Die Insel Fanø in Dänemark liegt im Wattenmeer vor Esbjerg, zwölf Minuten mit der Fähre vom Festland entfernt. Im Süden liegt Sønderho, 2011 zum schönsten Dorf Dänemarks gekürt, im Norden Nordby, der Hauptort mit dem Fähranleger. Dazwischen liegen Dünen, Heide und Wald, an der Westseite ein breiter Sandstrand, auf dem du ein Stück weit mit dem Auto fahren darfst.
Ich war im April 2019 einen Vormittag lang auf Fanø. Wir hatten in dem Jahr ein Ferienhaus in Blåvand, und ich bin früh allein mit dem Auto nach Esbjerg gefahren und übergesetzt, um zu fotografieren, mit Kamera, Handy und Drohne. Mein Weg führte zuerst nach Sønderho, dann in die Dünen westlich des Dorfes, zur Mühle und zum Schluss durch Nordby. Kurz nach halb eins stand ich wieder auf der Fähre. In den Museen war ich nicht, ins alte Spritzenhaus habe ich nur durch die offene Tür geschaut. Was du in den Museen siehst und was sie kosten, habe ich für dich recherchiert.
Hier liest du, was du auf Fanø sehen kannst, was die Fähre 2026 kostet, wo du mit dem Auto an den Strand darfst und für wen sich die Insel lohnt.
Fanø auf einen Blick
- Was: Nordseeinsel im dänischen Wattenmeer mit zwei alten Seefahrerorten, Dünen und einem breiten Sandstrand an der Westküste
- Wo: vor Esbjerg in Südwestjütland, die Fähre braucht von Esbjerg nach Nordby 12 Minuten
- Größe: 57 Quadratkilometer, rund 3.270 Einwohner, die meisten in Nordby und Sønderho
- Zeitbedarf: ein Vormittag für Sønderho und Nordby, ein ganzer Tag mit Strand und Museen, für Strandurlaub eine Woche
- Kosten: Fähre mit dem Auto hin und zurück 2026 ab 269 Kronen, zu Fuß 50 Kronen, Kinder bis 17 frei
- Für wen: Tagesausflügler aus Esbjerg und den Ferienhäusern an der Westküste, Strandurlauber, Fotografen, Drachenflieger
Fanø Sehenswürdigkeiten: von Sønderho bis Nordby
Fast alles Sehenswerte auf Fanø liegt in den beiden Orten an den Enden der Insel. Von der Fähre in Nordby bis zur Kirche in Sønderho sind es rund 13 Kilometer, mit dem Auto etwa eine Viertelstunde. Ich bin nach der Ankunft gleich nach Süden durchgefahren und habe Nordby für den Rückweg aufgehoben. Unterwegs habe ich einmal kurz an einem Sandweg zwischen Dünengras und Kiefern angehalten.
Wer Rømø kennt, die Nachbarinsel im Süden: Dorthin fährst du über einen Damm, nach Fanø nur mit der Fähre. Und während auf Rømø der Strand alles bestimmt, sind auf Fanø die beiden alten Schifferorte mindestens genauso wichtig.
1. Sønderho: das schönste Dorf Dänemarks



Sønderho liegt an der Südspitze von Fanø und war im 18. und 19. Jahrhundert der wichtigste Schifferort an der jütländischen Westküste. Aus dieser Zeit stammen die meisten Häuser: niedrig, aus Backstein, viele mit Reetdach und fast alle in Ost-West-Richtung gebaut, dazwischen kleine Gärten und Grünflächen. Mehr als 70 Gebäude stehen unter Denkmalschutz. 2011 kürte Bygningskultur Danmark Sønderho zu „Danmarks Smukkeste Landsby“, dem schönsten Dorf Dänemarks. Im Dorf leben knapp 300 Menschen, dazu kommen Ferienhausbesitzer und Gäste.
