Die Sehenswürdigkeiten in Marktbreit lassen sich locker an einem halben Tag ablaufen: Die kleine Stadt in Unterfranken direkt am Main ist bekannt für ihre nahezu vollständig erhaltene Altstadt mit Wehrtürmen, Fachwerkhäusern und dem markanten Maintor. Ich war im Januar 2023 hier, alleine unterwegs auf einer Bahn-Tour durch Franken: von Nürnberg über Erlangen, Forchheim und Bamberg bis nach Würzburg, wo ich übernachtet habe. An einem grauen Montag war Marktbreit fast menschenleer, ich hatte Gassen und Türme praktisch für mich allein.
Marktbreit auf einen Blick:
- Bundesland: Bayern, Unterfranken, Landkreis Kitzingen
- Bekannt für: geschlossen erhaltene Altstadt, Stadtmauer mit mehreren Türmen, Maintor, Malerwinkelhaus
- Zeit einplanen: ein halber Tag reicht gut aus
- Anreise: Bahn ab Würzburg (ca. 20 Minuten), Bahnhof liegt 5 bis 7 Gehminuten vom Zentrum
- Vergleich: die deutlich ruhigere, kleinere Schwester von Rothenburg ob der Tauber. Ähnliches Fachwerk- und Türme-Flair, aber ohne die Touristenmassen
Wo liegt Marktbreit?
Marktbreit liegt in Unterfranken, im Landkreis Kitzingen, direkt am Main. Von Würzburg aus sind es nur rund 20 Bahnminuten, Nürnberg ist ebenfalls gut angebunden. Zu den direkten Nachbargemeinden zählen Marktsteft, Obernbreit, Martinsheim, Segnitz und Ochsenfurt auf der anderen Mainseite. Auch Kitzingen als Kreisstadt und das Weindorf Sommerhausen liegen nur wenige Kilometer entfernt (zu beiden habe ich noch keinen eigenen Artikel, das steht aber auf meiner Liste).
Anreise nach Marktbreit
Ich bin von Würzburg aus mit der Bahn gefahren, das lässt sich super an einem Tag machen: Der Zug hält direkt am Bahnhof Marktbreit, von dort sind es noch etwa 5 bis 7 Minuten zu Fuß in die Altstadt. Genauso bin ich am selben Tag noch weiter nach Ochsenfurt gefahren, auch das ist ein kurzer Bahnhopser, bevor es abends zurück nach Würzburg ging. Wer mit dem Auto kommt, erreicht Marktbreit über die A7 oder die B8, für Wohnmobile gibt es einen Stellplatz am Fluss, rund 800 Meter nördlich der Innenstadt.
Sehenswürdigkeiten in Marktbreit
Marktbreit ist nicht groß, der Stadtrundgang durch die Altstadt lässt sich locker an einem halben Tag zu Fuß machen. Ich bin einfach durch die Gassen gebummelt, von einem Turm zum nächsten, und habe unterwegs ziemlich viel fotografiert.
1. Maintor und die Bachstraße

Das war für mich der Moment, wegen dem sich der Ausflug gelohnt hat: die Bachstraße und Mainstraße mit Blick auf das Maintor. Das Tor ist eines der bedeutendsten der Stadt, Teil der ehemaligen Stadtbefestigung, und bietet einen Blick auf den Main und die Handelshäuser am Marktplatz. Ich habe es aus gefühlt jedem möglichen Winkel fotografiert, an einem menschenleeren Montag im Januar hatte ich alle Zeit der Welt dafür. Besonders sehenswert sind die Figuren am Rathaus gleich nebenan, etwa die Darstellung des Heiligen Georg im Kampf mit dem Lindwurm.
2. Malerwinkelhaus

Ehrlich gesagt bin ich wegen genau diesem Haus nach Marktbreit gefahren. Ich hatte Fotos vom Malerwinkelhaus auf Instagram gesehen und wollte unbedingt selbst herkommen, so wie es bei Reisezielen ja oft läuft. Das Fachwerkhaus aus dem 15. Jahrhundert diente einst als Gewürzmarkt, heute ist es als Museum Malerwinkelhaus mit einer wechselnden Ausstellung zugänglich. Bei grauem Himmel kommt das Motiv nicht ganz so leuchtend rüber wie auf den Sommerfotos, die ich vorher gesehen hatte, aber hübsch ist es trotzdem. Für richtig gute Fotos empfehle ich eher Frühling oder Sommer mit blauem Himmel.
3. Marktplatz und Handelshäuser

