Die Wismar Sehenswürdigkeiten liegen so dicht beieinander, dass du für die wichtigsten keinen halben Tag brauchst: Marktplatz, Alter Hafen und die drei großen Backsteinkirchen stehen alle innerhalb von zehn Gehminuten. Die Altstadt gehört seit 2002 zum UNESCO-Welterbe, zusammen mit Stralsund, und sie ist einer der besterhaltenen mittelalterlichen Stadtkerne in Deutschland.
Wir hatten Sommerurlaub in Boltenhagen, und ich bin von dort aus allein für einen Tag nach Wismar gefahren. Um sechs war ich in der Stadt, gegen neun wieder weg. Ein halber Morgen hat für die Altstadt gereicht, und so früh loszufahren war die richtige Entscheidung. Wer Lübeck kennt, bekommt in Wismar eine Ahnung davon, wie eine Hansestadt wirkt, wenn sie deutlich kleiner ist: dieselbe Backsteingotik, dasselbe Welterbe-Siegel, aber du läufst in zehn Minuten quer durch.
Ich kenne Wismar allerdings deutlich länger. Das erste Mal war ich mit der Abiklasse hier, und danach bin ich in den Jahren nach der Wende immer wieder hergefahren. Damals hatte das etwas, das ich bis heute schwer in Worte kriege. Es war anders als das, was ich aus Westdeutschland kannte, vieles war grau, vieles war Baustelle, und gleichzeitig war alles in Bewegung. Aufbruch trifft es am ehesten. Ich fand es großartig, da hinzufahren.
An eine Sache erinnere ich mich besonders, weil sie mir damals jemand erzählt hat: Das allererste Karstadt der Welt stand hier. Nicht in Berlin, nicht in Hamburg, sondern in Wismar. Ich habe das damals nicht geglaubt und später nachgesehen, es stimmt.
Wismar auf einen Blick
- Wie lange bleiben? Für die Altstadt reichen drei bis vier Stunden. Mit Museum, Turmauffahrt und Hafenrundfahrt wird ein ganzer Tag daraus.
- Das Wichtigste: Marktplatz mit Wasserkunst, Alter Schwede, Alter Hafen mit Baumhaus, St. Nikolai, Aussichtsplattform auf St. Georgen.
- Kostenlos: Altstadtbummel, Welt-Erbe-Haus, Kircheneintritt, Alter Hafen.
- Beste Zeit: Vormittags unter der Woche. Am Wochenende und im Juli und August ist der Marktplatz ab zehn Uhr voll.
- Gut zu wissen: Wismar ist flach und komplett zu Fuß machbar. Kopfsteinpflaster überall, also feste Schuhe.
Karte: alle Sehenswürdigkeiten in Wismar
Alle Ziele aus diesem Artikel haben wir dir auf einer Karte markiert. So siehst du sofort, wie kurz die Wege wirklich sind.
Die schönsten Sehenswürdigkeiten in Wismar
Der Marktplatz und die Wasserkunst



Mit 10.000 Quadratmetern gehört der Wismarer Marktplatz zu den größten in Norddeutschland, und das merkst du sofort. Der Platz ist so weit, dass die Häuser ringsum klein wirken, obwohl sie das nicht sind. Wenn du von einer der schmalen Gassen darauf zuläufst, geht der Blick mit einem Schlag auf.
In der Mitte steht die Wasserkunst, dieser überkuppelte Pavillon aus Backstein und hellem Sandstein. Gebaut wurde sie zwischen 1579 und 1602 nach Plänen des Utrechter Baumeisters Philipp Brandin im Stil der niederländischen Renaissance. Sie war keine Zierde, sondern Technik: Bis 1897 kam über sie das Trinkwasser der Stadt an. Dass so ein Zweckbau derart aufwendig verziert wurde, sagt einiges darüber, wie gut es Wismar zur Hansezeit ging.
Als ich morgens dort stand, wurde gerade der Markt aufgebaut. Das ist ein eigener kleiner Vorteil an der frühen Stunde: Du siehst dem Platz beim Wachwerden zu, statt dich zwischen fertigen Ständen durchzuschieben.
Das Rathaus an der Nordseite ist deutlich jünger als der Rest des Platzes. Es entstand von 1817 bis 1819 nach Plänen des Ludwigsluster Hofbaumeisters Johann Georg Barca, nachdem der gotische Vorgängerbau 1807 eingestürzt war. Klassizismus zwischen lauter Backsteingiebeln, das ist ein Bruch, aber ein ziemlich eleganter.
