Persönlich besucht Ehrlich beschrieben Mit eigenen Fotos
HHOT – Helga & Heini on Tour
Suche

Schweinfurt Sehenswürdigkeiten: 15 Ziele in der Altstadt und am Main

Schweinfurt stand nicht auf meinem Plan. Ich war im Januar mit der Bahn zwischen Bamberg und Würzburg unterwegs, der Zug fuhr ohnehin durch, und zwei Stunden Aufenthalt sind zwei Stunden. Bei der Abfahrt in Bamberg regnete es waagerecht. Was ich nicht erwartet hatte: dass ich diese zwei Stunden komplett durchlaufen würde, ohne einmal ins Warme zu gehen, und am Ende mit vollem Speicher wieder am Gleis stehe.

Denn die Schweinfurter Sehenswürdigkeiten sind eine Überraschung, wenn man die Stadt nur als Kugellager-Standort im Kopf hat. Klein und ganz hübsch, so würde ich es beschreiben. Das Renaissance-Rathaus gehört zu den bedeutendsten Profanbauten seiner Zeit in Süddeutschland, das Altstadtviertel Zürch ist ein Gassengeflecht aus Sandstein und blauen Fensterläden, und die Stadtmauer steht an mehreren Stellen noch samt Türmen. Wer aus Würzburg oder Bamberg kommt, findet hier keine zweite Residenz und keinen Dom. Er findet eine Stadt, die man in zwei Stunden zu Fuß umrundet und trotzdem nicht ausgeschöpft hat.

In die drei Museen bin ich in diesen zwei Stunden nicht gekommen. Ihre Preise und Öffnungszeiten unten habe ich deshalb direkt bei den Häusern nachgesehen und nicht aus dem Gedächtnis geschrieben.

Schweinfurt auf einen Blick

  • Wo: Unterfranken, am Main, rund 35 Kilometer nordöstlich von Würzburg.
  • Größe: 54.539 Einwohner (Stand 31.12.2025).
  • Wofür bekannt: Kugellager und Wälzlager, drei Kunstmuseen, ein Renaissance-Rathaus von 1572.
  • Wie lange: Altstadtrundgang 1,5 bis 2 Stunden. Mit einem Museum ein halber Tag, mit Wehranlagen und Mainpromenade ein ganzer.
  • Beste Zeit: Frühjahr bis Herbst. Im Januar hast du die Gassen für dich, aber wenig Licht.
  • Anreise: Bahn mit drei Bahnhöfen, Auto über A70 und A71, dazu der Main-Radweg.
  • Eintritt: Die Altstadt kostet nichts. Nur die drei Museen nehmen Eintritt.

1. Der Marktplatz und das Renaissance-Rathaus

Der Schweinfurter Marktplatz ist groß, hell gepflastert und an einem Januarvormittag ziemlich leer. An seiner Südseite steht das Gebäude, wegen dem sich der Umweg schon allein lohnt. Nikolaus Hofmann aus Halle an der Saale baute das Rathaus von 1570 bis 1572, und es gilt bis heute als einer der bedeutendsten weltlichen Renaissancebauten Süddeutschlands. Am Erkerturm sitzt das Wappen Kaiser Maximilians II., auf den Giebeln stehen 22 vergoldete Figuren.

Das eigentlich Bemerkenswerte steht nicht am Haus dran: Dieses Rathaus hat alles überstanden. Den Dreißigjährigen Krieg, den Markgrafenkrieg, und vor allem die Bombennächte der 1940er Jahre, in denen die Schweinfurter Großindustrie zu 80 Prozent und die übrige Stadt zu 40 Prozent zerstört wurde. Die Kugellagerwerke waren das Ziel, die Altstadt lag daneben. Wenn du davor stehst und das weißt, siehst du das Haus anders an.

Ein paar Schritte weiter steht das Denkmal für Friedrich Rückert, den Dichter und Orientalisten, der hier geboren wurde. Im Alten Rathaus sitzt außerdem die Tourist-Information, praktisch, wenn du gleich zu Beginn einen Stadtplan willst.

Gut zu wissen (Stand 2026, direkt bei der Stadt geprüft): Markt 1, 97421 Schweinfurt, Telefon 09721 513600. Die Tourist-Information hat von April bis Oktober montags bis freitags 9 bis 17 Uhr und samstags 9 bis 15 Uhr geöffnet, von November bis März montags bis freitags 10 bis 16 Uhr. Der Marktplatz selbst ist immer zugänglich und kostet nichts.