Ich war kurz nach neun im Dorf, die Gassen waren noch fast leer und der Himmel wolkenlos. Die Wege sind schmal und winden sich zwischen den Häusern hindurch, an einer Ecke steht das Straßenschild Gammel Byvej. Am meisten fotografiert habe ich die Häuser mit Reetdach und grün gestrichenen Holzgiebeln und ein kleines Haus mit weißem Lattenzaun, vor dem schon die Osterglocken blühten. Nach einer Stunde im Dorf war mein Eindruck: alles sehr niedlich.
Im Nordosten des Dorfes lag früher in einer geschützten Bucht der Hafen. Nach mehreren Jahren Arbeit an einem Kanal ist er heute wieder in Betrieb, für flache Boote, Jollen und Kajaks.
Gut zu wissen: Visit Fanø empfiehlt, das Auto an der Kirche abzustellen und ein, zwei Stunden zu Fuß durch die Gassen zu gehen. Parkplätze gibt es an der Kirche und an der Nord Land beim Kunstmuseum. (Stand Oktober 2026)
2. Am Deich: Marsch und Wattenmeer am Ostrand von Sønderho



Am östlichen Rand von Sønderho hören die Gassen abrupt auf. Am Digevej, dem Deichweg, beginnt die Marsch, dahinter das Wattenmeer, das hier zum Nationalpark Vadehavet gehört und auf der Liste des UNESCO-Welterbes steht. Ein einzelnes weißes Haus mit hohem Schornstein steht frei auf der Wiese, ein Trampelpfad führt mit einer Bank am Dorfrand entlang, und im Gras blühte es lila.
Hier habe ich die Drohne steigen lassen. Von oben siehst du, wie sich Wasserläufe durch die braungelbe Marsch ziehen, daneben läuft ein gepflasterter Weg am Deich entlang, weiter draußen glänzt das Watt. Beim selben Flug habe ich auch das Dorf von oben fotografiert, das Bild steht ganz oben im Artikel.
3. Sønderho Kro

Mitten im Dorf, am Kropladsen, steht die Sønderho Kro, ein langes Backsteinhaus mit Reetdach und grünem Holzgiebel. Der Gasthof ist über 300 Jahre alt und nach eigener Aussage so gut erhalten und ursprünglich wie kein zweiter im Land. Heute gehören ein Restaurant mit Küche aus Zutaten der Insel und Gästezimmer dazu. Als ich vorbeikam, standen die Holztische schon draußen in der Sonne.
Gut zu wissen: Sønderho Kro, Kropladsen 11, 6720 Fanø. Frühstück, Mittags- und Abendkarte sowie Übernachtung, Zeiten und Preise auf der Website der Kro. (Stand Oktober 2026)
4. Fanø Kunstmuseum

Ein paar Schritte weiter, an der Ecke von Nord Land und Gammel Byvej, steht ein weißes Haus mit hohem Giebel und großen Bogenfenstern. 1886 wurde es als Kaufmannsladen mit Schiffsproviant gebaut, heute steht es unter Denkmalschutz und ist das Fanø Kunstmuseum. Gegründet wurde das Museum in den 1960er-Jahren, die Sammlung umfasst inzwischen über 1.250 Werke, die ältesten von etwa 1850, mit dem Schwerpunkt auf Künstlern, die auf Fanø gemalt haben. Seit 2026 gibt es einen eigenen Raum nur mit Bildern von Julius Exner.