Der Marktplatz mit seinen historischen Handelshäusern ist laut Tripadvisor sogar die meistbesuchte Attraktion der Stadt, und zu Recht: Die meisten Häuser stammen aus dem 16. bis 18. Jahrhundert, einige im Stil des Würzburger Barock, und haben noch ihre originale Fassade. Beim Bummeln durch die Gassen rund um den Markt kommst du automatisch daran vorbei.
4. Rathaus
Das gotische Rathaus aus dem 15. Jahrhundert war früher Sitz der Stadtverwaltung, heute dient es als Heimatmuseum. Erbaut wurde es 1579 bis 1581 von Hans Keesenbrod. Am Giebel steht die Statue des Ritters St. Georg, früher das Symbol des Zollrechts für die Mainschifffahrt.
5. Gasthaus Löwen

Eingekehrt bin ich hier nicht, ich war zu sehr im Fotomodus unterwegs, aber die Geschichte ist beeindruckend: Das Gasthaus reicht bis ins 15. Jahrhundert zurück und gilt als zweitältestes Gasthaus Bayerns. Zu den Gästen zählte einst König Ludwig I., der Fachwerkaufbau aus dem 18. Jahrhundert wurde erst Anfang des 20. Jahrhunderts wieder freigelegt.
6. Die Türme der Stadtmauer



Was in Marktbreit sofort auffällt: die Menge an Türmen. Schwarzer Turm, Weißer Turm, Flurerturm, Stegturm, Fallmeisterturm, dazu Reste der alten Stadtmauer mit ihren Toren. Ich war mir beim Schreiben erst nicht mehr sicher, welchen Turm ich in der Nähe der Schustergasse fotografiert hatte, aber es gibt ihn wirklich: Der Weiße Turm steht zusammen mit dem Flurerturm in der Fleischmannstraße, genau in dem Teil der Altstadt. Genau das macht den Rundgang aus: An jeder Ecke steht wieder ein Turm oder ein Mauerstück. Der Flurerturm bietet einen Blick auf das Maintal, der Stegturm diente früher als Gefängnis und zeigt heute eine kleine Ausstellung zur Stadtgeschichte.
7. Seinsheimsches Schloss

Das Schloss direkt am Mainufer wurde 1580 von Georg Ludwig von Seinsheim im Stil der Renaissance erbaut. Heute sind darin ein Café, die Stadtbibliothek und eine Dauerausstellung zur Stadtgeschichte untergebracht.
8. St. Nikolai Kirche

Die evangelische Kirche mit Wurzeln im 13. Jahrhundert hat einen spätgotischen Chor von 1492 und einen barocken Altar aus dem 16. Jahrhundert.
9. Kirche St. Ludwig
Die katholische Kirche wurde zwischen 1846 und 1849 im neugotischen Stil erbaut, mit Förderung von König Ludwig I. Sehenswert sind die Deckenfresken.
10. Alter Kranen
Der historische Kran am Mainufer diente früher zum Be- und Entladen von Schiffen. Der heutige Turm ist 16 Meter hoch und wurde nach der Zerstörung des Vorgängerbaus durch ein Hochwasser 1784 neu errichtet, mit noch original erhaltenem Eichenholz-Triebwerk im Inneren.
11. Alzheimer Haus
Marktbreit ist Geburtsort von Alois Alzheimer, dem Namensgeber der Alzheimer-Krankheit. Sein Geburtshaus dient heute als Gedenk- und Tagungsstätte.
12. Die Barthelstube
Die Dichterstube in der Bachgasse erinnert an Ludwig Friedrich Barthel, 1898 in Marktbreit geboren, später Journalist und Lyriker. Persönliche Gegenstände, Fotos und Bücher sind hier ausgestellt.
13. Friedhof
Der Friedhof wurde bereits 1566 außerhalb der Stadtmauer angelegt. In einer offenen Bogenhalle stehen zahlreiche Epitaphien fränkischer Denkmalkunst, das älteste von 1587. Ein stiller, aber sehenswerter Ort für alle, die sich für Geschichte abseits der Hauptattraktionen interessieren.
14. Römerlager
Auf dem Kapellenberg über der Stadt wurde 1985 per Luftbildarchäologie ein römisches Lager aus augusteischer Zeit entdeckt, mit rund 37 Hektar eines der größten seiner Art. Ein Rundweg führt heute darum herum.
Geheimtipps abseits der Hauptroute
Drei Orte, die in den meisten Reiseführern fehlen: der Wildkräutergarten entlang der Stadtmauer, der Renaissancebildstock aus dem 16. Jahrhundert im Ortsteil Gnodstadt, und die Mautpyramide von Gnodstadt an der B13, ein Denkmal von 1773 zur Erinnerung an den Straßenbau unter Markgraf Christian Karl Alexander (2010 von einem Lkw gerammt und 2012 rund 20 Meter versetzt wiederaufgebaut). Alle drei liegen etwas versteckt, lohnen sich aber gerade dann, wenn du wie ich schon alle Hauptsehenswürdigkeiten abgeklappert hast.
Ausflugsziele in der Umgebung
Ochsenfurt

