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Hammershus auf Bornholm: Burgruine, Hammeren und unser Weg über die Heide

Hammershus ist die Ruine einer mittelalterlichen Burg im Nordwesten der dänischen Insel Bornholm. Sie steht auf einer 74 Meter hohen Felskuppe direkt über der Ostsee und ist laut dem dänischen Nachschlagewerk Lex die größte Burgruine Nordeuropas.

Wir sind Anfang September 2024 nicht mit dem Auto vorgefahren, sondern zu Fuß gekommen. Auf dem Küstenweg Kyststien ging es von Sandvig über die Felskuppe Hammeren, an zwei Leuchttürmen und einem Steinbruchsee vorbei zur Burg und danach über die Heide nach Vang. Hier zeigen wir dir die Ruine, den schönsten Weg dorthin und was du für deinen Besuch wissen musst: Eintritt, Parken, Bus und wann am wenigsten los ist. Die Burg lag auf einer von sieben Etappen, auf denen wir Bornholm einmal ganz umrundet haben.

Hammershus auf einen Blick

  • Was: Burgruine, vermutlich Ende des 13. Jahrhunderts erbaut, seit 1822 geschützt
  • Wo: an der Nordwestspitze Bornholms, zwischen Sandvig und Vang
  • Eintritt: frei, auch für die Ausstellung im Besucherzentrum
  • Besucherzentrum: täglich von Ostern bis Mitte Oktober, mit Café, Shop und Toiletten
  • Parken: 35 DKK für 6 Stunden in der Saison, an Hammerhavn und am Opalsøen kostenlos
  • Bus: Die Linien 2 und 10 halten an der Haltestelle Hammershus
  • Zeit: etwa eine Stunde für die Ruine, ein halber Tag mit der Runde über Hammeren

Von Sandvig über Hammeren: unser Weg zur Burg

Gestartet sind wir an einem Sonntagmorgen in Sandvig, dem kleinen Ort ganz im Norden. Auf dem Weg dorthin kamen wir noch an der weißen Rundkirche von Nyker vorbei. Das Wetter war wie fast die ganze Woche: Sonne und Wolken im Wechsel, T-Shirt und kurze Hose.

Hinter Sandvig führt der Kyststien auf Hammeren, eine 182 Hektar große Granitkuppe. Ein Tal mit dem See Hammersøen trennt sie vom Rest der Insel. Seit 1970 steht das ganze Gebiet unter Schutz und gehört heute zusammen mit Hammershus und der Heide Slotslyngen dem dänischen Staat.

Hammer Odde Fyr: am nördlichsten Punkt Bornholms

Nach etwa einer halben Stunde standen wir am Hammer Odde Fyr. Der weiß gekalkte, viereckige Turm von 1895 ist nur 12 Meter hoch und steht an der Nordspitze der Insel. Heute sitzt dort eine Küstenstation, die den Schiffsverkehr im Blick behält.

Weißer Leuchtturm Hammer Odde Fyr mit rotem Dach an der Nordspitze Bornholms, davor steht ein Wanderer
Der kleine Hammer Odde Fyr steht an der Nordspitze von Bornholm. Oliver steht schon davor.

Hammeren Fyr: rauf auf den Leuchtturm

Danach geht es bergauf, quer über Felsen und Heide zum zweiten Leuchtturm. Hammeren Fyr wurde 1872 aus Bornholmer Granit gebaut und ist 21 Meter hoch. Sein Licht brannte 91 Meter über dem Meer, so hoch wie bei keinem anderen Leuchtturm in Dänemark. Genau das wurde zum Problem: Tief hängende Wolken verschluckten das Licht, deshalb kam 1895 der kleine Turm unten an der Spitze dazu. Seit 1990 ist Hammeren Fyr außer Betrieb.

Laut Destination Bornholm ist der Turm frei zugänglich und kostet keinen Eintritt. Wir sind hinaufgestiegen, und von der Galerie siehst du über die ganze Heide bis aufs Meer. Bei klarer Sicht reicht der Blick von oben bis zur schwedischen Küste.

Ausblick von der Galerie des Hammeren Fyr über Heide, einen Pfad und die Ostsee
Der Blick von der Galerie des Hammeren Fyr über Heide und Ostsee.

Opalsøen: der See im alten Steinbruch

Vom Leuchtturm sind es nur ein paar Minuten bis zur Kante des Opalsøen. Hundert Jahre lang wurde auf Hammeren Granit gebrochen, bis der Schutz 1970 den Abbau beendete. Am Boden des Bruchs hat sich der See gesammelt. Von oben schaust du auf grünes Wasser zwischen senkrechten Felswänden, dahinter liegt der große Hammersøen.

