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Bristol Sehenswürdigkeiten: meine Highlights aus drei Besuchen

Ich bin dreimal in Bristol gewesen, und beim dritten Mal habe ich immer noch neue Ecken gefunden. Das sagt eigentlich schon alles über diese Stadt. Wer nach Bristol Sehenswürdigkeiten sucht, landet meistens bei der Clifton Suspension Bridge und einer Liste, die genauso gut über jede andere englische Stadt geschrieben sein könnte. Bristol in England ist aber vor allem eins: laut, bunt und überraschend uneitel.

Bristol ist die größte Stadt Südwestenglands, liegt am Avon und hat einen Hafen mitten in der Innenstadt. Und Bristol ist die Stadt, in der Banksy angefangen hat. Beides zusammen ergibt eine Mischung, die ich so in England sonst nirgends gesehen habe. Wenn du gezielt nach Kategorien planen willst, sortiert die Stadt ihre Highlights auf VisitBristol nach Erlebnistyp.

Als ich das erste Mal abends ankam, war ich sofort drin. Judith und ich waren mit dem Bus vom Flughafen reingefahren, ausgestiegen, und die Stadt war um uns herum einfach in Betrieb. Quirlig, lebendig, keine Kulisse. Wenn Bath die perfekt restaurierte Postkarte ist, dann ist Bristol die Stadt, die noch an sich herumbaut.

Bristol auf einen Blick

  • Was du auf keinen Fall auslassen solltest: Street Art in Stokes Croft, die Harbourside, die Clifton Suspension Bridge
  • Wie lange: zwei bis drei Tage für die Stadt, ein vierter für Bath
  • Wie du dich bewegst: zu Fuß. Ich bin bei keinem meiner drei Besuche Bus gefahren
  • Was es kostet: die drei Highlights sind kostenlos. Brücke zu Fuß gratis, Cabot Tower gratis, Street Art sowieso
  • Beste Zeit: Mai und April haben bei mir am besten funktioniert. Im Dezember ist es hübsch dekoriert und ziemlich kalt
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Street Art und Banksy in Bristol

Wenn du nur eine Sache in Bristol machst, dann diese. Banksy kommt aus Bristol, und die Stadt hat daraus keine Attraktion mit Kassenhäuschen gemacht, sondern sich einfach weiter besprühen lassen. Street Art ist hier kein Programmpunkt, sondern der Zustand der Wände.

Ich hatte dabei einen unfairen Vorteil: Mitch von der lokalen Instagram-Community Igers Bristol hat mich am zweiten Tag meines ersten Besuchs mitgenommen und mir gezeigt, wo was ist. Das war der Moment, in dem aus einer hübschen Stadt eine Stadt mit Geschichten wurde. Solche Leute findest du in keinem Reiseführer, und sie sind der Grund, warum ich wiedergekommen bin.

Mild Mild West in Stokes Croft

Das bekannteste Banksy-Werk der Stadt steht an der Stokes Croft: ein Teddybär, der einen Molotowcocktail auf drei Polizisten in Kampfmontur wirft. „The Mild Mild West“, entstanden 1999, an der Hauswand neben dem Lokal The Canteen. Es ist groß, es ist frei zugänglich, und du kannst einfach davorstehen, so lange du willst.

Banksys Wandbild The Mild Mild West an der Stokes Croft in Bristol, ein Teddybär wirft einen Molotowcocktail auf drei Polizisten
Da ist er. Der Teddybär mit dem Molotowcocktail, und der Titel steht gleich mit an der Wand. Darunter hat sich das Viertel mit „Value not profit“ selbst dazugeschrieben.

Stokes Croft ist überhaupt die Gegend, in der ich am längsten hängen geblieben bin. Nicht wegen des einen berühmten Bildes, sondern weil ringsum alles voll ist. Ganze Häuserfronten, Seitenwände, Garagentore.

