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Forchheim Sehenswürdigkeiten: Fachwerk, Kaiserpfalz und Bierkeller kurz vor Bamberg

Forchheim ist eine Kreisstadt in Oberfranken zwischen Nürnberg und Bamberg und bekannt für ihre Fachwerk-Altstadt, die Kaiserpfalz und den Kellerwald mit 23 Bierkellern. Die meisten Forchheim Sehenswürdigkeiten liegen in einer kleinen Altstadt, die du vom Bahnhof aus zu Fuß erreichst.

Ich bin auf einer Bahn-Tour durch Franken hier ausgestiegen, weil ich zwischen Nürnberg und Bamberg noch einen Stopp wollte. Also habe ich geschaut, was an der Strecke liegt, mir ein paar Fotos angesehen und mich für Erlangen und Forchheim entschieden.

Viel Zeit hatte ich nicht, nur eine Runde vom Bahnhof durch die Altstadt und zurück zum Zug. Trotzdem hat mich Forchheim positiv überrascht: Fachwerk an fast jeder Ecke, tiefe Wintersonne auf den Giebeln und über der Hauptstraße noch die Sterne der Weihnachtsdeko. Dazu kommen Kellerwald, Annafest und Pfalzmuseum, die du zusätzlich einplanen kannst.

Forchheim auf einen Blick

  • Bundesland: Bayern, Regierungsbezirk Oberfranken, rund 33.000 Einwohner
  • Lage: an Regnitz und Wiesent, am Rand der Fränkischen Schweiz, gut 20 km südöstlich von Bamberg
  • Bekannt für: Fachwerk am Rathausplatz, Kaiserpfalz mit Pfalzmuseum, Kellerwald mit 23 Bierkellern, Annafest im Juli
  • Zeit einplanen: eine Stunde für die Altstadt, ein halber Tag mit Museum, Einkehr oder Kellerwald
  • Anreise: Bahnhof Forchheim (Oberfr) an der Strecke zwischen Nürnberg und Bamberg, vom Bahnhof gut 15 Minuten zu Fuß bis zum Rathausplatz

Mein Rundgang: eine Stunde zwischen zwei Zügen

Vom Bahnhof bin ich zum Paradeplatz gelaufen und dann die Hauptstraße hinauf bis zum Rathausplatz. Weiter ging es durch die Sattlertorstraße zur Kaiserpfalz, zurück durch die Kapellenstraße und die St.-Martin-Straße und über die Hauptstraße wieder zum Bahnhof. Das sind knapp drei Kilometer. Wenn du nirgends einkehrst, schaffst du die Runde in einer Dreiviertelstunde, so wie ich.

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Hängen geblieben ist vor allem das Fachwerk, und das ist richtig toll. Fast jedes Haus hat einen anderen Giebel: rot gestrichen in der Sattlertorstraße, gleich daneben blau abgesetzt, dunkles Holz an einem Eckhaus am Paradeplatz. Dazu kam das Licht. Die Nachmittagssonne hat die Fassaden angestrahlt, und zwischen den Häusern hingen noch die Lichterketten mit den Sternen.

Eingekehrt bin ich diesmal nirgends, das lag an der knappen Zeit und vielleicht auch am Januarwetter. Beim nächsten Mal würde ich länger bleiben und irgendwo essen und trinken. Die Brauereigasthöfe dafür findest du weiter unten.

Rathausplatz und historisches Rathaus

Der Rathausplatz ist der Mittelpunkt der Altstadt. Rundherum stehen Fachwerk- und Sandsteinhäuser, und über den Dächern taucht der Turm von St. Martin auf. Das historische Rathaus ist ein Fachwerkbau aus dem 14. bis 16. Jahrhundert, die geschnitzten Verzierungen stammen von Hans Ruhalm aus dem Jahr 1523.

Das Rathaus wird seit Jahren saniert, davor steht ein Bauzaun mit der Aufschrift „Generalsanierung Historisches Rathaus Forchheim“. Das Fachwerk war über dem Zaun trotzdem gut zu sehen. Im September 2026 waren laut Stadt rund 85 Prozent der Bauzeit geschafft, die Eröffnung als „Haus der Begegnung“ ist für 2027 geplant. Wenn dir das Rathaus wichtig ist, schau vor deinem Besuch auf forchheim.de, ob der Zaun schon weg ist.

