Sommerhausen am Main ist so klein, dass du einmal komplett außen um die Stadtmauer herumlaufen kannst, bevor dein Kaffee kalt wird. Und trotzdem stehen in diesem Ort mit 1.889 Einwohnern ein Renaissance-Schloss, ein Sternerestaurant, eines der kleinsten Theater Deutschlands und eine mittelalterliche Wehrmauer, die fast vollständig erhalten ist. Die Sommerhausen Sehenswürdigkeiten liegen dabei so dicht beieinander, dass du für den Rundgang keine Karte brauchst, sondern eher einen Grund, langsamer zu gehen. Ich war selbst noch nicht dort, habe den Ort aber für diesen Artikel gründlich recherchiert und alle Praxisangaben direkt bei den Betreibern geprüft, weil in Sommerhausen gerade einiges in Bewegung ist.
Das ist nämlich der Punkt, an dem die meisten Seiten über Sommerhausen inzwischen falsch liegen: Die Mainbrücke ist für Autos gesperrt, eine B13-Ausfahrt ebenfalls, und das berühmte Torturmtheater hat seit dem Frühjahr 2026 eine neue Leitung samt neuer Website. Wer mit veralteten Infos anreist, steht im Zweifel vor einer Absperrung oder auf einer Theaterseite ohne Spielplan. Beides löse ich weiter unten auf.
Sommerhausen auf einen Blick
- Wo: Landkreis Würzburg, Unterfranken, direkt am Main. 13 Kilometer südlich von Würzburg.
- Größe: 1.889 Einwohner (Stand 31.12.2025). Der historische Altort misst keine 400 Meter in der Länge.
- Wofür bekannt: Wein- und Künstlerdorf. Komplette Stadtmauer mit fünf Türmen und drei Toren, das Torturm-Theater von 1950, das Geburtshaus des Germantown-Gründers Franz Daniel Pastorius.
- Zeitbedarf: Für den reinen Altstadt-Rundgang reichen zwei Stunden. Mit Weinberg, terroir f und einer Einkehr wird ein entspannter Tag daraus.
- Beste Zeit: Mai bis Oktober für Wein und Weinberge, die vier Adventswochenenden für den Weihnachtsmarkt.
- Eintritt: Der Ortsrundgang kostet nichts. Stadtmauer, Türme und Tore siehst du von außen ohne Ticket.
Warum sich der kleine Ort überhaupt lohnt
Sommerhausen hat etwas, das die meisten fränkischen Weinorte am Main nicht mehr haben: eine geschlossene Wehrmauer, die den Altort noch immer ringsum einfasst. Der Wehrgraben ist heute größtenteils aufgefüllt, aber die Mauer steht, mit ihren Türmen und drei erhaltenen Toren. Du kannst außen an ihr entlanggehen und siehst dabei, wie klein der befestigte Kern tatsächlich war.
Dazu kommt der zweite Strang: Sommerhausen ist seit Jahrzehnten ein Künstlerort. Der Maler Carl Grossberg, ein Vertreter der Neuen Sachlichkeit, wohnte im Flurersturm; seine Bilder hängen heute unter anderem im Kulturspeicher in Würzburg. Die Malerin Irmingard von Freyberg hat das Wandbild am Hotel „Ritter Jörg“ geschaffen. Die romanische Frauenkirche ist längst kein Gotteshaus mehr, sondern Künstlerwohnsitz und Atelier. Und dann ist da noch das Theater im Torturm, das den Ort ab 1950 überregional bekannt gemacht hat.
Wenn du das mit dem benachbarten Marktbreit vergleichst, wo ich selbst war: Marktbreit ist die etwas größere, repräsentativere Schwester mit dem prächtigen Maintor. Sommerhausen ist enger, verwinkelter und stärker vom Wein geprägt. Beide liegen keine zehn Kilometer auseinander und lassen sich gut an einem Tag verbinden.