Gut zu wissen: Nord Land 5, Sønderho. 2026 geöffnet vom 28. März bis 18. Oktober, dienstags bis sonntags 13 bis 17 Uhr, montags geschlossen, außer am Ostermontag, Pfingstmontag und am Montag in den Herbstferien. Eintritt 75 Kronen, mit Studentenausweis 40 Kronen, unter 18 Jahren frei. Aktuelles beim Fanø Kunstmuseum. (Stand Oktober 2026)
5. Das alte Sprøjtehus: das Brandmuseum von Sønderho


Ein paar Meter neben dem Kunstmuseum steht ein kleines Haus mit Reetdach und knallrotem Holzgiebel. Auf dem Schild am Giebel steht „Sprøjtehus 1868–1965“, es ist das alte Spritzenhaus des Dorfes und nach Angaben der Tourismusorganisation eines der ältesten und am besten erhaltenen in Dänemark. Die Tür stand offen, und ich habe hineingeschaut: Drinnen steht die Brandspritze von 1895 mit roten Holzrädern, dazu Laternen, Schläuche und anderes altes Löschwerkzeug.
Gut zu wissen: Nord Land 12, Sønderho. Eintritt 20 Kronen für Erwachsene, 5 Kronen für Kinder, bezahlt wird in eine Kasse oder per MobilePay. Betreiber ist die Stiftung Fonden Gamle Sønderho. (Stand Oktober 2026)
6. Hannes Hus und die alte Rettungsstation
Zwei weitere kleine Museen gehören ebenfalls der Stiftung Fonden Gamle Sønderho. Hannes Hus in der Øster Land 7 stammt aus den 1770er-Jahren und war immer im Besitz derselben Familie. Ab 1882 wohnte hier Johanne Sørensen, genannt Hanne. Ihre Tochter Karen verkaufte das Haus 1965 an die Stiftung, damit es erhalten bleibt. Die Einrichtung ist original und zeigt, wie eine Kapitänswitwe in Sønderho gelebt hat.
Die alte Rettungsstation an der Sønderho Strandvej 15 ist von 1889. Das Rettungsboot wurde von Pferden an den Strand gezogen und von zwölf Männern aus dem Dorf gerudert. Es steht noch komplett ausgerüstet in der Halle, Tafeln an den Wänden erzählen vom Rettungsdienst an dieser Küste.
Gut zu wissen: Hannes Hus, Øster Land 7, und Sønderho Gl. Redningsstation, Sønderho Strandvej 15. Aktuelle Öffnungszeiten erfährst du bei Fonden Gamle Sønderho, Telefon +45 51 50 18 50 oder info@fondengamlesonderho.dk. (Stand Oktober 2026)
7. Sønderho Kirke
Die Kirche zeigt, wie eng das Dorf mit der Seefahrt verbunden war. Sie besitzt 15 Votivschiffe, Schiffsmodelle, wie sie Seeleute ihrer Kirche schenkten, mehr als jede andere Kirche in Dänemark. Der Barockaltar stammt von 1717, die Kanzel von 1661, die Empore mit ihrer ursprünglichen Bemalung von 1782. Ursprünglich bot die Kirche 800 Menschen Platz, sehenswert ist sie auch wegen der ungewöhnlichen Anordnung der Bänke und der Stellung der Kanzel.
8. Sønderho Mølle



Nordwestlich des Dorfkerns steht die Mühle auf einer Düne, ein schwarzer, achteckiger Holzaufbau mit Galerie auf einem weiß gekalkten Sockel. Gebaut wurde sie 1895 als Kornmühle, gemahlen wurde bis 1923. Danach verfiel sie, bis die Stiftung Fonden Gamle Sønderho sie 1928 kaufte. Seit 1998 steht sie unter Denkmalschutz, nach der letzten Restaurierung wurde sie 2003 wieder eingeweiht. Schon die ältere Mühle an dieser Stelle diente den Seeleuten als Seezeichen.
Ich kam gegen elf aus den Dünen zurück und bin um die Mühle herumgelaufen. Im Dünengras davor blühten wilde Stiefmütterchen, und die Mühle bekam ein paar Fotos aus der Froschperspektive.
Jedes Jahr Mitte Juli feiert Sønderho an der Mühle den Sønderhodag. Dann tanzen die Fanøer in ihren alten Trachten, und die Musik der Insel wird gespielt.
