Horsens in Dänemark ist mit gut 65.000 Einwohnern die sechstgrößte Stadt des Landes. Sie liegt in Ostjütland am inneren Ende des Horsens Fjords, eine halbe Stunde nördlich von Vejle und eine Dreiviertelstunde südlich von Aarhus. Bekannt ist Horsens vor allem für ein Gebäude, in das früher niemand freiwillig wollte: das alte Staatsgefängnis. Bis 2006 saßen dort Häftlinge, heute ist es als FÆNGSLET ein Museum. Dazu kommen die breiteste Fußgängerzone Dänemarks, ein Barockpalais von 1744 und der berühmteste Sohn der Stadt, der Entdecker Vitus Bering.
Wir waren im Oktober 2020 mit der Familie hier, in derselben Woche, in der wir auch in Vejle waren. Unser Ferienhaus lag bei Glud, zwischen Horsens und Juelsminde, und Horsens war unser Ausflug für einen sonnigen Vormittag. Ein Kulturprogramm wurde es nicht: Wir sind durch die Søndergade gebummelt, haben in ein, zwei Läden geschaut, eines der Kinder suchte ein neues Lego-Set, und natürlich gab es Softeis. In den Museen waren wir nicht, nicht einmal in der Kirche. Dafür haben wir 53 Fotos mitgebracht, 20 davon aus den Gassen mit Kopfsteinpflaster und Fachwerk hinter dem Torvet. Unser Eindruck: Horsens ist ganz niedlich, und für einen halben Tag lohnt es sich.
Hier liest du, was Horsens zu bieten hat, was die Museen kosten, wo du in der Innenstadt kostenlos parkst und was du mit Kindern machen kannst.
Horsens auf einen Blick
- Was: Hafen- und Handelsstadt in Ostjütland, mit 65.037 Einwohnern (1. Januar 2026) die sechstgrößte Stadt Dänemarks
- Wo: am Horsens Fjord, 30 km nördlich von Vejle und 48 km südlich von Aarhus, rund 135 km Fahrt ab der Grenze bei Kruså
- Bekannt für: das frühere Staatsgefängnis (1853 bis 2006), heute Museum FÆNGSLET, die Søndergade als breiteste Fußgängerzone des Landes und Vitus Bering
- Zeitbedarf: ein halber Tag für Innenstadt, Gassen und Bummel, mit Gefängnismuseum ein ganzer Tag
- Kosten: Innenstadt, Parks und Skulpturen gratis, FÆNGSLET 120 DKK (online 110 DKK), Kinder und Jugendliche unter 18 in allen vier Museen frei
- Für wen: Ferienhausgäste an der Ostküste zwischen Vejle und Aarhus, Familien und alle, die sich für Gefängnisgeschichte interessieren
Horsens Sehenswürdigkeiten: vom Gefängnis bis zum Fjord
Die Innenstadt von Horsens ist kompakt. Ihr Rückgrat ist die Søndergade, die von West nach Ost bis zum Torvet mit der Vor Frelsers Kirke läuft. Südlich davon, zwischen Torvet, Klosterkirken und Åboulevarden, liegen die ältesten Gassen. Der Bahnhof und der Vitus Berings Park liegen am westlichen Ende, der Park Caroline Amalie Lund mit zwei Museen und der Jachthafen im Osten. Nur das Gefängnis liegt etwas abseits im Nordwesten der Stadt, 1,6 Kilometer vom Bahnhof entfernt.
1. FÆNGSLET: das Gefängnismuseum im alten Staatsgefängnis
Das Staatsgefängnis Horsens wurde 1853 gebaut, als vierflügeliger Bau mit vier Stockwerken und Einzelzellen. Im Volksmund hieß es „Horsens Tugthus“, das Zuchthaus. Gut 150 Jahre lang saßen hier Gefangene, bis 2006 ein neues Gefängnis außerhalb der Stadt den Betrieb übernahm. Seitdem ist das Gelände als FÆNGSLET ein Kulturort mit Museum, Brasserie, Konzerten und Übernachtungen in der früheren Krankenabteilung.