Die Sehenswürdigkeiten in Sommerhausen auf der Karte
Alle Stationen aus diesem Artikel habe ich auf einer Karte zusammengefasst. Der Altort ist so kompakt, dass die Reihenfolge fast egal ist. Wenn du vom Parkplatz am Main kommst, bietet sich der Weg durch das Maintor, dann über den Plan zum Rathaus und weiter zum Würzburger Tor an.
Sommerhausen Sehenswürdigkeiten: die Highlights im Einzelnen
1. Würzburger Tor mit dem Torturm-Theater
Das ist die Sehenswürdigkeit, für die Sommerhausen über Franken hinaus bekannt ist. Im Würzburger Tor, dem nördlichen Stadttor, steckt seit 1950 ein Theater mit knapp fünfzig Sitzplätzen. Damit gehört es zu den kleinsten Theatern Deutschlands. Gegründet hat es Luigi Malipiero, Schauspieler, Regisseur, Bühnenbildner und Maler in einer Person und später Ehrenbürger der Gemeinde. Nach seinem Tod 1975 übernahm Veit Relin das Haus und führte es mit Ur- und Erstaufführungen zeitgenössischer Autoren weiter, ab 2013 dann seine Witwe Angelika Relin.
Und hier wird es aktuell: Nach 50 Jahren endete die Ära Relin. Seit dem Frühjahr 2026 leiten Katja Thost-Hauser und Christian Peter Hauser das Theater, der Spielbetrieb läuft normal weiter. Das Programm 2026 umfasst vier Produktionen: „Die letzte Beichte“ (17.04. bis 31.05.), „Spanisch für Anfängerinnen“ (12.06. bis 09.08.), „Switzerland“ (18.09. bis 31.10.) und „Der Messias“ (13.11. bis 20.12.).
Praxis-Hinweis, der dir Sucherei spart: Es gibt zwei Websites mit fast identischem Namen. Unter torturm-theater.de findest du den aktuellen Spielplan der neuen Leitung samt Ticketverkauf über Reservix. Die ältere Adresse torturmtheater.de gehört noch zur Relin-Ära und führt keinen laufenden Spielplan mehr. Karten solltest du vorab sichern: Bei fünfzig Plätzen ist eine Vorstellung schnell ausverkauft. Adresse ist die Hauptstraße 1, mitten im Tor.
2. Das Schloss der Grafen von Rechteren-Limpurg
Auf der Seite des Rathauses, die der Kirche abgewandt ist, steht das Schloss und beherrscht mit seinem monumentalen dreigeschossigen Giebel das Ortsbild. Der Hauptbau trägt die Jahreszahl 1569, der zweiflügelige ältere Trakt stammt aus dem 15. Jahrhundert. Die früheren Besitzer, die Grafen von Rechteren-Limpurg, hatten am kaiserlichen Hof das oberste Reichsamt der Schenken inne, was Ludwig Uhland zu seinem Gedicht „Der Schenk von Limpurg“ verarbeitet hat.
Im Dreißigjährigen Krieg nahm Kaiser Ferdinand III. hier Quartier, 1634 plünderten Piccolominis Truppen das Haus. Vom Durchzug König Gustav Adolfs zeugt bis heute ein Wandbild an der Fassade des Hotels „Ritter Jörg“, gemalt von der Sommerhäuser Künstlerin Irmingard von Freyberg. Nach Jahrzehnten in Privatbesitz hat die Familie der Grafen von Rechteren-Limpurg Speckfeld das Schloss 2016 zurückerworben und schrittweise renoviert; für die Renovierung gab es die Denkmalschutzmedaille.
Praxis: Das Schloss wird heute für Veranstaltungen genutzt und ist keine Museumsanlage mit festen Öffnungszeiten. Von außen ist es jederzeit zu sehen, für einen Blick hinein brauchst du einen Anlass, etwa eine Veranstaltung oder eine Führung über die Tourist-Information.