Wo du sonst noch fündig wirst

  • Backfields, die Seitenstraße hinter der Stokes Croft. Klein, aber dicht.
  • North Street in Bedminster, südlich des Hafens. Hier findet jedes Jahr das Street-Art-Festival Upfest statt, entsprechend häufig wechseln die Motive.
  • Rund um den St Nicholas Market, in den Gassen zwischen den Läden.
Banksys Wandbild Well Hung Lover in Bristol, ein nackter Mann hängt am Fenstersims unter einem gemalten Fenster
„Well Hung Lover“, der zweite Banksy, an dem in Bristol kaum jemand vorbeiläuft. Die blauen Farbkleckse stammen nicht von ihm, die hat später jemand draufgeschossen.

Beim dritten Besuch war ich mit Jesse von den Igers Bristol unterwegs, und wir haben mitten in einer Gasse eine Künstlerin getroffen, die gerade an einer Wand gearbeitet hat. Jesse kannte sie, wir haben eine Viertelstunde zusammen dagestanden und zugesehen. Das ist die ehrlichste Antwort darauf, warum Bristols Street Art anders ist als anderswo: Sie entsteht noch.

Wenn du nicht selbst suchen willst, sind geführte Street-Art-Touren hier tatsächlich eine gute Idee. Ich hatte das Glück, Leute vor Ort zu kennen, und genau das ersetzt eine gute Führung: Sie erzählt dir, welches Bild von wem ist, was übermalt wurde und warum eine bestimmte Wand ein Politikum ist. Das siehst du dem Motiv allein nicht an. Die breiteste Basis hat die Blackbeard-to-Banksy-Tour: zwei Stunden zu Fuß, mit über 1.700 Bewertungen bei 4,8 Sternen die mit Abstand am häufigsten gebuchte Führung der Stadt. Sie verbindet die Hafengeschichte mit den Wänden von heute, was ziemlich genau die Spannweite ist, um die es in Bristol geht.*

Bristol Harbourside

Der Hafen liegt mitten in der Stadt, und „Harbourside“ ist in Bristol ein feststehender Begriff, kein Stadtteilname. Für mich als Hamburger war das der Teil, der sich sofort vertraut angefühlt hat und trotzdem völlig anders ist: kein Containerhafen, sondern Wasser, an dem Leute sitzen.

Ich bin bei jedem Besuch hier gelandet. Beim ersten Mal war gerade eine Veranstaltung am Wasser, beim dritten sind wir eine Bootstour gefahren. Im Dezember. Es war bitterkalt und trotzdem eine der besten Perspektiven auf die Stadt, weil du die bunten Häuserreihen am Hang vom Wasser aus komplett siehst.

Blick von oben über den Floating Harbour in Bristol mit den Masten der SS Great Britain
Der Floating Harbour von oben, mit den Masten der SS Great Britain in der Mitte. Aufgenommen von den Straßen oberhalb, rund um die Victoria Terrace.

Mein bester Tipp für diesen Teil der Stadt: Lauf vom Hafen aus die Hänge nach Clifton Wood hoch, in die Gegend um die Victoria Terrace. Von den Wohnstraßen dort oben siehst du den kompletten Hafen unter dir liegen, mitsamt den Masten der SS Great Britain. Der Blick steht in keiner Top-10-Liste, kostet nichts und ist in zehn Minuten zu Fuß erreichbar.

Am Wasser entlang kommst du an Booten vorbei, an Lokalen, an der Castle Bridge, die 2017 eröffnet wurde, Castle Park mit Finzels Reach verbindet und sich in einem geschwungenen Bogen über das Wasser zieht. Die ist zum Fotomotiv geworden, ohne dass sie es sein wollte. Wir haben in der Nähe gewohnt, und ich bin sie in drei Tagen bestimmt zehnmal überquert.

Bristol Aquarium für den Regentag

Es regnet in Bristol. Das ist keine Überraschung, aber es hilft, einen Plan dafür zu haben. Unserer war das Bristol Aquarium, direkt an der Harbourside. Kein Riesending, aber gut gemacht und genau richtig für zwei, drei Stunden, in denen es draußen ungemütlich ist.

