Naumburg an der Saale ist eine Domstadt mit gut 31.000 Einwohnern in Sachsen-Anhalt, Zentrum des Weinbaugebiets Saale-Unstrut und vor allem für den Naumburger Dom bekannt, der seit dem 1. Juli 2018 zum UNESCO-Welterbe gehört. Wir waren drei Tage dort und haben die Stadt als Basis für die ganze Region genutzt, ohne Auto, alles mit Zug, Rad und Kanu.
Genau das ist unser wichtigster Tipp für Naumburg: Die Stadt ist die praktischste Adresse in Saale-Unstrut. Wir sind mit dem Zug aus Hamburg angereist, haben die Ferienwohnung nie umgezogen und trotzdem Weißenfels, Merseburg, Bad Kösen, Freyburg und Goseck gesehen. Der ICE hält hier, und die Regionalzüge bringen dich in 15 bis 40 Minuten in die Nachbarstädte.
In diesem Beitrag zeigen wir dir alle Naumburg Sehenswürdigkeiten, die sich wirklich lohnen, mit Eintrittspreisen und Öffnungszeiten, einer Karte zum Nachlaufen und den Ecken, die in keiner Top-10-Liste stehen. Alle Fotos hier sind unsere eigenen.
Naumburg auf einen Blick
- Bundesland: Sachsen-Anhalt, Burgenlandkreis
- Lage: an der Saale, kurz vor der Mündung der Unstrut, 130 Meter über dem Meer
- Bekannt für: den Naumburger Dom mit der Uta, das Weinbaugebiet Saale-Unstrut und eine fast vollständig sanierte Altstadt
- Zeit einplanen: ein Tag für die Altstadt, drei Tage, wenn du Naumburg als Basis für die Region nimmst
- Anreise: ICE-Halt Naumburg (Saale) Hbf, von dort Straßenbahn oder gut 20 Minuten zu Fuß in die Innenstadt; über die A9 rund 30 Minuten von Leipzig
- Erste Erwähnung: 1012
Naumburg oder Quedlinburg? Beide sind UNESCO-Welterbe in Sachsen-Anhalt, beide haben eine intakte Altstadt. Quedlinburg hat das spektakulärere Fachwerk und deutlich mehr Besucher. Naumburg hat den bedeutenderen Dom, die Weinberge vor der Tür und Gassen, in denen du am frühen Abend allein bist. Wenn du beides sehen willst, liegen 90 Autominuten dazwischen.
Karte: alle Naumburg Sehenswürdigkeiten auf einen Blick
Alle Punkte aus diesem Beitrag haben wir auf einer Karte gesammelt, dazu die Parkplätze und den Bahnhof. Die Altstadt ist so kompakt, dass du vom Markt zu jedem Ziel höchstens zehn Minuten läufst.
1. Der Naumburger Dom St. Peter und Paul
Der Naumburger Dom ist der Grund, warum die meisten Menschen nach Naumburg fahren, und er wird seinem Ruf gerecht. Seit dem 1. Juli 2018 steht er auf der UNESCO-Welterbeliste, und anders als bei vielen Welterbestätten verstehst du hier sofort, warum.
Gebaut wurde der Dom im Wesentlichen in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, der berühmte Westchor entstand um 1250 bis 1260. Vier Türme, zwei davon mit grünen Hauben, dazu das rote Ziegeldach: Vom Domplatz aus bekommst du das nur mit einem Weitwinkel komplett aufs Bild.
Hineingegangen sind wir nicht. Unsere Reise drehte sich um die Region, um Wein, Fluss und Radweg, und der Dom stand einfach nicht im Fokus. Was drinnen auf dich wartet, haben wir deshalb zusammengetragen statt selbst gesehen. Draußen waren wir dafür jeden Tag, denn unsere Ferienwohnung lag wenige Meter entfernt.

