Weißenfels haben wir per Zug ab Naumburg erreicht – das sind nur ein paar Minuten Fahrt, und vom Bahnhof ist man zu Fuß in wenigen Minuten mitten in der Altstadt. Die Stadt eignet sich hervorragend für einen halben oder ganzen Tagesausflug, gerade aus der Saale-Unstrut-Region heraus.
Was uns überrascht hat: Das Heinrich-Schütz-Haus hatten wir fast für uns allein. Kein Touristenstrom, kein Gedränge – wir konnten in Ruhe durch die dreistöckige Ausstellung über den „Vater der deutschen Musik“ schlendern. Das Schloss Neu-Augustusburg stand zum Teil noch unter Gerüst, aber das hat dem Besuch keinen Abbruch getan.
Hier sind unsere Weißenfels Sehenswürdigkeiten – mit allem, was du für deinen Besuch wissen musst.
Wo liegt Weißenfels?
Weißenfels in Sachsen-Anhalt befindet sich knapp 50 Kilometer von Halle (Saale) und Leipzig entfernt.
Kurze Geschichte zu Weißenfels
Die Geschichte der Stadt Weißenfels reicht bis in das 10. Jahrhundert zurück, als die ersten Menschen sich hier in städtischer Form niederließen. Die Stadt wurde erstmals im Jahr 1169 in Verbindung mit einer Burg auf einem weißen Felsen dokumentiert, die das Stadtbild prägt und für die Entwicklung Weißenfels von zentraler Bedeutung war. Im Laufe der Zeit wuchs die Stadt und wurde zu einer wichtigen Handels- und Handwerksstadt für die Region.
Ihre Blütezeit hatte Weißenfels während des 17. Jahrhunderts unter der Herrschaft der Herzöge von Sachsen-Weißenfels.
Während des 18. Jahrhunderts litt Weißenfels unter einer wirtschaftlichen Krise, da benachbarte Städte wie Halle während der Industrialisierung aufstiegen und Weißenfels somit an Bedeutung verlor.
Im 20. Jahrhundert erlitt auch Weißenfels schwere Schäden im Zweiten Weltkrieg. Vor allem Teile der Weißenfels Altstadt mussten unter den Angriffen leiden, aber ein Großteil der historischen Gebäude blieben zum Glück unversehrt!
Heutzutage ist die Stadt ein beliebtes Ausflugsziel und begeistert seine Besucher mit einer Auswahl an großartigen historischen Weißenfels Sehenswürdigkeiten!
Für was ist Weißenfels bekannt? Die schönsten Weißenfels Sehenswürdigkeiten
Der Marktplatz

Der Marktplatz von Weißenfels liegt direkt im Herzen der Stadt und ist umgeben von einer Reihe an Barockbauten, was den Platz zu einem echten Hingucker macht. Besonders auffällig aber ist das Fürstenhaus, welches zwischen den ganzen Prunkbauten trotzdem hervorsticht.
Der Marktplatz ist der natürliche Startpunkt für jeden Rundgang – die Barockbauten ringsum und das Fürstenhaus mit seiner einzigartigen Neun-Felder-Decke sind allein den Abstecher wert.
Rathaus

Das barocke Rathaus von Weißenfels ist eigentlich schon das zweite Rathaus der Stadt. Der erste Bau wurde jedoch in einem Brand vollkommen zerstört und das Rathaus wie du es heute siehst, wurde im Jahr 1722 auf den Überresten fertiggestellt. Vom alten Rathaus ist nur noch das Untergeschoss übrig, welches nicht zerstört wurde.
Besonders auffällig und hübsch ist der Rathausturm mit seinen zwei Ziffernblätter und der Mondphasenuhr. Im Inneren des Rathauses gibt es außerdem eine kleine, immer wieder wechselnde Sonderausstellung!
Fürstenhaus
Zu den schönsten Sehenswürdigkeiten Weißenfels gehört auf jeden Fall das Fürstenhaus, welches 1673 von Johann Moritz Richter erschaffen wurde, der auch das Schloss Neu-Augustburg erbauen ließ.
Das Fürstenhaus diente in der Regel als Dienst- bzw. Wohnsitz für wichtige Beamten des Hofes.
Besonders einmalig wird das barocke Gebäude aber durch die Neun-Felder-Decke im Festsaal, die in dieser Form einzigartig ist!
Schloss Neu-Augustusburg mit Gruft

Eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Weißenfels ist das Schloss Neu-Augustburg mit der Gruft. Das Schloss wurde schon im Jahr 1694 fertiggestellt und diente lange Zeit der kursächsischen Nebenlinie als Residenz.
Das Schloss gehört zu den größten Schlossanlagen in Mitteldeutschland und beherbergt unter anderem das größte Schuhmuseum, sowie eine wunderbare Ausstellung zur Stadtgeschichte von Weißenfels. Wenn du die Stadt und ihre Geschichte besser kennenlernen möchtest ist hier der richtige Ort!
Vervollständigt wird das Schloss mit der Schlosskirche und der Gruft der Herzöge, welche sich unter dem Altarraum befindet!
Schlosskirche St. Trinitatis
Die Schlosskirche St. Trinitatis ist eines der schönsten kirchlichen Bauwerke der frühbarocken Zeit in ganz Mitteleuropa. Vor allem der Innenraum der Kirche ist prunkvoll und aufwendig gestaltet und verziert. Neben der kirchlichen Fürstenloge ist auch die Gruft unter dem Altarraum mit den 38 Zinnsarkophagen der Fürstenfamilie sehr sehenswert.
Das Heinrich-Schütz-Haus



Ein Rundgang durch Weißenfels wäre nichts ohne einen Besuch des Heinrich-Schütz-Haus. Obwohl er als Vater der deutschen Musik gilt, gerät der begnadete Künstler oftmals in Vergessenheit. Um dies zu verhindern und die Menschen an Heinrich Schütz zu erinnern gibt es die Ausstellung über sein Leben und seine Werke über drei Etagen hinweg im Heinrich-Schütz-Haus zu entdecken.
Das Heinrich-Schütz-Haus ist Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet, montags geschlossen. Eintritt: 5 € (Erwachsene), 3 € (ermäßigt), 1 € (Kinder ab 7 Jahren). Am letzten Mittwoch im Monat ist der Eintritt frei – ein guter Tipp, wenn du flexibel bist.
Kirche Sankt Marien

Die Kirche Sankt Marien wurde im Jahr 1303 zur Kirche geweiht und diente der Bevölkerung lange Zeit als Gotteshaus. Während des 15. und 16. Jahrhunderts wurde es umfassend renoviert und der in einem Brand zerstörte Kirchturm wurde wieder aufgebaut!
Besonders sehenswert in der Kirche ist die Orgel, die vom Orgelbauer Friedrich Ladegast gebaut wurde, sowie das Kirchenschiff selbst! Die Kirche ist ein beliebtes Fotomotiv bei Besuchern und prägt das Bild der Weißenfels Altstadt!
Sankt Klarenkloster
Das Sankt Klarenkloster ist ein ehemaliges Klarissenkloster, welches 1301 erbaut wurde. Nachdem die letzte Äbtissin des Klosters 1570 verstarb, ging das Kloster in den Besitz des Herzogs über. Ab dem Jahr 1664 wurde das Gebäude schließlich als Lehrstätte für zukünftige Beamte des Landes genutzt, die hier unterrichtet und ausgebildet wurden.
Nachdem aber die Herzogslinie ausstarb, wurde das Gebäude für Lehrerseminare genutzt, sowie als städtisches Museum und auch Polizeistation.
Heutzutage ist das innere des Klosters leider nicht zu besichtigen, aber durch seine Geschichte und Einfluss in der Stadt, ist das Kloster dennoch eine der wichtigsten Weißenfels Sehenswürdigkeiten.
Kavaliershäuser
Ein schöner Ort für eine Spaziergang, um Architektur zu bestaunen ist die Straße mit den Kavaliershäusern, welche im Jahr 1725 fertiggestellt wurden. Die Häuser entstanden während der Blütezeit der Stadt und dienten dem damaligen Adel als Wohnsitze. Die Häuser zählen zu den schönsten und prächtigsten Barockbauten in der Weißenfels Altstadt!
Die Jüdenstraße

