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Castelmola auf Sizilien: 500 Stufen bis zum Mandelwein

Castelmola auf Sizilien ist ein Bergdorf auf 529 Metern direkt über Taormina an der Ostküste Siziliens, bekannt für seinen Mandelwein und den Blick über den Golf von Naxos bis zum Ätna. Von Taormina aus siehst du es oben auf dem Felsen kleben, und du kannst zu Fuß hinaufgehen.

Wir sind im September hinaufgelaufen: über die Felskirche Madonna della Rocca hoch und auf dem alten Sarazenenpfad zurück bis zum Dom. Castelmola ist für Taormina, was Erice für Trapani ist: das Dorf oben auf dem Berg, von dem aus die Stadt unten klein aussieht. Den Ätna haben wir von dort oben allerdings nur als Wolke gesehen.

Hier findest du beide Wege mit Dauer und Zustand, die Plätze im Ort, eine Karte, Fotospots, den Mandelwein und alles zu Bus und Parken.

Castelmola auf einen Blick

Castelmola auf seinem Felsen über Taormina unter dunklen Gewitterwolken
Von unten sieht Castelmola aus wie ein Nest auf dem Felsen. Die Wolken darüber blieben den ganzen Tag.
  • Region: Sizilien, Provinz Messina, 529 m über dem Meer, gut 300 m über Taormina
  • Bekannt für: Mandelwein, Aussicht auf Ätna und Golf von Naxos, Mitglied der „Borghi più belli d’Italia“
  • Größe: rund 1.050 Einwohner, den Ortskern läufst du in 300 bis 500 Metern ab
  • Zeit einplanen: ein halber Tag mit Auf- und Abstieg zu Fuß
  • Anreise: zu Fuß ab Taormina (CAI-Weg 196, 2,4 km, 45–60 Minuten) oder mit dem Stadtbus Linea Verde (2 € pro Fahrt)
  • Zurück zu Fuß: Sentiero dei Saraceni (Teil des CAI-Wegs 176), ca. 1,7 km bis zum Dom, gut eine halbe Stunde
  • Parken: in Castelmola auf den Parkplätzen Porta di Mola und Sottoporta am Ortseingang (1,50 € pro Stunde); in Taormina im Parkhaus Lumbi, Via Mario e Nicola Garipoli (Stand September 2026)
  • Eintritt: Wege, Madonna della Rocca und Burgruine frei

Karte: beide Wege und alle Stationen

Google Maps

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Auf der Karte findest du den Start der Treppe in Taormina, die Madonna della Rocca, die Plätze, die Burg und das Gallo Cedrone in Castelmola sowie Anfang und Ende des Sarazenenpfads.

Der Aufstieg: über die Madonna della Rocca nach Castelmola

Der Weg beginnt an der Via Circonvallazione, der Straße oberhalb des Corso Umberto. Dort startet die Treppe „Via Crucis – Salita Castello“: gut 500 Stufen aus grobem Pflaster, die in Kehren den Hang hinaufziehen.

Nach dem ersten Drittel des Anstiegs stehst du vor der Chiesa della Madonna della Rocca. Die kleine Kirche ist direkt in den Fels gebaut, die Grotte bildet Wände und Decke. Als wir drin waren, wurden gerade frische Blumen gesteckt. Vom Vorplatz mit dem großen Kreuz schaust du über ganz Taormina bis zur Küste, und nach oben auf die Burgruine Castello di Taormina (Eintritt 10 €, Stand September 2026).

Von der Kirche geht es auf der Via Madonna della Rocca weiter, ein kurzes Stück an der Provinzstraße entlang und dann über die steile Via Cuculunazzo und einen Pflasterweg bis zum Parkplatz an der Porta di Mola. Das ist der CAI-Weg 196, ab Taorminas Zentrum 2,4 km und rund 270 Höhenmeter. Wir haben für den Aufstieg 45 bis 60 Minuten gebraucht.

Gut zu wissen: Die Kirche ist laut Pfarrei im Sommer von 9:30 bis 12:30 und von 16:00 bis 19:30 Uhr geöffnet (Stand September 2026), der Eintritt ist frei. Der Anstieg ist fast durchgehend Treppe oder steiler Asphalt, Schatten gibt es wenig. Nimm Wasser mit.

Was du in Castelmola sehen solltest

Castelmola ist schnell erklärt: zwei Plätze, ein paar Kirchen, eine Burgruine und viel Aussicht. Durchgelaufen bist du in 300 bis 500 Metern. Verlaufen ist schwierig.

