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Fachwerk-Fünfeck in fünf Etappen: meine Route durch die fünf Fachwerkstädte Südniedersachsens

Das Fachwerk-Fünfeck ist ein Zusammenschluss von fünf Fachwerkstädten in Südniedersachsen: Hann. Münden, Northeim, Einbeck, Osterode am Harz und Duderstadt. Die Städte schreiben sich selbst meist Fachwerk5Eck, die Geschäftsstelle sitzt im Bürgerbüro Northeim, und zusammen kommen sie auf ein paar tausend Fachwerkhäuser auf einer Fläche, die du an einem langen Wochenende abfahren kannst.

Was du auf den offiziellen Seiten nicht findest: in welcher Reihenfolge das Sinn ergibt, wie lange du wirklich brauchst, wo du übernachtest und welche der fünf du weglassen kannst, wenn die Zeit knapp wird. Genau das steht hier.

Ein Hinweis vorweg, damit du weißt, woran du bist: Ich habe die fünf nicht an einem Stück abgefahren, sondern über mehrere Reisen eingesammelt. Genau daraus ist die Reihenfolge entstanden, die ich dir empfehle, und auch meine Rangliste am Ende.

Das Fachwerk-Fünfeck auf einen Blick

  • Fünf Städte: Hann. Münden, Northeim, Einbeck, Osterode am Harz, Duderstadt
  • Gesamte Runde: 206 Kilometer, 3 Stunden 20 Minuten reine Fahrzeit
  • Empfohlene Dauer: drei Tage. Zwei gehen, aber dann nur Altstädte.
  • Beste Basis: Einbeck zum Übernachten, Northeim für die kürzesten Wege
  • Wenn du nur eine schaffst: Einbeck
  • Anreise: Die A7 ist das Rückgrat, alle fünf hängen daran. Duderstadt hat keinen Bahnhof.
StadtZeitbedarfWofür sie stehtMeine Rangfolge
Einbeck1 bis 2 TageBier, PS.Speicher, die hübscheste Altstadt1
Hann. Mündenhalber Tagdrei Flüsse, dichtestes Fachwerk, Tillyschanze2
Duderstadthalber bis ganzer Tagdas schönste Rathaus der Runde, Eichsfeld3
Northeimhalber TagStadtmauer, Seenplatte, gelebte Kleinstadt4
Osterode am Harz2 StundenFachwerkkulisse am Harzrand5

Zum Einordnen, falls dir keine der fünf etwas sagt: Hann. Münden ist für Fachwerk-Fans ungefähr das, was Quedlinburg für den Harz ist, nur ohne die Besuchermassen. Das gilt sinngemäß für die ganze Runde. Du bekommst hier Rothenburg-Dichte ohne Rothenburg-Betrieb.

Karte: die Route mit allen fünf Etappen

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Die Reihenfolge: warum diese und keine andere

Ich fahre die Runde so: Hann. Münden, Northeim, Einbeck, Osterode am Harz, Duderstadt und von dort zurück. Das ist kein Bauchgefühl, sondern schlicht die kürzere Strecke. Die naheliegende Alternative, bei der man von Northeim erst nach Duderstadt fährt und Einbeck ans Ende hängt, kostet 231 Kilometer und 3 Stunden 32 für dieselben fünf Städte. Meine Reihenfolge kommt mit 206 Kilometern und 3 Stunden 20 aus.

EtappeFahrzeitStreckeÜber
Hann. Münden nach Northeim40 Min53,9 kmA7
Northeim nach Einbeck23 Min18,2 kmB3
Einbeck nach Osterode am Harz46 Min46,3 kmB243
Osterode nach Duderstadt37 Min32,9 kmL523, B247
Duderstadt nach Hann. Münden55 Min63,6 kmA7

Was dabei auffällt: Die schönste der fünf Städte ist zugleich die am weitesten außen gelegene. Einbeck ist der nördlichste Punkt der Runde, nicht ihr Zentrum. Für die Übernachtungsfrage hat das Folgen, dazu unten mehr.

Etappe 1: Hann. Münden

Was Hann. Münden von den anderen vier unterscheidet

Die Lage. Hann. Münden sitzt exakt dort, wo Werra und Fulda sich zur Weser vereinen, und keine der anderen vier hat so etwas. Dazu über 700 Fachwerkhäuser aus sechs Jahrhunderten bei rund 24.000 Einwohnern, was eine Dichte ergibt, die man sonst in deutlich größeren Städten sucht.

