Dort gibt es auch eine Holzkugelbahn mit acht Etappen und 200 Metern Länge, die Kugeln bekommst du am Automaten vor Ort oder in der Tourist-Information.

Würzburger Tor und Mainzer Tor
Seit etwa 1379 begrenzen zwei Stadttürme die lang gestreckte Altstadt: das Mainzer Tor im Westen und das Würzburger Tor im Osten. Das Würzburger Tor schließt die Hauptstraße ab, von der Straße aus siehst du es schon von Weitem. Zwischen Schwarzviertel und Mainzer Tor steht außerdem das Schwertfegertor, die alte Grenze des Schwarzviertels.

Mainbrücke mit Brückentor
Schon im Mittelalter war hier ein wichtiger Übergang über den Main, damals noch mit Fähren. Die erste Brücke wurde am 5. Juni 1900 eingeweiht, gebaut aus heimischem Buntsandstein und mit einem markanten Torhaus auf der Altstadtseite. Am 28. März 1945 sprengten deutsche Truppen die Brücke, nur die Pfeiler und das Torhaus blieben stehen. Die neue Brücke wurde am 22. April 1950 eröffnet, die Gehwege führen seitdem außen um den Turm herum.
Ich bin einfach ein Stück auf der Brücke entlanggelaufen und habe die Ausblicke genossen. Vom Ufer am Brückentor siehst du die Mildenburg über St. Jakobus und dem Main, und abends leuchtet der rote Sandstein des Brückentors.


Mainufer und Staffelbrunserbrunnen
Vom Schwarzviertel führt die Mainuferpromenade am Fluss entlang zurück Richtung Marktplatz, hier legen auch die Schiffe an. Am Ende der Promenade steht der Staffelbrunserbrunnen. Er gehört zum Spottnamen der Miltenberger: Weil sie früher ihr Wasser am Staffelbrunnen holten, nannte man sie vornehm „Staffelbrünnler“, der Volksmund machte daraus „Staffelbrunser“. „Brunsen“ heißt im Dialekt pinkeln, und genau das tun die drei Figuren des Bildhauers Helmut Kunkel: der „Glee“ (Kleine), der „Gross“ und der „Angeber“.

Fotospots in Miltenberg
Ich war in Miltenberg vor allem für Fotos unterwegs. Diese Orte haben sich gelohnt:
- Schloßgasse zum Sonnenaufgang: Auf halber Höhe zur Mildenburg siehst du über die Türme von St. Jakobus auf Main und Mainbrücke. Mit der Laterne am Treppenrand hast du gleich einen Vordergrund. Ich stand gegen sieben Uhr dort, Anfang September genau richtig.
- Marktplatz am frühen Morgen: Gegen sieben war der Platz leer. Abends rahmen Hortensien den Blick auf die Fachwerkfront.
- Riesen und Hauptstraße: Morgens um halb acht waren die Schirme noch zu und die Straße leer, ideal für Fassadenfotos.
- Brückentor am Abend: Gegen zwanzig nach sieben leuchtete der rote Sandstein. Kurz nach sechs gab es vom Engelplatz aus ein schönes Motiv, mit rosa Hortensien als Rahmen.
- Mildenburg vom Mainufer am Brückentor: Unten am Altstadtufer neben dem Brückentor hast du Burg, St. Jakobus, Wald und Fluss in einem Bild. Ich stand gegen zwanzig nach sieben dort, mit dem Abendhimmel rechts im Bild.

