Weinheim ist eine Stadt mit rund 46.000 Einwohnern an der Bergstraße im Rhein-Neckar-Kreis in Baden-Württemberg und bekannt für ihre Altstadt mit Marktplatz und Gerberbachviertel, für die beiden Burgen Windeck und Wachenburg und für den Exotenwald mit seinen Mammutbäumen. Die wichtigsten Weinheim Sehenswürdigkeiten der Altstadt liegen so dicht beieinander, dass du sie in zwei Stunden zu Fuß schaffst.
Nach Weinheim wollte ich wegen eines einzigen Fotos: ein Eckhaus an der Hauptstraße mit einem Lottoladen im Erdgeschoss. Im September 2024 war ich wegen eines Vortrags in der Gegend, hatte zwei Nächte in Mannheim und bin an einem Samstag erst nach Ladenburg und dann weiter nach Weinheim gefahren. Es war ein schöner, sonniger Tag, und die Stadt war sehr voll.
Mein Eindruck: ganz hübsch. Ich hatte mir ein bisschen mehr versprochen, cool war es trotzdem. In diesem Artikel findest du meinen Rundgang mit den Fotos von diesem Tag und was ich heute anders machen würde. Die Burgen, das Schloss, die Gärten und das Museum beschreibe ich ebenfalls. Dort war ich nicht, die Angaben dazu stammen von der Stadt, den Betreibern und aus Wikipedia.

Weinheim auf einen Blick
- Bundesland: Baden-Württemberg, Rhein-Neckar-Kreis
- Lage: an der Bergstraße am Rand des Odenwalds, knapp 10 Kilometer Luftlinie von Ladenburg, rund 15 von Heidelberg
- Bekannt für: Altstadt mit Marktplatz und Gerberbachviertel, zwei Burgen, Exotenwald, Schau- und Sichtungsgarten Hermannshof
- Zeit einplanen: zwei Stunden für die Altstadt, einen halben Tag mit Essen und Kaffee, mehr mit Burgen und Gärten
- Anreise: ohne Umsteigen in knapp 25 Minuten ab Mannheim, in knapp 10 Minuten ab Ladenburg, vom Bahnhof knapp eine Viertelstunde zu Fuß zum Marktplatz
- Parken: laut Stadt über 1.300 Stellplätze in der Innenstadt, auf vielen ist die erste Stunde kostenfrei
- Tourist-Info: im Alten Rathaus, Marktplatz 1, mittwochs bis samstags von 10 bis 15 Uhr
Altstadt Weinheim: mein Rundgang am Samstagmittag
Kurz vor zwölf war ich in der Altstadt. Ich bin alles abgelaufen, habe ein bisschen geguckt, zwischendurch vermutlich irgendwo was gegessen, und gegen zwei war ich durch. Zwei Stunden reichen auf jeden Fall. Wenn du in Ruhe essen gehst, einen Kaffee trinkst und es dir länger machst, wird ein halber Tag daraus.
Gestört haben mich zwei Dinge, und beide haben mit dem Wetter zu tun. Zum Fotografieren war es mir zu sonnig, und bei diesem Wetter an einem Samstag waren einfach zu viele Leute unterwegs. Aber gut, so ist das.
Meine Runde lief über die Hauptstraße zum Marktplatz, weiter zum Hutplatz, hoch zu St. Laurentius und von dort ins Gerberbachviertel. Am Schluss habe ich noch eine zweite Schleife über den Marktplatz zum Roten Turm gedreht.
Hauptstraße und das Eckhaus mit dem Lottoladen
Das Eckhaus steht an der Hauptstraße, ein paar Schritte vor dem Marktplatz: oben Schiefer und ein Holzbalkon, unten der Lottoladen mit Zeitungsständer und blauem Sonnenschirm, darüber ein großer Baum, dessen Laub im September schon goldbraun wurde. Genau dafür bin ich hergefahren, und vor Ort sah es tatsächlich aus wie auf dem Foto.
Von hier läufst du direkt auf die Löwen-Apotheke zu, deren rotes Fachwerk die Hauptstraße optisch abschließt. Dahinter öffnet sich der Marktplatz.


