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Syrakus Sehenswürdigkeiten: zu Fuß durch Ortigia, die Altstadt auf der Insel

Ortigia ist die Altstadt von Syrakus, eine kleine Insel an der Südostküste Siziliens, und bekannt für den ältesten dorischen Steintempel Siziliens, eine Kathedrale in einem Athena-Tempel und eine Stauferburg an der Inselspitze. Viele Sehenswürdigkeiten von Syrakus liegen hier auf rund einem Quadratkilometer, über drei Brücken mit dem Festland verbunden. Wer Lindau kennt, kennt das Prinzip. Nur liegt die Insel hier im Ionischen Meer, und die ältesten Mauern sind griechisch.

Judith und ich waren im September 2026 einen Tag lang in Ortigia, mit dem Mietwagen aus Noto. Unser Eindruck: schöne Gassen und echte Werkstattläden, aber auch viele Reisegruppen und mittags eine Hitze, die auf der Piazza Duomo kaum auszuhalten war. Den Archäologischen Park Neapolis mit dem griechischen Theater auf dem Festland haben wir ausgelassen.

Hier findest du unsere Runde durch Ortigia mit Karte und Fotospots, unseren kostenlosen Parkplatz für den ganzen Tag, Preise vom Stand September 2026 und die Uhrzeit, zu der wir beim nächsten Mal kommen würden.

Ortigia auf einen Blick

  • Region: Sizilien, Provinz Syrakus
  • Lage: die Altstadtinsel von Syrakus an der Südostküste, rund 1 km² groß, drei Brücken zum Festland (Ponte Umbertino, Ponte Santa Lucia, Ponte Nuovo)
  • Bekannt für: Apollontempel (6. Jh. v. Chr.), Kathedrale im Athena-Tempel, Castello Maniace. Seit 2005 UNESCO-Welterbe, zusammen mit der Felsnekropole von Pantalica
  • Zeit einplanen: ein halber Tag für Ortigia, ein ganzer mit dem Park Neapolis
  • Anreise: mit dem Auto von Noto gut 30 Minuten über die Autobahn, von Catania rund 67 km. Ohne Auto mit Zug oder Bus, vom Bahnhof Siracusa sind es gut 1,2 km zu Fuß bis Ortigia
  • Parken: kostenlos am Largo Gaetano Arezzo della Targia, 96100 Siracusa, knapp 1 km vor Ortigia. Die Altstadt selbst ist zu weiten Teilen des Tages verkehrsbeschränkt (ZTL)
  • Eintritt: Castello Maniace 6 €, Kathedrale 2 €, Apollontempel und Fonte Aretusa frei (Stand September 2026)

Karte: unsere Stationen in Ortigia

Auf der Karte findest du unseren Parkplatz, die Stationen unserer Runde, die beiden Lokale und die Sehenswürdigkeiten, die wir nur gestreift haben:

  1. Tempio di Apollo: der älteste Tempel am Eingang der Insel
  2. Mercato di Ortigia: der Markt gleich dahinter
  3. Die Gassen: mit den Werkstattläden (ohne eigenen Pin, sie liegen überall dazwischen)
  4. Piazza Archimede: mit dem Dianabrunnen
  5. Piazza Duomo: mit der Kathedrale im Athena-Tempel
  6. Fonte Aretusa und Lungomare Alfeo: die Quelle am Meer und die Uferpromenade
  7. Castello Maniace: die Burg an der Inselspitze
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Ortigia zu Fuß: unser Rundgang

Ortigia ist klein genug, um alles zu Fuß zu machen, und das Auto bleibt ohnehin auf dem Festland (wo wir geparkt haben, steht weiter unten). Unsere Runde: über die Brücke zum Apollontempel und zum Markt, dann kreuz und quer durch die Gassen zur Piazza Archimede und zur Piazza Duomo, hinunter ans Wasser zur Fonte Aretusa, mittags Pizza und zum Schluss an die Inselspitze zum Castello Maniace. Zurück ging es wieder durch die Gassen, nur durch andere.

Auf dem Weg vom Parkplatz zur Brücke kommst du an den Verkäufern für Bootstouren und Stadtführungen vorbei. Sie stehen genau dort, wo die meisten Parkplätze sind. Das ist kein Zufall.

Uns hat vor allem das Treibenlassen gefallen: rechts, links, links, rechts, mal in einen Laden, mal um die nächste Ecke. Einen Plan brauchst du dafür nicht, verlaufen kannst du dich auf einer Insel dieser Größe kaum.