Praktisch (Stand 2026): täglich geöffnet außer am 25. Dezember, ab 10 Uhr, Schluss je nach Jahreszeit zwischen 16 und 18 Uhr. Feste Eintrittspreise veröffentlicht das Aquarium nicht, die Tickets werden über das Buchungssystem tagesabhängig berechnet. Online gekaufte Tickets sind ein halbes Jahr lang gültig, an der Kasse bekommst du sie auch.

Clifton und die Clifton Suspension Bridge

Die Hängebrücke von Isambard Kingdom Brunel ist das Bild, das jeder von Bristol kennt, und ausnahmsweise wird sie ihrem Ruf gerecht. Sie spannt sich über die Avon-Schlucht, und die Schlucht ist der eigentliche Grund, warum das so gut aussieht: Die Brücke hängt nicht über einem Fluss, sie hängt über einem Abgrund.

Nach Angaben des Clifton Suspension Bridge Trust ist sie die meistfotografierte Sehenswürdigkeit Bristols und der siebtmeistfotografierte Ort Großbritanniens. Der beliebteste Fotostandpunkt liegt am Fuß des Turms auf der Clifton-Seite. Ich kann das bestätigen, ich habe von dort auch meine besten Bilder.

Praktisch (Stand 2026): Die Brücke ist eine Mautbrücke und rund um die Uhr befahrbar. Autos und Motorräder zahlen 1 Pfund kontaktlos an der Schranke, Bargeld wird nicht mehr angenommen. Zu Fuß, mit dem Rad oder zu Pferd ist die Überquerung kostenlos. Auf der Leigh-Woods-Seite gibt es ein kostenloses kleines Museum, täglich 10 bis 17 Uhr. Wer tiefer einsteigen will, kann eine Hard-Hat-Tour durch die Gewölbe unter der Brücke buchen.

Vier Personen im Winter vor der Clifton Suspension Bridge in Bristol
Mit den Hamburger Instagrammern oben an der Brücke. Es war Dezember und entsprechend frisch.

Clifton selbst ist das gepflegte Bristol: helle georgianische Häuserzeilen, Vorgärten, ruhige Straßen. In der Clifton Arcade an der Kings Road haben wir beim Dezember-Besuch Kaffee und Kuchen getrunken, in einer alten überdachten Ladenpassage. Ob es das Café unter dem gleichen Namen noch gibt, weiß ich nicht, in der Arcade selbst wirst du aber immer fündig.

Die Old City: St Nicholas Market, Queen Square, Christmas Steps

Der St Nicholas Market an der Corn Street ist der Ort, an den ich bei jedem Besuch zurückgekommen bin. Eine überdachte Markthalle voller unabhängiger Stände, dazwischen Essen, Platten, Kram. Beim zweiten Besuch bin ich abends noch mal losgezogen und habe die Lichter der Halle fotografiert, als kaum noch jemand da war.

Praktisch (Stand 2026): Der Indoor Market hat montags bis samstags von 9:30 bis 17 Uhr geöffnet, der Bristol Indies’ Market montags bis samstags von 10 bis 17 Uhr. Der Street-Food-Markt läuft am ersten Freitag im Monat von 11 bis 14:30 Uhr. Sonntags ist zu.

Rundherum liegt die Old City mit dem Queen Square, einem großen georgianischen Platz, über den du auf dem Weg zum Hafen ohnehin läufst. Und dann sind da noch die Christmas Steps, eine schmale, steile Treppengasse mit schiefen Häusern und kleinen Läden links und rechts. Der Name hat nichts mit Weihnachten zu tun, sie sieht aber genau so aus, wie du dir das jetzt vorstellst.

Die steile Pflastergasse Christmas Steps in Bristol mit roter Ladenfront und Steinbögen
Die Christmas Steps. Links die roten Ladenfronten, rechts die Bogenreihe der Almshouses, und oben raus geht der Blick auf einen Kirchturm.

