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Lorsch Sehenswürdigkeiten: Kloster Lorsch, Königshalle und ein Abend in der Altstadt

Lorsch ist eine Kleinstadt mit gut 14.000 Einwohnern im südhessischen Kreis Bergstraße und vor allem für das Kloster Lorsch bekannt: seit 1991 UNESCO-Welterbe, mit der karolingischen Königshalle als Wahrzeichen. Die Lorsch Sehenswürdigkeiten liegen dicht beieinander. Vom Fachwerk-Rathaus am Marktplatz bis zur Königshalle gehst du keine zwei Minuten.

Auf meinem Hessen-Roadtrip im September 2021 hatte ich Lorsch gar nicht auf der Rechnung. Ich habe dort nur übernachtet, zwei Nächte im Gasthof Schillereck, weil der Ort gut zwischen meinen Zielen an der Bergstraße lag und die Übernachtung günstig war. Am ersten Abend bin ich bei gutem Wetter dann doch mit dem Handy losgezogen, gut eine Stunde lang, und war positiv überrascht: vom Ort und vom Kloster.

In die Königshalle und in die Museen bin ich nicht hineingegangen. Was du dafür wissen musst, steht trotzdem hier: was auf dem Klostergelände gratis ist, wann die Führungen laufen, wo du parkst und wie viel Zeit du einplanen solltest. Alle Orte findest du unten auf der Karte.

Auf einen Blick

  • Bundesland: Hessen, Kreis Bergstraße
  • Lage: in der Rheinebene, rund fünf Kilometer westlich der Bergstraße, Nachbarorte sind Bensheim und Heppenheim
  • Bekannt für: Kloster Lorsch (UNESCO-Welterbe seit 1991) mit der Königshalle, das Fachwerk-Rathaus von 1715, die Tabakgeschichte
  • Zeit einplanen: ein halber Tag, auch mit Führung; mit Museumszentrum und Lauresham dazu eher ein ganzer
  • Eintritt: Klostergelände, Kräutergarten und Altenmünster kostenlos, Führung durch die Königshalle 7 €
  • Anreise: Bahnhof Lorsch, von dort zehn Minuten zu Fuß zum Kloster; Parkplätze am Karolingerplatz

Kloster Lorsch: das Welterbe mitten im Ort

Königshalle von Kloster Lorsch, gerahmt von einem Spitzbogen des Kirchenfragments
Aus dem Kirchenfragment heraus fällt der Blick direkt auf die Königshalle, das Wahrzeichen von Kloster Lorsch.

Gegründet wurde das Kloster um 764 von der Familie des fränkischen Gaugrafen Cancor. 772 stellte Karl der Große die Abtei unter seinen Schutz, damit wurde Lorsch zum Königs- und später zum Reichskloster. Die Bibliothek gehörte zu den größten des Mittelalters; ihre erhaltenen Handschriften liegen heute in 73 Bibliotheken weltweit verstreut. Im Dreißigjährigen Krieg zerstörten spanische Truppen die Anlage. Mehr zur Geschichte findest du im Wikipedia-Artikel zum Kloster Lorsch.

1991 kam Kloster Lorsch als erstes Denkmal Hessens auf die Welterbeliste, zusammen mit dem Areal Altenmünster. Von den Klosterbauten selbst stehen nur noch wenige: die Königshalle, ein Rest der Klosterkirche und Teile der Klostermauer, dazwischen viel Wiese. Ich fand das Gelände toll.

Das Klostergelände ist ganzjährig jeden Tag frei zugänglich, bis es dunkel wird, und kostet keinen Eintritt. Aktuelle Zeiten und Preise für Führungen und Museen stehen auf der Seite des Welterbes Kloster Lorsch.

Die Königshalle

Westfassade der Königshalle Lorsch mit drei Rundbögen und rot-weißem Sandsteinmuster
Die Westseite der Königshalle im Abendlicht: unten drei Rundbögen, darüber das rot-weiße Steinmuster.

Die Königshalle steht frei auf dem Rasen. Unten öffnen sich drei Rundbögen zwischen Halbsäulen, darüber ziehen sich rote und weiße Sandsteinplatten im Muster über die ganze Fassade, oben tragen flache, kannelierte Pilaster spitze, giebelartige Simse. Sie stammt aus karolingischer Zeit und ist rund 1.200 Jahre alt. Das Welterbe nennt sie das besterhaltene karolingische Gebäude nördlich der Alpen.