Alter Schwede: das älteste Bürgerhaus am Markt


Schräg gegenüber steht das Haus, das die meisten Leute fotografieren: der Alte Schwede mit seiner gestaffelten Backsteinfassade. Die stammt von etwa 1380 und macht das Gebäude zu einem der ältesten Bürgerhäuser der Stadt. Der Name ist deutlich jünger. Er kam erst im 19. Jahrhundert dazu, als eine Gaststätte dieses Namens hierher umzog und damit an die Schwedenzeit erinnerte.
Diese Schwedenzeit ist kein Detail am Rande. Wismar gehörte nach dem Dreißigjährigen Krieg fast zweihundert Jahre zu Schweden, und die Stadt lebt das bis heute aus: Das größte Fest des Jahres heißt Schwedenfest und läuft jedes Jahr im August.
Das Karstadt-Stammhaus
Ein paar Schritte vom Markt, an der Ecke Lübsche Straße und Krämerstraße, steht das Gebäude, das mich seit meinem ersten Besuch nicht loslässt. Hier eröffnete Rudolph Karstadt 1881 sein „Tuch-, Manufactur- und Confectionsgeschäft Karstadt“, damals in der Krämerstraße 2/4. Aus diesem einen Laden wurde der Konzern. Wismar ist damit der Gründungsort der deutschen Warenhausgeschichte, und fast niemand weiß es.
Das heutige Haus am Rudolph-Karstadt-Platz 1 ist ein Jugendstilbau von 1907. Es wird bis heute als Kaufhaus betrieben, inzwischen unter dem Namen Galeria, und hat die Schließungswelle von 2024 überstanden. Im Erdgeschoss gibt es ein kleines Rudolph-Karstadt-Museum mit Gegenständen aus der Gründungszeit, das du während der Öffnungszeiten des Kaufhauses ansehen kannst.
Der Alte Hafen


Vom Markt sind es keine fünf Minuten bis ans Wasser, und der Alte Hafen ist der Teil von Wismar, der am wenigsten nach Museum aussieht. Hier liegen Traditionssegler neben Fischkuttern, und tagsüber wird an einigen davon direkt vom Boot verkauft.
Am Kopf des Hafens steht das Baumhaus, ein kleiner barocker Bau, der seinen Namen von den Baumstämmen hat, mit denen früher nachts die Hafeneinfahrt gesperrt wurde. Davor stehen die beiden Schwedenköpfe, zwei bemalte Holzbüsten mit Löwenhelm. Die Originale sind Kopien, aber sie sind das Wahrzeichen des Hafens und der wahrscheinlich meistfotografierte Punkt in Wismar nach dem Alten Schweden.
Um kurz nach sechs war davon allerdings nichts zu sehen. Es lag kein Fischkutter am Kai, und außer mir war praktisch niemand unterwegs. Für Fotos ist genau das die beste Stunde des Tages, für ein Fischbrötchen die schlechteste. Praktisch war es trotzdem: Direkt am Hafen ließ sich um diese Zeit problemlos parken.
Die Poeler Kogge Wissemara
Direkt am Baumhaus liegt das ungewöhnlichste Schiff im Hafen: die Wissemara, ein Nachbau einer hanseatischen Kogge aus dem 14. Jahrhundert. Vorbild war das bislang größte gefundene Schiffswrack aus der Hansezeit, das vor der Insel Poel entdeckt wurde. Der Förderverein bietet Mitsegeltörns an, Termine und Preise findest du beim Förderverein Poeler Kogge. Anlegestelle ist Alter Hafen 12.
Wassertor, Grube und Schweinsbrücke



Das Wassertor ist das einzige erhaltene von ehemals fünf Stadttoren und steht zwischen Altstadt und Hafen. Wenn du vom Markt Richtung Wasser läufst, gehst du fast automatisch hindurch.
Weniger bekannt, aber lohnend: die Grube, ein künstlich angelegter Wasserlauf, der mitten durch die Altstadt führt und der älteste künstliche Wasserlauf Norddeutschlands ist. An der Schweinsbrücke überquert man sie, und dort steht auch das Schabbell. Die Grube ist genau die Art Ecke, die in den Top-10-Listen der großen Reiseportale fehlt und die einen Bummel abseits des Marktes lohnend macht.
Die Kirchen in Wismar: drei Türme, zwei Geschichten


Die Silhouette von Wismar wird von drei riesigen Backsteinkirchen bestimmt. Sie erzählen zusammen die Geschichte der Stadt im 20. Jahrhundert, und das ist kein schöner Teil.
