Stellen Sie sich vor, Sie befinden sich in einem Rennen. Atemberaubende Strecke, so auch Ihr Tempo. Wenn Sie jetzt nicht nachlassen, werden Sie den Rekord knacken! Ihr Shirt schweißgetränkt. Doch tragen Sie weder eine Startnummer auf der Brust, noch einen Zeitchip am Schuh. Auch das Ziel unterscheidet sich von Ihren bisherigen Rennen…

…Im Ziel angekommen, erwartet Sie keine jubelnde Zuschauermenge und keine Finishermedaille. Stattdessen drücken Sie kurzerhand die Stopp-Taste Ihrer Uhr, wischen sich den Schweiß von der Stirn und machen sich auf den Heimweg – nicht ohne sich ein Siegerbier am Bahnhofskiosk zu kaufen und zufrieden einen Beitrag über Ihre soeben neu aufgestellte FKT zu veröffentlichen. Was ist das für ein Rennen, zu dem heute niemand außer Ihnen angetreten ist?

Laufabenteuer FKT – Was heißt FKT, wofür steht die Abkürzung?

Die Abkürzung FKT steht für “Fastest Known Time” und ist ein Rekord, der aufgestellt wird, wenn jemand eine festgelegte Strecke in der schnellsten bislang aufgezeichneten Zeit läuft. Das Prinzip ist einfach. Einen Weg vom Start- zum Endpunkt so schnell wie möglich zu absolvieren, hat etwas Ursprüngliches, und die Jagd nach Bestzeiten und Rekorden ist nicht neu. Dies auch öffentlich zu machen, hinterlässt einen bleibenden Eindruck und kann anderen als Maßstab dienen. Zehn Sekunden – die magische Marke im 100-Meter-Sprint. Mittelstreckenläufer*innen streben nach der Four-Minute-Mile – eine Meile (etwa 1.609 Meter) in unter vier Minuten. Im Marathon bröckelt derzeit die 2 Stunden Schallmauer. Doch bei Fastest Known Time geht es nicht in erster Linie um traditionelle Rennveranstaltungen oder großangelegte Marketingaktionen; es geht vor Allem um individuelle Lauf-Projekte.

Fastest Known Time – die Anfänge…

1998 unternahmen die Amerikaner Peter Bakwin und Buzz Burrell den Versuch, einen 500-Meilen-Geschwindigkeitsrekord auf dem Colorado Trail aufzustellen. Bakwin stieg bei 330 Meilen verletzungsbedingt aus, und Burrell finishte in 11 Tagen, 16 Stunden und 13 Minuten. Unsicher ob es die schnellste Zeit aller Zeiten war (Informationen waren schwer zu kriegen in diesen frühen Zeiten des Internets), schufen sie den Begriff FKT Fastest-Known-Time – auch diejenigen anerkennend, die es möglicherweise bereits zuvor geschafft haben und unter dem Radar verschwanden.

Peter und Buzz gelten als Pioniere der Fastest Known Time Bewegung. Sie gründeten und pflegen bis heute die Go-to-Website für alles, was mit FKT zu tun hat: fastestknowntime.com. Hier finden Sie Auflistungen von FKTs weltweit sowie Richtlinien für die Erstellung eines Geschwindigkeitsrekords und allgemeine Diskussionen, auch Podcasts, zu diesem Thema. 

Laufabenteuer FKT – auf epischen Strecken unterwegs

Der Wettstreit nach Fastest Known Times ist längst eine wichtige Disziplin im Trailrunning geworden – ins Leben gerufen auf den US-amerikanischen Fernwanderwegen, mehrtägigen Routen wie dem Appalachian Trail, Pacific Crest Trail, John Muir Trail, oder auch dem Grand Canyon Rim-to-Rim-to-Rim. Legenden des Ultrarunning wie Darcy Piceu und Francois d’Haene waren da. Jim Walmsley hat’s getan, genauso Taylor Nowlin. In den letzten Jahren verging kaum ein Monat ohne einen Rekord(versuch) auf den epischen Strecken. 

Fastest Known Time – Wettlauf mit den Stars

Auch europäische Läufer*innen prägen die FKT-Kultur. Nehmen wir als Aushängeschild einen Superstar der Trailszene, Kilian Jornet (32): Was macht man, wenn man mit Mitte Zwanzig bereits die Mehrzahl der weltweit prestigeträchtigsten Ultramarathons (Hardrock 100, Western States Endurance Run, Ultra Trail de Mont-Blanc) gewonnen und sportliche Welterfolge davongetragen hat, von denen andere Bergläufer*innen nur träumen können? 