2. Das Zürch, Schweinfurts ältestes Viertel

Wenn du in Schweinfurt nur eine Sache anschaust, dann das Zürch. Es ist das älteste Viertel der Stadt, liegt südöstlich vom Markt Richtung Main und wurde über Jahre behutsam saniert, zusammen mit dem Fischerrain und der Krummen Gasse. Was dabei herausgekommen ist, ist kein Museumsdorf, sondern ein bewohntes Viertel mit Kopfsteinpflaster, Sandsteinfassaden, blauen und grünen Klappläden und Vorgärten, in denen im Januar noch Weihnachtssterne hängen.

Hier bin ich einfach gelaufen, ohne Plan. Das ist auch die beste Art, das Zürch zu sehen: Die Gassen sind kurz, man verläuft sich nicht wirklich, und hinter jeder Ecke steht wieder ein Haus, das anders aussieht als das davor. Für Fotografen ist das Viertel der Grund, warum Schweinfurt mehr als einen Zwischenstopp verdient.

3. Der Schweinehirte mit seiner Schweineschar

Bronzeskulptur Schweinehirte mit Schweinen in der Burggasse in Schweinfurt
Der Schweinehirt in der Burggasse. Die abgegriffenen Stellen an den Schweinen verraten, wo alle hinfassen.

In der Burggasse im Zürch, ein paar Schritte von St. Salvator entfernt, sitzt ein junger Schweinehirt mit seiner Herde auf dem Pflaster. Die Bronzegruppe stammt vom regionalen Künstler Peter Vollert, und sie hat eine Funktion über die Dekoration hinaus: Man fasst die Schweine an, das soll Glück bringen. Eines der Tiere wiegt rund 50 Kilo, tragen wird es also niemand.

Die Skulptur spielt auf den Stadtnamen an, und sie ist der Ort, an dem in Schweinfurt am häufigsten fotografiert wird. Nimm dir die zwei Minuten, es ist eine der wenigen Sehenswürdigkeiten der Stadt, die einen zum Grinsen bringt.

4. Der Schrotturm

Der Schrotturm in der Petersgasse ist mein Favorit unter den Schweinfurter Sehenswürdigkeiten, weil er zwei völlig verschiedene Leben hatte. Gebaut wurde er zwischen 1611 und 1614 von Balthasar Rüffer III. als Treppenturm eines Renaissance-Patrizierhauses. Ein hübsches Statussymbol, mehr nicht.

1818 kaufte Johann Christian Voigt das Haus und machte aus dem Treppenturm eine Fabrik. Er stockte vier Geschosse auf, nahm die welsche Haube ab, mauerte an der Südseite einen Schrotfang an und setzte Schmelzkessel ein. Oben wurde flüssiges Blei durch ein Sieb gegossen. Im freien Fall zog sich jeder Tropfen durch die Oberflächenspannung zur Kugel zusammen und landete unten als fertiger Bleischrot. Ein Turm als Produktionsanlage, betrieben allein mit Schwerkraft.

Zwischen 1988 und 1990 wurde er im Rahmen der Altstadtsanierung komplett restauriert. Heute sitzt unter anderem die Rückert-Gesellschaft darin. Innen kommst du nicht ohne Weiteres rein, aber der Turm wirkt von außen sowieso am besten.

Gut zu wissen: Petersgasse 3, 97421 Schweinfurt. Von außen jederzeit zu sehen, kostet nichts.

5. Die St.-Salvator-Kirche

St.-Salvator-Kirche in Schweinfurt mit barockem Turm und goldener Figur
Unten gotisch, oben barock: der Turm von St. Salvator mit seiner Doppellaterne.

St. Salvator steht mitten im Zürch, direkt bei der Stadtmauer, und ist ein gutes Beispiel dafür, wie in Schweinfurt Epochen übereinandergestapelt sind. Der Chor ist gotisch und stammt vermutlich von einer älteren Burgkapelle, das Langhaus ist barock, und der Turm macht beides mit: unteres Geschoss gotisch, zweites Geschoss barock, obendrauf eine Kuppel mit Doppellaterne. Geweiht wurde die Kirche am 11. Juni 1719, genau an der Stelle der alten Liebfrauenkirche.

