Das Louisiana Museum of Modern Art ist ein Museum für moderne und zeitgenössische Kunst in Humlebæk, rund 35 Kilometer nördlich von Kopenhagen. Es liegt in einem Park direkt über dem Öresund, und von der Café-Terrasse schaust du bis nach Schweden. Seine Sammlung gehört zu den größten in Skandinavien, und kaum ein anderes Museum in Dänemark verbindet Kunst so eng mit Landschaft und Meer.
Wir sind im Sommer 2019 mit dem Fahrrad angekommen, als letzte Station einer dreitägigen Radtour durch Nordseeland. Die Radtour war eine Pressereise durch Nordseeland. Dabei sind wir eigentlich keine Museumsmenschen: Wir sind lieber draußen unterwegs als in Ausstellungsräumen. Genau deshalb hat uns das Louisiana überrascht.
Hier erfährst du, was dich dort erwartet, wie du von Kopenhagen hinkommst und was der Eintritt kostet.
Louisiana auf einen Blick
- Was: Museum für moderne und zeitgenössische Kunst mit Skulpturenpark über dem Öresund
- Wo: Gl. Strandvej 13, 3050 Humlebæk, zwischen Kopenhagen (35 km) und Helsingør (10 km)
- Anreise: Küstenbahn ab Kopenhagen Hauptbahnhof bis Humlebæk in rund 40 Minuten, dann 10 bis 15 Minuten zu Fuß
- Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 11 bis 22 Uhr, Samstag und Sonntag 11 bis 18 Uhr, montags geschlossen
- Eintritt: 145 Kronen (knapp 20 Euro), unter 18 Jahren frei
- Zeitbedarf: 2 bis 3 Stunden, mit viel Zeit im Park auch mehr
Museum, Café, Parkplätze, Bushaltestelle und Bahnhof findest du auf unserer Karte.
Was ist das Louisiana Museum of Modern Art?
Das Louisiana wurde 1958 von Knud W. Jensen gegründet. Er wollte einen Ort schaffen, an dem die Dänen moderne Kunst überhaupt zu sehen bekommen, denn die hatte damals in den dänischen Museen kaum Platz. Gerechnet hatte er im ersten Jahr mit 40.000 Besuchern. Es kamen 225.000.
Der Name hat übrigens nichts mit dem US-Bundesstaat zu tun. Jensen übernahm ihn von dem Landhaus, auf dem das Museum steht. Gebaut hat es 1855 Alexander Brun, ein königlicher Jägermeister, der dreimal verheiratet war, und alle drei Frauen hießen Louise.
Heute umfasst die Sammlung gut 4.000 Werke von 1945 bis heute, dazu zeigt das Louisiana Museum für moderne Kunst jedes Jahr sechs bis zehn Sonderausstellungen. Wer schon im ARoS in Aarhus war, kann sich den Unterschied so vorstellen: Im ARoS ist der Regenbogengang auf dem Dach das große Erlebnis. Im Louisiana sind es der Park und das Meer, die zwischen den Räumen immer wieder auftauchen.

Lohnt sich das Louisiana auch für Museumsmuffel?
Für uns ja. Normalerweise hält es uns nicht lange in Ausstellungen, aber hier hat uns die Vielseitigkeit gepackt: moderne Kunst, Architektur, Design, Fotografie und Film unter einem Dach. Dazu kommt, dass du zwischen den Ausstellungen immer wieder nach draußen kommst, auf eine große Wiese über zwei Ebenen mit Blick aufs Meer.
Wir hatten am Ende einer Radetappe gut eine Stunde. Für einen Rundgang durch die Ausstellungen hat das gereicht, mehr brauchen wir in Museen normalerweise nicht. Draußen hätten wir uns aber gern mehr Zeit gelassen: Auf dem Rasen über dem Wasser lässt es sich gut aushalten, und die Ausstellung hätten wir uns auch noch etwas genauer ansehen können.

Unser Tipp: Plane mehr Zeit ein als wir, vor allem für draußen. Wer das Louisiana im Schnelldurchlauf macht, sieht die Kunst, aber nicht den Ort.