Man lebt weitere Träume. Der Katalane unternahm in seinem persönlichen Projekt “Summits of My Life” den Versuch, die Auf- und Abstiegs-Rekorde für einige der imposantesten Berge dieser Welt aufzustellen. Seine Erfolge am Mont Blanc und dem Matterhorn sind unumstritten. Was viele nicht wissen: An zwei der Seven Summits wurden Kilian Jornet’s FKTs in aller Stille kassiert: von dem Schweiz-Ecuadorianer Karl Egloff (39). Im Jahr 2014 unterbot er Jornet’s Zeit am Kilimanjaro um 32 Minuten und schnappte ihm 2015 auch den Speed-Rekord am Aconcagua in Argentinien weg; dort war er fast eine Stunde schneller als der Spanier zwei Monate zuvor. 2017 gelang Egloff, was Jornet bisher verwehrt blieb: Fastest Known Time am Elbrus in Russland. 

Die Auszeichnung “FKT of the Year – EU” ging zuletzt bei den Männern an Kilian Jornet (für seinen Rekord auf der legendären Bob Graham Round). Was Bekanntheitsgrad und mediale Aufmerksamkeit betrifft, ist Kilian Jornet’s Name insgesamt präsenter, doch nachdem Karl Egloff im vergangenen Jahr auch den höchsten Berg in Nordamerika, den Denali in Alaska, schneller bezwang, scheint das Duell zwischen diesen Spitzenbergsportlern erst begonnen zu haben.

Laufabenteuer FKT – jede*r hat so seine “Bucketlist”

Nicht zuletzt aufgrund der Schwierigkeit, Events und Laufleistungen im Trail-Bereich untereinander zu vergleichen (zu unterschiedlich die topographischen Gegebenheiten der Wettbewerbe, die Routenführung oft variabel), boomen FKTs auch auf europäischem Boden – in Deutschland vor Allem in den Alpen. Auf der FKT-Bucketlist von Johannes (Jojo) Klein, Trailrunningbotschafter für Tourismus Oberstdorf, stehen vor Allem Routen in seiner näheren Umgebung. Eine davon konnte er im vergangenen Frühherbst “abhaken”. Seit September 2019 hält er die Fastest Known Time auf dem Jubiläumsweg bei Hinterstein, einem etwa 25 Kilometer langen Höhen-Wanderweg in den Allgäuer Alpen.

“Weitere Routen sind definitiv das Allgäuer U, Ammergau Alps Highest 10 oder die verschiedenen Höhenwege in Österreich, wie der Lechtaler, Berliner oder Stubaier. Mal schauen wie diese Herausforderungen in den Trainings- und Wettkampfplan für die Saison 2020 reinpassen. So ein FKT verlangt dem Geist und Körper, je nach Länge und Schwierigkeit, oftmals genau so viel ab, wie ein Wettkampf. Das gilt es als ambitionierter Sportler immer zu berücksichtigen.”

Fastest Known Time – es kommt nicht (nur) auf die Länge an, die FKT Guidelines

Fastest Known Times können so vielfältig und originell sein wie die Menschen, die sie versuchen. Jede*r kann eine Route erstellen und sich unter den individuell günstigsten Bedingungen (nach persönlicher Gesundheit, Fitness, Wetter oder Bequemlichkeit) testen. Es fällt auf, dass immer mehr FKTs auch auf kürzeren Strecken, z.B. bei Bergbesteigungen, Grat-Traversen oder Seenumrundungen, verzeichnet werden. Nicht selten überschneiden sie sich mit Strava Segmenten. Die FKT-Guidelines auf fastestknowntime.com besagen, dass die Strecken von beliebiger Entfernung oder Zeitdauer sein können. Sie besagen aber auch, dass jede Route relevant und so besonders sein sollte, dass andere daran interessiert sein könnten, sie zu wiederholen. Fastest Known Time sollte etwas jenseits eines einfachen Strava-Segments sein. Denken Sie hier größer als an Ihre Lieblings-Hinterhofschleife. An ein bisschen mehr Abenteuer und Planung. Oft erfordert eine FKT Monate oder Jahre der Vorbereitung, sie beinhaltet den Respekt vor der Route und früheren Rekordhaltern (falls vorhanden). Strava ist ein großartiges Tool zum Aufzeichnen und Überprüfen von FKTs, wenn Sie Ihre Leistung veröffentlichen möchten. 