Gut zu wissen: Vester Land 44, Sønderho. Innen zugänglich von Ostern bis Ende der Kalenderwoche 42, ohne Personal, du gehst auf eigene Gefahr hinein. (Stand Oktober 2026)
9. Dünen und Strand: der Autostrand von Fanø



Westlich von Sønderho führt die Sønderho Strandvej durch die Dünen in Richtung Meer. Dort bin ich kurz nach halb elf ein Stück durch die Dünen gelaufen, auf schmalen, sandigen Pfaden zwischen Strandhafer, hellen Sandflecken und dunklen Büschen. Von oben schaust du über eine wellige Dünenlandschaft bis zum Horizont.
Bis ans Wasser bin ich, soweit ich mich erinnere, nicht gegangen, ich war vor allem in den Dünen unterwegs. Mit dem Auto bin ich nicht auf den Strand gefahren.
Der Strand an der Westküste ist für die meisten Gäste der Grund, nach Fanø zu kommen. Zwischen Fanø Bad und Rindby Strand zieht sich ein zwölf Kilometer langer Sandstrand, der beliebteste Abschnitt zum Baden. Anders als an vielen Stellen der Westküste werden die Strände auf Fanø immer breiter, weil die Strömung Sand anspült. Zwischen Fanø Bad und Sønderho darfst du mit dem Auto auf den Strand fahren, erlaubt sind 30 km/h. Drachen stehen hier von Mai bis Oktober am Himmel.
Gut zu wissen: Baden am besten zwischen Fanø Bad und Rindby Strand. Mit dem Auto auf den Strand darfst du zwischen Fanø Bad und Sønderho, Tempo 30. Mit dem Fahrrad fährt es sich nahe an den Dünen am besten, dort ist der Sand fest, am Wasser ist er oft weich. (Stand Oktober 2026)
10. Fanø Bad, Rindby und der Pælebjerg
Zwischen den beiden Orten liegen an der Westküste die Ferienhausgebiete. In Fanø Bad wurde das Zentrum in den letzten Jahren erneuert, mit einem neuen Platz, Läden und Cafés, die das ganze Jahr über für Leben sorgen. Dort liegt auch der Golfplatz Fanø Golf Links, laut der Tourismusorganisation der einzige echte Links-Platz Dänemarks. In Rindby Strand gibt es Campingplätze, zwei Minigolfanlagen, Fußballgolf und einen Indoor-Spielplatz.
Im Inselinneren liegt die Fanø Klitplantage mit Dünen, Heide, Wald und kleinen Seen. Im Westen der Plantage liegt der Pælebjerg, mit 21 Metern gilt er als höchster Punkt der Insel, von oben siehst du über die Nordsee. Für Radfahrer gibt es fünf Routenkarten, unter anderem eine 42 Kilometer lange Runde um die ganze Insel und die ausgeschilderte Panoramaroute 404 im Norden, 26 Kilometer. Die Karten kosten je 5 Kronen und liegen bei Club Fanø in Fanø Bad und Rindby Strand.
11. Nordby: der Hauptort am Fähranleger



Nordby ist mit rund 2.800 Einwohnern der Hauptort von Fanø. Hier liegen Rathaus, Bibliothek und Touristeninformation, und hier legt die Fähre an. Viele Häuser stammen aus dem 19. Jahrhundert, und die kleinen, krummen Gassen haben sich laut Visit Fanø im Vergleich zu alten Fotos kaum verändert. Vom Hafen aus siehst du oft Robben auf einer kleinen Sandbank, nur rund 50 Meter entfernt.
Nordby habe ich mir für den Schluss aufgehoben und bin kurz nach halb zwölf durch die Hovedgaden gelaufen, die Hauptstraße, die vom Hafen in den Ort führt. Hier war mehr los als morgens in Sønderho. An der Hovedgaden steht ein rotes Haus mit Reetdach, im Vorgarten blühte ein Baum weiß, davor stand ein Fahrrad am Zaun. Auf einem kleinen Platz steht das Tinghuset von 1841 mit orangem Ziegeldach, davor zwei Skulpturen, auf einer davon saß gerade jemand. Ein Teil der Straßen ist mit Kopfsteinen gepflastert.