Ich war um halb zehn morgens da, und die Altstadt war fast leer. Kein Bus, keine Reisegruppe, nur ein paar Anwohner auf dem Weg zum Bäcker. Das ist bei einer Stadt, die Tagesausflügler aus Kassel und Göttingen anzieht, keine Selbstverständlichkeit, und es ist mein wichtigster Tipp für diese Etappe: Komm vor zehn.

Was du dir ansehen solltest

Das Rathaus im Stil der Weserrenaissance steht am Marktplatz, mit einem Glockenspiel, das mehrmals täglich Szenen aus dem Leben des Wanderarztes Doktor Eisenbart zeigt. Eisenbart starb 1727 in Hann. Münden und ist bis heute das inoffizielle Maskottchen der Stadt.

Auf der Flussinsel Tanzwerder steht seit 1899 der Weserstein, genau an der Stelle, wo die beiden Flüsse zusammenkommen. Er liegt direkt am großen Parkplatz, du nimmst ihn also ohnehin mit. Schöner als der Stein selbst fand ich den Blick von der anderen Uferseite zurück auf die Altstadt.

Auf die Tillyschanze bin ich hochgelaufen, und der Anstieg sieht von unten weiter aus, als er ist. Oben hast du den Blick über die Altstadt und die drei Flüsse, für mich der Höhepunkt des Besuchs.

Meine liebste Ecke zum Fotografieren war aber keine Sehenswürdigkeit, sondern die Straße „Vor der Burg“ Richtung Lange Straße: eng, verwinkelt, aus jedem Winkel ein anderes Bild.

Praxis

Geparkt habe ich auf dem Großparkplatz am Weserstein auf der Flussinsel Tanzwerder, von dort sind es zwei Minuten über die Fußgängerbrücke in die Altstadt. Für Altstadt und Tillyschanze reicht ein halber Tag locker. Vor der Weiterfahrt gab es bei Zimt & Zucker an der Werrabrücke (Lange Straße 1) einen Kaffee und ein Croissant.

→ Alle Details im ausführlichen Guide zu den Hann. Münden Sehenswürdigkeiten

Weiter nach Northeim: 40 Minuten, 53,9 Kilometer über die A7.

Etappe 2: Northeim

Was Northeim von den anderen vier unterscheidet

Northeim ist die einzige der fünf, die sich nicht wie ein Museum anfühlt. Der Vergleich, der mir beim Durchlaufen kam: ein kleineres, unaufgeregteres Duderstadt. Weniger durchgestylt, weniger Postkartenmotive am Stück, dafür merkt man deutlich, dass hier Leute wohnen und einkaufen und nicht nur fotografieren.

Ob dir das gefällt, ist Geschmackssache. Mir hat es gefallen, aber es ist der Grund, warum Northeim in meiner Rangfolge auf Platz vier steht und nicht weiter oben.

Was du dir ansehen solltest

Rund 1.000 Meter der mittelalterlichen Stadtmauer sind erhalten, gebaut zwischen 1252 und 1304. Das eindrucksvollste Stück ist der Brauereiturm am Schaupenstiel, ein Dreiviertelrund mit 2,80 Meter dicken Mauern. Ein durchgehender Rundweg ist das nicht, eher etwas, das dir beim Umherlaufen immer wieder begegnet.

Das Theater der Nacht in der Oberen Straße ist ein Figurentheater in einem Haus, das aussieht wie aus einem Traum. Ich war nicht drin, ich stand nur davor und habe fotografiert. Mit Kindern würde ich hier den Besuch einplanen statt nur die Fassade mitzunehmen.

Das beste Motiv der Stadt ist für mich ein freistehendes Fachwerkhaus mit Uhr und Türmchen, dahinter nur Himmel. So sauber bekommst du das in kaum einer anderen Kleinstadt vor die Linse.

Vor der Tür liegt außerdem die Northeimer Seenplatte mit zwölf Seen. Der größte ist rund 80 Hektar groß und hat einen 1,6 Kilometer langen Rundweg. Dort war ich nicht, das ist eine eigene Halbtagessache.