Tempio di Apollo: der älteste Tempel am Eingang

Reste des Apollontempels in Syrakus in einer Senke unter Straßenniveau
Der Apollontempel, der erste Halt hinter der Brücke

Direkt hinter der Brücke liegt der Apollontempel aus dem Anfang des 6. Jahrhunderts v. Chr. Laut der Tafel am Zaun ist er der älteste dorische Tempel des griechischen Westens, dessen Säulenkranz aus Stein gebaut wurde: 6 mal 17 Säulen, jede aus einem einzigen Block. Er lohnt sich als erster Halt, weil du gleich am Eingang siehst, wie alt diese Insel ist.

Heute stehen noch der Unterbau, Säulenstümpfe und Mauerreste in einer Senke unter Straßenniveau. Wir haben ihn vom Zaun aus angesehen und die Infotafeln gelesen, bevor es in den Markt ging. Eine davon erzählt von einer Inschrift auf der obersten Stufe: Ein gewisser Kleomenes habe den Tempel für Apollon gebaut und die Säulen errichtet, „schöne Werke“. Das Eigenlob ist rund 2.600 Jahre alt.

Danach wurde der Tempel zur byzantinischen Kirche, zur Moschee und zur normannischen Basilika, 1562 in eine spanische Kaserne eingebaut und 1664 von einer Kirche überbaut. Freigelegt wurde er zwischen 1858 und 1942.

  • Lage: Piazza Pancali, gleich am Ende des Ponte Umbertino
  • Eintritt: keiner, du schaust von der Straße aus über den Zaun

Mercato di Ortigia: vorne Souvenirs, hinten Markt

Gleich hinter dem Tempel beginnt der Markt in der Via Emanuele de Benedictis. Er war unsere erste Station. Vorne, wo die meisten Besucher ankommen, gibt es den typischen Touristenkram. Ein paar Meter weiter wird es ein richtiger Markt, an dem jeder Stand sein eigenes Sortiment hat. Durchlaufen lohnt sich also, stehen bleiben erst hinten.

  • Lage: Via Emanuele de Benedictis, zwischen Tempio di Apollo und Via Trento
  • Zeiten: in der Regel montags bis samstags vormittags, etwa 7:30 bis 14 Uhr, sonntags kein Markt (laut übereinstimmenden Quellen, eine offizielle Angabe der Stadt gibt es nicht)

Unser Tipp: Der Markt ist ein Vormittagsmarkt. Wer früh kommt, wie wir es beim nächsten Mal machen würden, fängt am besten genau hier an.

Die Gassen und ihre Werkstattläden

Was uns in Ortigia am besten gefallen hat, sind nicht die großen Namen, sondern die Läden. Viele sind klein, hübsch eingerichtet und keine reinen Souvenirläden: vorne wird verkauft, hinten gearbeitet. Handwerker und Künstler verkaufen ihren eigenen Schmuck und ihre eigene Kunst, und manche sitzen dabei am Straßenrand und klöppeln oder werkeln nebenbei weiter.

Restaurants und Nippesläden gibt es natürlich auch. Aber dass dazwischen so viele echte, lokale Geschäfte übrig geblieben sind, hat uns richtig gut gefallen.

Wichtig: In den Läden wird nicht fotografiert. Draußen in den Gassen dafür umso mehr, dort sind unsere liebsten Fotos des Tages entstanden.

Piazza Archimede und der Dianabrunnen

Piazza Archimede in Syrakus mit dem Dianabrunnen in der Mitte
Piazza Archimede mit dem Dianabrunnen

Mitten in Ortigia liegt die Piazza Archimede, angelegt zwischen 1872 und 1878. Stehen bleiben lohnt sich wegen des Dianabrunnens in der Mitte, den der Bildhauer Giulio Moschetti 1906/07 geschaffen hat. Er erzählt den Mythos, zu dem Ortigia eine eigene Quelle hat: Die Nymphe Arethusa flieht vor dem Flussgott Alpheios und wird von Artemis, der Diana der Römer, in eine Quelle verwandelt. Diese Quelle ist die Fonte Aretusa am Westufer der Insel.

Die Palazzi rund um den Platz stammen aus ganz verschiedenen Zeiten, vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert. Wir sind hier auf dem Weg zur Piazza Duomo vorbeigekommen.

