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Maasholm Sehenswürdigkeiten: Fischerdorf, Hafen und Lotseninsel

Maasholm ist ein Fischerdorf mit gut 600 Einwohnern auf einer Halbinsel, genau dort, wo die Schlei in die Ostsee übergeht. Erreichbar ist der Ort nur über einen Damm, und das merkt man ihm an: Wer nach Maasholm fährt, fährt nicht durch, sondern hin. Die Maasholm Sehenswürdigkeiten passen in eine knappe Stunde Fußweg, denn der Ort besteht im Kern aus vier Straßen und einem Hafen, der einmal um alles herumführt.

Wir waren zweimal da, und unterschiedlicher können zwei Tage am selben Ort kaum sein. Das erste Mal an einem 1. Januar: morgens blauer Himmel über dem Naturschutzgebiet im Norden, mittags Wolken, nachmittags Regen. Das zweite Mal an einem Sonntag im März, sonnig, mit Narzissen im Kirchhof und Leuten auf der Straße. Die Fotos in diesem Artikel stammen aus beiden Tagen, und du erkennst sofort, welches zu welchem gehört.

Kopfsteinpflasterstraße in Maasholm mit bunten Fischerhäusern unter dramatischen Januarwolken
Die alte Dorfstraße kurz vor vier, keine zehn Minuten vor Sonnenuntergang.

Maasholm auf einen Blick

  • Wo: Halbinsel am Schleiausgang, Kreis Schleswig-Flensburg, 12 Kilometer nördlich von Kappeln
  • Größe: gut 600 Einwohner, im Sommer etwa noch einmal so viele Gäste
  • Bekannt für: Fischereihafen mit Blauer Flagge, Reetdachhäuser, die Bronzefigur Peter Aal, Naturerlebniszentrum
  • Gegründet: 1701, die Vorgängersiedlung Maes lag beim heutigen Gut Oehe
  • Zeit einplanen: 1 bis 2 Stunden für Ort und Hafen, ein halber Tag mit Naturerlebniszentrum und Strand
  • Anreise: über den Damm, es gibt nur diese eine Zufahrt
  • Beste Zeit: April bis Oktober für alles Offene, Nebensaison für leere Gassen

Warum Maasholm anders ist als die Nachbarorte

Maasholm war einmal eine Insel. Die Halbinsel in der Schlei hängt heute über einen Damm am Festland, und diese Lage erklärt fast alles am Ort. Im Mittelalter gab es auf dem Gebiet des Guts Oehe eine Seefahrersiedlung namens Maes. Nach mehreren Sturmfluten im 15. und 16. Jahrhundert zogen die Bewohner mit königlicher Erlaubnis an die Südwestecke der Halbinsel und gründeten dort den Ort, der heute Maasholm heißt. Mit dem Wasser war die Sache damit nicht erledigt: Die große Ostsee-Sturmflut von 1872 traf die ganze Schleiregion und ist hier bis heute ein Thema.

Das Gründungsjahr steht in Stein: Unten am Wasser liegt ein Findling mit einem eingravierten Segler und der Zeile „1701 Maasholm 2001“, gesetzt zur 300-Jahr-Feier. Daneben steht ein ausgemustertes Fischerboot mit der Kennung MAA 12 im Gras, dazu eine Infotafel.

Gedenkstein mit eingraviertem Segler und das Fischerboot MAA 12 am Ufer von Maasholm
Der Stein zur 300-Jahr-Feier, dahinter ein ausgemustertes Fischerboot mit der Ortskennung.

Das Ergebnis ist ein Ortsbild, das ungewöhnlich geschlossen geblieben ist: weiß gestrichene Fachwerk- und Backsteinhäuser aus dem 18. und frühen 19. Jahrhundert, viele davon noch reetgedeckt, an einer Straße, die sich am Wasser entlangzieht. Eine Durchgangsstraße gibt es nicht, weil es nichts gibt, wo man durchfahren könnte. Wer die Schlei kennt, merkt den Unterschied zu Kappeln sofort: Kappeln ist eine Kleinstadt mit Schleibrücke, Heringszaun und Museumsbahn, Maasholm ist ein Dorf, das sich sein Tempo behalten hat.