Praxis

Parkplatz am Zwinger, keine drei Gehminuten zur Altstadt. Ein Detail, das Geld spart: Die Gebührenpflicht gilt nur montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr. Wer am Wochenende kommt, parkt kostenlos. Northeim ist ein Halbtagesziel, kein Wochenende, und das ist keine Kritik, sondern die ehrlichere Planungsgrundlage.

→ Alle Details im ausführlichen Guide zu den Northeim Sehenswürdigkeiten

Weiter nach Einbeck: 23 Minuten, 18,2 Kilometer über die B3. Die kürzeste Etappe der Runde.

Etappe 3: Einbeck

Was Einbeck von den anderen vier unterscheidet

Einbeck ist die hübscheste der fünf. Wenn du nur eine Stadt schaffst, dann diese.

Es kommt zusammen, was in den anderen vier einzeln vorkommt: rund 150 erhaltene Fachwerkhäuser, überwiegend nach den Stadtbränden von 1540 und 1549 gebaut, dazu eine Altstadt, in der wirklich etwas los ist. Am Marktplatz zu sitzen und den Leuten zuzusehen, war einer der schönsten Momente der ganzen Runde. Und die Stadt ist klein genug, dass du sie locker ablaufen kannst.

Zum Fotografieren war das ein Träumchen mit Fachwerk, anders kann ich es nicht sagen. Ich hatte dabei zwei Vorteile, die du vielleicht nicht hast: strahlendes Wetter und eine Zeit, in der pandemiebedingt wenig los war.

Was du dir ansehen solltest

Das Alte Rathaus am Marktplatz mit seinen drei spitzen Rundtürmen ist das Wahrzeichen der Stadt, erstmals 1334 erwähnt und nach dem Stadtbrand von 1540 neu errichtet. Ein paar Schritte weiter steht in der Marktstraße 13 das Eickesche Haus von 1612, ein kunstvoll verziertes Fachwerkhaus der Spätrenaissance, in dem heute die Tourist-Information sitzt.

Die Marktkirche St. Jacobi hat den schiefen Turm von Einbeck: 65 Meter hoch, etwa 1,5 Meter zur Seite geneigt und seit 1741 mit einer Stützmauer gesichert. Ich bin oben gewesen, weil mich jemand vom Tourismusverbund privat und allein hochgeführt hat. Ob das regulär möglich ist, fragst du am besten direkt in der Tourist-Information nach.

Die Tiedexer Straße gilt als die prächtigste Straße der Altstadt. Die Wallanlagen ziehen sich über zwei Kilometer um den Kern, zwischen Tiedexer Tor und Hullerser Tor ist die Mauer vollständig erhalten.

Der PS.Speicher ist Europas größtes Oldtimermuseum, mit über 400 Exponaten in der Hauptausstellung und insgesamt rund 2.500 Stücken in den zugehörigen Depots. Ich habe mir alles angesehen, und das ist eine echte Halbtagessache, kein schneller Abstecher. Ein Tagesticket für die Fahrzeugwelten gibt es auch vorab online ab 43 Euro (Stand 2026).*

Zum Bier: Einbeck hat 700 Jahre Brautradition, bis ins 17. Jahrhundert hatten über 700 Häuser Braurecht. Eine Brauereibesichtigung dauert rund drei Stunden und führt über 230 Stufen, die habe ich mir gespart. Stattdessen bin ich den BierPfad abgegangen: 2,4 Kilometer, ungefähr 45 Minuten, und du folgst dabei weißen Bierfässern auf dem Boden vom Alten Rathaus bis zum Einbecker Brauhaus. Das ist die entspannte Variante, und nebenbei siehst du die halbe Altstadt.

Die Bierprobe habe ich dann im Brodhaus am Marktplatz 13 gemacht, einem der ältesten Gästehäuser Niedersachsens, 1552 nach dem Stadtbrand wieder aufgebaut. Fünf Einbecker Sorten zu je 0,1 Liter, und abends bin ich für ein Schnitzel mit Bratkartoffeln wiedergekommen. Die Hausspezialität heißt Einbecker Senfmühlen-Schnitzel, falls du den Bogen zur örtlichen Senfmühle schlagen willst.