Das Museum gilt als eines der größten Gefängnismuseen Europas. Du gehst durch echte Zellen, an deren Wänden noch die Botschaften der Insassen stehen, manche heftig, manche humorvoll. Die bekannteste Geschichte gehört Carl August Lorentzen, dem „Ausbrecherkönig“, der sich durch einen 18 Meter langen Tunnel aus seiner Zelle in die Freiheit grub. Dazu kommen der Kerker, die Hinrichtungen im 19. Jahrhundert und die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, als Werner Best hier seine Strafe verbüßte, im besetzten Dänemark Hitlers Reichsbevollmächtigter. In der Sammlung liegt auch das Richtbeil, das in Dänemark zuletzt benutzt wurde.
Für Kinder gibt es eigene Rätselhefte. Beim „versteckten Stempel“ bekommen sie das Notizbuch eines früheren Häftlings und lösen Aufgaben, um wieder freizukommen. Kinder und Jugendliche unter 18 zahlen keinen Eintritt.
Gut zu wissen (Stand Oktober 2026):
- Adresse: Fussingsvej 8, 8700 Horsens
- Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 16 Uhr. In den Sommerferien täglich (Wochen 27 bis 33 von 10 bis 17 Uhr, Wochen 34 und 35 bis 16 Uhr), in den Herbstferien täglich 10 bis 17 Uhr. Der Ticketverkauf endet eine halbe Stunde vor Schluss.
- Eintritt: Erwachsene 120 DKK, online 110 DKK (nicht am Besuchstag selbst buchbar), unter 18 Jahren frei, Führung 50 DKK zusätzlich
- Zeit: mindestens anderthalb Stunden, empfiehlt das Museum
- Parken: 800 kostenlose Plätze auf dem Gelände, P1 ist für Museumsgäste reserviert
- Zu Fuß: 15 bis 20 Minuten vom Bahnhof
Aktuelle Zeiten und Sonderöffnungen findest du auf der Seite des Gefängnismuseums.
2. Søndergade: die breiteste Fußgängerzone Dänemarks



Die Søndergade ist die Hauptstraße von Horsens und laut Touristinformation die breiteste Fußgängerzone Dänemarks. Ihr Verlauf stammt aus dem Mittelalter, als Horsens schon eine wichtige Handelsstadt war. Heute reihen sich hier Bekleidungsläden und bekannte Ketten aneinander, dazwischen alte Kaufmannshäuser, Tische draußen und Spielgeräte für Kinder. Rund 200 Geschäfte liegen in der Innenstadt in kurzer Gehweite. Wer es kleiner mag, biegt nach Norden ins Lateinische Viertel ab: enge Gassen mit Restaurants, Eisdielen, Bars und Läden, die Leute aus Horsens selbst betreiben.
Geparkt haben wir an einem Eckparkplatz an der Kreuzung Åboulevarden und Høegh-Guldbergs Gade. Von dort sind wir durch die Kirkegyde und die Badstuestræde zum Torvet gelaufen und dann von der Kirche aus die Søndergade entlanggebummelt, mit Blick nach rechts und links, was es so gibt. Es war Herbst, der Himmel blau, die Bäume bunt, und die Stimmung bei allen richtig gut. Die Frauen nahmen sich die kleinen Boutiquen vor. Die Männer hielten Ausschau nach einem Platz für eine kurze Pause, daraus wurde aber nichts: Die Kinder hatten ihre Väter in Beschlag genommen und rannten mit ihnen die Einkaufsstraße rauf und runter. Eines der Kinder suchte dabei nach dem nächsten Lego-Set. Ungefähr auf Höhe des Bytorv, des kleinen Einkaufszentrums, gab es Softeis mit bunten Streuseln, und ins Bytorv haben wir auch hineingeschaut. Einen Kaffee haben wir uns übrigens nicht gegönnt, Café-Tipps gibt es von uns deshalb keine.
Entlang der Søndergade stehen mehrere Stücke der Skulpturallee (siehe Punkt 9), etwa Christian Lemmerz’ „Hyäne mit Kind“, der Hirschbrunnen von Hugo Liisberg und Tal Rs „Kleine Kanone“.