Architektur: Glasgänge zwischen Kunst und Park
Das Louisiana sieht von außen unscheinbar aus. Die Architekten Jørgen Bo und Vilhelm Wohlert haben das Museum flach in die Landschaft gelegt und die Pavillons mit verglasten Gängen verbunden. Du läufst also durch das Museum wie auf einem überdachten Spaziergang durch den Park. Seit dem Bau des Ostflügels 1991 bilden die Gebäude einen Ring, und du kannst einmal komplett herumgehen.
Typisch für die alten Teile sind weiß gekalkte Wände, Holzdecken und Böden aus dunkelrotem Klinker. Durch einen dieser Glasgänge sind wir am späten Nachmittag gelaufen, die Sonne fiel schräg durch das Dach, und links und rechts war nur Grün. Und immer wieder öffnet sich ein Fenster zum Wasser: In einem abgedunkelten Raum rahmte ein Eckfenster den Öresund fast wie ein Gemälde.



Sammlung und Ausstellungen
Die Sammlung ist so groß, dass immer nur ein Teil zu sehen ist. Ein paar Dinge sind aber fast immer da: die Giacometti-Galerie mit den langen, dünnen Bronzefiguren vor dem Fenster zum Seegarten, die Asger-Jorn-Galerie und Yayoi Kusamas Spiegelraum „Gleaming Lights of the Souls“. Kusamas Raum ist allerdings nur offen, wenn auch der Südflügel geöffnet ist. Dazu kommen Gruppen von Werken aus der Pop-Art mit Warhol und Lichtenstein, von Yves Klein, Anselm Kiefer und Georg Baselitz.
Bei unserem Besuch lief die große Ausstellung „Open My Glade“ der Schweizer Videokünstlerin Pipilotti Rist, die den ganzen Südflügel eingenommen hatte. Schon im Gang davor hing eine riesige bunte Bildwand mit dem Titel der Schau. Was außer Pipilotti Rist damals sonst noch lief, wissen wir nach all den Jahren nicht mehr genau. Gefallen hat es uns drinnen aber, und das will bei uns etwas heißen.


Die Sonderausstellungen wechseln mehrmals im Jahr. Im Herbst 2026 laufen zum Beispiel eine große Schau der britischen Künstlerin Tracey Emin (8. Oktober 2026 bis 18. April 2027) und die erste große Museumsausstellung in Europa zur Surrealistin Remedios Varo (bis 10. Januar 2027). Was gerade zu sehen ist, steht auf der Ausstellungsseite des Louisiana.
Der Skulpturenpark am Öresund
Was das Louisiana von anderen Museen unterscheidet, ist der Park. Rund 50 Skulpturen stehen auf den Wiesen zwischen Museum und Steilufer, manche sind kaum zu übersehen, andere verstecken sich fast im Grün. Besonders eindrucksvoll steht eine liegende Figur von Henry Moore an der Kante zum Steilufer: Hinter ihr liegt nur noch der Öresund, und an klaren Tagen siehst du am Horizont die schwedische Küste.
Vor dem Café stehen drei Werke von Alexander Calder, deshalb heißt die Wiese dort Calder-Terrasse. Im Park stehen außerdem Arbeiten von Richard Serra, Henry Heerup und Roy Lichtenstein. Zum Museum gehört auch der Seegarten mit einem kleinen See, der 1807 bei der britischen Bombardierung Kopenhagens als Hafen für Kaperschiffe ausgehoben wurde.



Wichtig: Der Park gehört zum Museum. Auch für einen Spaziergang draußen brauchst du ein Ticket.
Das Louisiana Café mit Blick nach Schweden
Das Café war schon bei der Eröffnung 1958 Teil des Museums, mit Blick auf Schweden. Daran hat sich nichts geändert: Du sitzt drinnen oder auf der Terrasse über dem Wasser, vor dir die Calder-Skulpturen. Wer zwischendurch eine Pause von den vielen Kunstwerken braucht, ist hier richtig. Wir selbst haben dort nichts gegessen, die Terrasse war am späten Nachmittag aber gut besetzt.