Eins vorweg: Von innen habe ich sie nicht gesehen, und die Museen auch nicht. Um sechs Uhr morgens hat in Wismar nichts auf. Was in den Kirchen und Museen zu sehen ist, steht hier also recherchiert und nicht erlebt, die Preise und Zeiten habe ich bei den Betreibern selbst nachgesehen.
St. Nikolai

St. Nikolai ist die Kirche der Schiffer und Kaufleute und die einzige der drei großen, die vollständig erhalten geblieben ist. Ihr Mittelschiff gehört zu den höchsten in Norddeutschland, was man schon von außen an den Proportionen sieht. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten.
St. Georgen und die Aussichtsplattform
St. Georgen war nach dem Krieg eine Ruine und wurde erst nach 1990 über Jahrzehnte wieder aufgebaut. Heute ist sie der beste Aussichtspunkt der Stadt: Seit Mai 2014 bringt dich ein Aufzug auf eine Plattform in 35 Metern Höhe, von der du über die komplette Welterbe-Altstadt und den Hafen schaust. Wer nicht gut zu Fuß ist, kommt hier trotzdem hoch, weil es eben keine Turmtreppe ist.
- Öffnungszeiten: Mai bis Oktober täglich 10 bis 18 Uhr, November bis April täglich 10 bis 16 Uhr
- Aussichtsplattform: 5,00 Euro, ermäßigt 4,00 Euro, Kinder bis 16 Jahre frei, Gruppen ab 15 Personen 4,00 Euro
- Kircheneintritt: kostenfrei
- Stand: August 2026, aktuelle Zeiten auf der Seite der Hansestadt Wismar
Veranstaltungen können die Öffnungszeiten verschieben, dann hängt ein Aushang vor der Kirche.
St. Marien: der Turm ohne Kirche
Der auffälligste Turm der Stadt gehört zu einer Kirche, die es nicht mehr gibt. St. Marien wurde 1945 schwer getroffen, und 1960 ließ die DDR-Führung das ausgebrannte Kirchenschiff sprengen. Stehen blieb allein der Turm.
Heute markiert ein gepflasterter Grundriss auf dem freien Platz, wo das Schiff stand. Das ist merkwürdig eindrücklich: Du läufst durch eine Kirche, die nur noch als Linie im Boden existiert, und am Ende steht der Turm allein da. Das ist die Stelle, an der Wismar aufhört, nur eine hübsche Postkartenstadt zu sein.
Heiligen-Geist-Kirche
Die Heiligen-Geist-Kirche war Teil eines mittelalterlichen Hospitals und ist deshalb ganz anders als die drei großen: kleiner, wärmer, mit einer bemalten Holzdecke. Sie liegt an der Lübschen Straße und wird bis heute für Konzerte genutzt. Wenn du nur Zeit für eine Kirche von innen hast und nicht die höchste sehen willst, sondern die schönste, dann diese.
Museen und Welterbe in Wismar
Drei Adressen lohnen sich, wenn du mehr Zeit hast als ich an dem Morgen. Preise und Öffnungszeiten stehen unten jeweils dabei.
Welt-Erbe-Haus: der beste kostenlose Einstieg
Wenn du verstehen willst, warum diese Altstadt Welterbe ist, fang hier an. Das Welt-Erbe-Haus in der Lübschen Straße 23 ist seit 2014 an 365 Tagen im Jahr geöffnet und kostet keinen Eintritt. Mai bis Oktober täglich 9 bis 17 Uhr, November bis April täglich 10 bis 16 Uhr. Das Haus ist barrierefrei geprüft.
Praktisch: Die Tourist-Information liegt direkt daneben in der Lübschen Straße 23a und hat dieselben Öffnungszeiten. Von dort starten auch die öffentlichen Stadtführungen.
Stadtgeschichtliches Museum SCHABBELL

Das SCHABBELL an der Schweinsbrücke 6/8 sitzt in einem Renaissance-Brauhaus direkt an der Grube und zeigt die Stadtgeschichte auf rund 1.200 Quadratmetern in zwei Gebäuden. Aktuelle Öffnungszeiten und Preise stehen auf der Museumsseite der Stadt, die Zeiten wechseln saisonal deutlich.
PhanTECHNIKUM: das Ziel für Regentage
Das phanTECHNIKUM ist das Technische Landesmuseum Mecklenburg-Vorpommern und liegt etwas außerhalb der Altstadt, Zum Festplatz 3. Auf 3.500 Quadratmetern geht es um Technik zum Anfassen, was es zum naheliegendsten Ziel macht, wenn das Wetter kippt oder Kinder dabei sind.