12. Fanø Skibsfarts- og Dragtsamling und Fanø Museum
Zwei Museen in Nordby erzählen die Geschichte, die du in beiden Orten an den Häusern siehst. Die Fanø Skibsfarts- og Dragtsamling beginnt 1741, als die Inselbewohner Fanø der Krone abkauften. Danach wuchs hier die größte Segelschiffsflotte Dänemarks außerhalb Kopenhagens heran. Ausgestellt sind Schiffsgemälde und Modelle der Schiffe, die auf Fanø zu Hause waren, im ersten Stock die Trachten der Fanø-Frauen, die sie als Alltagskleidung trugen, von der Wattwurmgräberin bis zur Braut. Das Museum sitzt im Skipperhuset von 1891, vom Café führt eine Terrasse hinaus, mit Blick auf die Robben.
Das Fanø Museum ist ein Fanø-Haus aus dem späten 17. Jahrhundert, eingerichtet als Zuhause einer bescheidenen Schifferfamilie zwischen 1885 und 1920. Es geht weniger um die Seefahrt als um das Leben daheim, während Männer und Söhne oft auf großer Fahrt waren, also vor allem um die Frauen der Insel. Du gehst durch die gute Stube, die Wohnstube mit den kurzen Bettnischen, die Küche und die Scheune.
Gut zu wissen: Fanø Skibsfarts- og Dragtsamling, Hovedgaden 28, Nordby. Erwachsene 50 Kronen, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren 25 Kronen. Geöffnet 2026 jeweils 11 bis 16 Uhr: vom 9. bis 15. Februar montags bis samstags, vom 21. Februar bis 12. April freitags und samstags, vom 14. April bis 1. November montags bis samstags, vom 7. November bis 22. Dezember freitags und samstags. Fanø Museum, Skolevej 2, Nordby. Erwachsene 50 Kronen, unter 18 Jahren frei. 2026 vom 29. März bis 6. April und vom 10. Mai bis 16. Oktober montags bis freitags und sonntags 11 bis 15 Uhr, samstags geschlossen. (Stand Oktober 2026)
13. Das Drachenfest im Juni
Fanø ist international als Insel der Drachen bekannt. Mitte Juni findet am großen Strand an der Westseite das Fanø International Kite Fliers Meeting statt, das größte Drachentreffen der Welt. Ein Festival im üblichen Sinn ist es nicht, eher ein Treffen von Drachenfliegern aus aller Welt. Zuschauer sind willkommen, Eintritt wird nicht verlangt. Dann stehen Tausende Drachen über dem Strand, von riesigen Tierfiguren bis zu kleinen Marienkäfern, die über den Sand hüpfen. Den Termin für das nächste Jahr findest du bei Visit Fanø.
Kaffee, Bäckerei und kleine Läden



Gleich hinter der Kro kam ich in Sønderho an Nanas Stue vorbei, einem langen weißen Haus mit orangem Ziegeldach und einer Terrasse hinter einem weißen Zaun. Drinnen hängt eine Sammlung alter Fanø-Fliesen: Im 19. Jahrhundert brachten Seeleute große Mengen holländischer Wandfliesen mit nach Hause, als Schmuck und um die Wärme der Öfen in den Raum zurückzuwerfen. Ein paar Gassen weiter stand vor dem kleinen Café Tre Søstre schon die Tafel mit Kaffee, Smoothies, Eis und Sandwiches draußen, und bei Fanø Bolsjer gibt es Bonbons und Souvenirs.