Laufabenteuer FKT – nur die Schnellsten kommen auf die Liste

Und wenn man den Rekord knapp verpasst? Ungleich Strava’s Bestenlisten sind auf fastestknowntime.com nur die Zeiten dokumentiert, die zum jeweiligen Zeitpunkt die Fastest Known Time auf der jeweiligen Route gewesen sind (keine Zweit- oder Drittplatzierten). Die „Liste der Champions“, wenn es denn eine gibt, zeigt allein den Fortschritt der FKTs. 

Fastest Known Time – Solo oder mit Unterstützung

Strava-Segmenten ist es egal, ob Sie bei Ihrem Streckenrekord Hilfe bekamen. Fastest Known Times werden in drei Arten der Unterstützung unterschieden: Unsupported (ohne externe Hilfe), Self-Supported (unterwegs Hilfe suchen) oder Supported (durch eine Crew).

“Einfach raus und nur mit sich selber und der Natur beschäftigen. Sich auf eine Sache fokussieren, nach dem Motto „Weniger ist mehr“. Deswegen ist Unsupported immer eine feine Sache.” So sehr Jojo Klein die Unabhängigkeit und Freiheit am Laufen schätzt, weiß der Adidas TERREX Athlet auch die Unterstützung von außen zu schätzen: “Ab einer gewissen Länge oder Dauer eines FKTs braucht man einfach flüssige oder feste Nahrung, um die Leistung aufrecht zu erhalten. Dann macht Supported auf jeden Fall Sinn und sollte nicht als „schlechter“ angesehen werden… Hier entsteht dann auch wieder ein ganz neuer Reiz und Aspekt hinter einem FKT, diesen nämlich in einem Team zu bewältigen…” 

Laufabenteuer FKT – vs. offizielle Rennveranstaltungen

Lange Distanzen verlangen eine völlig andere Strategie und Taktik als Rennen, die kürzer und dafür vielleicht technisch anspruchsvoller sind. Dank der Vielseitigkeit unseres Sports (und dank der Entwicklung von ultra-leichter Laufausrüstung) können sich Läufer*innen auf ganz unterschiedliche Weise herausfordern.

Vielseitig daher auch die Rennveranstaltungen – wie Pilze schießen immer neue aus dem Boden. Wir haben die Wahl zwischen unterschiedlichsten Formaten und Distanzen. Warum entscheiden sich manche Menschen für eigene Abenteuer wie Fastest Known Times?

Fastest Known Time – die Neugierde nach dem Möglichen und der Reiz des Ungewissen

Suzanne “Sunny” Stroeer navigiert am liebsten selbständig durch “echtes Niemandsland”. Sie reizt das Ungewisse und vor Allem der mentale Aspekt dabei, ihre Umgebung und ihre eigenen Reaktionen (und Grenzen) in Extremzuständen spielerisch zu entdecken: “das sind transzendente Erfahrungen die ich sehr bereichernd finde. Deswegen reizen mich organisierte Wettläufe, wo es hauptsächlich um solides Training und fehlerfreie Umsetzung geht, nur noch selten” 

Auch sind die mega bekannten Fastest Known Time Strecken nicht Teil von Sunnys Bucketlist – “ganz im Gegenteil: je obskurer, unbekannter und unzugänglicher eine Strecke ist, desto mehr reizt sie mich.”

Das Ungewisse als Motivation für große Projekte… Die LOWA Athletin ist die erste Frau, die Aconcagua, den höchsten Berg außerhalb des Himalayas, in eins umrundet und erklimmt.

Laufabenteuer FKT – Frauen, traut euch!

Das “Sicherheitsnetz” einer offiziellen Rennumgebung eintauschen und sich auf eigene Faust mehrere Tage in die Wildnis wagen – “als Frau”… Sunny Stroeers fünf FKTs an den entlegensten Orten dieser Welt sind Beispiele dafür, welches Potenzial Neugierde nach dem Möglichen freisetzen kann – doch weniger als ein Viertel der auf fastestknowntime.com gelisteten Athleten sind Frauen. Auf meine Frage, worin ihrer Meinung nach dieses Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern begründet liegt, bringt die Extremsportlerin den Begriff “confidence gap” an. “Ich erlebe Frauen oft als zögerlicher, wenn es darum geht, unabhängig und ohne Anleitung Neues anzupacken – und genau darum geht’s halt bei FKTs.”

