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Zutphen Sehenswürdigkeiten: unterwegs in der Turmstadt an der IJssel

Zutphen ist eine der ältesten Hansestädte der Niederlande und liegt in der Provinz Gelderland dort, wo die Berkel in die IJssel mündet. Die Stadt nennt sich selbst „Torenstad“, also Turmstadt, und dieser Name ist keine Marketing-Erfindung: Kirchtürme, Wehrtürme und ein Stadttor prägen die Silhouette bis heute. Wenn du die Zutphen Sehenswürdigkeiten zu Fuß abläufst, brauchst du für die Altstadt keine zwei Stunden, weil alles dicht beieinander liegt.

Ich war am Freitag, dem 22. April 2022 dort, zu einer Uhrzeit, zu der sonst niemand unterwegs ist. Um kurz nach sechs stand ich in der Altstadt, Sonnenaufgang war an dem Morgen um 6:24 Uhr. Was ich dabei gelernt habe: Zutphen bei Sonnenaufgang ist großartig, und gleichzeitig hat um diese Zeit absolut nichts geöffnet. Beides steht in diesem Artikel, und alle Preise und Öffnungszeiten weiter unten sind auf den Stand 2026 nachrecherchiert.

Zutphen auf einen Blick

  • Land und Provinz: Niederlande, Gelderland
  • Lage: an der IJssel, am Zufluss der Berkel, rund 30 km nördlich von Arnheim
  • Bekannt für: Hansegeschichte, die Türme, die mittelalterliche Kettenbibliothek Librije
  • Zeit einplanen: ein halber Tag reicht für die Altstadt, ein ganzer Tag mit Kirche, Museum und Bootstour
  • Anreise ab Grenze: ca. 1 Stunde ab Bocholt oder Bad Bentheim mit dem Auto
  • Beste Tageszeit für Fotos: früher Morgen, dazu unten mehr

Zutphen bei Sonnenaufgang: warum ich um 6:15 Uhr in der Altstadt stand

Enge Gasse in Zutphen bei Sonnenaufgang mit rotem Haus, Backsteinbogen über der Straße und abgestellten Fahrrädern
Kurz nach 6:24 Uhr, als die Sonne aufging. Die Fahrräder standen da, ihre Besitzer schliefen noch.
Historische Hausfassade in Zutphen mit roten Fensterrahmen, roter Haustür und Efeu bis unters Dach
Für so ein Bild musst du früh raus. Zwei Stunden später stehen hier Fahrräder und Lieferwagen davor.

Ich hatte die Nacht vorher im Fletcher Resort-Hotel Zutphen geschlafen, das etwas außerhalb im Gewerbegebiet De Stoven liegt. Der Plan war simpel: vor dem Frühstück in die Stadt, fotografieren, und zurück sein, bevor der Tag richtig anfängt.

Das hat funktioniert. Um Viertel nach sechs war ich in der Altstadt, und ich hatte sie komplett für mich. Wer schon mal versucht hat, in einer niederländischen Altstadt ein Foto ohne Fahrräder im Bild zu machen, weiß, was das wert ist.

Ich bin einfach durch die Gassen geschlendert, habe Blickwinkel zum Fotografieren gesucht, mich zwischendurch auf eine Bank gesetzt und geschaut, wie die Stadt aufwacht und nach und nach mehr Leute unterwegs waren. Nach knapp zwei Stunden bin ich zurück ins Hotel zum Frühstück.

Und jetzt der ehrliche Teil: Ich war zu früh für alles. Kein Museum, keine Kirche, kein Turm, keine Flüsterbootfahrt, kein Café. Was ich von Zutphen gesehen habe, habe ich von außen gesehen. Die Innenräume in diesem Artikel sind recherchiert, nicht erlebt, und ich schreibe an jeder Stelle dazu, was davon was ist.

