In anderthalb Stunden habe ich in Osterode mehr Fotos gemacht als in mancher berühmteren Altstadt, und trotzdem ist es die Stadt im Fachwerk-Fünfeck, die ich am ehesten weglassen würde. Osterode am Harz ist eine Fachwerkstadt am Westrand des Harzes in Niedersachsen, bekannt für ihre Altstadt rund um den Kornmarkt und als Startpunkt des Harzer Hexenstiegs. Die wichtigsten Osterode Sehenswürdigkeiten liegen so dicht beieinander, dass du sie in zwei Stunden zu Fuß abläufst: Kornmarkt, Marktkirche St. Aegidien, Altes Rathaus, Harzkornmagazin und die Reste der mittelalterlichen Stadtmauer.
Ich war im August 2021 dort, auf dem Weg von Hamburg nach Einbeck, gut anderthalb Stunden am frühen Abend. Ich habe mich treiben lassen, das Abendlicht mitgenommen und fotografiert, war dabei aber in keinem Museum und habe keine Führung mitgemacht. Was ich dir hier zeige, ist also die Altstadt, wie sie sich beim Durchlaufen zeigt, plus die Praxisdaten, die ich für dich nachgeschlagen habe.
Osterode am Harz auf einen Blick
- Bundesland: Niedersachsen, Landkreis Göttingen
- Lage: Westrand des Harzes, dort wo das Leinetal aufhört und das Gebirge anfängt
- Bekannt für: Fachwerk-Altstadt am Kornmarkt, Harzkornmagazin, Einstieg in den Harzer Hexenstieg
- Zeit einplanen: zwei Stunden für die Altstadt, ein halber Tag mit Museum und Sösetalsperre
- Anreise: über die B 243, A 7 in der Nähe; mit der Bahn stündlich per RB 46 bis Osterode am Harz Mitte
- Gut kombinierbar mit: Herzberg (10 Min.), Clausthal-Zellerfeld (13 Min.), Goslar (33 Min.), Northeim (26 Min.)
- Eigenbezeichnung der Stadt: „Fachwerkstadt am Harzer-Hexen-Stieg“
Alle Osterode Sehenswürdigkeiten auf einer Karte
Die Karte zeigt dir alle Punkte aus diesem Artikel: die Altstadt-Ziele rund um den Kornmarkt, dazu Bahnhof, Touristinformation, den Hexenstieg-Start an der Bleichestelle und die Sösetalsperre.
Der Kornmarkt: hier spielt sich alles ab
Der Kornmarkt ist der Mittelpunkt von Osterode, eine weitläufige Fußgängerzone mit Fachwerkhäusern an den Rändern und dem Turm der Marktkirche über allem. Dienstags und samstags ist hier Wochenmarkt, von April bis September ab 7 Uhr, von Oktober bis März ab 8 Uhr, jeweils bis 13 Uhr. Normalerweise verteilt er sich über den Kornmarkt und den angrenzenden Martin-Luther-Platz. Wegen der Kanalsanierung am Kornmarkt steht er derzeit allerdings komplett auf dem Martin-Luther-Platz und Am Schilde, und zwar bis auf Weiteres.
Auf dem Platz stehen die „Drei schwatzenden Weiber“, eine Bronzeplastik von Werner-Joachim Schatz aus dem Jahr 1978. Die Stadt bezeichnet sie als Zeichen für die Kommunikation auf dem Kornmarkt, was eine sehr behördliche Art ist zu sagen: hier wird geredet.
Am Kornmarkt 20 steht das älteste Fachwerkhaus der Stadt. Es entstand um 1500 und ist das einzige Gebäude, das den großen Stadtbrand von 1545 überstanden hat. Alle anderen Bürgerhäuser der Altstadt sind danach entstanden, im Fachwerkstil, über die folgenden vier Jahrhunderte hinweg. Das erklärt, warum Osterodes Altstadt so einheitlich und trotzdem nirgends langweilig wirkt.



Die Marktkirche St. Aegidien am Martin-Luther-Platz ist das Bauwerk, an dem du in Osterode nicht vorbeikommst. Der Turm misst nach der Sanierung von 1951 bis 1953 rund 64 Meter, und bis 1936 wohnte oben tatsächlich noch ein Türmer. Auch die Kirche selbst wurde nach dem Stadtbrand von 1545 wieder aufgebaut.