- Öffnungszeiten: täglich 10 bis 17 Uhr
- Eintritt: Erwachsene 12 Euro, ermäßigt 8 Euro
- Stand: August 2026
Wismar mit Kindern und bei Regen
Eine Welterbe-Altstadt ist nicht automatisch ein Kinderprogramm. Wismar hat aber genug, um einen Tag zu füllen, auch wenn es schüttet.
- phanTECHNIKUM für Technik zum Anfassen, das sicherste Schlechtwetterziel der Stadt.
- Aufzug auf St. Georgen, weil hochfahren und runterschauen bei Kindern immer zieht und Kinder bis 16 frei sind.
- Tierpark Wismar am Stadtrand, überschaubar und gut an einem halben Vormittag zu schaffen.
- Wonnemar, das Erlebnisbad, wenn der Tag komplett verregnet ist.
- Hafenrundfahrt ab dem Alten Hafen, kurz genug, dass die Geduld reicht.
Ausflüge rund um Wismar
Wismar liegt so, dass du die Stadt gut mit einem Strandtag verbinden kannst. Ich habe es andersherum gemacht und bin von der Küste in die Stadt gefahren.
- Insel Poel, rund 20 Minuten mit dem Auto über den Damm. Die Insel, vor der das Kogge-Wrack gefunden wurde, mit ruhigen Stränden und Kirchdorf als Hauptort.
- Strand Wendorf, der Stadtstrand von Wismar mit Seebrücke. Kein Ostsee-Traumstrand, aber man ist in einer Viertelstunde dort.
- Boltenhagen, rund 30 Minuten westlich. Klassisches Ostseebad mit langer Seebrücke, unser Standort in dem Sommer.
- Bürgerpark mit Aussichtsturm, direkt am Stadtrand, wenn du den Blick über Stadt und Bucht ohne Eintritt willst.
Wenn du länger bleiben willst: Wismar eignet sich gut als Standort für die ganze Bucht, weil du Poel, Boltenhagen und die Strände alle in unter einer halben Stunde erreichst. Unterkünfte in Wismar gibt es von der Ferienwohnung in einem Giebelhaus bis zum Hotel direkt am Alten Hafen.*
Führungen und Touren ab Wismar
Stadtführung durch die Welterbe-Altstadt. Wismar ist eine Stadt, bei der eine Führung wirklich etwas bringt, weil die spannenden Sachen nicht zu sehen sind: welches Haus wann abbrannte, warum das Rathaus jünger ist als alles ringsum, was die Schweden hiergelassen haben. Angebote ansehen.
Die öffentlichen Führungen der Stadt starten an der Tourist-Information in der Lübschen Straße 23a, unter anderem „Wismars Welterbe entdecken“ und eine Störtebeker-Tour.
Praktisches für deinen Besuch in Wismar
Parken in Wismar
Das ist der Punkt, an dem die meisten Tagesgäste Zeit verlieren. In der Altstadt selbst gibt es rund 1.400 Stellplätze, von denen etwa die Hälfte für Anwohner reserviert ist. Am Altstadtrand kommen noch einmal rund 2.000 dazu, und genau dort solltest du hin.
Wer früh kommt, hat das Problem nicht. Ich habe um sechs Uhr direkt am Alten Hafen geparkt, ohne jede Sucherei. Ob das zu der Zeit etwas gekostet hat, weiß ich ehrlich gesagt nicht mehr, prüf das am Automaten nach.
Ab dem späteren Vormittag sieht es anders aus. Dann gilt: gar nicht erst in die Altstadt hineinfahren, sondern am Altstadtrand abstellen, zum Beispiel am Weidendamm, und die letzten Minuten laufen. Die Altstadt ist so klein, dass du von jedem Randparkplatz in wenigen Minuten am Markt bist. Die aktuellen Tarife und die Anwohnerregelungen stehen bei der Stadt, sie ändern sich regelmäßig.
Anreise
Mit dem Zug bist du von Rostock und Schwerin in unter einer Stunde da, der Bahnhof liegt gut zehn Gehminuten von der Altstadt entfernt. Mit dem Auto kommst du über die A20 und die A14. Von Lübeck sind es etwa 60 Kilometer, von Rostock rund 60, von Hamburg gut 150.
Beste Reisezeit und das Schwedenfest
Wismar ist ganzjährig einen Besuch wert, aber die Unterschiede sind groß. Juli und August sind voll, dafür hat alles offen und der Hafen lebt. Mai, Juni und September sind der beste Kompromiss. Im Winter ist die Altstadt fast leer, viele Häuser wirken dann noch strenger, und der Weihnachtsmarkt auf dem Marktplatz ist wegen der Kulisse besser als seine Größe vermuten lässt.