Der Bäcker-Moment, der mich wirklich überrascht hat

Ich wollte gegen halb acht einen Kaffee und ein Brötchen. In Deutschland wäre das kein Thema gewesen. In Zutphen stand ich vor verschlossenen Türen, und zwar überall.

Niederländische Bäckereien öffnen in der Regel erst zwischen 9 und 10 Uhr, nicht um 6 wie bei uns. Das ist kein Zutphener Sonderfall, sondern in den Niederlanden weitgehend normal. Wenn du also früh los willst, um die leere Altstadt zu erwischen: nimm dir was mit oder frühstücke im Hotel. Das ist die praktischste Information, die ich aus diesem Morgen mitgenommen habe.

Die Altstadt von Zutphen: kompakt, mittelalterlich, überraschend grün

Kopfsteinpflastergasse in der Zutphener Altstadt mit efeubewachsener Hauswand und rotem Backsteingiebel
So sieht Zutphen um kurz nach sechs aus: Kopfsteinpflaster, Efeu bis unters Dach und kein Mensch auf der Straße.

Die Altstadt von Zutphen ist klein genug, dass du sie ohne Plan durchlaufen kannst, und dicht genug, dass du dabei ständig auf etwas stößt. Rund 300 Wohnhäuser aus dem 15. bis 18. Jahrhundert stehen hier noch, und das historische Zentrum blieb im Zweiten Weltkrieg weitgehend verschont, während andere Teile der Stadt getroffen wurden.

Was die Altstadt von anderen niederländischen Altstädten unterscheidet, sind zwei Dinge. Erstens die Türme: Zutphen nennt sich „Torenstad“, und du siehst fast immer mindestens einen davon über den Dächern. Zweitens die Hofjes, also die begrünten Innenhöfe hinter den Toreinfahrten, von denen du im Vorbeigehen nichts ahnst.

Die zentralen Plätze heißen ’s Gravenhof (der älteste), Houtmarkt und Zaadmarkt. Die Namen erinnern an den Holz- und Saathandel der Hansezeit. Von hier aus erreichst du alles Wichtige in wenigen Minuten zu Fuß, und genau deshalb funktioniert Zutphen so gut als Tagesziel: Du verbringst die Zeit mit Schauen statt mit Laufen.

Blick durch eine Kopfsteinpflastergasse in Zutphen auf den Wijnhuistoren über den Dächern
Torenstad ist keine Übertreibung: Aus fast jeder Gasse schaut irgendwo ein Turm über die Dächer.

Die Walburgiskerk und die Librije: Zutphens eigentliche Besonderheit

Turm der Sint-Walburgiskerk in Zutphen am Ende einer Gasse, daneben der Mond am Morgenhimmel
Der Turm der Walburgiskerk am Ende der Gasse, mit dem Mond daneben. Drinnen war ich nicht, dafür war es zu früh.

Die Sint-Walburgiskerk am ’s Gravenhof ist der Mittelpunkt der Altstadt. Sie wurde 1050 geweiht und zwischen 1200 und 1275 umgebaut, und ihr Turm ist das, was du von fast überall in der Stadt siehst.

Das eigentlich Bemerkenswerte hängt aber im Anbau: die Librije, eine Kettenbibliothek aus dem 16. Jahrhundert. Die Bücher sind dort bis heute mit Ketten an den Lesepulten befestigt, so wie es im Mittelalter üblich war, damit niemand sie mitnimmt. Weltweit sind nur eine Handvoll solcher Bibliotheken im Originalzustand erhalten, und in der Zutphener stehen unter anderem Werke von Kopernikus. Das ist der Grund, warum Zutphen überregional überhaupt bekannt ist, und im Netz wird es erstaunlich oft nur nebenbei erwähnt.