Wozu sie gebaut wurde, ist bis heute nicht geklärt. Der Name Torhalle passt vermutlich nicht: Grabungen haben gezeigt, dass sie frei in einem langen Hof hinter dem eigentlichen Westtor stand. Diskutiert wurden eine Gerichtshalle oder eine Bibliothek. Am plausibelsten gilt derzeit ein Bau für den feierlichen Empfang des Herrschers.

Seit über 1.000 Jahren hat sich das Äußere kaum verändert, nur das Dach ist heute steiler, und der nördliche Treppenturm wurde wieder aufgebaut. In den 1960er-Jahren war die Königshalle übrigens auf der 20-Pfennig-Briefmarke der Dauerserie „Deutsche Bauwerke aus zwölf Jahrhunderten“, damals die Marke für den Standardbrief.

Blick durch einen Bogen der Königshalle auf das Kirchenfragment auf dem Klosterhügel in Lorsch
Durch die offene Halle im Erdgeschoss geht es geradeaus hinauf zum Kirchenfragment.

Durch die offenen Bögen im Erdgeschoss läufst du einfach hindurch und schaust geradeaus auf den Rest der Klosterkirche. Ins Obergeschoss kommst du nur mit der öffentlichen Führung. Dort steigt der Boden übrigens Richtung Klosterkirche an, und das schon seit dem Bau.

Gut zu wissen (Stand Oktober 2026): Die Königshalle kannst du von außen jederzeit frei ansehen. Öffentliche Führung mit Obergeschoss: März bis Oktober dienstags bis sonntags um 13 und 15 Uhr, November bis Februar samstags und sonntags um 13 und 15 Uhr, ab 2 Personen, 90 Minuten. Ticket 7 €, ermäßigt 5 €, Familienkarte 16,50 €, der Eintritt ins Museumszentrum ist inklusive. Tickets gibt es spontan vor Ort, bezahlt wird bar oder mit EC-Karte. Vom 24. Dezember bis 1. Januar und am Fastnachtsdienstag finden keine Führungen statt.

Kirchenfragment und Klosterwiese

Kirchenfragment der ehemaligen Klosterkirche Lorsch mit drei Bögen, davor ein großer Baum
Das Kirchenfragment, der letzte Rest der Klosterkirche, oben auf dem Klosterhügel.

Hinter der Königshalle steigt das Gelände leicht an. Der Klosterhügel ist eine eiszeitliche Sanddüne, auf die die Mönche schon wenige Jahre nach der Gründung umgezogen sind. Oben auf dem Hügel steht das Kirchenfragment, der einzige oberirdische Rest der Klosterkirche: die Vorkirche aus dem 12. Jahrhundert. Westwerk, Hauptkirche und Kreuzgang sind im Boden nachgezeichnet, so bekommst du ein Gefühl dafür, wie groß die Anlage einmal war.

Durch die Spitzbögen des Kirchenfragments siehst du in Richtung Westen genau auf die Königshalle, ein Bild wie gerahmt.

Mein schönster Moment in Lorsch war ganz unspektakulär. Irgendwo im Ort habe ich mir eine Pizza geholt, mich damit auf eine Bank auf der Klosterwiese gesetzt und einfach ein bisschen rumgeguckt. Vor mir die Königshalle, dahinter die tief stehende Sonne, auf der Wiese ein paar Leute mit Fahrrädern.

Leere Parkbank auf der Klosterwiese in Lorsch, dahinter die Königshalle im Gegenlicht
Meine Bank auf der Klosterwiese: Hier saß ich mit meiner Pizza, vor mir die Königshalle im Gegenlicht.

Fototipp: Von der Klosterwiese aus steht die Sonne am Abend hinter der Königshalle, ideal für ein Gegenlichtfoto. Die Fassade im vollen Licht bekommst du am frühen Abend von der Westseite, also von der Nibelungenstraße aus.

Auf dem Gelände stehen außerdem Häuser aus der Zeit nach dem Kloster: das Kurfürstliche Haus, heute Sitz der Verwaltung, die ehemalige Revierförsterei und das Adalherhaus, in dem die Museumspädagogik untergebracht ist.

Sandsteinhaus mit türkisen Fensterläden auf dem Klostergelände von Lorsch
Eines der Häuser aus der Zeit nach dem Kloster, gleich neben der Königshalle.