Hammerhavn: der kleine Hafen unterhalb der Burg

Unten liegt Hammerhavn, ein kleiner Hafen mit einer langen, geschwungenen Mole. Auf dem Weg dorthin siehst du Hammershus zum ersten Mal von Norden: eine Mauerkrone hoch über der Steilküste. Am Hafen gibt es einen kostenlosen Parkplatz. Wenn du nur die Burg und den Opalsøen sehen willst, ist das ein guter Startpunkt.

Hafen Hammerhavn mit geschwungener Mole unterhalb von Hammershus, dahinter der Hang von Hammeren
Hammerhavn von oben, mit Mole und dem grünen Hang von Hammeren.

Hammershus: die Burgruine von nahem

Kurz vor zwölf waren wir an der Burg, und hier waren deutlich mehr Leute unterwegs als am ruhigen Vormittag auf Hammeren. Der Weg führt durch die Heide hinauf zu den Mauerresten. Im Kern steht die Mantelgården, die innerste Burg mit bis zu drei Stockwerke hohen und zwei Meter dicken Mauern. Ihr Wahrzeichen ist der Manteltårn, der hohe Turm aus Feldstein und Backstein. Er war Eingang, Verwaltungsbau und Gefängnis. Den Manteltårn haben wir von allen Seiten fotografiert.

Mauern und Manteltårn der Burgruine Hammershus auf Bornholm unter einem Himmel mit Wolkenschleiern
Der Manteltårn ist das Herz der Ruine Hammershus.

Rund um die innere Burg liegen der Burghof Slotsgården und die Vorburgen. Vom Land aus führte nur ein Weg hinein, über die Burgbrücke. Sie stammt aus dem 15. Jahrhundert und ist laut Lex die einzige erhaltene mittelalterliche Burgbrücke Dänemarks. Auf die Mauern selbst darfst du nicht klettern, und die Wege zwischen den Ruinen sind uneben. Feste Schuhe sind hier besser als Sandalen.

Ein bisschen Geschichte

Wer Hammershus gebaut hat, ist nicht ganz sicher. Grabungen 2014 fanden keine Bauphasen vor den 1290er-Jahren, als möglicher Bauherr gilt Jens Grand, von 1289 bis 1302 Erzbischof von Lund. Um die Burg stritten lange Kirche und dänische Krone: 1324 und 1325 wurde sie 16 Monate belagert, bevor sie übergeben wurde. Von 1526 bis 1575 hielt die Hansestadt Lübeck Bornholm als Pfand und baute die Festung um.

Später verlor Hammershus seine militärische Bedeutung und wurde Gefängnis. Die Königstochter Leonora Christina und ihr Mann Corfitz Ulfeldt saßen 1660 und 1661 im Manteltårn fest. 1743 wurde der Abriss beschlossen, seit 1822 ist die Ruine geschützt.

Das Besucherzentrum Brohuset

Rund 200 Meter östlich der Ruine, auf der anderen Seite einer Schlucht, steht seit 2018 das Besucherzentrum der dänischen Naturbehörde Naturstyrelsen. Die kostenlose Ausstellung führt mit einer Zeitleiste, Touchscreens und einer Animation aus 3D-Scans durch die Geschichte der Burg. Dazu gibt es einen Shop, ein Café mit Terrasse und große Fenster zur Ruine. Die Toiletten sind kostenlos. Geöffnet ist täglich von Ostern bis Mitte Oktober, danach gibt es Toiletten am Busparkplatz.

Ins Besucherzentrum sind wir nicht gegangen. Einen Kaffee gab es erst später, unten am Hafen von Vang.

Besucherzentrum Brohuset an Hammershus mit Brücke über die bewaldete Schlucht, von der Ruine aus gesehen
Von der Burg aus siehst du das Besucherzentrum mit seiner Brücke über die Schlucht.

Über die Heide Slotslyngen nach Vang

Hinter der Burg führt der Kyststien nach Süden über die Slotslyngen. Die Heide war früher die Weide der Burg. Seit 1909 gehört sie dem Staat, und im Süden halten Schafe und Ziegen sie offen. Anfang September färbte das Heidekraut die Hänge lila und braun. Kurz hinter der Burg haben wir noch einmal zurückgeschaut. Auf der Heide waren dann nur noch wenige andere Wanderer unterwegs.

Zwei Wanderer auf einem Felsen in der Slotslyngen, im Hintergrund die Burgruine Hammershus auf ihrer Kuppe
Von der Slotslyngen geht der Blick zurück zur Ruine Hammershus.
Breiter Wanderweg des Kyststien mit Wegweiser durch die Heide Slotslyngen südlich von Hammershus
Der Kyststien zieht sich als breiter Pfad durch die Heide Slotslyngen.

In Vang, einem kleinen Hafen am Fuß der Steilküste, haben wir einen Kaffee getrunken. Danach ging es weiter an der Felsküste Jons Kapel vorbei bis nach Hasle, wo wir am späten Nachmittag ankamen. Die ganze Etappe von Sandvig nach Hasle ist laut Visit Bornholm rund 18 Kilometer lang. Am nächsten Tag sind wir von Sandvig aus in die andere Richtung gelaufen, bis nach Gudhjem. Wie wir die übrigen Etappen rund um die Insel gelaufen sind, erzählen wir in unserem Artikel über Bornholm.