Praktisch (Stand 2026, aktuelle Zeiten auf walburgiskerk.nl): Die Kirche ist dienstags bis samstags von 11 bis 17 Uhr geöffnet, montags und sonntags geschlossen. Der Eintritt in die Kirche kostet 10 € inklusive Audioguide, Kinder bis 12 sind frei. Die Librije kannst du nur mit Führung sehen. Wenn du alles zusammen machen willst, gibt es eine Kombiführung aus Kirche, Librije und Turm für 18 €.

Den Kirchturm kannst du für 5 € besteigen, allerdings nicht durchgehend, sondern vor allem in den Schulferien und an einzelnen Tagen. Wer sicher hoch will, schaut vorher auf die Website.

Ich selbst war nicht drin. Um kurz nach sechs steht man vor einer verschlossenen Kirchentür, und das ist bei diesem einen Punkt wirklich schade.

Der Wijnhuistoren: der Turm, den du kostenlos besteigen kannst

Der Wijnhuistoren in Zutphen im Morgenlicht, davor die noch leere Terrasse am Houtmarkt
Der Wijnhuistoren am Houtmarkt. Die Stühle standen schon draußen, aufgemacht hatte um diese Zeit noch niemand.

Der Wijnhuistoren mitten in der Altstadt wird gern als „Turm aus dem 17. Jahrhundert“ beschrieben, und das greift zu kurz. Der älteste Teil steckt im Keller und stammt aus der Zeit um 1300. Das Gebäude war zuerst eine Herberge, ab 1420 gehörte es der Stadt. Der Turm, den du heute siehst, wurde ab 1616 vom westfälischen Steinmetz Emond Helleraet gebaut, der achteckige Aufsatz kam Anfang der 1640er Jahre dazu.

1644 hängten die Brüder Pieter und François Hemony hier ihr Glockenspiel ein. Es war ihr erstes rein gestimmtes Carillon überhaupt, also ein Stück Musikgeschichte. Das Original verbrannte 1920, und das Ersatz-Carillon wurde 1943 von der deutschen Besatzung aus dem Turm geholt und eingeschmolzen.

Praktisch: Den Wijnhuistoren kannst du kostenlos besteigen, donnerstags bis sonntags. Die Gildeführer warten unten am Eingang in der Lange Hofstraat, jeweils um 13, 14, 15 und 16 Uhr, und nehmen dich mit nach oben. Reservieren geht nicht, es gilt wer zuerst kommt. Oben im Dachgeschoss gibt es zusätzlich eine kleine Ausstellung zum Turm und zum Carillon. Donnerstags ist Markttag, dann spielt der Stadtcarilloneur.

Von den beiden Türmen ist das für die meisten der bessere Deal: kostenlos, mit Erklärung, und der Blick über die Dächer bis zur IJssel ist derselbe.

Drogenapstoren, Berkelpoort und die Reste der Stadtmauer

Zutphen heißt Turmstadt, weil von der mittelalterlichen Befestigung ungewöhnlich viel übrig ist.

Drogenapstoren. Das einzige erhaltene Landtor der Stadt, ein wuchtiger Backsteinturm aus dem 15. Jahrhundert, der heute frei steht und von allen Seiten fotografierbar ist.

Berkelpoort. Eine Wasserpforte aus dem frühen 14. Jahrhundert, durch die die Berkel in die Stadt floss. Erhalten ist sie als Torbau über dem Wasser, teils als Ruine. Solche Wassertore sind in den Niederlanden selten, und für ein Foto ist das die dankbarste Stelle der Stadt.

Bourgonjetoren. Der Turm mit der besten Geschichte. Gebaut 1457 gegen die Burgunder, daher der Name, zwölf Meter hoch und mit vier Meter dicken Mauern. Acht Schießscharten sind noch da, drei unten, fünf im ersten Stock. 1742 setzte Baron van Heeckeren obendrauf einen Teepavillon, und darin schrieb Pfarrer Martinet zwischen 1777 und 1779 seinen Bestseller „Katechismus der Natuur“. Seitdem heißt die Kuppel Martinetkoepel. Das Stück Stadtmauer direkt daneben ist rund zweihundert Jahre älter als der Turm selbst und damit das älteste erhaltene Mauerstück der Stadt.