3. Rathaus mit Treppengiebel und Bürgersaal
Mitten im Altort steht das 1557/58 erbaute Rathaus, ein zweigeschossiger Bau mit dreigeschossigem, getrepptem Giebel. Gemessen an der damaligen Einwohnerzahl war das ein erstaunlich aufwändiges Gebäude, und es hat alle Jahrhunderte unbeschadet überstanden. Das Erdgeschoss mit seiner wuchtigen Balkendecke diente überwiegend dem Handel und bis in die Sechzigerjahre als Poststube und Vereinslokal.
Bei der Sanierung wurde das Untergeschoss zu einem Vestibül mit Treppenaufgang und einem durch eine Glaswand abgetrennten Veranstaltungsraum umgebaut. Im Obergeschoss nimmt der Bürgersaal die halbe Grundfläche ein, mit einer von zwei mächtigen Stützen getragenen Balkendecke und einer Akustik, die dem Raum einen Ruf eingebracht hat. Freigelegte Wandmalereien kamen bei der Restaurierung ebenfalls zum Vorschein. Im selben Gebäude sitzt die Tourist-Information.
4. Bartholomäuskirche und der Turm, der der Gemeinde gehört
Direkt neben dem Rathaus steht die evangelische Pfarrkirche St. Bartholomäus, erstmals 1341 erwähnt und 1666 bis 1672 umgebaut. 1739 stürzte das Langhaus ein und wurde ein Jahr später neu errichtet. Der seitlich stehende Turm stammt aus dem 13. Jahrhundert und bekam 1596 seine Obergeschosse und den Treppenaufgang; beim Einsturz der Kirche blieb er stehen.
Eine Kuriosität am Rande, die viel über fränkische Ortsgeschichte erzählt: Der Kirchturm gehört nicht der Kirche, sondern der Gemeinde. Im Inneren lohnt die Kanzel den Blick, ein Renaissanceaufbau von 1620 mit reichem Schnitzwerk, im 18. Jahrhundert erweitert. Eine Gedenktafel erinnert an Pfarrer Carl Heinrich Caspari (1815 bis 1861), dessen Buch „Der Schulmeister und sein Sohn“ seinerzeit viel zur Bekanntheit Sommerhausens beitrug. Kirchenfassade und Turm wurden in den vergangenen Jahren umfangreich restauriert.

5. Pastoriushaus: von Sommerhausen nach Philadelphia
Am Marktplatz, der hier „Plan“ heißt, steht das Geburtshaus von Franz Daniel Pastorius. 1651 in Sommerhausen geboren, wanderte der Jurist nach Nordamerika aus und gründete dort Germantown, die erste deutsche Siedlung auf amerikanischem Boden und heute ein Stadtteil von Philadelphia. Eine Gedenktafel am Haus erinnert daran.
Das ist eine dieser Verbindungen, die man einem 1.900-Seelen-Ort nicht ansieht: Pastorius verfasste 1688 mit drei Mitstreitern die erste dokumentierte Petition gegen die Sklaverei in den amerikanischen Kolonien. Wer sich für Auswanderergeschichte interessiert, steht hier vor einem der Ausgangspunkte.
6. Die Stadtmauer mit ihren Türmen
Der Rundgang außen an der Wehrmauer entlang ist der eigentliche Kern eines Sommerhausen-Besuchs. Vier Türme tragen Namen, die ihre Geschichte gleich mitliefern:
- Blauer Turm: benannt nach seinem blauen Schieferdach. Er hatte ein unterirdisches Verlies, in dem die von der Herrschaft verhängten Strafen vollzogen wurden.
- Roter Turm: eigentlich der Bürgerturm, wegen der roten Ziegel im Dach aber allgemein Roter Turm genannt. Auch er diente als Gefängnis, hier für die Strafen von Schultheiß und Rat. Vom Ochsenfurter Tor führt ein Pfad zwischen Schlossgartenmauer und Stadtmauer an der Ruine des Kalkturms vorbei dorthin.
- Rumorknechtsturm: benannt nach seinem früheren Bewohner, dem Rumorknecht, der im Ort für Ruhe und Ordnung zu sorgen hatte. An diesem Turm biegt die Mauer wieder nach Osten zum Ochsenfurter Tor ab.