Der Hafen: hier ist Maasholm noch Fischerdorf

Der Hafen ist der Grund, warum es den Ort gibt, und bis heute sein Zentrum. Er zieht sich einmal um die Halbinsel und hat zwei Gesichter. Auf der einen Seite der Sportboothafen mit rund 450 Liegeplätzen, im Sommer voll mit Segelbooten. Auf der anderen der Fischereihafen, in dem noch echte Kutter liegen und nicht nur zur Dekoration. Von der Ortsmitte sind es keine zehn Minuten zu Fuß.

Blau-weißer Fischkutter mit der Kennung MAA 23 im Hafen von Maasholm
MAA steht für Maasholm. An den Nummern erkennst du, dass die Kutter hierher gehören.

Achte beim Rundgang auf die Anlegestellen der Schleikräne: die alten hölzernen Bootsstege mit den Kranauslegern, mit denen die Fischer ihre Boote aus dem Wasser geholt haben. Sie stehen unter Denkmalschutz und sind der Grund, warum der Hafen nicht aussieht wie eine Marina, sondern wie ein Arbeitsplatz. An den Kuttern siehst du außerdem das Kennzeichen MAA, das für Maasholm steht. MAA 1, MAA 12, MAA 23: Die Nummern sind klein, aber sie sagen dir sofort, dass die Boote hierher gehören.

Ein Gebäude am Hafen lohnt den zweiten Blick: der Rettungsschuppen der Seenotretter. Ein Backsteinhaus mit hellgrünem Tor, darüber im Giebel das rot-weiße Zeichen der DGzRS, davor eine Slipanlage mit Schienen, über die früher das Ruderrettungsboot ins Wasser ging. Der Schuppen steht seit 1916 und ist heute denkmalgeschützt.

Verlassen ist die Station deshalb nicht, auch wenn das mancherorts steht. Die Seenotretter sind in Maasholm seit 1918 im Dienst, das Boot liegt heute im Fischereihafen, und seit 2025 ist der Ort wieder Doppelstation mit einem zusätzlichen Seenotrettungskreuzer. Dass ein Dorf dieser Größe eine eigene Station hat, sagt mehr über die Lage am Schleiausgang als jede Beschreibung.

Rettungsschuppen der Seenotretter in Maasholm mit grünem Tor und DGzRS-Flagge
Der Rettungsschuppen von 1916, davor die Slipanlage zum Wasser.

Direkt am Wasser, kurz bevor der Ort ins Schilf übergeht, liegen die kleinen Boote der Einheimischen. Das ist die ruhigste Ecke von Maasholm und für Fotos die beste.

Holzsteg im Hafen von Maasholm führt auf einen roten Fischkutter zu
Die Stege sind schmal und ohne Geländer. Bei Nässe würde ich Kindern hier die Hand geben.

Peter Aal, das Wahrzeichen am Hafen

Am Übergang vom Fischerei- zum Yachthafen steht eine Bronzefigur, an der du nicht vorbeikommst: Peter Aal, ein Fischer mit einem Aalstecher in der Hand und zwei Möwen, die darauf warten, dass etwas abfällt. Der Bildhauer Bernd Maro hat sie geschaffen, aufgestellt wurde sie 1999 zum 25-jährigen Bestehen des Sportboothafens. Wenn Maasholm ein Wahrzeichen hat, dann dieses.

Der Aalstecher erzählt dabei mehr, als man auf den ersten Blick sieht. Im Winter, wenn die Boote nicht raus konnten, schlugen die Fischer Löcher ins Eis der Schlei und stachen die Aale mit einer gezackten Gabel. Für manche Familie war das die einzige Einnahme der kalten Monate. Erlaubt ist diese Art zu fischen längst nicht mehr, aber am Hafen steht sie noch in Bronze.

Die alte Dorfstraße und die Reetdachhäuser

Der ganze Ort besteht im Wesentlichen aus vier Straßen, und die schönste davon ist die alte Dorfstraße mit Kopfsteinpflaster, die vom oberen Ende bis fast ans Wasser führt. Links und rechts stehen die niedrigen weißen Häuser, teils mit Reet, teils mit rotem Ziegel, viele mit einem schmalen Vorgarten hinter einer Feldsteinmauer.

Auf halber Höhe steht das Rathaus, und es sieht aus wie das, was es ist: ein reetgedecktes Backsteinhaus mit dem Schriftzug an der Wand, daneben das Handwerkerhuus, in dem Kunsthandwerker aus der Region ihre Sachen verkaufen. Schräg gegenüber liegt das Café. Mehr Zentrum hat Maasholm nicht, und mehr braucht es auch nicht.