Piazza Duomo und die Kathedrale im Athena-Tempel

Die Piazza Duomo ist halbrund, liegt am höchsten Punkt Ortigias und ist rundum von Barockfassaden eingefasst: Kathedrale, Rathaus (Palazzo Vermexio), Erzbischöflicher Palast, die Kirche Santa Lucia alla Badia und mehrere Adelspaläste. Hier stehen die wichtigsten Barockbauten Ortigias an einem einzigen Platz.

Wir waren um Viertel vor eins hier, bei 27 Grad. Das Pflaster ist hell, die Fassaden sind hell, und die Sonne stand hoch. So grell, dass gute Fotos kaum möglich waren, und in der Sonne stehen bleiben ging eigentlich gar nicht.

Die Kathedrale haben wir nur von außen gesehen. In ihr steckt ein griechischer Tempel der Athena aus dem 5. Jahrhundert v. Chr., dessen dorische Säulen in die Kirche eingebaut wurden. Die Säulen siehst du auch ohne Ticket: An der Nordseite, in der Via Minerva, stehen sie sichtbar in der Außenwand.

  • Eintritt Kathedrale: 2 €, Kombitickets mit dem Bischofspalast und einem VR-Rundgang bis 9 € (Ticketanbieter Kairós)
  • Öffnungszeiten: von September bis April 9 bis 17:30 Uhr, sonntags keine Besichtigung (Stand 2026, laut Ticketanbieter)

Unser Tipp: Komm für die Piazza Duomo am Vormittag oder am späten Nachmittag. Mittags ist das Licht hart und die Sonne auf dem Platz kaum auszuhalten.

Fonte Aretusa und Lungomare Alfeo

Uferpromenade Lungomare Alfeo an der Westseite von Ortigia mit Häusern über dem Meer
Der Lungomare Alfeo an der Westseite

Von der Piazza Duomo sind es nur ein paar Schritte hinunter ans Meer an der Westseite. Dort liegt die Fonte Aretusa, die Süßwasserquelle aus dem Mythos vom Dianabrunnen: ein halbrundes Becken direkt am Wasser, in dem Papyrus wächst und Enten schwimmen. Frei zugänglich.

Davor verläuft der Lungomare Alfeo, die Uferpromenade, von der du über die Bucht bis zum Castello Maniace an der Inselspitze schaust. Wir sind hier vor dem Mittagessen ein Stück am Wasser entlanggelaufen.

Castello Maniace an der Inselspitze

An der Südspitze der Insel steht das Castello Maniace, gebaut zwischen 1232 und 1240 im Auftrag des Stauferkaisers Friedrich II.: ein quadratischer Bau mit vier runden Ecktürmen, direkt am Meer. Den Namen hat es vom byzantinischen Feldherrn Georgios Maniakes, der Syrakus 1038 von den Arabern zurückeroberte.

Gegenüber vom Castello, an der Piazza Federico di Svevia, steht ein großes Gebäude, das bei unserem Besuch komplett eingerüstet war: die Architekturfakultät von Syrakus in der ehemaligen Caserma Abela, einer alten Kaserne, die seit Jahren umgebaut wird. Hinein kommst du dort nicht. Das Castello selbst ist geöffnet. Wir sind bis zum Tor gegangen und haben uns den Eintritt gespart, schön ist der Blick auf die Mauern aber auch vom Ufer daneben.

  • Lage: an der Südspitze von Ortigia, Zugang über die Piazza Federico di Svevia
  • Eintritt: 6 €, ermäßigt 3 € (18 bis 24 Jahre), unter 18 frei, am ersten Sonntag im Monat für alle frei
  • Öffnungszeiten laut Aushang am Tor (Stand September 2026): montags und sonntags 8:30 bis 13:30 Uhr (Kasse bis 12:45), dienstags bis samstags 8:30 bis 18:30 Uhr (Kasse bis 17:45), in der ersten Septemberhälfte bis 19 Uhr

Gut zu wissen: Die Zeiten wechseln mit der Saison, und die Seite der Stadt war bei unserer Prüfung nicht aktuell. Wer das Castello fest einplant, geht nicht am Montag- oder Sonntagnachmittag hin.

Weitere Sehenswürdigkeiten in Ortigia

  • Santa Lucia alla Badia: die Barockkirche an der Piazza Duomo. Das Caravaggio-Gemälde „Die Grablegung der heiligen Lucia“, das hier von 2009 bis 2020 hing, ist seit 2020 zurück in der Basilika Santa Lucia al Sepolcro auf dem Festland (Eintritt frei, täglich 9 bis 19 Uhr, laut Stadt Syrakus).
  • Via della Giudecca: das alte jüdische Viertel. Unter einem Hotel liegt ein jüdisches Ritualbad (Miqwe), tief in den Fels gehauen.
  • Palazzo Bellomo: ein mittelalterlicher Palast mit der Regionalgalerie, darunter die „Verkündigung“ von Antonello da Messina.