- Flurersturm: hier wohnte der Maler Carl Grossberg, Vertreter der Neuen Sachlichkeit. Seine Bilder hängen in mehreren Museen, unter anderem im Kulturspeicher Würzburg.
Zwischen den großen Türmen stehen mehrere kleinere Wachtürme, die im Lauf der Zeit überbaut wurden. Einige sind bis heute bewohnt, was dem Mauerring seinen unmuseal wirkenden Charakter gibt.
7. Ochsenfurter Tor und Maintor mit Zollhäuschen
Am südlichen Ortsausgang nahe dem Schloss führt die Hauptstraße durch das Ochsenfurter Tor Richtung Ochsenfurt. Gekrönt wird es von einer „welschen“ Haube mit Glöckchen. Bis 1945 hingen dort noch die alten Eichen-Torflügel mit ihren Einschlupfpförtchen; nach dem Krieg wurden links und rechts Durchlässe für Fußgänger geschaffen.
Zum Main hin liegt das Maintor mit dem ehemaligen Zollhäuschen. Die Waren, die per Schiff kamen, mussten hier verzollt werden. Interessanter als die Zollgeschichte sind heute die Hochwassermarken am Tor, die zeigen, wie hoch der Main früher stand. Das historische Zollhäusle selbst findest du in der Jahnstraße direkt am Kreisel, wo du rund um die Uhr Sommerhäuser Spezialitäten am Automaten kaufen kannst. Parkplätze sind dort direkt vor der Tür.
8. Frauenkirche: von der Fluchtburg zum Atelier
Die Frauenkirche entstand im 12. Jahrhundert, genau gegenüber der Mauritiuskirche im benachbarten Winterhausen. Ursprünglich war sie eine ummauerte Kirchen- und Friedhofsbefestigung und diente den Bewohnern als Zufluchts- und Verteidigungsstätte, lange bevor der Ort selbst befestigt war. Im 18. Jahrhundert wurde die romanische Kirche zum Waisenhaus umgebaut, im Zweiten Weltkrieg dann stark beschädigt. Erhalten blieb der Kirchturm, den eine spätgotische Madonna schmückt.
Heute ist das Gebäude Künstlerwohnsitz und Atelier, also Privatbesitz, den du von außen ansiehst. Die Mauritiuskirche gegenüber hat übrigens eine ähnlich unkirchliche Karriere hinter sich: Sie beherbergte zwischenzeitlich eine Brauerei und ist heute ein Wohnhaus.
9. Plan, Alte Eich und Katharinenbrunnen
Der Marktplatz heißt in Sommerhausen schlicht „Plan“ und ist von stattlichen Häusern umgeben. Zwei fallen besonders auf: ein schmales Fachwerkhaus mit schöner Außentreppe und ein Winzerhof. Das kleine Haus beherbergte einst das Eichamt, in dem Maße und Gewichte geprüft wurden, und heißt deshalb bis heute „Alte Eich“.
Wenige Schritte hinter dem Würzburger Tor steht an der Hauptstraße ein Brunnen mit einer weiblichen Figur. Die Brunnendame hat im Lauf der Zeit mehrfach den Namen gewechselt, geblieben ist Katharina, in Erinnerung an Katharina von Bora, die Frau Martin Luthers. Jedes Jahr an Ostern schmücken ihn Mitglieder des Obst-, Wein- und Gartenbauvereins gemeinsam mit den örtlichen Landfrauen.
10. terroir f und der Blick über die Weinberge
Oberhalb der Weinberge liegt „terroir f“, ein Skulpturenpark, den Franken als „Magischen Ort des Frankenweins“ ausgewiesen hat. Sommerhausen war die erste Gemeinde im Landkreis Würzburg mit einem solchen Standort. Unter dem Titel „Kunst und Wein“ haben verschiedene Künstler sieben Winzerfiguren aus Stein, Stahl, Ton und Holz geschaffen, alle zum Thema „Arbeit im Weinberg“.