Im März 1944 traf es sie schwer. Der Turm wurde fast vollständig zerstört, das Kirchenschiff brannte nahezu aus. Bis 1953 hatte man sie weitgehend in ihrer alten Form wiederhergestellt. Dass man ihr das heute nicht ansieht, ist der eigentliche Punkt.

6. Stadtmauer, Pulvertürme und das Türmle

Die Schweinfurter Stadtbefestigung ist nicht als Ring erhalten, aber die Reste sind über die Altstadt verteilt und stellenweise beeindruckend. Der Samtturm von 1561 markiert bis heute den Endpunkt der Mauer. Vom Wiesenhüterturm aus der Zeit um 1400 steht nur noch der untere Teil, von der Mauer aus sieht er aus wie eine Terrasse. Der Weiße Turm wurde nach dem Markgrafenkrieg 1563/64 neu aufgebaut, sein Fundament reicht 4,5 Meter in den Boden, 5,5 Meter Stumpf sind sichtbar. Ein unterirdischer Gang führt von dort Richtung Stadtmitte, den siehst du allerdings nur bei einer Führung.

Am meisten hergemacht haben für mich die beiden Pulvertürme an der südlichen Mauer. Sie wurden zwischen 1371 und 1402 errichtet und dienten ab 1418 als Pulvermagazin. In einem von ihnen sitzt heute eine Weinstube, das „s’Türmle“. Die Obertorschanze schließlich wurde 1647/48 unter dem schwedischen General Carl Gustav von Wrangel ausgebaut.

An der Mauer entlangzulaufen ist der Teil des Rundgangs, bei dem Schweinfurt am wenigsten nach Industriestadt aussieht. Und es ist kostenlos, jederzeit, ohne Öffnungszeiten.

7. Die St.-Johannis-Kirche

St.-Johannis-Kirche in Schweinfurt aus fränkischem Sandstein mit Rosette
Acht Jahrhunderte in einem Gebäude. Der Turm unten romanisch, oben eine Haube von 1562.

St. Johannis war die Stadtkirche der ehemaligen Freien Reichsstadt und ist heute evangelische Pfarrkirche. Sie gilt als eine der bedeutendsten evangelischen Kirchen Unterfrankens, und man sieht ihr an, dass an ihr acht Jahrhunderte gebaut wurde: Der Bau begann im späten 12. Jahrhundert, der Turm stand 1237, geweiht wurde um 1250, erweitert wurde im 15. und 16. Jahrhundert. Romanisches und Gotisches stehen deshalb direkt nebeneinander, aus fränkischem Sandstein.

Der 43 Meter hohe Nordturm hat sechs Geschosse, die unteren romanisch, die oberen drei nach dem Markgrafenkrieg neu errichtet. Die flache Haube mit Laterne kam 1562 dazu. Das Stück, für das man eigentlich um die Kirche herumgehen muss, ist das Brautportal von 1240 an der Südseite, ein spätromanisches Portal mit Drachen- und Löwenreliefs. Innen hängt im Chor das älteste Konfessionsbild Süddeutschlands aus dem späten 16. Jahrhundert.

8. Das Alte Gymnasium

Direkt gegenüber der Kirche, am Martin-Luther-Platz, steht der weiße Renaissancebau mit dem geschwungenen Volutengiebel. Errichtet wurde er 1582/83 als Lateinschule. 1634 zog das protestantische „Gymnasium Gustavianum“ ein, dessen Gründung auf den schwedischen König Gustav Adolf zurückgeht: Der wollte im protestantischen Schweinfurt eine Universität einrichten.

Seit 1934 sitzt das Stadtgeschichtliche Museum in dem Haus, das Stammhaus der Städtischen Sammlungen Schweinfurt, mit Objekten zu Stadtgeschichte, Bürgerkultur, Zunftwesen und den Anfängen der Industrialisierung.

Gut zu wissen: Martin-Luther-Platz 12, 97421 Schweinfurt, Telefon 09721 51-479. Die Öffnungszeiten wechseln, in mehreren Verzeichnissen stand das Museum zuletzt als geschlossen. Wenn du hinein willst, ruf vorher an. Das Gebäude von außen anzusehen lohnt sich unabhängig davon.