Außerhalb von Ortigia: der Archäologische Park Neapolis

Das griechische Syrakus endet nicht an der Brücke. Rund 2 km nördlich, gut 30 Minuten zu Fuß, liegt auf dem Festland der Parco Archeologico della Neapolis. Dort stehen das griechische Theater, das Ohr des Dionysios (eine künstliche Grotte mit auffälliger Akustik) in der Latomia del Paradiso, einem alten Steinbruch, und das römische Amphitheater.

  • Adresse: Via Paradiso 14 (laut Stadt Syrakus)
  • Eintritt: 14 €, ermäßigt 7 € (unter 25), Kombiticket mit dem Archäologischen Museum Paolo Orsi 22 €. Am ersten Sonntag im Monat frei
  • Öffnungszeiten September: 1. bis 15. September 8:30 bis 19:15 Uhr (Kasse bis 18:30), ab 16. September 8:30 bis 18:45 Uhr (Kasse bis 17:30). Aktuelle Zeiten beim Parco archeologico di Siracusa

Für Park und Ortigia zusammen solltest du einen ganzen Tag einplanen.

Fotospots in Ortigia

Fünf Stellen, an denen sich die Kamera lohnt, mit der Uhrzeit, zu der wir selbst dort waren. Alle Fotos in diesem Artikel haben wir mit einem Google Pixel 7 Pro gemacht, die Brennweiten sind ins Kleinbildformat umgerechnet.

  • Die Gassen: unser liebstes Motiv. In der Via Salomone im Süden der Insel führt eine Gasse voller Topfpflanzen auf eine Kirchenkuppel zu (kurz vor drei, Hauptkamera, 24 mm Kleinbild). In der Via Resalibera im Norden schiebt das Tele die enge Flucht mit den Laternen zusammen (gegen elf, 117 mm).
  • Piazza Duomo: Die ganze Fassade der Kathedrale passt nur mit dem Ultraweitwinkel aufs Bild (13 mm), wenn du vor den Stufen stehst. Mittags ist das Pflaster so grell, dass alles ausbleicht, so ging es uns um Viertel vor eins. Gegen halb vier hatten wir Wolken am Himmel und das bessere Bild.
  • Castello Maniace vom Lungomare Alfeo: Von der Promenade bei der Fonte Aretusa holst du die Burg mit dem Tele über die Bucht heran (kurz nach eins, 117 mm).
  • Castello Maniace vom Ufer: Neben der Burg führen Felsen ans Wasser, von dort hast du die Mauern mit dem Meer davor (gegen drei, 24 mm).
  • Der Hafenkanal: Auf dem Rückweg, am Kanal zwischen Ortigia und dem Festland, liegen die Boote vor der Brücke (kurz vor vier, 24 mm).

Wie viel Zeit für Ortigia einplanen?

Für Ortigia allein reicht ein halber Tag. Wir waren gut fünf Stunden unterwegs, mit Mittagessen und Kaffee, und haben uns dabei viel treiben lassen.

Mit dem Park Neapolis auf dem Festland wird es ein ganzer Tag. Und wer Ortigia morgens erleben will, bevor die Gruppen kommen, übernachtet am besten gleich dort (siehe nächster Abschnitt).

Wann ist die beste Zeit für Ortigia?

Piazza Duomo in Syrakus mittags im grellen Sonnenlicht mit Santa Lucia alla Badia
Viertel vor eins, 27 Grad: die Piazza Duomo im grellen Licht

Am besten früh am Morgen und außerhalb des Hochsommers. Wir waren Mitte September da, bei 27 Grad, und kamen erst gegen halb elf an. Da war Ortigia schon voll: viele Besucher, dazu geführte Gruppen. Das hat uns den Tag ein bisschen gedämpft.

Beim nächsten Mal würden wir im Oktober kommen, wenn es nicht mehr ganz so warm ist und vermutlich weniger los ist, und schon um acht Uhr morgens da sein. Dann hast du die Gassen eher für dich. Die meisten Läden haben um die Zeit wahrscheinlich noch zu, der Markt ist aber schon da.