Das Café öffnet dienstags bis sonntags um 11 Uhr. Mittagessen gibt es von 12 bis 16 Uhr, Abendessen von 17:30 bis 21 Uhr. Auch für das Café brauchst du ein Museumsticket.
Anreise ab Kopenhagen
Mit dem Zug: Am einfachsten geht es mit der Küstenbahn (Kystbanen). Ab Kopenhagen Hauptbahnhof fahren mehrmals pro Stunde direkte Züge nach Humlebæk, die Fahrt dauert rund 40 Minuten. Ab Helsingør sind es nur 10 Minuten. Vom Bahnhof Humlebæk läufst du 10 bis 15 Minuten zum Museum. Aktuelle Verbindungen findest du im dänischen Reiseplaner Rejseplanen.
Mit dem Bus: Die Linie 388 hält an der Haltestelle „Louisiana“ an der Humlebæk Strandvej. Sie fährt von Lyngby über Klampenborg und den Bahnhof Humlebæk sowie in die andere Richtung nach Helsingør.
Mit dem Auto: Von Kopenhagen sind es 35 Kilometer über die Autobahn E47/E55 oder, deutlich schöner, über die Küstenstraße Strandvejen. Vor dem Haupteingang gibt es einen kostenlosen Parkplatz, einen weiteren am Gasthaus Gammel Humlebæk Kro gleich nördlich. Am Ende der Gl. Strandvej stehen vier Ladesäulen für E-Autos.
Mit dem Fahrrad: So sind wir gekommen, von Fredensborg aus, und danach weiter zurück nach Helsingør. Die Strecke war schön und, wie fast überall in Dänemark, gut zu fahren. Am Eingang gibt es Fahrradständer. Wer ohne eigenes Rad kommt, kann eins bei Cykel Eksperten im Humlebæk Center am Bahnhof leihen (werktags 9 bis 18 Uhr, samstags 10 bis 15 Uhr, sonntags geschlossen).
Der Eingang liegt in der alten Villa an der Gl. Strandvej. Du kommst über einen gepflasterten Hof, in dem schon die erste Skulptur steht.
Das Museum liegt gut auf einer Route entlang der Küste: Von Kopenhagen aus lässt es sich mit Helsingør und Schloss Kronborg zu einem Tagesausflug verbinden. Wer mit dem Auto über Jütland und die Storebælt-Brücke anreist, kommt an Odense vorbei, ein Zwischenstopp dort teilt die lange Strecke gut auf.
Öffnungszeiten und Eintritt
Gut zu wissen (Stand Oktober 2026, Quelle: louisiana.dk):
- Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 11 bis 22 Uhr, Samstag und Sonntag 11 bis 18 Uhr, Montag geschlossen. Ausnahme: Am Montag, 12. Oktober 2026 (dänische Herbstferien) ist von 11 bis 18 Uhr offen. An Heiligabend, am 1. Weihnachtstag, an Silvester und Neujahr ist geschlossen.
- Eintritt: Erwachsene 145 Kronen, Studierende mit Ausweis 130 Kronen, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren frei.
- Tickets: Eine Reservierung oder ein Zeitfenster brauchst du nicht, Tickets gibt es auch an der Kasse. Online gekaufte Tickets gelten ein Jahr lang an einem beliebigen Öffnungstag.
- Rabatte: Mit der Copenhagen Card Discover ist der Eintritt frei. Wer mit der Fähre Helsingborg–Helsingør, Aarhus–Seeland oder von Bornholm kommt, bekommt 20 Prozent Rabatt.
- Schließfächer: Rucksäcke, große Taschen und Regenschirme dürfen nicht in die Ausstellungen. Die Schließfächer im Untergeschoss des Shops funktionieren mit einer Marke für 20 Kronen Pfand, die du zurückbekommst.
- Fotografieren: in der Sammlung und im Park erlaubt, in Sonderausstellungen meist auch, aber ohne Blitz, Stativ und Selfie-Stick. Auf die Schilder achten.
Unsere Tipps für den Besuch
Komm am Abend. Dienstags bis freitags hat das Louisiana bis 22 Uhr geöffnet. Wir waren am späten Nachmittag dort und hatten warmes Licht über dem Öresund. Im Hochsommer geht die Sonne erst gegen halb zehn unter, unter der Woche kannst du also bis in den Abend bleiben. Für Fotos im Park ist das Abendlicht ideal.