Öffnungszeiten: April bis Oktober Mo bis Sa 9 bis 18 Uhr, So und kirchliche Feiertage 12 bis 18 Uhr. November bis März Mo bis Sa 10 bis 16 Uhr, So 12 bis 16 Uhr.
Eintritt: 9,50 Euro, ermäßigt 6 Euro, Schüler 3 Euro, Familienkarte 23 Euro.
Adresse: Domplatz 19, 06618 Naumburg (Saale). (Stand August 2026)
Öffentliche Domführungen gibt es von April bis Oktober montags bis donnerstags um 10 und 14 Uhr, freitags und samstags um 10, 14 und 16 Uhr, sonntags um 12, 14 und 16 Uhr. Von November bis März sind die Zeiten reduziert.
Uta von Naumburg
Im Westchor stehen zwölf Stifterfiguren, acht Männer und vier Frauen. Die bekannteste ist Uta, die Gemahlin des Markgrafen Ekkehard II. Sie zieht den Mantelkragen mit der linken Hand zum Gesicht und schaut an dir vorbei, und dieser Blick hat es zu einer Berühmtheit gebracht, die weit über Naumburg hinausreicht.
Bemerkenswert ist, dass die Figuren um 1250 entstanden, ihre Vorbilder aber rund 200 Jahre früher gelebt hatten. Der Bildhauer hat also Menschen dargestellt, die er nie gesehen haben kann, und trotzdem wirken sie wie Porträts.
Wenn du dich für mittelalterliche Bildhauerei interessierst, ist der Westchor der Grund, das Ticket zu kaufen. Wenn du wie wir vor allem wegen der Region da bist, kannst du den Dom auch von außen umrunden und dafür eine Stunde länger im Weinberg sitzen. Beides ist eine legitime Entscheidung.
Der Westlettner und der Naumburger Meister
Der Westlettner trennt den Westchor vom Kirchenschiff und ist die eigentliche Sensation. Berühmt ist er für seine Passionsreliefs, deren Gesichter als ungewöhnlich individuell gelten, und für die Kreuzigungsgruppe im Portal: Dort bildet der gekreuzigte Christus den Türsturz, man geht also unter ihm hindurch in den Westchor.
Der Künstler ist namentlich nicht bekannt und heißt deshalb schlicht der Naumburger Meister. Vor Naumburg hat er an den Kathedralen von Noyon, Reims und Amiens gearbeitet, danach in Metz, Straßburg und Mainz.
Neo Rauchs Fenster in der Elisabethkapelle
2007 hat der Leipziger Maler Neo Rauch drei Fenster für die Elisabethkapelle entworfen, anlässlich des 800. Geburtstags der Heiligen Elisabeth von Thüringen. Das Ergebnis heißt „Traum in Rubinrot“ und ist der einzige Ort im Dom, an dem Gegenwartskunst und Romanik direkt aufeinandertreffen. Die Stadt führt es als eigenen Programmpunkt, entsprechend umstritten war es anfangs.
Das Domschatzgewölbe
Unter dem Dom liegt das Domschatzgewölbe mit liturgischem Gerät, Textilien und Handschriften. Es ist im Dom-Eintritt enthalten und wird von vielen übersehen, weil der Zugang unscheinbar ist. Wenn du ohnehin schon bezahlt hast, nimm es mit.
2. Die Ägidienkapelle in der Domfreiheit
Direkt neben dem Dom, in dem Bezirk, der Domfreiheit heißt, steht die kleine Ägidienkapelle. Sie ist der ruhige Gegenentwurf zum großen Nachbarn: ein schlichter Raum, in dem sich nach einer Dombesichtigung der Kopf wieder sortiert.
Die Domfreiheit selbst ist der Grund, warum wir hier zweimal am Tag entlanggelaufen sind. Der Platz vor dem Dom mit dem Brunnen und der alten Linde ist am frühen Morgen komplett leer, und am Abend legt sich die Sonne auf den Sandstein der Türme.



3. Die Altstadt von Naumburg
Die Naumburger Altstadt ist der Teil der Stadt, der uns am meisten überrascht hat, und der Grund, warum wir abends noch einmal losgelaufen sind. Sie ist nach der Wende fast vollständig saniert worden, aber ohne dass es steril wirkt: Die Fassaden sind bunt, die Gassen sind krumm, und zwischen den Häusern hängen Wimpelketten.
Was Naumburg von größeren Altstädten unterscheidet, ist die Ruhe. Am frühen Morgen und am frühen Abend gehören dir die Gassen. Wir haben in der Jakobstraße und im Steinweg minutenlang fotografiert, ohne dass jemand durchs Bild gelaufen ist.