Am zweiten Abend war ich im Gigant XXL in der Altendorfer Straße 41, keine fünf Gehminuten vom Marktplatz. Der Name ist dort keine Übertreibung: Es gab wieder ein Schnitzel, diesmal in einer Größe, bei der der Teller an seine Grenzen kommt, dazu ein Einbecker vom Fass. Zwei Abende, zwei Schnitzel, das war nicht geplant, und bereut habe ich keines davon. Geöffnet ist dienstags bis sonntags ab 16 Uhr, montags ist Ruhetag (Stand 2026).

Für den Kaffee davor oder danach: die Einbecker Kaffeerösterei am Marktplatz 25. Im Sommer stehen dort rund 30 Plätze draußen mit Blick auf den Platz, und genau da habe ich am längsten gesessen und Leute beobachtet. Geröstet wird im Haus. Dienstags ist Produktionstag, dann bleibt die Rösterei zu (Stand 2026).

Ein Stück außerhalb, in Salzderhelden, steht die Burgruine Heldenburg aus dem 13. Jahrhundert, einst zum Schutz des Salzbrunnens gebaut. Ich bin rausgefahren und habe sie mir von außen angesehen, das lohnt den Abstecher.

Warum ich hier übernachten würde

Einbeck ist mein Tipp für die Übernachtung, aber ich will ehrlich sein: Es ist nicht die praktischste Wahl, sondern die schönere.

Die zentralste Stadt der Runde ist Northeim, nicht Einbeck. Einbeck liegt am Nordrand des Fünfecks, Northeim ziemlich genau in seiner Mitte, und das schlägt sich in den Fahrzeiten nieder:

Von hier aus nachab Einbeckab Northeim
Northeim bzw. Einbeck23 Min23 Min
Osterode am Harz46 Min25 Min
Duderstadt53 Min33 Min
Hann. Münden56 Min40 Min

Von Northeim aus ist keine der anderen vier weiter als 40 Minuten entfernt. Nicht ohne Grund sitzt die Geschäftsstelle des Fachwerk5Ecks dort im Bürgerbüro.

Trotzdem würde ich wieder in Einbeck schlafen. Der Umweg kostet dich pro Fahrt eine Viertelstunde, und dafür bekommst du die hübscheste Altstadt der fünf, die einzige, in der abends noch etwas los ist, und genug Programm für zwei Tage, während die anderen vier Halbtagesziele sind. Wenn dein Wochenende eng getaktet ist oder du mit Kindern unterwegs bist, nimm Northeim und spar die Fahrzeit.

Ich hatte zwei Übernachtungen und habe von hier aus Northeim als Halbtagesausflug gemacht. Geschlafen habe ich im Hotel Goldener Löwe am Möncheplatz 10, zwölf Zimmer, direkt im historischen Stadtkern. Von dort läufst du überall in ein paar Minuten hin, und genau darum ging es mir. Wenn du breiter vergleichen willst, wirst du in Einbeck fündig.*

→ Alle Details im ausführlichen Guide zu den Einbeck Sehenswürdigkeiten

Weiter nach Osterode am Harz: 46 Minuten, 46,3 Kilometer über die B243.

Etappe 4: Osterode am Harz

Was Osterode von den anderen vier unterscheidet

Hier hört das Leinetal auf und der Harz fängt an. Osterode liegt am Westrand des Gebirges, und das merkst du auf der Anfahrt deutlicher als in der Stadt selbst.

Und jetzt der Satz, den die offiziellen Seiten nie schreiben werden: Osterode ist die Stadt, die ich von den fünf am ehesten weglassen würde. Nicht weil sie hässlich wäre, im Gegenteil, die Fachwerkkulisse am Kornmarkt ist wirklich schön und lässt sich hervorragend fotografieren. Aber es passiert weniger als in den anderen vier, und wenn dein Wochenende knapp wird, ist das die Etappe, die du streichst.

Ich war rund anderthalb Stunden dort, an einem frühen Abend auf dem Weg nach Einbeck. Ich habe mich treiben lassen, das Abendlicht mitgenommen und fotografiert, war aber in keinem Museum und habe keine Führung mitgemacht. Für ein tieferes Urteil hat das nicht gereicht, und genau so ist es hier gemeint.

Was du dir ansehen solltest

Der Kornmarkt ist das Zentrum, umstanden von Fachwerkhäusern, dienstags und samstags vormittags ist hier Wochenmarkt. Über allem steht die Marktkirche St. Aegidien mit ihrem massiven Turm; die Kirche wurde nach dem großen Stadtbrand von 1545 wieder aufgebaut, und bis 1936 wohnte im Turm ein Türmer.