Plane den Park mit ein. Wer nur die Ausstellungen abläuft, verpasst das Beste. Erst die Wiese über dem Wasser macht das Louisiana zu dem, was es ist.
Kombiniere mit der Küste. Helsingør mit Schloss Kronborg liegt nur zehn Zugminuten entfernt, weiter oben an der Nordküste wartet der Fischerort Gilleleje. Im Landesinneren lohnt Schloss Frederiksborg in Hillerød. Unsere ganze Route mit Fredensborg und dem Esrum-See steht im Nordseeland-Artikel.
Mit Kindern: Unter 18 kostet nichts, und der dreistöckige Kinderflügel bietet dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr kostenlose Workshops.
Fazit: Kunst, die man draußen in Erinnerung behält
Das Louisiana Museum of Modern Art ist kein Museum, durch das man sich pflichtbewusst arbeitet. Es ist ein Spaziergang zwischen Kunst, Architektur und Meer, und gerade deshalb lohnt es sich auch für alle, die sonst um Museen einen Bogen machen. Von Kopenhagen aus ist es mit dem Zug in 40 Minuten erreicht. Plane zwei bis drei Stunden ein, komm wenn möglich unter der Woche am Abend, und nimm dir mehr Zeit für den Park, als wir es getan haben.
Mehr Bilder von unseren Touren durch Dänemark findest du auf unserem Instagram.
Häufige Fragen zum Louisiana Museum of Modern Art
Wo liegt das Louisiana Museum of Modern Art?
In Humlebæk an der Küste von Nordseeland, Gl. Strandvej 13. Das sind rund 35 Kilometer nördlich von Kopenhagen und 10 Kilometer südlich von Helsingør. Das Museum steht in einem Park direkt über dem Öresund.
Wie komme ich von Kopenhagen zum Louisiana Museum?
Am schnellsten mit der Küstenbahn ab Kopenhagen Hauptbahnhof bis Humlebæk, das dauert rund 40 Minuten. Vom Bahnhof sind es 10 bis 15 Minuten zu Fuß. Mit dem Auto sind es 35 Kilometer, vor dem Eingang gibt es einen kostenlosen Parkplatz.
Was kostet der Eintritt ins Louisiana Museum?
Erwachsene zahlen 145 dänische Kronen, also knapp 20 Euro, Studierende 130 Kronen. Unter 18 Jahren ist der Eintritt frei, mit der Copenhagen Card Discover ebenfalls (Stand Oktober 2026). Das Ticket brauchst du auch für Park, Café und Shop.
Wie viel Zeit sollte ich für das Louisiana einplanen?
Plane zwei bis drei Stunden ein, wenn du Ausstellungen und Skulpturenpark sehen willst, mit Café und viel Zeit auf der Wiese auch mehr. Wir hatten am Ende einer Radtour-Etappe gut eine Stunde. Für einen Rundgang reichte das, für den Park war es zu knapp.
Nein, montags ist das Museum geschlossen. Dienstag bis Freitag ist von 11 bis 22 Uhr offen, am Wochenende von 11 bis 18 Uhr. Ausnahmen gibt es an einzelnen Feiertagen, etwa am Montag, 12. Oktober 2026, von 11 bis 18 Uhr.
Warum heißt das Museum in Dänemark „Louisiana“?
Der Name stammt vom Landhaus, auf dessen Grundstück das Museum steht. Alexander Brun ließ es 1855 bauen und war nacheinander mit drei Frauen verheiratet, die alle Louise hießen. Gründer Knud W. Jensen hat den Namen 1958 einfach übernommen.
Lohnt sich das Louisiana, wenn man sich nicht besonders für Kunst interessiert?
Ja. Ein großer Teil des Besuchs findet draußen statt, im Skulpturenpark über dem Öresund und auf der Café-Terrasse mit Blick nach Schweden. Uns hat das Museum beeindruckt, obwohl wir sonst selten in Ausstellungen gehen.
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