Wer lieber im Trockenen shoppt: Cabot Circus ist das große Einkaufszentrum im Zentrum, überdacht und an einem verregneten Nachmittag durchaus eine Option.

Cabot Tower und Brandon Hill

Der beste Blick über Bristol kostet nichts. Der Cabot Tower steht auf dem Brandon Hill, dem ältesten Park der Stadt, und du kannst innen hochsteigen. Oben hast du die Stadt komplett vor dir: den Hafen, die Häuserreihen am Hang, in der Ferne die Brücke. Wir sind hochgegangen und haben oben ziemlich lange gestanden.

Der Aufstieg ist eng und die Treppe ist keine Autobahn, aber es lohnt sich für jeden Meter.

Praktisch (Stand 2026): Brandon Hill Park, Park Street, BS1 5RR. Der Park ist rund um die Uhr offen, der Turm täglich ab 8 Uhr, Schließzeit je nach Jahreszeit zwischen 17:15 und 21:15 Uhr. Der Aufstieg ist kostenlos.

Bristol Cathedral und College Green

Die Bristol Cathedral am College Green ist von außen nicht die spektakulärste Kirche Englands, innen aber ein sogenannter Hallenkirchenbau, bei dem Haupt- und Seitenschiffe gleich hoch sind. Das gibt dir beim Reingehen einen Raum, der viel weiter wirkt, als das Gebäude von draußen vermuten lässt.

Der eigentliche Grund, warum mir die Kathedrale in Erinnerung geblieben ist, hat mit Architektur nichts zu tun. Beim Dezember-Besuch waren wir durchgefroren und sind reingegangen, um uns aufzuwärmen. Dann kamen wir mit dem Pfarrer ins Gespräch, und aus zehn Minuten Aufwärmen wurde eine ganze Weile Dasitzen und Zuhören.

Praktisch (Stand 2026): College Green, BS1 5TJ. Geöffnet montags bis samstags 8 bis 17 Uhr, sonntags 8 bis 15 Uhr, die Besuchszeiten sind etwas kürzer. Der Eintritt ist frei, erbeten wird eine freiwillige Spende von etwa 5 Pfund. Gegenüber steht die Bristol City Hall am selben Rasen.

Direkt am College Green, mit Blick auf die Kathedrale, liegt außerdem der Laden, um den es gleich noch geht.

Essen und Trinken: was bei mir hängen geblieben ist

Ich bin kein Restaurantkritiker und schreibe hier nur auf, wo ich tatsächlich war.

Swoon Gelato, 31 College Green. Mitch hat uns beim ersten Besuch dorthin geschleppt, und ich habe dort das beste vegane Schokoladeneis meines Lebens gegessen. Ich sage das als jemand, der veganem Eis normalerweise skeptisch gegenübersteht. Es gibt eine zweite Filiale am Wapping Wharf (Cargo 2, Gaol Ferry Steps). Die Sorten wechseln, frag also lieber nach, statt dich auf meine Erinnerung zu verlassen.

The Bank Tavern, John Street. Kleines, unabhängiges Pub in einer Seitengasse im Zentrum. Ich war beim zweiten Besuch abends mit Mitch dort, es gab Burger, Pommes und Bier, und es war genau das, was man an dem Punkt eines Tages braucht. Der Laden ist inzwischen vor allem für seinen Sunday Roast bekannt, und zwar so sehr, dass die Sonntage für 2026 laut eigener Website ausgebucht sind. Wenn du das willst, musst du weit im Voraus dran sein. Essen gibt es täglich nur von 12 bis 16 Uhr, an Bank-Holiday-Montagen ist geschlossen.

Burger im Brötchen mit einer Schale Pommes auf einem Holztisch in einem Pub in Bristol
Burger, Pommes, Bier. Nach einem Tag auf den Beinen diskutiert man darüber nicht lange.