In Nordby liegt die Fanø Bageri in einem roten Haus mit Reetdach an der Færgevej, ein paar Schritte vom Fähranleger, mit Tischen vor der Tür. In Dänemark hole ich mir fast immer irgendwo einen Kaffee und etwas Typisches wie eine Kanelstang auf die Hand, und vermutlich war es an diesem Vormittag hier. Richtig eingekehrt bin ich auf Fanø nicht. An der Ecke zur Kikkebjergvej verkauft Den lille Ravbutik Bernsteinschmuck.
Fanø Fähre ab Esbjerg: Fahrzeit, Preise und Tickets



Nach Fanø kommst du nur mit der Fähre. Die FANØLINJEN fährt zwischen Esbjerg und Nordby, die Überfahrt dauert 12 Minuten, und die Fähren pendeln den größten Teil des Tages hin und her. Dein Ticket buchst du vorab online oder kaufst es am Fähranleger am Automaten. Bezahlt wird einmal für Hin- und Rückfahrt.
Ich bin morgens mit dem Auto übergesetzt. Schon von der Fähre aus siehst du Nordby mit seinen roten Dächern und dem Anleger vor dir. Auf dem Rückweg kurz nach halb eins kam eine andere Fähre entgegen, vor mir lag die Silhouette des Hafens von Esbjerg.
| Saison 2026 | Zeitraum | Flex | Standard |
|---|---|---|---|
| Nebensaison | 1. Januar bis 31. März und 19. Oktober bis 31. Dezember | 269 Kronen | 325 Kronen |
| Mittelsaison | 1. April bis 14. Juni und 17. August bis 18. Oktober | 329 Kronen | 409 Kronen |
| Hochsaison | 15. Juni bis 16. August | 489 Kronen | 565 Kronen |
Die Preise gelten für ein Auto bis 6 Meter Länge und 1,95 Meter Höhe, hin und zurück, mit bis zu neun Personen. Das sind ungefähr 36 bis 76 Euro. Das Flex-Ticket gibt es nur online, du kannst es gegen Gebühr bis zur Abfahrt und bis einen Monat im Voraus umbuchen, erstattet wird es nicht. Das Standard-Ticket buchst du ohne Gebühr um, bis zu 90 Tage im Voraus, und bekommst es gegen Gebühr erstattet.
Gut zu wissen: Zu Fuß kostet die Fähre für Erwachsene 50 Kronen hin und zurück, Rentner zahlen 25 Kronen, Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre fahren gratis, brauchen aber ein Ticket. Fahrräder nimmst du kostenlos mit, Hunde und Katzen dürfen an Bord. Parken kannst du an beiden Häfen, die Preise unterscheiden sich je nach Parkplatz. Alle Tarife und den Fahrplan findest du bei der FANØLINJEN. (Stand Oktober 2026)
Ausflüge ab Fanø
Esbjerg und der Mensch am Meer. Vier Kilometer vom Fähranleger in Esbjerg sitzen am Sædding Strand die vier weißen, neun Meter hohen Figuren von Mennesket ved Havet. Mehr dazu steht in unserem Überblick Südjütland Sehenswürdigkeiten.
Ribe. Gut 30 Kilometer südöstlich von Esbjerg, eine gute halbe Stunde mit dem Auto, liegt die älteste Stadt Dänemarks mit Dom und Altstadt. Unsere Tipps findest du im Artikel Ribe in Dänemark.
Rømø. Die Nachbarinsel im Süden erreichst du in gut einer Stunde über einen Damm, ohne Fähre. Dort fährst du bei Lakolk mit dem Auto direkt auf den Strand. Mehr in Rømø Sehenswürdigkeiten.
Blåvand. Rund 40 Kilometer nordwestlich von Esbjerg steht der Leuchtturm Blåvandshuk Fyr. In Blåvand hatten wir unser Ferienhaus, von dort bin ich morgens zur Fähre gefahren.
Hvide Sande. Gut 70 Kilometer nördlich, eine gute Stunde Fahrt, liegt der Fischerort Hvide Sande zwischen Nordsee und Ringkøbing Fjord, siehe Hvide Sande Dänemark.