Alle drei liegen im Umkreis von wenigen Minuten zu Fuß. Du kannst sie in einem Rundgang mitnehmen, ohne dass es ein Umweg wäre.

Die Hofjes: Zutphens versteckte Innenhöfe

Begrünter Innenhof in Zutphen mit alter Laterne, Backsteinhäusern und einem Kirchturm im Hintergrund
Hinter einer unscheinbaren Toreinfahrt liegt so ein Hof. Von der Straße aus ahnst du davon nichts.

Das ist der Teil von Zutphen, den man leicht übersieht, weil man an den Toreinfahrten vorbeiläuft, ohne zu ahnen, dass dahinter etwas ist.

Oude Bornhof. Ein ehemaliger Armenhof aus dem 14. Jahrhundert, heute ein ruhiger grüner Innenhof mit alten Häuschen ringsum. Mitten in der Stadt, und trotzdem hört man plötzlich nichts mehr.

Hof van Heeckeren. Der ehemalige Stadtpalast am ’s Gravenhof, in dem heute die beiden Museen sitzen. Der Zugang führt durch die Schelpenkoepel, und die ist für sich genommen schon einen Umweg wert: ein barocker Muschelpavillon, den Baron Walraven van Heeckeren 1697 vom schwedischen Architekten J. Horleman bauen ließ. Innen stecken über 10.000 Muscheln, Korallen und Mineralien in den Wänden. In den ganzen Niederlanden gibt es nur vier solcher Muschelgrotten, die anderen drei stehen auf Schloss Rosendael, im Park von Het Loo bei Apeldoorn und auf Gut Nienoord in Leek.

Agnietenhofje. Der kleinste der drei, ein ehemaliger Klosterhof.

Dazu kommt die Broederenkerk, eine frühere Klosterkirche, die heute unter anderem die Stadtbibliothek beherbergt.

Musea Zutphen: Stedelijk Museum und Museum Henriette Polak

Die beiden Museen sitzen zusammen im Hof van Heeckeren am ’s Gravenhof 4. Das Stedelijk Museum erzählt die Stadtgeschichte von der Hansezeit bis heute und zeigt archäologische Funde und Zutphener Silberschmiedearbeiten. Das Museum Henriette Polak zeigt niederländische figurative Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts.

Praktisch (Stand 2026): dienstags bis sonntags 11 bis 17 Uhr, montags geschlossen. Ein Museum kostet 11 €, das Kombiticket für beide 19 €, Kinder bis 12 Jahre sind frei, mit Museumkaart ist der Eintritt frei. Vom Bahnhof sind es rund 600 Meter zu Fuß. Beide Häuser sind barrierefrei.

Auch hier war ich nicht drin, aus dem gleichen Grund wie oben.

Noorderhaven, Vispoorthaven und die IJssel

Zwei Hafenbecken, zwei völlig unterschiedliche Stimmungen.

Die Vispoorthaven ist der alte Hafen direkt an der Altstadt, klein und historisch. Der Noorderhaven dagegen ist ein ehemaliges Industrie- und Bahngelände, das zu einem Wohnviertel umgebaut wurde. Dort steht auch das Het Koelhuis, ein früheres Kühlhaus, das heute Café, Kulturort und im Sommer Stadtstrand ist.

An der IJsselkade entlang läuft die Uferpromenade. Von der Oude IJsselbrug hast du den bekanntesten Blick auf die Stadtsilhouette mit den Türmen. Am Morgen steht die Sonne dafür falsch, das ist eindeutig ein Abendmotiv. Wenn du also einen Tag in Zutphen bist: morgens die Gassen, abends die Brücke.