Dazu: irgendwo am Hafen Fish and Chips, unterwegs Kaffee bei Caffè Nero, und beim Dezember-Besuch morgens Pancakes in einem Laden namens Ironworks Supply & Co. Ich habe ein Foto von drinnen, aber keine aktive Website mehr dazu gefunden. Kann also gut sein, dass es den Laden nicht mehr gibt.

Der Ausflug nach Bath: mit dem Rad oder mit dem Zug

Bath liegt rund 20 Kilometer von Bristol entfernt und ist mit dem Zug in etwa einer Viertelstunde erreichbar. Das ist der naheliegendste Tagesausflug der Stadt, und ich habe ihn zweimal gemacht, einmal auf die vernünftige und einmal auf die unvernünftige Art.

Die unvernünftige zuerst. Judith und ich haben uns beim ersten Besuch Leihräder genommen und sind über den Bristol and Bath Railway Path gefahren. Der Weg folgt einer stillgelegten Bahnstrecke, ist 24 Kilometer lang, komplett autofrei und asphaltiert, und gehört zur National Cycle Route 4. Sustrans hat ihn zwischen 1979 und 1986 gebaut.

Zwei Dinge, die ich vorher nicht wusste: Die Stadträder sind für große Menschen ziemlich klein. Und die Strecke ist so schön, dass du sowieso nicht durchfährst. Wir haben ewig gebraucht, und das war völlig richtig so.

Auf halber Strecke, in Warmley, steht das Warmley Waiting Room: ein Café im originalen Wartesaal des alten Bahnhofs, direkt am Weg, mit Garten, Gartenhaus und dem alten Bahnsteig als Sitzplatz. Kaffee von einer Bristoler Rösterei, hausgemachter Kuchen. Das ist so niedlich, dass man es sich beim Vorbeifahren nicht verkneifen kann. Täglich 9 bis 16 Uhr, BS30 5JB.

Zurück sind wir dann mit dem Zug gefahren und haben die Räder mitgenommen. Auch eine Lösung.

Beim zweiten Besuch bin ich die vernünftige Variante gefahren, also mit dem Zug, und habe von Bath aus noch Castle Combe drangehängt, das oft als hübschestes Dorf Englands gehandelt wird. Beides zusammen an einem Tag ist sportlich, aber machbar.

Was ich in Bristol nicht gesehen habe

Damit die Liste vollständig ist, und weil ich nicht so tun will, als hätte ich in drei Besuchen alles abgehakt: Diese Ziele stehen in jeder Bristol-Liste, und bei denen war ich nicht drin.

  • Brunel’s SS Great Britain, das restaurierte Dampfschiff im Trockendock am Hafen. Für viele die Nummer eins der Stadt, und der Punkt, an dem mein Artikel eine ehrliche Lücke hat. Tickets ansehen.*
  • M Shed, das Stadtmuseum an der Harbourside.
  • We The Curious, das Wissenschaftszentrum am Millennium Square.
  • Wake The Tiger, ein begehbarer Kunst- und Erlebnisparcours.
  • Aerospace Bristol in Filton, mit der letzten gebauten Concorde. Tickets ansehen.*
  • Bristol Zoo Project und The Matthew, der Nachbau des Schiffs, mit dem John Cabot 1497 aufgebrochen ist.
  • Clifton Observatory mit der Camera Obscura, direkt an der Schlucht.

Zwei Häuser, in denen ich war, tauchen dagegen in kaum einer Liste auf. Die Royal West of England Academy in Clifton habe ich über einen Instagram-Walk kennengelernt, zu dem mich die Igers Bristol mitgenommen haben. Und das Ashton Court Estate westlich der Stadt, ein weitläufiger Landschaftspark mit Herrenhaus, in dem Mitch mit uns unterwegs war.