Das Alte Rathaus am Martin-Luther-Platz 1 war bis 1989 im Amt und beherbergt heute Stadtarchiv, Trauzimmer und Heimatverein, im Keller sitzt der Ratskeller. Seine Verwaltungsfunktion hat das barocke Harzkornmagazin in der Eisensteinstraße 1 übernommen, das seit 1989 das Rathaus ist.

Die Stadtmauer wurde bereits 1233 erstmals urkundlich erwähnt, mehr als fünfzig Jahre bevor Osterode offiziell Stadtrechte bekam. Reste davon begleiten dich in den Gassen am Altstadtrand.

Wenn du mehr Zeit mitbringst als ich: Das Museum im Ritterhaus und die Sösetalsperre stehen auf der Liste für einen zweiten Besuch. Osterode ist außerdem ein guter Ausgangspunkt für den Harzer Hexenstieg und den Karstwanderweg.

Praxis

Die Altstadt ist kompakt und in zwei Stunden abgelaufen. Wenn du fotografierst, komm am späten Nachmittag: Das Licht fällt dann günstig in die Gassen, und leer sind sie ohnehin.

→ Alle Details im ausführlichen Guide zu den Osterode Sehenswürdigkeiten. Weitere Ziele in der Gegend findest du in unserer Übersicht der Städte im Harz.

Weiter nach Duderstadt: 37 Minuten, 32,9 Kilometer über L523 und B247.

Etappe 5: Duderstadt

Was Duderstadt von den anderen vier unterscheidet

Duderstadt hat das schönste Rathaus der Runde, und das ist keine knappe Entscheidung. Diese verschachtelte Silhouette mit Erkern, Türmchen und geschnitztem Fachwerk wirkt aus jedem Winkel anders. Ich bin mehrfach drum herum gelaufen, für mich war es das stärkste Motiv der ganzen Stadt.

Der zweite Unterschied ist die Lage: Duderstadt gehört zum Eichsfeld, nicht zum Harz und nicht zum Leinetal, und es liegt so dicht an der ehemaligen innerdeutschen Grenze, dass das bis heute Thema ist. Das Grenzlandmuseum ist wenige Kilometer entfernt.

Was du dir ansehen solltest

Das Historische Rathaus kannst du auch von innen erkunden, von den Kellergewölben mit Ratsweinkeller und ehemaligen Folterkammern bis hinauf zum Turm. Die Marktstraße davor reiht ein buntes Fachwerkhaus ans nächste, plan dafür anderthalb Stunden ein, du wirst an jeder Ecke stehen bleiben.

Vom Westerturm-Ensemble ist der gedrehte Turmhelm das Erkennungszeichen. Es ist täglich 10 bis 16:30 Uhr geöffnet, Erwachsene zahlen 4 Euro, Schüler 2 Euro, Kinder frei; das Kombiticket mit dem Rathaus kostet 6 Euro (Stand 2026).

Die beiden Kirchen St. Cyriakus und St. Servatius habe ich mir nur von außen angesehen, das hebe ich mir fürs nächste Mal auf. Dafür bin ich ein Stück über Wall und Stadtmauer gelaufen, und das ist mein Tipp: Von dort oben siehst du am besten, wie kompakt und wehrhaft die Stadt angelegt war.

Wenn du Zeit für das Umland hast, lohnen zwei Ziele. Die Sulbergwarte auf dem 226 Meter hohen Sulberg ist über 52 Stufen zu besteigen und liefert das Übersichtsbild von Duderstadt, das du in der engen Altstadt nicht hinbekommst. Und der Skywalk Sonnenstein ragt 14 Meter über eine Felskante hinaus, mit Glasboden und Blick bei klarer Sicht bis zum Brocken.

Praxis

Geparkt habe ich auf dem Parkplatz Altstadt (Rosenberg 5), von dort sind es ein paar Minuten in die Marktstraße. An Sonn- und Feiertagen ist in fast der ganzen Stadt kostenlos parken. Für die Altstadt reicht ein halber Tag, mit Skywalk und Sulbergwarte wird ein ganzer daraus.