Historisches Rathaus Forchheim mit Fachwerk hinter dem Bauzaun der Generalsanierung, dahinter der Turm von St. Martin
Das historische Rathaus hinter dem Bauzaun der Sanierung, dahinter der Turm von St. Martin.

St. Martin

Die Martinskirche stammt aus dem 12. bis 15. Jahrhundert. Ihren Turm mit der runden Haube siehst du aus vielen Gassen, zum Beispiel aus der Kapellenstraße: Dort steht er genau zwischen zwei Fachwerkhäusern. An der Außenmauer der Kirche steht eine Ölberggruppe aus dem 16. Jahrhundert.

Turm der Martinskirche Forchheim zwischen zwei Fachwerkhäusern in der Kapellenstraße
Der Turm von St. Martin, eingerahmt von Fachwerk in der Kapellenstraße.

Kaiserpfalz und Pfalzmuseum

Vom Rathausplatz zur Kaiserpfalz sind es keine 300 Meter. Der Name führt ein bisschen in die Irre. Forchheim hatte zwar im 9. Jahrhundert einen Königshof und eine Pfalz, hier wurde 900 Ludwig das Kind und 911 Konrad I. zum König gewählt. Wo diese Pfalz stand, weiß aber niemand genau.

Das Gebäude, das heute Kaiserpfalz heißt, ist eine Stadtburg der Bamberger Bischöfe aus dem späten 14. Jahrhundert, den Namen Kaiserpfalz bekam sie erst im späten 19. Jahrhundert. Bei Grabungen zwischen 1998 und 2004 fanden sich dort keine Reste aus dem frühen Mittelalter (mehr auf Wikipedia).

Heute siehst du einen gelben Bau mit orangefarbenen Fenstereinfassungen und einem gepflasterten Innenhof. Als ich da war, standen am Tor und im Hof noch die Christbäume.

Im Inneren steckt das Pfalzmuseum mit vier Museen unter zwei Dächern: das Archäologiemuseum Oberfranken, das Stadtmuseum mit 1200 Jahren Stadtgeschichte, das Trachtenmuseum und das Erlebnismuseum „Rote Mauer“, das von April bis Oktober nur sonntags offen hat.

Gut zu wissen: Pfalzmuseum, Kapellenstraße 16. Von April bis Oktober dienstags bis sonntags 10 bis 17 Uhr. Von Januar bis März und im November nur mittwochs und donnerstags 13 bis 16 Uhr sowie sonn- und feiertags 13 bis 17 Uhr, samstags ist dann zu. Eintritt 6 Euro, ermäßigt 4,50 Euro, Kinder von 6 bis 12 Jahren 2,50 Euro, Familien 10 Euro.

Im Advent gelten eigene Zeiten, vom 28. November 2026 bis 6. Januar 2027 läuft die Weihnachtsausstellung „Heimelige Weihnachtszeit“. Aktuelle Zeiten findest du auf kaiserpfalz.forchheim.de (Stand November 2026).

Fachwerkgassen: Hauptstraße, Sattlertorstraße und Kapellenstraße

Die Hauptstraße ist die Einkaufsstraße der Altstadt. Am unteren Ende, nicht weit vom Paradeplatz, stehen die Fränkische Bierstube und ein Fachwerkhaus mit Blumenladen. Im Winter spannen sich Lichterketten mit Sternen über die Straße.

Besonders dicht steht das Fachwerk in der Sattlertorstraße zwischen Rathausplatz und Kaiserpfalz. Hier steht die Brauereigaststätte Hebendanz in einem rot-weißen Fachwerkhaus, ganz in der Nähe stehen zwei Giebel nebeneinander, einer rot, einer blau. In der Kapellenstraße fällt das Haus mit dem Schriftzug „Weiss-Tauben-Bräu“ auf, und von hier aus hast du den Blick auf St. Martin.

Brauereien: Bier mit langer Tradition

Forchheim hat vier eigene Brauereien, und alle sind alt: Neder gibt es seit 1554, Hebendanz seit 1579, Eichhorn seit 1783 und Greif seit 1848. Eine schöne Geschichte dazu: Im Bamberger Bierkrieg von 1907 bezogen die Bamberger Gaststätten ihr Bier aus Forchheim, bis die Bamberger Brauereien ihre Preiserhöhung zurücknahmen.