9. Der Ebracher Hof

Ebracher Hof in Schweinfurt, heute Stadtbücherei, mit Arkadengang in der Gasse
Zisterzienserhof, Waisenhaus, Fabrik, Möbellager, Stadtbücherei. Der Ebracher Hof hat einiges hinter sich.

Der Ebracher Hof liegt im Südosten der Altstadt, im Zürch, und zieht sich parallel zur Brückenstraße zwischen Rittergasse und Paul-Rummert-Ring. Seine Geschichte fängt 1431 an, als das Zisterzienserkloster Ebrach in Schweinfurt ein Grundstück kaufte und dort einen Verwaltungssitz für seine Ländereien in der Umgebung einrichtete.

Im Markgrafenkrieg brannte der Hof 1554 bis auf die Umfassungsmauern aus und wurde erst 1578 wieder aufgebaut. Danach war er Waisenhaus und Pflegeheim, dann Fabrikgebäude, dann Möbellager. Seit 2007, nach einer umfangreichen Sanierung, sitzt die Stadtbücherei darin. Für einen mittelalterlichen Klosterhof ein ziemlich guter Ausgang.

Gut zu wissen: Brückenstraße 29, 97421 Schweinfurt. Innenhof und Bücherei sind zu den Öffnungszeiten der Stadtbücherei zugänglich.

10. Die Heilig-Geist-Kirche

Die Heilig-Geist-Kirche ist die älteste erhaltene katholische Kirche Schweinfurts und der einzige Innenraum, in dem ich an diesem Tag war. Der Grundstein wurde am 3. Juli 1898 gelegt, geweiht wurde sie am 2. März 1902, und der Turm war da noch nicht fertig. Bis er seine volle Höhe von über 56 Metern erreichte, dauerte es bis 1911.

Der neuromanische Bau ist innen heller und größer, als man von außen denkt: Rundbögen auf schweren Säulen, ein hohes Tonnengewölbe, und hinten in der Apsis ein goldener Grund, vor dem das Kruzifix hängt. Wenn du im Winter unterwegs bist und die Finger nicht mehr spürst, ist das der richtige Ort für zehn Minuten Pause.

11. Museum Georg Schäfer

Das Museum Georg Schäfer an der Brückenstraße ist das bekannteste der drei Kunstmuseen und zeigt deutsche Malerei von 1760 bis 1930. Eine Bewertung der Sammlung steht hier deshalb nicht, dafür alles, was du zur Planung brauchst.

Gut zu wissen (Stand 2026, direkt beim Museum geprüft): Brückenstraße 20, 97421 Schweinfurt. Dienstag 11 bis 20 Uhr, Mittwoch bis Sonntag 11 bis 17 Uhr, montags geschlossen außer an Feiertagen. Ohne Sonderausstellung 6 Euro, ermäßigt 5 Euro, Kinder von 7 bis 16 Jahren 3 Euro, bis 6 Jahre frei, Familienkarte 12 Euro. Mit Sonderausstellung 9 bis 15 Euro, Familienkarte ab 18 Euro. Audioguide 2,50 Euro. Jeden ersten Dienstag im Monat ist der Eintritt frei. Parken im Parkhaus P2 in der Brückenstraße oder in der Tiefgarage unter dem Museum. Vom Hauptbahnhof fährt der Bus 100 bis zur Haltestelle „Museum Georg Schäfer“.

12. Die Kunsthalle Schweinfurt

Die Kunsthalle Schweinfurt ist der Fall, bei dem mich das Gebäude mehr interessiert als die Sammlung, und das ist nicht gegen die Sammlung gesagt. Sie sitzt seit 2009 im ehemaligen Ernst-Sachs-Bad, einem Hallenbad, und die Ausstellungen finden in der alten Schwimmhalle statt. Gezeigt wird Kunst nach 1945 und Gegenwartskunst.

Gut zu wissen (Stand 2026, direkt bei der Kunsthalle geprüft): Rüfferstraße 4, 97421 Schweinfurt. Dienstag, Mittwoch und Freitag bis Sonntag 11 bis 17 Uhr, Donnerstag 11 bis 20 Uhr, montags geschlossen außer an Feiertagen, an Heiligabend, dem 1. Weihnachtsfeiertag, Silvester und Faschingsdienstag zu. Seit 1. Januar 2026 kostet der Eintritt regulär 6 Euro, ermäßigt 5 Euro, Studierende 3,50 Euro, Familien 11 Euro. Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre zahlen nichts, Schulklassen ebenfalls nicht. Jeden ersten Donnerstag im Monat ist der Eintritt frei. Parken im Parkhaus Kunsthalle oder auf dem Messeparkplatz zwischen Kunsthalle und Theater.