Praktisch: Von Mai bis Oktober ist die Kirche dienstags bis freitags von 10:30 bis 12:30 Uhr und von 15 bis 17 Uhr offen, von März bis Dezember zusätzlich samstags von 10 bis 12:30 Uhr. Die Turmbesteigung findet samstags um 11 Uhr statt, im Januar und Februar ist Winterpause. Einen Preis nennt die Kirchengemeinde nirgends öffentlich, plane also lieber etwas Kleingeld für die Kollekte ein und frag vor Ort nach. (Stand 2026)
Altes Rathaus, Harzkornmagazin und die Esel, die den Oberharz ernährt haben
Osterode hat zwei Rathäuser: eines, das mal eines war, und eines, das heute eines ist. Beide sind sehenswert. Das Alte Rathaus am Martin-Luther-Platz 1 war bis 1989 im Amt und beherbergt heute Stadtarchiv, Trauzimmer und Heimatverein, im Keller sitzt der Ratskeller. Seine Verwaltungsfunktion hat 1989 das Harzkornmagazin in der Eisensteinstraße 1 übernommen, ein barocker Bau von 1719 bis 1722, der bis heute nach dem aussieht, was er ursprünglich war: ein Kornspeicher.
Und genau da wird es interessant. Im Oberharz ließ sich kein Getreide anbauen, die Bergstädte mussten also ernährt werden. Das Bergamt kaufte das Korn im Harzvorland ein, lagerte es in Osterode, und von hier brachten es die Eseltreiber hinauf. Seit dem 16. Jahrhundert gab es dafür eine eigene Zunft, ansässig im Stadtteil Freiheit, die mit Karawanen von zwanzig und mehr Tieren losgezogen ist. 1722 zählte man über 80 Esel, 1875 waren es noch drei. Dazwischen lag der Ausbau der Alten Harzstraße zwischen 1847 und 1851, und damit war das Geschäft erledigt.
Vor dem Alten Rathaus erinnert daran die Eseltreiber-Statue von Helmut Moos, enthüllt am 3. Juni 1988: der Treiber mit Schnapsflasche, der Esel mit Kornsack. Wer den Harzer Hexenstieg läuft, findet hier außerdem die Stempelstelle.
Die Altstadt von Osterode: Fachwerk aus vier Jahrhunderten



Die Altstadt von Osterode ist der Teil, für den ich wiederkommen würde. Sie ist kompakt, ohne Souvenirläden, und in den Seitengassen wird es sehr schnell sehr still. Für Fotos ist das ideal, weil du nicht auf Lücken in Menschenmengen warten musst.
Ein paar Häuser, an denen ich hängen geblieben bin: die Ratsapotheke von 1689 mit dem schmiedeeisernen Ausleger, in deren Erdgeschoss ein Korb- und Spielwarenladen sitzt. Die Rinne-Passage, das große orange-weiße Fachwerkhaus mit dem Rundbogendurchgang. Und die Ecke Marktstraße, wo ein zweigeschossiges Fachwerkhaus mit umlaufender Schnitzleiste steht und im Erdgeschoss eine Parfümerie untergebracht ist. Der Kontrast aus 400 Jahre altem Balkenwerk und Schaufenstern zieht sich durch die ganze Innenstadt, und ich finde ihn ehrlicher als eine museal hergerichtete Altstadt.
Stadtmauer, Türme und die Gassen dahinter



Die Stadtmauer von Osterode wurde 1233 erstmals urkundlich erwähnt, also mehr als fünfzig Jahre bevor die Stadt offiziell Stadtrechte bekam. Ursprünglich war sie rund 1700 Meter lang, hatte vier Tore (Johannistor, Jacobitor, Neustädter Tor und Marientor) und mindestens zehn Wehrtürme. Gebaut wurde sie aus Geröll der Söse, zusammengehalten von Gipsmörtel, was in dieser Gegend naheliegt: der Südharz ist Gipskarst.
Erhalten sind Abschnitte am Altstadtrand sowie der Sonnen- und der Pulverturm an der Straße Schildwache. Der schönste Teil ist für mich aber nicht der Turm, sondern der Weg daran entlang: eine schmale Gasse zwischen Bruchsteinmauer und Fachwerkrückseiten, an manchen Stellen mit Stockrosen davor. Am späten Nachmittag fällt das Licht dort genau richtig hinein.
