Korbach ist eine Kleinstadt mit 22.789 Einwohnern im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg, liegt auf 375 Metern zwischen Kellerwald und Sauerland und ist die einzige Hansestadt Hessens. Ich war am 4. September 2021 dort und habe mir die Korbach Sehenswürdigkeiten an einem Samstag angesehen. Für die Altstadt reicht ein halber Tag, mit Museum und Goldbergwerk wird ein ganzer daraus.
Warum ausgerechnet Korbach? Ich hatte früher eine Volleyball-Kollegin, die von hier kam, und war deshalb schon einmal in der Stadt. Hängengeblieben ist: hübsch. Als Korbach auf meiner Hessen-Runde dann sowieso auf dem Weg lag, habe ich spontan angehalten. Enttäuscht wurde ich nicht.
Der Tag lief allerdings anders als geplant. Ich kam gegen elf Uhr an, und über der Stadt hing dichter Nebel. Ich bin trotzdem los, habe alles abfotografiert und mich zunehmend darüber geärgert, dass der blaue Himmel ausblieb, auf den ich gehofft hatte. Irgendwann habe ich aufgegeben, mich ins Auto gesetzt und eine Stunde geschlafen. Als ich aufwachte, war der Himmel aufgerissen. Also bin ich denselben Rundgang ein zweites Mal gelaufen, diesmal mit Licht. Dieser Nachmittag ist der Grund, warum ich Korbach in guter Erinnerung habe.

In diesem Artikel bekommst du alle Sehenswürdigkeiten, die sich wirklich lohnen, dazu geprüfte Öffnungszeiten und Preise und konkrete Parkgebühren. Museum, Fossilienfundstätte und Goldbergwerk habe ich an dem Tag ausgelassen, die Praxisinfos dazu sind recherchiert.
Korbach auf einen Blick
- Bundesland: Hessen, Landkreis Waldeck-Frankenberg
- Lage: Nordhessen, zwischen Kellerwald und Sauerland, 375 m über NHN
- Einwohner: 22.789 (Stand 31.12.2025)
- Fläche: 124,11 km²
- Ersterwähnung: 980 als „Curbechi“
- Bekannt für: den fast vollständig erhaltenen doppelten Stadtmauerring, die Fossilienfundstätte Korbacher Spalte und 800 Jahre Goldbergbau am Eisenberg
- Besonderheit: Hessens einzige Hansestadt. Im Mittelalter Mitglied der Hanse, den Titel offiziell wieder tragen darf Korbach seit dem 28. Juni 2013
- Zeit einplanen: ein halber Tag für Altstadt und Stadtmauer, ein ganzer Tag mit Museum, Korbacher Spalte oder Goldbergwerk
- Anreise: mit dem Auto über die B 251 oder B 252, Bahnhof mit Verbindung nach Marburg und Kassel
- Parken: Parkplatz Obermarkt, 1. Stunde 0,75 €, jede weitere 1,50 €
- Eintritt: Altstadt und Stadtmauerweg kostenlos, Museum 4,00 € für Erwachsene
Kurz und knapp: die Korbach Sehenswürdigkeiten
- Historische Altstadt: kompakt, fast komplett erhalten, überraschend leer
- Doppelter Stadtmauerring: zwei Ringe, dazwischen ein 2,1 Kilometer langer Rundweg
- Marktplatz mit Altem Rathaus und Roland: das Rathaus von 1377 steht auf der Grenze zweier Städte
- St. Kilian: gotische Hallenkirche der alten Altstadt, gebaut zwischen 1335 und 1450
- St. Nikolai: die Antwort der Neustadt darauf, fertig 1460
- Tylenturm: 31 Meter hoher Wehrturm aus dem 13./14. Jahrhundert, mit Aussichtsplattform
- Hansisches Steinhaus und die Steinkammern: die Lagerhäuser aus der Hansezeit
- Haus Lebach: barockes Fachwerkhaus von 1664 bis 1675, heute die Stadtbücherei
- Hinterhöfe und Seitengassen: mein persönliches Highlight, und in keinem Reiseführer
- Wolfgang-Bonhage-Museum: Stadtgeschichte und die Fossilien der Korbacher Spalte
- Korbacher Spalte mit GeoFoyer Kalkturm: Europas älteste fossilführende Spalte
- Gold-Besucherbergwerk Eisenberg: 800 Jahre Goldbergbau, unter Tage
- Georg-Viktor-Turm und Burgruine Eisenberg: 562 Meter hoch, Blick bis Kassel
Die Altstadt von Korbach: zwei Städte, die sich zusammengerauft haben
Die Korbacher Altstadt ist deshalb so interessant, weil sie eigentlich zwei Städte sind. Im Mittelalter gab es hier die Altstadt rund um die Kilianskirche und die Neustadt rund um die Nikolaikirche, zwei getrennte Gemeinwesen mit eigenen Räten. 1377 haben sich beide zusammengeschlossen. Das gemeinsame Rathaus wurde genau auf die Grenze gesetzt, und ein zweiter Mauerring wurde um beide gezogen.