Piazza Sant’Antonino und San Giorgio

Die Hauptpiazza heißt offiziell Piazza Sant’Antonino (auf Karten steht oft Sant’Antonio). Hier hält der Bus aus Taormina, und hier kommst du auch zu Fuß zuerst an. Der Platz wurde 1954 als Mosaik aus weißem Stein und Lavastein angelegt, am Rand steht ein altes Bogentor. Von der Terrasse schaust du hinunter auf Taormina, die Isola Bella und bei klarer Sicht übers Ionische Meer bis nach Kalabrien.

Am Platz liegt das Antico Caffè San Giorgio, das sich als Geburtsort des Mandelweins sieht: Don Vincenzo Blandano soll ihn hier Anfang des 20. Jahrhunderts erfunden haben. Ein Glas kostet dort 5 €, als Espresso Blandano steckt er sogar im Kaffee (3,50 €, Stand September 2026 laut Karte des Bar San Giorgio). Ein paar Schritte östlich steht die Chiesa di San Giorgio, die Kirche des Schutzpatrons aus der Zeit um 1450, mit einem Glockenturm mit Pyramidenspitzen.

Fun Fact: Der Name kommt von „mola“, dem Mühlstein. So sieht der Felsen aus, auf dem der Ort steht.

Die Gassen zwischen den Plätzen

Zwischen der Piazza Sant’Antonino und der Piazza Chiesa Madre liegen ein paar schmale, gepflasterte Gassen mit rosa und gelben Häusern, Balkonen voller Pflanzen und Läden mit Keramik. An einer Treppengasse wirbt eine Bar mit Kreidetafel für Mandelwein. In der Via Pio IX liegt auch die bekannte Bar Turrisi, seit 1947 in Familienhand und bekannt für ihre Fruchtbarkeits-Dekoration. Drin waren wir nicht.

Piazza Chiesa Madre

Für uns der schönste Platz im Ort. Die Piazza Chiesa Madre (auch Piazza Duomo) liegt ein paar Schritte südwestlich der Hauptpiazza, du erreichst sie unter anderem durch einen Torbogen. Von ihrer Brüstung schaust du auf den Golf von Naxos, die Küste Richtung Catania und, wenn die Wolken es erlauben, auf den Ätna.

Die Kirche am Platz ist jünger, als sie aussieht. Die Chiesa Madre San Nicolò di Bari wurde 1934/35 auf den Resten einer Vorgängerkirche neu gebaut, die vermutlich aus dem 16. Jahrhundert stammte. Laut Infotafel wird der Blasebalg der Orgel bis heute von Hand über Holzhebel betrieben.

Die deutsche Übersetzung auf derselben Tafel verlegt die Vorgängerkirche übrigens ins fünfte Jahrhundert. Wir halten uns an das italienische Original.

Burgruine Castello di Mola

Über eine in den Fels gehauene Treppe, die Via Salita Castello, kommst du durch die Porta di Mola hinauf zu den Resten der Burg. Wann sie gebaut wurde, weiß niemand genau. Eine byzantinische Inschrift verweist vermutlich ins 9. Jahrhundert, über dem Tor steht die Jahreszahl 1578.

Oben sind nur noch Mauerreste übrig, aber schon der Weg hinauf lohnt sich: Von der Treppe schaust du über die Ziegeldächer des Orts bis zum Meer. Laut Infotafel steht auf der Burg heute eine in Spanien gegossene Kanone aus dem 17. Jahrhundert, die einst das Südtor verteidigte.

Gut zu wissen: Der Zugang ist frei, aber nicht barrierefrei. Mehr zur Geschichte auf der Seite der Gemeinde Castelmola.

Der Abstieg: über den Sentiero dei Saraceni zurück zum Dom

Zurück sind wir auf einem anderen Weg gegangen: dem Sentiero dei Saraceni, dem alten Sarazenenpfad. Er beginnt am Südrand des Orts am Belvedere „Cannone“, gleich unterhalb liegt die kleine Chiesa di San Biagio. Laut Infotafel stand hier das alte Südtor von Castelmola, und wer von Taormina heraufkommt, setzt sich zum Verschnaufen auf die alte Mauer. Unterwegs zeigen handbemalte Holzschilder und die rot-weiße CAI-Markierung 176 den Weg.

Der eigentliche Pfad ist rund 850 Meter lang und fast durchgehend eine Pflastertreppe mit Geländer, zwischen Kaktusfeigen und mit Blick auf Taormina. Die Stadt Taormina hat ihn 2025 sanieren lassen. Er endet an der Via dei Saraceni, von dort geht es über Treppen und die Piazza Goethe hinunter zur Porta Catania, und hundert Meter weiter stehst du vor dem Dom. Insgesamt sind das ca. 1,7 km und rund 300 Höhenmeter bergab. Wir waren vom Belvedere bis zur Piazza Goethe knapp 25 Minuten unterwegs.