3. Altes Rathaus und Søndergades Apotek


Zwei Häuser in der Søndergade lohnen einen zweiten Blick. In der Nummer 26 steht das alte Rathaus der Stadt, ein Backsteinbau mit weißen Bändern, Uhrturm, Kuppel und Wetterfahne. Davor lag bei uns das Herbstlaub auf dem Pflaster.
Das zweite ist die Søndergades Apotek. Gebaut wurde sie 1736 als Helms Apotek, und über der Tür mit der Freitreppe steht noch „Privilegirte Apothecke“. Das prächtigste Haus der Straße kommt aber erst noch.
4. Lichtenbergs Palæ: Barock von 1744



Dieses Haus ließ der Kaufmann Gerhard de Lichtenberg 1744 bauen. Er stammte aus Horsens, war durch Handel und Heirat reich geworden und besaß mehrere Güter in Jütland. Seiner Heimatstadt spendete er große Summen für die Kirchen, die Lateinschule und die Armenfürsorge. 1749 empfing er in seinem Palais den König als Gast.
Heute steckt in dem Barockbau Jørgensens Hotel. Wer will, übernachtet also in einem Palais aus dem 18. Jahrhundert mitten in der Fußgängerzone. Für alle anderen lohnt sich der Blick auf die Freitreppe mit den Laternen, die direkt auf die Søndergade führt, und auf das Portal mit dem Wappen über der Tür.
5. Torvet und Vor Frelsers Kirke



Am östlichen Ende der Søndergade öffnet sich der Torvet, der Marktplatz. Hier steht die Vor Frelsers Kirke, die Erlöserkirche, seit der Gründung der Stadt ihr Mittelpunkt. Im Mittelalter war sie eine königliche Kapelle namens Sankt Ib. Hinein sind wir nicht gegangen. Ob sie geschlossen war oder einfach keiner mit rein wollte, wissen wir nicht mehr.
Vor der Kirche liegt die Wasserskulptur „Beringsøen“ von Kirsten Ortwed, eine flache Landschaft aus schwarz patinierter Bronze mit Wasserflächen, die an Vitus Bering erinnert. In ihrem Wasser spiegeln sich Kirchturm und Häuser, und natürlich haben wir genau hier unsere Spiegelfotos gemacht. Direkt an der Kirche führt eine stille Gasse mit einem gelben Fachwerkhaus vom Platz weg.
Am Torvet spielt auch eine ungewöhnliche Episode der Stadtgeschichte. Von 1780 bis 1807 lebten hier vier russische Prinzen und Prinzessinnen, Neffen und Nichten der dänischen Königinwitwe Juliane Marie, mit einem kleinen eigenen Hof im Palæ am Torvet. Mehr darüber erzählt das Horsens Museum (Punkt 10).
6. Klosterkirken und die Gassen dahinter



Ein paar Minuten südöstlich des Torvet steht die Klosterkirken, die Kirche eines früheren Franziskanerklosters. Wie die Vor Frelsers Kirke stammt sie aus dem Mittelalter, als Horsens bereits eine bedeutende Handelsstadt war.
Hinter der Kirche beginnt das Viertel, durch das wir vom Parkplatz aus über Kirkegyde und Badstuestræde zum Torvet gelaufen sind. Zusammen mit dem Fugholm gleich nebenan sind hier 20 unserer 53 Fotos entstanden. Kopfsteinpflaster, niedrige Häuser mit grünen Fenstern, Fachwerk, alte Laternen und zwischen den Dächern immer wieder der Dachreiter der Klosterkirken. In der Badstuestræde steht ein langes Fachwerkhaus mit dunklen Balken. Viel los war hier nicht, obwohl die Søndergade nur ein paar hundert Meter entfernt liegt.