Diese Geschichte kannst du heute noch ablaufen. Der doppelte Mauerring ist fast vollständig erhalten, was in Deutschland selten geworden ist. Zwischen den beiden Ringen führt der 2,1 Kilometer lange Rundweg „Zwischen den Mauern“ einmal um die historische Altstadt herum. Das ist die entspannteste Art, sich einen Überblick zu verschaffen, und sie kostet nichts.
Was mir als Erstes aufgefallen ist: Wie ruhig es hier ist. Ich war an einem Samstagnachmittag da, und die Fußgängerzone war gut besucht, aber nirgends voll. In den Seitengassen war ich streckenweise allein. Wer schon einmal an einem Sommersamstag durch eine der bekannteren Fachwerkstädte gelaufen ist, weiß, wie ungewöhnlich das ist.


Marktplatz, Altes Rathaus und der Roland
Das Alte Rathaus von 1377 ist das Gebäude, in dem die Vereinigung der beiden Städte buchstäblich Form angenommen hat. Vom großen Stadtbrand 1664 haben Teile des Außenmauerwerks und der gotische Treppengiebel mit dem Stadtwappen-Relief überlebt.
Am Rathaus steht eine Roland-Figur, und die ist der eigentliche Angeberpunkt. Rolandstatuen sind das mittelalterliche Zeichen für Marktrecht und städtische Freiheit, in Hessen sind sie ausgesprochen selten. Wenn du die Rolande aus Bremen oder aus dem Harz kennst: Das hier ist derselbe Gedanke, nur eine Nummer kleiner und ohne Publikum davor.
Auf dem Marktplatz steht außerdem ein Pranger. Beides zusammen, Roland und Pranger, erzählt in zwei Objekten ziemlich genau, wie eine mittelalterliche Stadt ihre eigene Rechtsprechung inszeniert hat.
Das Haus Lebach: heute Stadtbücherei, früher das zweite Rathaus
Das stattlichste Fachwerkhaus der Stadt steht ein Stück vom Marktplatz entfernt, und seine Geschichte hängt direkt am Stadtbrand von 1664. An dieser Stelle stand vorher das Neustädter Rathaus, auch Hochzeitshaus genannt, also das Pendant zum Rathaus der Altstadt. Es brannte in derselben Katastrophe ab, die auch das Alte Rathaus beschädigte.
Auf dem freien Grundstück ließ der waldeckische Kanzler Johann Vietor zwischen 1664 und 1675 ein Wohnhaus im Barockstil errichten. Seinen heutigen Namen trägt es nach Louis Lebach, einem jüdischen Getreidehändler, der das Haus 1844 erwarb. 1928 kaufte die Stadt es, von 1937 bis 1977 war eine Schule darin, und nach einer aufwendigen Sanierung zog 1987 die Stadtbücherei ein. Genau dieses Haus siehst du oben im Titelbild.

St. Kilian und St. Nikolai: zwei Kirchen als Wettbewerb
Die beiden gotischen Hallenkirchen sind die sichtbarste Folge davon, dass Korbach lange zwei Städte war. St. Kilian in der alten Altstadt entstand zwischen 1335 und 1450. St. Nikolai in der Neustadt wurde 1460 fertig, und die Bürger der Neustadt haben sie in erklärtem Wettbewerb zur Nachbarkirche gebaut.
Beide sind von außen sehenswert. Reingegangen bin ich in St. Kilian, und das würde ich dir auch empfehlen. Von außen fotografierst du in Korbach ohnehin ständig, aber den Innenraum bekommt man nur mit, wenn man die Tür aufmacht.