Fotospots in Osterode: wo das Abendlicht hinfällt



Falls du wie ich vor allem zum Fotografieren kommst, hier die drei Stellen, an denen ich am längsten gestanden habe.
- Die Gassen nördlich des Kornmarkts. Von dort schaust du durch eine Häuserflucht direkt auf den Turm von St. Aegidien, genau wie auf dem Bild ganz oben. Am späten Nachmittag steht die Sonne so, dass die Dächer leuchten und die Gasse im Schatten bleibt.
- Der Weg an der Stadtmauer. Enges Motiv, viel Struktur, und im Sommer stehen Stockrosen davor.
- Die kleinen Innenhöfe am Altstadtrand. Hier steht Fachwerk neben verwittertem Holz neben frisch aufgestellten Balkengerüsten. Osterode saniert seine Altstadt in Etappen, und das sieht man.
St. Marien, St. Jacobi und die Alte Burg
Neben der Marktkirche hat Osterode zwei weitere Kirchen, die beide älter sind als ihr heutiges Aussehen vermuten lässt.
St. Marien in der Marienvorstadt 32 wird von der Stadt als Pfarrkirche erstmals für 1258 belegt, ein Kaplan ist schon 1233 nachgewiesen. Das Gebäude, das du heute siehst, ist allerdings deutlich jünger: 1554 stürzte die Kirche ein, ab 1659 wurde sie auf den alten Resten aus Bruchsteinen neu aufgebaut. Erhalten hat sich ein Flügelaltar von 1513 aus der Werkstatt von Bartold Kastrop. Kirche und Kirchgarten sind täglich von 10 Uhr bis zur Dämmerung offen.
St. Jacobi, die Schlosskirche am Schlossplatz, steht seit 1217 an der Stelle, an der Osterode gegründet wurde. Sie war erst Zisterzienserinnenkloster und später Schlosskirche der Herzöge von Grubenhagen. Der Innenraum ist täglich außer montags von 9 bis 17 Uhr zugänglich, sonntags läuft um 10 Uhr der Gottesdienst.
Der ungewöhnlichste Ort der Stadt ist die Alte Burg. Von ihr steht noch ein Rundturm, 1153 erstmals urkundlich erwähnt, ursprünglich 33 Meter hoch bei 15 Metern Durchmesser und Mauern von bis zu 3,5 Metern Stärke. Das macht ihn zu einem der größten Bergfriede Mitteleuropas. Im 14. und 15. Jahrhundert diente die Burg als Witwensitz der Grubenhagener Herzöginnen, als letzte lebte hier Elisabeth von Waldeck, gestorben 1513. Heute steht der Turm mitten auf dem Stadtfriedhof. Besichtigen kann man ihn nicht, über den Friedhof kommst du aber nah genug heran, um zu verstehen, welche Dimension da im Weg steht.
Museum im Ritterhaus
Das Museum im Ritterhaus am Rollberg 32 ist das Stadtmuseum von Osterode und steht bei mir auf der Liste für den zweiten Besuch. Es erzählt auf drei Etagen die Geschichte der Stadt und der Region, vom Bergbau über die Eseltreiber bis zur Industrialisierung.
Praktisch: geöffnet dienstags bis freitags von 10 bis 13 und von 14 bis 17 Uhr, samstags, sonntags und feiertags von 14 bis 17 Uhr, montags geschlossen. Die Dauerausstellung kostet keinen Eintritt, was für ein Museum dieser Größe bemerkenswert ist. Sonderausstellungen sind kostenpflichtig, die aktuelle mit dem Titel „Hexenwahn“ läuft bis zum 15. Oktober 2026 und kostet 4 Euro, für Kinder ab 12 Jahren 2 Euro. Alle Angaben nach der Serviceseite des Museums, Stand 2026. Ein Hinweis für später: Die Stadt plant, das Museum irgendwann in die Scheffelstraße umziehen zu lassen, ein Datum gibt es dafür bislang nicht.