Museumszentrum und Tabakmuseum

Gleich neben der Königshalle, in der ehemaligen Marmeladenfabrik Bechthold, liegt das Museumszentrum. Die klostergeschichtliche Abteilung erzählt vor allem von der Bibliothek, für die Lorsch berühmt war, mit dem Nachbau einer Schreibstube. Im selben Haus steckt das Lorscher Tabakmuseum: Auf zwei Etagen und etwa 500 Quadratmetern zeigt es mehr als 500 Objekte, vor allem zur Zigarrenherstellung und zur Rauchkultur. Tabakanbau ist in Lorsch seit 1680 nachgewiesen und hat die Stadt bis nach dem Zweiten Weltkrieg geprägt.

Wer tiefer einsteigen will: Im letzten erhaltenen Tabakschuppen der Stadt, etwa zehn Gehminuten östlich, gibt es seit 2017 das Museum des Tabakanbaus.

Gut zu wissen (Stand Oktober 2026): Museumszentrum, Nibelungenstraße 35, ganzjährig dienstags bis sonntags 10 bis 17 Uhr, Eintritt 3 €, ermäßigt 2 €, Familienkarte 7 €. Im Obergeschoss läuft eine wechselnde Sonderausstellung. Das Museum des Tabakanbaus (Im Klosterfeld 13) ist von Mitte März bis Ende Oktober nur mit Führung zugänglich (Gruppen bis 10 Personen 70 €), ohne Führung nur an den Tagen der offenen Tür am Johannisfest- und am Kerwe-Sonntag.

Kräutergarten und Schaudepot Zehntscheune

Im Kräutergarten am Kloster wachsen Pflanzen aus dem Lorscher Arzneibuch. Die Handschrift wurde 795 im Skriptorium des Klosters geschrieben und gilt als älteste erhaltene medizinisch-pharmazeutische Handschrift nach der Antike, seit 2013 gehört sie zum Weltdokumentenerbe der UNESCO. Der Garten ist wie das Klostergelände jeden Tag frei zugänglich.

Gleich daneben steht die Zehntscheune, ein 80 Meter langer Bau aus den 1590er-Jahren, errichtet aus Steinen älterer Klostergebäude. Früher lagerte hier der Zehnt, heute zeigt das Schaudepot Funde aus mehr als 200 Jahren Grabungen am Kloster.

Unterhalb der evangelischen Kirche liegt außerdem der Pfingstrosengarten. Er ist ganzjährig offen und kostet nichts, Blütezeit ist ungefähr von Ende April bis Anfang Juni.

Gut zu wissen (Stand Oktober 2026): Kräutergarten täglich frei zugänglich bis zur Dunkelheit, kostenlos. Schaudepot Zehntscheune von März bis Oktober samstags, sonntags und an Feiertagen 11 bis 17 Uhr, 5 €, ermäßigt 3 €, Familienkarte 11,50 €; von November bis Februar nur mit gebuchter Führung.

Freilichtlabor Lauresham und Altenmünster

Etwa 600 Meter nordöstlich der Königshalle, rund acht Minuten zu Fuß, liegt das Freilichtlabor Lauresham. Auf 4,1 Hektar steht hier ein begehbares 1:1-Modell eines karolingischen Herrenhofs aus dem 8. und 9. Jahrhundert: Wohnhäuser, Ställe, Speicher und eine Kapelle, dazu Wiesen, Äcker, Gärten und Nutztiere. Lauresham ist zugleich ein Labor, in dem Archäologen alte Handwerks- und Landwirtschaftstechniken ausprobieren.

Noch ein Stück weiter, gut einen Kilometer von der Königshalle entfernt an der Weschnitz, liegt das Altenmünster. Hier wurde um 764 das erste, noch kleine Kloster auf einer Insel im Fluss gegründet, die Keimzelle von Lorsch. Ab 767 baute man auf der Sanddüne das neue, größere Kloster, dessen Kirche 774 geweiht wurde. Erdwälle und Mauerreste zeigen den alten Grundriss. Das Areal gehört zum Welterbe und ist frei zugänglich.

Gut zu wissen (Stand Oktober 2026): Lauresham hat vom 8. März bis 31. Oktober 2026 dienstags bis sonntags und an Feiertagen von 10 bis 16 Uhr geöffnet (letzter Einlass 15 Uhr), Eintritt 7 €, ermäßigt 5 €, Familienkarte 16,50 €. Führungen samstags, sonntags und an Feiertagen um 11 und 14 Uhr, 5 € zusätzlich. Von November 2026 bis Februar 2027 nur mit gebuchter Führung. Hunde sind auf dem Freigelände nicht erlaubt.