Der Blick von dort reicht weit über die Rebhänge entlang des Maintals. Der Standort ist in den Sommerhäuser Wein-Kultur-Weg integriert und lässt sich als Station einer Weinführung oder einfach als Rast- und Picknickplatz nutzen. Wenn du sowieso in den Weinbergen unterwegs bist: Etwas weiter steht die „Schnecke“, ein Denkmal, das 1976 zum Abschluss der Flurbereinigung und zur Eröffnung der Umgehungsstraße aufgestellt wurde.
11. Friedhof mit Freikanzel und das Brückendenkmal
Gegenüber dem Blauen Turm liegt außerhalb der Stadtmauer der Ortsfriedhof. Sehenswert ist dort die Freikanzel von 1607, eine Kanzel unter freiem Himmel, von der aus bei großen Menschenmengen gepredigt wurde.
Am Main erinnert ein Denkmal an die alte Brücke nach Winterhausen. Sie wurde am 25. Februar 1945 von Fliegerbomben zerstört. Danach verkehrte über Jahrzehnte nur eine Fähre zwischen den beiden Orten, bis in den Siebzigerjahren die heutige Brücke gebaut wurde. Und ausgerechnet die ist derzeit für Autos gesperrt, dazu unten mehr.
12. Tierpark Sommerhausen
Etwas außerhalb des Altorts liegt der Tierpark Sommerhausen, der vor allem mit Kindern ein lohnender Stopp ist. Er wird seit 1993 von den Mainfränkischen Werkstätten betrieben und ist damit zugleich ein Inklusionsprojekt: Menschen mit Behinderung arbeiten hier in der Tierpflege und in der Gastronomie. Auf 14 Hektar leben rund 260 Tiere, darunter Uhus, Alpakas, Ziegen, Pferde und Riesenesel. Zum Gelände gehören ein Spielplatz, eine Umweltstation und ein Streichelzoo.
- Öffnungszeiten: April bis Oktober täglich 10 bis 18 Uhr (Einlass bis 17 Uhr), November bis März täglich 11 bis 17 Uhr (Einlass bis 16 Uhr). Auch an Sonn- und Feiertagen geöffnet.
- Eintritt: Erwachsene 6 Euro, Kinder von 3 bis 16 Jahren 4 Euro, Familienkarte (2 Erwachsene und bis zu 4 Kinder) 16 Euro. Hunde dürfen an der kurzen Leine mit und kosten 1 Euro, dafür gibt es vier Kotbeutel dazu. Geburtstagskinder kommen gegen Ausweis kostenlos rein. (Stand 2026)
- Kontakt: Telefon 09333 1076.
Der Sommerhäuser Weihnachtsmarkt
Wenn ein Ort dieser Größe einen Weihnachtsmarkt hat, der mehr gesucht wird als der Ort selbst, steckt dahinter meist ein besonderes Konzept. In Sommerhausen ist es dieses: Es gibt keine Reihen von Holzbuden. Kunsthandwerker und Kunstgewerbler zeigen ihre Arbeiten stattdessen in Häusern, Höfen und Gewölbekellern, verteilt über den gesamten historischen Altort. Du gehst also nicht über einen Markt, sondern durch einen Ort, der sich für ein paar Wochenenden öffnet. Kirchenkonzerte und Aufführungen im Torturmtheater kommen dazu.
Termine 2026: an allen vier Adventswochenenden, also am 28. und 29. November, 5. und 6. Dezember, 12. und 13. Dezember sowie 19. und 20. Dezember, jeweils von 13 bis 19 Uhr. Die Tourist-Information hat an diesen Wochenenden samstags und sonntags von 13 bis 18 Uhr geöffnet.