Rund um Osterode: Sösetalsperre, Lichtenstein und Eulenburg
Wenn du mehr Zeit mitbringst als ich, lohnt sich der Blick über die Altstadt hinaus.
- Sösetalsperre. Zwischen 1928 und 1931 gebaut, heute von den Harzwasserwerken betrieben, mit einem Rundweg von rund neun Kilometern. Wichtig: Das ist eine Trinkwassertalsperre und kein Badesee. Parkplätze liegen an der B 498 Richtung Riefensbeek.
- Wald-Vogelstation. Auf dem Weg zur Talsperre, Parkplatz an der B 498 auf Höhe des Forsthauses Sösetal, dann rund 500 Meter zu Fuß. Rund 50 Vogelarten auf einem 400-Meter-Rundweg, dazu ein Barfußpfad. Geöffnet von April bis September, donnerstags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr, letzter Einlass um 17 Uhr.
- Der Lichtenstein. Ein bewaldeter Gipskarst-Höhenzug von 260,9 Metern, gut fünf Kilometer Luftlinie vom Zentrum entfernt und noch auf Osteroder Stadtgebiet. Oben liegt eine Burgruine, im Berg die Lichtensteinhöhle.
- Industriedenkmal Eulenburg. Die ehemalige Wollwarenfabrik Greve & Uhl in der Scheerenberger Straße 100, gegründet 1827, Grundsteinlegung 1832, bekannt geworden als Stammhaus der Kamelhaardecken. Ein Museum ist es nicht, heute sind dort Wohnungen, ein Bowlingcenter, ein Campinghotel und ein Biergarten untergebracht. Von außen ist der Bau trotzdem beeindruckend.
- Aloha Aqualand. Das Freizeitbad in der Schwimmbadstraße 1 ist die meistbewertete Attraktion der Stadt auf Tripadvisor und damit vor allem für Familien relevant. Anderthalb Stunden kosten 5 Euro, die Tageskarte 8 Euro, eine Familientageskarte 20 Euro. Geöffnet montags ab 13 Uhr, dienstags bis freitags ab 9 Uhr, jeweils bis 21 Uhr, am Wochenende von 9 bis 20 Uhr.
Wandern ab Osterode: Hexenstieg und Karstwanderweg
Das ist der Punkt, an dem Osterode über den Halbtagesbesuch hinauswächst. Der Harzer Hexenstieg startet hier, und zwar nicht ungefähr, sondern an einer konkreten Stelle: an der Bleichestelle, wo ein Torbogen mit Infotafel steht und ein kostenloser Parkplatz liegt. Von dort sind es 94 Kilometer quer über den Harz bis nach Thale in Sachsen-Anhalt. Die erste Stempelstelle findest du an der Eseltreiber-Statue vor dem Alten Rathaus.
Der Karstwanderweg hat in Osterode ebenfalls einen Einstieg. Er führt durch die Gipskarstlandschaft des Südharzes, ist mit einem rot-weißen „K“ markiert und misst nach Angaben der Stadt über 200 Kilometer, mit 25 Rundwegen, von denen zehn in Niedersachsen liegen. Diese Landschaft gibt es in dieser Form in Europa kein zweites Mal, und sie ist der Grund, warum sich der Südharz von den Postkarten-Ecken des Oberharzes so deutlich unterscheidet.
Wer den Hexenstieg-Start nicht als Tagesausflug, sondern als Etappe plant, übernachtet sinnvollerweise gleich in der Stadt: Osterode hat rund 20 Unterkünfte vom Gasthof bis zur Ferienwohnung*, und du stehst am nächsten Morgen ohne Anfahrt am Torbogen.
Praxis: Anreise, Parken und Stadtführungen
Mit der Bahn nach Osterode
Osterode hat zwei eigene Haltepunkte, „Osterode am Harz Mitte“ und „Osterode am Harz Leege“. Beide werden von der RB 46 zwischen Braunschweig und Herzberg im Stundentakt bedient. Für die Altstadt steigst du in Osterode Mitte aus, von dort läufst du in wenigen Minuten zum Kornmarkt. Ein Umweg über Herzberg ist nicht nötig, auch wenn das an einigen Stellen im Netz behauptet wird.