Von außen lassen sich die beiden übrigens sofort auseinanderhalten, und zwar an den Türmen. St. Kilian trägt eine barocke welsche Haube, die nach mehreren Blitzeinschlägen auf den Turm kam. St. Nikolai hat noch den mittelalterlichen Spitzhelm und kommt damit auf 75 Meter Gesamthöhe, wovon allein rund 36 Meter auf den Helm entfallen.


Die Hinterhöfe und Seitengassen: das Beste an Korbach
Wenn ich aus dem Tag eine Sache mitnehmen müsste, dann diese: Die schönsten Motive in Korbach liegen nicht am Marktplatz, sondern einen Abzweig weiter. Hinterhöfe, schmale Seitengassen, Fachwerk in allen Zuständen zwischen frisch saniert und schief. Das fand ich deutlich spannender als die offiziellen Hauptmotive.
Ein konkreter Tipp dazu: Lauf die Hauptachse einmal komplett ab und danach ein zweites Mal, aber bieg jedes Mal ab, wenn rechts oder links eine Gasse aufgeht. Das kostet dich vielleicht vierzig Minuten mehr und ist der Teil des Besuchs, an den ich mich am besten erinnere.
Für Fotografen kommt der zweite Punkt dazu, den ich an dem Tag unfreiwillig gelernt habe: Korbach funktioniert bei zwei völlig verschiedenen Wetterlagen. Im Nebel werden die engen Gassen atmosphärisch, bei blauem Himmel funktionieren die Fassaden und die Dachlandschaft. Ich habe beides fotografiert, weil ich zwischendurch eine Stunde im Auto geschlafen habe, und würde diesen Zufall heute als Methode empfehlen.






Stadtmauer, Tylenturm und die Steinkammern
Der doppelte Mauerring ist der Grund, warum Korbach über den Landkreis hinaus bekannt ist. Der markanteste Punkt ist der Tylenturm, mit rund 31 Metern der größte erhaltene Wehrturm des inneren Mauerrings und eines der ältesten Bauwerke der Stadt, gebaut im späten 13. oder frühen 14. Jahrhundert. Über dem fünften Geschoss liegt auf etwa 25 Metern eine Aussichtsplattform. Seinen Namen trägt er nach dem Adelsgeschlecht von Thülen, und ab 1733 diente sein Erdgeschoss als Verlies für zum Tode verurteilte Häftlinge. Dazu kommen die Steinkammern, massive Lagerhäuser aus der Hansezeit, und das Hansische Steinhaus.
Diese Steinkammern sind der direkte bauliche Beleg dafür, dass hier ernsthaft Fernhandel betrieben wurde. Korbach lag am Kreuzungspunkt zweier Handelsrouten, Köln nach Leipzig und Bremen nach Frankfurt, und 1188 bekam die Stadt das Soester Stadtrecht. Dass sich die Kaufleute dann in der Hanse organisiert haben, war die logische Folge.
Ein Teil des Wolfgang-Bonhage-Museums ist in einer solchen historischen Steinkammer untergebracht. Das ist eine der schöneren Museumslösungen, die ich kenne, weil das Gebäude selbst Teil der Ausstellung ist.

Wolfgang-Bonhage-Museum: der Korbacher Dackel
Das Museum zeigt die Fossilien der Korbacher Spalte, darunter den „Korbacher Dackel“. Der ist kein Hund, sondern ein säugetierähnliches Reptil der Gattung Procynosuchus, das vor rund 250 Millionen Jahren im oberen Perm lebte. 1988 konnte ein Unterkieferfragment dieser Gattung zugeordnet werden, und das hatte Folgen weit über Nordhessen hinaus: Mit dem Korbacher Fund war Procynosuchus zum ersten Mal auf der Nordhalbkugel nachgewiesen. Das gilt als Beleg dafür, dass damals alle Landmassen der Erde bereits im Superkontinent Pangäa vereint waren.
Praktisch: Wolfgang-Bonhage-MUSEUM KORBACH, Kirchplatz 2. Sommersaison von März bis Oktober Dienstag bis Sonntag und feiertags 11:00 bis 16:30 Uhr, Wintersaison von November bis Februar Dienstag bis Freitag 14:00 bis 16:30 Uhr sowie Samstag, Sonntag und feiertags 11:00 bis 16:30 Uhr. Montags geschlossen. Eintritt 4,00 € für Erwachsene, 2,00 € für Jugendliche bis 17 Jahre, unter 6 Jahren frei, Familien 9,00 €, ermäßigt 2,50 €. Der Museumseintritt berechtigt zusätzlich zum kostenlosen Besuch des GeoFoyer Kalkturm. Aktuelle Angaben auf museum-korbach.de (Stand August 2026).