Die schönsten Ecken, wenn du gezielt suchst: die Herrenstraße mit dem Blick auf die Domtürme, die Jakobstraße mit dem Erker am Eckhaus, der Steinweg hinunter zum Markt und der Topfmarkt, wo sich die Konditorei Seiferth mit ihrer Klinkerfassade und den roten Reliefs versteckt.



Und dann ist da noch die Jüdengasse, die zu den ältesten Straßen der Stadt gehört und an die jüdische Gemeinde erinnert, die hier im Mittelalter lebte.
4. Der Marktplatz
Der Naumburger Markt ist groß, fast quadratisch und von drei Seiten mit Giebelhäusern gerahmt. Auf der vierten Seite steht die Stadtkirche St. Wenzel und schiebt ihren Turm über die Dächer. Abends, wenn die Sonne flach über die Häuser kommt, ist das der beste Platz der Stadt.
Rund um den Markt sitzt praktisch alles, was du brauchst: die Tourist-Information in Markt 6, das Stadtmuseum in Markt 18, das Rathaus, das Schlösschen und eine Reihe Cafés mit Tischen im Freien.



5. Das Rathaus
Das Rathaus von 1528 hat eine Fassade, vor der du stehen bleiben solltest, statt sie nur im Vorbeigehen mitzunehmen. Über den Fenstern des ersten Stocks läuft eine Inschrift in Fraktur einmal quer über das gesamte Gebäude, darüber sitzen vier geschwungene Renaissance-Giebel mit Maßwerk, dazwischen die Uhr.
Links vom Eingang führt ein reich verziertes Portal ins Haus, rechts ein Durchgang in den Hof dahinter. Geh durch diesen Durchgang, dahinter liegt eine kleine Gasse, die kaum jemand nimmt.

6. Die Stadtkirche St. Wenzel und der Aussichtsturm
St. Wenzel ist die Bürgerkirche gegenüber dem Dom, und sie hat zwei Dinge, die der Dom nicht hat: eine Orgel, auf der Johann Sebastian Bach gespielt hat, und einen Turm, auf den du hinaufsteigen kannst.
Die Hildebrandt-Orgel wurde 1743 bis 1746 von Zacharias Hildebrandt gebaut, Bach hat sie zusammen mit Gottfried Silbermann abgenommen. Wenn du die Chance auf ein Konzert hast, nimm sie.
Der Aussichtsturm ist der beste Überblick über Naumburg, den du bekommen kannst, und mit 202 Stufen bezahlbar teuer. Von oben siehst du die sanierte Altstadt als geschlossene Dachlandschaft und dahinter die Weinberge.
Turm St. Wenzel: Topfmarkt, 1. April bis 31. Oktober, Di bis So 11 bis 17 Uhr, montags geschlossen. Eintritt 3 Euro, ermäßigt 2 Euro, Kinder ab 6 Jahren 1 Euro. (Stand August 2026)
Achte auf die Saison: Der Turm ist nur von April bis Oktober offen und montags zu. Wer im Winter kommt oder ausgerechnet am Montag, steht vor verschlossener Tür. Der Rest der Kirche ist davon unberührt.


7. Das Schlösschen am Markt
Das Schlösschen steht direkt vor der Stadtkirche und war einst bischöfliche Residenz. Heute sind darin Galerieräume mit wechselnden Ausstellungen untergebracht. Von außen ist es das Gebäude, das dir auf jedem Marktplatz-Foto den Vordergrund liefert.
8. Das Stadtmuseum Hohe Lilie
Das Stadtmuseum sitzt im ältesten Bürgerhaus Naumburgs, und schon das Haus selbst ist einen Blick wert: ein weiß verputzter Staffelgiebel mit grau abgesetzten Ecken und Blendbögen, dazwischen ein kleines Stadtwappen. Drinnen sind 750 Jahre Stadtgeschichte ausgestellt.
Adresse: Markt 18. Öffnungszeiten: Di bis So 11 bis 17 Uhr, Montag Ruhetag. Eintritt: 5,50 Euro, mit Gästekarte 4,50 Euro, ermäßigt 3,50 Euro, unter 18 Jahren frei. (Stand August 2026)