Kombi-Rabatt: Wer am selben Tag ein reguläres Ticket für die Königshallen-Führung, die Zehntscheune, eine Lauresham-Führung oder sonntags für Lauresham kauft, bekommt an den anderen Kassen den ermäßigten Preis.

Lorsch ist nicht das einzige Welterbe in der Gegend. In meinem Guide zu den Odenwald Sehenswürdigkeiten findest du 20 Ausflugsziele, darunter mit der Grube Messel ein zweites Welterbe.

Altstadt von Lorsch

Hausfassade in der Lorscher Altstadt mit roter Tür, roten Fensterläden und Geranien
Rote Tür, rote Läden, Geranien vor den Fenstern: ein paar Schritte westlich vom Rathaus.

Die Altstadt ist klein. Ein paar Straßen um den Marktplatz, viel Fachwerk, ein paar Cafés, und schon stehst du wieder am Kloster. Für einen Abendspaziergang reicht das gut.

Altes Rathaus und Marktplatz

Fachwerk-Rathaus von Lorsch mit Turm und Erkern am Marktplatz
Das Alte Rathaus am Marktplatz, gebaut nach dem Vorbild des Rathauses in Heppenheim.

Das Rathaus fand ich total toll. Um kurz nach sechs stand ich zum ersten Mal davor, eine Stunde später bin ich noch einmal vorbei. Gebaut wurde es 1714 und 1715, und zwar nach dem Vorbild des Rathauses im Nachbarort Heppenheim, das ich am Tag darauf gesehen habe.

Auf einem gemauerten Erdgeschoss mit roten Sandsteinbögen sitzen zwei Stockwerke rotes Fachwerk, an der Hauptfassade links und rechts je ein Erker. Ein dritter Erker in der Mitte trägt den Turm mit der doppelten Haube. Wo früher die Feuerglocke hing, spielt seit 1989 ein Glockenspiel mit 23 Glocken, um 11, 12 und 17 Uhr jeweils eine andere Melodie.

Im Alten Rathaus sitzt auch die Tourist-Information NibelungenLand. Oben liegt der Nibelungensaal mit historischen Wandmalereien, zu dem die Tourist-Information Führungen für Gruppen anbietet.

Vor dem Rathaus steht der Tabakbrunnen von 1991. Die Figur zeigt eine Tabaknäherin, die die geernteten Blätter mit einer großen Nadel auf Schnüre fädelt; die Schnüre hängte man danach zum Trocknen in die Tabakschuppen. Am Marktplatz steht außerdem das Wirtshaus „Im weißen Kreuz“, ein barockes Fachwerkhaus von 1711 an der Stelle der alten Klosterherberge.

Rund um den Marktplatz und entlang der Nibelungenstraße sitzen die Leute draußen vor Restaurants und Cafés. Bis zum Kloster sind es von dort keine zwei Gehminuten.

Cafés mit Sonnenschirmen und Gästen in der Nibelungenstraße in Lorsch
Zwischen Marktplatz und Kloster: Am Abend waren die Tische vor den Cafés voll.

Nibelungenstraße und Kloster-Apotheke

Fachwerk-Eckhaus der Kloster-Apotheke in Lorsch mit Erker und roten Fensterläden
Die Kloster-Apotheke an der Nibelungenstraße, ein Fachwerk-Eckhaus mit Erker.

Vom Marktplatz führt die Nibelungenstraße direkt zur Königshalle. An der Ecke fällt das Fachwerkhaus der Kloster-Apotheke auf, mit Eckerker und einer Laterne, auf der der Name der Apotheke steht.

Der Straßenname erinnert an die Verbindung zwischen Lorsch und dem Nibelungenlied: In einer der Handschriften heißt es, Ute, die Mutter von Kriemhild und Gunther, habe das Kloster gegründet. Der Sage nach liegt hier sogar Siegfried begraben. Belegt ist dagegen, dass die letzten ostfränkischen Könige aus dem Haus der Karolinger in Lorsch bestattet wurden.

Palais von Hausen

Eingang des Palais von Hausen in Lorsch mit Freitreppe und schmiedeeisernem Balkon
Das Palais von Hausen in der Bahnhofstraße: Barock statt Fachwerk.