Marktplatz mit Altem Rathaus und Löwen-Apotheke
Der Marktplatz fällt steil ab. Am unteren Ende stehen das Alte Rathaus von 1557 mit seinem Staffelgiebel, die Löwen-Apotheke vom Beginn des 17. Jahrhunderts, die Ulner Kapelle und der Marktbrunnen. Die Stadt nennt den Platz einen der schönsten entlang der Bergstraße und wirbt mit seinen japanischen Schnurbäumen.
An diesem Mittag saßen an den Tischen rund um den Platz viele Leute. Für eine Pause bist du hier richtig, Cafés gibt es genug. Im Alten Rathaus sitzt auch die Tourist-Information.
Mein Tipp: Geh die Treppe hoch zu St. Laurentius. Von oben siehst du über den Platz, und über den Dächern steht die Burg Windeck. Dort habe ich gleich mehrere Fotos gemacht.



Hutplatz und die Gassen dahinter
Hinter dem Marktplatz geht die Hauptstraße weiter: eine rote Haustür unter Weinlaub, Häuser mit blauen und grünen Läden, Fachwerk unter Kletterpflanzen. Auf meinen Fotos aus diesem Teil sind kaum noch Leute zu sehen.
An einem schmalen Fachwerkhaus steht ein Hausspruch: „Der Stadt zur Würde, dem Platz zur Zierde und mir zur Freude steht dieses Gebäude.“



St. Laurentius
Die katholische Kirche St. Laurentius steht oben am Marktplatz und stammt von 1913. Ich war auch kurz drin, die Kirche ist innen hell, mit einer bemalten Decke. Aufgefallen ist mir dort nichts.


Roter Turm und Stadtmauer
Von der alten Stadtbefestigung sind größere Teile der Mauer erhalten, dazu das Obertor und drei Türme: der Rote Turm, der Blaue Hut aus der Zeit um 1300 und der Hexenturm. Der Rote Turm steht gleich neben St. Laurentius, ich habe ihn durch den Sandsteinbogen fotografiert.

Ingrid-Noll-Weg und Mundart-Weg
Für die Altstadt gibt es zwei Audio-Wege, die du mit dem Handy gehst. Der Ingrid-Noll-Weg führt an 13 Stationen durch die Innenstadt: Dort erzählt die Krimiautorin und Weinheimer Ehrenbürgerin per QR-Code von „ihrem“ Weinheim, Erkennungszeichen ist ein roter Hahn. Der Mundart-Weg erzählt die „Woinemer Gschischde“. Beide beginnen und enden am Alten Rathaus, die Stadt rechnet jeweils mit etwa einer Stunde.

Gerberbachviertel: Fachwerk am Grundelbach
Das Gerberbachviertel liegt direkt neben dem Marktplatz im Tal des Grundelbachs. Es ist ein spätmittelalterliches Handwerkerviertel mit Fachwerkhäusern an gewundenen Gassen, und laut Stadt sind noch zahlreiche Gerberhäuser erhalten. Gegerbt wird hier nicht mehr.
Hier habe ich die meisten Fotos gemacht: 23 von 67 in gut 20 Minuten. Ich bin durch die Stadtwehrstraße, die Gerbergasse, die Schweizgasse, das Quergäßchen, die Münzgasse und die Judengasse gelaufen. Auf meinen Fotos von hier ist fast niemand zu sehen.
Aus der Judengasse siehst du über den Dächern die Burg Windeck.



Gut zu wissen: Am zweiten Augustwochenende feiert Weinheim die Kerwe. Wenn du Fachwerk magst, findest du weitere Tipps in meinem Artikel über die schönsten Fachwerkstädte in Deutschland.
Die Burgen von Weinheim: Windeck und Wachenburg
Weinheim nennt sich Zwei-Burgen-Stadt, und von der Altstadt aus siehst du die Burg Windeck an mehreren Stellen über den Dächern. Zwischen dem Bau der beiden Burgen liegen rund 800 Jahre.
Burgruine Windeck: Die Burg entstand nach 1100 auf dem Schlossberg als Schutzburg für das Kloster Lorsch und wurde im ausgehenden 17. Jahrhundert zerstört. Sie liegt auf 222 Metern, gilt als zweitälteste Burg an der Bergstraße und gehört seit 1978 der Stadt. Zu Fuß rechnet Wikipedia für Ungeübte mit etwa einer halben Stunde ab der Stadt.
Wachenburg: Die jüngste Burg an der Bergstraße wurde zwischen 1907 und 1928 als Gedenk- und Begegnungsstätte des Weinheimer Senioren-Convents gebaut. Der Aufstieg dauert für Ungeübte eine knappe Stunde.