Ein Hinweis aus der Kategorie „lieber vorher wissen“: Der Altort ist eng, die Parkplätze am Main sind an Adventswochenenden schnell voll, und die Mainbrücke fällt als Autozufahrt derzeit aus. Wer entspannt ankommen will, nimmt den Bus aus Würzburg. Und wer den Markt mit einem Theaterabend verbinden möchte, findet im Ort und im Umkreis von einem Kilometer rund zwei Dutzend Unterkünfte, von der Weingut-Pension bis zum Hotel.*
Essen, Trinken und Wein in Sommerhausen
Für einen Ort mit 1.889 Einwohnern ist die gastronomische Dichte bemerkenswert. Das Restaurant Philipp in der Hauptstraße 12 hält seit über zwei Jahrzehnten einen Michelin-Stern, zuletzt bestätigt im Guide 2025. Michael Philipp kocht saisonal und französisch geprägt, seine Frau Heike Philipp ist Sommelière und für die Weinbegleitung zuständig. Das Ganze findet in einem über 400 Jahre alten Renaissancebau mit 24 Plätzen statt, dazu gehören drei Gästezimmer. Reservierung ist bei der Größe Pflicht.
Daneben gibt es die bodenständigere Schiene: den Gasthof „Ritter Jörg“ mit dem Gustav-Adolf-Wandbild an der Fassade, den Gasthof „Anker“ unten an der Maingasse, den „Goldenen Ochsen“ und mehrere Weingüter mit eigenem Ausschank, darunter Steinmann und „Steinmanns Töchter“. In der Saison öffnen zusätzlich Heckenwirtschaften, also die typisch fränkischen Winzerstuben, die nur wochenweise aufmachen. Welche gerade offen hat, weiß die Tourist-Information; das wechselt zu oft, um es hier festzuschreiben.
Feste im Jahreslauf: das Sommerhäuser Weinfest, der Töpfermarkt und Weinwanderungen entlang des Wein-Kultur-Wegs. Die aktuellen Termine stehen im Veranstaltungskalender der Gemeinde, weil sie jedes Jahr wandern.
Praktische Infos für deinen Besuch
Anreise: aktuell mit Einschränkungen
Das ist der Abschnitt, den du wirklich lesen solltest, weil er sich 2026 geändert hat. Die Mainbrücke zwischen Winterhausen und Sommerhausen ist für Autos gesperrt. Fußgänger können sie über eine provisorische Treppe benutzen. Wer mit Rollator, Kinderwagen oder Fahrrad unterwegs ist, muss dagegen einen großen Umweg fahren. Rund um die Brücke wird bis Ende 2026 gebaut, es kommt immer wieder zu Einschränkungen.
Dazu ist die nördliche Ausfahrt Sommerhausen von der B13 aus Richtung Würzburg gesperrt. Die offizielle Umleitung: Du fährst bis zum nächsten Ortsanschluss Sommerhausen, wendest dort und kommst auf der B13 zurück zum ersten Ortsanschluss. Umgekehrt, wenn du aus Sommerhausen auf die B13 Richtung Ochsenfurt willst, fährst du bis Eibelstadt, wendest und kommst zurück.
Mit Bus und Bahn ist es entspannter. Die Buslinie 554/55 fährt im Stundentakt, unter der Woche auch häufiger, vom Würzburger Hauptbahnhof und vom Bahnhof Ochsenfurt aus. Für den Altort steigst du an der Haltestelle „Kirchplatz“ aus. Das Bayernticket gilt im Bus genauso wie im Zug. In der Tourist-Information bekommst du auch die Tageskarte Gruppe für die Strecke Sommerhausen–Würzburg. Alternativ nimmst du den Zug nach Winterhausen und läufst die anderthalb Kilometer über die Brücke, was zu Fuß weiterhin funktioniert.
Parken in Sommerhausen
Die Gemeinde bittet ausdrücklich darum, die Parkplätze am Main zu nutzen. Von dort bist du in ein bis zwei Minuten im Altort. Am schnellsten erreichst du sie über die zweite Ausfahrt, wenn du aus Richtung Würzburg kommst, beziehungsweise über die erste Ausfahrt aus Richtung Ochsenfurt. Der Altort selbst ist eng und nicht dafür gemacht, dass Besucher hineinfahren. Weitere Stellplätze gibt es beim Zollhäusle in der Jahnstraße am Kreisel.
Tourist-Information und Führungen
Die Tourist-Information sitzt im Rathaus, Hauptstraße 15, 97286 Sommerhausen, Telefon 09333 8256, E-Mail touristinfo@sommerhausen.de.