13. Museum Otto Schäfer

Das dritte Museum ist das spezialisierteste und für Buchmenschen das interessanteste. Das Museum Otto Schäfer ist dem Buch, der Grafik und dem Kunsthandwerk gewidmet. Sein Kernstück ist das nahezu vollständige druckgrafische Werk Albrecht Dürers mit über 340 Blatt und fünf Buchausgaben, eine der bedeutendsten Privatsammlungen dieser Art überhaupt. Dazu kommen zeitgenössische Grafik und Kunsthandwerk aus dem Bestand des Schweinfurter Industriellen Otto Schäfer.

Gut zu wissen: Judithstraße 16, 97422 Schweinfurt, Telefon 09721 387097-0. Zu den Öffnungszeiten kursieren unterschiedliche Angaben, teils ist das Haus nur nach Vereinbarung geöffnet. Ruf vor dem Besuch an, das erspart dir den Weg umsonst.

14. Die Wehranlagen

Die Wehranlagen sind der Park, den man nicht erwartet, und der Name führt in die Irre. Er stammt daher, dass die Schweinfurter Bürgermiliz hier zwischen 1831 und 1864 ihren Exerzierplatz hatte. Ab 1870 wurde daraus eine Grünanlage, und zwar keine gewöhnliche: Carl Gottlieb Sattler holte zwischen 1870 und 1883 Gehölze aus Nordamerika hierher, in den 1960ern kamen ostasiatische dazu. Geweihbäume, Zerreichen und Hickorynussbäume aus der Gründungszeit stehen bis heute. Damit zählen die Wehranlagen zu den ältesten botanischen Gärten Deutschlands. Sie ziehen sich über rund zwei Kilometer am Main entlang.

Dazu gehören Liegewiesen, ein Springbrunnen, ein Kinderspielplatz und Wege, die an den Saumain grenzen, einen naturbelassenen Seitenarm des Flusses von 1,3 Kilometer Länge, der als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist.

Ein Detail, das viele nicht wissen: Von 1879 bis 1944 stand hier ein Zoo, mit Löwen, Tigern, Bären und Affen. Ein Bombenangriff zerstörte ihn, aufgebaut wurde er nie wieder. Ich habe es in meinen zwei Stunden nicht bis hierher geschafft, das ist der Punkt, an dem ich beim nächsten Mal anfange.

15. Der Main, die Maininsel und der Stadtstrand

Schweinfurt liegt am Main, und das merkt man in der Altstadt weniger, als man denkt. Wer die Zeit hat, sollte trotzdem ans Wasser. Am Konferenzzentrum auf der Maininsel hast du den freien Blick auf den Fluss, und von dort führt die Mainpromenade weiter Richtung Wehranlagen.

Im Sommer ist der Stadtstrand Schweinfurt am Unteren Marienbach der Treffpunkt der Stadt, mit Sand, Liegestühlen und Getränken direkt am Wasser. Im Januar war er, wenig überraschend, geschlossen. Wenn du im Sommer kommst, ist das der Ort für den Abend nach dem Rundgang.

Schweinfurt ist außerdem eine Etappe am Main-Radweg. Wer den fährt, übernachtet hier ohnehin, und dafür gibt es in der Stadt reichlich Auswahl an Unterkünften in Schweinfurt*, vom Hotel in der Innenstadt bis zur Ferienwohnung.

Praktisches für deinen Besuch

Anreise mit der Bahn. Schweinfurt hat drei Bahnhöfe: den Hauptbahnhof sowie die Regionalbahnhöfe Schweinfurt Mitte und Schweinfurt Stadt. Das ist der eigentliche Grund, warum der Zwischenstopp so gut funktioniert: Vom Bahnhof bist du in wenigen Minuten in der Innenstadt, ohne Bus, ohne Umsteigen. Der Hauptbahnhof ist stufenlos über die Gleise 1, 2 und 3 erreichbar, weitere Gleise über Aufzüge, behindertengerechte Toiletten gibt es an Gleis 1. Schweinfurt Mitte erreichst du über Treppen und lange Rampen, Toiletten gibt es dort keine. In Schweinfurt Stadt ist Gleis 3 vom Mainufer aus stufenlos erreichbar. Vom Hauptbahnhof fährt der Bus 100 bis zum Museum Georg Schäfer.