Schloss, Schlosspark und die Grünen Meilen
Schlosspark, Exotenwald und Hermannshof fasst die Stadt als „Grüne Meilen“ zusammen. Vom Marktplatz bist du zu Fuß in wenigen Minuten beim Hermannshof und in rund zehn Minuten beim Exotenwald.
Schloss und Schlosspark
Das ehemalige Schloss von 1537 ist heute das Rathaus und setzt sich aus einem Renaissancebau, einem neugotischen Turm und einem barocken Teil südlich des Obertors zusammen. Dahinter liegt der Schlosspark im Stil eines englischen Gartens, mit Heilkräutergarten auf vier Terrassen, Vogelvoliere und Weiher.
Sein bekanntester Baum ist die Libanon-Zeder, die um 1835 gepflanzt wurde. Sie ist 23 Meter hoch, ihr Stamm misst rund 5,20 Meter im Umfang, und sie gehört zu den größten und ältesten Zedern in Deutschland.

Exotenwald
An den Schlosspark schließt der Exotenwald an. Freiherr Christian Friedrich Gustav von Berckheim begann 1872 mit der Bepflanzung, 1955 kaufte das Land den Wald und erweiterte ihn auf 60 Hektar. Das Besondere: Exotische Bäume stehen hier in ganzen Waldstücken statt einzeln. Die Stadt nennt rund 140 Baumarten aus 18 Waldregionen, am bekanntesten sind die Mammutbäume mit bis zu 60 Metern Höhe.
Hermannshof und Sichtungsgarten
Der Schau- und Sichtungsgarten Hermannshof liegt nur wenige Minuten vom Marktplatz entfernt. Sein Staudengarten zeigt laut Stadt über 2.500 Sorten aus aller Welt, und zwar als Gartenbeispiele nach Lebensbereichen, also etwa für trockene Standorte oder feuchte Wiesen.
Gut zu wissen: Babostraße 5, ein zweiter Eingang mit Stufen liegt an der Grabengasse. Der Eintritt ist frei. Geöffnet von April bis September täglich 10 bis 19 Uhr, im März und Oktober 10 bis 18 Uhr, im November 10 bis 16 Uhr, von Dezember bis Februar montags bis freitags 10 bis 16 Uhr. Um den Jahreswechsel ist Winterpause, außerdem bleibt der Garten rund um das letzte Juni-Wochenende zu (Stand 11/2026). Aktuelle Angaben findest du beim Hermannshof.
Museum der Stadt Weinheim
Das Stadtmuseum sitzt im früheren Amtshaus des Deutschen Ordens von 1710, sein Erker ragt in die Hauptstraße. Auf vier Etagen und rund 1.000 Quadratmetern geht es um Vor- und Frühgeschichte, Fresken aus der alten Peterskirche und die Stadtgeschichte. Dazu gehört ein im Waidsee gefundener Mammutschädel, der über 40.000 Jahre alt sein soll.
Gut zu wissen: Amtsgasse 2. Geöffnet samstags von 14 bis 17 Uhr und sonntags von 10 bis 17 Uhr, Eintritt 2 Euro, Kinder und Jugendliche frei (Stand 11/2026). Das Gebäude ist nicht barrierefrei.

Weinheim und Ladenburg an einem Tag
Beide Städte liegen an derselben Bahnstrecke, knapp 10 Kilometer Luftlinie und knapp 10 Minuten Zugfahrt auseinander, das passt gut auf einen Tag. Ich war erst in Ladenburg und bin dann weitergefahren. Im Nachhinein glaube ich, ich hätte es andersrum machen sollen.
Kurz nach halb neun waren die Gassen in Ladenburg fast leer. In der Altstadt von Weinheim war ich kurz vor zwölf, und da war es sehr voll. Wie viel davon an der Stadt lag und wie viel an der Uhrzeit, kann ich nicht sagen. Weinheim ist deutlich größer und hat zusätzlich Burgen und Gärten, Ladenburg ist kompakter und dreht sich ganz um die Fachwerk-Altstadt. Beim nächsten Mal würde ich wohl mit Weinheim anfangen.

Ausflüge rund um Weinheim
Sechs-Mühlen-Tal: Zwischen Weinheim und Birkenau liegen im Weschnitztal sechs historische Mühlen. Die Stadt hat dazu einen eigenen Flyer.
Heppenheim: Der Fachwerk-Marktplatz und die Burgruine Starkenburg liegen rund 11 Kilometer Luftlinie nördlich, ebenfalls direkt an der Bergstraße.
Bensheim: Rund 15 Kilometer Luftlinie nördlich, mit dem Walderdorffer Hof und dem Staatspark Fürstenlager.
Heidelberg: Rund 15 Kilometer Luftlinie südlich, mit Schloss und Alter Brücke das große Gegenstück zur kleinen Altstadt von Weinheim.