Weiter unten wird die Straße kurz zur Geschäftszeile, mit dem Hurtig-Markt an der Hauptstraße 48. Für einen Rundgang brauchst du trotzdem keine Route. Du gehst die Straße hinunter, biegst am Wasser ab und bist automatisch am Hafen. Das ist der ganze Ort, und genau darin liegt der Reiz.

Sonnige Kopfsteinpflasterstraße in Maasholm mit weißen Fischerhäusern
Dieselbe Straße bei unserem zweiten Besuch. Im Frühjahr sieht der Ort aus wie ausgewechselt.
Reetgedecktes Rathaus von Maasholm aus gelbem Backstein, daneben das Handwerkerhuus
Das Rathaus von Maasholm. Mehr Zentrum hat der Ort nicht, und mehr braucht er auch nicht.

Die St.-Petri-Kirche

Die weiße Kirche mit dem roten Ziegeldach und dem grünen Turmhelm steht etwas erhöht über dem Ort. Sie ist deutlich jünger, als sie aussieht: Gebaut wurde sie 1952, als einer der ersten Kirchenneubauten in Schleswig-Holstein nach dem Krieg. Der Name ist kein Zufall, denn Petrus ist der Schutzpatron der Fischer, und in einem Fischerdorf ist das eine Ansage.

St.-Petri-Kirche in Maasholm mit rotem Ziegeldach, grünem Turm und Narzissen im Kirchhof
Die Schifferkirche von 1952. Petrus ist der Schutzpatron der Fischer.

Naturerlebniszentrum Maasholm

Das Naturerlebniszentrum Maasholm, kurz NEZ, hat die ungewöhnlichste Vorgeschichte im ganzen Ort: Mitte der 1990er Jahre übernahm die Gemeinde eine rund zehn Hektar große ehemalige Raketenstation am Ostseestrand, direkt neben dem Naturschutzgebiet Schleimündung, und machte daraus ein Zentrum für Naturbildung. 2026 wird es 25 Jahre alt.

Ein Detail, das viele überrascht: Du kannst nicht bis vor die Tür fahren. Der Besuch beginnt am Wanderparkplatz in Exhöft, von dort führt ein zwei Kilometer langer Naturlehrpfad zum Zentrum, als Rad- und Fußweg. Rechne also den Hinweg mit ein, und zwar in beide Richtungen.

Drinnen gibt es mehrere Ausstellungsräume, eine Küstenwerkstatt und einen Vortragsraum, draußen einen Jahreszeitengarten, eine Obstwiese, einen Findlingsgarten und einen Barfußpfad. In den Sommermonaten läuft ein Naturerlebnis-Programm für Kinder und Erwachsene, Schulklassen und Gruppen können von Mai bis Oktober Veranstaltungen buchen. Wer bleiben will, übernachtet im Umwelthaus oder in der Kleingruppenunterkunft Haus Maas direkt auf dem Gelände.

Gut zu wissen

  • Ausstellungen: Anfang April bis Ende Oktober, täglich 9 bis 18 Uhr
  • Außengelände: ganzjährig zugänglich, als Naturerlebnisraum anerkannt
  • Eintritt: frei, um eine Spende wird gebeten
  • Anfahrt: Wanderparkplatz Naturerlebniszentrum, von dort gut 2 Kilometer Lehrpfad (rund 30 Minuten je Richtung)
  • Infos: nez-maasholm.de (Stand 2026)

Mit Kindern und kippendem Wetter ist das die beste Adresse am Schleiausgang. Dass der Eintritt frei ist, macht es zu einem der wenigen Ausflugsziele, bei denen ein Regentag nichts kostet. Und weil das Gelände ganzjährig offen ist, lohnt die Fahrt auch außerhalb der Ausstellungssaison.

Das Naturschutzgebiet im Norden

Nördlich des Dorfes, zwischen Exhöft und Gut Oehe, liegt der Teil von Maasholm, den die wenigsten Tagesgäste sehen: flaches Weideland mit Entwässerungsgräben, dahinter ein steiniger Ostseestrand voller angespülter Tangbänder, und dazwischen einzelne windgeformte Bäume, die alle in dieselbe Richtung zeigen. Wir sind dort an unserem ersten Besuch den ganzen Vormittag unterwegs gewesen, und dieser Teil hat uns mehr gegeben als der Ortskern.