9. Das Marientor und der Marienplatz
Das Marientor ist das einzige erhaltene Stadttor von Naumburg und eine der wenigen vollständig erhaltenen Doppeltoranlagen in Deutschland. Innen gibt es eine kleine Dauerausstellung zur Stadtbefestigung.
Der Eintritt kostet 1 Euro und läuft über einen Münzautomaten, es sitzt also niemand an der Kasse. Geöffnet vom 1. April bis 31. Oktober, Di bis So 11 bis 16.30 Uhr. (Stand August 2026)
Der Marienplatz davor ist unser Lieblingsplatz in Naumburg, und das hat nichts mit Architektur zu tun. Unter alten Linden stehen Klappstühle und Biergartentische auf Kopfsteinpflaster, quer darüber hängen bunte Wimpelketten, an einem Haus leuchtet die rote Tür des Sanddorn-Ladens. Es sieht aus, als würde gleich ein Fest anfangen, und es ist trotzdem kein Mensch da.



10. Die Marien-Magdalenen-Kirche
Am Marienplatz steht die Marien-Magdalenen-Kirche, ein heller barocker Bau mit rotem Walmdach und einem Turm, auf dessen Spitze ein goldener Stern sitzt. Von der Bushaltestelle davor hast du die Kirche frontal im Blick, mit der grünen Haube und der Turmuhr.

11. Die Othmarskirche
Die Othmarskirche am Othmarsplatz ist die Sehenswürdigkeit, die auf keiner offiziellen Liste steht und trotzdem eines der schönsten Motive der Stadt liefert. Wenn du am frühen Abend von Süden auf sie zuläufst, steht der Turm im letzten warmen Licht zwischen den Häusern, während die Gasse davor schon im Schatten liegt.
Der heutige Bau entstand zwischen 1691 und 1699 im Stil des Frühbarock, ein Vorgängerbau ist schon 1259 urkundlich erwähnt. Der Turm ist unten quadratisch und wird nach oben achteckig, darauf sitzen eine schieferverkleidete Haube und eine Laterne mit goldener Spitze.
Als Kirche kannst du sie nicht besichtigen: Sie wird heute als Bibliothek und Archiv der Evangelischen Kirche genutzt. Für den Blick von außen lohnt der Umweg trotzdem, zumal der Parkplatz Othmarsplatz gleich daneben liegt.

12. Stadtmauer und Wasserkunst
Von der mittelalterlichen Stadtbefestigung sind neben dem Marientor Reste der Stadtmauer erhalten, dazu die Wasserkunst, mit der Naumburg früher sein Trinkwasser in die Stadt gebracht hat. Beides läuft dir an den Rändern der Altstadt fast zwangsläufig über den Weg, wenn du einmal außen herum gehst.
13. Das Nietzsche-Haus
Friedrich Nietzsche ist in Naumburg aufgewachsen, und im Haus am Weingarten 18 hat seine Mutter gewohnt. Heute ist dort eine Dauerausstellung zu Leben und Werk des Philosophen untergebracht, getragen von der Friedrich-Nietzsche-Stiftung.
Öffnungszeiten: April bis Oktober, Di bis Fr 14 bis 17 Uhr, Sa, So und Feiertage 10 bis 17 Uhr. Eintritt: 5 Euro, ermäßigt 4 Euro. (Stand August 2026)
Achte auf die Öffnungszeiten, das ist die Sehenswürdigkeit in Naumburg, vor der du am ehesten vor verschlossener Tür stehst. Dienstag bis Freitag geht vor 14 Uhr nichts, und von November bis März ist ganz zu.
14. Das Oberlandesgericht
Das Oberlandesgericht steht in keiner Top-10-Liste, und das ist ein Fehler. Vom Domplatz führt eine schnurgerade Kopfsteinpflaster-Allee mit jungen Bäumen und schwarzen Laternen auf ein Gebäude zu, das mit seinem Säulenportal, dem Balkon und dem roten Mansarddach aussieht wie ein kleines Schloss.
Das Gebäude ist ein Gericht und von innen nicht zu besichtigen, aber die Perspektive von der Allee aus ist eines der besten Fotomotive der Stadt. Wir waren dreimal dort, weil das Licht am Abend anders fällt als am Morgen.