Mehr Bilder aus Miltenberg und von unseren anderen Touren findest du auf unserem Instagram-Kanal.
Ausflugsziele rund um Miltenberg
- Bürgstadt: Der Nachbarort geht fast nahtlos in Miltenberg über und ist für seinen Rotwein bekannt. Der Fränkische Rotweinwanderweg führt von Großwallstadt über Miltenberg nach Bürgstadt.
- Kloster Engelberg: Das Franziskanerkloster liegt über dem Nachbarort Großheubach, rund vier Kilometer mainabwärts.
- Michelstadt: Von dort bin ich nach Miltenberg gekommen. Das Fachwerk-Rathaus und die Altstadt beschreibe ich in den Sehenswürdigkeiten in Michelstadt, weitere Ziele im Odenwald-Guide.
- Wandern und Radeln: Durch das Schnatterloch läuft der Nibelungensteig, ein 130 Kilometer langer Fernwanderweg, in Miltenberg beginnt der Jakobsweg Main-Taubertal. Der Main-Radweg führt direkt an der Altstadt vorbei.
- Weiter am Main: Wer mainaufwärts weiterfährt, findet mit Marktbreit und Würzburg zwei weitere Fachwerk- und Barockziele in Unterfranken.
Gut zu wissen für deinen Besuch
- Anreise mit der Bahn: Miltenberg hat einen Bahnhof, zu Fuß sind es von dort 20 bis 30 Minuten bis zum Marktplatz.
- Anreise mit dem Auto und Parken: Die Altstadt ist großteils Fußgängerzone. Kostenpflichtige Parkplätze gibt es am Mainufer, etwa den Parkplatz „Pfarrkirche“, dazu das Parkhaus Altstadt. Bezahlen kannst du am Automaten oder per App (Stadt Miltenberg: Parken).
- Stadtführungen: Unter dem Motto „Miltenberg 14 Uhr“ startet jeden Tag um 14 Uhr eine Führung, das Thema wechselt je nach Wochentag. Die klassische Stadtführung gibt es dienstags und donnerstags ab der Tourist-Information, sie kostet 10 € (Stand Oktober 2026).
- Tourist-Information: im Rathaus, Engelplatz 69. April bis Oktober Montag bis Freitag 10 bis 17 Uhr, samstags und an Feiertagen 10 bis 15 Uhr, November bis März Montag bis Freitag 10 bis 17 Uhr (miltenberg.info).
- Reisezeit: Im September war es bei mir warm und angenehm voll. Ab dem letzten Augustwochenende feiert Miltenberg zehn Tage lang die Michaelismesse, das größte Volksfest am bayerischen Untermain. Im Advent findet der Weihnachtsmarkt auch auf der Mildenburg statt.
- Übernachten: Bleib eine Nacht, dann bekommst du Abend- und Morgenlicht, wenn weniger los ist; ich habe im Hotel zum Riesen geschlafen, weitere Unterkünfte in Miltenberg findest du auf Booking.com.*
Fazit: Lohnt sich Miltenberg?
Ja. Miltenberg ist klein und im Kern eine einzige Straße am Main, aber genau deshalb ein ideales Ziel für einen Tag oder eine Nacht. Den Marktplatz am Schnatterloch kann ich jedem empfehlen, und die Nacht im Riesen mit Haxe, Faust-Bier und gelb bemalten Balken über dem Bett ebenso. Plane den Abend und den frühen Morgen ein: Abends wird es ruhiger, und frühmorgens hast du die Altstadt fast für dich.
Wenn du mehr Fachwerk sehen willst: Miltenberg gehört zu unseren schönsten Fachwerkstädten in Deutschland, und in der Übersicht der schönsten Städte in Bayern findest du weitere Ziele für deine Route.
Häufige Fragen zu Miltenberg
Was sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Miltenberg?
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Miltenberg sind der Marktplatz am Schnatterloch mit dem Marktbrunnen, die Mildenburg mit dem Museum Burg Miltenberg, das Gasthaus „Zum Riesen“ und die Mainbrücke mit dem Brückentor. Dazu kommen die Hauptstraße mit dem ältesten Fachwerkhaus der Stadt, das Schwarzviertel, das Apothekenmuseum und das Felsenmeer oberhalb der Burg.
Wie viel Zeit brauche ich für Miltenberg?
Für die Altstadt reicht ein Tag. Wer die Museen besuchen oder zum Felsenmeer wandern möchte, plant eineinhalb Tage ein. Am schönsten ist es mit einer Übernachtung, weil es abends ruhiger wird und die Gassen frühmorgens fast leer sind.
Was ist das Schnatterloch in Miltenberg?
Schnatterloch ist der umgangssprachliche Name für den Marktplatz von Miltenberg. Der Platz mit dem Renaissance-Marktbrunnen von 1583 bis 1589 und den Fachwerkhäusern aus vier Jahrhunderten ist das bekannteste Fotomotiv der Stadt. Von hier führt die Schloßgasse hinauf zur Mildenburg.
Ist der Riesen in Miltenberg das älteste Gasthaus Deutschlands?
Der Riesen bezeichnet sich als ältestes Gasthaus und älteste Fürstenherberge Deutschlands. Sicher belegt ist eine Erwähnung von 1411, das heutige Gebäude stammt von 1590. Andere Gasthäuser erheben denselben Anspruch, beweisen lässt sich der Titel kaum.
Liegt Miltenberg in Bayern oder in Hessen?
Miltenberg liegt in Bayern, im Regierungsbezirk Unterfranken, und ist Kreisstadt des Landkreises Miltenberg. Die Grenze zu Hessen ist nah, deshalb wird die Stadt manchmal Hessen zugeordnet. Landschaftlich liegt sie am Main zwischen Odenwald und Spessart.
Wo parke ich in Miltenberg am besten?
Am besten parkst du auf den kostenpflichtigen Parkplätzen am Mainufer, zum Beispiel am Parkplatz „Pfarrkirche“ nahe dem Marktplatz, oder im Parkhaus Altstadt. Die Altstadt selbst ist Fußgängerzone, an der Mildenburg gibt es keine Dauerparkplätze.
Welche Geheimtipps gibt es in Miltenberg?
Mein Tipp ist die Schloßgasse zum Sonnenaufgang: Auf halber Höhe zur Mildenburg siehst du über St. Jakobus auf Main und Mainbrücke. Wenig bekannt sind außerdem das Felsenmeer oberhalb der Burg und das Apothekenmuseum in der alten Stadtapotheke, das keinen Eintritt kostet.
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