Wenn du in der Altstadt einkehren willst, liegt die Brauereigaststätte Hebendanz in der Sattlertorstraße direkt auf dem Weg zur Kaiserpfalz. Von April bis Oktober kommt dazu der Kellerwald.

Brauereigaststätte Hebendanz in Forchheim, rot-weißes Fachwerkhaus in der Sattlertorstraße
Die Brauereigaststätte Hebendanz in der Sattlertorstraße.

Kellerwald und Annafest

Der Kellerwald liegt am Nordostrand der Stadt in ehemaligen Sandsteinbrüchen. In die Stollen wurden Felsenkeller gegraben, in denen es das ganze Jahr etwa 8 Grad hat. Die Brauereien haben ihr Bier dort gelagert und bald direkt am Eingang ausgeschenkt. Heute gibt es 23 Bierkeller mit zusammen rund 30.000 Sitzplätzen, fast so viele, wie Forchheim Einwohner hat.

Die Kellersaison geht von April bis Oktober, einige Keller haben auch im Winter offen. Höhepunkt ist das Annafest rund um den Annentag am 26. Juli: elf Tage, rund 500.000 Besucher, und dann sind alle 23 Keller geöffnet statt der sonst etwa zehn. Mehr zu den Kellern findest du auf der Seite der Stadt Forchheim zum Kellerwald.

Gut zu wissen: Vom Bahnhof sind es zu Fuß rund 1,7 Kilometer bis zum Kellerwald, gut 20 Minuten. Vom Rathausplatz aus brauchst du knapp eine halbe Stunde.

Klein Venedig: die Fischkästen an der Wiesent

Das Viertel an der Wiesent rund um die Wiesentstraße wird oft Klein Venedig genannt. Dort stehen die alten Fischkästen am Ufer, in denen früher lebende Fische im Fluss aufbewahrt wurden. Vom Rathausplatz sind es nur rund 250 Meter, ein kurzer Abstecher, wenn du ohnehin in der Altstadt bist.

Stadtmauer, Saltorturm und Nürnberger Tor

Im 16. Jahrhundert wurde Forchheim zur südlichen Grenzfestung des Bamberger Hochstifts ausgebaut. Die Festung hielt: Im Dreißigjährigen Krieg wurde Forchheim kein einziges Mal eingenommen. Von der Festungsmauer aus den Jahren 1560 bis 1750 stehen noch Teile, dazu der mittelalterliche Saltorturm nahe der Kaiserpfalz und das Nürnberger Tor von 1698. Im ehemaligen Wassergraben der Festung liegt heute der Stadtpark, an den Mauerresten hängen die Wappen der Bischöfe.

Forchheim oder Bamberg?

Bamberg ist natürlich viel größer, und die Altstadt ist Weltkulturerbe. Bamberg lebt auch von seinem Alten Rathaus mitten im Fluss, so etwas hat Forchheim nicht. Dafür ist Forchheim kleiner und überschaubarer, in einer Stunde hast du die Altstadt gesehen. Fachwerk und Brauereien gibt es auch hier, nur alles eine Nummer kleiner.

Ich bin danach weiter nach Bamberg gefahren und habe dort übernachtet, mit dem Zug sind es gut 20 Minuten. Wenn du es ähnlich machen willst: nachmittags Forchheim, abends Bamberg, der Regionalexpress fährt alle 30 Minuten.

Wie viel Zeit brauchst du für Forchheim?

Für einen Rundgang durch die Altstadt reicht eine Stunde, ich war in einer Dreiviertelstunde durch. Empfehlen würde ich dir eher einen halben Tag. Dann hast du Zeit für das Pfalzmuseum, einen Abstecher zu den Fischkästen und eine Einkehr in einer der Brauereien. Im Sommer kannst du abends noch in den Kellerwald gehen.

Fränkische Bierstube an der Hauptstraße in Forchheim mit Fachwerkhaus daneben
Einkehren kannst du zum Beispiel in der Fränkischen Bierstube an der Hauptstraße.