Anreise mit dem Auto und Parken. Schweinfurt liegt an der A70 und der A71, aus Richtung Würzburg kommst du über die A7. Fürs Parken gilt die städtische Parkgebührenverordnung: In der Zone I, also der Innenstadt, kostet das Parken am Straßenrand 2 Euro pro Stunde (10 Cent je angefangene drei Minuten), im übrigen Stadtgebiet 1,50 Euro pro Stunde. E-Autos mit E-Kennzeichen parken gebührenfrei, brauchen aber eine Parkscheibe und müssen die Höchstparkdauer einhalten. Parkhäuser findest du unter dem Museum Georg Schäfer und in der Brückenstraße (P2) sowie am Parkhaus Kunsthalle und auf dem Messeparkplatz zwischen Kunsthalle und Theater. (Stand 2026)

Wie viel Zeit du brauchst. Für den Altstadtrundgang mit Markt, Zürch, Stadtmauer und den Kirchen reichen anderthalb bis zwei Stunden, so wie ich es gemacht habe. Willst du eines der Museen mitnehmen, plane einen halben Tag ein. Mit Wehranlagen und Mainpromenade wird ein ganzer Tag daraus.

Führungen. Die Tourist-Information Schweinfurt bietet Stadtführungen an, überwiegend als Gruppenbuchung: eine Stunde 75 Euro, 90 Minuten 90 Euro, zwei Stunden 105 Euro, drei Stunden 135 Euro, jeweils für bis zu 20 Personen. Die Gewandführung kostet 100 Euro auf Deutsch und 110 Euro auf Englisch für 90 Minuten. Für feste Termine gibt es Einzeltickets über den Erlebnisshop der Stadt. (Stand 2026)

Wann du kommen solltest. Ich war Anfang Januar da, bei Kälte, Regen und Grau. Die Gassen im Zürch gehörten mir allein, dafür war das Licht bis kurz vor Schluss schwierig. Wenn dir die Fotos wichtig sind, komm zwischen Frühjahr und Herbst. Wenn dir leere Gassen wichtiger sind, ist der Januar genau richtig.

Schweinfurt auf der Karte

Die Ziele aus diesem Artikel habe ich dir auf einer Karte zusammengestellt, damit du dir den Rundgang selbst zusammenstecken kannst. Die Altstadtziele liegen alle innerhalb von zehn Gehminuten zueinander.

Google Maps

Mit dem Laden der Karte akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Google.
Mehr erfahren

Karte laden

Mein Fazit zu Schweinfurt

Schweinfurt ist keine Stadt, für die man eine Reise plant. Es ist eine Stadt, die man mitnimmt, wenn man ohnehin zwischen Würzburg und Bamberg unterwegs ist, und die einen dann positiv überrascht. Klein und ganz hübsch, mit einem Rathaus, das die Bombennächte überstanden hat, einem Altstadtviertel, das kaum jemand auf dem Zettel hat, und einer Stadtmauer, an der man entlanglaufen kann, ohne jemandem zu begegnen.

Was ich in zwei Stunden nicht geschafft habe: die drei Museen, die Wehranlagen, den Main. Das ist keine Kritik am Ort, sondern eine Rechnung, die ich noch offen habe. Am besten bei besserem Wetter, dann sieht das Zürch vermutlich noch mal anders aus. Ganz zum Schluss riss der Himmel doch noch auf, und für zehn Minuten stand das Rathaus in echtem Blau. Dieses Foto ist der Grund, warum ich wiederkomme.

Wenn du mehr Bilder von Touren wie dieser sehen willst, findest du sie auf unserem Instagram.

Häufige Fragen zu Schweinfurt

Was kann man in Schweinfurt machen?

In Schweinfurt kannst du in ein bis zwei Stunden die Altstadt zu Fuß erkunden: Marktplatz mit dem Renaissance-Rathaus von 1572, das Altstadtviertel Zürch, den Schrotturm, St. Johannis, St. Salvator und die Reste der Stadtmauer mit den Pulvertürmen. Dazu kommen drei Kunstmuseen, der Park Wehranlagen und im Sommer der Stadtstrand am Main.