Unser Tipp: Geh über die Madonna della Rocca hinauf und über den Sarazenenpfad hinunter, so haben wir es gemacht. Dann liegt die Kirche auf dem Hinweg, und du kommst mitten in der Altstadt heraus.

Fotospots zwischen Taormina und Castelmola

Uhrzeiten = wann wir dort waren, Brennweiten als Kleinbild-Äquivalent, alle mit dem Google Pixel 7 Pro.

  1. Letztes Stück des Aufstiegs, gegen 13:40 Uhr: das Castello di Taormina auf seinem Felsen, mit dem Tele (117 mm) herangeholt.
  2. Piazza Sant’Antonino, gegen 14 Uhr: der Bilderrahmen mit dem Schriftzug „Castelmola“ passt nur mit dem Ultraweitwinkel (13 mm) ganz aufs Bild; von der Terrasse Taormina und die Isola Bella mit 24 mm.
  3. Treppe zur Burg, gegen 15:20 Uhr: Ziegeldächer bis zum Meer mit 24 mm, der Glockenturm der Chiesa Madre vor der Bucht von Naxos mit dem Tele (117 mm).
  4. Chiesa di San Biagio, gegen 15:50 Uhr: die Kapelle mit Laternen und Meer dahinter, 24 und 48 mm.
  5. Sarazenenpfad, gegen 15:55 Uhr: Taormina und der Monte Tauro zwischen Kaktusfeigen, 24 mm.

Essen und Trinken: Bruschetta und Mandelwein im Gallo Cedrone

Gegessen haben wir im Gallo Cedrone, einem winzigen Familienrestaurant mit überdachter Veranda in der Via Alcide De Gasperi 34, am westlichen Ortsrand unterhalb der Burg. Wir hatten beide nur Bruschetta, und die war lecker. Die kannst du hier ohne Bedenken bestellen.

Dazu kam der Mandelwein aufs Haus, ein leicht süßer Dessertwein auf Basis von Mandeln und die Spezialität des Orts. Unser Getränk ist er nicht. Probiert haben muss man ihn hier trotzdem.

Gut zu wissen: Das Gallo Cedrone hat keine eigene Website. Laut Google Maps öffnet es um 11 Uhr, die Schlusszeiten weichen je nach Portal ab.

Wie viel Zeit solltest du für Castelmola einplanen?

Einen halben Tag, wenn du zu Fuß gehst. Hinauf brauchst du 45 bis 60 Minuten, hinunter gut eine halbe Stunde. Wir waren mit Essen gut zwei Stunden oben. Mit dem Bus hin und zurück kommst du mit zwei bis drei Stunden aus.

Welche Tageszeit ist die beste für Castelmola?

Blick vom Sentiero dei Saraceni auf Taormina und den Monte Tauro, im Vordergrund Kaktusfeigen
Auf halbem Weg hinunter: Taormina und der Monte Tauro hinter Kaktusfeigen.

Der Vormittag. Starte so in Taormina, dass du vor 12:30 Uhr an der Madonna della Rocca bist, denn danach ist die Kirche bis 16 Uhr geschlossen. Außerdem sind beide Wege kaum beschattet, in der Mittagshitze wird die Treppe zur Arbeit. Wenn du am Nachmittag unten ankommst, ist der Corso Umberto in Taormina voll; leer ist er morgens vor zehn.

Castelmola bei Regen: geht das?

Gepflasterter Sentiero dei Saraceni mit Geländer zwischen Kaktusfeigen, Meer im Hintergrund
Der Sarazenenpfad: Pflaster, Geländer, Kaktusfeigen und das Meer vor dir.

Ja, mit festen Schuhen. Am Himmel stand bei uns den ganzen Tag ein schwarzes Unwetter, es donnerte immer wieder. Gekommen ist davon Nieselregen. Der Sarazenenpfad war trotzdem gut zu gehen.

Wichtig: Nach Regen kann das Pflaster auf beiden Wegen glatt sein. Bei Gewitter bleibst du besser im Ort oder nimmst den Bus.

Wie kommst du ohne Wanderung nach Castelmola, und wo parkst du?

Mit dem Stadtbus der ASM Taormina, der Linea Verde. Er fährt von der Piazza San Pancrazio und dem Busterminal über die Madonna della Rocca bis zur Piazza Sant’Antonino.

Eine Fahrt kostet 2 €, zwei Fahrten am selben Tag 3 €, die Tageskarte 3,50 € (Stand September 2026). Er fährt nur wenige Male am Tag, den aktuellen Fahrplan findest du bei der ASM Taormina. Eine gute Kombination ist: mit dem Bus hinauf, zu Fuß hinunter.