Steiniger Ostseestrand mit angespültem Tang bei Gut Oehe nördlich von Maasholm
Der Steinstrand im Naturschutzgebiet. Hier waren wir den ganzen Vormittag unterwegs.
Vom Wind geformter einzelner Baum auf der Weide bei Maasholm
Die Bäume hier oben zeigen alle in dieselbe Richtung. Der Wind kommt von der Ostsee.

Weiter östlich, Richtung Schleimündung, wird aus dem Steinstrand ein breiter Sandstrand mit Dünengras und einem Holzzaun, der sich durchs Marschland zieht. Am 1. Januar sind wir dort stundenlang gelaufen, ohne jemandem zu begegnen.

Sandstrand mit Dünengras östlich von Exhöft Richtung Schleimünde
Weiter östlich wird aus dem Steinstrand Sand. Am 1. Januar hatten wir ihn für uns.

Ein Hinweis gehört dazu: Die Flächen grenzen an das Naturschutzgebiet Schleimündung. Bleib auf den Wegen und am Strand und halte Hunde an der Leine, besonders in der Brutzeit.

Strand, Wasser und Wassersport

Der Badestrand gehört zwar zu Maasholm, liegt aber nicht am Ortsrand: Du fährst rund vier Kilometer nach Nordosten Richtung Oehe, dann stehst du an einem naturbelassenen Strandabschnitt. Die Blaue Flagge, die du im Ort wehen siehst, gehört übrigens nicht dem Strand, sondern dem Gemeindehafen: Der trägt die Auszeichnung seit Jahrzehnten ununterbrochen. Weil der Ort genau auf der Naht zwischen dem ruhigen Schleiwasser und der offenen Ostsee sitzt, gibt es hier beides: geschütztes Wasser für Kanu und Anfänger, offenes Wasser für alle, die Wind brauchen. Vor Ort gibt es ein Surfcenter mit Kursen bis hin zum Stand-up-Paddling und eine Kanu-Einsatzstelle. Das flache Wasser auf der Schleiseite ist zum Üben deutlich freundlicher als die offene Ostsee.

Alter Holzsteg an der Schlei bei Maasholm mit Blick aufs Wasser
Die Schleiseite ist die ruhige. Hier liegen die kleinen Boote der Einheimischen.

Mit Hund gilt eine eigene Ordnung: Rund ums Naturerlebniszentrum sind Hunde in der Saison nicht erlaubt, dafür ist am Naturstrand im Nordosten ein Abschnitt für Hunde ausgewiesen. Die Zufahrt dorthin heißt sogar so, du findest sie in der Karte als „Hundestrand“. Die Regeln zu Saison und Leinenpflicht haben sich in den letzten Jahren mehrfach geändert, also halte dich an die Schilder vor Ort.

Wer länger bleiben will, hat in Maasholm und Umgebung rund 66 Ferienwohnungen, Ferienhäuser und ein Hotel zur Auswahl, viele davon in Wassernähe. Wir haben nicht übernachtet, aber als Standort für die ganze Schlei ist der Ort praktisch, weil Kappeln, Schleimünde und die Geltinger Bucht in einem Radius von 20 Kilometern liegen. Unterkünfte in Maasholm ansehen.*

Hafentage, Kuttertrekken und Gildefest

Zweimal im Sommer ist das stille Fischerdorf nicht mehr still. Im Juli laufen die Maasholmer Hafentage, und ihr Höhepunkt ist das Kuttertrekken: Mannschaften ziehen am Tau einen Fischkutter durchs Hafenbecken, und das ist genau so anstrengend und so laut, wie es klingt. Dazu Livemusik, Hafenparty und ein Dorf, das sich an einem Wochenende verdoppelt.

Das zweite Fest ist das Gildefest, meist Ende Juli oder Anfang August und deutlich traditioneller: Rundmarsch zum Gildeplatz, Königswettbewerbe, Königsproklamation, abends Tanz im Festzelt. Gilden sind an der Schlei alte Nachbarschaftsvereine, und was hier gefeiert wird, ist nicht für Gäste inszeniert, sondern für den Ort. Zuschauen darfst du trotzdem.

Die genauen Termine wechseln von Jahr zu Jahr. Wenn du deine Reise danach planst, schau vorher auf maasholm.de, dort stehen sie rechtzeitig.