Wir selbst haben nicht in Syrakus übernachtet, sondern in der Casa Bellavista in Noto und im Chrilu house in Catania.* Wer um acht in den Gassen stehen will, schläft besser gleich auf der Insel: Unterkünfte in Ortigia findest du hier.*

Wo parkst du in Syrakus?

Boote im Kanal zwischen Ortigia und dem Festland von Syrakus mit Brücke
Der Kanal zwischen Ortigia und dem Festland

Auf dem Festland. Wir haben kostenlos am Largo Gaetano Arezzo della Targia geparkt, knapp einen Kilometer vor Ortigia, und genau so würden wir es wieder machen.

In die Altstadt selbst fährst du am besten gar nicht. Ortigia ist eine Zona a traffico limitato (ZTL): Montags bis samstags von 11 bis 15:30 Uhr und von 17 bis 2 Uhr nachts, sonn- und feiertags von 10 bis 2 Uhr darfst du ohne Genehmigung nicht hineinfahren (Stadt Syrakus).

Wir kamen gegen halb elf aus Noto, gut 30 Minuten über die Autobahn, und in Syrakus war schon ordentlich Verkehr. Entlang der Straße Richtung Ortigia war nichts frei, also haben wir umgedreht und in einer Seitenstraße am Largo eine Lücke gefunden.

Sicherheitshalber habe ich im Laden daneben gefragt, ob wir dort stehen dürfen. Die Antwort: den ganzen Tag. Bezahlt haben wir nichts.

  • Adresse: Largo Gaetano Arezzo della Targia, 96100 Siracusa (Standort auf Google Maps)
  • Fußweg: knapp 1 km bis zum Ponte Umbertino. Wir haben zehn Minuten geschätzt, der Routenplaner sagt 12 bis 13. Bis zum Apollontempel sind es rund 16 Minuten.

Gut zu wissen: In Italien zeigen die Linien am Straßenrand, was gilt: weiß heißt kostenlos, blau kostet Gebühr, gelb ist reserviert, etwa für Anwohner. Schau also auch am Largo kurz hin, bevor du gehst. Ob dort jeden Tag etwas frei ist, können wir dir nicht versprechen.

Wer nicht suchen will, stellt sich auf den städtischen Parkplatz Molo Sant’Antonio direkt vor der Brücke: 1,50 € pro Stunde oder 15 € für 24 Stunden, rund um die Uhr geöffnet (Stadt Syrakus).

Essen und Trinken in Ortigia

Triscele Ristorante Pizzeria (Via Santa Teresa 12/18, mittags 12:30 bis 15 Uhr, abends 19:30 bis 23:30 Uhr): Hier haben wir zu Mittag gegessen. Ich hatte eine Calzone für 9 €, Judith eine Pizza Rossa für 6 €, dazu Wasser für rund 2 €. Beides war gut, und man sitzt so, dass man den Leuten zusehen kann.

Das Coperto, der Gedeck-Aufschlag pro Person, lag bei 3 €, also genau so viel wie Judiths Pizza. Das fanden wir teuer.

Gut zu wissen: Das Coperto ist in Italien üblich und steht meist klein auf der Karte. Ein Blick vorher erspart die Überraschung beim Bezahlen.

Ccà e Ddà (Via Dione 24, gleich bei der Piazza Archimede): eine Graniteria, der Name ist Sizilianisch für „hier und dort“. Wir haben dort in einer ruhigen Ecke im Schatten zwei Americano getrunken, je 2 €. Die Croissants, die wir bei anderen Gästen gesehen hatten, waren da schon aus.

Was wir verpasst haben: eine Granita, die halbgefrorene sizilianische Spezialität, etwa mit Zitrone oder Pistazie und klassisch mit einer Brioche dazu. In den Auslagen sah sie gut aus. Dabei saßen wir in einer Graniteria.

Fun Fact: Neben dem Apollontempel liegt das einzige sichtbare Stück der Stadtmauer, die der Tyrann Dionysios um 400 v. Chr. um Ortigia bauen ließ: zwei Türme mit je 8,35 Metern Seitenlänge. Gefunden wurde es 1977/78 beim Bau eines Abwasserkanals.

Was ich beim nächsten Mal anders machen würde: Im Oktober kommen, um acht Uhr über die Brücke gehen und mit dem Markt anfangen, bevor die Gruppen da sind. Und diesmal eine Granita probieren.

Lohnt sich Ortigia?