- Mai bis Oktober: Montag bis Donnerstag 9 bis 12.30 Uhr, Freitag 9 bis 12.30 und 14 bis 17 Uhr, Samstag 10 bis 14 Uhr.
- November bis April: Montag bis Freitag 9 bis 12 Uhr.
- An den Adventswochenenden: Samstag und Sonntag 13 bis 18 Uhr.
- Außerhalb der Bürozeiten läuft ein Anrufbeantworter. (Stand 2026)
Ortsführungen und Weinführungen laufen in Sommerhausen über die Tourist-Information und den Tourismusverein, nicht über die großen Buchungsportale. Wer eine Führung möchte, fragt also direkt dort an. Für Kinder gibt es mit „Willis Schnecken-Weg“ und „Lillis Entdecker-Tour“ zwei eigene Rundgänge durch den Ort.
Wie viel Zeit brauchst du?
Für den Altort mit Rathaus, Kirche, Plan und den Toren reichen zwei Stunden in Ruhe. Nimmst du den Rundgang außen an der Stadtmauer dazu, wird eine gute halbe Stunde mehr daraus. Mit dem Aufstieg zu terroir f, einer Einkehr und eventuell dem Tierpark füllst du einen ganzen Tag. Ein sinnvoller Zuschnitt für einen Tagesausflug ab Würzburg: vormittags Sommerhausen, mittags mit dem Bus weiter nach Ochsenfurt oder Marktbreit, abends zurück.
Ausflugsziele rund um Sommerhausen
Sommerhausen liegt mitten im Maindreieck, und die Nachbarorte sind allesamt in wenigen Minuten erreichbar. Direkt gegenüber auf der anderen Mainseite liegt Winterhausen mit der Mauritiuskirche. Flussabwärts folgt Würzburg mit Residenz, Festung Marienberg und Alter Mainbrücke, 13 Kilometer entfernt und mit dem Bus in gut einer halben Stunde erreicht.
Flussaufwärts kommen Ochsenfurt mit seiner beeindruckenden Stadtbefestigung, Marktbreit mit dem Maintor und Kitzingen mit dem schiefen Falterturm und dem Deutschen Fastnachtmuseum. Wer mehr von der Region sehen will, findet in meiner Übersicht zu den schönen Städten in Bayern und bei den Ausflugszielen in Bayern weitere Ideen.
Für Radfahrer ist der MainRadweg die naheliegende Klammer: Er führt direkt am Ort vorbei, und die Etappe zwischen Würzburg und Ochsenfurt nimmt Sommerhausen, Eibelstadt und Winterhausen mit.
Mein Fazit zu Sommerhausen
Sommerhausen ist kein Ort für einen ganzen Urlaub, und das muss er auch nicht sein. Er ist ein hervorragender halber Tag: ein geschlossener Mauerring, in dem sich ein Renaissance-Schloss, ein Sternerestaurant und das kleinste Theater weit und breit auf wenigen hundert Metern drängen. Was mich beim Recherchieren am meisten überrascht hat, ist die Dichte. In vergleichbaren Orten findest du eine Sehenswürdigkeit und drum herum viel Ortsdurchfahrt. Hier ist es umgekehrt.
Zwei Dinge nimmst du am besten mit: Prüfe vor der Fahrt die Brücken- und B13-Lage, solange dort gebaut wird, und buche Theaterkarten früh, wenn du abends ins Torturm willst. Wenn dir Sommerhausen gefällt, gefällt dir mit hoher Wahrscheinlichkeit auch Marktbreit ein paar Kilometer weiter. Mehr Bilder aus Franken und von unseren anderen Touren findest du auf unserem Instagram.
Warst du schon in Sommerhausen, oder hast du dort etwas entdeckt, das hier fehlt? Schreib es mir gern in die Kommentare, ich nehme es beim nächsten Update auf.
Häufige Fragen zu Sommerhausen
Was kann man in Sommerhausen sehen?