Ein Termin sticht heraus: das Schwedenfest im August, das größte Fest der Stadt und ihr Bekenntnis zu den zweihundert Jahren unter schwedischer Herrschaft. Wer Ruhe sucht, kommt in dieser Woche nicht. Wer die Stadt in Feierlaune sehen will, genau dann.
Essen und Kaffee

Am Alten Hafen kannst du tagsüber direkt vom Kutter Fischbrötchen kaufen, das ist die naheliegendste Variante. Rund um den Markt sitzt du schöner, zahlst aber Marktplatzpreise.
Wenn du so früh unterwegs bist wie ich, wird die Auswahl allerdings dünn. Die Cafés rund um den Markt öffnen überwiegend erst um neun. Offen hatte die Bäckerei Junge direkt am Marktplatz, und dort bin ich gegen halb neun gelandet: Kaffee, ein Schokocroissant, ein Platz draußen. Dem Marktaufbau zuzusehen und zu warten, bis die ersten Leute über den Platz kamen, war rückblickend der beste Teil des Vormittags.
Lohnt sich Wismar? Das Fazit
Ja, und zwar mehr, als die Größe der Stadt vermuten lässt. Wismar schafft etwas, das den meisten hübschen Altstädten fehlt: Es ist nicht nur schön, es ist auch lesbar. Der leere Grundriss von St. Marien, das klassizistische Rathaus zwischen gotischen Giebeln, die Schwedenköpfe am Hafen, das sind alles sichtbare Spuren von Brüchen, die die Stadt hinter sich hat.
Für einen Tagesausflug ist Wismar fast ideal, weil die Wege so kurz sind. Wenn du an der Mecklenburger Bucht Urlaub machst, würde ich es nicht auslassen. Und wenn du früh kommst, bekommst du eine Welterbe-Altstadt fast für dich allein.
Ich fahre selbst wieder hin. Beim letzten Mal war um sechs alles zu, das hat für Fotos hervorragend funktioniert und für alles andere gar nicht. Beim nächsten Besuch will ich die Kirchen von innen sehen.
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Wie viel Zeit sollte man für Wismar einplanen?
Für die Altstadt reichen drei bis vier Stunden. Marktplatz, Alter Hafen und die drei großen Kirchen liegen alle innerhalb von zehn Gehminuten. Mit Museumsbesuch, Aufzug auf St. Georgen und einer Hafenrundfahrt wird ein ganzer Tag daraus.
Was sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Wismar?
Der Marktplatz mit der Wasserkunst, das Bürgerhaus Alter Schwede, der Alte Hafen mit Baumhaus und Schwedenköpfen, die Kirchen St. Nikolai und St. Georgen sowie der frei stehende Turm von St. Marien. Dazu das Wassertor als einziges erhaltenes Stadttor.
Wo parkt man in Wismar am besten?
Früh am Morgen bekommst du problemlos einen Platz direkt am Alten Hafen. Ab dem späteren Vormittag besser nicht in die Altstadt hineinfahren: Dort gibt es rund 1.400 Stellplätze, davon etwa die Hälfte für Anwohner. Am Altstadtrand stehen rund 2.000 weitere zur Verfügung, zum Beispiel am Weidendamm.
Was kostet die Aussichtsplattform auf St. Georgen in Wismar?
Der Aufzug auf die Plattform in 35 Metern Höhe kostet 5,00 Euro, ermäßigt 4,00 Euro. Kinder bis 16 Jahre fahren kostenfrei, Gruppen ab 15 Personen zahlen 4,00 Euro pro Person. Der Eintritt in die Kirche selbst ist frei. Stand August 2026.
Warum steht der Turm von St. Marien in Wismar allein?
St. Marien wurde 1945 schwer beschädigt. 1960 ließ die DDR-Führung das ausgebrannte Kirchenschiff sprengen, der Turm blieb stehen. Heute markiert ein gepflasterter Grundriss auf dem Platz, wo das Kirchenschiff stand.
Ist Wismar UNESCO-Welterbe?
Ja. Die Altstadt von Wismar gehört seit 2002 gemeinsam mit der Altstadt von Stralsund zum UNESCO-Welterbe. Ausgezeichnet wurde der besonders gut erhaltene mittelalterliche Stadtkern mit seiner Backsteingotik.
Was kann man in Wismar bei Regen machen?
Das phanTECHNIKUM als Technisches Landesmuseum ist das beste Schlechtwetterziel, täglich 10 bis 17 Uhr, Erwachsene 12 Euro. Dazu das kostenfreie Welt-Erbe-Haus, das Museum SCHABBELL und das Erlebnisbad Wonnemar.
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