Planungsprozess und Umsetzung eines solchen Laufabenteuers mag einige (m/w/d) einschüchtern. Zwangsläufig wird man strategische Entscheidungen treffen und sich mit einer Vielzahl von Variablen auseinandersetzen (müssen), die über unvorhergesehenen Regen, Extra-Kilometer und eine noch nie dagewesene Blase hinausgehen. Wichtigstes Ausrüstungsstück von Entdeckern wie Sunny Stroeer, die neben LOWA auch für LEKI und Ultimate Direction läuft, ist vermutlich ihre Denkweise – und der Mut, Ambitionen ungebundener, ursprünglicher und abenteuerlicher nachzugehen.

Fastest Known Time – dein eigener Wettkampf

Als eigener Rennleiter mit eigenen Regeln lassen sich mögliche Widrigkeiten eines traditionellen Rennens umgehen:

Zunehmend hohe Meldegebühren… Kein Glück in der Startplatzlotterie… Monate im Voraus registriert, kurz vorm D-Day verletzt… Startzeit 6 Uhr und Minusgrade – geht gar nicht… Läufer fünf unterschiedlicher Distanzen stolpern übereinander… Letztes Jahr war weniger Waldautobahn… Unterschiede in Qualität, Nachhaltigkeit und Sicherheit… Viele Läufer schreckt der Event-Rummel ab.

Und wer hat nicht schon einmal auf einer Wettkampfstrecke gedacht: “Wieso hier entlang?” Mir kam der Gedanke zuletzt Anfang Februar beim Halbmarathon auf der tunesischen Insel Djerba: Der Einfluss verschiedener Kulturen und Traditionen, malerische Dörfer, üppige Vegetation und das Meer vor der Nase – mit all ihren Kontrasten durfte ich die „Insel der tausend Palmen“ in den zwei Tagen vor dem Event erleben. Von ihrer Schönheit und Vielfältigkeit und von der beeindruckenden Geschichte, die zurück bis in die Antike reicht, ist entlang der Laufstrecke leider kaum etwas zu spüren. Die Läufer*innen kommen weder am Meer noch an einem der beeindruckenden Wahrzeichen vorbei – der Halbmarathon führt praktisch aber unspektakulär über eine Hauptstraße abseits der Attraktionen. 

Jojo Klein betont die Attraktivität der Fastest Known Time Strecken: “Manche FKTs sind mittlerweile so bekannt wie so manche etablierte Rennen in unserer Szene. Das ist ein weiterer Reiz dieses Phänomens, denn ein FKT entsteht zumeist mit einer Absicht, sei es eine logische Runde, eine reizvolle Verknüpfung von bekannten Gipfeln oder der Start und das Ziel an bekannten oder besonderen Orten. FKT-Strecken sind immer einen Blick wert, wenn man unbekanntes Terrain betritt, denn oftmals sind sie landschaftlich schöner und vom Erlebnis intensiver als viele offizielle Rennen.”

Laufabenteuer FKT – be creative

Der eigenen Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Das Teilen einzigartiger Routen dient zur Inspiration für andere Sportler und als Einladung, in eine Art offenen Wettkampf zu treten. “Und wenn man nicht nach der Bestzeit auf einem FKT strebt, so kann man sich zumindest sicher sein, eine besondere Route zu betreten, die für zumindest eine Person da draußen etwas Besonderes bedeutet.” meint auch Jojo (instagram @jojokleinrunner).

Fastest Known Time – und “Every Single Street” (jede einzelne Straße)

Der Möglichkeit, einen Kurs zu laufen, die für ihn eine persönliche Bedeutung hat, geht auch Thomas Wimmer (instagram @run.3ky) nach: Seit 1.1.2019 besteht sein persönliches Laufprojekt darin, alles in Köln abzulaufen, was an Wegen laufbar ist. Er nennt es “Every Single Street Of 5000” (alte PLZ für Köln). “Meine Motivation ist ganz klar die Alltagstauglichkeit. Immer und überall laufen zu können ist ja eh schon der Vorteil dieses Sports. In diesem Projekt kann ich es mit dem Kennenlernen meiner Stadt verbinden. Und wie ich schnell herausfand, treffe ich mit dem Projekt auf meine eigene Vergangenheit (in der Stadt). Orte die ich mit Ereignissen, Zeiten oder Personen verbinde die ich bereits vergessen oder verdrängt habe und/oder ich nie mehr aufgesucht hätte kommen mir am laufenden Band unter die Füße.” Seinen Fortschritt hält er auf einer OpenStreetMap fest. Zu finden unter www.esso5000.de