Schleimünde und die Lotseninsel

Genau in der Schleimündung, von Maasholm aus sichtbar, liegt die Lotseninsel Schleimünde mit ihrem weiß-grünen historischen Leuchtturm. Sie heißt Insel, obwohl sie am Festland hängt, weil man sie wegen des Naturschutzgebiets nur übers Wasser erreicht. Eine Straße dorthin gibt es nicht. Von hier aus führten Lotsen früher die Schiffe durch die Schlei.

Der Raddampfer Schlei Princess fährt die Linie Kappeln, Maasholm und Schleimünde. Ab Kappeln geht es um 11:30 Uhr los, gegen 12:05 Uhr legt das Schiff in Maasholm an, und dort kannst du aus- oder zusteigen. Auf der Lotseninsel bleiben rund 30 Minuten für den Weg zum Leuchtturm, danach geht es über Maasholm (13:15 Uhr) zurück nach Kappeln.

Gut zu wissen

  • Hin- und Rückfahrt: Erwachsene 23 Euro, Kinder von 5 bis 16 Jahren 11,50 Euro
  • Familien: 1 Erwachsener mit bis zu 3 Kindern 34,50 Euro, 2 Erwachsene mit bis zu 3 Kindern 57,50 Euro
  • Fahrrad: 3 Euro, Hunde 1 Euro
  • Anleger: Am Hafen 10 in Kappeln, Einlass eine halbe Stunde vor Abfahrt
  • Saison: auch im Spätherbst und Winter an einzelnen Terminen, Fahrplan beim Reisedienst Gerda Müller (Stand 2026)

An manchen Tagen gibt es auf der Insel eine Führung, die Freiwillige übernehmen. Ob sie stattfindet, steht meist erst kurzfristig fest und ist am besten direkt am Schiff zu erfragen.

Essen, Fisch und Einkaufen

Für 600 Einwohner hat Maasholm erstaunlich viel: das Café Sand am Meer, das Restaurant Am Schleieck, die Tonne 15, einen Italiener mit Lieferservice bis Gelting und einen Griechen. Nördlich des Orts kommt Gut Oehe dazu, mit Landhaus-Café, Restaurant und dem Concept Store Solskinn. Der Klassiker ist die Maasholmer Fischräucherei Petersen mit Räucherfisch aus dem eigenen Hafen sowie aus Dänemark, Schweden und Norwegen. Das Fischfachgeschäft im Uleweg 47 hat täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet, auch am Wochenende. Der zugehörige Imbiss am Hafen ist allerdings bis Ostern 2027 geschlossen.

Die Besonderheit im Ort ist Kaufmann Hurtig: ein Laden, der 24 Stunden am Tag und das ganze Jahr über geöffnet hat. Hinein kommst du mit EC- oder Kreditkarte, bezahlt wird ausschließlich mit Karte. In einem Dorf dieser Größe ist das die Lösung dafür, dass es sonst nach Ladenschluss nichts mehr gäbe.

Und dann ist da das Café Sand am Meer an der Hauptstraße, dem wir unsere beste Maasholm-Erinnerung verdanken, ohne je drin gewesen zu sein. Als der Regen einsetzte, war es das einzige offene Café im Dorf, und innerhalb von Minuten hatten alle anderen dieselbe Idee. Als wir ankamen, war kein Platz mehr frei. Wir sind dann ohne Kaffee zum Auto zurück, und ehrlicherweise hat uns das den Nachmittag nicht kaputtgemacht, weil draußen ohnehin das Bessere passierte.

Beleuchtetes Café Sand am Meer in Maasholm an einem regnerischen Januarabend
Das Café am 1. Januar, kurz bevor alle gleichzeitig hineinwollten.

Die Öffnungszeiten wechseln hier stark mit der Saison, im Winter ist vieles nur an Wochenenden offen oder macht Betriebsferien. Die Gemeinde pflegt eine aktuelle Übersicht auf maasholm.de, und ein Blick dorthin lohnt sich vor der Fahrt wirklich.

Parken, Wohnmobil und Anreise

Maasholm erreichst du über den Damm, eine andere Zufahrt gibt es nicht. Von Kappeln sind es 12 Kilometer und etwa eine Viertelstunde, von Eckernförde knapp 39 Kilometer, von Glücksburg 40, von Flensburg und Schleswig jeweils rund 45.