7. Fugholm: Fachwerk und Kopfsteinpflaster



Fugholm ist eine schmale Gasse zwischen Torvet und Åboulevarden. Hier stehen weiße und gelbe Fachwerkhäuser neben roten, blauen und beigefarbenen Häusern, vor einer Haustür steht eine Holzbank. An der Ecke zur Åboulevarden steht ein rotes Backsteinhaus mit dem Schild „Café Aahus“, gegründet laut Schild 1857. Durch den Fugholm ging es für uns gegen Mittag zurück zum Auto. Mit den Gassen um die Klosterkirken ist er der Teil von Horsens, der einer Altstadt am nächsten kommt.
8. Hospitalsgade: das alte Hospital von 1560



Die Hospitalsgade ist eine Seitenstraße der Søndergade mit Kopfsteinpflaster, Bänken und kleinen Läden. Ihren Namen hat sie vom alten Hospital. An seiner Stelle stand im Mittelalter ein Sankt-Jørgens-Hof für Kranke mit ansteckenden Krankheiten, vor allem Lepra. 1560 wurde hier das Hospital von Horsens gegründet, ein Heim für Alte und Kranke, die nicht von ihrer Familie versorgt werden konnten. Bis heute wohnen in dem Gebäude ältere Menschen.
Ungewöhnlich ist die Kirche: Sie ist kein eigener Bau, sondern ein Flügel des Hospitals. In der Mitte der Fassade sitzt das Portal unter der alten Hospitaluhr und der Glocke, links verrät die Form der Fenster, wo die Hospitalskirken liegt. Ihre Glocke soll aus der Zeit um 1200 stammen. Seit Ende 2021 ist die Kirche geschlossen, das Haus siehst du also nur von außen.
Gleich um die Ecke, in der Jessensgade, leuchteten bei unserem Besuch die Bäume rot.
9. Kunst auf der Straße: Skulpturallee und Giebelbilder

In Horsens steht viel Kunst einfach draußen. Die Skulpturallee führt über drei Kilometer vom Bahnhof durch die Søndergade bis zum Jachthafen, mit Werken von Christian Lemmerz, Maria Rubinke und Michael Kvium, der aus Horsens stammt. Kviums „Seven“ am Eingang des Vitus Berings Parks zeigt Babys und rote Würstchen. An seiner Kunst scheiden sich in Dänemark die Geister.
Dazu kommen 49 Giebelbilder: großformatige Wandgemälde an Hausfassaden, für die Stadt und Kunstmuseum jedes Jahr Künstler einladen. Einige davon findest du rund um das Gefängnis, und in einem Innenhof nördlich der Søndergade haben wir ein großes Wandbild entdeckt. Eine digitale Karte der Skulpturen bietet Kystlandet, die Touristinformation der Region. Alles ist kostenlos.
10. Caroline Amalie Lund: Kunstmuseum und Horsens Museum
Ein paar hundert Meter östlich der Fußgängerzone liegt auf einer Anhöhe der Park Caroline Amalie Lund, von den Einheimischen kurz „Lunden“ genannt. Hier stehen zwei Museen.
Das Horsens Kunstmuseum zeigt moderne dänische Kunst und hat die größte Sammlung von Michael Kvium im Land, mit einem eigenen Saal. Vor dem Eingang steht Bjørn Nørgaards „Menneskemuren“, die Menschenmauer. Zweimal im Jahr gibt es eine große Sonderausstellung.
Das Horsens Museum ist seit 1915 in einem Bau des Architekten Viggo Norn untergebracht, von dem auch der Wasserturm im Park stammt. Es erzählt die Geschichte der Stadt über drei Jahrhunderte, zeigt archäologische Funde aus der Gegend und widmet Vitus Bering eine eigene Ausstellung.
Im Park gibt es einen eingezäunten Spielplatz am Sundvej und ein Amphitheater, in dem im Sommer Konzerte stattfinden.
Gut zu wissen (Stand Oktober 2026):
- Horsens Kunstmuseum: Dienstag bis Sonntag 11 bis 16 Uhr, im Juli und August 10 bis 16 Uhr, montags geschlossen. Erwachsene 60 DKK, unter 18 frei.
- Horsens Museum, Sundvej 1A: Dienstag bis Sonntag 11 bis 16 Uhr, montags geschlossen. Erwachsene 30 DKK, unter 18 frei, mittwochs für alle gratis.