Mehr Ideen für Städte in der Gegend findest du in unseren 17 schönen Städten in Bayern.

Anreise und Parken

Mit der Bahn: Der Bahnhof Forchheim (Oberfr) liegt an der Strecke zwischen Nürnberg und Bamberg, Regionalexpress-Züge fahren im Halbstundentakt in beide Richtungen (Stand Fahrplan 2026). Von Erlangen bin ich gut zehn Minuten gefahren, nach Bamberg gut 20. Der Bahnhof liegt südöstlich der Altstadt, bis zum Rathausplatz sind es gut ein Kilometer und rund 15 Minuten zu Fuß.

Mit dem Auto: Von Bamberg sind es rund 26 Kilometer (etwa 25 Minuten), von Erlangen gut 20 Kilometer (etwa 20 Minuten), von Nürnberg rund 40 Kilometer (etwa 40 Minuten). In der Altstadt parkst du in der Tiefgarage Paradeplatz mit rund 200 Plätzen oder im Parkhaus Kronengarten an der Bamberger Straße mit rund 185 Plätzen. Die ersten 30 Minuten sind in der Innenstadt gebührenfrei (Stand November 2026).

Fachwerkhäuser am Paradeplatz in Forchheim
Am Paradeplatz liegt die Tiefgarage für die Altstadt.

Übernachten in Forchheim

Ich habe in Bamberg übernachtet. Für eine Nacht direkt in Forchheim spricht trotzdem einiges: Du kannst abends im Kellerwald sitzen, ohne auf den letzten Zug zu achten, und bist am nächsten Morgen schnell in der Fränkischen Schweiz. Hotels und Ferienwohnungen findest du auf Booking.com*.

Fazit: Forchheim lohnt den Zwischenstopp

Forchheim war für mich nur ein Zwischenstopp, und genau dafür hat es sich gelohnt. Das Fachwerk, das Licht und die Reste der Weihnachtsdeko haben mir richtig gut gefallen. Wenn du Bamberg besuchst, plane einen halben Tag für Forchheim ein. Mit Pfalzmuseum, Einkehr und im Sommer dem Kellerwald wird daraus ein runder Ausflug.

Blau-weißes Haus mit verziertem Giebel an der Hauptstraße in Forchheim
Verzierter blauer Giebel an der Hauptstraße.

Auf derselben Reise war ich außerdem in Nürnberg mit der Kaiserburg und zwei Tage später in Marktbreit und Ochsenfurt am Main. Mehr Fotos von unseren Reisen findest du auf unserem Instagram.

Häufige Fragen zu Forchheim

Was sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Forchheim?

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind der Rathausplatz mit dem historischen Rathaus, die Kaiserpfalz mit dem Pfalzmuseum, die Martinskirche und die Fachwerkgassen der Altstadt. Dazu kommen der Kellerwald mit 23 Bierkellern, die Fischkästen an der Wiesent und Reste der Stadtbefestigung wie das Nürnberger Tor.

Wie viel Zeit sollte ich für Forchheim einplanen?

Für die Altstadt reicht eine Stunde. Mit Pfalzmuseum, Einkehr und Kellerwald solltest du einen halben Tag einplanen.

Was ist Klein Venedig in Forchheim?

Klein Venedig heißt das Viertel an der Wiesent rund um die Wiesentstraße. Dort stehen alte Fischkästen am Ufer, nur rund 250 Meter vom Rathausplatz entfernt.

Wann ist das Annafest in Forchheim?

Das Annafest findet jedes Jahr Ende Juli rund um den Annentag am 26. Juli im Kellerwald statt. Es dauert elf Tage, und alle 23 Bierkeller sind dann geöffnet.

Kann man das Rathaus in Forchheim besichtigen?

Noch nicht. Das historische Rathaus wird saniert, die Eröffnung als „Haus der Begegnung“ ist laut Stadt für 2027 geplant. Den aktuellen Stand findest du auf der Seite der Stadt Forchheim.

Wie weit ist Forchheim von Bamberg entfernt?

Forchheim liegt gut 20 Kilometer südöstlich von Bamberg. Mit dem Zug bist du in gut 20 Minuten dort, mit dem Auto in etwa 25 Minuten.

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