Auch in anderen Städten wird “EverySingleStreet” gelaufen, in Hamburg z.B. von Karsten Schuldt: “Angefangen hat es mit meiner Laufgruppe, den Inselrunners auf Wilhelmsburg. Mit denen bin ich jede Straße auf der Insel Wilhelmsburg, mit den 4 Stadtteilen Wilhelmsburg, Veddel, Steinwerder und Kleiner Grasbrook, abgelaufen. Da dachte ich für mich, ja, nun, es gibt ja noch 100 andere Stadtteile. Dann laufe ich die auch noch. Das ist mein Ziel – ohne Zeitlimit. Und das mache ich jetzt seit ca. 2 Jahren. Die Hälfte der Stadtteile habe ich jetzt abgelaufen, was aber nicht die Hälfte der Anzahl der Straßen oder der Straßenkilometer entspricht. Man muss schon ziemlich rumtüfteln, um den Anteil der Überschneidungen gering zu halten, aber man lernt so auch viele unbekannte, schöne Ecken von der schönsten Stadt der Welt kennen.”

Laufabenteuer FKT – ehrgeizige Ziele mit eigenen Projekten

Ehrgeizige Ziele abseits von Wettkämpfen. Mir kommt dabei auch eins meiner eigenen Lauf-Projekte in den Sinn – ein Ausflug im Juni 2017, der zu den schönsten Tagen in meinem Laufleben gehört: An meinem Geburtstag lief ich mit drei Freunden und meinem kleinen Laufrucksack an der südschwedischen Ostküste (vor dem Schloss in Kalmar) los. Unser Plan: 10 Marathons in 10 Tagen laufen – eine Erkundungstour quer das Land. Wir folgten einem Track, der bestehende Trails und Pilgerwege geschickt miteinander verknüpft. Nach 423 Kilometern im Laufschritt kam unser Quartett an der Westküste an. Pünktlich zum Midsommar-Fest hatten wir “Coast to Coast (C2C) Sweden” absolviert. Von Freunden im “Ziel” (der Festung in der Stadt Varberg am Kattegat) empfangen, feierten wir unseren Erfolg auf schwedische Art: sangen und tanzten um einen mit Blättern und Blumen geschmückten Mittsommerbaum.

Fastest Known Time – die Philosophie ist im Grunde ganz einfach

FKT und ihre Regeln hatten wir bei unserer Schweden-Durchquerung nicht im Sinn, doch entsprach unser Projekt der Philosophie dahinter: Recherchiere, packe deinen Rucksack und teste dich auf einem Abenteuer, das eine besondere Gegend erkundet. Waren wir so schnell wie noch niemand zuvor? Wer weiß… Eine offiziell eingetragene Fastest Known Time gibt es bisher nicht.

Haben Sie keine Angst, kreativ zu sein. Jede FKT beginnt mit einer OKT (Only Known Time), oder um es mit den Worten von Peter Bakwin zu sagen: “If you can’t be fast, be first”.

Diesen Artikel habe ich für die LAUFZEIT Ausgabe 3/20 geschrieben, wo er am 08.04.2020 zuerst erschienen ist (6 Seiten, zum Lesen einfach aufs Bild klicken):

Sprung ins Laufabenteuer

Nachdem ich den Artikel geschrieben hatte, konnte ich selbst meine erste offizielle Fastest Known Time auf dem 100 Kilometer langen Grünen Ring in Hamburg aufstellen. Von diesem Laufabenteuer erzähle ich in meinem Artikel über die Komfortzone. 🙂

Sunny Stroeer bietet auch geführte Expeditionen an. Du erreichst sie über ihre Website http://www.sunnystroeer.com/.

Jojo Klein nimmt dich auf https://www.jojo-oberstdorf.de/ mit in die Berge.

FASTEST KNOWN TIME (FKT) - TREND ZUM SELBSTORGANISIERTEN LAUFPROJEKT 5