Korbacher Spalte und GeoFoyer Kalkturm
Die Fossilienfundstätte liegt am südlichen Stadteingang und ist die wissenschaftlich bedeutendste Sache, die Korbach zu bieten hat. Die Korbacher Spalte ist die älteste fossilführende Spalte Europas und zählt zu den wichtigsten Fundstellen für Wirbeltiere aus dem Perm weltweit. Entdeckt hat sie Mitte der 1960er Jahre der Geologe und Heimatforscher Dr. Jens Kulick. Zwischen 1990 und 1998 hat das Staatliche Museum für Naturkunde Karlsruhe hier mehrere Grabungskampagnen durchgeführt und dabei rund 2.500 auswertbare Knochenfragmente geborgen.
Direkt daneben steht das GeoFoyer Kalkturm mit Dauerausstellungen zur Evolution der Wirbeltiere und zur Korbacher Kalkindustrie. Unter das Schutzdach über der eigentlichen Spalte kommst du nur im Rahmen einer Führung.
Praktisch: GeoFoyer Kalkturm, Frankenberger Landstraße 22. Sommersaison vom 1. März bis 31. Oktober Dienstag bis Sonntag 11:00 bis 16:30 Uhr, Wintersaison vom 1. November bis 28. Februar Dienstag bis Freitag 14:00 bis 16:30 Uhr und Samstag/Sonntag 11:00 bis 16:30 Uhr. Eintritt am Kassenautomat 1,00 € pro Person, Führung 5,00 € für Erwachsene und 2,50 € für Kinder ab 6 Jahren. Angaben der Stadt Korbach, Stand August 2026.
Gold-Besucherbergwerk Eisenberg und die Goldspur
Am Eisenberg bei Korbach-Goldhausen liegt Deutschlands reichste historische Goldlagerstätte. 800 Jahre Bergbaugeschichte, und du kannst unter Tage gehen. Die Führung startet am Zechenhaus in Goldhausen, Turmweg 4, und ist nur mit Voranmeldung möglich. Geöffnet ist von Mitte April bis Oktober. Preise und freie Termine stehen auf der offiziellen Buchungsseite, telefonisch läuft die Anmeldung über die Korbach-Information unter 05631 53232.
Über Tage führt die „Goldspur Eisenberg“ als Rundweg von etwa 3,3 Kilometern an den Spuren der Goldsucher vorbei, dafür solltest du rund anderthalb Stunden einplanen. Auf dem 562 Meter hohen Eisenberg stehen außerdem die Burgruine aus dem 13. Jahrhundert und der Georg-Viktor-Turm, ein 22,5 Meter hoher Aussichtsturm, der 1905 zu Ehren von Fürst Georg Viktor von Waldeck eingeweiht wurde. Von oben reicht der Blick über den Habichtswald, die Ederberge und den Kellerwald bis ins Sauerland, an klaren Tagen bis zum Herkules in Kassel.
Der Eisenberg liegt ein paar Kilometer außerhalb der Stadt. Wenn du mit Kindern unterwegs bist oder mehr als einen halben Tag hast, würde ich Bergwerk und Turm höher priorisieren als ein weiteres Fachwerkstädtchen in der Region.
Korbach oder Fritzlar? Der direkte Vergleich
Ich war am selben Tag in beiden Städten, deshalb der direkte Vergleich. Fritzlar liegt 25 Kilometer östlich und ist die bekanntere der beiden. Fritzlar hat den Dom, den dichteren Fachwerkbestand und den geschlosseneren Marktplatz. Wenn du nur einen Stopp machen kannst und Fachwerk sehen willst, fahr nach Fritzlar.
Korbach ist das interessantere Ziel, wenn dich Struktur mehr reizt als Postkartenmotive: der doppelte Mauerring, die zwei zusammengewachsenen Städte, die Hansegeschichte, dazu Gold und Fossilien. Korbach hat außerdem spürbar weniger Besucher. Beides an einem Tag ist gut machbar, ich habe genau das gemacht.
Wer mehr davon will: In schöne Städte in Hessen haben wir unsere Favoriten im Bundesland gesammelt, und in den historischen Orten und schönsten Altstädten findest du die Fachwerkstädte über Hessen hinaus.