- Museumskarte: 200 DKK für sieben Tage Eintritt in FÆNGSLET, Industrimuseet, Kunstmuseum und Horsens Museum, dazu zwei Tassen Kaffee oder Tee. Es gibt sie nur an der Kasse des ersten Museums, nicht online. Rechnet sich für einen Erwachsenen schon ab FÆNGSLET plus Industrimuseet.
11. Industrimuseet: Fließband, Arbeiterwohnungen und ein Gastank zum Klettern
Im früheren Elektrizitätswerk der Stadt zeigt das Industrimuseet, wie die Industrialisierung im 19. und 20. Jahrhundert das Leben in Dänemark verändert hat, bei der Arbeit und zu Hause. Am Fließband kannst du gegen andere um die Wette Kugellager montieren, du gehst durch Arbeiterwohnungen aus verschiedenen Jahrzehnten und durch die alten Läden einer Einkaufsstraße. In der Maschinenhalle werfen Mitarbeiter manchmal eine der Maschinen an.
Draußen steht ein Spielplatz, der an die Industriegeschichte erinnert. Der große Turm ist einem Gastank nachgebaut, der früher auf dem Gelände stand, oben geht eine Rutsche aus sieben Metern Höhe ab.
Gut zu wissen: Gasvej 19, täglich 10 bis 16 Uhr, Erwachsene 100 DKK, unter 18 frei (Stand Oktober 2026).
12. Vitus Berings Park und der Entdecker aus Horsens
Vitus Bering wurde 1681 in Horsens geboren, ging jung zur See und trat 1704 in die russische Marine ein. Für den Zaren leitete er zwei große Expeditionen in den äußersten Osten Russlands. 1728 segelte er durch die Meerenge zwischen Asien und Amerika, die heute Beringstraße heißt, 1741 erreichte er die Küste Alaskas. Auf der Rückfahrt strandete sein Schiff auf einer unbewohnten Insel, wo er starb.
Nach ihm ist der kleine Park zwischen Bahnhof und Fußgängerzone benannt, 1957 vom Landschaftsarchitekten C. Th. Sørensen angelegt. Auf der Wiese unter den Eichen stehen zwei Originalkanonen von Berings letzter Expedition, ein Geschenk der Sowjetunion. Im Frühsommer blühen hier die Rhododendren. Auf dem Vitus Berings Plads am Ende der Fußgängerzone sprudeln Wasserdüsen aus dem Pflaster, in denen Kinder planschen dürfen.
13. Bygholm Park und Bygholm Sø
Durch den Bahnhofstunnel kommst du in den Bygholm Park, den alten Park des Herrenhauses Bygholm. Ganz in der Nähe ließ König Erik Menved 1313 eine Zwingburg bauen, von der nur noch Reste des Burgwalls zu sehen sind. Das Herrenhaus ist heute ein Hotel.
Der Park ist einer der beliebtesten Ausflugsorte der Familien aus Horsens: großer Spielplatz, ein 200 Meter langer Naturparcours mit Kletternetzen und Schwebebalken, Grillplätze und kostenlose Discgolf-Körbe. Direkt dahinter beginnt die Runde um den Bygholm Sø, sieben Kilometer durch Wald und am Ufer entlang.
14. Jachthafen und Horsens Fjord
Die Skulpturallee endet am Jachthafen, wo Michael Kviums „Hverdag“ steht. Von hier aus öffnet sich der Horsens Fjord nach Osten Richtung Kattegat. Kajaks kannst du bei Horsens City Camping mieten, rund um den Fjord führen ein Radweg und der Wanderweg Fjordmino. Für eine kurze Küstenwanderung empfiehlt die Touristinformation die schmale Halbinsel Borre Knob, die weit in den Fjord hineinragt.
Den Fjord kennen wir vor allem von Judiths Laufrunden: Sie war in unserer Ferienhauswoche immer wieder an der Küste unterwegs, meistens auf der ausgeschilderten nationalen Radroute 5, entlang von Horsens Fjord und Vejle Fjord.