Essen und Trinken in Zutphen

Straßenecke in der Zutphener Altstadt, Morgensonne auf einem roten Backsteingiebel, Läden noch geschlossen
Die erste Sonne trifft die Giebel, die Cafés darunter haben noch zu. Genau das war mein Problem an dem Morgen.

Ich muss hier ehrlich bleiben: Ich habe in Zutphen nichts gegessen und nichts getrunken, weil zu meiner Zeit nichts offen war. Was folgt, ist recherchiert und nicht von mir getestet.

De Pelikaan am Houtmarkt ist der Name, der überall auftaucht: eine Kaffeerösterei, die seit über 200 Jahren besteht und ein königliches Prädikat trägt. Wenn du in Zutphen einen Kaffee trinkst, dann offenbar hier.

Broederenklooster. Ein Hotel mit Restaurant in einem Klostergebäude, dessen Ursprünge bis ins 13. Jahrhundert zurückgehen, bekannt für ein vegetarisches Menü mit regionalen Zutaten.

Het Koelhuis im Noorderhaven, siehe oben, eher der lockere Ort für nachmittags.

Rund um Zaadmarkt und Houtmarkt liegen die meisten Cafés und Terrassen. Das ist auch der Bereich, in dem donnerstags der Markt stattfindet.

Läden und Geschäfte in der Altstadt

Einkaufsstraße in der Zutphener Altstadt mit Ladenfahnen und einem Backsteinhaus mit rotem Ziegeldach
Die Einkaufsstraße kurz vor sieben. Zwei Stunden später sieht das hier komplett anders aus.

Zutphen hat auffallend wenige Filialketten und dafür viele inhabergeführte Läden, vor allem rund um Zaadmarkt, Houtmarkt und in den Seitengassen. Concept Stores, Buchläden, Antiquariate und ein paar Modegeschäfte, dazu die Kaffeerösterei De Pelikaan. Wer in niederländischen Städten gern durch kleine Geschäfte stöbert, kommt hier besser weg als in vielen größeren Orten.

Öffnungszeiten sind der Haken, und zwar in beide Richtungen: Vormittags geht vieles erst ab 10 oder 11 Uhr auf, dafür ist donnerstags Markttag und der Einzelhandel entsprechend belebt. Montagvormittags haben in den Niederlanden traditionell viele Läden geschlossen.

Führungen und Touren ab Zutphen

Highlights-Tour durch das historische Zentrum. Ein Rundgang von 1,5 Stunden mit einem Gilde-Stadtführer, in kleinen Gruppen von maximal 15 Personen und ausdrücklich auch auf Deutsch. Die Tour geht genau die Punkte ab, die schwer zu finden sind, wenn man alleine läuft: die Hofjes, die Schelpenkoepel, die Berkel-Reste, dazu während der Öffnungszeiten ein Blick in die Walburgiskerk. Treffpunkt ist der ’s Gravenhof neben dem Walburga-Standbild. Angebote ansehen.

Flüsterboot durch Berkel und Grachten. Die Boote fahren vom 1. April bis 31. Oktober täglich um 11, 13 und 15 Uhr, im Juni, Juli und August samstags zusätzlich um 16:30 Uhr. Die Fahrt dauert rund 75 Minuten und kostet 8 € für Erwachsene (Stand 2026), abgelegt wird an der Rijkenhage 1. Es geht über die Berkel und durch die Grachten, vorbei an Lagerhäusern, Stadtmauerresten und grünen Ufern. Betrieben wird das Ganze von einer örtlichen Stiftung, Zeiten und Tickets auf fluisterboot-zutphen.nl. Allgemeine Infos zur Stadt hat die Touristeninformation VVV Zutphen.

Übernachten in Zutphen

Ich habe im Fletcher Resort-Hotel Zutphen an der De Stoven 37 übernachtet. Ehrlich gesagt ist das kein Altstadthotel, sondern liegt im Gewerbegebiet am Stadtrand, du brauchst also das Auto oder das Rad. Für meinen Plan war das genau richtig: früh raus, in die Stadt, zurück zum Frühstück. Wer abends noch essen gehen will, sitzt dort schlechter.