Anreise und Parken
Mit der Bahn: Von Mannheim kommst du super nach Weinheim und wieder zurück, das geht echt ohne Probleme. Der RE 60 und die S-Bahn S 5 fahren ohne Umsteigen in knapp 25 Minuten vom Mannheimer Hauptbahnhof nach Weinheim und halten beide in Ladenburg. Von dort sind es knapp 10 Minuten. Die Stadtbahnlinie 5 verbindet Weinheim außerdem mit Mannheim und Heidelberg, sie braucht ab Mannheim aber gut 40 Minuten. Vom Hauptbahnhof sind es rund 1.000 Meter zum Marktplatz, knapp eine Viertelstunde zu Fuß.
Mit dem Auto: Über die A5, Anschlussstelle Weinheim, dann der Beschilderung zur Altstadt folgen. Das Parkleitsystem führt dich zu den laut Stadt über 1.300 Stellplätzen in der Innenstadt. Nah am Marktplatz liegen der Parkplatz D3 Marktplatz/Hermannshof mit 58 Plätzen und D4 Museum mit 48, auf beiden ist die erste Stunde kostenfrei. Alle Parkplätze stehen auf der Parkseite der Stadt.

Übernachten in Weinheim
Ich habe in Mannheim übernachtet und Weinheim als Tagesausflug gemacht, das hat gut funktioniert. Wenn du lieber hier bleiben willst, weil du zu den Burgen oder in den Odenwald möchtest, findest du Unterkünfte in Weinheim auf Booking.com*.

Karte: Sehenswürdigkeiten in Weinheim
Fazit: Ganz hübsch, nur nicht am sonnigen Samstag
Ganz hübsch, aber ein bisschen mehr hatte ich mir versprochen. Cool war es trotzdem, und das Eckhaus habe ich gesehen. Die meisten Fotos habe ich im Gerberbachviertel gemacht. Zwei Stunden reichen für die Altstadt, und wenn du die Wahl hast, komm nicht gerade am sonnigen Samstag. Wer mehr Zeit mitbringt, hat mit Burgen, Exotenwald und Hermannshof genug für einen ganzen Tag. Weitere Eindrücke aus kleinen Städten findest du auf unserem Instagram.

Häufige Fragen zu Weinheim
Was sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Weinheim?
Die wichtigsten Weinheim Sehenswürdigkeiten sind die Altstadt mit Marktplatz und Altem Rathaus, das Gerberbachviertel, die Burgen Windeck und Wachenburg, der Schlosspark, der Exotenwald und der Hermannshof. Die Altstadt schaffst du in zwei Stunden, alle zusammen füllen einen ganzen Tag.
Wie viel Zeit brauche ich für die Altstadt von Weinheim?
Für die Altstadt reichen zwei Stunden. Mit Essen und Kaffee wird ein halber Tag daraus. Die Burgen und Gärten kommen extra dazu.
Welche Burgen gibt es in Weinheim?
In Weinheim gibt es die Burgruine Windeck und die Wachenburg. Die Windeck stammt aus der Zeit nach 1100, die Wachenburg entstand erst zwischen 1907 und 1928. Die beiden geben Weinheim den Beinamen Zwei-Burgen-Stadt, und du erreichst sie zu Fuß von der Stadt aus.
Wo parke ich am besten für die Altstadt von Weinheim?
Am nächsten liegen die Parkplätze D3 Marktplatz/Hermannshof und D4 Museum, auf beiden ist die erste Stunde kostenfrei. Insgesamt gibt es laut Stadt über 1.300 Stellplätze in der Innenstadt.
Kommt man ohne Auto gut nach Weinheim?
Ja, sehr gut. Der RE 60 und die S-Bahn S 5 brauchen von Mannheim knapp 25 Minuten, von Ladenburg knapp 10. Dazu kommt die Stadtbahnlinie 5. Vom Hauptbahnhof gehst du knapp eine Viertelstunde bis zum Marktplatz.
Was kostet der Eintritt in den Hermannshof?
Der Eintritt in den Schau- und Sichtungsgarten Hermannshof ist frei. Das gilt auch für die öffentlichen Sonntagsführungen.
Gibt es in Weinheim einen Geheimtipp?
Mein Tipp ist die Treppe zu St. Laurentius. Von oben siehst du über den Marktplatz und darüber die Burg Windeck.
Noch mehr Reisetipps
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