Die Jüdenstraße in Weißenfels umfasst eine der schönsten Straßen der Stadt, mit vielen hübschen Häusern mit reich verzierten Hausfassaden. Die Straße kannst du über eine schmale Gasse erreichen, welche sich vom Marktplatz abzweigt.
Das Novalis Haus
Das Novalis Haus gehört zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Weißenfels und war das Zuhause von Friedrich von Hardenberg, der, seit er 13 Jahre alt war in diesem Haus lebte. Der Dichter verstarb jedoch schon im Alter von 28 Jahren. Sein Grab kannst du im Stadtpark besuchen, welcher nur wenige Schritte vom Haus entfernt liegt.
Das Novalishaus dient heute als Gedenkstätte für den Dichter und besonders der Garten mit Pavillon und Novalisrosen lädt zu einer Pause ein.
Bismarckturm
Der 21 Meter hohe Bismarckturm von Weißenfels ist einer von insgesamt 172 Bismarcktürmen in ganz Deutschland und gehört zu den wichtigsten Baudenkmälern der Stadt. Der Turm wurde im Jahr 1901 fertiggestellt, wobei er in der DDR-Zeit umgetauft wurde und nach dem Astrologen Kepler benannt wurde. Erst nach dem Mauerfall erhielt der Turm wieder seinen alten Namen zurück.
Kirchen und Klöster in Weißenfels
Weitere bedeutende Kirchen und Klöster
Neben der beeindruckenden St. Marien Kirche und dem historischen Sankt Klarenkloster gibt es in Weißenfels noch weitere bedeutende Kirchen und Klöster, die einen Besuch wert sind. Die St. Trinitatis Kirche, auch bekannt als Schlosskirche, ist ein wahres Juwel der frühbarocken Architektur. Ihr prunkvoll gestalteter Innenraum und die Fürstengruft unter dem Altarraum machen sie zu einem faszinierenden Ziel für Geschichts- und Kunstliebhaber. Zudem finden hier regelmäßig Konzerte statt, die die hervorragende Akustik der Kirche nutzen.
Ein weiteres architektonisches Highlight ist die St. Georgen Kirche, die im 13. Jahrhundert erbaut wurde. Sie zählt zu den ältesten Kirchen in Weißenfels und beeindruckt mit ihrer gotischen Bauweise und den kunstvollen Verzierungen. Die Kirche ist ein stiller Zeuge der langen Geschichte der Stadt und bietet einen ruhigen Ort der Besinnung.
Das ehemalige Franziskanerkloster, gegründet im 13. Jahrhundert, ist heute ein lebendiges Kulturzentrum. Ursprünglich diente es den Franziskaner-Mönchen als Kloster, doch heute beherbergt es Ausstellungen und Veranstaltungen, die das kulturelle Leben in Weißenfels bereichern. Die historischen Mauern des Klosters erzählen Geschichten aus vergangenen Zeiten und bieten einen faszinierenden Einblick in die Geschichte der Stadt.
Beliebte Restaurants & Cafés in Weißenfels
Egal ob am Morgen zur Stärkung oder um den Abend schön ausklingen zu lassen. Das richtige Restaurant oder Café ist wichtig, damit dein Tag in Weißenfels perfekt abgerundet wird. Um dir deine Entscheidung zu erleichtern, haben wir einige unserer Favoriten gesammelt!
Centra am Markt: Gemütliche Atmosphäre mit Blick auf Rathaus und Kirche
Café- & Cocktailbar Campyno: Stilvolle Barlounge mit internationalen Spezialitäten
Irish Pub „Battlefield“ im Geleitshaus: Gut Essen in einem ehrwürdigen Renaissance-Gebäude
Sehenswürdigkeiten & Ausflugsziele in der Umgebung
Naumburg (Saale)

Naumburg an der Saale liegt mitten in der deutschen Burgen- und Weinregion und ist vor allem bekannt für die liebevoll restaurierte historische Altstadt mit Sehenswürdigkeiten wie dem Naumburger Dom, der Stadtmauer, das Nietzsche-haus oder die vielen Bürgerhäuser, die die Straßen der Stadt zieren. Aber auch die Landschaft um Naumburg kann punkten und ist ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderer und Spaziergänger!
Merseburg

Merseburg ist ein beliebtes Ausflugsziel in der Saale-Region und punktet vor allem mit seinen historischen Wahrzeichen wie dem Merseburger Dom, der romanischen Kathedrale aus dem 13. Jahrhundert und das Schloss Merseburg.
Ebenso interessant ist das Salinemuseum, welches die Geschichte der Stadt und die Tradition der Salzgewinnung aufleben lässt!
Sonnenobservatorium Goseck