Zutphen selbst hat gut ein Dutzend Unterkünfte, vom Boutique-Hotel im Kloster bis zum Campingplatz. Eine Übernachtung lohnt sich hier tatsächlich, und zwar aus einem konkreten Grund: die Altstadt am frühen Morgen leer zu erleben geht als Tagesgast praktisch nicht. Einen Überblick über die Unterkünfte in Zutphen findest du bei booking.com.*

Anreise, Parken und wie viel Zeit du brauchst

Mit dem Auto. Ab der deutschen Grenze bei Bocholt oder Bad Bentheim bist du in etwa einer Stunde da. Parken in der Innenstadt ist montags bis samstags kostenpflichtig. Am praktischsten ist die IJsselkade direkt am Fluss, dort zahlst du rund 1,80 € pro Stunde oder etwa 10,50 € für den Tag (Stand 2026). Dazu gibt es die Parkhäuser Polsbroek und Vispoort, beide wenige Gehminuten vom Zentrum. Sonntags ist das Parken in der Regel frei, was den Sonntagmorgen zusätzlich attraktiv macht.

Mit der Bahn. Zutphen ist ein Eisenbahnknoten und von Arnheim, Deventer und Zwolle direkt erreichbar. Vom Bahnhof sind es rund 600 Meter bis zum ’s Gravenhof, also gut zehn Minuten zu Fuß.

Zeit. Für die Altstadt mit Türmen, Hofjes und Häfen reichen zwei bis drei Stunden. Mit Kirche, Librije, Museum und Flüsterboot wird ein voller Tag daraus.

Bester Zeitpunkt. Wenn dir Fotos wichtig sind: früh. Wenn dir offene Türen wichtig sind: ab 11 Uhr, denn Kirche und Museen öffnen beide erst dann. Und für den Turm brauchst du Donnerstag bis Sonntag, ab 13 Uhr.

Zutphen und die anderen Hansestädte an der IJssel

Zutphen alleine ist ein halber Tag. Richtig rund wird es, wenn du die IJssel-Hansestädte kombinierst, sie liegen alle in Fahrweite.

Deventer ist rund 25 Kilometer flussabwärts und die naheliegendste Ergänzung, dort war ich ausführlicher unterwegs als in Zutphen. Weiter nördlich folgt Zwolle mit der Sassenpoort, und am Rand der ehemaligen Zuiderzee liegt das kleine Elburg mit seinem mittelalterlichen Rastergrundriss.

Nach Süden sind es rund 30 Kilometer bis Arnheim, nach Westen etwa genauso weit bis Apeldoorn mit dem Schloss Het Loo und der Veluwe. Auf dem Rückweg habe ich selbst noch in Doesburg Halt gemacht, einer weiteren kleinen Hansestadt an der IJssel, wo du am Parkplatz De Bleek gleich hinter der Brücke kostenlos stehst.

Einen größeren Überblick findest du in unseren Sammlungen zu den schönsten Städten in Holland und den Sehenswürdigkeiten der Niederlande.

Fazit: lohnt sich Zutphen?

Zutphener Stadtfahnen mit rotem Kreuz über einer Gasse, dahinter der Turm der Broederenkerk
Die Zutphener Stadtfahnen über der Gasse, dahinter der Turm der Broederenkerk.

Ja, und zwar besonders dann, wenn du niederländische Altstädte magst, aber keine Lust auf die Menschenmengen in Amsterdam oder Utrecht hast. Zutphen hat die Grachten, die Kaufmannshäuser und die Backsteingotik, aber nicht den Andrang. Es ist kompakt genug, dass du nichts verpasst, und groß genug, dass es sich nicht wie ein Freilichtmuseum anfühlt.