Ich war an einem sonnigen Samstagnachmittag da, und da war richtig etwas los. Das hat seinen Charme, aber als Fotograf wartest du dann auf freie Bildausschnitte. Wenn dir saubere, menschenleere Fachwerkfotos wichtig sind, komm früh morgens.

→ Alle Details im ausführlichen Guide zu den Duderstadt Sehenswürdigkeiten

Zurück nach Hann. Münden: 55 Minuten, 63,6 Kilometer über die A7.

Wie viele Tage du brauchst

Drei von fünf Städten sind Halbtagesziele. Daraus ergibt sich die Antwort fast von selbst.

ModellFür wenAufteilung
Drei Tage (meine Empfehlung)Anreise von weiter wegTag 1: Hann. Münden vormittags, Northeim nachmittags. Tag 2: Einbeck ganztags, Osterode am späten Nachmittag. Tag 3: Duderstadt mit Skywalk
Zwei Tagewer nur ein Wochenende hatTag 1: Hann. Münden, Northeim, Einbeck. Tag 2: Osterode, Duderstadt. Kein Museum, kein Turm, nur Altstädte.
Fünf Tagesausflügewer in der Region wohntVon Göttingen aus ist jede der fünf in unter einer Stunde erreichbar, Hann. Münden in 35 Minuten. Die entspannteste Variante.

Bei zwei Tagen fällt der PS.Speicher weg, und das ist ein echter Verlust. Wenn du dich für Autos und Motorräder auch nur mittelmäßig interessierst, plan den dritten Tag ein.

Wo du unterwegs übernachtest

Meine Empfehlung ist Einbeck, die Abwägung samt Fahrzeit-Tabelle steht oben bei Etappe 3. Kurz gefasst: die schönste Altstadt und das meiste Programm, dafür ein paar Minuten mehr Fahrt als von Northeim aus.

Wenn du die Runde anders zuschneidest, kommen zwei Alternativen an den Enden infrage. Hann. Münden lohnt sich, wenn du über Kassel anreist oder den Weser-Radweg mitnehmen willst, und du bekommst dann den frühen Morgen in der leeren Altstadt geschenkt. Duderstadt passt, wenn du das Eichsfeld und den Skywalk Sonnenstein ausbauen möchtest.

Unterkünfte in Hann. Münden und Duderstadt findest du auf demselben Weg.*

Anreise: Auto, Bahn, Rad

Mit dem Auto ist es einfach: Die A7 läuft mitten durch das Fünfeck, Hann. Münden, Northeim und Einbeck hängen direkt daran, Osterode und Duderstadt erreichst du über Bundes- und Landstraßen. Die 206 Kilometer der Gesamtrunde verteilen sich auf fünf kurze Etappen, keine davon länger als eine Stunde.

Mit der Bahn funktionieren die drei Leinetal-Städte gut. Northeim liegt an der Schnellfahrstrecke und ist der beste Umsteigepunkt der Region. Und jetzt die Info, die sonst niemand hinschreibt: Duderstadt hat keinen Bahnhof. Du kommst dort nur mit dem Bus hin, ab Osterode dauert die Verbindung mit Umstieg rund eine Stunde und fünf Minuten. Wer die Runde ohne Auto plant, sollte Duderstadt bewusst ans Ende oder an den Anfang legen. Auch Einbeck ist ein Sonderfall: Der Bahnhof heißt Einbeck-Salzderhelden und liegt rund zwei Kilometer außerhalb, in die Altstadt geht es mit Bus oder Ilmebahn weiter.

Mit dem Rad gibt es den Fachwerk5Eck-Radrundweg, der die fünf Städte verbindet. Die Runde ist über outdooractive dokumentiert, und für den Weg zwischen den Altstädten ist das Gelände angenehmer, als der Name Harz vermuten lässt: Vier der fünf Städte liegen im Flachland des Leinetals, erst kurz vor Osterode geht es spürbar bergauf.

Die beste Reisezeit

Für die Altstädte geht das ganze Jahr, das ist der Vorteil an Fachwerk. Am angenehmsten fand ich den Spätsommer und den frühen Herbst: klares Licht, keine Hitze, wenig Betrieb. Der Hochsommer bringt dir die Seenplatte bei Northeim als Zugabe, kostet dafür aber die leeren Gassen.