Von Marktbreit aus bin ich noch am selben Nachmittag mit der Bahn weiter nach Ochsenfurt gefahren, auch nur ein kurzer Hopser. Dort habe ich dann auch etwas gegessen, in Marktbreit selbst bin ich nirgends eingekehrt. Ochsenfurt hat eine ähnlich gut erhaltene Altstadt mit Stiftskirche und Kiliansbrunnen, beide Orte lassen sich gut an einem Tag kombinieren.
Würzburg

Würzburg war meine Basis für diesen Tag. Übernachtet habe ich im Hotel Strauss, einem familiengeführten 3-Sterne-Haus direkt an der Juliuspromenade, nur wenige Gehminuten zu Marktplatz, Alter Mainbrücke und Residenz. Von dort aus bin ich morgens nach Marktbreit und Ochsenfurt getagesausgeflogen und abends zurück. Würzburg selbst mit Festung Marienberg, Residenz und Dom lohnt locker ein bis zwei eigene Tage.
Wallfahrtskirche Maria im Sand
Bei Dettelbach, ein Stück weiter mainaufwärts, steht diese barocke Wallfahrtskirche aus dem 17. Jahrhundert mit Blick über die Weinberge. Dort war ich selbst nicht, sie wird aber von der Stadt Marktbreit als Ausflugsziel in der Umgebung genannt.
Unser Fazit zu den Marktbreit Sehenswürdigkeiten
Marktbreit ist keine Stadt, für die du einen ganzen Urlaub einplanen musst, aber für einen halben Tag zwischen zwei Bahnhalten ist es genau richtig. Die Kombination aus Maintor, Türmen und dem Malerwinkelhaus macht die Stadt fotografisch zu einem echten Geheimtipp, vor allem, wenn du wie ich unter der Woche unterwegs bist und die Gassen für dich allein hast. Im Januar war mir die Stadt fast zu leer für Gastronomie und Atmosphäre, für Fotospaziergänge in Frühling oder Sommer stelle ich mir Marktbreit deutlich lebendiger vor.
FAQ zu Marktbreit
Hat Marktbreit eine sehenswerte Altstadt?
Ja, sogar eine der am besten erhaltenen in Unterfranken. Die Altstadt ist fast komplett von ihrer historischen Stadtmauer mit mehreren Wehrtürmen umgeben, dazu kommen das Maintor, das Rathaus und zahlreiche Fachwerkhäuser rund um den Marktplatz.
Wie komme ich am besten von Würzburg nach Marktbreit?
Mit der Bahn, die Fahrt dauert etwa 20 Minuten und der Zug hält direkt in Marktbreit. Von dort sind es noch 5 bis 7 Minuten zu Fuß in die Altstadt. Ochsenfurt liegt auf derselben Strecke und lässt sich gut am selben Tag dazunehmen.
Wie lange braucht man für einen Rundgang durch Marktbreit?
Ein halber Tag reicht gut aus, um die Altstadt mit Maintor, Türmen, Malerwinkelhaus und Marktplatz in Ruhe zu Fuß zu erkunden.
Ist Marktbreit auch im Winter einen Besuch wert?
Ja, aber mit Abstrichen. Ich war an einem grauen Januar-Montag da, die Stadt war fast menschenleer, was für ruhige Fotos toll war. Für Außengastronomie und echte Stadtatmosphäre eignen sich Frühling und Sommer aber deutlich besser.
Gibt es in Marktbreit einen Mittelaltermarkt?
Feste Termine gibt es vor allem rund ums Marktbreiter Weinfest im Sommer und die Kirchweih im Oktober. Ob dazu auch ein klassischer Mittelaltermarkt zählt, kann ich aus eigener Erfahrung nicht bestätigen, am besten vorher auf der Seite der Stadt Marktbreit nachschauen.
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