Ja, wenn du auf Sizilien im Südosten unterwegs bist, gern ohne Plan durch Gassen läufst und Antike, Barock und kleine Werkstattläden auf einem Fleck magst. Ein halber Tag reicht, gut kombinierbar mit Noto oder Catania.

Eher nein, wenn dich Menschenmengen und Mittagshitze stören und du nur mittags im Sommer Zeit hast. Dann lieber früh morgens oder in der Nebensaison kommen. Und wer vor allem das griechische Theater sehen will, muss ohnehin auf das Festland in den Park Neapolis.

Führungen und Touren in Syrakus

Zwei Ausflugsboote auf dem Meer vor der Westseite von Ortigia
Ausflugsboote vor der Westseite von Ortigia

Wir selbst waren ohne Führung und ohne Boot unterwegs. Wer Ortigia vom Wasser aus sehen oder den Park Neapolis mit Erklärung besuchen will, findet in Syrakus ein großes Angebot. Drei davon passen zu diesem Artikel. Alle drei starten in Syrakus, geführt wird auf Englisch oder Italienisch, nicht auf Deutsch.

Bootstour um Ortigia und zu den Meereshöhlen. Rund 1 bis 1,5 Stunden einmal um die Insel, vorbei an Castello Maniace und Fonte Aretusa, und danach in die Grotten an der Küste. So etwas bieten auch die Verkäufer an der Brücke an; hier kannst du vorher Bewertungen lesen und fest buchen. Angebote ansehen.

Streetfood-Rundgang durch Ortigia. Drei Stunden mit Verkostungen an mehreren Stationen, darunter Käse, Arancino und je nach Tag Granita oder Cannolo. Für alle, die nicht wie wir ohne Granita nach Hause fahren wollen. Angebote ansehen.

Führung durch den Park Neapolis. Zwei Stunden durch das griechische Theater und die alten Steinbrüche, das Eintrittsticket ist im Preis enthalten. Angebote ansehen.

Unser Fazit zu Ortigia

Ortigia hat uns mit seinen Gassen und Werkstattläden gefallen, weniger mit den vielen Gruppen und der Mittagshitze auf der Piazza Duomo. Unsere Empfehlung: früh kommen. Wer um acht Uhr über die Brücke geht, hat die Gassen noch eher für sich und fängt direkt am Markt an. Und die Granita nicht vergessen. Fotos von unterwegs zeigen wir auf unserem Instagram.

Warst du schon in Ortigia? Schreib uns in die Kommentare, wo du geparkt hast.

Häufige Fragen zu Syrakus und Ortigia

Welche Sehenswürdigkeiten hat Syrakus?

Die meisten liegen auf der Altstadtinsel Ortigia: der Apollontempel, der Markt, die Piazza Archimede mit dem Dianabrunnen, die Piazza Duomo mit der Kathedrale im Athena-Tempel, die Fonte Aretusa und das Castello Maniace. Auf dem Festland liegt der Archäologische Park Neapolis mit dem griechischen Theater und dem Ohr des Dionysios.

Was ist Ortigia?

Ortigia ist die Altstadt von Syrakus auf Sizilien. Sie liegt auf einer rund einen Quadratkilometer großen Insel, die über drei Brücken mit dem Festland verbunden ist, und gehört seit 2005 zum UNESCO-Welterbe.

Lohnt sich ein Besuch in Syrakus?

Ja, vor allem wegen Ortigia. Die Altstadtinsel verbindet griechische Tempel, barocke Plätze und kleine Werkstattläden auf engem Raum. Am besten kommst du früh am Morgen, bevor die geführten Gruppen unterwegs sind.

Wie viel Zeit sollte ich für Syrakus einplanen?

Für Ortigia reicht ein halber Tag. Mit dem Archäologischen Park Neapolis auf dem Festland solltest du einen ganzen Tag einplanen.

Wo kann man in Syrakus parken?

Am besten auf dem Festland, denn Ortigia ist eine verkehrsbeschränkte Zone. Wir haben kostenlos am Largo Gaetano Arezzo della Targia geparkt und sind von dort gut zehn Minuten zu Fuß bis zur Brücke nach Ortigia gelaufen.

Wann ist die beste Reisezeit für Syrakus?

Frühjahr und Herbst, zum Beispiel der Oktober. Mitte September hatten wir noch 27 Grad, und mittags war es auf der Piazza Duomo kaum auszuhalten. Unabhängig vom Monat lohnt es sich, früh zu kommen: Um halb elf war Ortigia bei uns schon voll.

Noch mehr Reisetipps

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