Mit dem Auto und Parken
Über die B 243 kommst du direkt in die Stadt, die A 7 liegt in der Nähe. Zum Parken kann ich dir weniger sagen, als mir lieb ist: Die Stadt nennt weder auf ihrer Parkseite noch in ihrem Satzungsarchiv Beträge pro Stunde, eine Höchstparkdauer oder eine Brötchentaste. Belegt ist, dass du per EasyPark-App bezahlen und dabei minutengenau abrechnen kannst, und dass Motorräder unter anderem an der Marientorstraße, an der Schachtrupp-Villa, in der Brauhausstraße und am Harzkornmagazin kostenlos stehen. Wohnmobilstellplätze gibt es am Aloha Aqualand (sieben Plätze, maximal zwei Tage) und auf dem Campingplatz Eulenburg. Wenn du die Tarife vorher genau wissen willst, ruf im Rathaus an, statt dich auf Zahlen aus dem Netz zu verlassen.
Stadtführungen und Touristinformation
Von Mai bis Oktober bietet die Stadt einen stadtgeschichtlichen Rundgang an, 14-tägig dienstags um 11 beziehungsweise 14 Uhr, für 6,50 Euro, Kinder bis 16 gehen kostenlos mit, anmelden musst du dich nicht. Von Juni bis September kommen Erlebnisrundgänge dazu, bei denen dich Figuren wie „Friedchen die Eierfrau“, der Scharfrichter oder die Kiepenfrau durch die Stadt führen, für 8 Euro. Treffpunkt ist jeweils die Touristinformation in der Aegidienstraße 16. (Die Stadt führt auf ihrer Kontaktseite zusätzlich die Eisensteinstraße 1 als Adresse, das ist das Rathaus im Harzkornmagazin.)
Beste Tageszeit
Später Nachmittag, wenn du fotografieren willst. Das Licht fällt dann längs in die Gassen, und leer sind sie in Osterode ohnehin. Wenn dir Betrieb lieber ist, komm dienstag- oder samstagvormittags zum Wochenmarkt.
Fahrzeiten ab Osterode
- Herzberg am Harz: 11 km, rund 10 Minuten
- Clausthal-Zellerfeld: 12 km, rund 13 Minuten
- Bad Lauterberg: 22 km, rund 22 Minuten
- Northeim: 23 km, rund 26 Minuten
- Torfhaus (Ausgangspunkt für den Brocken zu Fuß): 33 km, rund 30 Minuten
- Goslar: 31 km, rund 33 Minuten
- Einbeck: 40 km, rund 44 Minuten
- Göttingen: 44 km, rund 49 Minuten
Auf die Brockenkuppe führt von Osterode aus keine befahrbare Straße, die Brockenstraße ist für den öffentlichen Verkehr gesperrt. Wer hinauf will, fährt bis Torfhaus und läuft von dort, oder nimmt die Brockenbahn ab Wernigerode und Schierke, was von Osterode aus allerdings ein anderer Tag ist.
Osterode oder Goslar? Der Vergleich, der dir die Entscheidung abnimmt
Osterode hat ähnlich viel Fachwerk wie Goslar oder Quedlinburg, aber einen Bruchteil der Besucher. Wo in Goslar an einem Samstagnachmittag Reisegruppen durch die Marktstraße geschoben werden, hörst du in Osterodes Gassen deine eigenen Schritte. Das ist der Vorteil.
Der Nachteil ist die Kehrseite davon: In Osterode passiert weniger. Es gibt kein Weltkulturerbe, keine Kaiserpfalz, keine Museumsdichte, die einen Regentag füllt. Zwei Stunden Altstadt sind gut investiert, ein ganzer Tag nur mit Osterode wird lang. Meine Empfehlung: Nimm Osterode als Zwischenstopp auf dem Weg in den Harz oder als Startpunkt für eine Wanderung, nicht als alleiniges Tagesziel.
Mein Fazit zu Osterode am Harz
Ich habe für den Fachwerk-Fünfeck-Artikel alle fünf Städte in eine Reihenfolge gebracht, und Osterode steht bei mir auf Platz fünf. Nicht weil die Stadt hässlich wäre, im Gegenteil, die Kulisse am Kornmarkt gehört zum Besten in der Gegend. Sondern weil in Einbeck, Hann. Münden und Duderstadt schlicht mehr passiert. Wenn dein Wochenende knapp wird, ist Osterode die Etappe, die du streichst.