Knapp 200 Meter nördlich des Marktplatzes, in der Bahnhofstraße 18, steht das Palais von Hausen. Der Oberforstmeister Freiherr von Hausen ließ es ab 1775 bauen. Von 1868 bis 1921 war darin eine Zigarrenfabrik, heute gehört das Haus der Stadt. Mit seiner hellen Fassade, dem schmiedeeisernen Balkon über der Tür und der Freitreppe ist es ein ganz anderer Stil als das Fachwerk ringsum.

Schulstraße: Schuldienerhaus und St. Nazarius

Zum Schluss bin ich noch ein paar Meter westlich vom Rathaus in die Schulstraße gelaufen. Dort steht das Schuldienerhaus mit leuchtend rotem Fachwerk und blauen Fensterläden. Ich habe es gleich von mehreren Seiten fotografiert. Ein paar Meter weiter ragt der Turm von St. Nazarius zwischen den Bäumen hervor. Die katholische Pfarrkirche wurde 1753 geweiht und trägt den Namen des Klosterheiligen: Mit den Reliquien des heiligen Nazarius, die 765 aus Rom nach Lorsch kamen, begann der Aufstieg der Abtei.

Wie viel Zeit brauchst du für Lorsch?

Altes Rathaus Lorsch am Abend mit Zunftbaum und Uhrturm
Zurück am Rathaus, eine Stunde nach meinem ersten Foto.

Für Lorsch reicht ein halber Tag. Ich war gut eine Stunde mit dem Handy unterwegs und habe in der Zeit das Klostergelände und die Altstadt gesehen. Wer eine Führung mitmacht oder sich noch in ein Café setzt, kommt auf einen halben Tag. Wer zusätzlich ins Museumszentrum und nach Lauresham will, plant eher einen ganzen Tag ein.

Ich war am Abend dort. Das Klostergelände ist offen, bis es dunkel wird, die Sonne steht dann hinter der Königshalle, und du kannst dich mit etwas zu essen auf die Klosterwiese setzen, so wie ich.

Lorsch oder Heppenheim? Beide haben ein Fachwerk-Rathaus am Marktplatz, das Lorscher wurde sogar nach dem Heppenheimer Vorbild gebaut. Heppenheim hat dazu die Starkenburg über der Stadt, Lorsch ist deutlich kleiner und hat dafür das Welterbe. Ich habe beide an zwei aufeinanderfolgenden Tagen gesehen, mit dem Auto liegen sie nur gut zehn Minuten auseinander.

Lorsch als Basis für die Bergstraße

Marktplatz Heppenheim am Morgen
Heppenheim am Morgen nach meiner ersten Nacht in Lorsch: der Marktplatz morgens um zwanzig nach sieben, noch ohne Café-Gäste.

Ich habe Lorsch genau so genutzt: als Schlafplatz für die Bergstraße. Zwei Nächte war ich im Gasthof Schillereck* in der Schillerstraße. Das war prima: sauber, nett, und von dort sind es rund fünf Minuten zu Fuß bis zum Marktplatz und sieben bis zur Königshalle. Die Unterkunft kann ich dir echt empfehlen.

Am Tag meiner Ankunft war ich morgens in Idstein, mittags in Bad Camberg und am Nachmittag in Bensheim, abends dann in Lorsch. Den Tag darauf war ich zweimal in Heppenheim, früh am Morgen und am Abend, und am dritten Morgen ging es weiter in den Odenwald. Von Lorsch aus erreichst du mit dem Auto:

  • Bensheim, rund 7 Kilometer nordöstlich, zehn Minuten Fahrt. In der Altstadt steht der Walderdorffer Hof von 1395, das älteste Fachwerkhaus Südhessens.
  • Heppenheim, rund 8 Kilometer östlich, zwölf Minuten Fahrt. Fachwerk-Marktplatz mit Rathaus und darüber die Burgruine Starkenburg, die das Kloster Lorsch 1066 bauen ließ.
  • Weinheim, rund 21 Kilometer südöstlich, zwanzig Minuten Fahrt. Die Burg Windeck über der Stadt ließen die Lorscher Äbte um 1100 zum Schutz ihrer Ländereien errichten.
  • Michelstadt im Odenwald, rund 45 Kilometer östlich, knapp eine Stunde Fahrt. Das Fachwerk-Rathaus von 1484 und die Einhardsbasilika, die nach Einhards Tod an das Kloster Lorsch fiel.