Kleiner Hafen von Vang auf Bornholm von oben, mit Steinmole, Felsen und Ostsee
Der kleine Hafen von Vang von oben, mit Mole und Felsen.

Anfahrt, Parken und Bus

Alle Orte aus diesem Artikel findest du auf unserer Karte:

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Gut zu wissen (Stand Oktober 2026)

  • Parken: Der große Parkplatz am Besucherzentrum hat rund 300 Plätze und kostet 35 DKK für 6 Stunden. Bezahlen musst du vom Samstag vor Palmsonntag bis einschließlich der dänischen Herbstferien, sonst ist das Parken frei. Kostenlos stehst du auch an Hammerhavn, am Opalsøen und bei Hammersholm/Moseløkken. Aktuelle Infos hat das Besucherzentrum Brohuset.
  • Bus: Die Linien 2 und 10 von BAT halten an der Haltestelle Hammershus an der Slotslyngvej, die Linie 2 fährt auch nach Vang. Ganz Bornholm ist eine Tarifzone. Fahrpläne findest du bei BAT.
  • Auf die Insel: Wir sind mit dem Auto und der Fähre ab Mukran bei Sassnitz nach Rønne gefahren.
  • Übernachten: Wir haben in einer Ferienwohnung in Snogebæk im Südosten gewohnt und sind von dort zu den Etappen aufgebrochen. Am nächsten an Hammershus liegen Sandvig und Allinge.
  • Mit Kinderwagen oder Rollstuhl: Das Besucherzentrum ist gut erreichbar, die Wege zur Ruine sind steil und uneben. Vor dem Besucherzentrum gibt es Behindertenparkplätze.
  • Hunde: nur an der Leine.
  • Ruhigste Zeiten: In der Hochsaison ist zwischen 9 und 10 Uhr und zwischen 16 und 17 Uhr am wenigsten los. In der Vor- und Nachsaison sind normale Wochentage ruhiger als das Wochenende.

Hammershus oder Kronborg?

Wer Schloss Kronborg in Helsingør kennt, findet auf Bornholm das Gegenteil. Kronborg ist ein Renaissanceschloss mit Ticket und Innenräumen, Hammershus eine offene Ruine ohne Dach und ohne Eintritt. Dafür hast du hier die Ostsee unter dir und die Wanderwege direkt vor der Tür. Weitere Ziele im ganzen Land findest du in unseren Sehenswürdigkeiten in Dänemark.

Fazit: Hammershus lohnt sich am meisten zu Fuß

Die Ruine allein hast du in etwa einer Stunde gesehen. Richtig gut wird der Besuch, wenn du von Sandvig über Hammeren kommst: Leuchtturm, Steinbruchsee, Hafen und Burg liegen auf wenigen Kilometern hintereinander, und danach wartet die Heide. Fahr am besten früh am Tag oder ab dem späten Nachmittag hin, dann teilst du die Mauern mit weniger Leuten. Mehr Bilder von unseren Reisen zeigen wir auf unserem Instagram.

Häufige Fragen zu Hammershus

Was kostet der Eintritt bei Hammershus?

Nichts. Die Burgruine und die Ausstellung im Besucherzentrum sind kostenlos. Bezahlen musst du in der Saison nur den Parkplatz am Besucherzentrum, 35 DKK für 6 Stunden.

Ist Hammershus die größte Burgruine Nordeuropas?

Ja. Das dänische Nachschlagewerk Lex bezeichnet Hammershus als größte Burgruine Nordeuropas. Im Mittelalter gehörte die Burg zu den größten im Norden.

Wie lange braucht man für Hammershus?

Für die Ruine reicht etwa eine Stunde, wir waren gut eine halbe Stunde in der Ruine selbst. Mit der Runde über Hammeren, den beiden Leuchttürmen und dem Opalsøen solltest du einen halben Tag einplanen.

Kommt man mit dem Bus zu Hammershus?

Ja. Die BAT-Linien 2 und 10 halten an der Haltestelle Hammershus an der Slotslyngvej, nur wenige Gehminuten vom Besucherzentrum entfernt. Ganz Bornholm ist eine Tarifzone.

Was heißt „Hammershus slotsruin“?

Das ist der dänische Name für dieselbe Burg: „slotsruin“ heißt Schlossruine. Gemeint ist die Ruine Hammershus im Norden von Bornholm.

Kann man auf den Leuchtturm Hammeren Fyr steigen?

Ja, laut Destination Bornholm ist der Turm frei zugänglich und kostet keinen Eintritt. Er steht knapp zwei Kilometer nördlich von Hammershus auf Hammeren, oben hast du einen weiten Blick über die Heide und die Ostsee.

Noch mehr Reisetipps für Dänemark

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