Fazit: Lohnt sich Fanø?
Ja. Für einen Vormittag von Esbjerg oder aus einem Ferienhaus an der Westküste lohnt sich die Fähre schon wegen Sønderho, für einen Tag mit Strand, Mühle und Museen erst recht. Ich war vor allem zum Fotografieren dort, mit Kamera und Drohne über Marsch, Dorf und Dünen, und mein Eindruck war: alles sehr niedlich, hier kann man bestimmt super Urlaub machen. Der Haken ist die Insellage: Für alles, wofür du eine größere Stadt brauchst, hängst du an der Fähre. Für eine Woche Strandurlaub findest du auf Booking.com knapp 400 Unterkünfte auf Fanø, die meisten davon Ferienhäuser.* Wie wir Ferienhausurlaub in Dänemark angehen, steht in Urlaub in Dänemark im Ferienhaus. Mehr Fotos von unseren Reisen findest du auf unserem Instagram.
Häufige Fragen zu Fanø
Was kann man auf Fanø machen?
Auf Fanø kannst du durch Sønderho mit seinen Reetdachhäusern und durch den Hauptort Nordby bummeln, an der Westküste baden und zwischen Fanø Bad und Sønderho mit dem Auto auf den Strand fahren. Dazu kommen vier kleine Museen in Sønderho, die Sønderho Mølle, zwei Museen zur Seefahrt und zum Alltag in Nordby, Radtouren durch Dünen und Klitplantage und im Juni das größte Drachentreffen der Welt.
Wo liegt die Insel Fanø in Dänemark?
Die Insel Fanø liegt im dänischen Wattenmeer an der Westküste Jütlands, direkt vor der Hafenstadt Esbjerg. Sie ist 57 Quadratkilometer groß und hat rund 3.270 Einwohner, die meisten in Nordby im Norden und Sønderho im Süden. Fanø gehört zum Nationalpark Vadehavet.
Was kostet die Fähre nach Fanø?
Mit dem Auto kostet die Fähre von Esbjerg nach Fanø 2026 hin und zurück zwischen 269 und 565 Kronen, je nach Saison und Ticketart, bis zu neun Personen fahren mit. Zu Fuß zahlen Erwachsene 50 Kronen, Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre fahren gratis. Die Überfahrt dauert 12 Minuten.
Darf man auf Fanø mit dem Auto an den Strand?
Ja, zwischen Fanø Bad und Sønderho darfst du mit dem Auto auf den Strand fahren, erlaubt sind 30 km/h. Zum Baden ist der Abschnitt zwischen Fanø Bad und Rindby Strand am beliebtesten, dort zieht sich der Sandstrand über zwölf Kilometer.
Warum ist Sønderho so bekannt?
Sønderho an der Südspitze von Fanø wurde 2011 von Bygningskultur Danmark zum schönsten Dorf Dänemarks gekürt. Die meisten Häuser stammen aus dem 18. und 19. Jahrhundert, als Sønderho der wichtigste Schifferort an der jütländischen Westküste war, mehr als 70 Gebäude stehen unter Denkmalschutz.
Wann ist das Drachenfest auf Fanø?
Das Fanø International Kite Fliers Meeting findet jedes Jahr Mitte Juni am großen Strand an der Westseite der Insel statt. Es gilt als größtes Drachentreffen der Welt, Zuschauer kommen ohne Eintritt. Den genauen Termin veröffentlicht Visit Fanø.
Lohnt sich ein Tagesausflug nach Fanø?
Ja, mit der Fähre bist du in 12 Minuten von Esbjerg auf der Insel, und Sønderho und Nordby schaffst du gut an einem Vormittag. Mit Strand, Mühle und Museen füllst du einen ganzen Tag. Mit dem Auto kostet die Fähre in der Nebensaison ab 269 Kronen hin und zurück.
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