Mehr Ziele im Bundesland findest du in meinen Ausflugszielen in Hessen, 30 Orte vom Edersee bis zur Bergstraße.

Anreise und Parken

Mit der Bahn: Lorsch hat einen Bahnhof an der Nibelungenbahn. Vom Bahnhof führt eine Beschilderung zum Museumszentrum und zum Klostergelände, zu Fuß sind es etwa zehn Minuten.

Mit dem Auto: Du kommst über die A5 oder die A67. Fürs Navi empfiehlt das Welterbe die Adresse Nibelungenstraße 13. Museumszentrum und Besucherinformationszentrum liegen in einer verkehrsfreien Zone, du parkst also vorher. Parkplätze gibt es an der Kreuzung Nibelungenstraße und Klosterstraße, auf dem Karolingerplatz direkt vor der Klostermauer, von dort sind es knapp fünf Minuten zu Fuß zur Königshalle, und am Rand der Odenwaldallee.

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Fazit

Lorsch war für mich nur ein Schlafplatz auf dem Weg durch Hessen, und dann hat mich der Ort positiv überrascht. Das Kloster mit Königshalle und Klosterwiese und das Fachwerk-Rathaus am Marktplatz sind die zwei Gründe herzukommen, für beides reicht ein halber Tag. Mein Highlight war die Pizza auf der Bank mit Blick auf die Königshalle.

Wenn du die Bergstraße mit dem Auto erkundest, ist Lorsch eine gute Basis: Bensheim und Heppenheim liegen jeweils nur gut zehn Minuten entfernt. Mehr Fotos von unterwegs zeige ich auf unserem Instagram.

Häufige Fragen zu Lorsch

Was kann man in Lorsch besichtigen?

Die wichtigste Sehenswürdigkeit in Lorsch ist das Kloster Lorsch mit der karolingischen Königshalle, seit 1991 UNESCO-Welterbe. Dazu kommen das Kirchenfragment, der Kräutergarten, das Schaudepot Zehntscheune, das Museumszentrum mit Tabakmuseum, das Freilichtlabor Lauresham und in der Altstadt das Fachwerk-Rathaus von 1715 am Marktplatz.

Kostet das Kloster Lorsch Eintritt?

Nein, das Klostergelände ist kostenlos und täglich frei zugänglich, bis es dunkel wird. Das gilt auch für den Kräutergarten und das Altenmünster. Eintritt kosten die Führung durch die Königshalle (7 €), das Museumszentrum (3 €), das Schaudepot Zehntscheune (5 €) und das Freilichtlabor Lauresham (7 €).

Kann man die Königshalle in Lorsch von innen besichtigen?

Ja, aber nur mit der öffentlichen Führung. Sie läuft von März bis Oktober dienstags bis sonntags um 13 und 15 Uhr, im Winter samstags und sonntags, dauert 90 Minuten und kostet 7 € inklusive Museumseintritt. Das offene Erdgeschoss kannst du jederzeit durchqueren.

Wie viel Zeit sollte ich für Lorsch einplanen?

Ein halber Tag reicht für Klostergelände, Königshalle und Altstadt, auch mit Führung oder einer Pause im Café. Wer zusätzlich ins Museumszentrum und ins Freilichtlabor Lauresham will, plant eher einen ganzen Tag ein.

Wo parkt man am Kloster Lorsch?

Am besten auf dem Karolingerplatz direkt vor der Klostermauer, knapp fünf Minuten zu Fuß von der Königshalle. Weitere Plätze gibt es an der Kreuzung Nibelungenstraße und Klosterstraße und entlang der Odenwaldallee.

Was ist Lauresham?

Lauresham ist ein Freilichtlabor am Kloster Lorsch: ein nachgebauter karolingischer Herrenhof aus dem 8. und 9. Jahrhundert auf 4,1 Hektar, mit Häusern, Ställen, Kapelle und Tieren. Geöffnet ist er von März bis Oktober, dienstags bis sonntags von 10 bis 16 Uhr.

Wo liegt Lorsch?

Lorsch liegt in Südhessen im Kreis Bergstraße, in der Rheinebene rund fünf Kilometer westlich der Bergstraße. Bensheim und Heppenheim sind jeweils etwa zehn Autominuten entfernt.

Noch mehr Reisetipps

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