Und trotzdem würde ich wieder anhalten. Für zwei Stunden am späten Nachmittag, mit Kamera, ist diese Stadt fast zu gut: leere Gassen, Fachwerk aus vier Jahrhunderten, eine Stadtmauer, an der du entlanglaufen kannst, und ein Kirchturm, der in jede zweite Häuserflucht hineinragt. Mehr Fotos in kürzerer Zeit habe ich selten gemacht. Was davon geworden ist, siehst du auch auf unserem Instagram.
Was kann man in Osterode am Harz sehen?
Die wichtigsten Osterode am Harz Sehenswürdigkeiten sind der Kornmarkt mit dem ältesten Fachwerkhaus der Stadt (Kornmarkt 20, um 1500), die Marktkirche St. Aegidien, das Alte Rathaus mit der Eseltreiber-Statue, das barocke Harzkornmagazin von 1719 bis 1722 und die Reste der Stadtmauer von 1233. Dazu kommen das Museum im Ritterhaus, die Kirchen St. Marien und St. Jacobi sowie die Alte Burg auf dem Stadtfriedhof. Alle Altstadt-Ziele liegen in Gehweite zueinander.
Wie viel Zeit sollte man für Osterode einplanen?
Für die Altstadt reichen zwei Stunden. Wer zusätzlich das Museum im Ritterhaus besucht und an die Sösetalsperre fährt, ist einen halben Tag beschäftigt. Als alleiniges Ganztagesziel ist Osterode zu klein, als Zwischenstopp oder Startpunkt für eine Harz-Wanderung passt es gut.
Hat Osterode am Harz eine Altstadt?
Ja, und sie ist gut erhalten. Die Bürgerhäuser stammen überwiegend aus der Zeit nach dem großen Stadtbrand von 1545 und wurden über vier Jahrhunderte hinweg im Fachwerkstil errichtet. Der Kornmarkt bildet mit dem angrenzenden Martin-Luther-Platz das Zentrum, drumherum liegen enge Gassen bis hinunter zur Stadtmauer. Einziges Gebäude, das den Brand überstand, ist das Haus Kornmarkt 20 von etwa 1500.
Kann man den Turm der Marktkirche St. Aegidien besteigen?
Ja, samstags um 11 Uhr im Rahmen der offenen Kirche, im Januar und Februar ist Winterpause. Der Turm ist rund 64 Meter hoch, bis 1936 wohnte dort oben ein Türmer. Einen festen Preis veröffentlicht die Kirchengemeinde nicht, frag also vor Ort nach und nimm Kleingeld mit.
Wann ist der Weihnachtsmarkt in Osterode am Harz?
Der Osteroder Weihnachtsmarkt findet 2026 vom 25. November bis zum 29. Dezember auf dem Kornmarkt statt, montags bis freitags ab 11 Uhr, samstags ab 10 Uhr und sonntags ab 12 Uhr. Der Eintritt ist frei; die Termine stammen von der offiziellen Marktseite.
Kommt man mit der Bahn nach Osterode am Harz?
Ja, direkt. Osterode hat zwei eigene Haltepunkte, Osterode am Harz Mitte und Osterode am Harz Leege, beide an der Linie RB 46 zwischen Braunschweig und Herzberg im Stundentakt. Für die Altstadt steigst du in Osterode Mitte aus. Ein Umstieg über Herzberg ist für die Anreise nicht nötig.
Lohnt sich Osterode als Tagesausflug?
Als reines Tagesziel eher nicht, als Halbtagesziel oder Zwischenstopp auf jeden Fall. Osterode hat ähnlich viel Fachwerk wie Goslar oder Quedlinburg, aber deutlich weniger Besucher, dafür auch weniger Programm. Am besten kombinierst du die Altstadt mit einer Wanderung auf dem Hexenstieg oder dem Karstwanderweg, die beide hier starten.
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- Bad Lauterberg: der nächste Südharz-Ort, gut 20 Minuten südöstlich, mit Kurpark und Talsperre.
- Goslar: der große Nachbar mit Kaiserpfalz und Weltkulturerbe, eine gute halbe Stunde entfernt.
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- Duderstadt: Fachwerk-Altstadt im Eichsfeld mit dem schiefen Westerturm.
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