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Sommerhausen sind die fast vollständig erhaltene Stadtmauer mit Blauem Turm, Rotem Turm, Rumorknechtsturm und Flurersturm, das Schloss der Grafen von Rechteren-Limpurg von 1569, das Rathaus von 1557/58, die Bartholomäuskirche, das Pastoriushaus als Geburtshaus des Germantown-Gründers Franz Daniel Pastorius sowie das Würzburger Tor mit dem Torturm-Theater. Dazu kommen der Skulpturenpark terroir f über den Weinbergen und der Tierpark Sommerhausen.
Hat Sommerhausen eine Altstadt?
Ja. Der historische Altort von Sommerhausen ist noch vollständig von einer Wehrmauer umgeben und gehört zu den besterhaltenen Ortskernen am Main. Er ist sehr kompakt: Für einen Rundgang mit Rathaus, Kirche, Marktplatz Plan und den drei Toren reichen rund zwei Stunden.
Ist das Torturmtheater in Sommerhausen noch geöffnet?
Ja. Die Ära von Veit und Angelika Relin endete nach 50 Jahren, aber der Spielbetrieb läuft weiter. Seit Frühjahr 2026 leiten Katja Thost-Hauser und Christian Peter Hauser das Theater, mit vier Produktionen im Jahr 2026. Wichtig: Der aktuelle Spielplan steht auf torturm-theater.de, nicht auf der älteren Seite torturmtheater.de. Bei knapp fünfzig Plätzen solltest du Karten früh buchen.
Wann ist der Sommerhäuser Weihnachtsmarkt 2026?
An allen vier Adventswochenenden: am 28. und 29. November, 5. und 6. Dezember, 12. und 13. Dezember sowie 19. und 20. Dezember 2026, jeweils von 13 bis 19 Uhr. Die Besonderheit: Es gibt keine Holzbuden. Kunsthandwerker stellen in Häusern, Höfen und Gewölbekellern im ganzen Altort aus.
Wie kommt man von Würzburg nach Sommerhausen?
Am einfachsten mit der Buslinie 554/55, die im Stundentakt vom Würzburger Hauptbahnhof fährt; für den Altort steigst du an der Haltestelle Kirchplatz aus. Das Bayernticket gilt im Bus. Mit dem Auto sind es 13 Kilometer über die B13, aber Achtung: Die nördliche Ausfahrt Sommerhausen ist aus Richtung Würzburg gesperrt, und die Mainbrücke von Winterhausen ist für Autos dicht. Es wird bis Ende 2026 gebaut.
Wo kann man in Sommerhausen parken?
Die Gemeinde bittet Besucher, die Parkplätze am Main zu nutzen. Von dort sind es ein bis zwei Minuten in den Altort. Aus Richtung Würzburg nimmst du die zweite Ausfahrt, aus Richtung Ochsenfurt die erste. Weitere Stellplätze gibt es am Zollhäusle in der Jahnstraße am Kreisel.
Was kostet der Tierpark Sommerhausen?
Erwachsene zahlen 6 Euro, Kinder von 3 bis 16 Jahren 4 Euro, die Familienkarte für zwei Erwachsene und bis zu vier Kinder kostet 16 Euro. Hunde dürfen an der kurzen Leine mit und kosten 1 Euro. Geöffnet ist von April bis Oktober täglich 10 bis 18 Uhr und von November bis März täglich 11 bis 17 Uhr (Stand 2026).
Noch mehr Reisetipps aus Franken
- Marktbreit – die stille Perle am Main, keine zehn Kilometer entfernt und mit dem schönsten Maintor der Gegend.
- Ochsenfurt – die größere Nachbarin flussaufwärts, mit einer der eindrucksvollsten Stadtbefestigungen Unterfrankens.
- Kitzingen – schiefer Falterturm, Stadtbalkon und das Deutsche Fastnachtmuseum.
- Würzburg – Residenz, Festung Marienberg und die Alte Mainbrücke, 13 Kilometer nördlich.
- Schöne Städte in Bayern – die Übersicht, wenn du weiter durchs Land willst.
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