15. Die Salztorhäuser und das Theater
Am Rand der Altstadt stehen die klassizistischen Torhäuser am Salztor, zwei symmetrische weiß-rote Bauten, die früher den Zugang zur Stadt flankierten. Gleich daneben liegt das Theater Naumburg. Beides zusammen ergibt eine Straßenansicht, die eher nach Weimar aussieht als nach Sachsen-Anhalt.

16. Die Naumburger Straßenbahn
Naumburg hat die vermutlich kleinste Straßenbahn Deutschlands: 2,8 Kilometer Strecke, historische Wagen aus den 1950er bis 1970er Jahren, alle 30 Minuten ein Kurs zwischen Hauptbahnhof und Innenstadt. Über 300.000 Fahrgäste im Jahr nutzen die Linie 4, die den Spitznamen „Wilde Zicke“ trägt.
Wichtig, wenn du gerade planst: Seit dem 3. August 2026 fährt die Bahn wegen Bauarbeiten am Marienring nur zwischen Poststraße und Hauptbahnhof. Der Rest der Strecke ist vorerst nicht in Betrieb. Die historischen Wagen sind außerdem nur über zwei Stufen zugänglich, Elektrorollstühle können nicht befördert werden.
Für uns war der Hauptbahnhof der erste Kontakt mit der Stadt, wir sind mit dem Zug aus Hamburg angereist. Wenn die Strecke wieder komplett befahrbar ist, ist die Linie 4 die charmanteste Art, vom Bahnhof in die Altstadt zu kommen. Solange gebaut wird, läufst du die gut 20 Minuten oder nimmst den Bus.
Auf dem Wasser: Saale, Unstrut und die Weinberge
Naumburg endet nicht an der Altstadtgrenze. Unten an der Saale legen Ausflugsschiffe ab, und gegenüber steigen die Weinberge des Saale-Unstrut-Gebiets an, mit Terrassen aus rotem Sandstein und kleinen Weinberghäuschen darin.
Saale-Unstrut ist eines der nördlichsten Weinanbaugebiete Europas, und das sieht man den Hängen an: schmale Terrassen, viel Handarbeit, kleine Betriebe.
Wir haben die Flüsse selbst genutzt, statt nur an ihnen entlangzulaufen. Auf der Unstrut sind wir Kanu gefahren, ab dem Campingplatz Outtour in Kirchscheidungen rund sechs Kilometer bis Laucha. Das ist ruhiges, flaches Wasser, und unterwegs liegen Gutsausschänke direkt am Ufer, etwa Boy’s Gutsausschank, wo du mit dem Boot anlegen und ein Glas Wein trinken kannst.
Zurück ging es mit dem Rad: von Laucha auf dem Unstrutradweg nach Naumburg, weitgehend asphaltiert bis auf ein paar Kopfsteinpflaster-Abschnitte. Diese Kombination aus Kanu hin und Rad zurück war der beste Tag, den wir in Saale-Unstrut hatten, und sie funktioniert ohne Auto.