Mit dem Auto parkst du in Castelmola auf den Parkplätzen Porta di Mola und Sottoporta oder an den blauen Streifen der Zufahrtsstraße: 1,50 € pro Stunde, 15 € pro Tag (Gebührenordnung der Gemeinde, gültig seit 2025). Wir haben unten in Taormina im Parkhaus Lumbi geparkt und sind von dort gelaufen. In der Hauptsaison kostet das 3 € für die erste Stunde und 19 € für sieben Stunden (Stand September 2026).

Wenn du länger in der Gegend bist und es ruhiger willst als in Taormina, kannst du auch oben übernachten: Unterkünfte in Castelmola ansehen.*

Was wir beim nächsten Mal anders machen würden: Früher hinauf nach Castelmola und oben länger bleiben, bei einem Kaffee mit Aussicht. Sonst würden wir es genauso machen.

Lohnt sich Castelmola?

Ja, wenn du gern läufst und Taormina einmal von oben sehen willst. Dann ist Castelmola ein halber Tag, der sich rund anfühlt: Kirche im Fels, Aussicht, Bruschetta, Treppe zurück. Eher nicht, wenn dir 500 Stufen in die Knie gehen oder du im Hochsommer mittags losmusst. Aber auch dann lohnt sich der Ort: mit dem Bus hinauf, ein, zwei Stunden schauen, fertig.

Tagestouren nach Castelmola ab Catania

Ohne Auto und ohne Lust auf Treppen: Castelmola steckt in mehreren Tagestouren ab Catania, fast immer zusammen mit Taormina.

Taormina, Savoca und Castelmola mit Mittagessen. Tagestour ab Catania mit Guide und Mittagessen, sehr gut bewertet. Geführt wird auf Englisch oder Italienisch, nicht auf Deutsch. Angebote ansehen

Taormina, Isola Bella und Castelmola. Tagestour ab Catania mit Audioguide, auch auf Deutsch, inklusive Zeit zum Baden an der Isola Bella. Angebote ansehen

Fazit

Castelmola ist klein, und genau deshalb funktioniert es als Ziel einer Wanderung: Der Weg ist der halbe Ausflug. Hinauf über die Madonna della Rocca, oben Bruschetta und ein Glas Mandelwein, hinunter über den Sarazenenpfad, dazwischen Taormina von oben. Unsere Empfehlung: früh in Taormina starten und oben einen Kaffee mit Aussicht einplanen, bevor die Mittagshitze kommt. Mehr Bilder von unserer Sizilien-Reise zeigen wir auf Instagram.

Warst du schon oben, und welchen Weg hast du genommen? Schreib es uns in die Kommentare.

Häufige Fragen zu Castelmola

Lohnt sich ein Besuch in Castelmola?

Ja, besonders als Wanderung ab Taormina. Der Ort selbst ist schnell gesehen, die Aussicht auf den Golf von Naxos und den Ätna und die beiden Fußwege machen daraus einen halben Tag.

Wie viel Zeit sollte ich für Castelmola einplanen?

Einen halben Tag, wenn du zu Fuß gehst: 45 bis 60 Minuten hinauf, ein bis zwei Stunden im Ort und gut eine halbe Stunde hinunter. Mit dem Bus reichen zwei bis drei Stunden.

Wie komme ich von Taormina nach Castelmola?

Zu Fuß oder mit dem Bus. Der Fußweg führt über die Treppe an der Via Circonvallazione und die Kirche Madonna della Rocca hinauf (CAI-Weg 196, 2,4 km). Der Stadtbus Linea Verde der ASM Taormina fährt mehrmals täglich bis zur Piazza Sant’Antonino und kostet 2 € pro Fahrt (Stand September 2026).

Was ist der Sentiero dei Saraceni?

Der alte Sarazenenpfad zwischen Castelmola und Taormina, heute Teil des CAI-Wegs 176. Er ist rund 850 Meter lang, fast durchgehend eine Pflastertreppe mit Geländer und führt vom Belvedere „Cannone“ hinunter bis zur Via dei Saraceni. Bis zum Dom von Taormina sind es ca. 1,7 km.

Wo parke ich in Castelmola?

Auf den Parkplätzen Porta di Mola und Sottoporta am Ortseingang, für 1,50 € pro Stunde oder 15 € pro Tag (Stand September 2026). Wer zu Fuß hinaufgeht, parkt in Taormina, zum Beispiel im Parkhaus Lumbi.

Was ist der Mandelwein aus Castelmola?

Ein leicht süßer Dessertwein auf Basis von Mandeln, der Anfang des 20. Jahrhunderts im Antico Caffè San Giorgio an der Piazza Sant’Antonino entstanden sein soll. Dort kostet ein Glas 5 € (Stand September 2026).

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