Zur RWA (Stand 2026): Queen’s Road, Clifton, BS8 1PX, dienstags bis sonntags 10 bis 17 Uhr, montags geschlossen. Die Haupträume sind derzeit wegen des Ausstellungswechsels zu und öffnen am 12. September 2026 wieder, dann mit der 173. Annual Open Exhibition.

Führungen und Touren ab Bristol

Ich war in Bristol mit Leuten unterwegs, die dort wohnen, und das ist durch nichts zu ersetzen. Wenn du niemanden vor Ort kennst, kommen zwei Führungen dem am nächsten, weil sie beide an Orte gehen, die man allein übersieht.

Historische Tour am Hafen. Anderthalb Stunden entlang des Floating Harbour, also genau dort, wo die Stadt entstanden ist und wo du bei einem eigenen Rundgang vor allem hübsche Boote siehst, ohne die Geschichte dahinter zu kennen. Mit 14 Euro der günstigste sinnvolle Einstieg vor Ort. Angebote ansehen.*

St Nicholas Market und Luftschutzbunker. Der Markt steht weiter oben im Artikel, aber unter ihm liegt ein Luftschutzbunker aus dem Zweiten Weltkrieg, in den du auf eigene Faust nicht hineinkommst. 75 Minuten bis zwei Stunden, 4,8 Sterne aus rund 390 Bewertungen. Angebote ansehen.*

Preise Stand 2026. Tagestouren nach Stonehenge oder in die Cotswolds gibt es ab Bristol ebenfalls reichlich, die führen aber aus dieser Stadt heraus. Wenn du einen Tag übrig hast, ist Bath der nähere und der schönere Ausflug.

Anreise, Parken und Fortbewegung

Mit dem Flugzeug. Als ich das erste Mal geflogen bin, gab es noch einen Direktflug ab Hamburg mit bmi. Den gibt es nicht mehr, und auch die Airline nicht. Wer heute aus Deutschland kommt, muss also je nach Abflugort mit Umstieg rechnen. Nebenbei: Der Bristol Airport hat eine Dachterrasse, was mir erst beim Abflug aufgefallen ist.

Vom Flughafen in die Stadt. Der Bristol Airport Flyer, Linie A1, fährt zum Bahnhof Temple Meads und weiter zur Bus Station. Stand 2026 kostet ein Einzelticket für Erwachsene 9,50 Pfund, hin und zurück 16 Pfund. Bis Temple Meads sind es rund 35 Minuten, bis zur Bus Station etwa 50. Wer direkt nach Bath will, nimmt die A4, die braucht etwa 1 Stunde 20.

Mit dem Auto: die Clean Air Zone beachten. Bristol hat seit Ende November 2022 eine Clean Air Zone der Klasse D, und die betrifft auch private PKW. 9 Pfund pro Tag werden für Benziner und Diesel fällig, die die Grenzwerte nicht erfüllen. Ausgenommen sind Benziner ab Euro 4 (grob ab 2006), Diesel ab Euro 6 (grob ab Ende 2015), Elektroautos und Motorräder. Ob dein Fahrzeug betroffen ist, kannst du im Fahrzeug-Check der Stadt Bristol nachsehen. Wenn du einen Mietwagen nimmst, kläre das vorher mit dem Vermieter, sonst zahlst du hinterher drauf.

Park and Ride. Die entspannteste Lösung, wenn du mit dem Auto anreist: Rund um Bristol gibt es Park-and-Ride-Plätze in Brislington, Long Ashton, Portway, Lyde Green, Parkway North und Yate. Das Parken dort ist kostenlos, du zahlst nur die Busfahrt.

In der Stadt. Zu Fuß. Ich bin bei drei Besuchen kein einziges Mal Bus gefahren und habe nichts vermisst. Die Innenstadt, der Hafen und die Old City liegen dicht beieinander, nur nach Clifton hoch wird es steil. Wer sich das sparen will, nimmt für diesen einen Weg den Bus und läuft zurück.