Praktische Infos für deinen Besuch
Parken in Naumburg
Die Altstadt ist weitgehend Fußgängerzone, aber es liegen genug Parkplätze drumherum. Auf den städtischen Parkplätzen zahlst du einheitlich 0,10 Euro je 6 Minuten, also 1 Euro pro Stunde, und zwar nur zwischen 8 und 17 Uhr. Danach und am Wochenende ist es entsprechend günstiger.
- Marienmauer (65 Plätze): der einzige, der 24 Stunden bewirtschaftet ist, dafür 0,50 Euro je 30 Minuten oder 4 Euro am Tag. 450 Meter zum Markt.
- Lindenring (rund 115 Plätze): der größte in Altstadtnähe, 100 Meter über die Herrenstraße.
- Markt (16 Plätze): 120 Meter, also direkt dran, aber selten frei.
- Poststraße (10 Plätze): kostenlos, dafür 600 Meter Fußweg. Wenn du Glück hast, der beste Deal der Stadt.
- Domparkplatz, Unter dem Dom (rund 30 Plätze): 450 Meter, praktisch wenn du mit dem Dom anfängst.
- Hauptbahnhof (284 Plätze, 263 davon kostenpflichtig): 1,6 Kilometer, dafür kannst du von dort die Straßenbahn nehmen.
(Alle Angaben Stand August 2026, nach Angaben der Stadt Naumburg.)
Anreise
Naumburg (Saale) Hbf ist ICE-Halt an der Strecke Berlin nach München, du kommst also erstaunlich bequem hin. Von Leipzig sind es mit dem Auto über die A9 rund 30 Minuten, von Halle etwa 45. Vom Bahnhof in die Innenstadt fährt die Straßenbahn, zu Fuß sind es gut 20 Minuten.
Tourist-Information
Die Tourist-Information sitzt am Markt 6, Telefon 03445 273-125. Geöffnet Mo bis Fr 9 bis 18 Uhr, Sa 9 bis 14 Uhr, sonn- und feiertags geschlossen. Dort bekommst du auch die Stadtführungen, die in Naumburg nicht über die großen Buchungsportale laufen, sondern direkt über die Stadt. (Stand August 2026)
Wie viel Zeit du brauchst
Für die Altstadt mit Markt, Marienplatz und den Gassen reicht ein halber Tag. Mit Dom, Domschatzgewölbe und einem Museum wird ein voller Tag daraus. Wenn du die Weinberge, Bad Kösen oder Freyburg mitnehmen willst, plane zwei bis drei Tage ein. Wir waren drei Tage da und hatten nicht das Gefühl, dass es zu lang war.
Essen, trinken und übernachten in Naumburg
Rund um den Markt und in der Herrenstraße sitzt die Gastronomie dicht beieinander, vom Eisladen über eine Kaffeerösterei bis zur alteingesessenen Konditorei Seiferth am Topfmarkt mit ihrer roten Klinkerfassade. Naumburg hat außerdem ungewöhnlich viele inhabergeführte Geschäfte für eine Stadt dieser Größe, Goldschmied und Buchladen inklusive.
Der beste Tipp zum Essen ist trotzdem ein anderer: Nimm eine Ferienwohnung mit Küche und kauf im Weinberg ein. Wir haben mehrfach selbst gekocht und auf dem Balkon gegessen, mit einer Flasche aus der Region dazu. In einer Weinbaugegend ist das keine Sparmaßnahme, sondern der Punkt.
Übernachtet haben wir in den Apartments am Dom, wenige Meter vom Domplatz entfernt. Sechs Wohnungen mitten in der Stadt, unsere mit voll ausgestatteter Küche, Bad, kombiniertem Wohn- und Schlafbereich für bis zu vier Personen und einem Balkon zum Garten. Die Lage ist der eigentliche Wert: Du läufst zum Dom, zum Markt und zum Marientor jeweils unter zehn Minuten und brauchst kein Auto.
Das ist für Naumburg auch die naheliegendste Variante: Die Stadt hat 14 Hotels, aber weit über 100 Ferienwohnungen und ein Dutzend Pensionen, davon rund 88 Unterkünfte innerhalb eines Kilometers vom Zentrum. Wenn du die Weinberge und die Umgebung mitnehmen willst, lohnt sich eine zweite Nacht. Eine Übersicht über die Unterkünfte in Naumburg* findest du bei Booking.