Das Sonnenobservatorium von Goseck ist nicht nur älter als die Himmelsscheibe von Nebra, sondern auch älter als Stonehenge. Die kreisförmige Grabanlage soll schon 4800 v. Chr. errichtet worden sein und zählt damit als das älteste Sonnenobservatorium auf der ganzen Welt.
Das Sonnenobservatorium ist ein Überrest einer Kultur die älter ist als die ägyptischen Pyramiden, aber von der vieles noch unbekannt und im Verborgenen liegt.
Schloss Neuenburg
Das Schloss Neuenburg befindet sich hoch über den Dächern der Winzerstadt Freyburg. Sie ist die Schwesterburg der Wartburg und wurde 1090 vom Thüringer Grafen Ludwig dem Springer gegründet und bis 1150 erbaut. Das Schloss zählt außerdem zu den bedeutendsten Bauwerken der „Straße der Romantik“ und ist einen Ausflug allemal wert!
Anreise nach Weißenfels
Die Anreise nach Weißenfels Saale ist per Auto oder mit dem Zug möglich. In der Stadt gibt es einige Möglichkeiten zu parken, sodass die Mitnahme des Autos kein Problem ist.
Per Zug: Ab Naumburg (Saale) fährt man in wenigen Minuten nach Weißenfels – ideal, wenn du die Saale-Unstrut-Region per Bahn erkundest. Vom Bahnhof Weißenfels läufst du in ca. 5–10 Minuten zur Altstadt. Weißenfels lässt sich gut als Halbtags- oder Tagesausflug kombinieren, zum Beispiel mit Naumburg oder Merseburg.
Unser Fazit zu den Sehenswürdigkeiten in Weißenfels
Die Weißenfels Sehenswürdigkeiten sind sehr sehenswert und spiegeln die Blütezeit der Stadt wunderbar wider. Besonders die vielen Bauten aus dem Barock mit ihren prächtigen Fassaden sind ein wahrer Hingucker!
Aber auch die umliegende Umgebung der Stadt ist einladend und eignet sich hervorragend auch für einen längeren Aufenthalt in der Saale-Region!
Mehr unterschätzte Kleinstädte in Deutschland findest du in unserem großen Überblick: Geheimtipp Kleinstädte Deutschland.
Mehr Reise-Fotos aus Weißenfels und anderen Barockstädten findest du auf unserem Instagram.
FAQ – Häufige Fragen zu den Sehenswürdigkeiten in Weißenfels
Lohnt sich ein Ausflug nach Weißenfels?
Ja – besonders wenn du Barockarchitektur magst und Touristenmassen meidest. Die Stadt ist selbst an Wochentagen angenehm leer, das Schütz-Haus und die Schlosskirche sind echte Highlights. Für einen Halbtag reicht die Zeit gut, wer die Umgebung (Naumburg, Merseburg) dazunimmt, macht einen vollen Tagesausflug draus.
Wie lange sollte man für Weißenfels einplanen?
Für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten (Marktplatz, Schütz-Haus, Schloss, Schlosskirche) reichen 3–4 Stunden. Willst du in Ruhe durch die Jüdenstraße schlendern, die Kavaliershäuser anschauen und irgendwo einkehren, plane einen ganzen Tag ein.
Wie kommt man am besten nach Weißenfels?
Per Zug ab Naumburg (Saale) – das sind nur wenige Minuten Fahrt. Vom Bahnhof Weißenfels läufst du in ca. 5–10 Minuten zur Altstadt. Ideal also wenn du die Saale-Unstrut-Region per Bahn erkundest.
Wann hat das Heinrich-Schütz-Haus geöffnet?
Dienstag bis Sonntag, 10–17 Uhr (montags geschlossen). Eintritt: 5 € (Erwachsene), 3 € (ermäßigt), 1 € (Kinder ab 7 Jahren). Am letzten Mittwoch im Monat ist der Eintritt kostenlos.
Was ist das Besondere an Weißenfels?
Weißenfels ist eine echte Barockstadt – fast die gesamte Innenstadt stammt aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Dazu ist sie Geburts- und Sterbeort von Heinrich Schütz, dem „Vater der deutschen Musik“. Und: Die Stadt ist kaum touristisch erschlossen, was sie für Fotografen und alle, die ungestört erkunden wollen, besonders attraktiv macht.
Was kann man mit Kindern in Weißenfels machen?
Kegelbahn Wilhelmshöhe
Minigolfplatz an der Allwetterrodelbahn
Bootsverleih Weißenfels
Tiergarten Eisenberg
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