15. Nørrestrand: Vogelreservat am Stadtrand
Nur 1,5 Kilometer vom Stadtzentrum beginnt im Norden das Natur- und Wildreservat Nørrestrand, ein Süßwassersee mit Flussdelta, das in den Fjord übergeht. Hier lebt mehr als die Hälfte der Vogelarten Dänemarks. Ein Rundweg von 13 Kilometern führt einmal um den See, am Südufer steht bei Lindskov Knude ein großer Vogelturm, im Nordwesten laufen Wildpferde frei über die Wiesen.
Horsens mit Kindern
Horsens ist für Familien eine gute Wahl, auch an einem Regentag:
- Museen: Kinder und Jugendliche unter 18 zahlen in FÆNGSLET, Industrimuseet, Kunstmuseum und Horsens Museum keinen Eintritt.
- FÆNGSLET: Rätselhefte für Kinder, etwa „Der versteckte Stempel“, bei dem sie sich aus dem Gefängnis „befreien“.
- Industrimuseet: Fließband-Wettbewerb drinnen, Spielplatz mit Gastank-Turm und Rutsche aus sieben Metern Höhe draußen.
- Schatzsuche: Eine fünf Kilometer lange Runde durch die Innenstadt mit Fragen unterwegs. Wer die Schatzkarte im Industrimuseet abgibt, bekommt eine Goldmedaille.
- Søndergade: Trampoline und Spielgeräte mitten in der Fußgängerzone, Wasserdüsen im Pflaster am Vitus Berings Plads.
- Spielzeug: Im Einkaufszentrum Bytorv, mit Eingängen von der Søndergade, liegt Kids Coolshop, laut Touristinformation der größte Spielzeugladen Dänemarks, mit eigenem Spielzeugmuseum.
- Spielplätze: im Bygholm Park mit Naturparcours und im Park Caroline Amalie Lund.
- Eis: In der Fußgängerzone und im Lateinischen Viertel gibt es mehrere Eisdielen mit Kugel- und Softeis. Bei uns gab es Softeis mit bunten Streuseln.
Ausflüge rund um Horsens
- Juelsminde (25 km): Kleiner Badeort zwischen Vejle Fjord und Horsens Fjord, den wir in derselben Woche besucht haben. Für die Kinder war der kostenlose Naturspielplatz Juelsminde Naturlegepark am Waldrand das Highlight. Mehr dazu in unserem Bericht über den Familienurlaub im Ferienhaus in Dänemark.
- Vejle (30 km): In derselben Woche waren wir auch in Vejle. Am Hafen stehen Bølgen, das Wellenhaus, und das Fjordenhus von Olafur Eliasson. Alles dazu in unseren Tipps für Vejle.
- Aarhus (48 km): Dänemarks zweitgrößte Stadt mit Den Gamle By und dem Regenbogen auf dem Kunstmuseum ARoS. Unsere Aarhus Sehenswürdigkeiten zeigen dir die besten Stationen zu Fuß.
- Kolding (58 km): Schloss Koldinghus und der Geografisk Have, beschrieben in unseren Kolding Sehenswürdigkeiten.
Gut zu wissen: Anreise, Parken und Übernachten
Mit dem Auto: Horsens liegt an der Autobahn E45. Ab der Grenze bei Kruså sind es rund 135 Kilometer, gut anderthalb Stunden, ab Hamburg rund 300 Kilometer.
Mit dem Zug: Horsens liegt an der ostjütischen Hauptstrecke. Vom Bahnhof bist du in wenigen Minuten im Vitus Berings Park und in der Søndergade.
Parken: In der Innenstadt gibt es mehrere kostenlose Parkplätze, etwa an der Havneallé, in der Godsbanegade, Lichtenbergsgade, Kildegade und Møllegade. Am Torvet, am Vitus Berings Plads, in der Nørregade und bei Torvegården parkst du zwei Stunden gratis, beachte dort die Schilder. Kostenpflichtig sind das Parkhaus Levysgade und der Parkplatz am Bytorv. Eine Karte aller Plätze hat der Handelsverband City Horsens. Am Gefängnismuseum stehen 800 Gratis-Parkplätze.