Praktische Infos: Parken, Anreise und Führungen
Parken: Der Parkplatz Obermarkt in der Oberstraße hat über 60 Stellplätze und liegt fußläufig zur Altstadt. Gebühren fallen montags bis freitags von 8 bis 19 Uhr und samstags von 8 bis 14 Uhr an, die erste Stunde kostet 0,75 €, jede weitere 1,50 €. Außerhalb dieser Zeiten, also sonntags und abends, kostet es nichts. Dieselben Gebühren gelten am Parkplatz Enser Straße direkt am Museum, der allerdings nur 26 Pkw-Stellplätze hat. Ich habe damals innenstadtnah geparkt und bin den ganzen Nachmittag zu Fuß gelaufen. Alles Wichtige liegt in Gehweite, ein zweites Mal umparken musst du nicht.
Anreise: Mit dem Auto über die B 251 oder die B 252. Mit der Bahn ist Korbach von Marburg und von Kassel aus erreichbar, der Bahnhof liegt am Rand der Innenstadt. Vom Hauptbahnhof durch die Altstadt führt die markierte „Goldspur Korbach“.
Führungen: Die öffentliche Stadtführung heißt „Fachwerk und Kalkstein“, dauert etwa anderthalb Stunden und startet an der Korbach-Information in der Prof.-Bier-Straße 15. Sie findet mehrmals wöchentlich statt, meist 10:30 oder 14:30 Uhr. Dazu kommen Themenführungen: „Auf den Spuren des Korbacher Dackels“ an der Korbacher Spalte, die Goldbergwerk-Führung am Zechenhaus Goldhausen und eine barrierefreie Rikscha-Führung ab Rathausplatz. Aktuelle Termine stehen im Veranstaltungskalender auf korbach.de. Wer lieber allein läuft: Es gibt einen kostenlosen Audioguide über die App izi.TRAVEL.
Wie viel Zeit: Für Altstadt, Mauerring und Kirchen reicht ein halber Tag. Willst du zusätzlich ins Museum oder zum Goldbergwerk, plan einen ganzen Tag ein. Das Bergwerk allein kostet mit Anfahrt und Führung rund drei Stunden.
Ausflugsziele rund um Korbach
Korbach liegt gut für eine Rundreise durch Nordhessen. Meine Route an dem Wochenende war Naumburg in Hessen, dann Fritzlar, dann Korbach, danach Frankenberg an der Eder und über Wetter nach Marburg. Das funktioniert als Zwei-Tages-Tour sehr gut.
- Fritzlar (25 km): die bekanntere Fachwerkstadt mit Dom, siehe Vergleich oben
- Frankenberg an der Eder (25 km): Ich bin dort hin, weil mir bei Instagram das Rathaus aufgefallen war, und habe abends dort gegessen. Das Rathaus ist tatsächlich sehenswert
- Wetter in Hessen (45 km): Ich bin da abgebogen, weil mir der Ortsname gefiel. Für eine halbe bis ganze Stunde ist es nett, mehr aber auch nicht
- Edersee und Schloss Waldeck (25 km): der große Freizeitmagnet der Region, mit Seilbahn und Fähre
- Willingen (25 km): Skisprungschanze, Bikepark und die Ettelsberg-Seilbahn
- Kassel (60 km): Bergpark Wilhelmshöhe und Herkules, das UNESCO-Welterbe der Region
- Marburg (60 km): Universitätsstadt mit Schloss und Elisabethkirche
Wenn dich das Hanse-Thema packt: Die schönsten Hansestädte, die wir kennen, liegen nicht in Deutschland, sondern in den Niederlanden. Deventer und Zutphen an der IJssel sind beide einen eigenen Trip wert. Weitere Ziele im Bundesland findest du in unseren Ausflugszielen in Hessen.
Übernachtet habe ich auf dieser Tour in Naumburg in Hessen und danach in Marburg. Wenn du die Region in Ruhe abfahren willst, ist Korbach als Standort trotzdem sinnvoll, weil Edersee, Willingen und Fritzlar alle im 25-Kilometer-Radius liegen. Aktuelle Unterkünfte in Korbach findest du hier.*
Fazit: Lohnt sich Korbach?
Ja, und zwar aus einem anderen Grund, als die Stadt selbst betont. Die offiziellen Highlights sind Gold und Fossilien, und beides ist objektiv beeindruckend. Mich hat aber etwas anderes überzeugt: eine Altstadt, die man ohne Gedränge fotografieren kann, und Seitengassen, in denen mehr steht als auf dem Marktplatz.