Wenn du fotografierst, richte dich weniger nach der Jahreszeit als nach der Tageszeit. Vor zehn Uhr morgens hast du die Altstädte praktisch für dich, am späten Nachmittag bekommst du das bessere Licht. Beides habe ich ausprobiert, und beides funktioniert.

Fazit: für wen sich das Fachwerk-Fünfeck lohnt

Für dich, wenn du auf Fachwerk stehst und hübsche Städtchen magst, in denen nicht zu viel los ist. Es gibt genug zu tun für ein ganzes Wochenende: den PS.Speicher in Einbeck, das Bier, das Rathaus in Duderstadt, die Sehenswürdigkeiten in Osterode, dazu Wandern und Radfahren in der Umgebung und Einkaufen in Städten, die noch echte Innenstädte haben.

Weniger für dich, wenn du große Namen und viel Programm suchst. Keine der fünf ist Quedlinburg oder Rothenburg, und genau darin liegt ihr Reiz: Du wirst in den Gassen nicht geschoben.

Ich bin froh, dass ich mir alle fünf angesehen habe, auch die, die ich unten einsortiere. Erst im Vergleich merkt man, wie unterschiedlich fünf Fachwerkstädte auf so kleinem Raum sein können. Meine Rangfolge, wenn du sie kurz und ungeschminkt willst:

  1. Einbeck: die hübscheste, die mit dem meisten Leben, die mit dem meisten Programm
  2. Hann. Münden: die spektakulärste Lage und die dichteste Altstadt
  3. Duderstadt: das schönste Rathaus der Runde
  4. Northeim: die alltäglichste, aber auch die unspektakulärste
  5. Osterode am Harz: schön anzusehen, aber die, die ich weglassen würde

Mehr Bilder aus diesen und anderen Fachwerkstädten teilen wir laufend auf unserem Instagram.

Häufige Fragen zum Fachwerk-Fünfeck

Welche Städte gehören zum Fachwerk5Eck?

Zum Fachwerk5Eck gehören fünf Städte in Südniedersachsen: Hann. Münden, Northeim, Einbeck, Osterode am Harz und Duderstadt. Die Geschäftsstelle des Zusammenschlusses sitzt im Bürgerbüro Northeim.

Heißt es Fachwerk5Eck oder Fachwerk-Fünfeck?

Beides ist richtig und meint dasselbe. Die Städte selbst verwenden meist die Schreibweise Fachwerk5Eck als Markenname, während Fachwerk-Fünfeck die ausgeschriebene Form ist, die du zum Beispiel bei der Stadt Northeim findest.

Wie lange braucht man für das Fachwerk-Fünfeck?

Drei Tage sind die realistische Empfehlung. Drei der fünf Städte sind Halbtagesziele, nur Einbeck füllt problemlos einen bis zwei Tage. In zwei Tagen schaffst du die Runde ebenfalls, dann aber nur die Altstädte ohne Museen und Türme.

Wie weit sind die Städte des Fachwerk5Ecks voneinander entfernt?

Die gesamte Runde misst rund 206 Kilometer und 3 Stunden 20 Minuten reine Fahrzeit. Die kürzeste Etappe ist Northeim nach Einbeck mit 23 Minuten, die längste Duderstadt zurück nach Hann. Münden mit 55 Minuten.

Kann man das Fachwerk-Fünfeck ohne Auto machen?

Teilweise. Hann. Münden, Northeim und Einbeck sind per Bahn gut erreichbar, wobei der Einbecker Bahnhof in Salzderhelden rund zwei Kilometer außerhalb liegt. Duderstadt hat gar keinen Bahnhof und ist nur mit dem Bus erreichbar, ab Osterode dauert das rund eine Stunde und fünf Minuten.

Welche Stadt im Fachwerk5Eck lohnt sich am meisten?

Einbeck. Die Altstadt ist die hübscheste der fünf, es ist am meisten los, und mit dem PS.Speicher und der Einbecker Brautradition gibt es genug Programm für zwei Tage. Wenn du nur eine der fünf Städte schaffst, dann diese.

Gibt es einen Radweg durch das Fachwerk5Eck?

Ja, der Fachwerk5Eck-Radrundweg verbindet alle fünf Städte. Vier davon liegen im flachen Leinetal, erst vor Osterode am Harz geht es spürbar bergauf.

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