Ausflugsziele rund um Naumburg
Naumburg liegt mitten in Saale-Unstrut, und die Region ist der eigentliche Grund, mehrere Nächte zu bleiben. Wir haben drei Tage lang von hier aus alles gemacht, ohne einmal das Quartier zu wechseln. Die Stadt selbst gliedert ihr Gebiet in vier Bereiche: Naumburg, Blütengrund-Großjena, Bad Kösen und Schulpforte.
Tagesausflüge mit dem Zug
Das ist der Punkt, den kaum jemand erwähnt: Von Naumburg aus erreichst du die Nachbarstädte mit dem Regionalzug, ohne Auto und ohne Umsteigen. Wir sind so nach Weißenfels mit Schloss Neu-Augustusburg gefahren und nach Merseburg mit Dom, Schloss und den Merseburger Zaubersprüchen.
Beides sind halbe bis ganze Tage, beides funktioniert spontan. Wer weiter will: Halle an der Saale und Leipzig liegen ebenfalls in Zugreichweite, und in Halle steht im Landesmuseum das Original der Himmelsscheibe von Nebra.
Blütengrund und Großjena
Am Blütengrund mündet die Unstrut in die Saale, und im Weinberg darüber steht das Max-Klinger-Haus, das Wohnhaus des Malers und Bildhauers. Gleich daneben liegt das „Steinerne Bilderbuch“, ein in den Fels geschlagenes Relief aus dem 18. Jahrhundert.
Bad Kösen
Bad Kösen ist heute ein Ortsteil von Naumburg und war früher ein eigenständiger Kurort mit Gradierwerk und Solequellen. Wir waren dort und würden es als den entspanntesten Halbtagesausflug der Region einordnen. Im Romanischen Haus sind die Stadtgeschichte und die Sammlung der Puppengestalterin Käthe Kruse ausgestellt. Wir haben Bad Kösen in einem eigenen Beitrag zu Bad Kösen ausführlicher beschrieben.
Kloster Schulpforte
Das ehemalige Zisterzienserkloster Pforta ist heute ein Landesgymnasium mit Internat, und zwar dasselbe, auf das Friedrich Nietzsche gegangen ist. Die Klosteranlage mit Kirche, Mauer und Weinberg kann besichtigt werden.
Freyburg und Rotkäppchen-Sekt
Freyburg an der Unstrut liegt rund zehn Kilometer nördlich, überragt von Schloss Neuenburg. Im Ort sitzt die Rotkäppchen-Sektkellerei mit ihrem historischen Domkeller und dem größten Cuvéefass Deutschlands.
Wir sind auf dem Rückweg unserer Radtour durch Freyburg gekommen, und das ist auch die Art, wie wir es empfehlen würden: Der Unstrutradweg führt direkt daran vorbei, und du siehst die Weinberge von unten statt vom Parkplatz aus.
Arche Nebra und die Himmelsscheibe
Rund 25 Kilometer entfernt wurde die Himmelsscheibe von Nebra gefunden, die älteste bekannte konkrete Himmelsdarstellung der Welt. Das Besucherzentrum Arche Nebra steht am Fundort auf dem Mittelberg. Das Original liegt im Landesmuseum in Halle, in Nebra siehst du eine Nachbildung und die Geschichte des Funds.
Schloss Goseck und Burg Saaleck
Schloss Goseck steht über der Saale, Burg Saaleck mit ihren beiden Rundtürmen liegt bei Bad Kösen und ist ein kurzer, lohnender Aufstieg.
Der eigentliche Grund, nach Goseck zu fahren, ist aber das Sonnenobservatorium, eine rekonstruierte Kreisgrabenanlage aus der Zeit um 4800 vor Christus. Sie ist damit rund 2.000 Jahre älter als Stonehenge und frei zugänglich.
Und ein Geheimtipp, den wir selbst gespielt haben: Der Kreis von Goseck ist ein kostenloses, browserbasiertes Rätselspiel, das du vor Ort auf dem Smartphone startest. Es schickt dich durch die Region und erklärt nebenbei mehr über Saale-Unstrut als jede Infotafel. Installieren musst du nichts.
Einen Überblick über die ganze Region findest du in unserem Beitrag zu den Sehenswürdigkeiten in Saale-Unstrut.
Unser Fazit zu Naumburg
Naumburg wird unter Wert gehandelt. Die Stadt hat mit dem Dom eine Sehenswürdigkeit von europäischem Rang, aber der Grund, warum wir wiederkommen würden, ist ein anderer: Es ist eine komplett sanierte Altstadt, in der trotzdem kein Rummel herrscht. Du kannst hier um acht Uhr abends über den Marienplatz laufen und bist allein.