Mit dem Auto hältst du am besten auf dem Parkplatz Maasholm am Tüünlüüd, nördlich über dem Ort. Er ist kostenlos und rund um die Uhr offen, wir haben beide Male dort gestanden. Bis zum Hafen sind es von da gut fünf Minuten zu Fuß. Das ist kein Verzicht, sondern die bessere Variante: Der Ort ist so klein, dass du ihn ohnehin läufst, und die enge Kopfsteinstraße ist nichts, worauf man ein Auto schieben möchte.

Für Wohnmobile gibt es einen Stellplatz direkt neben dem großen Yachthafen, mit Blick auf die Segelboote und die Schleimündung. Er ist ganzjährig geöffnet, Wasser, Grauwasserentsorgung und Strom stehen das ganze Jahr zur Verfügung. Die Sanitäranlagen haben Fußbodenheizung, die Duschen laufen über Chipkarten, Waschmaschinen gibt es auch. Der Platz kostet 20 Euro pro Tag, und reservieren kannst du nicht, es gilt also: früh da sein. Grillen ist direkt am Platz erlaubt.

Im Ort selbst brauchst du das Auto nicht mehr. Von einem Ende bis zum anderen sind es zu Fuß keine 15 Minuten, und zum Naturerlebniszentrum fährst du die eineinhalb Kilometer zum Wanderparkplatz, statt vom Dorfkern loszulaufen. Ab dort sind es noch gut zwei Kilometer Lehrpfad, zu Fuß etwa eine halbe Stunde je Richtung.

Maasholm in der Nebensaison

Fast alles, was du über Maasholm im Netz findest, zeigt den Ort im Sommer: Segelboote im Hafen, blauer Himmel, Eis am Steg. Wir haben ihn zuerst am 1. Januar gesehen, und das ist ein anderer Ort.

Was zumacht, ist schnell aufgezählt: die Ausstellungen im Naturerlebniszentrum und ein Großteil der Gastronomie. Was bleibt, ist der Ort selbst, und der ist dann sehr ruhig. Wir sind eine gute Stunde durch die Gassen und um den Hafen gelaufen und hatten die Straßen über weite Strecken für uns. Wie viele Leute doch unterwegs waren, haben wir erst gemerkt, als der Regen einsetzte und das Café binnen Minuten voll war. Dazu kam ein Himmel, wie ihn nur der Norden im Januar hinbekommt: ein goldener Streifen unter einer schwarzen Wolkendecke, und eine gute halbe Stunde später Regen.

Regennasse Kopfsteingasse in Maasholm zwischen weißen Häusern in der Dämmerung
Kurz nach halb fünf ist das Tageslicht weg. Im Januar ist Maasholm dann sehr still.

Wenn du wegen der Fotos kommst, ist die Nebensaison die bessere Wahl. Wenn du wegen des Naturerlebniszentrums, des Strands oder der Wassersport-Angebote kommst, brauchst du April bis Oktober.

Wir haben beides gemacht. Beim zweiten Mal, an einem Sonntag im März, war der Ort ein anderer: Sonne, Narzissen am Kirchhof, Leute auf der Kopfsteinstraße, und im Hafen lagen die Kutter im blauen Wasser statt unter einer schwarzen Wolkendecke. Die Reihenfolge würden wir trotzdem wieder so wählen. Der leere Januartag hat uns den Ort gezeigt, der sonnige Märztag hat ihn uns erklärt. Wer mehr von der Gegend sehen will, hängt Eckernförde und die übrige Schlei an.

Maasholm auf der Karte

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Fazit

Maasholm ist kein Ort für einen ganzen Tag, und er tut auch nicht so. Vier Straßen, ein Hafen, eine Kirche, das ist der Bestand. Was ihn trägt, ist die Lage genau am Schleiausgang und die Tatsache, dass er sich nicht in eine Ferienkulisse verwandelt hat. Kombiniere ihn mit Kappeln, dem Naturerlebniszentrum in Exhöft oder einer Fahrt nach Schleimünde, und du hast einen sehr guten Tag an der Schlei.

Unser erster Besuch war kalt und am Ende nass, und trotzdem gehört er zu den Tagen, die hängengeblieben sind. Der zweite hat gezeigt, wie der Ort aussieht, wenn die Sonne scheint. Beide würden wir nicht tauschen wollen. Mehr Bilder von der Schlei und aus dem Norden zeigen wir auf unserem Instagram.

Was kann man in Maasholm machen?