Übernachten: Ungewöhnlich ist das SleepIn FÆNGSLET in der früheren Krankenabteilung des Gefängnisses. Mitten in der Fußgängerzone liegt Jørgensens Hotel in Lichtenbergs Palæ, am Bygholm Park das Hotel im alten Herrenhaus. Wenn du Horsens mit einer Wanderung am Fjord oder einem Konzert verbinden willst, findest du Hotels und Ferienwohnungen in Horsens bei Booking.com.*
Karte: Horsens Sehenswürdigkeiten
Alle Sehenswürdigkeiten aus diesem Artikel, zwei Parkplätze und den Bahnhof findest du auf unserer Karte.
Fazit: Lohnt sich Horsens?
Horsens ist keine kleine Museumsstadt wie Ribe, sondern eine lebendige Handelsstadt. Zwischen den Ketten der Søndergade stehen einzelne prächtige alte Häuser, und hinter dem Torvet liegen ein paar Gassen mit Fachwerk und Kopfsteinpflaster, für die allein sich ein Spaziergang lohnt. Ihre Stärken sind ein Gefängnismuseum, das zu den größten Europas gehört, viel Kunst im Stadtbild und kurze Wege ins Grüne, vom Bygholm Park bis zum Nørrestrand. Uns hat Horsens gefallen: eine ganz niedliche Stadt, gerade im Herbst mit blauem Himmel und bunten Bäumen. Für einen halben Tag oder einen Tagesausflug lohnt sie sich, und auch für einen zweiten Besuch. Wer mehr Zeit hat, plant FÆNGSLET ein und hängt den Park Caroline Amalie Lund oder eine Runde am Fjord an.
Mehr Fotos aus Dänemark findest du auf unserem Instagram-Account.
Häufige Fragen zu Horsens
Wofür ist Horsens in Dänemark bekannt?
Vor allem für das frühere Staatsgefängnis, das von 1853 bis 2006 in Betrieb war und heute als FÆNGSLET eines der größten Gefängnismuseen Europas ist. Dazu kommen die Søndergade, die breiteste Fußgängerzone Dänemarks, und der Entdecker Vitus Bering, der 1681 in Horsens geboren wurde.
Was kostet der Eintritt ins Gefängnismuseum in Horsens?
Erwachsene zahlen 120 DKK an der Kasse und 110 DKK online, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sind frei (Stand Oktober 2026). Geöffnet ist Dienstag bis Sonntag von 10 bis 16 Uhr, in den Ferien täglich.
Hat Horsens eine Altstadt?
Ja, im Kern. Das Straßennetz rund um die Søndergade stammt aus dem Mittelalter, aus dem 18. Jahrhundert stehen noch große Häuser wie Lichtenbergs Palæ (1744) und die frühere Helms Apotek (1736). Am meisten Altstadt-Gefühl haben die Gassen hinter dem Torvet, etwa Fugholm und Badstuestræde, mit Kopfsteinpflaster und Fachwerk. Eine geschlossene Altstadt wie in Ribe darfst du aber nicht erwarten, die alten Häuser stehen zwischen jüngeren Bauten.
Wo kann ich in Horsens kostenlos parken?
In der Innenstadt etwa an der Havneallé, in der Godsbanegade, Lichtenbergsgade und Kildegade. Am Torvet, am Vitus Berings Plads und in der Nørregade sind zwei Stunden gratis. Am Gefängnismuseum gibt es 800 kostenlose Plätze.
Wie weit ist Horsens von Aarhus und von der deutschen Grenze entfernt?
Bis Aarhus sind es 48 Kilometer nach Norden, rund eine Dreiviertelstunde über die E45. Ab der Grenze bei Kruså fährst du rund 135 Kilometer, gut anderthalb Stunden.
Was bedeutet der Name Horsens?
Der Name taucht im 12. Jahrhundert als „Horsenes“ auf. Er setzt sich aus dem altdänischen „hors“ für Pferd und „næs“ für Landzunge zusammen.
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