Mein Fehler war das Timing. Die leere Altstadt im Sonnenaufgang war fotografisch das Beste an dem Morgen, aber ich habe die Librije verpasst, und das ist der eine Punkt, der Zutphen von den anderen Hansestädten unterscheidet. Wenn du hinfährst, plane so, dass du zwischen 11 und 17 Uhr in der Walburgiskerk stehst. Und wenn du beides willst, dann bleib über Nacht.

Mehr Bilder von unseren Touren durch die Niederlande findest du auf unserem Instagram.

Häufig gestellte Fragen zu Zutphen

Was sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Zutphen?

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind die Walburgiskerk mit der mittelalterlichen Kettenbibliothek Librije, der Wijnhuistoren, der Drogenapstoren und die Berkelpoort. Dazu kommen die versteckten Hofjes wie der Oude Bornhof und die beiden Museen im Hof van Heeckeren. Alles liegt in der Altstadt und ist zu Fuß in zwei bis drei Stunden zu schaffen.

Wo liegt Zutphen in den Niederlanden?

Zutphen liegt in der Provinz Gelderland im Osten der Niederlande, an der IJssel und an der Mündung der Berkel. Von der deutschen Grenze bei Bocholt oder Bad Bentheim fährst du rund eine Stunde, nach Arnheim sind es etwa 30 Kilometer, nach Deventer 25.

Hat Zutphen eine Altstadt?

Ja, und sie ist der Hauptgrund für einen Besuch. Das mittelalterliche Zentrum blieb im Zweiten Weltkrieg weitgehend erhalten, rund 300 Wohnhäuser stammen aus dem 15. bis 18. Jahrhundert. Dazu kommen die Türme, Reste der Stadtmauer und die begrünten Innenhöfe. Die Altstadt ist komplett zu Fuß erkundbar.

Kann man in Zutphen einen Turm besteigen?

Ja, gleich zwei. Den Wijnhuistoren kannst du donnerstags bis sonntags kostenlos mit einem Gildeführer besteigen, Start ist um 13, 14, 15 und 16 Uhr am Eingang Lange Hofstraat. Den Turm der Walburgiskerk kannst du für 5 € hoch, allerdings nur an ausgewählten Tagen, vor allem in den Schulferien.

Was ist die Librije in Zutphen?

Die Librije ist eine Kettenbibliothek aus dem 16. Jahrhundert in der Walburgiskerk, in der die Bücher bis heute mit Ketten an den Lesepulten befestigt sind. Weltweit sind nur noch wenige solcher Bibliotheken im Originalzustand erhalten. Besichtigen kannst du sie nur mit einer Führung.

Lohnt sich ein Tag in Zutphen?

Ja, ein Tag passt gut. Vormittags die Altstadt mit Türmen und Hofjes, ab 11 Uhr Walburgiskerk und Museum, nachmittags eine Flüsterbootfahrt und zum Abschluss der Blick von der Oude IJsselbrug. Wenn du nur ein paar Stunden hast, konzentrier dich auf die Altstadt, den Wijnhuistoren und die Berkelpoort. Wer die leere Altstadt am frühen Morgen erleben will, sollte allerdings eine Nacht bleiben.

Wie viel Zeit sollte man für Zutphen einplanen?

Für die Altstadt mit Türmen, Hofjes und Hafen reichen zwei bis drei Stunden. Wenn du die Walburgiskerk mit Librije, das Museum und eine Flüsterbootfahrt mitnehmen willst, planst du besser einen ganzen Tag ein.

Wo parkt man in Zutphen am besten?

Am praktischsten ist der Parkplatz an der IJsselkade direkt am Fluss, dort zahlst du etwa 1,80 € pro Stunde oder rund 10,50 € am Tag. Alternativ gibt es die Parkhäuser Polsbroek und Vispoort. Parken ist montags bis samstags kostenpflichtig, sonntags in der Regel frei.

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