Der Ort besteht aus vier Straßen und einem Hafen, der einmal herumführt. Die Hauptpunkte sind der Fischereihafen mit den denkmalgeschützten Anlegestellen der Schleikräne, die alte Dorfstraße mit den Reetdachhäusern, die St.-Petri-Kirche von 1952, das reetgedeckte Rathaus, die Station der Seenotretter, der Gedenkstein zur 300-Jahr-Feier, das Naturerlebniszentrum im Ortsteil Exhöft und die Bronzefigur Peter Aal am Yachthafen. Für Ort und Hafen reichen ein bis zwei Stunden, mit Naturerlebniszentrum und Strand wird ein halber Tag daraus.

Was kostet der Eintritt ins Naturerlebniszentrum Maasholm?

Der Eintritt ist frei, es wird um eine Spende gebeten. Die Ausstellungen sind von Anfang April bis Ende Oktober täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet, das Außengelände ist ganzjährig zugänglich. Wichtig: Der Besuch beginnt am Wanderparkplatz in Exhöft, von dort führt ein zwei Kilometer langer Naturlehrpfad zum Zentrum.

Wo kann man in Maasholm parken?

Für Wohnmobile gibt es einen ganzjährig geöffneten Stellplatz direkt neben dem Yachthafen für 20 Euro pro Tag, mit Sanitärgebäude, Strom und Wasserversorgung. Reservieren ist dort nicht möglich. Für das Naturerlebniszentrum nutzt du den Wanderparkplatz in Exhöft, rund vier Kilometer vom Dorfkern entfernt.

Wie kommt man von Maasholm nach Schleimünde?

Nur mit dem Schiff. Die Lotseninsel Schleimünde liegt in einem Naturschutzgebiet und hat keine Straßenanbindung. Der Raddampfer Schlei Princess fährt die Linie Kappeln, Maasholm und Schleimünde und legt in Maasholm gegen 12:05 Uhr an, dort ist Aus- und Zustieg möglich. Auf der Insel bleiben rund 30 Minuten für den Weg zum Leuchtturm. Die Hin- und Rückfahrt kostet für Erwachsene 23 Euro, Kinder von 5 bis 16 Jahren zahlen 11,50 Euro (Stand 2026).

Lohnt sich Maasholm auch außerhalb der Saison?

Für einen Spaziergang ja, für Programm nur eingeschränkt. Von November bis März sind die Ausstellungen im Naturerlebniszentrum geschlossen und ein Großteil der Gastronomie macht Winterpause. Das Außengelände des Naturerlebniszentrums bleibt offen, und der Raddampfer nach Schleimünde fährt an einzelnen Terminen auch im Spätherbst und Winter. Der Ort selbst ist dann praktisch leer, was ihn für Fotos deutlich attraktiver macht.

Wie weit ist es von Kappeln nach Maasholm?

Rund 12 Kilometer, mit dem Auto etwa eine Viertelstunde über den Damm. Es gibt nur diese eine Zufahrt. Im Sommer und an einzelnen Winterterminen geht es auch mit dem Raddampfer, der Kappeln, Maasholm und Schleimünde verbindet, oder mit dem Rad am Nordufer der Schlei entlang.

Gibt es das Restaurant Störtebeker in Maasholm noch?

Nein. Das Störtebeker an der Hauptstraße 36 ist dauerhaft geschlossen, auch wenn es in vielen Portalen noch auftaucht. An derselben Adresse findest du heute die Trattoria la MAAma. Geöffnet haben im Ort außerdem das Café Sand am Meer, das Restaurant Am Schleieck, die Tonne 15 und ein griechisches Lokal, dazu Gut Oehe etwas außerhalb.

Weitere Reiseziele in der Region

  • Kappeln liegt 12 Kilometer schleiaufwärts und ist der logische zweite Halt: Schleibrücke, Heringszaun und Museumsbahn.
  • Schleswig sitzt am anderen Ende der Schlei, mit Schloss Gottorf und der Fischersiedlung Holm.
  • Eckernförde ist der Ort, den wir uns für die Wiederholung bei besserem Wetter vorgenommen haben.
  • Glücksburg mit dem Wasserschloss erreichst du in gut 40 Minuten.
  • Flensburg liegt 45 Kilometer entfernt und bringt Förde, Altstadt und Rum-Geschichte zusammen.
  • Ausflugsziele in Schleswig-Holstein im Überblick, wenn du weiter planen willst.

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