Wo ich übernachtet habe. Beim ersten Besuch im Holiday Inn im Stadtzentrum, beim zweiten im Grand an der Broad Street, beim dritten in zwei Airbnbs. Zentral wohnen lohnt sich in Bristol wirklich, weil du dann alles zu Fuß machst. Wer vergleichen will, findet in Bristol ein großes Angebot an Unterkünften im Zentrum*.

Fazit: warum ich wieder hinfahre

Bristol ist keine Stadt, die dich am ersten Tag beeindrucken will. Sie steht einfach da und macht ihr Ding, und irgendwann merkst du, dass du seit zwei Stunden durch Seitenstraßen läufst und Wände fotografierst.

Was Bristol für mich ausmacht, sind nicht die einzelnen Sehenswürdigkeiten, sondern dass alles zusammen funktioniert: der Hafen mitten in der Stadt, die bunten Häuserreihen am Hang, Brunels Brücke über der Schlucht und dazwischen überall Farbe an den Wänden. Und Leute, die einem gerne zeigen, wo es langgeht.

Mein letzter Besuch ist viel zu lange her. Das muss ich dringend ändern.

Mehr Bilder von unseren Touren findest du übrigens auf unserem Instagram.

Häufige Fragen zu Bristol

Was sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Bristol?

Die drei Ziele, an denen niemand vorbeikommt, sind die Clifton Suspension Bridge, die Harbourside mitten in der Stadt und die Street-Art-Szene rund um die Stokes Croft. Dazu kommen der St Nicholas Market, der Cabot Tower auf dem Brandon Hill mit dem besten Blick über die Stadt und die Bristol Cathedral am College Green. Die meistbesuchte Einzelattraktion ist Brunel’s SS Great Britain im Hafen.

Wo finde ich Banksy in Bristol?

Das bekannteste Werk ist „The Mild Mild West“ an der Stokes Croft, ein Teddybär, der einen Molotowcocktail auf drei Polizisten wirft, entstanden 1999 und frei zugänglich. Weitere Street Art findest du in den Backfields, an der North Street in Bedminster und in den Gassen rund um den St Nicholas Market. Geführte Street-Art-Touren lohnen sich, weil sie die Geschichten hinter den Motiven erzählen.

Wie viele Tage sollte man für Bristol einplanen?

Zwei bis drei Tage reichen für die Stadt selbst, wenn du zu Fuß unterwegs bist. Plane einen vierten Tag ein, wenn du Bath dranhängen willst, was sich sehr lohnt. Ich war dreimal dort und habe jedes Mal Neues gefunden, langweilig wird es also nicht.

Kostet die Clifton Suspension Bridge Eintritt?

Fußgänger, Radfahrer und Reiter überqueren die Brücke kostenlos. Autos und Motorräder zahlen 1 Pfund kontaktlos an der Schranke, Bargeld wird nicht angenommen. Das kleine Museum auf der Leigh-Woods-Seite ist ebenfalls kostenlos und täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Wo liegt Bristol in England?

Bristol liegt im Südwesten Englands am Fluss Avon, rund 190 Kilometer westlich von London und nur rund 20 Kilometer von Bath entfernt. Mit dem Zug bist du von London Paddington in etwa 1 Stunde 40 dort, nach Bath sind es rund 15 Minuten.

Wie komme ich vom Bristol Airport in die Stadt?

Mit dem Bristol Airport Flyer, Linie A1. Bis zum Bahnhof Temple Meads dauert es etwa 35 Minuten, bis zur Bus Station rund 50. Stand 2026 kostet das Einzelticket für Erwachsene 9,50 Pfund, das Rückfahrticket 16 Pfund.

Muss ich in Bristol die Clean Air Zone bezahlen?

Nur, wenn dein Fahrzeug die Grenzwerte nicht erfüllt. Für ältere Benziner und Diesel werden 9 Pfund pro Tag fällig. Benziner ab Euro 4, Diesel ab Euro 6, Elektroautos und Motorräder sind ausgenommen. Bei einem Mietwagen solltest du das vor der Buchung klären.

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