Korbach ist keine Stadt für einen ganzen Urlaub. Als halber Tag im Rahmen einer Nordhessen-Runde ist sie stark, und in Kombination mit Fritzlar wird ein sehr guter Tag daraus. Was ich beim nächsten Mal anders mache: Museum und Goldbergwerk einplanen, statt sie wieder auszulassen.
Und die eine Sache, die ich mitnehme: Wenn das Wetter nicht mitspielt, lohnt es sich, ein paar Stunden zu warten, statt gleich weiterzufahren. Bei mir war es eine Stunde Schlaf im Auto, und danach war es eine andere Stadt.
Mehr Bilder von dieser Tour und von allem, was danach kam, gibt es auf unserem Instagram.
Häufige Fragen zu Korbach
Was kann man in Korbach machen?
Die Altstadt mit dem doppelten Stadtmauerring erkunden, das ist der Kern. Dazu kommen der Marktplatz mit dem Alten Rathaus von 1377 und der Roland-Figur, die beiden gotischen Kirchen St. Kilian und St. Nikolai, das Wolfgang-Bonhage-Museum mit den Fossilien der Korbacher Spalte und das Gold-Besucherbergwerk am Eisenberg. Für die Altstadt reicht ein halber Tag.
Warum ist Korbach eine Hansestadt?
Korbach lag am Kreuzungspunkt der Handelsrouten von Köln nach Leipzig und von Bremen nach Frankfurt und erhielt 1188 das Soester Stadtrecht. Die Kaufleute der Stadt organisierten sich in der Hanse. Den Titel „Hansestadt“ darf Korbach seit dem 28. Juni 2013 offiziell wieder führen, als einzige Stadt in Hessen. Sichtbare Reste der Hansezeit sind die Steinkammern und das Hansische Steinhaus.
Was ist der Korbacher Dackel?
Kein Hund, sondern ein säugetierähnliches Reptil der Gattung Procynosuchus, das vor rund 250 Millionen Jahren im oberen Perm lebte. Der Spitzname stammt von der Fundstelle, der Korbacher Spalte. 1988 wurde ein Unterkieferfragment der Gattung zugeordnet, und der Fund war der erste Nachweis von Procynosuchus auf der Nordhalbkugel. Zu sehen ist er im Wolfgang-Bonhage-Museum.
Was ist die Korbacher Spalte?
Die älteste fossilführende Spalte Europas und eine der weltweit wichtigsten Fundstätten für Wirbeltiere aus dem Perm. Sie liegt am südlichen Stadteingang, wurde Mitte der 1960er Jahre von Dr. Jens Kulick entdeckt, und zwischen 1990 und 1998 wurden dort rund 2.500 auswertbare Knochenfragmente geborgen. Unter das Schutzdach kommst du nur mit einer Führung, direkt daneben liegt das GeoFoyer Kalkturm.
Gibt es in Korbach wirklich Gold?
Ja. Der Eisenberg bei Korbach-Goldhausen ist Deutschlands reichste historische Goldlagerstätte, abgebaut wurde hier über 800 Jahre. Im Gold-Besucherbergwerk kannst du von Mitte April bis Oktober mit Voranmeldung unter Tage gehen, über Tage führt der 3,3 Kilometer lange Rundweg „Goldspur Eisenberg“ an den Spuren der Goldsucher vorbei.
Wo kann man in Korbach parken?
Am besten am Parkplatz Obermarkt in der Oberstraße, über 60 Stellplätze und fußläufig zur Altstadt. Die erste Stunde kostet 0,75 €, jede weitere 1,50 €, Gebühren fallen Montag bis Freitag von 8 bis 19 Uhr und Samstag von 8 bis 14 Uhr an. Sonntags und abends ist es kostenlos. Alternativ der Parkplatz Enser Straße am Museum mit 26 Stellplätzen zu denselben Konditionen.
Wann ist das Korbacher Altstadt-Kulturfest?
Das Altstadt-Kulturfest findet immer an dem Wochenende statt, an dem der Sonntag zum ersten Mal in den Juli fällt, und dauert von Donnerstag bis Sonntag. 2026 war das der 2. bis 5. Juli. Die Altstadt wird dabei zum Festgelände mit Bühnenprogramm am Rathaus, einem Künstlerdorf auf dem Marktplatz und Straßenkunst in den Gassen. Das Programmheft steht jedes Jahr auf korbach.de/akf.
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