Wenn du nur einen Tag hast: Dom am Vormittag, Altstadt und Markt am Nachmittag, Marienplatz und Oberlandesgericht zum Sonnenuntergang. Wenn du mehr Zeit hast, nimm die Weinberge, Freyburg und eine Kanutour dazu.
Mehr Bilder aus Naumburg und den anderen Ecken von Saale-Unstrut findest du auf unserem Instagram.
Was sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Naumburg?
Die wichtigste Sehenswürdigkeit ist der Naumburger Dom St. Peter und Paul, seit 2018 UNESCO-Welterbe, mit der Stifterfigur Uta und dem Westlettner. Dazu kommen der Marktplatz mit dem Renaissance-Rathaus von 1528, die Stadtkirche St. Wenzel mit Bachs Hildebrandt-Orgel und Aussichtsturm, das Marientor als einziges erhaltenes Stadttor, das Stadtmuseum Hohe Lilie und das Nietzsche-Haus.
Hat Naumburg eine schöne Altstadt?
Ja, und sie ist der unterschätzte Teil der Stadt. Die Naumburger Altstadt wurde nach 1990 fast vollständig saniert, ist aber nicht steril geworden: bunte Fassaden, krumme Gassen, Wimpelketten zwischen den Häusern. Besonders schön sind die Herrenstraße mit Blick auf die Domtürme, die Jakobstraße, der Steinweg und der Marienplatz. Morgens und am frühen Abend hast du die Gassen meist für dich allein.
Wofür ist Naumburg bekannt?
Naumburg ist vor allem für den Naumburger Dom bekannt, der seit dem 1. Juli 2018 UNESCO-Welterbe ist, und für die Stifterfigur Uta von Naumburg im Westchor. Außerdem ist die Stadt das Zentrum des Weinbaugebiets Saale-Unstrut, eines der nördlichsten Weinanbaugebiete Europas, und Friedrich Nietzsche ist hier aufgewachsen.
Was kostet der Eintritt in den Naumburger Dom?
Der Eintritt kostet 9,50 Euro für Erwachsene, 6 Euro ermäßigt für Studenten und Auszubildende, 3 Euro für Schüler und 23 Euro für die Familienkarte. Das Domschatzgewölbe ist enthalten. Geöffnet ist von April bis Oktober montags bis samstags 9 bis 18 Uhr und sonntags 12 bis 18 Uhr, von November bis März entsprechend kürzer. Stand August 2026.
Wie viel Zeit sollte man für Naumburg einplanen?
Für die Altstadt reicht ein halber Tag. Mit Dombesichtigung und einem Museum wird ein voller Tag daraus. Wer die Weinberge, Bad Kösen, Schulpforte oder Freyburg mitnehmen möchte, sollte zwei bis drei Tage einplanen und Naumburg als Basis nutzen.
Wo kann man in Naumburg parken?
Auf den städtischen Parkplätzen rund um die Altstadt kostet das Parken einheitlich 0,10 Euro je 6 Minuten, also 1 Euro pro Stunde, und wird nur zwischen 8 und 17 Uhr erhoben. Der Parkplatz Poststraße ist kostenlos, hat aber nur 10 Plätze. Der Parkplatz Marienmauer ist als einziger rund um die Uhr bewirtschaftet und kostet 4 Euro am Tag. Stand August 2026.
Meint „Naumburg Sehenswürdigkeiten“ die Stadt an der Saale oder Naumburg in Hessen?
Es gibt zwei Orte dieses Namens. Dieser Beitrag beschreibt Naumburg (Saale) in Sachsen-Anhalt, die Domstadt mit rund 31.000 Einwohnern im Burgenlandkreis. Naumburg in Hessen ist eine deutlich kleinere Stadt im Landkreis Kassel am Habichtswaldsteig.
Fährt die Naumburger Straßenbahn noch?
Ja, die Linie 4 fährt weiterhin, allerdings seit dem 3. August 2026 wegen Bauarbeiten am Marienring nur zwischen Poststraße und Hauptbahnhof. Die Strecke ist insgesamt 2,8 Kilometer lang, gefahren wird mit historischen Wagen aus den 1950er bis 1970er Jahren im 30-Minuten-Takt. Stand August 2026.
Noch mehr Reisetipps für die Region
- Saale-Unstrut Sehenswürdigkeiten: die ganze Weinregion im Überblick, von Freyburg bis zur Himmelsscheibe
- Merseburg Sehenswürdigkeiten: Dom, Schloss und die Merseburger Zaubersprüche, 30 Minuten nördlich
- Weißenfels Sehenswürdigkeiten: Schloss Neu-Augustusburg und die Schuhstadt an der Saale
- Bad Kösen Sehenswürdigkeiten: Gradierwerk, Solequellen und Käthe Kruse, heute Ortsteil von Naumburg
- Ausflugsziele in Sachsen-Anhalt: vom Harz bis zur Altmark
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