Wie viel Zeit sollte man für Schweinfurt einplanen?

Für den Altstadtrundgang reichen anderthalb bis zwei Stunden. Mit einem Museum wird ein halber Tag daraus, mit Wehranlagen und Mainpromenade ein ganzer. Als Zwischenstopp auf der Bahnstrecke zwischen Würzburg und Bamberg funktionieren zwei Stunden gut, weil du vom Bahnhof in wenigen Minuten in der Innenstadt bist.

Gibt es in Schweinfurt einen Geheimtipp?

Das Zürch, das älteste Viertel der Stadt südöstlich vom Markt. Kopfsteinpflaster, Sandsteinhäuser, blaue Klappläden, und selbst an einem normalen Wochentag kaum jemand unterwegs. Der zweite Tipp ist der Schrotturm in der Petersgasse: 1611 als Treppenturm gebaut, 1818 zur Bleischrot-Fabrik umgebaut, die allein mit Schwerkraft funktionierte.

Was kostet der Eintritt in die Kunsthalle Schweinfurt?

Seit dem 1. Januar 2026 kostet der Eintritt regulär 6 Euro, ermäßigt 5 Euro und für Studierende 3,50 Euro. Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre sowie Schulklassen zahlen nichts, die Familienkarte kostet 11 Euro. Jeden ersten Donnerstag im Monat ist der Eintritt frei. Geöffnet ist Dienstag bis Sonntag ab 11 Uhr, donnerstags bis 20 Uhr, montags geschlossen.

Wo kann man in Schweinfurt parken?

Am Straßenrand in der Innenstadt (Zone I) kostet das Parken 2 Euro pro Stunde, im übrigen Stadtgebiet 1,50 Euro. Parkhäuser gibt es unter dem Museum Georg Schäfer und in der Brückenstraße (P2) sowie am Parkhaus Kunsthalle und auf dem Messeparkplatz zwischen Kunsthalle und Theater. E-Autos mit E-Kennzeichen parken gebührenfrei, brauchen aber eine Parkscheibe.

Warum heißt Schweinfurt Schweinfurt?

Der Name wird üblicherweise auf eine Furt durch den Main zurückgeführt, durch die Vieh getrieben wurde. Die Stadt spielt selbst damit: In der Burggasse im Zürch sitzt die Bronzegruppe „Schweinehirte mit Schweineschar“ des regionalen Künstlers Peter Vollert, deren Schweine man der Überlieferung nach zum Glück anfasst.

Noch mehr Reisetipps aus Franken

  • Würzburg – Residenz, Festung Marienberg und die Alte Mainbrücke, rund 35 Kilometer südwestlich und mainabwärts.
  • Kitzingen – schiefer Falterturm, Stadtbalkon und das Deutsche Fastnachtmuseum.
  • Marktbreit – die stille Perle am Main mit dem schönsten Maintor der Gegend.
  • Sommerhausen – Wein- und Künstlerdorf mit kompletter Stadtmauer und einem der kleinsten Theater Deutschlands.
  • Ochsenfurt – eine der eindrucksvollsten Stadtbefestigungen Unterfrankens.
  • Bamberg – die Station vor Schweinfurt auf meiner Tour, Weltkulturerbe und Rauchbier.
  • Schöne Städte in Bayern – die Übersicht, wenn du weiter durchs Land willst.

Folge uns gerne auch auf unseren sozialen Kanälen, wie FacebookInstagram und Pinterest. Auf diesen Plattformen nehmen wir dich mit auf unsere aktuellen Reisen und zeigen dir magische Bilder & Videos und verraten unsere besten Reisetipps.

Das könnte dich auch interessieren

* In diesem Beitrag verwenden wir sogenannte „Affiliate-Links“ (Werbelinks). Diese leiten dich zu Produkten bzw. Dienstleistungen, welche wir dir zu 100% empfehlen können. Solltest du über diese Links etwas buchen oder kaufen, erhalten wir als Dankeschön eine kleine Provision. Dir entstehen dadurch aber keine weiteren Kosten. Diese Werbeeinnahmen helfen uns all unsere Inhalte, Bilder und Videos auch weiterhin völlig kostenfrei für dich anzubieten.